• #1

Wunsch nach guten Nachrichten - eure schönste Beziehungs-/Kennenlerngeschichte?

Ihr Lieben,
seit meiner Trennung vor anderthalb Jahren lese ich hier wieder öfter mit und beteilige mich an den Diskussionen. Naturgemäß(?) überwiegen hier Fragen von Menschen, die kurz davor oder mittendrin sind oder waren, zu merken, dass ein Kontakt ihnen nicht guttut, sich trennen, mit toxischen Partnern konfrontiert sind, das Kennenlernen nicht klappt, glauben, dass DIE Männer/Frauen doch alle doof sind usw.

Mir würden ein paar gute Nachrichten guttun, gerade jetzt in dieser verrückten Zeit. Und vielleicht geht es euch ja auch so. Vielleicht seid ihr seit kurzem glücklich verpartnert, vielleicht länger, vielleicht habt ihr einen Freund/eine Freundin, mit der ihr durch dick und dünn geht und das stärkt euch fürs Leben. Erzählt von den Beziehungen in eurem Leben, die euch stärken, die euch durchhalten lassen, die euch guttun.

Ich bin fest davon überzeugt: Wenn wir uns klarer machen, was gut für uns ist, fällt es uns leichter, schneller die Kontakte zu erkennen, die nicht gut für uns sind.

Vielleicht ein Thread zum Immer-mal-Nachlesen, wenn wir's brauchen :)
 
  • #2
Ich bin in einer sehr glücklichen Beziehung :) Seit fast genau 5 Jahren. Aber mir ist natürlich auch immer bewusst, dass sich das ändern kann, dass man einerseits dran arbeiten muss dauerhaft, und es trotzdem auch immer sein kann, dass es auseinandergeht. Ich versuche also, den Moment zu genießen ohne mir zu viel Sorgen um die Zukunft zu machen (das ist generell ein Problem, was ich habe) und dankbar für alles zu sein, was gerade toll läuft.
Ich hab das Gefühl, auch durch die zwei Beziehungen vorher und auch durch die Trennungen habe ich immer was dazugelernt, mich weiterentwickelt und mich und meine Wünsche und Probleme besser kennengelernt. Also, das klingt immer so oberlehrerhaft, aber für mich ist das wirklich so gewesen. Ich bereue daher auch nix, keine toxische Beziehung. Es war, wie es war und ich wär reifemäßig nicht da, wo ich jetzt bin, wenn das nicht gewesen wäre. Und aus Trennungen lernt man ja immer, dass es aber auch ohne Partner geht.
Meine Beziehung jetzt ist wirklich für mich perfekt, ich kann da nichts anderes sagen. Wir verstehen uns von Anfang an gut, haben unsere Kommunikation bei Streitereien auch aufeinander eingestellt mit der Zeit. Ich denke, es ist die erste Beziehung, wo ich sowohl charakterlich als auch von den Lebenszielen wirklich zu dem anderen passe, und selbst unsere Fehler sind Fehler, mit denen der andere gut umgehen kann. Wir hatten schon Krisen oder schwierige Zeiten, aber das hat uns immer eher zusammengeschweißt, was bei Beziehungen vorher nicht so war.
Die andere Beziehung, die mir in meinem Leben natürlich auch immer viel Kraft gegeben hat, war die zu meinen Eltern, speziell zu meinem Vater. Das war so eine Konstante. Wenn was war, wusste ich, ich kann mich auf sie verlassen, ich kann einfach "nach Hause" fahren. Diese Beziehung verschiebt sich jetzt natürlich dahin, dass ich die bin, die für sie da ist (sie sind Mitte, Ende 70); ich übernehme Verantwortung, telefoniere mit Ärzten, passe auf sie auf, mache mir die Sorgen, die sie sich früher gemacht haben. Das ist aber auch das Leben und völlig in Ordnung und ich mache das gern. Das einzige, was ich vermisse, sind ehrlich Geschwister, weil ich mir immer so eine enge Bindung zu einem Bruder oder einer Schwester gewünscht habe. Das stelle ich mir toll vor (ist natürlich auch nicht soo häufig).
Ich hoffe, das war eine zur Frage passende Antwort :D
w, 36
 
  • #3
Ich kann auch mit einer schönen Story dienen ;-) 7,5 Jahre Beziehung. Der Anfang war recht holprig, aber das Durchhalten hat sich ausgezahlt. Ich habe meinen Mann beim Onlinedating kennengelernt und wusste sofort um das Potential. Wir haben ähnliche Wertvorstellungen, unsere Lebensziele abgestimmt und achten aufeinander. Die Beziehung ist immer schöner, passender geworden, mit der Zeit. Wenn man mich vor 10 Jahren gefragt hätte, hätte ich mir nicht träumen lassen, einmal von mir sagen zu können, glücklich in einer Partnerschaft zu sein. Und manchmal bin ich heute noch verwundert. Vielleicht interessiert das noch: bevor ich meinen Mann kennengelernt habe, hatte ich ca 70 Dates mit verschiedenen Männern in einem Zeitraum von ca 2 Jahren . Es waren durchwegs nette Menschen, ich hatte nur neutrale bis positive oder auch lustige Erfahrungen. Aber bis es wirklich gepasst hat, musste ich mich gedulden ;-)
 
  • #4
Liebe Hauselfe,

eine der wichtigsten Beziehungen, die ich am aufbauen und führen bin, ist zu mir selbst, denn irgendwann habe ich mich selbst verloren und damit fast selbsterklärend viele andere sowie sie mich.
Am besten gelingt mir dies, wenn ich eines meiner Lieblingshobbies fröne, Wasserwandern.
Gerade bin ich von einer Tour auf der Havel zurück, mit der ganzen Bandbreite der Eindrücke und Gefühle, Gewissheit und Unsicherheit, ganz nah mit mir und vielem und gefühlt verlassen allein auf mich gestellt.
Sobald ich die Paddel in der Hand habe, sie ins Wasser steche, kraftvoll durchziehe, unterm Kiel das Wasser rauscht, Wellen mich begleiten, Wind und Sonne auf meinen Haut spielen, das Auge die unendliche Weite und die Schönheit des Seins mich erfasst, beginnt ein Rausch, der erahnen lässt wie es war, ist und bleiben soll.
Gleichzeitig klopfen die alten Geister, die ich nie rief, mir auf die Schulter und wabern durch Herz und Hirn.
Diese intensivste Zeit des Fühlens und Denkens führt mich an den Rand des Erträglichen und Meilenschritte zurück voran zu mir. Erkenntnisreich, tröstlich und hoffnungsvoll. Dann ist es gut und schön.

