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  • #1

Zusammenleben mit dem geistig behinderten Bruder meines Partners

Hallo, ich weiss weder vor noch zurück.. Gedankenkarussel..Durch den Tod der Mutter meines Partners 48, ziehen wir nun in das geerbte Elternhaus in dem auch sein geistig benhinderter Bruder 47 lebt der lebenslanges Wohnrecht hat. Wir sind seit 5 Jahren zusammen, eine Patchworkfamilie mit sechs Kindern, 12, 15, 18, 19, 21, 21. Mein Partner, meine Mädchen 12 u. 21 und der Sohn von meinem Partner 18, haben seit 3,5 Jahren zusammengelebt und ziehen nun gemeinsam in das Elternhaus. Soweit so gut... wenn da nicht der Bruder wäre der mich sehr mag und ständig in der 4monatigen Umbauzeit anzügliche Bemerkungen macht und versucht mich in irgendeiner Weise oberflächlich zu berühren. Mein Partner sagt ich muss das mit ihm selber klären und ihm Grenzen setzen, ansonsten schaltet er sich ein. Entscheidungen für Veränderungen werden in Zukunft zu dritt getroffen, ich werde erstmal nichts allein verändern dürfen. Wie kann da das Gefühl aufkommen das dieses Haus auch mit meins ist, so wie mein Partner mir immer wieder beteuert? Muss ich einfach nur Geduld haben? Eins noch.. Sollte das Zusammenleben mit seinem Bruder nicht funktionieren und mein Partner müsste eine elementare Entscheidung treffen dann wird er sich für seinen Bruder entscheiden. Wie denkt ihr darüber? Soll ich mit einziehen oder lieber nicht? Bin für jeden Rat dankbar
w 47
 
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  • #2
Die Konstellation ist ja alles andere als einfach, aber der absolute Hammer ist, dass er sich für seinen Bruder entscheiden würde anstatt für Dich - eine Grundsätzlichkeit also in Bezug auf die Überlebenschance der Beziehung.

Wenn ich so einen Satz hören würde von meinem Partner, dann könnte er s o f o r t seinen Bruder heiraten und ich würde mir jemand anders suchen.
Das war eine ganz klare Aussage von diesem Mann, dass D u nicht die wichtigste Bezugsperson bist und der B r u d e r entscheidend näher steht.
Also eine Liebespartnerin bist Du gewiss nicht für ihn, denn die nimmt man wichtiger als einen geistig behinderten Bruder.

Auch seine Aussage, dass Du das doch erst mal selbst mit dem Bruder ausmachen sollst, dass er Dich nicht körperlich angeht, finde ich entsetzlich. Wenn er d a s ersteinmal abwartet, bist Du ihm ziemlich egal.
Ganz davon abgesehen: Weil der Bruder ja kein geistig Gesunder ist, hätte ich da schon Bedenken, ob da Worte überhaupt ausreichen, ihn s i c h e r von Dir Abstand halten zu lassen.

Aber weil es ja grundsätzlich nicht stimmt, würde ich deshalb n i e m a l s mit einziehen, denn wozu denn noch mit jemand zusammenziehen, für den Du nicht die wichtigste Partnerin bist, sondern der Bruder.
Und selbst wenn das nicht wäre - ich hätte keine Lust in einem Haus zu wohnen, in dem ich damit rechnen müsste, dauernd sexuell belästigt zu werden und aufgrund der geistigen Behinderung keine Sicherheit gegeben wäre, dass sich das nicht ständig wiederholt. Meine Phantasie geht da zwar auch noch weiter in dem Punkt, aber ich glaube, Du kannst Dir selbst ausmalen, wie sich das noch steigern könnte.

Du scheinst eine sehr geduldige Frau zu sein, sonst würdest Du hier nicht diese Frage gestellt haben, sondern gleich Schluss mit ihm gemacht haben.
Jemand mit Deinem gutmütigen Charakter findet sicher leicht einen anderen Partner, der Dich so schätzt, wie Du es verdient hast und Dich nicht angrapschen lassen würde von einem geistig behinderten Bruder oder ihn gar gegen Dich eintauschen würde.

Ganz viel Glück wünscht Dir ein Mann, der sich nur wundert über so einen "Partner".
 
