• #1

Würdet ihr zu einem Beziehungscoach gehen?

Im beruflichen Umfeld ist Coaching für die meisten keine unbekannte Sache.
Man muss es nicht immer toll finden, aber wenn der Arbeitgeber das möchte und anbietet, ist mam dabei und nimmt letztendlich die für einen selbst förderlichen Aspekte mit.
Ich selbst habe mit Coaching nicht immer gute Erfahrungen gemacht: verschiedene Coaches, gleiches Thema, sehr unterschiedliche Handlungsansätze, von der Dominanz und Rechthaberei des einen oder der anderen Dozent(in)en ganz zu schweigen.
Besteht nicht die Gefahr, dass der Beziehungscoach einem seine eigenen Glaubenssätze aufdrücken/überstülpen will, obwohl sie zu ihm passen, aber nicht zu einem selbst?
Ich hatte zufällig mal die Gelegenheit, durch eines meiner Hobbies (Musizieren) mit einem Paartherapeuten-Paar in einer geselligen Runde zu sprechen.
Fazit: gemeinsam musizieren gerne, aber zwischenmenschliche Ratschläge würde ich von den beiden kategorisch ablehnen.
Er privat ein weinerliches Weichei und beruflich der dominante Erklärer, sie privat sehr umgänglich, empathisch, stark, gut strukturiert und beruflich eher nachgiebig, "süßlich", untergeordnet.
Ich hatte beide wie gesagt erst im halbprivaten Umfeld kennengelernt.
Dann standen sie in einem beruflichem Coaching-Seminar vor mir, das ich nach 20 min freiwillig verlassen habe.

Ja, ich weiß, Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps.
Aber vor mir standen zwei Menschen, die jeder für sich eine Rolle vor Publikum auslebten.
Und solche Menschen wollen anderen erzählen, wie was zwischenmenschlich authentisch funktioniert?
Mich hat es echt gegruselt.

W, 49, 2 Kinder
 
M

morslucis

  • #2
Oh, das wird lustig! *Popcorn*
Hier im Forum findet sich ja auch so ein Experte... Also einer, der immer den gleichen Glaubenssatz runterbetet, und Coach ist.

Aber das ist wie mit wohl allen Therapeuten. Man muss sich den suchen, der zu einem passt. Und auf der Suche nach nem Beziehungscoach ist man ja in einer eher starken Position...
Man zahlt selbst, und leidet nicht so sehr wie beispielsweise jemand, der gerade nen massiven depressiven Schub hat, und jetzt überall erzählt bekommt: "Also dieses Jahr bei uns sicher nicht mehr..."

Ich weiß nicht, ob ich sowas persönlich nutzen würde. In die Situation müsste ich zuerst wieder kommen.
Als Single ist meine Devise, dass Versuch klug macht, und ich das schon hinkriege wenn ich will ;)
M33
 
  • #3
Und solche Menschen wollen anderen erzählen, wie was zwischenmenschlich authentisch funktioniert?
Musst Du ja nicht. Wenn der Coach Dir nicht gefällt, gehst Du wieder. Hast Du schon richtig gemacht. Ich hing bei meinem letzten Arbeitgeber fest und habe mich bewusst für ein Einzelcoaching, unabhängig vom AG entschieden. Meiner damaligen " Coachfrau" bin ich noch bis heute dankbar. Sie hat mich beruflich auf einen neuen Weg gebracht, den ich ohne ihre Begleitung niemals gegangen wäre. Ich habe sie danach noch ein paar mal im Gruppencoaching erlebt und dann auch sehr schnell beschlossen, dass dies nicht das Richtige für mich ist. Ich fand sie im Gruppencoaching einfach nicht so gut. Generell stehe ich dem Einzelcoaching offener gegenüber. Es werden neue Wege aufgezeichnet, die man für sich selbst nie so weit gegangen ist. Man lernt andere Sichtweisen kennen und kann die Reaktionen des Anderen besser nachvollziehen. Die Profilneurose des Coachs fällt beim Einzelcoaching auch weg
Hach, ich gerate gerade richtig ins Schwärmen. Vielleicht sollte ich nochmal ein Coaching machen, aber nur Einzel.
W,53
 
  • #4
Und du fällst dein Urteil aufgrund EINER Erfahrung, wobei du noch nicht mal ein Coaching gebucht hast und daher nicht weißt, wie er oder sie mit dir gearbeitet hätte?

Ich habe beruflich viel mit Coaches zu tun und kann deshalb sagen, dass es eben darauf ankommt, für sich den richtigen Coach zu finden. Viele bieten ein kostenloses Erstgespräch an, in dem man sich kennen lernen und ausführlich über die Erwartungen an das Coaching und die Ziele sprechen kann.

Natürlich garantiert das nicht den Erfolg, da dieser erheblich von dem Coachee selbst abhängt - ob dieser wirklich bereit ist, etwas zu ändern. Gute Coaches können im Kennenlerngespräch einschätzen, ob das der Fall ist und lehnen deshalb auch einen gewissen Teil der Interessenten ab.
 
  • #5
ein Coach bzw. Supervisor muss vor allem gut ausgebildet sein, ein Jodeldiplom reicht da nicht. Ich gehe, da ich selbst vom Fach bin, nur zu psychologischen Psychotherapeuten ,Psychiatern oder Sozialpädagogen mit systemischer therapeutischer Zusatzausbildung. Es wimmelt von nicht genügend qualifizierten Coaches. Vor allem sollte man Abstand nehmen von bereits privat bekannten oder befreundeten Therapeuten. Da fehlt die professionelle Distanz.
 