M51

Ach ja, je besser ich mit mir bin um so besser gelingen mir auch wieder Beziehungen. Wenn ich sie denn möchte, was eher selten und oft nicht so ist. Wenn doch, mit (Herzens)Menschen, die sehr gut (aus)gewählt sind.
 
  • #5
Die guten und schönsten Berichte interessieren hier kaum jemand. Ein Forum lebt ja vom Negativen und nicht vom Positiven.
Nein, ich glaube, dafür gibt es eine ganz andere Ursache!

Nehmen wir mal an, die weit überwiegende Nutzung von Singlebörsen würde sich auf die "Erstfindung" von Paaren im Teenager und 2x Alter beziehen. Dann wären nahezu 100% der Bevölkerung beteiligt, denn in dem Alter ist noch alles variabel und nahezu jeder ist auch nochmal wieder Single, bevor er solide fündig wird. Darunter sind dann zwangsläufig auch die jenigen, die irgendwann goldene Hochzeit feiern und gemeinsam in's Seniorenheim einziehen! Dieser Anteil der Bevölkerung ist viel größer, als meistens dargestellt!

Hier sind Erfolgsgeschichten gar kein Problem!

Oder Singlebörsen würden fast nur von verwitweten Senioren genutzt werden, die ihre silberne, oder Goldene Hochzeit schon einmal gefeiert hatten und nun, mit einem zweiten Partner, den Lebensabend genießen wollen. Dass sie einen soliden Bindungsstil haben, haben sie ja bereits bewiesen.

Auch hier werden Erfolgsgeschichten gar nicht so selten sein!

In der Realität sind Singlebörsen (und zugehörige Foren) aber okkupiert von Menschen,, die im 3x, 4x und 5x Alter Single sind! Das sind nur ca. 18% der Bevölkerung und sie sind natürlich eine ganz bestimmte Auswahl! Entgegen vieler Behauptungen speisen sich diese 18% auch NICHT aus den restlichen 82% der Bevölkerung, denn dort sind riiiisige Teile dauerhaft verbandelt (z.B. die, die bis zur goldenen Hochzeit kommen) Es sind höchstens weitere 18% der (immer nur temporär) verbandelten Bevölkerung, die sich mit dem Singlemakrt austauschen.

Also ist nur ca. gut ein Drittel der Bevölkerung im 3x, 4x, oder 5x Alter zwischen Singlestatus und kurzen und mittellangen Beziehungen unterwegs und bevölkert die Singlebörsen und Foren.

Dass innerhalb dieser Kohorte Erfolgsgeschichten seltener sind, liegt einfach in der Natur der Sache!

V.m50
 
  • #6
Ich glaube, ich habe etwas Positives für dich. Auch wenn es immer Leute gibt, die komisch gucken, weil man seinen ersten richtigen Freund geheiratet hat. Wir kennen uns aus der Schule und sind jetzt seit fast 15 Jahren zusammen, einige Jahre verheiratet und noch immer sehr glücklich.
Wir haben 2 tolle Kinder und gute Jobs.

Manchmal, in ruhigen Momenten werde ich demütig, weil ich denke, dass ich großes Glück habe und hoffe, dass es so bleibt. Natürlich ist mir bewusst, dass alles auch nach Jahrzehnten plötzlich vorbei sein kann. Wir sagen einander immer ohne Umschweife, was nervt oder besser laufen könnte. So können keine unerkannten Konflikte schwelen und alles ist meist schnell aus der Welt geschafft.

Sowohl meine Eltern als auch Schwiegereltern sind weit über 30 Jahre verheiratet und wie es scheint noch immer glücklich miteinander. Weder das eine noch das andere Elternpaar hat sich je in unsere Beziehung, die Erziehung der Kinder o.ä. eingemischt.
Über Geld haben wir noch nie gestritten und immer alles geteilt. Erst als arme Schüler, dann als arme Studenten mit Mini-Wohnung, später ein Einkommen, als ich in Elternzeit ging bis heute, da wir finanziell sorglos leben können. Ich glaube, das ist ein Punkt, in dem oft Streit aufkommt.

Alles Liebe dir
W, 31
 
  • #7
Wir haben ähnliche Wertvorstellungen, unsere Lebensziele abgestimmt und achten aufeinander. Die Beziehung ist immer schöner, passender geworden, mit der Zeit.
Das klingt richtig toll, liebe @Buggles. Freut mich so richtig!

Vielleicht interessiert das noch: bevor ich meinen Mann kennengelernt habe, hatte ich ca. 70 Dates mit verschiedenen Männern in einem Zeitraum von ca 2 Jahren .
Kannst du sagen, mit welcher Haltung du auch noch das 30. und erst recht das 70. Date angegangen bist? So manch eine*r verliert ja die Geduld und die Zuversicht auf dem Weg.

Lieben Gruß
Hauself
 
  • #8
Was nützt es mir zu hören, wie toll Beziehungen von anderen sind?
Ich finde es interessant, weil es Mut macht und man daraus ja evtl. etwas lernen kann, etwa wenn du liest, was @Buggles schreibt.

ehrlich gesagt finde ich das Thema komplett uninteressant.
Das darfst du auch. Ich finde hier auch nicht jedes Thema interessant - dann schreibe ich dazu halt nichts.

Mein Eindruck ist: Es gibt ja Foren, da machen sich die Forist*innen gegenseitig Mut, da geht man nach dem Lesen zuversichtlich und gestärkt raus. Das ist hier eher nicht der Fall, es ist ein Problemforum - mein Post ist einfach der Versuch eines punktuellen Gegengewichts. Mir selbst tut es gut, die (meisten) Antworten hier zu lesen.

das ist zu viel Mühe, Arbeit und Zeit und ich glaube nicht, dass es einen Mann gibt, der die Mühe wert ist. es gibt nur gelegentlich Männer, mit denen man tolle Zeit haben kann ( nicht nur im Bett), aber Langfristigkeit ist eine Utopie. Ich reiche mir selbst zu 99% vollkommen, das macht wirklich glücklich.
Das ist interessant, dass du das so siehst. Es klingt schon ein wenig resigniert. Aber schön, dass du dir so sehr genügst. Ich sage ja auch nicht, dass eine langfristige heterosexuelle Beziehung das Maß aller Dinge ist. In meinem Post habe ich bewusst offen gelassen, von welcher Beziehung, die einen stärkt, die Forist*innen berichten mögen.

