G

Gast

  • #1

Zeitpunkt verpasst?

Habe die Frage, ob es sein kann, dass man den "richtigen Zeitpunkt" in Sachen Beziehung bzw. Erotik verpasst. Ich (w50) kenne einen Mann (52) seit einigen Jahren, eher weil wir den selben Freundeskreis haben und uns auch sonst beim Stammtisch immer wieder sehen. Nun haben wir seit ca. 9 Monaten unsere Freundschaft sehr intensiviert. Er (seit 4 Jahren getrennt lebend, lässt sich wegen finanzieller Gründe nicht scheiden, dies sei nur am Rande erwähnt, Vater von 3 Kindern) sucht immer wieder meine "Nähe". Körperlich, außer Umarmung oder Schmatzer, läuft nichts. Ich lehne mich z. B. beim Fernsehschauen immer wieder mal an ihn. Einmal, da war er betrunken und die Hormone gingen wohl mit ihm durch, hat er mir einen Zungenkuss gegeben, was ihm am nächsten Tag furchtbar peinlich war. Auch das will ich jetzt ausblenden. Habe jedoch immer wieder bemerkt, dass es sehr zwischen uns knistert (auch seine Blicke etc.). Manchmal mehr, manchmal weniger. Ich weiß auch nicht, denke aber nein, ob er noch an seiner Ex hängt. Auf jeden Fall hat er sehr viel mit ihr zu tun wegen der Kinder (und wohl auch finanziell?). Er trifft sich auch weiterhin mit 3 Frauen, die er z. T. schon 30 Jahre (also vor seiner Ehe) kennt und die er seine Freundinnen nennt. An allen 3 war (eine vielleicht noch) er sehr interessiert, erzählt er mir auch immer wieder, bekam aber von ihnen ein Korb, sie pflegen jedoch super gute Freundschaft zu ihm und heulen ihm auch immer wieder wegen ihren Beziehungen vor. Nun merke ich, dass, im Laufe der Zeit, wir uns immer mehr wie ein altes Ehepaar verhalten. Wir kochen, essen zusammen, pflanzen die Pflanzen in seinem Garten ein, buhlen um die Zuneigung seiner Katze, telefonieren und sms-en. Er redet davon, was wir mal machen "wenn wir in Rente sind", "da gehen wir nach Florida". Wir helfen uns gegenseitig, egal welches Problem wir haben. Ich habe sogar das Gefühl, dass er ein bisschen eifersüchtig ist. Wir achten jedoch nicht darauf, wenn wir uns sehen, wie wir z. B. gekleidet sind, manchmal eben auch verschwitzt, nach der Gartenarbeit auf einen schnellen Kaffee (Er: Nimmst du mich,wie ich bin?). ABER - es knistert nicht mehr zwischen uns. Kann es sein, dass wir den "richtigen" Zeitpunkt für Erotik verpasst und uns irgendwie eingeschliffen haben? Geht so etwas? Wird man plötzlich "zum alten Ehepaar", man spürt Nähe, Wärme, Fürsorge des anderen, aber es "elektrisiert" nicht? Der Gedanke an ihn ist für mich sehr angenehm, z. T. auch erregend, aber, wenn wir uns sehen, sind wir wieder das "alte Ehepaar". Wo führt so eine "Beziehung" oder Freundschaft hin? Hat so etwas einen Sinn?
 
G

Gast

  • #2
Wenn es sich einmal auf einen bestimmten Umgang miteinander eingespielt hat, ist es sehr schwer, noch einmal komplett die Richtung zu wechseln, da hast Du vollkommen recht.

Wie hast Du reagiert, als Du merktest, daß ihm der Zungenkuß peinlich war? Hast Du ihn darin bestärkt, daß er (seiner Meinung nach) zu weit gegangen ist? Dann würde ich an Deiner Stelle nicht damit rechnen, daß er es noch einmal wagt ... die Initiative müßte dann schon von Dir ausgehen.

Was Euch fehlt ist ein Anlaß, die emotionale Sperre zu überwinden, außerhalb jeglicher Routine und in spielerisch-spontaner Weise, zum Beispiel völlig durchnäßt vor einem Gewitter Zuflucht suchend, so daß Du Dich frierend an ihn schmiegen und Dich von ihm wärmen lassen kannst.
 
G

Gast

  • #3
Es ist hier im Forum schon oft gesagt worden, du willst vermutlich genau das nicht hören:

Er ist verheiratet. Er ist nicht frei. Das ganze Gefasel von den finanziellen Gründen - darüber sind hier schon Enzyklopädien geschrieben worden.

