• #1

Wut auf Exfreund

Hallo an alle,
das hier ist mein erster Thread.
Ich habe mich vor gut einem Jahr von meinem Exfreund getrennt. Wir waren 10 Jahre lang ein Paar.
Ich habe die Beziehung bis heute nicht losgelassen und schaffe es nicht, nach vorne zu blicken.
Die Beziehung war schon lange sehr unglücklich und es ist wirklich sehr viel vorgefallen (die Einzelheiten möchte ich nicht sagen).
Ich habe bis heute eine richtige Wut (& leider auch einen Hass) auf meinen Exfreund.
Ich bin deswegen mittlerweile auch in Therapie. Meine Therapeutin hat mir geraten, jeden Tag Dinge zu machen, die mich glücklich machen & ich versuche das auch ernsthaft. Ich mache auch sehr viel mit meinen Mädels, da versuche ich dann immer eine "gute" Zeit zu haben, was mich im Endeffekt zwar auch glücklich macht, aber auch sehr anstrengend ist, weil ich gleichzeitig eine Fassade aufrecht erhalten muss.
Ich möchte meine ganzen negativen Gefühle auch nicht so sehr an meinen Freundinnen rauslassen, die haben auch alle ihre eigenen Probleme und insgesamt hat die Trennung jetzt auch zweieinhalb Jahre gedauert, das ist einfach zu lang.
Jetzt meine Frage: hat jemand von euch so etwas schon erlebt und hat irgendwas geholfen?
Tagebuchschreiben habe ich schon probiert.
Hab auch schon probiert, meine negativen Gefühle mit Gute-Laune-Musik / lustigen Filmen etc. wegzuzaubern, hat alles nichts gebracht.
 
  • #2
Also ich kenne das ähnlich, aber nicht genauso. Ich hatte mal eine Trennung, wo ich erst sehr sehr wütend auf diesen Ex war, aber diese Wut hatte sich dann sehr schnell zur Wut auf mich selbst umgewandelt. Also Wut darüber, dass ich so reingefallen bin, dass ich so naiv und ungeschickt war, nicht zu erkennen, dass wir einfach nicht zusammengepasst haben, dass ich nicht schon lange selbst Schluss gemacht habe (er hatte mich sehr plötzlich verlassen), dass ich lange Zeit für ihn und seine Probleme die Krankenschwester gespielt habe, dass ich mir dieses Verhalten so lange hab bieten lassen (es waren aber nicht annähernd 10 Jahre, sondern viel kürzer).
Irgendwann konnte ich mir selbst verzeihen, dass ging nach ein paar Monaten schlimmen und quälenden Nachdenkens von ganz alleine, ich wachte dann eines Tages auf, und konnte loslassen. Bis dahin habe ich sehr schlimm gelitten, hatte schlaflose Nächte, habe mich gezwungen, jeden Tag einen Spaziergang zu machen, der mir aus irgendeinem Grund sehr geholfen hat. Ich habe mich auch in Therapie begeben danach, weil ich Angst hatte, in ein tiefes, depressives Loch zu fallen. Ich hatte mich dann sehr auf den Job konzentriert vorerst, und versucht, mir neue Lebensziele zu stecken. Und ich hatte sehr gute Freunde, die mich aufgefangen haben.

Insofern machst du - denke ich - erstmal alles richtig. Es dauert halt wirklich seine Zeit. Diese Zeit ist schrecklich. Bewältigungsstrategien sind sicherlich auch sehr individuell, was mir half, muss dir nicht helfen. Aber, das was du im Moment so machst und verfolgst, behalte das bei. Ich hab irgendwann wieder angefangen zu daten. Heute bin ich verheiratet. Aber ich kann mich noch ganz genau an dieses hässliche, widerwärtige Gefühl erinnern, ganz alleine auf der Welt zu sein, und an nichts Spaß haben zu können. Tur mir sehr leid für dich, es ist wirklich grausame Seelenpein, aber frag dich doch mal, ob es wirklich die Wut auf ihn ist, oder eher die Wutbauf dich selbst. Vielleicht gewinnst du so einen neuen Zugang zu dir selber, und kannst deinen eigenen Anteil erkennen. Und sei es nur der, dich nicht früh genug selbst getrennt zu haben, um dich vor genau dem zu schützen, was du jetzt durchmachst.
 
  • #3
In der Form erlebt habe ich das nicht mit Expartnern. Aber vielleicht hilft Dir trotzdem der Beitrag.