Mich stärkt z.B. die gute Beziehung zu meinen beiden Kindern sehr. Die war schon immer eng und herzlich, auch wenn es mal ein paar schwierige Zeiten gab, z.B. als ich mich vor acht Jahren von ihrem Vater getrennt habe. Und eine Freundschaft mit einer Frau, die ich vor einigen Jahren im Chor kennengelernt habe - jetzt fahren wir zusammen in den Urlaub, entdecken immer mehr Gemeinsamkeiten. Das ist mega schön, das so zu erleben.

Ich glaube, wenn wir den Blick aufs Positive richten, entsteht auch mehr Positives. Daher der Post.

Viele Grüße
Hauself
 
  • #9
Danke für deine schöne Geschichte, @Charlyly !

Auch wenn es immer Leute gibt, die komisch gucken, weil man seinen ersten richtigen Freund geheiratet hat. Wir kennen uns aus der Schule und sind jetzt seit fast 15 Jahren zusammen, einige Jahre verheiratet und noch immer sehr glücklich.
Wir haben 2 tolle Kinder und gute Jobs.
Kennst du das Lied "Lass die Leute reden"? Weißt du, sie reden eh und gucken eh doof, egal, was du machst ;-) Ich finde das klasse. Warum so viele Fehlversuche, wenn's doch passt? Meine Tochter hat auch ihren zweiten Freund geheiratet und sie haben einen wunderbaren Sohn und ein Leben, das für sie super passt. Das ist doch das Entscheidende.

Wir sagen einander immer ohne Umschweife, was nervt oder besser laufen könnte. So können keine unerkannten Konflikte schwelen und alles ist meist schnell aus der Welt geschafft.
Na, wenn das kein Erfolgsfaktor ist! ;-) Wie großartig, dass ihr das als junge Menschen schon gemacht habt - da kommen ja viele Ü50-Jährige erst mit viel Arbeit hin.

Sowohl meine Eltern als auch Schwiegereltern sind weit über 30 Jahre verheiratet und wie es scheint noch immer glücklich miteinander. Weder das eine noch das andere Elternpaar hat sich je in unsere Beziehung, die Erziehung der Kinder o.ä. eingemischt.
Über Geld haben wir noch nie gestritten und immer alles geteilt.
Noch mehr Erfolgsfaktoren! Und das gute Beispiel der Eltern ist so wichtig! Fehlt mir z.B. komplett und macht es viel schwerer bei Auseinandersetzungen. Tja, und die Nicht-Einmischung, die ist auch wichtig. Hilft mir auch sehr in der Beziehung zu meinen Kindern. Wenn sie Erfahrungswerte wollen, fragen sie und ich sage was - und ansonsten machen sie ihr Ding. Und wenn ihr nicht über Geld streitet, zeigt das eine Großzügigkeit in euch, die ganz wunderbar ist. Ich freue mich so für euch und wünsche euch ganz viele weitere schöne Jahre zusammen.

Herzlichen Gruß
Hauself
 
  • #10
Oder Singlebörsen würden fast nur von verwitweten Senioren genutzt werden, die ihre silberne, oder Goldene Hochzeit schon einmal gefeiert hatten und nun, mit einem zweiten Partner, den Lebensabend genießen wollen. Dass sie einen soliden Bindungsstil haben, haben sie ja bereits bewiesen.
Lieber @Valmont - ich glaube, das ist eine Marktlücke :) Super Idee.

Weil ich keine wirklich verlässlichen Statistiken zum Thema kenne (zumindest habe ich keine selbst gefälscht ;-)), verliere ich meinen Optimismus nicht und denke, dass es passende Paarungen in jedem Alter gibt (gerade selbst bei einer Freundin, die 68 ist). "Nach oben hin" werden sie naturgemäß seltener, weil immer mehr Menschen "wegfallen", weil die ihren Lebenspartner/ihre Lebenspartnerin gefunden haben. Aber nicht alles, was übrig bleibt, ist "Ausschuss". Manche Menschen haben sicherlich gute Gründe gehabt, in den 40ern noch nicht den richtigen Partner gefunden zu haben (z.B. Trauer um Verstorbene, Verarbeitung einer Trennung). Nicht für jede Partnerlosigkeit kann man ja etwas und es gibt Zeiten, die einfach nicht gut sind für eine feste Partnerschaft, vielleicht weil es erst einen Schmerz zu verarbeiten gibt. Dann ist es gut, wenn man nicht Freundschaft-plusses und Affären am laufenden Band eingeht, sondern geduldig abwartet, bis man selbst so weit ist und jemand anders auch. Kann sein, dass das nie zusammentrifft, kann aber sein, dass doch. Wer weiß schon, was das Leben noch so bringt. Ich glaube, es ist gut, wenn man eine Partnerschaft anstrebt, sich dafür "bereitzumachen", eigene Themen zu klären und dann offen zu sein. Dann hat man schon mal die Voraussetzungen geschaffen.

Ich wünsch dir viel Liebe!
Hauself
 
  • #11
Liebe Hauselfe,

eine der wichtigsten Beziehungen, die ich am aufbauen und führen bin, ist zu mir selbst, denn irgendwann habe ich mich selbst verloren und damit fast selbsterklärend viele andere sowie sie mich.
Am besten gelingt mir dies, wenn ich eines meiner Lieblingshobbies fröne, Wasserwandern.
Gerade bin ich von einer Tour auf der Havel zurück, mit der ganzen Bandbreite der Eindrücke und Gefühle, Gewissheit und Unsicherheit, ganz nah mit mir und vielem und gefühlt verlassen allein auf mich gestellt.
Sobald ich die Paddel in der Hand habe, sie ins Wasser steche, kraftvoll durchziehe, unterm Kiel das Wasser rauscht, Wellen mich begleiten, Wind und Sonne auf meinen Haut spielen, das Auge die unendliche Weite und die Schönheit des Seins mich erfasst, beginnt ein Rausch, der erahnen lässt wie es war, ist und bleiben soll.
Gleichzeitig klopfen die alten Geister, die ich nie rief, mir auf die Schulter und wabern durch Herz und Hirn.
Diese intensivste Zeit des Fühlens und Denkens führt mich an den Rand des Erträglichen und Meilenschritte zurück voran zu mir. Erkenntnisreich, tröstlich und hoffnungsvoll. Dann ist es gut und schön.