Was zwischen euch ist, ist eine Freundschaft. Mehr nicht.
Und du kannst froh darüber sein ... siehe oben.
 
G

Gast

  • #4
Du hast nur eins wirklich verpaßt: ihn rechtzeitig darauf aufmerksam zu machen, dass 'mehr' nur drin ist, wenn er wirklich frei ist. Da er noch immer verheiratet ist, hast Du genaugenommen überhaupt nichts verpaßt.
 
G

Gast

  • #5
Liebe FS, das kenn ich auch so ähnlich. Ich treff mich seit einem guten halben Jahr mit einem Mann, den ich sehr mag und mit dem ich mir auch eine Beziehung vorstellen kann. Er hatte mich anfangs auch schon geküsst mit der Bitte, uns bzw. ihm Zeit zu geben. Wir haben beide halt schon unsere negativen Erfahrungen gemacht. Da ich selbst auch schon in einem anderen Fall um Zeit gebeten hatte und dies auch respektiert wurde, hatte ich mit dieser Bitte auch kein Problem. Das Problem ist jetzt aber, dass sich da nun eine gute Freundschaft eingeschlichen hat, aus der meiner Sicht nichts weiter entwickeln wird, da keine wirklich steigende Tendenz zu erkennen ist und er meine immer wieder mal "antastenden" Annäherungen nicht wirklich aufgreift. Und wenn man dann hört, dass man ja ne liebe nette ist mit einer "reinen Aura" (nein, er ist definitiv kein Esoteriker!), verlässlich und auch - wie die Ex-Freundin seines Freundes - mehr die Zurückhaltende ist (also keine Draufgängerin), dann merk ich einfach, dass der Zug abefahren ist. Ich weiß, dass ich ihm optisch gefalle und er sich in meiner Gegenwart sehr wohl fühlt und er plant mich schon mit Unternehmungen fürs nächste Jahr mit ein. Er sagt auch, dass er lange braucht, Vertrauen zu fassen - aber wir kennen uns nun schon ein Jahr und seit einem halben Jahr treffen wir uns regelmäßig und simsen uns fast täglichen? Ich fühl mich immer mehr wie ein asexuelles Wesen...

Liebe FS, ich nehms mir vor - ihn endlich darauf anzusprechen, was ich eigentlich für ihn bin. Heißt es nicht, wenn einer den anderen wirklich will, dann werden nach kurzer Zeit "Nägel mit Köpfe" gemacht? Ich hab aber auch Angst, eine evtl. doch beginnende Beziehung zu zerstören, weil ichs nun wissen will und einfach zu viel Gefühle für ihn in mir stecken, die raus wollen..

Mach nicht den gleichen Fehler wie ich, zu lange abzuwarten, abzuwägen und auf Zeichen zu warten. Wie lange ist "Zeit geben"? Sag ihm oder schreibe íhm (wenns einfacher ist für dich), was du für ihn fühlst und dass du Gewissheit brauchst, wie er zu dir steht. Außer, zu willst weiter eine reine Freundschaft führen und begnügst dich mit dem wie es ist.
 
G

Gast

  • #6
Liebe #4, hier ist nochmal die FS: ja, so geht es mir auch. Immer mehr fühle ich mich wie ein asexuelles Wesen und versuche in die kleinste Bewegung die er macht oder Regung oder Worte, die er von sich gibt, irgendein "Zeichen" zu entdecken. Aber, wie bei dir, sehe ich keinerlei aufsteigende Tendenz. Langsam, aber sicher, fange ich an daran zu leiden. Ich fühle mich unattraktiv und vielleicht nicht intellektuell genug (er ist Dr.). Aber so langsam denke ich auch, dass ich vielleicht nur ein Lückenfüller bin, bis eben der "Knaller" kommt. Ja, klar, ich bin die gute Freundin, die gute Seele, die sein Haus, seine Katze, seinen Garten, schlichtweg alles bemuttert, wenn er nicht da ist. Ich bin die Freundin, die mit ihm kocht oder essen geht, wenn er sich einsam fühlt, ich bin die Frau, die er anruft, auch noch nachts um 23.30 Uhr, wenn er nicht schlafen kann (zugegeben, ich tue das alles gerne, übrigens, nicht wie man meinen möchte, bedingungslos und bis zur Selbstaufgabe, ich habe da schon meine Grenzen). Aber ich freue mich halt, wenn ich von ihm höre und mit ihm zusammen sein kann. Ich will aber auch mal "zu Hause ankommen". Freundschaft ist eine tolle Sache, aber, und das ist hier im Forum ja schon oft geschrieben worden, sobald einer mehr für den anderen empfindet als ihm entgegengebracht wird, kann Freundschaft zwischen Mann und Frau nicht mehr existieren. Allerdings werde ich ihn, im Gegensatz zu dir, nicht ansprechen. Ich möchte unsere Freundschaft nicht zerstören, ich möchte nicht hören "du bist nur eine gute Freundin", das täte mir weh und ich denke auch, das würde meinem Selbstwertgefühl gar nicht gut tun - und zu guter letzt, hege ich, wahrscheinlich ganz heimlich, auch ohne es mir so genau eingestehen zu wollen, die Hoffnung, dass er doch einfach nur mehr Zeit braucht und sich vielleicht doch noch "mehr" entwickelt. Wahrscheinlich würde nur ein leiser Rückzug helfen ....
 