  • #6
Nein, vermutlich nicht, weil ich belesen genug bin und entsprechend, gute Paartherapeuten über Bücher kenne.
Trotz dessen kann so ein Coach eine Hilfe sein. Wieso solltest du alles glauben und übernehmen, was ein Coach sagt? Es geht doch darum, neue Denkanreize und vielleicht Lösungen für dein Problem zu finden, das du so im Alltag bei deinen Bürotanten oder Saufkumpels nicht bekommst. Ich würde lieber etwas Geld in professionelle Leute investieren, die sich tagtäglich mit ihrem Sektor beschäftigen, anstatt einen Suffkopf in der Stammkneipe um Rat zu fragen. Und wenn dich stört, dass ein Mensch seine Rolle auslebt, dann scheint bei dir was zu hinken. Du sollst den Kerl nicht heiraten, sondern dir einfach eine erfahrene Meinung anhören - die manchmal auch extrem gegenteilig und unangenehm sein darf - so lernt man nämlich am meisten!
Schaden kann es nicht (sofern man mit anderen Meinungen umgehen kann und sich kommentarlos abgrenzen kann).

Ob man einen Beziehungscoach jetzt als privater Freund braucht, weiß ich auch nicht. Ich muss mit einem Coach nichts trinken gehen, würde ich mal meinen.
 
  • #7
Liebe FrecheFrau

Ich würde zu einem Beziehungscoach gehen, wenn ich ihn oder sie für qualifiziert und fähig halten würde.
Also z.B. auf Empfehlung von guten Freunden hin oder wenn mindestens eine anerkannte therapeutische Ausbildung vorliegt.
Insgesamt denke ich, vieles im Bereich von Liebe und Beziehung ist nicht wissenschaftlich belegt. Das ist ein Feld, wo sich einige kluge, empathische Berufsleute tummeln - wie auch völlige Blender. Also das Risiko, es mal auszuprobieren, ist es wohl wert, wenn man etwas Geld und Zeit übrig hat für solche Experimente. Man lernt sowieso etwas daraus. Aber zu viel Hoffnung sollte man vielleicht auch nicht hinein stecken.
Er privat ein weinerliches Weichei und beruflich der dominante Erklärer, sie privat sehr umgänglich, empathisch, stark, gut strukturiert und beruflich eher nachgiebig, "süßlich", untergeordnet.
Ich verstehe allerdings nicht, was jetzt daran so abschreckend sein soll. Ist doch egal, ob er ein Weichei ist und sie beruflich zu "süsslich". Wenn die zwei glücklich zusammen sind und gemeinsam Seminare geben, machen sie doch vieles als Paar richtig und können anderen Menschen bestimmt den einen oder anderen Tipp geben.
 
  • #8
Tolle Frage!

Würde ich nicht machen, einfach weil sie im therapeutisch-psychologischen Bereich nicht gut ausgebildet sind und deshalb die große Gefahr besteht, dass sie ihre eigenen unbewussten Konflikte mit in die Beziehung mit dem Klienten nehmen. Ich würde bei wiederkehrenden Beziehungsproblemen ("gerate immer an den falschen Mann", "bin ewig Single", "Beziehungen halten nur kurz", " ich komm nicht von ihm los", "ich komm über die Trennung nicht hinweg " usw. grundsätzlich zu Analytikern gehen. Und zwar deshalb, weil sie nach dem Studium noch eine sehr lange Ausbildung zum Analytiker absolvieren müssen, innerhalb derer sie eine mehrjährige Lehranalyse absolvieren müssen. Die Auszubildenden können - nur mal so als Beispiel - sehr von ihrem extrem hohen Selbstwert überzeugt sein, und müssen trotzdem - wie alle anderen auch - auf die Couch und stellen dann möglicherweise fest, dass sie äußerst kränkbare Narzissten sind, die andere - nur mal so als Beispiel - als krank im Kopf entwerten, um ihr tatsächlich sehr niedriges Selbstwertgefühl zu stabilisieren. So jemand müsste die Lehrtherapie so lange machen, bis die Konflikte aufgelöst sind, die ihn zwingen, andere zu entwerten. Und manches mal befindet sich ein angehender Analytiker länger auf der Couch als so mancher seiner späteren Klienten.

Viele Therapeuten haben Kurse und Kurzseminare besucht, aber nur die Analytiker müssen zusätzlich zu den beruflichen Seminaren noch selbst ausführlich therapiert werden als Teil ihrer Ausbildung - und sie müssen dafür selbst zahlen, das heißt nur wer es wirklich wirklich wissen will, wie er selber tickt, bürdet sich das auf.

Seit ich das weiß und selbst sehr gute Erfahrungen als Analysandin gemacht habe, empfehle ich es auch hier in Threads mit großem Leidensdruck erstmal zum Analytiker zu gehen, denn die haben die Kompetenz, jemanden auch zum Verhaltenstherapeuten zu schicken, wenn der besser geeignet wäre, während diese Beurteilungskompetenz anders herum in der Ausbildung nicht so ausgeprägt verfolgt wird.