M51

Ach ja, je besser ich mit mir bin um so besser gelingen mir auch wieder Beziehungen. Wenn ich sie denn möchte, was eher selten und oft nicht so ist. Wenn doch, mit (Herzens)Menschen, die sehr gut (aus)gewählt sind.
Das finde ich wunderschön, lieber @QFrederick. Und das ist ein mega wichtiger Punkt, die Beziehung zu sich selbst. Du klingst wie ein Mensch, der seine Sinne gut schärft, wenn sie es nicht schon waren und du das zwischendurch vielleicht nur ein wenig aus dem Blick verloren hattest. Ich finde auch, dass die Natur sehr dabei hilft, zu sich zu finden. Wasserwandern hatte ich noch nie gehört, toll.
Ich wünsche dir eine weiterhin so spannende Entdeckungsreise!

Lieben Gruß
Hauself
 
  • #12
Das klingt richtig toll, liebe @Buggles. Freut mich so richtig!


Kannst du sagen, mit welcher Haltung du auch noch das 30. und erst recht das 70. Date angegangen bist? So manch eine*r verliert ja die Geduld und die Zuversicht auf dem Weg.

Lieben Gruß
Hauself
Also so um die Halbzeit hat sich natürlich die erste Aufregung schon gelegt, ich hatte ja Datingübung (Wo kann man sich gut treffen, Small Talk Themen waren sortiert etc)- für mich war das Kennenlernen neuer Menschen u Geschichten halt recht spannend u die neuen Lebenswelten u - eindrücken waren (noch) faszinierend.
Gegen Ende war dann eigentlich die Luft draußen. Ich war damals schon etwas enttäuscht, dass sich herzenstechnisch nichts einwickelt hat und zum ersten Date mit meinem Mann bin ich gar nicht erschienen. Er hatte ein total lieblos ausgefüllten Profil, keine gescheiten Fotos- also hab ich mir nichts erhofft u noch weniger erwartet. Er saß im Cafe u wartete u ich saß in der Arbeit u hatte null Lust hinzufahren. Dann hat mich das schlechte Gewissen gepackt, weil ich ja wirklich grob unhöflich war. Habe mich mehr schlecht als recht entschuldigt, er nahms gechillt und beim 2. Date war ich dann auch da.
 
  • #13
Doch, dieser Thread hat sehr wohl seine Berechtigung.
Hauself sieht das schon richtig, Beispiele, die positiv zu bewerten sind, können durchaus auch das Denkvermögen anregen, dazu inspirieren, selbst etwas auszuprobieren, Mut machen ......
... und damit das Leben angenehmer zu gestalten. Und auch helfen, sich zu überlegen, mit was man sehr zufrieden sein darf. Leider wird ja oft das Gute nicht bewertet - dafür jeder kleine Kritikpunkt überhöht. Kein Rezept für die eigene Zufriedenheit.
Und meine Geschichte
V hatte ein Handgelenk für ein paar Tage ruhig gestellt bekommen. Naja, Zopf mit einer Hand flechten geht nicht. Also durfte Tom ran. Nach einigen Fehlversuchen wurde es tatsächlich ein Zopf. Etwas windschief - aber immerhin. Einige Stunden später kam V's Schwester zu Besuch, sah den Zopf und wollte V einen neuen flechten. (Sie hatte nicht wirklich unrecht - sie kann das viel besser als ich). Die Antwort von V hat mich verblüfft: "Nein, den Zopf hat mir Tom gemacht - der bleibt". Ganz spontan hatte ich das Bedürfnis, sie in den Arm nu nehmen .....
 
  • #14
Lieber Hauself, ich finde das eine schöne Idee. Vielleicht macht meine Geschichte so manchem hoffnungslosen Single Mut.

Zwar würde ich grundsätzlich jederzeit zustimmen, wenn jemand sagt, dass man erst mit sich selbst im Reinen, glücklich und zufrieden sein muss, bevor man seinen Traumpartner finden kann. Nichtsdestotrotz hat das bei mir ausgerechnet dann geklappt, als ich das exakte Gegenteil von all dem war.

Als Scheidungskind und schon zu Jugendzeiten depressiv, hatte ich ein sicheres Händchen dafür, mir als erste Partner absolut destruktive Typen auszusuchen, u.a. einen Borderliner und einen Narzissten (diagnostiziert). Diese Beziehungen hatten geradezu traumatische seelische Wunden bei mir hinterlassen und mein Selbstwertgefühl nachhaltig erschüttert. Dass ich nach dem Studium völlig ohne soziales Netz in eine Großstadt gezogen bin, trug auch dazu bei, dass ich irgendwann sehr einsam und depressiv war und in eine Essstörung abrutschte. Ich sehnte mich nach Liebe und Geborgenheit, aber mehr als ein paar Dates oder eine Freundschaft plus kam nie zustande. Kein Wunder; ich fand mich selbst auch nicht liebenswert.

An einem persönlichen Tiefpunkt angelangt, zwang mich meine beste Freundin, die Freundschaft plus, unter der ich zunehmend litt, zu beenden, und mich um eine Therapie zu bemühen. Ich beschloss, das mit den Männern erstmal komplett aufzugeben und mich nur darauf zu konzentrieren, dass es mit mir wieder aufwärts geht.

Ironischerweise sollte ich ihn just am nächsten Tag kennenlernen. Um aus meinem Loch rauszukommen und mich abzulenken, war ich der Einladung einiger neuer Bekannter gefolgt, in einen alternativen Club mitzugehen. Und da kam er zur Tür rein: Groß, stark, dunkles Haar, grüne Augen, in schwarzer Lederjacke, und erzählte seinen Freunden – besagten neuen Bekannten von mir – erstmal von dem Motorrad, das er sich an dem Tag gekauft hatte. Das sprach mein "Bad Boy"-Beuteschema natürlich gleich an.