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  • #3
ohhhhh..ich hätte da auch bauchschmerzen, zumal du ja schon die klare ansage von deinem partner hast, wo er sich positioniert - bei seinem bruder!

verstehe deinen partner ja auch, denn er fühlt sich für ihn verantwortlich.
nachdem die eltern tot sind, hat dein partner jetzt die rolle übernommen. da ist eine ganz enge familiäre bindung vorhanden.

falls deine beziehung "eher am wackeln ist", könntest du zweigleisig fahren?
dir ein kleines appartement nebenbei halten, damit du einen anker (nur für dich) hättest?

und falls das nicht geht,
du mit sack und pack ins neue haus umziehst, dann investier persönlich nicht soviel herzblut in die neue bleibe (du bist ja die dritte im bunde).
schau die kommenden zwei jahre erstmal die entwicklung ab..vielleicht beruhigt sich einiges mit der zeit und spielt sich ein.

dem 47 jährigen geistig-behinderten bruder darfst du VON ANFANG AN ganz klar und direkt ein NEIN als grenze setzen, wenn er dir zu nahe auf die pelle rückt. habe da nur keine falschen hemmungen! bleib auch KONSEQUENT in deiner haltung.

das ist ein stückweit (kinder-)erziehung..
meistens machen die menschen den fehler, dass sie sich erstmal von ihrer lieblichen seite zeigen, anstatt klar von beginn an grenzen + regeln zu setzen, damit es dadurch einfacher wird im gemeinsamen umgang.
 
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  • #4
Versuchen kannste es auf jedenfall.
Aber aufpassen würde ich trotzdem, wenn der geistig behinderte Bruder dir auf die pelle rückt ( oder den Mädchen), würde ich aber eher davon abraten.
 
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  • #5
Schwierige Situation.
Dein Partner hat die Verantwortung für seinen Bruder geerbt und kann sie nicht so einfach aufgeben. Es wäre auch ein schlechter Charakterzug, wenn er seinen Bruder nun fallen lassen würde.
Wie schwer behindert ist denn der Bruder? Kann er für sich alleine sorgen?
Du musst ihm auf jeden Fall Grenzen setzen und zwar ganz klar und deutlich. Auch geistig Behinderte probieren aus, wie weit sie gehen dürfen. Oft werden sie von ihren Eltern in Watte gepackt - das darfst DU nicht tun, wenn du noch ein eigenes Leben haben möchtest.
Sag im ganz klar: Hier ist mein Leben und dort ist dein Leben, das ist in Ordnung und das will ich nicht.
Versucht doch, ob ihr irgendwie eine räumliche Trennung im Haus erreichen könnt, so dass ihr als Familie und vor allem ihr als Paar einen eigenen privaten Bereich habt, der für die anderen Tabu ist. Das müsste dir dein Partner schon zugestehen.
 
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  • #6
Natürlich entscheidet er sich für seinen Bruder, was erwartest Du denn? Ihr seid erst 5 Jahre zusammen, das ist nichts. Evtl. hat er seiner Mutter auch ein Versprechen gegeben, sich um ihn zu kümmern. Das ist Familie, außerdem hat er Dir ja Unterstützung zugesagt.

Aber ehrlich, was erwartest Du, dass er seinen Bruder für Dich ins Heim gibt? Wenn Du damit nicht leben möchtest, zieht nicht zusammen. So einfach ist das.

w46
 
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  • #7
#Gast 4 die geistige Behinderung geht soweit das er ein anderes Rechtsbewusstsein hat als "normale Menschen" er kann sich kein Essen selber kochen und keine Wäsche waschen. Ansonsten merkt man ihm seine Behinderung nicht auf den ersten Blick an. Eine räumliche Trennung ist wohl nicht möglich, da sich der gesamte Wohnbereich über eine Ebene erstreckt. Das Zimmer der jüngsten, unser Schlafzimmer, das Zimmer des Bruders, Küche, Wohnzimmer, Bad.. Die beiden ältesten haben ihre Zimmer im Keller. Was absolut tabu ist, ist unser Schlafzimmer das haben wir schon geklärt. Ansonsten denke ich können wir ihn aus den anderen Bereichen nicht ausgrenzen.
Ich habe einfach Angst das ich es nicht schaffe mich gegen den Bruder durchzusetzen, weil er nur auf das hört was sein Bruder sagt.
Meine grösste Angst ist, wenn es nicht funktioniert das ich dann gehen muss...
 
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  • #8
Du setzt dich einer gefahr aus . Ich würde diesen Mann sofort verlassen.Der Buder ist geistig krank und damit ist eine gefahr für dich un deine KINDER !!!!!!!!!!
 