Coaches haben bestimmt auch ihre Berechtigung - zum Beispiel können Paartherapeuten sehr gut sein, um ein Paar, das nicht mehr miteinander spricht, zum Wiederanknüpfen zu bringen. Für wirklich tiefer liegende Schwierigkeiten, die sich auf Beziehungen auswirken, von denen wir hier oft lesen (Alkoholismus, Narzissmus, Depression, Borderline, Bindungsangst etc etc) haben sie nicht die Ausbildung, die wünschenswert wäre.

Ansonsten hatte ich beruflich auch schon Coachings - da hatte ich immerhin auch ein sehr schönes - das hat uns Kollegen sehr gut zueinander gebracht. Wenn es um mein eigenes Innenleben geht, hätte ich zu viele S für einen Coach. Dennoch glaube ich, dass es da draußen auch gute Coaches gibt.
 
  • #9
Eine Interessante Frage. Früher hätte ich gesagt, um Gottes Willen. Wo bleibt die Individualität und Authentizität einer Beziehung, wenn man "Beziehung" lernen muss. Heute würde ich sagen, ach warum nicht. Man muss ja nicht alles übernehmen, was der Coach sagt aber es gibt bestimmt gute Tipps, die man mitnehmen kann. Ich denke, dass es gut wäre sowas auch in der Schule als Fach anzubieten.
 
  • #10
Danke für die Beiträge.

Kurze Klarstellung:
Ich beabsichtige nicht, einen Beziehungscoach aufzusuchen.


Die Bekanntschaft mit diesem Therapeuten-Paar ergab sich zufällig über ein gemeinsames Hobby (Musiker-Workshop) und auch nicht in einer Kneipe beim Saufen (weil es so ähnlich hier aufgefasst wurde).
Dass mir das Paar dann nochmal bei einem Führungskräfteseminar als Coach-Team über den Weg lief, war Zufall und nicht vorhersehbar.

Mich hat es echt überrascht, dass die beiden da völlig anders agierten als privat. Wie umgekrempelt. Der privat sehr anhängliche und anstrengend weinerlich-unbeholfene Mann war in diesem beruflichen Umfeld plötzlich der "harte Macker".

Hätte ich vorher gewusst, dass die beiden dort als Dozenten sind, hätte ich mir das Seminar erspart.

Was mich interessiert, ist die Frage, weshalb man einen Beziehungscoach aufsucht? Man muss doch damit rechnen, eine Art "Gehirnwäsche" verabreicht zu bekommen.
 
  • #11
Man muss es nicht immer toll finden, aber wenn der Arbeitgeber das möchte und anbietet, ist mam dabei und nimmt letztendlich die für einen selbst förderlichen Aspekte mit.
Ich selbst habe mit Coaching nicht immer gute Erfahrungen gemacht: verschiedene Coaches, gleiches Thema, sehr unterschiedliche Handlungsansätze, von der Dominanz und Rechthaberei des einen oder der anderen Dozent(in)en ganz zu schweigen.
Genau das ist der Grund, wieso ich auch nicht unbedingt ein Coaching des Arbeitgebers annehmen würde. Ich würde das schon sehr kritisch hinterfragen und dann je nachdem auch meinem Chef sagen hierin oder darin sehe ich keinen Sinn.
Und beim Beziehungscoach ist das sicher ähnlich. Es gibt welche, mit denen kann man und nimmt dann die Vorschlâge auch an, oder eben nicht. Und deshalb bin ich bei Coachings immer vorsichtig, Man muss fühlen ob es für einen passt

M44
 
  • #12
Meiner Ansicht nach kann das mit jedem Berufsausüber passieren, der mit Einschätzung, Beratung und der Art zu tun hat.
Ich weiß auch von Psychologen, die ihre eigenen Probleme in anderer Leute Problemen sehen und den Patienten darauf stoßen wollen und dann ihn dazubringen wollen, die Ansichten zu übernehmen.
Ich denke auch, dass es Berufsausüber gibt, die nicht rauskommen aus ihrer Berufsrolle. Bei manchen Professoren und Lehrern ist mir das begegnet, dass die alle Welt wie ihre Schüler behandelt haben und ihre Meinung für Wissen halten.
(Ich weiß auch von Handwerkern, die mit Bin-vom-Fach-Arroganz nicht auf das hörten, was die Kunden sagten, und dann Leitungen lahm legten, den Garten ruinierten usw..)

Wenn der Coach, Lehrer, Psychologe oder wer auch immer gut ist und seinen Job begriffen hat, ist er sehr hilfreich. Dazu gehört eine gewisse Demut, dass man weiß, dass man nicht alles weiß und dass der Patient, Schüler, Klient kein Volldeppjünger ist, der komplett gelenkt werden muss und dem was eingepflanzt werden muss, sondern dass auch umgekehrt eine Lehre gegeben werden kann von ihm, wenn man achtsam ist. Nun nicht von jedem Patienten, Klienten, Schüler, aber es ist ja eine Grundhaltung, mit der jemand seinen Job angeht: Arroganz und alle, die nicht das Wissen haben, sind irgendwie blöd, oder Demut und Wahrung einer Grenze, Achtung. Und fürs Leben und über Menschen kann man vielleicht immer ein bisschen lernen, wenn man hinguckt, wer da vor einem sitzt, und nicht einfach denkt "Problem erkannt" und einen Kübel Wissen über demjenigen auskippt und sagt "mach das, weil ich es sage, und ich muss es ja wissen".