Nur hatte ich das unglaubliche Glück, dass sich hinter dieser Erscheinung der gutherzigste, empathischste, gelassenste und reflektierteste Mann verbarg, den ich kenne. Und dass er etwas in mir sah, das ihn selbst dann dranbleiben ließ, als ich ihm nach gut sechs Wochen Kennenlernphase und vielen wunderschönen Dates unter Tränen von meinen psychischen Problemen erzählte – überzeugt davon, dass er mich daraufhin mit anderen Augen sehen und verlassen würde. Er jedoch sagte schlicht: "Du bist schön." Ich, völlig verheult, wehrte das ab, woraufhin er mich in den Arm nahm und ergänzte: "Ich meinte nicht dein Äußeres." Da habe ich ihm voll und ganz mein Herz geschenkt.

Nächsten Monat sind wir seit vier Jahren ein Paar und führen eine sehr glückliche, liebevolle Beziehung voller Vertrauen, gegenseitiger Unterstützung, gemeinsamer Werte und Ziele. Und mir geht es besser als je zuvor – hauptsächlich durch drei Jahre Therapie und Selbstfindungsprozess, aber ganz maßgeblich auch wegen diesem Mann, der mein größtes Glück ist.

W, 27
 
  • #15
Ja manchmal braucht man was Süßes;-)

Weshalb hier im Forum, davon weniger zu lesen ist, ist klar: es ist ja eher für die da, bei denen es nicht so gut läuft.
Wäre ich zb noch glücklich verheiratet seit 95...ich hätte weder SB noch dieses Forum kennengelernt.

Einige "Ratschläge" die ich hier gebe, sind für mich eine kleine Erfolgsgeschichte...weil ich vieles gesehen und empfunden habe, wie verzweifelte Fragesteller.
Wenn man zb immer nur wissen möchte warum tut ein anderer xy und abc nicht.
Wenn man doch sagt man liebt.
Wie sehr man sich so selbst und der Beziehung zu anderen Menschen schadet.
Wie geht's mir mit dem was der andere tut? Ist er einfach nicht nett oder nur anders für mich...

Dinge auf mich zukommen lassen, Zeit zu geben aber vorallem offen zu kommunizieren...ist mein Erfolg.
Das ging in Freundschaften witziger Weise schon länger und da bewähren sich vorallem 2 Menschen seit Jahrzehnten.

Was Beziehung angeht, dauert es bei mir mittlerweile sehr lange, bis ich sagen würde, dass passt.
Ein Urlaub war jetzt ein erster Schritt aber noch nicht mehr

Wenn die Abende lang werden, lese mal alte Threads von alten Foristen und lese heute
Da hat sich so viel getan und aus einem Grinch wurde ein Strahler mit Motor, einige Tränen sind trocken und die Personen lachen eher mal welche.
Sind zufrieden und dennoch noch hier...

Und andere neu verliebt
 
  • #17
Glücklich verpartnert bin ich nicht, aber glücklich geschieden und genieße mein Single Leben. Durch dick und dünn bin ich mit meinem Bruder, er war 9 Jahre jünger als ich.Seelenverwandte, nicht nur ein Bruder, sondern ein guter Freund. Er wurde leider krank und gat sein Leben durch Suizid beendet mit 28. Das war vor 7 Jahren. Dafür lebe ich nun viel intensiver und habe mich von unglücklichen Verbindungen getrennt wie zB meinem Ex( in Frieden getrennt). Ich habe mich nicht hängen lassen, bin ins Leben gesprungen und genieße das Leben und die tolle Zeit. Ich habe einen Ersatz für meinen Bruder. Eine Sportsfreundinnen 25, ist 20 Jahre jünger als ich aber haben viel Spaß und reisen viel, machen Sport, diskutieren über viel, sind füreinander da und erleben viel und tauschen uns gegenseitig über diverses aus. Ich begleite sie durchs Studium, habe ich ihr versprochen. Im Rahmen Studium hat sie viele Etappen in Deutschland. Natürlich besuche ich sie dort. Ob Kneipentour und Glühweintour,Salsa Tanzparty , Sportprogramm, oder auch Surfcamp in Afrika oder strandurlaub und sitzen mit Zitronen am Strand und bleichen uns die Haare blond 🤣in 5 Jahren wenn beide altersmässig nullen, müssen wir beide was besonderes machen meinte sie. Bin jetzt schon aufgeregt wegen unserer Safari in 5 Jahren 😅vorher decken wir uns natürlich mit Safari Dress ein.
 
  • #18
Bei mir ist es die Beziehung zu meinem Geschwisterkind, die ich hier anbringen kann. Wir haben dieselbe Art von Humor, können familieninterne Dinge von einst oder Probleme der heutigen Zeit gut miteinander besprechen und reflektieren, auch wenn wir einen ziemlichen Altersunterschied haben. Die Beziehung zu meinen Eltern hat sich mit den Jahren auch sehr gebessert, war aber ein ziemliches Stück Arbeit (wegen des Respektes, den solche Leute ja mitunter vermissen lassen).

Keine Ahnung, ob mich hierbei was wirklich stärkt. Nee, würde ich nicht sagen, aber umgedreht ist das schon so passiert, wie ich weiß, also dass ich stärken konnte.
Auch das Durchhalten ist eine "eigene Sache", für die ich niemanden brauche, weil es auch einfach nie wen gab, der mich dazu ermutigt hat, wenn ich was tun wollte, was ICH will. Da war eigentlich mein Ex viel hilfreicher, weil er eine ganz andere Sicht hat auf eigene Vorhaben und das Erreichen, die mir viel mehr liegt als das, was ich all die Jahre dazu gehört habe von meiner Familie.

Aber wir unterstützen uns viel, was Dinge füreinander tun angeht.

Aber nicht alles, was übrig bleibt, ist "Ausschuss". Manche Menschen haben sicherlich gute Gründe gehabt, in den 40ern noch nicht den richtigen Partner gefunden zu haben (z.B. Trauer um Verstorbene, Verarbeitung einer Trennung). Nicht für jede Partnerlosigkeit kann man ja etwas und es gibt Zeiten, die einfach nicht gut sind für eine feste Partnerschaft, vielleicht weil es erst einen Schmerz zu verarbeiten gibt.
Ja, wird es so geben. Aber das klingt wieder so nach sehr negativer Sicht auf Singles.
Bitte nicht als Schlagseite dieses Thema "ALLES strebt nach Partnerbeziehung", und wenn wer keine hat, muss es als Grund die Verarbeitung und der Kummer über eine vorherige Partnerbeziehung sein, bzw. "man muss gute Gründe haben, wenn man in den 40ern (oder anderen Altersklassen) Single ist, die man vorweisen kann, um sich zu rechtfertigen, nicht 'Ausschuss' zu sein" oder sowas. Das ginge wieder so in Richtung "alle Singles haben eine negative Ausstrahlung", weil sie entweder Kummer mit ner Exbez. verarbeiten oder unbedingt einen Partner wollen, aber keiner will sie.