G

Gast

  • #7
Liebe #4, hier ist nochmal die FS: ja, so geht es mir auch. Immer mehr fühle ich mich wie ein asexuelles Wesen und versuche in die kleinste Bewegung die er macht oder Regung oder Worte, die er von sich gibt, irgendein "Zeichen" zu entdecken. Aber, wie bei dir, sehe ich keinerlei aufsteigende Tendenz. Langsam, aber sicher, fange ich an daran zu leiden. Ich fühle mich unattraktiv und vielleicht nicht intellektuell genug (er ist Dr.). Aber so langsam denke ich auch, dass ich vielleicht nur ein Lückenfüller bin, bis eben der "Knaller" kommt. Ja, klar, ich bin die gute Freundin, die gute Seele, die sein Haus, seine Katze, seinen Garten, schlichtweg alles bemuttert, wenn er nicht da ist. Ich bin die Freundin, die mit ihm kocht oder essen geht, wenn er sich einsam fühlt, ich bin die Frau, die er anruft, auch noch nachts um 23.30 Uhr, wenn er nicht schlafen kann (zugegeben, ich tue das alles gerne, übrigens, nicht wie man meinen möchte, bedingungslos und bis zur Selbstaufgabe, ich habe da schon meine Grenzen). Aber ich freue mich halt, wenn ich von ihm höre und mit ihm zusammen sein kann. Ich will aber auch mal "zu Hause ankommen". Freundschaft ist eine tolle Sache, aber, und das ist hier im Forum ja schon oft geschrieben worden, sobald einer mehr für den anderen empfindet als ihm entgegengebracht wird, kann Freundschaft zwischen Mann und Frau nicht mehr existieren. Allerdings werde ich ihn, im Gegensatz zu dir, nicht ansprechen. Ich möchte unsere Freundschaft nicht zerstören, ich möchte nicht hören "du bist nur eine gute Freundin", das täte mir weh und ich denke auch, das würde meinem Selbstwertgefühl gar nicht gut tun - und zu guter letzt, hege ich, wahrscheinlich ganz heimlich, auch ohne es mir so genau eingestehen zu wollen, die Hoffnung, dass er doch einfach nur mehr Zeit braucht und sich vielleicht doch noch "mehr" entwickelt. Wahrscheinlich würde nur ein leiser Rückzug helfen ....
Das wird nichts mehr. Tut mir leid. Aber ein Mann, der wirklich will, fängt nicht erst mit einer "Freundin" an. Meistens sind solche Frauen nur ein Lückenbüsser, bis die Richtige kommt und dann peng ist der Mann verdammt verknallt und lässt (von der Freundin, also du, schön aufgepeppelt) dich fallen und wendet sich dieser neuen Frau komplett zu.

Ich will keinen Freund, sondern ich will einen Mann. Gut, wenn ich erst einen Mann hätte und dann noch einen Freund gewinnen könnte, also 2 Männer hätte, das wäre i.=. Aber so.....

Investiere bitte nicht deine wertvolle Lebenszeit in einem Mann, wo du verliebt bist, aber er dich nicht will. Mit ihm wirst du nicht "zu Hause angekommen". Ich kenne dieses Gefühl sehr gut.

w 47
 
G

Gast

  • #8
Dies ist interessant. Ich habe jedoch schon oft gehört, dass sich aus Freundschaften, sogar jahrelangen, "mehr" entwickeln kann.