Bei dem Paar, das Du kennst, würde ich wirklich unterscheiden: Erzählen sie z.B. von sinnvollen Techniken (Entspannung, Ordnung, irgendwas, das sie gelesen haben), die nichts mit dem zu tun haben, was Du bei ihnen als Schwächen erkannt hast, oder erzählen sie von irgendwas, von dem Du den Eindruck hast, es gehörte Lebenserfahrung dazu, die Du bei ihnen nicht beobachtet hast? Einer, der ein rechthaberisches Weichei ist, kann ja trotzdem Wissen vermitteln, Stichworte geben, nach denen Du selbst weiterforschen kannst. Es muss also nicht in jedem Fall verlorene Zeit sein, im Seminar zu bleiben.
 
  • #13
Nun , ok, generelle Frage.

Ich habe noch keinen seriösen Therapeuten erlebt, der mir seine Meinung "überstülpen" wollte, ganz im Gegenteil ist da sehr viel Vorsicht unterwegs.
Es gibt Denkanstöße, es werden verschiedene Perspektiven gezeigt, zusammen entwickelt, man lernt vor allem, viel mehr wieder auf sich selbst zu hören, sich erst mal selbst zu spüren.
Oder man erfährt Techniken, wie man gewissen Situationen oder Fragestellungen für sich lösen kann.

Professionalität (und damit auch wieer zu einem gewissen Beruflichen Bsckground) erwarte ich und kenne ich.

Es ist dann oft das Zwischenmenschliche, dass passen muss - auch und gerade da muss die Kommunikation passen.
Und man selbst muss bereits sein, aktiv sich einzulassen und mitzuwirken.

@Rabentochter, bei Traumata sind Analytiker leider eher mit Vorsicht zu empfehlen, da ist vor allem wichtig , dass jemand sich in dieser Richtung entsprechend ausgebildet hat. Hilfreich oft Richtung Gestalttherapie, die Weiterentwicklung der Analyse, leider ganz schwer zu finden mit GKV.

Paartherapie ist ein Stück einfacher, aber auch komplexer, weil es für beide passen muss, und weil es noch viel mehr gute Moderation braucht.

Coach für andere Lebensbereiche wie im Beruf, Bewerbungstraining, oder ähnliches, da kann eine andere Fachausbildung sinnvoller sein.
Für ein Unternehmen oft wohl eher der Betriebswirt mit entsprechender Zusatzqualifikation, oder en Ingenieur - es kommt auf die Fragestellungen an.
Ich habe als Betriebswirtin auch schon schwervermittelbare Arbeitslose für die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz beraten und den größten Anteil wieder hin geführt.

Die Anzahl aber an Coachs mit diffusem Background, die dann unverantwortlich meinen, an psychischen Problemen herum "therapieren" zu können, finde ich beängstigend und es wäre an der Zeit, Grenzen zu ziehen.
Nicht ohne Grund steht da eine sehr lange Berufsausbildung - Studium, Praxis - dahinter.
Psyche ist ein sehr diffizielles, komplexes Feld - ein falscher Therapeut kann so einem Menschen vollständig ruinieren.
Und ein Mensch, der in psychischet Not ist, erfolglos auf Therapeutensuche ist, greift dann nach diesem vermeintlichen Strohhalm .
 
  • #14
Besteht nicht die Gefahr, dass der Beziehungscoach einem seine eigenen Glaubenssätze aufdrücken/überstülpen will, obwohl sie zu ihm passen, aber nicht zu einem selbst?
Das ist gut möglich.
Ich habe in meinem Leben privat weder Therapie noch Coach in Anspruch genommen, kenne aber etliche Kollegen und Bekannte, die dieses Vergnügen hatten.

Eine Freundin, die in einer großen Bank arbeitet, hatte dort mal Probleme und machte deshalb einen Termin mit einem Coach. Er versuchte ihr die Selbständigkeit schmackhaft zu machen, weil sie dann ihr eigener Herr wäre und machen könnte was sie wollte. Sie zog es aber vor angestellt zu bleiben und sich am Arbeitsplatz besser durchzusetzen, was sie bis heute nicht bereut hat. Ein Leben als Selbständiger ist nämlich auch kein Zuckerschlecken.

Kollegen, die wegen psychischer Probleme und Burnout eine Therapie machten, mussten mehrmals die Therapeuten wechseln, bis die endlich die richtige Person fanden, bei der die Chemie stimmte.

Und solche Menschen wollen anderen erzählen, wie was zwischenmenschlich authentisch funktioniert?
Mich hat es echt gegruselt.
Ich könnte mir vorstellen, dass es bei einem Coaching oder einer Therapie maßgeblich vom Coach oder Therapeuten abhängt, ob so eine Maßnahme für den Klienten erfolgreich verläuft oder nicht; es also mehr oder weniger Glückssache ist, dass man auf Anhieb die richtige Person für den Job findet. Nicht selten kommt es vor, dass eine solche Maßnahme einfach kontraproduktiv ist.

Dass dem so sein kann, zeigt deine Begegnung mit diesem Paar.
Mir sind übrigens auch solche Menschen bekannt, bei denen ich mich gefragt habe, wozu die wohl Ratsuchende anregen wollen und was sie ihnen erzählen wollen, wenn sie nicht mal ihr eigenes Leben nicht in den Griff bekommen.