Partnerlosigkeit kann auch ein gewollter Zustand sein mit sehr viel Freude, weil man gerade viel Zeit für eigene Projekte haben will, ohne dass man ein schlechtes Gewissen haben will, einen anderen nur in spärliche Zeitlücken einpassen zu können wie etwas, das man konsumieren kann bei Bedarf.

Ich denke durchaus, dass sich eigentlich jeder IRGENDWANN nach einer Beziehung sehnt, die so richtig gut passt, und dass sich manche DANN selbst im Weg stehen können, wenn sie zu spezielle Ansprüche haben oder ein zu individuelles Leben, das sie nicht aufgeben wollen. Aber nicht jeder Single denkt das jederzeit. :)
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #19
Danke liebe Hauself,
Für diesen Thread.

Ich finde, es ist wichtig, zu sehen, dass es nicht nur Probleme gibt, sondern dass es gut gehen kann. Und man lernt nicht nur aus den negativen - teilweise abschreckenden Geschichten, da ging und geht es mir eher so wie Cassel, es frustriert und ich merkte auch beim Daten, ich wurde misstrauischer.

Ich mag Best Practise, Mut Mach Geschichten, und finde es schön, wenn sie hier zu finden sind.
@saepe_inscia hat mir immer Mut gemacht - weil sie sich Zeit gelassen hat und dann doch dem Mann begegnete, den sie wollte. Keinen Kompromiss.
Auch Tom hat seine V. gefunden, kein Kompromiss, sondern sie, und ich mag seine Geschichten gerne lesen.
Lebens_Lust, der auch ganz selbstverständlich seine Partnerschaft hat, oder frei. Oder mokuyobi... Unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Partnerschaften, und gute Geschichten. Wie ich mich auch im realen Leben freue, wenn ich bei Paaren die Verbundenheit spüre.
Da möchte ich hin, miteinander, aneinander sich weiter entwickeln, zueinander hin. Beim Anderen angekommen sein, ohne Zweifel. Das Jetzt genießen,, und mit Optimismus und einem guten Gefühl auch nach vorne schauen.

Ich hatte fast aufgegeben, es war mal wieder Frustzeit. Im realen Leben zwar unterwegs, aber so wirklich jemandem begegnen in meinem Alter, ungebunden und für mich anziehend. Nicht einfach.
Und online ist auch kein Selbstläufer, es war wenig Resonanz. (Bzw. vielResonanz von Männern, die jenseits meiner Altersvorstellung lagen, aber somit irrelevant). Und die Resonanz die kam, waren sehr oft nette Männer, aber entweder meinerseits nicht mehr oder Ihrerseits.

Und dann kam, als ich gerade meine Pause anmeldete, eine Anfrage an die Mailadresse, die in meinem Profil zu finden war.
Zwar ein Plus, weil aktiv, und so intelligent, das Rätsel zu lösen - aber der Text?
Mühe gegeben, aber inhaltlich...
Er ist einfach nicht der Wortakrobat. Ich hätte wohl abgesagt, weil ich einfach keine Lust mehr auf Daten hatte - wenn sein Profil nicht doch ganz nett gewesen wäre, und vor allem, er ja quasi ein Nachbar ist.

Dass er es sein könnte, das brauchte ein paar Dates. Ja, er war zugewandt, aufmerksam, aktiv - und ich datingmüde. Dafür war er sich schnell sicher, sie ist es... Und er ist ein sturer Hund 😉😂.
Nun, so haben wir uns gefunden, relativ gemächlich - weil ich die Zögerliche, Vorsichtige war.
Es ist kontinuierlich gewachsen, vertieft sich weiter. Wir ergänzen uns, und wir sind in anderen Dingen sehr ähnlich, bei den wesentlichen Punkten. Er erdet mich, mag und schätzt dafür meine Aktivität, meine Ideen.
Wir sind eine große Familie geworden, mit den Bonuskindern und den dazugehörigen Partner*innen.
Er zweifelt nicht, er ruht in sich. Er glaubt an uns, und so haben sich nicht nur die Zweifel gelegt, das Vertrauen ist gewachsen, und noch wichtiger - die Gefühle.
Ich liebe ihn, ich fühle mich wohl, angekommen, und ich bin dankbar für diese Fügung.

W, 51
 
  • #20
Liebe Hauself,
Die Idee für einen schönen Hoffnungsthread ist toll, danke!
Die engste Beziehung habe ich zu meinem besten Freund. Wir haben uns vor 16 Jahren an der Uni kennengelernt und fanden uns zuerst ziemlich bescheuert ;-). Das änderte sich aber schnell. Zwischen uns war nie "mehr", aber ein ganz außergewöhnliches Band, das ich zu keinem anderen Menschen je gefühlt habe. Wir haben viele km Entfernung, viele Krisen, Schicksalsschläge und schwere Krankheiten auf beiden Seiten zusammen durchgemacht. Die Welt bereist, uns unsere schlimmsten Geheimnisse erzählt. Zweimal so zerstritten, dass es ausweglos schien, aber wieder zusammen gefunden. Wenn ich ihn sehe, fühle ich mich lebendig, die Zeit steht still und alles um uns herum wird egal. Ohne viel sagen zu müssen weiß er, wie es mir geht.
Ich hatte leider nie viel Glück mit Beziehungen, aber ich bin unendlich dankbar, so eine Freundschaft erleben zu dürfen.
Liebe Grüße
 
  • #21
Hauselfe,
Ein guter Impuls. Danke. Ein kleines Gegengewicht zu den Problemthreads.

eine der wichtigsten Beziehungen, die ich am aufbauen und führen bin, ist zu mir selbst, denn irgendwann habe ich mich selbst verloren und damit fast selbsterklärend viele andere sowie sie mich.
Eine schöne Geschichte, ein wichtiger Hinweis.
Die Beziehung zu sich selbst, sich selbst kennen lernen, begegnen. Sich selbst wahrnehmen mit allen Facetten, mit Stärken, Schwächen. Es mit sich selbst aushalten, sich selbst genießen.