Wenn ich sauer war auf meinen Ex nach der Beziehung, dann kam unterm Strich immer erstmal raus "er hat dies und das gemacht und ich bin das Opfer davon". Also unter Druck setzen z.B..
Irgendwann wurde mir klar, dass ich es aus Eigeninteresse mit mir machen ließ, da ich die Beziehung natürlich nicht verlieren wollte. Also weg vom Opfersein zu "ich habe es damals so entschieden, weil es mir das Bessere von beiden Übeln erschien".
Dadurch hatte ich Handlungs- und Entscheidungshoheit wieder und war nicht mehr so wütend, dass ich doch alles so gemacht hätte, wie er wollte, aber nun trotzdem nicht glücklich war.
Die Beziehung war zu Ende, die Zeit war weg, wer weiß, was für Chancen mir entgangen sind, weil ich mich ihm angepasst hatte, statt meinen eigenen Weg zu gehen (ging um Berufsentscheidungen). Aber ich habe es FÜR MICH getan, nicht für ihn.

Blöd gelaufen, aber dadurch musste ich auf mich selbst eigentlich sauer sein. Und da man immer nur so klug in seinen Entscheidungen ist, wie man eben ist, war es eben SO gelaufen und nicht anders, und das musste ich mir irgendwie verzeihen.

Also vielleicht hilft es Dir zu sehen, dass Du nicht für Deinen Ex irgendwas tatest, sondern für Dich, weil Du ihn nicht verlieren wolltest.

Du schreibst ja nun nicht, was Dein Thema ist, weshalb Du sauer bist. Vielleicht hat er Dich vera...t. Vielleicht betrogen, Geld unterschlagen.
Sowas ist dann wirklich kein eigenes Ding, wo man gleichzeitig für und gegen sich selbst arbeitete, sondern Lernen fürs Leben durch Leid und Verlust.
Ungerechtigkeiten "vom Leben" zu ertragen, ist schwer. Ich finde es ok, jemanden zu hassen, der einem absichtlich Unrecht tat. Aber es bleibt am Ende nur, demjenigen nicht noch mehr Raum im eigenen Leben einzuräumen, indem man seine Energie auf ihn verschwendet. Ist auch öde, immer wieder diese Person in den Gedanken zu haben und sich mies zu fühlen.
Von daher könntest Du das auch nehmen als Anlass, den Ex aktiv aus Deinen Gefühlen und Gedanken zu verbannen. Du schenkst ihm ja damit Zeit und Kraft, die er gar nicht verdient. Und er muss es mit sich selbst aushalten. Also einer, der Dich hinterging, ist ja nun nicht gerade ein integrer Mensch. Vielleicht fühlt er sich mit sich selbst wohl, ich würde es nicht.
 
  • #4
Verzeihe dir selbst- DAS ist der Knackpunkt!
 
A

*a_n_s_i_n*

Gast
  • #5
Hallo @Flowergirl80 ,

kann ich mir gut vorstellen, dass das ganze Gute Laune-Tralala nicht bei der Aufarbeitung Deiner vormaligen, destruktiven Beziehung taugt. Wie auch? Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Den Rat Deiner Therapeutin finde ich seltsam, wenn sie ihn in Bezug auf die Verarbeitung der ehemaligen Beziehung gegeben hat...

Der Dreck und der Eiter müssen aus der Wunder raus! Da hilft es nicht, rosa Einhorn-Pflaster mit Glitter draufzukleben!

Wir wär's damit, so ne Art "Ich schei* auf dich, du dummer Wich*ser!"-Ritual abzuhalten, um Deine Wut rauszulassen, zu schreien, zu toben, was kaputt zu treten und einen Brief, den Du ihm schreibst, aber nicht abschickst, zu verbrennen oder so?
 
  • #6
Den Rat Deiner Therapeutin finde ich seltsam, wenn sie ihn in Bezug auf die Verarbeitung der ehemaligen Beziehung gegeben hat...
Find ich auch. Ich hab nach meiner ersten schlimmen Trennung drüber reden müssen, nicht das übertünchen. Ich hatte gute Freunde, die sich das häufiger angehört haben, aber das hab ich auch für sie gemacht, wenn was war.
Ansonsten find ich das folgende ebenfalls hilfreich:
Also weg vom Opfersein zu "ich habe es damals so entschieden, weil es mir das Bessere von beiden Übeln erschien".
Dadurch hatte ich Handlungs- und Entscheidungshoheit wieder und war nicht mehr so wütend, dass ich doch alles so gemacht hätte, wie er wollte, aber nun trotzdem nicht glücklich war.
Es geht vorbei! Es dauert einfach, zehn Jahre sind eine extrem lange Zeit. Das geht nicht von heut auf morgen, grad bei tiefen Verletzungen.
w, 37
 