Menschen, die für ihren Job nicht geeignet sind, findet man allerdings in allen Berufen, von der Friseurin bis zum Lehrer. Nur hat eine vermurkste Frisur nicht so eine nachhaltige Wirkung wie die Beeinflussung durch eine Bezugsperson oder der Eingriff ins Innenleben.

Ich kann zum Beispiel rauchende Ärzte nicht für voll nehmen.
Aber das wäre wieder ein anderes Thema ...
 
  • #15
Mich hat es echt überrascht, dass die beiden da völlig anders agierten als privat. Wie umgekrempelt. Der privat sehr anhängliche und anstrengend weinerlich-unbeholfene Mann war in diesem beruflichen Umfeld plötzlich der "harte Macker".
Ich habe den Eindruck gewonnen, dass es hier gar nicht um die Frage geht, ob man zu einem Coach gehen soll. Ich habe den Eindruck, dass du von diesem Mann erwartet hättest, dass er 24 Stunden am Tag der "harte Macker" sein müsste, und sich sonst weder guten Gewissens "Mann" noch "Coach" nennen dürfte. Wir haben oftmals illusionäre Ansprüche, sowohl an Männer, als auch an Fachpersonen, was das anbelangt. Es wäre schön, wenn sich Männer authentisch geben dürften, auch mit ihren Schwächen. Und Frauen sich umgekehrt auch stark zeigen könnten. Du selbst wertest jedoch die "authentische" Version dieses Mannes stark ab (weinerlich-unbeholfen) und gibst ihm insofern doch recht, wenn er diese Seite versteckt im Berufsleben.
 
  • #16
Wenn ich an unseren hauseigenen IM denke ein klares Nein ansonsten Ja.

Deine Ausführungen finde ich haarsträubend. Ich tue mir keine mir nicht gut tuenden Menschen an, egal ob privat oder beruflich, auch keinen Coach. „Warum Du?“, bleibt für mich eine interessante Frage. Nur wenn ich das Gefühl habe, dass er/sie mir gut tut und derer Notwendigkeit besteht, würde ich eine/n in Anspruch nehmen. Ich bin allem offen und gehe sehr bewusst diesen Weg, wer oder was hilft mein Leben einfacher, leichter, schöner und bunter zu machen. Ich lade sehr gerne jede/n ein mitzugehen. Alle anderen fliegen raus.
 
  • #17
Ich muss mich jetzt unbedingt outen: was macht eigentlich so ein Coach? Ich wills nicht probieren aber hier scheinen ja alle kompetent zu sein und coaching als normal anzusehen. Ich weiß nicht mal was das ist
 
  • #18
Ja und ein Diplom hilft einen auch nicht weiter, auch wenn manche dies so denken, Das mit dem Diplom ist für mich so ein deutsches Gedankengut. In den USA kann ich alles auch ohne Diplom machen und der Markt entscheiden ob ich gut bin oder nicht. Wenn ich eine Kfz-Werkstatt eröffnen möchte, dann entscheidet ja auch der Markt, ob ich Kunden bekommen und nicht mein Meisterbrief, den ich nicht habe, ob ich Kunden bekomme.

Ich habe dies ja bei meinen angehenden Akademikern gesehen, die bei uns sich auf den Abschluss vorbereitenden. Wenn sie Ü30 sind, dann brauchen sie sich bei RB gar nicht bewerten, da die keinen einstellen, der Ü30 ist. Da entscheidet wohl eher das Insiderwisssen und nicht das Diplom.

Wenn ein Bewerbungscouch aus HH oder Berlin ein Diplom hat, aber kaum die Strukturen der Betriebe kennt, dann bringt dies wenig. Es gibt auch nach Betriebe, da sollte man mehrere Mitarbeiter kennen und kennt man kaum jemand, dann ist man wieder aus dem Vorstellungsgespräch draußen.

BTW: Bei den Profilchecks hier müssten ja auch diejenigen, die antworten auch ein Diplom dafür haben, sonst würden ja die Tipps nicht wirklich etwas bringen.:)

Bei Therapeuten bringt ja ein Diplom auch recht wenig.
Beim Dipl. XY bekomme ich ja auch keine Medikamente. Möchte ich Medikamente vom Therapeuten haben, dann sollte ich eher zum einen Therapeuten gehen der DR. XY ist und so zieht sich dies ewig weiter
 
  • #19
Mich hat es echt überrascht, dass die beiden da völlig anders agierten als privat. Wie umgekrempelt. Der privat sehr anhängliche und anstrengend weinerlich-unbeholfene Mann war in diesem beruflichen Umfeld plötzlich der "harte Macker".
Es wird sicher auch die Typen geben, die im Berufsleben Unterordnung verlangen und auch zu Hause. Frauen und Männer.