Das ist oft schwerer als Andere kennen zu lernen.
Es lohnt sich aber, ist spannend. Die Basis dafür, in Beziehung mit Anderen gehen zu können.

Ich musste es, zwangsweise, durch meine Ausbildung. Erst war es Zwang, und dann entwickelte es sich zu einer spannenden Reise. Nicht immer angenehm. Man setzt sich mit sich im Ganzen auseinander.
Auszeiten, Rendezvouszeiten mit mir selbst nehme ich mir regelmäßig.
Mal kurz, der stille Abend, mal ein paar Tage. Mit Rucksack, Fahrrad, ans Meer, nach Laune. Wasserwandern klingt super.
Meine Partnerin hat die Berge. Meist bin ich dabei, gelegentlich mag sie alleine, einmal im Jahr mehrtägig. Ihre Auszeiten.

Ich habe das Glück, zum zweiten Mal im Leben einer tollen Frau begegnet zu sein. Mein Herzensmensch. Seit gut 5 Jahren.

M, 55
 
  • #22
Lieber Hauself,
es ist das erste Mal, dass ich so einen Thread gut finde. Und weißt Du warum? Weil ich Dich wunderbar sympathisch finde. Du schreibst ohne Angeberei von Deinem Glück und hast nicht diese furchtbare herablassende Art von Paaren, die meinen sie müssten ja den armen Singels etwas beibringen. Ich finde es schön, dass Du Singls nicht verurteilst, sondern auch so wichtige Apspekte wie den richtige Zeitpunt und andere Kriterien nennst, die nicht immer in der Persönlichkeit des Singles zu suche sind. Danke dafür! Selbst Freunde können in dieser Richtung verdammt herablassend sei.

Ich bin allen Forumsteilnehmern zutiefst dankbar, weil:
1) ich nach 2 Jahren meiner Trauer stellen kann (Tom 26 schulde ich noch einen Kuchen :).
2) ich dank diesem Forum endlich eine wunderbare Beziehung zu mir selbst habe. Ich habe sicher vielen Ecken, Kanten, Macken, aber finde mich mittlerweile trotzdem ganz annehmbar und interessanterweise suchen auch viele Menschen meine Nähe. Bin halt nach einigen Enttäuschungen noch etwas vorsichtig

Meine wertvollste Beziehung ist die zu meiner lieben Tochter., die sehr innig ist. Auch wenn sie sagt, dass ich im Alter in ein tolles Altenheim komme, weil sie ja noch nciht weiß, ob sie mich pflegen kann :)
Und ich habe noch eine innige Beziehung zu (meinen Tieren), 2 Katzen, Pferd und ein Leihhund. Der Leihhund ist ein kleiner Beagle, der zwar regelmäßig meine ganze Wohnung zerlegt, aber wenn ich seine Freude über meine Anwesenheit sehe, ist alle vergessen. :)
 
  • #23
Die Beziehung zu sich selbst, sich selbst kennen lernen, begegnen. Sich selbst wahrnehmen mit allen Facetten, mit Stärken, Schwächen. Es mit sich selbst aushalten, sich selbst genießen.
Das ist oft schwerer als Andere kennen zu lernen.
Ein ganz wichtiger Punkt (einmal abgesehen davon, dich nach langer Zeit mal wieder zu lesen), lieber Aries.
Ich habe vor Jahrzehnten - und mit Hilfe eines großartigen Therapeuten - meine Stabilität gefunden. Mich dabei auf kein Podest gestellt, das meine ich nicht! Aber ich erkenne, was mir gut tut (ähnlich wie @QFrederick das sehr schön für sich beschrieben hat) und mein großes Glück besteht darin, dass ich damit auch die Menschen erkenne, die mich bereichern und umgekehrt ich sie (sonst funktioniert das nicht dauerhaft).
Das ist meine Familie, Kind(er), Geschwister, meine Beziehung und meine Freunde/Freundinnen. Sie ergänzen sich, ich kann mit ihnen streiten, sie aber vor allem lieben.

Alles Kennenlerngeschichten - mit zunehmendem Alter werden auch Abschiedsgeschichten daraus. Ungewollte, aber solche, die auf wundervolle Verbindungen und Gemeinsamkeiten weisen. Schön, dass es sie gibt, manchmal »gab«.
 
  • #25
Lieber Hauself,
es ist das erste Mal, dass ich so einen Thread gut finde. Und weißt Du warum? Weil ich Dich wunderbar sympathisch finde. Du schreibst ohne Angeberei von Deinem Glück und hast nicht diese furchtbare herablassende Art von Paaren, die meinen sie müssten ja den armen Singels etwas beibringen. Ich finde es schön, dass Du Singls nicht verurteilst, sondern auch so wichtige Apspekte wie den richtige Zeitpunt und andere Kriterien nennst, die nicht immer in der Persönlichkeit des Singles zu suche sind. Danke dafür! Selbst Freunde können in dieser Richtung verdammt herablassend sei.

Ich bin allen Forumsteilnehmern zutiefst dankbar, weil:
1) ich nach 2 Jahren meiner Trauer stellen kann (Tom 26 schulde ich noch einen Kuchen :).
2) ich dank diesem Forum endlich eine wunderbare Beziehung zu mir selbst habe. Ich habe sicher vielen Ecken, Kanten, Macken, aber finde mich mittlerweile trotzdem ganz annehmbar und interessanterweise suchen auch viele Menschen meine Nähe. Bin halt nach einigen Enttäuschungen noch etwas vorsichtig

Meine wertvollste Beziehung ist die zu meiner lieben Tochter., die sehr innig ist. Auch wenn sie sagt, dass ich im Alter in ein tolles Altenheim komme, weil sie ja noch nciht weiß, ob sie mich pflegen kann :)
Und ich habe noch eine innige Beziehung zu (meinen Tieren), 2 Katzen, Pferd und ein Leihhund. Der Leihhund ist ein kleiner Beagle, der zwar regelmäßig meine ganze Wohnung zerlegt, aber wenn ich seine Freude über meine Anwesenheit sehe, ist alle vergessen. :)
Das klingt so wundervoll, ganz lieben Dank für deine Schilderung! Und ich freue mich über deinen Beitrag und dass du diesen Thread magst. Mich beglückt er auch sehr und von daher danke ich auch euch allen anderen für eure Beiträge. Ich lese sie immer wieder :)

Singles würde ich nie verurteilen oder herablassend bewerten, auch weil ich ja selbst einer bin und immer mal wieder war :). Eher im Gegenteil bewundere ich diejenigen unter uns, die ihre Zeit ohne Partner*in genießen oder einfach gut nutzen, jedenfalls ihr Leben leben, ihre Bedürfnisse kennen (lernen) und sich bestenfalls auch von der Gesellschaft nicht allzu sehr beeindrucken lassen, die immer noch überwiegend suggeriert, ohne Partner*in sei man/frau nur die Hälfte wert und irgendwas stimme mit einem vermutlich nicht. Ich bin in der Hinsicht auf einem guten Weg, aber noch nicht ganz da, wo ich für mich selbst gern hinmöchte.