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  • #9
Wenn ich so einen Satz hören würde von meinem Partner, dann könnte er s o f o r t seinen Bruder heiraten und ich würde mir jemand anders suchen.
Das war eine ganz klare Aussage von diesem Mann, dass D u nicht die wichtigste Bezugsperson bist und der B r u d e r entscheidend näher steht.
Also eine Liebespartnerin bist Du gewiss nicht für ihn, denn die nimmt man wichtiger als einen geistig behinderten Bruder.
Wenn ein Mann mit Kindern dir sagen würde das wenn er sich zwischen dir und seinen Kindern entscheiden müsste er seine Kinder wählen würde, würdest du dann genauso reagieren?

@FS: Ich persönlich würde mich nicht darauf einlassen, aber du musst selbst wissen wie du mit dieser Situation zurecht kommst.
 
  • #10
Wo und wie man wohnt, ist eine der fundamentalsten Grundwerte in einem Leben und einer Partnerschaft. Natürlich sollte man sich dort, wo man wohnt wohl fühlen und sicher fühlen und einfach gerne dort wohnen.

Wohnen sollte kein Komrpomiss sein, kein Zwang, kein Erdulden oder notgedrungen Mitmachen. Wohnen ist Zentrum des Lebens.

Ich rate ganz strikt dazu, nicht in eine Wohnsituation zu ziehen, die Dir nicht gefällt und die nur Schwierigkeiten mit sich bringt. Nehmt Euch eine eigene, tolle Wohnung für Euch. Patchwork ist schwierig genug.

Genießt Euer Leben, seid frei, entscheidet Euch für Euch und Euer Leben. Ihr habt nur eines.

Im übrigen würde ich meine eigenen Kinder niemals mit einem Geistigbehinderten zusammen wohnen lassen. Verdirb ihnen weder die Kindheit noch gefährde sie unnötig.
 
  • #11
@FS: du lieber Himmel, was du dir da zumuten möchtest, ist doch nicht auszuhalten!

- Mangelndes "Rechtsbewusstsein" des Bruders, verbunden mit unkontrollierten Berührungen dir gegenüber.
Das DARFST du dir selbst nicht antun und - was noch schlimmer ist - deine beiden Mädchen sind Tag und Nacht der Gefahr ausgesetzt, dass sich der Behinderte an ihnen vergreift. Mir wird ganz schlecht, wenn ich mir das nur vorstelle!

- Die Wohnsituation, wie du sie bei #6 beschreibst, ist unzumutbar! Dazu kommt noch, dass du den Bruder versorgen musst wie ein weiteres Kind, das niemals erwachsen wird. - Ein ganzes Leben lang!

- Dein Stellenwert:
In allen Entscheidungen den behinderten Bruder mit einbeziehen zu müssen, beschneidet eure Lebensqualität enorm! Wo bleibt ihr beide da noch? Dazu kommt noch, dass er sich im Falle eines Falles gegen dich entscheiden würde. Furchtbar ist das doch!

So toll kann der Mann gar nicht sein, dass du all dieses in Kauf nehmen solltest.
Du willst unseren Rat, deshalb die Antwort:

Mach das auf gar keinen Fall!
 
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  • #12
Meine Prognose: egal, welche Position und Haltung Du einnimmst, dieses Sozialsystem kann in diesem Umfang derzeit nicht funktionieren.

Wenn ich es richtig verstehe, geht es immerhin um neun Personen, die in einer Wohn- und Lebensgemeinschaft zusammen sind.

Was in Eurer bisherigen Beziehung funktioniert hat, ist auf die neue Situation nicht übertragbar.

Was Du bzgl. dem Verhalten seines Bruders schreibst, verstehe ich nur exemplarisch für ein ganzes System an ungeklärten Rollenpositionen in der neuen Wohn- UND Lebenssituation. Das Selbstverständnis Deines Partners, auf das Verhalten seines Bruders zu reagieren, verstehe ich ebenso als nur exemplarisch für sein Selbstverständnis gegenüber anderen neuen ungeklärten Situation.

Meine Schlußfolgerung daraus: Eure Beziehung ist auf diese neue Situation überhaupt! nicht vorbereitet und von daher auch n i c h t t r a g f ä h i g. Dabei möchte ich aber zwei Blickwinkel/Extreme getrennt sehen:
1. Eure Beziehung an sich, also die Frage, wie stabil ist oder wäre Eure Beziehung, wenn Ihr beide alleine wohnen und leben würdet.
2. die Komplexität und Belastung einer Beziehung im Kreis von neun Personen.