Vielleicht kann man das noch auseinander klamüsern: Die, die so gestrickt sind, dass sie ihre berufliche Rolle nicht ablegen können und in irgendeinem Sinn ihr Gegenüber als Befehlsempfänger identifizieren wollen (dafür sind vielleicht bestimmte Berufsgruppen eher anfällig als andere), wollen zu Hause auch Befehlsempfänger,
Die, die so gestrickt sind, ihre Berufsrolle nicht ablegen zu können, aber ihr Gegenüber verantwortungsvoll umsorgen wollen, brauchen zu Hause jemanden, der die Rolle einnimmt, die sie bei den Leuten, die umsorgt werden wollen, beruflich einnehmen müssen. Damit sie sich wieder aufladen können und auch ihnen mal einer zuhört, Verständnis zeigt, eine Lösung für ihre Probleme hat. Dafür sind auch bestimmte Berufsgruppen anfälliger.
Bzw. Menschen wählen sich so einen Beruf, weil sie bestimmte Neigungen haben, mit anderen umgehen zu wollen und sich selbst eine Rolle zuschreiben zu wollen.
Bei Therapeutentypen könnte ich mir beides vorstellen: Den, der sich einen Patientenpartner nimmt, und den, der sich einen anderen Therapeutentypen nimmt als Partner, um endlich auch mal Verantwortung abgeben zu können.
Solche Rollenidentifizierung mit der Berufsrolle gibt es ja nicht bei jedem Beruf, von daher denke ich schon, dass man das bei denen, die viel mit Menschen zu tun haben und auch ein Anliegen an den Menschen haben, so einteilen kann. (Schornsteinfeger haben vielleicht auch Spaß an ihrem Beruf, aber kein Anliegen an ihre Klienten.)

Was mich interessiert, ist die Frage, weshalb man einen Beziehungscoach aufsucht?
Die Frage ist, denke ich, leicht zu beantworten: Weil man allein nicht weiterkommt und hofft, dass ein Dritter, der behauptet, vom Fach zu sein, etwas retten kann.

Was ich aber auch bei allen Coaches, Therapeuten, Ärzten usw. denke ist, dass man nie seine eigene Verantwortung für sich und sein Wohl abgeben kann an denjenigen. Klar geht man davon aus, dass sie wissen (sollten), was sie tun müssen, dass es besser wird, und man selbst das Wissen gar nicht haben kann. Aber trotzdem darf man nicht das eigene Denken vergessen und sich blind darauf verlassen, dass das schon alles so richtig sein wird, selbst wenn sich irgendwas "komisch" anfühlt. Wenn man also merkt, dass ein Coach einem seine eigenen Probleme oder Launen aufdrücken will, einen nicht leiden kann oder sonst was, sollte man wieder gehen.
 
  • #20
Ich muss mich jetzt unbedingt outen: was macht eigentlich so ein Coach? Ich wills nicht probieren aber hier scheinen ja alle kompetent zu sein und coaching als normal anzusehen. Ich weiß nicht mal was das ist
Wie sympathisch :) Ich denke mal, das ist so was wie ein Berater für die unterschiedlichsten Lebensbereiche. Kein Psychologe, ein Berater. Das nennt man jetzt Coach, klingt einfach cooler. Man könnte vielleicht auch mit der besten Freundin nächtelang quatschen, oder hier. Aber klärt uns auf, aber bitte ohne Beschimpfungen, das verkrafte ich nur schwer...
 
  • #21
Wie sympathisch :) Ich denke mal, das ist so was wie ein Berater für die unterschiedlichsten Lebensbereiche. Kein Psychologe, ein Berater. Das nennt man jetzt Coach, klingt einfach cooler. Man könnte vielleicht auch mit der besten Freundin nächtelang quatschen, oder hier. Aber klärt uns auf, aber bitte ohne Beschimpfungen, das verkrafte ich nur schwer...
Gut erklärt.

Neudeutsch sucht man sich für alle möglichen Lebensfragen einen Menschen, von dem man hofft, dass er die Erfahrung hat , bestimmte Problemthemen lösen zu können.
Von Ernährung, Sport (daher der Name Coach), bis über Bewerbungstraining gehen. Große Bandbreite.
Manchmal auch ein Mediator, gerade wenn es um Paare geht, oder allgemein Menschen, die miteinander konstruktiv reden wollen - können auch Nachbarn sein , oder wichtig, in Firmen, um Teamfähigkeit zu verbessern, oder bei Mobbingsituationen, oder...

Schwierig wird es, und deswegen die Randdiskussion, wenn es um psychische Probleme geht, Ängste, depressive Verstimmungen bis Depressionen, etc.

Ich war mal aus anderen Gründen bei einem Heilpraktiker, der mir dann zwar tatsächlich helfen konnte, für eine Teilfrage - aber dann ganz dringend riet, mir fachkundige Unterstützung zu suchen bei einem Psychologen. Das finde ich verantwortungsvoll und gut.

Fragwürdig ist es immer, wenn einer mit Pauschalisierungen arbeitet, und - meine persönliche Meinung - gerade wenn jemand mit Menschen arbeitet, sollte er eher positiv gestimmt sein, geduldig sein, und Menschen mögen.

Beziehungscoach wäre für mich ein Graubereich, für eine Mediation mag es gehen, wenn es um Paartherapie geht, würde ich auf einen psychologischen Fachhintergrund Wert legen.

@Magnus, auch Du legst bei Bewerbungen ganz sicher Wert darauf , dass z.B. ein Controller nachweisbare Qualifikationen hat und verlässt Dich nicht darauf, wenn er sagt, er habe Erfahrung ...

Wenn ich einen Statiker beauftrage, will ich ebenso einen Nachweis.
Ist mir jetzt die Statik eines Gebäudes wichtiger , als meine eigene psychische Stabilität?
 
  • #22
Kein Psychologe, ein Berater. Das nennt man jetzt Coach, klingt einfach cooler.
Das zieht sich jedoch durch viele Berufe durch. Früher nannte man die Frau im Lokal Bedienung und heute ist es eine Commis de Range. Da wurde einfach das französische Wort eingedeutscht.