  • #7
Ich habe die Beziehung bis heute nicht losgelassen und schaffe es nicht, nach vorne zu blicken.
Mir fällt auf, Du begibst Dich in eine Opferrolle. Du hast erst aktiv an der Beziehung festgehalten, dann Dich aktiv getrennt. Beides war Deine Entscheidung.
Ich habe bis heute eine richtige Wut (& leider auch einen Hass) auf meinen Exfreund.
Damit könntest Du auch einfach wütend auf Dich selbst sein und irgendwann an den Punkt kommen, an dem Du Dir verzeihst, dass Du eben auch Fehler machst. Bist Du sehr perfektionistisch?
Meine Therapeutin hat mir geraten, jeden Tag Dinge zu machen, die mich glücklich machen & ich versuche das auch ernsthaft.
Das kann bedeuten, Di findest wieder Freude am Leben. Es kann auch bedeuten, Du überspielst Deine Wut, statt Dich ihr zu stellen.
...aber auch sehr anstrengend ist, weil ich gleichzeitig eine Fassade aufrecht erhalten muss.
Warum musst Du eine Fassade aufrechterhalten? Ich finde das sehr anstrengend.
Ich möchte meine ganzen negativen Gefühle auch nicht so sehr an meinen Freundinnen rauslassen,
Bei meiner Trennung habe ich mich eine Weile richtig „ausgekotzt“. Tat gut und Freunde tun das bei mir genauso, denn
Irgendwann war’s dann auch wieder gut.
Hab auch schon probiert, meine negativen Gefühle mit Gute-Laune-Musik / lustigen Filmen etc. wegzuzaubern, hat alles nichts gebracht.
Gefühle komplett unterdrücken, macht krank.
 
  • #8
& ich versuche das auch ernsthaft. Ich mache auch sehr viel mit meinen Mädels, da versuche ich dann immer eine "gute" Zeit zu haben, was mich im Endeffekt zwar auch glücklich macht, aber auch sehr anstrengend ist, weil ich gleichzeitig eine Fassade aufrecht erhalten muss.
Das ist lediglich eine Ablenkung von der Sache, hilft nur kurzfristig aber nicht langfristig, weil du eben wieder eine neue und fremde Fassade lebst, statt diese zu behandeln!
Ich möchte meine ganzen negativen Gefühle auch nicht so sehr an meinen Freundinnen rauslassen, die haben auch alle ihre eigenen Probleme und insgesamt hat die Trennung jetzt auch zweieinhalb Jahre gedauert, das ist einfach zu lang.
Ob 2 Jahre zu lang sind oder auch nicht, entscheiden deine Gefühle! Für deine Gefühle ist diese Zeit nicht zu lang, da du so an deinen Gefühlen nicht arbeitest!
Jetzt meine Frage: hat jemand von euch so etwas schon erlebt und hat irgendwas geholfen?
Tagebuchschreiben habe ich schon probiert.
Hab auch schon probiert, meine negativen Gefühle mit Gute-Laune-Musik / lustigen Filmen etc. wegzuzaubern, hat alles nichts gebracht.
Du bist nicht die einzige, die sowas erlebt hat, Millionen Menschen haben das erlebt, immer wieder, so einfach kann man das nicht wegzaubern, da ist harte Persönlichkeitsarbeit gefragt!
Du hast viel zu lange alles hingenommen, was viele Frauen fälschlicherweise tun, du hast zu lange mit einseitigen Kompromissen gelebt, das geht niemals gut, das geht immer schief, beschäftige dich mit den Selbstwerten, beginne mit Selbstliebe, Selbstwert, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Selbstschutz usw. und lerne, wie man aufrichtig und authentisch zu sich selber wird!
Alles Gute für dich und viele Grüße IM
 
  • #9
Damit könntest Du auch einfach wütend auf Dich selbst sein und irgendwann an den Punkt kommen, an dem Du Dir verzeihst, dass Du eben auch Fehler machst
Das liest sich zwar erstmal hart aber es ist definitiv ein sehr guter Ansatz.

Erstmal ist ein Jahr nicht viel, nach einer Beziehung von 10 Jahren.
Und wenn man die Phase von Liebeskummer googelt, ist die Phase der Wut auch wichtig.
Das völlig zu bekämpfen also nicht mal gesund.

Ich habe innerlich sehr lange gelitten unter einer Trennung, die vollzogen habe.
Danach ...letztendlich durch das Forum hier, habe ich von toxischen Beziehungen gehört.
Es ist vielleicht auch blöd, wenn man wie ein Hypochonder liest...aber es hat fast alles gepasst.
Ich möchte Dir keine Fachausdrücke an den Kopf werfen aber zb es wurden Dinge angesprochen und geplant und auf einmal: hat er das nie gesagt...das bilde ich mir nur ein.