Und an dieser Stelle kannst Du vielleicht anfangen, für Dich Klarheit zu gewinnen: also die Frage, wie stabil Du Eure Beziehung für Euch beide alleine einschätzt. Dann könntest Du schrittweise die Kinder hinzunehmen bishin zu seinem Bruder, um die neue Situation zu verstehen.

Verstehen ist aber noch nicht umsetzen.

Umsetzen kannst Du zunächst nur für Dich alleine und DANN mit Deinem Partner zusammen.
Denn: sechs Kinder (auch wenn sie schon volljährig sind) und ein Geistigbehinderter müssen sich ALLE in einer solch komplexen Situation an bestimmte Regeln halten (Negativregeln-was zu unterlassen ist und Positivregeln-was zu tun ist).

An der Stelle möchte ich auch Federika widersprechen: das Zusammenleben mit einem Behinderten k a n n auch bereichernd sein, nur, es kommt auf den Einzelfall an und wie man damit umgeht.

Hinzu kommt noch, daß Dein Partner den Verlust seiner Mutter verarbeiten muß, (zunächst) eine zusätzliche Aufgabe und Rolle für ihn (besonders gegenüber seinem Bruder!).

Alles in allem eine schwierige und komplexe Situation, für Dich und Euch beide eine Mammutaufgabe, die mit viel Energie, Unterstützung und Durchhaltevermögen bewältigt werden kann.

Meine Empfehlung: mit Unterstützung eines Psychologen die Familienkonstellation aufdröseln und dann erst Entscheidungen treffen. Versuch Deinen Partner davon zu überzeugen, daß er diesen Weg mitgeht. Wenn er das nicht will oder auch nur nicht mitzieht (Ihr beide schafft es nur zusammen), dann treffe Deine Entscheidung für Dich alleine.

Viel Kraft wünscht
m
 
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  • #13
#11 Das ist ein guter Vorschlag mit dem Psychologen die Familienkonstellation aufzudröseln. Leider habe ich nicht mehr die Zeit erst für mich alles umzusetzen und dann für uns. Ich muss in 14 Tagen aus unserem jetztigen zuhause ausziehen, mein Partner wohnt schon in dem Elternhaus. Richtig ist das wir mit 6 Personen künftig zusammenleben müssten, ich denke das ist auch schon sehr schwierig.
 
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  • #14
Den Bruder deines Partners wirst du nicht los werden und das kannst du auch nicht verlangen denn es ist auch sein Elternhaus und er hat lebenslanges Wohnrecht.

Wenn du dich mit einer Großfamilie anfreunden kannst, ist es einen Versuch wert und sicher auch eine wundervolle Sache für den Bruder, da er so familiär stark eingebunden wird (sofern die Sache mit der Annäherung geklärt ist).

Dass dein Partner sich wenn es hart auf hart kommen würde eher für seinen Bruder entscheiden würde, liegt sicher auch ein Stück weit daran, dass er sich für ihn verantwortlich fühlt, ähnlich wie bei einem Kind. Viell. tut er ihm sogar Leid, denn meiner Meinung nach sind Behinderte nicht wirklich gesellschaftlich integriert. Ich stünde an seiner Stelle jetzt mächtig unter Stress, viell. würde ich mich auch überfordert fühlen.

Für deinen Partner ist die Situation jetzt sicher nicht leicht. Er hat sich viell. auch lieber ein Leben mit dir vorgestellt nach seinen Wünschen und Vorstellungen und ohne Kompromisse und Verantwortung für das Kind seiner Eltern.

Ich empfehle dir das Gespräch mit deinem Partner zu suchen, um zu erfahren wie er sich mit der Situation fühlt. Wenn du die Beweggründe für sein Handeln kennst, fällt es dir viell. leichter ihn zu verstehen und mit ihm gemeinsam nach Lösungen und Wege zu suchen mit denen ihr beide leben könnt.

Selbst wenn ihr jetzt erstmal zusammen einzieht und euch einrichtet, ist das noch lange nicht endgültig. Lasst alles auf euch zukommen und halte den Kontakt zu deinen Gefühlen und deinem Partner. Ausziehen kann man immer noch wenn es nicht geht. w
 
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  • #15
Wenn ein Mann mit Kindern dir sagen würde das wenn er sich zwischen dir und seinen Kindern entscheiden müsste er seine Kinder wählen würde, würdest du dann genauso reagieren?