Beziehungcoach hin oder her, aber am Ende entscheidet man ja selber und nicht der Couch. Für mich(54) wäre die FS viel zu jung und da kann der Coach auch reden was er will. Meine Exfrau war ja auch so ein junges Küken mit 12/1964. Sogar 7 Monate jünger wie ich. Jetzt denkt vielleicht der eine oder andere, dass man mit über 50 zu keine Frau sagt, dass sie ein junges Küken ist, wenn sie 7 Monate jünger ist.:)

Ich kenne nur eine Frau, die bei einer systematischen Behandlung war und auch da hat sie sich gegen den Arzt irgendwann entscheiden. Zuerst war sie damals vor ca. 10 Jahren im Klinikum in Erlangen, wo sie nur mit Medikamente abfüllt wurde und später in Klinikum Nürnberg-Nord, wo man persönliche Gespräche führte. Anschließend sollte sie wieder nach Erlangen, um wieder Medikamente zu bekommen, was sie nicht wollte. Und schon war der Therapeut gleich Geschichte.

Am Ende entscheidet ja nicht der Coach, sondern man selber was man will, auch wenn mancher Coach dies nicht so gerne hört. Es ist jedoch sehr einfach. Bezahle ich den Coach oder bekomme ich Geld von dem Coach, dass er mich behandeln darf.
 
  • #23
@Magnus, auch Du legst bei Bewerbungen ganz sicher Wert darauf , dass z.B. ein Controller nachweisbare Qualifikationen hat und verlässt Dich nicht darauf, wenn er sagt, er habe Erfahrung
Und bei den Bewerbungen kommt es auch auf die soft cells an. 2014 hatten wir eine Bewerberin für ein Werkspraktikum, die ihren Magister in Salzburg schreiben wollte und sie war bei der österreichischen Botschaft in Brasilia tätig. Da wusste ich schon ohne die Unterlagen zu sehen, dass man die Frau für die Kommunikation für Südamerika einsetzten konnte. Bei einer deutschen Bewerberin, musste man erst einmal genau nachfragen, wo sie auch Spanisch bzw. Portugiesisch kann.

Und manchmal hätte auch eine genaue Jobbeschreibung sehr geholfen. Anfang des Jahres haben wir eine Mitarbeiterin gesucht und die zuständige Gruppenleiterin duldet niemand, der schlanker, schöner, größer, usw. ist. Da wäre eher ein Text, dass die Kandidatin unter 165 cm sein sollte und einen BMI über 25 haben muss. Gut bei diesem Text würde ja gleich der Anwalt wieder drohen. Das zählt auch für die Assistentin, die mindestens Magister haben sollte. Eine Frau mit LAP geht heutzutage nicht mehr. Und oft braucht man eigentlich die Dokumente gar nicht. Man telefoniert einfach mit den ehemaligen Arbeitgebern. Dies passiert auch umgedreht so. Wenn ein ehemaliger Mitarbeiter sich wo anders bewirbt, dann bekam ich auch gleich einen Anruf von der Firma. Dies ist zwar alles nicht erlaubt, aber trotzdem passiert es und da kann der Coach reden was er will. Verhindert kann er es nicht.

Letztes Wochenende habe ich dich liebe @Lionne69 beim Lion flea market vermisst. Ein Löwenflohmarkt und keine deutsche Löwin war da. Dann musste mich halt meine Lebensgefährtin mich für die Schallplattenverkäufer beschützen, ob ich es wollte oder auch nicht. Und gestern habe ich es erlebt, dass es egal ist welche Nationalität die Schneeflocken haben. Da hat es nördlich der Rocky Mountains geschneit und es ist genauso bescheiden Schnee zu Räumen wie in Deutschland oder Österreich. Vor dem Schnee sind alle wieder gleich.:) Da kam der Kommentar meinerseits, dass sie es ja als Österreicherin genauso gut räumen könnte und eventuell sogar noch mehr Erfahrung darin hat, wie ich. Also habe ich doch am Ende den Schnee geräumt und bekam dafür einen frischen Topfenstrudel. So ein Strudel muss sich halt auch erst einmal verdient werden.:)
 
  • #24
Liebe FS,
nein, zu einem Beziehungscoach würde ich nicht gehen. Ich hatte 2 berufliche Coachings, aber die gingen auch nur um berufliche Dinge, einma Fachkompetenz für neue Techniken ein anderes Mal Methodenkompetenz (sich neue Gebiete/Techniken selber erschließen).
Ein Coach war gut (beherrschte, was er coachen sollte), der andere taugte nichts (Schwafelkopf, der viel hermachte, aber kein Fundament hatte) und den habe ich nach Rücksprache mit der Personalentwicklung ausgetauscht. Mit dem nächsten lief es gut.

Ich wähle auch Coaches für Kollegen aus und akzeptiere nur ungefähr jeden Dritten. Er muss ja nicht nur Ahnung von dem haben, was er vermitteln soll sondern die Chemie muss stimmen für einen gelingenden Prozess.

So wie ich bei beruflichen Coaches sehr genau auf die Profile gucke (was hat er für eine Ausbildung, was hat er für Berufserfahrungen), würde ich in persönlichen Dingen (Beziehungen) genauso vorgehen.

Coach kann sich jeder nennen, ohne dafür eine Qualifikation zu haben. Sehr oft versuchen sich Leute in diesem Gebiet, die selber ihr Leben an die Wand gefahren haben (Burnout), niemals bewiesen haben, dass sie zu Erkenntnissen gekommen sind, die sie in die Praxis umsetzen können und selber in der Lage sind, mit ihren Kräften und Fähigkeuten besser zu haushalten.