Zu lesen, da nicht alleine mit zu stehen und letztendlich vorallem: nicht zu spinnen und Halluzinationen zu haben, hat mir echt gut getan.
Aber damit war natürlich auch nur er Schuld...
Gut war deshalb der nächste Schritt..nämlich zu lesen, dass man nicht nur zufällig Opfer geworden ist, sondern auch ich dafür eine Basis geboten habe.
Und ich hab mich unsicher totgearbeitet, wie Sisyphos anstelle zu sagen: Du bist mir zu blöd
Eindeutig mein Anteil!

So hat @Lebens_Lust völlig recht, Dein Anteil ist vorhanden
Und ich rede extra nicht von Schuld...das kippt dann nur in die falsche Richtung.

Es geht nur um die Schritte die man gehen muss um so etwas zu verarbeiten.
Und die sind nach einem Jahr eben noch nicht alle gegangen!

Wichtig ist zu versuchen, die zweite Festplatte im Hinterkopf mal runter zu fahren.
Manche Menschen haben Glück, sie konzentrieren sich auf eine Sache und denken dann nicht parallel.
Ich gehöre nicht dazu

Mir hilft ein kleiner Trick in solchen Momenten: ich lese bewusst Buchstaben.
Unser Kopf setzt nämlich automatisch Buchstaben zu einem Sinn zusammen.
Beispiel Goet...Goethe
Ich lese dann bewusst G O E T H E
Oder auf Nummernschildern
Nicht sofort den Ort bei KR denken, sondern K R MM und soweiter.

Dadurch muss ich mich konzentrieren und die hintere Festplatte ruht.

Geht auch mit ner Soeisekarte und dann denken: meine Freundin hat die Haare schön...sie lächelt freudig

Und damit kommt nicht mehr automatisch: wie wäre er jetzt zb.
 
  • #10
Liebes Flowergirl80, lass Dich mal drücken.

Ich kann Dir auch nur wie Elfe1 sagen... Verzeih Dir selbst...!!

Meine Trennung von meinem (Ex-) Mann war auch schmerzhaft und hat sich viel zu lange hingezogen. Ich habe Ihn zeitweise auch verteufeln können und mich dazu, das ich das zu lange zugelassen habe.

Mir hat es geholfen IHM und MIR zu verzeihen *Punkt*.
Habe zu mir gesagt... Schluss jetzt mit den negativen Gedanken an vergangen Zeiten... ich bin frei und ich liebe mich und das Leben.

Lebe im hier und jetzt... die Vergangenheit ist Vergangenheit!

W/53
 
  • #11
Ich kann Dir auch nur wie Elfe1 sagen... Verzeih Dir selbst...!!
Dem schließe ich mich an. Verzeih dir selbst und vergib auch ihm.

Ändere deine Sichtweise: egal was vorgefallen ist, was er dir angetan hat: er hat es getan, weil er schwach ist.

Selbst Betrug ist letztlich nur Ausdruck schwachen Rückgrades.

Vergib ihm. Und dir, dass du es nicht gernerkt hast, früher ändern konntest oder was auch immer.
Verurteile dich nicht, sondern betrachte dich mit den gütigen Augen einer lieben, wohlwollenden Freundin. Dann kannst du auch loslassen.
 
  • #12
Ich finde nun nicht, dass 1 Jahr Nachbearbeitung nach 10 Jahren und in weiten Teilen unerfreulicher Beziehung zu lange ist.
Komische Therapeutin hast Du, die darauf nicht kommt und ihren 08/15-Verhaltenstherapiestriemel so durchzieht.

Jetzt meine Frage: hat jemand von euch so etwas schon erlebt und hat irgendwas geholfen?
Insgesamt den Blick von ihm wegnehmen und auch Dich gucken:
- Zu sich selber stehen und sich verzeihen, dass man Unzumutbares so lange mitgemacht hat.
- Gucken warum hast Du das mit Dir machen lassen, warum bist Du nicht eher gegangen. Das muss ja irgendwoher kommen
- Warum hast Du Dir einen Partner gesucht, der Dir offensichtlich nicht guttut, also Begründung der Partnerwahl. Meistens sind das bekannte Muster, z.B. destruktive Paarbeziehung bei den Eltern, selbstwertschwächendes Erziehungsverhalten der Eltern usw., manchmal auch bei sich selbst eine Suchtthematik bzw. deren Nachwirkungen.