Wenn es die minderjährige Kinder wären, würde ich sie so erziehen (habe ich auch), dass sie meiner Partnerin respektvoll begegnen - das ist das Mindeste, was sich gehört...Und dann klappt ganz bestimmt auch das Zusammenleben, selbst wenn man unterschiedlicher Meinung sein sollte in manchen Belangen.
Wären es aber volljährige Kinder, dann würde ich mich für meine Partnerin entscheiden - denn wenn den "Kindern" mein Lebensglück dann nicht gefällt, können sie sich gerne ihre eigenen vier Wände einrichten, denn sie haben nicht das Recht mir vorzuschreiben, wen ich lieben darf und wen nicht.
Sie haben von mir jegliche Liebe und Unterstützung bekommen, um erwachsen zu werden und wenn sie selbst erwachsen sind, kann ich auch verlangen, dass sie mir ebenso meine Liebe für das weitere Leben gönnen.

Aber es ging ja um die Entscheidung des M a n n e s , falls das Zusammenleben nicht klappen würde. E r hat gleich im Vorhinein gesagt, dass er sich für den Bruder entscheiden würde. D i e s habe ich kommentiert und der Frau geraten, aus dieser Aussage die Konsequenz zu ziehen und selbst den Schlussstrich zu ziehen, da der Mann sie offensichtlich nicht liebt.
Wenn der Bruder gesund wäre, dann ließe sich das viel eher abschätzen und beeinflussen, ob das Zusammenleben klappt, als bei der geistigen Behinderung die da vorliegt. Aber selbst ohne Einschätzung: die Ankündigung des Mannes hat Bände gesprochen und es wäre vollkommen gleichgültig, ob das Zusammenleben klappt. Welche Qualität soll das denn noch haben, wenn die "Kündigung" wie ein Damoklesschwert über der Beziehung schwebt und aussagt, dass der Mann eh nur halbgar liebt?

Wenn der Bruder sich nicht sozialverträglich verhalten könnte, dann würde ich dafür niemals die Frau aufgeben sondern müsste einsehen, dass der Bruder nicht so gesund ist, dass er in einem Verbund mit Frau und Kindern leben kann und hätte deshalb kein schlechtes Gewissen, ihn in einer passenden therapeutischen Einrichtung unterzubringen.
Er ist einfach krank. Und wenn dies die grundlegendsten Bedürfnisse eines gesunden Menschen untragbar einschränken würde, wie z. B. der Verzicht auf eine Beziehung, dann kann ethisch nicht mehr gefordert werden, dass man sein Leben dafür aufopfert.

Selbst wenn das mit der Erbschaft des Hauses an die Bedingung geknüpft wäre, den Bruder dann zeitlebens mitzuversorgen, würde ich die Erbschaft ausschlagen oder eben nachträglich die Konsequenzen daraus ziehen.
Ohne eigenes Haus kann man leicht leben - ohne die Liebe sieht das aber schon ganz anders aus.

Um das alles zu erkennen, muss man nicht steinalt werden, deshalb glaube ich sehr, dass dieser Mann die Frau überhaupt nicht mehr liebt, denn Liebe gibt stets der Liebe Vorrang und nicht dem, was die Liebe zunichte machen würde.
 
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  • #16
#11 Das ist ein guter Vorschlag mit dem Psychologen die Familienkonstellation aufzudröseln. Leider habe ich nicht mehr die Zeit erst für mich alles umzusetzen und dann für uns. Ich muss in 14 Tagen aus unserem jetztigen zuhause ausziehen, mein Partner wohnt schon in dem Elternhaus. Richtig ist das wir mit 6 Personen künftig zusammenleben müssten, ich denke das ist auch schon sehr schwierig.

Das machst Du Dir noch vor, dass eine psychologische Begleitung ausreichen würde?
Es kommt doch nicht von ungefähr, dass Du es erwähnt hast, wie er mit Dir verfahren würde, wenn das Zusammenleben nicht klappt.
Im Inneren w e i ß t Du doch, was das bedeutet, hoffst lediglich darauf, dass hier noch jemand mithilft, Deine innere Stimme, Herz und Unterleib zu übertönen, damit Du nicht das tust, was Dich gleichzeitig auch schmerzen würde - nämlich Dich zu verabschieden von ihm.
Aber hast Du eine andere vernünftige Wahl - oder reicht es Dir für Dein Leben, nur oberflächlich "geliebt" zu werden?

Wie klar muss er Dir noch sagen, dass er mit seinem Bruder verheiratet ist und sich immer für Ihn entscheiden würde?
 