Gerade freue ich mich, weil ich für einen Urlaub mit einer sehr lieben (neuen) Freundin packe - auch jenseits der 50 können sich noch neue Freundschaften entwickeln, obwohl man immer wieder hört und liest, wie schwierig das doch angeblich ist. Glaubt denen kein Wort! ;-)
Ich lese dann morgen von der See aus weiter :).

Liebe Grüße an alle rundum!
Hauself
 
  • #26
Liebe alle

Ein sehr schöner Thread, danke dir lieber @Hauself .

Ich befinde mich gerade in einer für mich sehr aufregenden, interessanten Zeit.
Bin vor Kurzem der Liebe wegen ins Nachbarland gezogen. Mein Freund und ich haben zusammen ein Haus gekauft. Noch im Frühling waren wir aufgrund von Corona getrennt - er in seinem Heimatland, ich in meinem. Der Kaufvertrag von unserem Haus war damals schon unterschrieben, wir sollten eigentlich im Mai umziehen, aber durch den Lockdown und die Grenzschliessung hat sich alles verzögert. Es war (wie für die meisten Leute) eine schwierige Zeit für uns, aber nun konnten wir Anfang August endlich in unser Haus einziehen.
Obwohl ich mich in meiner neuen Heimat noch am „akklimatisieren“ bin und mir manchmal meine Familie und meine Freunde fehlen, die jetzt natürlich weiter weg sind, bin ich jeden Tag dankbar dafür, am Abend neben ihm einschlafen und am Morgen neben ihm aufwachen zu dürfen. Ich erlebe ihn jetzt ganz neu, wir haben eine gemeinsame Aufgabe und viele (Zukunfts)Pläne. Obwohl ich hier bis jetzt nur ihn, seine Familie und Freunde habe, bin ich mir sicher, dass es dieser für mich grosse Schritt wert war - weil er mir das Gefühl gibt, angekommen zu sein.
Der Kontakt zu meiner Familie und meinen Freunden verändert sich natürlich gerade, ist aber nicht weniger innig, als zuvor. Wir telefonieren und schreiben viel und ich weiss, dass wir uns trotzdem regelmässig sehen werden.
Eine meiner besten Freundinnen hat mir zum Umzug ein sehr passendes Schild geschenkt, „Heimat ist kein Ort. Heimat ist ein Gefühl.“ Das wird mir jetzt bewusst, da mir mein Freund fern von der Heimat ein Gefühl von Heimat gibt. Das macht mich glücklich und dafür bin ich dankbar.

Einen schönen Sonntagabend und morgen einen guten Wochenstart euch allen!
 
  • #27
Ich kann zwar nichts beitragen aber freue mich über die vielen herzerwärmenden Geschichten. Das inspiriert und gibt mir Hoffnung. Also vielen Dank. Ich habe kein gutes Händchen für romantische Beziehungen aber ich bin trotzdem sehr dankbar. Ich habe einige wirkliche Herzensfreunde,die mit mir seit Jahrzehnten durch dick und dünn gehen. Ich habe zwei Söhne. Mein älterer Sohn, der vor zwei Jahren an einer Psychose erkrankte ist wieder gesund geworden und hat keinerlei Einschränkungen in seinem Alltag. Das ist so ein Glück dass ich gar nicht fassen kann. Er braucht keine Medikamente mehr, geht zur Schule und kümmert sich gerade selbständig um einen Nebenjob. Wer eine große Krise durchlebt hat für den ist Normalität und Alltag wunderschön.
 
  • #28
Was sind schon gute Nachrichten?
Meine jetzige Partnerin (Frau) hat mich angemailt und nicht ich sie, wie man oft hier lesen kann, dass das Anmailen ein Job für die Männer ist.
Dafür habe ich die Rechnung beim 1., 2., 3. usw. Date bezahlt und dies ohne es vorher anzukündigen. Das ist ganz normal für einen Österreicher und mich hat nie jemand gefragt, ob zusammen oder getrennt.

Da kommt schon ein weiterer Unterschied zw. AT und D. Um Frau zu sagen, braucht man keinen Trauschein. Wäre jetzt die FS meine Partnerin, dann ist sie automatisch meine Frau und dies wird nicht nur von mir so gesehen, sondern auch den anderen Österreicher. Würden wir ins Restaurant, Kaffeehaus oder sonst wo gehen, dann fragt mich der Ober, was deine FRAU möchte und nicht was deine PARTNERIN möchte.

Freundin oder Partnerin habe ich eventuell vor 30 oder 40 Jahren das letzte Mal gesagt.
 
  • #29
So schöne Geschichten, Ihr Lieben, habt noch mal vielen Dank. Tun wirklich gut in dieser verrückten Zeit, in der so viel tatsächlich ver-rückt ist. Wer nicht in einer Partnerschaft merkt das vielleicht mehr als die Verpartnerten. Und ja, ich weiß, eine Partnerschaft ist nicht alles, aber gerade - finde ich - tut das Zusammengehören besonders gut.
Lieben Gruß nachurlaublich an alle
Hauself
 
  • #30
Mir ist eine nichtpartnerschaftliche Geschichte eingefallen

Natürlich nicht über eine SB aber online

Ich spiele seit vielen Jahren Quizduell und dort kann man bewusst gegen spielende Bekannte spielen, wenn man den Nick kennt aber auch gegen Fremde.
Spiel gegen unbekannt...via Nachricht gratuliert....seit 5 Jahren bin ich dadurch mit einer lieben Münchnerin befreundeten. Mit sich gegenseitig Besuchen und unterstützen, was man so macht mit und für liebe Menschen