Alles als Selbstbetrachtung machen und in Teilen schriftlich. Bloss nicht mehr die Freundinnen damit zuquatschen. Die sind im Zweifelsfall mit Dir solidarisch und bestätigen Dich in der ewig gleichen Leier, dass er ein mieser Typ ist.
Das kann durchaus sein, ändert aber nichts und wenn ihr an der Problematik nun 2,5 Jahre rumgetextet habt, dann kommt auch nichts Neues mehr bei raus.
Also kannst Du es lassen, statt das ewig Gleiche zum 999. Mal aufzuwärmen. Das macht es nicht besser, ändert rein garnichts und verfestigt obendrein Deine Wut, ist also garnicht hilfreich.

Ein komplett neuer Denkansatz muss her und wahrscheinlich auch eine neue Therapeutin, wenn die darauf noch nicht gekommen ist.

Nach gemeinsamen 10 Jahren solltest Du ihn und auch seine persönliche Geschichte kennen, darum genau wissen, warum er ist wie er ist und nicht anders.
Wenn Du es Dir absolut nicht erklären kannst, dann hast Du einen weiteren Grund warum ihr gescheitert seid und es ist gut, dass es zuende ist, wenn man sich nach 10 Jahren nooch so fern ist.

Weg von der Schuldzuweisung, hin zum Verstehen. Dann wirst Du Deinen Frieden damit machen können.
 
  • #13
Es ist immer schwer, wenn du nicht im Detail sagt, was vorgefallen ist. Es gibt begründete Wut und es gibt Wut, die ist sinnlos. Es ist nicht unwichtig, was dich so sehr belastet, um Triggerpunkte zu finden.

Deine Therapeutin hat recht. Machst du denn auch wirklich zuverlässig jedne Tag etwas, das dich glücklich macht?

Mache jeden Tag etwas glückliches, um Glückshormone auszuschütten, denn das führt über kurz oder lang dazu, dass man rundum glücklicher wird und die schlechten Sachen in den Hindergrund rücken.

Etwas mit deinen Mädels zu machen, halte ich auch nicht für glücklich. Zumal du mit ihnen überhaupt nicht reden kannst, wie du sagst. Es strengt dich an, du musst dich draußen treffen und womöglich ist dann noch Alkohol im Spiel. Lerne doch mal das Glück in neuen produktiven Arbeiten zu suchen. Musik und Filme sind nichts produktives, es betäubt dich lediglich und lenkt dich kurzzeitig ab.
 
  • #14
Vielen Dank für die zahlreichen Antworten!
Es ist auch tatsächlich an allem etwas Wahres dran.
Ich habe mich wirklich während des letzten Jahres in die Opferrolle begeben, daran werde ich jetzt etwas ändern. Mir ist schon bewusst, weshalb mein Exfreund so geworden ist, wie er nunmal ist. So gut kannten wir uns schon, daran ist die Beziehung nicht gescheitert.
Mein Exfreund hatte große Traumata aus der Kindheit / Jugend, über die er nie hinweggekommen ist. Er kam auch aus einem sehr narzisstisch geprägten familiären Umfeld.
In Bezug auf meine Freundinnen: Je schlechter meine Beziehung lief, desto mehr habe ich mich sozial zurückgezogen. Ich hatte zusätzlich noch eine sehr anstrengende Berufsausbildung. Der fehlende soziale Rückhalt war dann letztendlich auch der Grund, weshalb ich aus Ängsten heraus die Beziehung nicht vorher beendet habe (hatte Angst, hinterher ganz alleine dazustehen, habe zu einem Großteil meiner Familie auch keinen Kontakt mehr). Hab mich dann in der Zeit vor und nach der Trennung aber sehr um die Wiederherstellung der Freundschaften bemüht & wurde dann auch wieder integriert.
So ganz war der Kontakt aber zum Glück auch nie abgebrochen. Das mit dem Sich-selber-Verzeihen ist so ein Punkt, den mir meine Therapeutin auch schon ans Herz gelegt hat.
Ich versuche das schon, bin aber leider noch nicht ganz an diesem Punkt angelangt.
Ich habe mich für den Erhalt der Beziehung teilweise wirklich komplett selbst aufgegeben & beruflich / privat sehr zurückgesteckt.
Bin leider über die Jahre auch in eine extreme emotionale Abhängigkeit gerutscht, aus der ich lange Zeit aus eigener Kraft & fehlendem Mut nicht von alleine wieder herausgekommen bin.
Ich bin mit 16 aus einem Mangel heraus mit meinem Exfreund zusammengekommen (zu Hause lief es nicht so toll) und habe mich dann in die Beziehung und Schule / Studium „geflüchtet“.
 
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