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  • #17
Im übrigen würde ich meine eigenen Kinder niemals mit einem Geistigbehinderten zusammen wohnen lassen. Verdirb ihnen weder die Kindheit noch gefährde sie unnötig.[/QUOTE]

Diese Aussage ist ja wohl der ABSOLUTE Oberhammer! Was geht in einem Menschen vor, der so über einen behinderten Menschen spricht??? Inwiefern verdirbt oder gefährdet ein Geistigbehinderter Kindern ihre Kindheit? Genau das Gegenteil ist oft der Fall! Kinder erleben, dass es Menschen gibt, die anders sind als sie selbst, sie lernen Toleranz, Rücksichtnahme, Verantwortung, sind oftmals reifer als ihre Altersgenossen.
Du scheinst wirklich keine Ahnung zu haben bzw. dir ein Behindertenbild aus irgendwelchen Klischees zusammenzubasteln, anders kann ich mir dieses hirnlose Geschwafel nicht erklären...
ERST denken, DANN schreiben.
 
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  • #18
Sag mal, nimmst du denn billigend in Kauf, dass deine Töchter missbraucht werden könnten? Schliesslich kannst du Dich ja nicht mal selbst wehren. Familienaufstellung schön und gut, es handelt sich hier um einen Mann der unzurechnungsfähig ist und unverhofft tagtäglich mit Frauen in Kontakt kommt. Wie kann man da als Mutter warten bis da Kind in den Brunnen gefallen ist? Haupsache mit deinem Partner zusammen bleiben kostet was es wolle? Es ist nicht zu fassen wie manche ihre Prioritäten setzen.
 
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  • #19
Liebe FS, die Entscheidung, die unter dem Zeitdruck getroffen wird, ist NIE die richtige. Warum , um Gottes Willen, solltest Du aus Deiner Wohnung ausziehen? Warum kannst Du Dich nicht durchsetzen und eine Auszeit nehmen, die Du für diese Entschedung unbedingt brauchst? Ich finde so ein Anfang macht schon alleine keinen guten Eindruck. Warum setzt Du Deine Zukunft und die von Deinen Kindern aufs Spiel? Bist Du finanziel lauf Deinen Partner angewiesen? Auch wenn, gibt es bestimmte Gründe, warum Du Dich und Deine Kinder alleine nicht versorgen könntest? Für mich sieht es so aus (sorry), dass Du in Deiner Partnerschaft auch jetzt schon nicht mitentscheiden darfst und alles hinnimmst, was Dein Partner für Dich bestimmt. Wird Deine Meinung überhaupt noch gefragt? Du muss für DICH und für Deine Familie Entscheidunden und Verantwortung selber übernehmen, ohne zu erwarten, dass andere es für Dich tun würden! Für Dich (nochmal sorry) wird es keiner tun.
 
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  • #20
Eine schwierige Situation für Dich, FS. Ich glaube, ich könnte mich mit dieser Situation nicht anfreunden. Vor allem denke ich an Deine Kinder, die ja auch einer Gefahr ausgesetzt sein könnten, zumal er sich ja schon Dir körperlich angenähert hat - Du schreibst, dein Partner hat Dir geraten, dass mit seinem Bruder selbst zu klären, würde er überhaupt Deine Worte verstehen? Ein geistig behinderter Mensch ist doch nicht zurechnungsfähig wie ein gesunder Mensch..

Eine Beziehung sollte schon _sehr_ stabil sein, um diese Belastung zu durchstehen und selbst dann ist nicht sicher, ob Eure Beziehung dem standhält. Ich würde zunächst an Deiner Stelle einmal versuchen, eine Beratungsstelle aufzusuchen. Ich habe Zweifel, ob Du die Situation alleine meistern kannst. Ich kann schon verstehen, dass Dein Partner sich für seinen Bruder verantwortlich fühlt und ihn nicht alleine lassen kann oder will, weil er vllt. seinen Eltern ein Versprechen gegeben hat.

w
 
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  • #21
Du setzt dich einer Gefahr aus . Ich würde diesen Mann sofort verlassen.Der Bruder ist geistig krank und damit ist ER eine gefahr für dich un deine KINDER !!!!!!!!!!
Dein Mann ist ja auch gut seine äuserung ,,NUR DAS SCHLAFZIMMER ist tabu"damit er da wenigstens nicht gestört wird ,er muss ja alles im Griff haben .DEN würde ich aber die SUPPE versalzen ,HURRA DAS SCHLAFZIMMER ist für ALLE da !!!
Er gibt dich doch sonst auch als Freiwild heraus. Wenn du bleibst ,wirst du es bereuen. Was ist das nur für ein MANN der dir soetwas antun will. Ich würde schon meinen Mann verlassen ,wenn er von mir verlangen würde,meine Katze wegzugeben ,die ich liebe nur weil er nicht für Tiere ist. Wenn der Bruder Körperlich behindert wäre ,nett und lieb .freundlich , u.s.w. .. .
würde sich doch die Frage erübrigen Mit freude würde man ihn in die Familie aufnehmen,
 
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  • #22
@ FS,

ich persönlich habe auch einen geistig behinderten Bruder und werde nach dem Ableben meiner Eltern Verantwortung für ihn übernehmen.

Ich weiß, dass es für einen Menschen, der mit "soetwas" aufgewachsen ist, recht problematisch sein kann, mit der Situation klarzukommen.
Auf der anderen Seite ist es für einen Menschen, der mit "soetwas" aufwächst normal und selbstverständlich.

Ich würde von einem Partner nie verlangen, mit meinem Bruder zusammenleben zu müssen, denn das Konfliktpotential ist vorprogrammiert.
Ich würde aber auch meinen Bruder nicht ablegen, um es meinem Partner recht machen zu wollen.

Für mich ist klar - er wird später in eine betreute Wohngruppe müssen. Das kommt letzten Endes auch ihm zugute, aber ich werde immer für ihn da sein.

Dein Partner bzw. seine Eltern haben die Situation offensichtlich anders für ihn geplant.

Du schreibst, dass ihr mit mehreren Personen in ein Haus zieht.
Ich nehme mal an, dass das Haus dann groß ist.
Ich würde mir an deiner Stelle Rückzugsmöglichkeiten suchen.

Was das Zusammenleben mit einem geistig-behinderten anbelangt - jeder von ihnen ist anders.
Man kann schlecht von vorne herein sagen, wofür er ein Unrechtsempfinden hat und wofür nicht.
Was nicht geht, meint er sicher nicht böse.
Um besser mit ihm klarzukommen, sollte man sich wohl auch mit seiner Person auseinandersetzen, um eine Ebene zu finden, auf der man mit ihm kommunizieren kann und worüber und um zu wissen, wo die Grenzen des machbaren sind und um Situationen allgemein besser einschätzen zu können.


Wenn man da von jetzt auf Nachher reingeschmissen wird ... ich weiß nicht, ob das gut geht, aber wenn es gut gehen soll, würde ich mich demgegenüber sehr offen halten und mich prinzipiell darauf einlassen.
Das sollten aber auch deine Kinder so sehen.
Das jüngste Kind ist über 12 Jahre alt.
Es ist nicht leicht, so eine Situation zu erfassen und anzunehmen, aber man kann es schaffen.
Wenn es nicht funktioniert, muss aber eine andere Lösung her.


Ich wünsche euch viel Erfolg.

w/31
 
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  • #23
#11 @ #12 FS: Um nochmal auf Deine konkrete Entscheidungssituation einzugehen:

Innerhalb von 14 Tagen die anstehenden Konflikte aufzulösen, ist unmöglich. Eher braucht es 14 Monate. Von daher sehe ich es für Dich als unproblematischer an, Dir zunächst eine eigene Wohnung zu suchen. Wenn Eure Partnerschaft tragfähig genug ist, kannst Du immer noch in sein Elternhaus einziehen.

Wenn Du jetzt mit einziehst, stehen meinem Empfinden nach zu viele Veränderungen an, für alle Beteiligten.
Vor allem aber auch für Deinen Partner, der den Verlust seiner Mutter verarbeiten und sich seine neue Rolle gegenüber seinem Bruder erarbeiten muß. Hat er für sich geklärt, w i e er diese Rolle ausfüllen kann? Hinzu kommt, daß die Rolle der Mutter fehlt und quasi somit als "schwebender" Anspruch im Raum steht.
Ein riesiges Konfliktfeld insgesamt, welches erst im Laufe der Zeit sichtbar wird.
Ich möchte auch keine Probeme herbeireden, wo vielleicht keine sind. Nur, die Gefahr besteht.

Die 14 Tage kannst Du allerdings dazu nutzen, um die Entscheidung "einziehen oder nicht" für Dich selbst vorzubereiten und evtl. auch Deinen Partner mit einbeziehen. Wenn er Verständnis dafür aufbringt, daß Du diese Entscheidung bewußt triffst, dann ist eine Hürde schon genommen. So wie er bisher reagiert hat, wäre ich vorsichtig.

Professionelle psychologische Unterstützung soll nicht dazu dienen, wie Du die Gesamtsituation meistern kannst, sondern Anregungen und Hilfestellungen geben, wie Du bzw. Ihr es schaffen könnt.
m
 
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  • #24
Inwiefern verdirbt oder gefährdet ein Geistigbehinderter Kindern ihre Kindheit?
Du scheinst wirklich keine Ahnung zu haben bzw. dir ein Behindertenbild aus irgendwelchen Klischees zusammenzubasteln, anders kann ich mir dieses hirnlose Geschwafel nicht erklären...
ERST denken, DANN schreiben.

Der Beitrag auf den du dich beziehst, stammt zwar nicht vor mir, aber weil du dir einen derart ungerechtfertigten Ton erlaubst, muss ich dir antworten:
Du solltest zuerst LESEN und dann DENKEN lernen - dann hättest du nämlich d e i n "hirnloses Geschwafel" nicht losgelassen.
Die FS hat hier schließlich geschrieben, von dem geistig behinderten Bruder anzüglich angesprochen und berührt zu werden.
Das sind also keine Klischees sondern Tatsachen.
Da es fraglich ist, ob die FS körperlich in der Lage wäre, sich gegen den Bruder zu wehren, geschweige denn, ob die Kinder das könnten und laufend mit dieser Gefahr konfrontiert wären, ist es absolut realistisch zu befürchten, dass den Kindern die Kindheit dadurch verdorben wird.
 
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  • #25
Ein bisschen wundert mich mal wieder, dass grundlegende Dinge bei manchen Leuten offenbar erst besprochen und überlegt werden, wenn es schon zu spät ist! Dass die Eltern eines Tages nicht mehr leben werden und sie, bei einem 48jährigen Sohn, auch nicht mehr so jung sein dürften, dass man das Thema noch ganz weit nach hinten schieben könnte, das war doch schon länger klar!

Ihr seid seit 5 Jahren ein Paar, lebt auch schon seit über 3 Jahren zusammen.
Hast du denn über die "familiäre Lebensperspektive", insbesondere bzgl. des geistigbehinderten Bruders, bisher nie mit deinem Freund gesprochen? Wenn dein Partner eine so selbstverständliche und enge Bindung an seinen Bruder/seine Familie hat, war das doch wohl schon immer klar, dass er nach dem Tod der Mutter zum geistigbehinderten Bruder ins Haus der Eltern ziehen wird!
Du hättest dir doch schon viel eher überlegen können, ob du das alles überhaupt mitmachen kannst und willst!

Wenn du dich dafür entscheidest, es zu versuchen, finde ich den Vorschlag #11 sehr gut! Auch wenn du jetzt kaum noch Zeit vor dem Umzug hast, fange trotzdem an, die Familienkonstellation aufzudröseln! Gehe zur Familienaufstellung, die dauert nicht Wochen und Monate, kann für dich aber schon viel klären, bzw. es beginnt der notwendige Prozess, eine gute Lösung für dein Problem zu finden!

Auf der praktischen Ebene solltest du dir Rat beim sozialpsychiatrischen Dienst deiner Stadt suchen. Die sind für geistigbehinderte Menschen "zuständig" und können helfen, das Zusammenleben mit einem geistigbehinderten Menschen verträglicher zu gestalten. Du musst einfach wirklich lernen, ihm gegenüber Grenzen zu setzen. U.U. bekommt ihr für eine zeitlang eine Fachkraft, die in der Familie das Zusammenleben "trainiert", weil es ja auch wirklich nicht ganz einfach ist.

Ich verstehe deinen Freund ein wenig, wenn er sagt, DU musst versuchen, die Dinge mit dem übergriffigen Bruder selbst zu klären, andernfalls greift er ein. Wenn dein Freund es immer für dich macht, nimmt sein Bruder dich womöglich niemals ernst!
Aber all diese Dinge musst du natürlich mit deinem Freund detailliert besprechen, deine Ängste und Sorgen usw. Er sollte schon auch sehr entgegenkommend sein und dich sehr unterstützen, schließlich bringst du ein großes Opfer für ihn, wenn du SEINE Familienperspektive mitlebst, die ursprünglich nicht DEINE war!

w43
 
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