Wenn ich einen Coach von meinem privaten Geld bezahlen muss und es um persönliche Dinge geht (Sollbruchstellen), dann schaue ich genau darauf, ob er eine fundierte Ausbildung hat (Psychologiestudium, bevorzugt klinische Psychologie und anschließende Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten mit entsprechenden Praxiserfahrungen). Ein derartig ausgebildeter "Coach" kostet nämlich genausoviel wie ein "Selbsternannter".
Die Ausbildung ist zwar keine Garantie, dass es hut läuft, aber die wahrscheinlichkeit ist ungleich höher, dass derjenige weiß, was er tut auf der Basis einer soliden Ausbildung.
Bei Beziehungsproblemen weiß man nie, worauf man trifft, wenn man anfängt sich
 
  • #25
Besteht nicht die Gefahr, dass der Beziehungscoach einem seine eigenen Glaubenssätze aufdrücken/überstülpen will, obwohl sie zu ihm passen, aber nicht zu einem selbst?
Genau daran erkennst du den schlechten Coach. Egal ob beruflich oder privat.
Ein Zeichen für gutes Individualcoaching ist immer, dass du mehr redest. Zumindest am Anfang. Rückfragen und Denkanstösse sollten vom Coach kommen. Aber keine Vorträge.
Im Grunde sollte ein Coach wie ein Rechtsanwalt oder Unternehmensberater zunächst genau zuhören, um so die Aufgabenstellung zu erfassen. Fragen stellen, um Klarheit zu bekommen. Deine Wünsche und Ziele abfragen. Derjenige, der dir vorgefertigte Antworten bietet, ist mit Sicherheit der Falsche. Und vergiss nicht - auch die Sympathie entscheidet mit, denn du musst nicht nur Geld sondern auch Vertrauen investieren.
 
  • #26
Ich muss mich jetzt unbedingt outen: was macht eigentlich so ein Coach? Ich wills nicht probieren aber hier scheinen ja alle kompetent zu sein und coaching als normal anzusehen. Ich weiß nicht mal was das ist
Danke, dass frage i h mich auch die ganze Zeit. Ich hatte mal als Kind im Fußballverein einen Trainer, den haben wir Coach genannt, weil wir das aus der Fernsehserie die Bären sind los kannten und alle so toll fanden. Was bitte ist heute ein Coach?
Ehrlich, es wird aber auch jeden Scheiss aus den Staaten hier übernommen.
Keine Besprechungen mehr, nur noch Meetings.
Bachelor, Master egal ob sie inspirieren oder nicht. Alle wichtig.
Coffee to go? Ich will doch nur ein Butterbrot.
Was verbirgt sich so oft hinter diesen Fassaden der großen Bezeichnungen. So oft nichts als Luft. Nicht greifbar und unnütz.
Coach? Lächerlich.
Ungelerntes Pack.
M47
 
  • #27
Ganz so ist es auch nicht.
Im beruflichen Bereich haben die Coaches durchaus ihre Berechtigung - bspw. wenn du eine neue Software in deiner Firma einführst und Wert darauf legst, dass alle Mitarbeiter möglichst schnell damit umgehen können. Es sind auch nicht alle ungelernt ...

Gerade da, wo neue Bereiche eröffnet werden, fehlen oftmals die Ausbildungsberufe noch. Unsere Grosseltern hatten auch noch nie vom "Paartherapeuten" gehört. Oder vom Webdesigner.

Ich halte es für gar nicht so schlecht, dass sich Psychologen und Psychiater auf wirklich kranke Menschen konzentrieren können und diejenigen, die hier schon die unsinnigsten Fragen stellen und / oder zur allgemeinen Erheiterung in ihrer Naivität beitragen, die Möglichkeit haben, einen Coach zu konsultieren und vor allem selbst zu bezahlen. Ich denke nämlich, dass die Frage, ob der Traummann nun Baujahr 1970 oder 1968 ist eine Frage des normalen Lebensrisikos ist und keine für eine Krankenversicherung welcher Art auch immer. Wer es also nicht alleine hinbekommt, sich solche Fragen zu beantworten, der soll doch ruhig zum Coach. Egal, wie (un)inspiriert dieser auch sein mag. Kaputtmachen kann er bei solchen Leuten eh nix mehr.
Allerdings kann ein guter Coach jemanden auch durchaus auf richtige Ideen bringen - gerade im zwischenmenschlichen Bereich. Und Kompetenz hat nur am Rande etwas mit einem Studium zu tun.
 
  • #28
Ich halte es für gar nicht so schlecht, dass sich Psychologen und Psychiater auf wirklich kranke Menschen konzentrieren können
Bitte beachten, weil damit eine andere Aussage inkludiert ist.
Für die Bewilligung einer Therapie braucht es eine Diagnose und einen begründeten Antrag - da wird bei allen Kassen sehr genau hingeschaut. Private KVs übernehmen oft gar nichts oder begrenzte Stunden, bei den GKVs wird immer nur ein gewisses Kontingent über den Medizinischen Dienst bewilligt, Ablehnung nicht selten, gerade wenn es um Verlängerungen geht, und es gibt ein Maximalkontingent je nach Form, wobei nicht jede Therapieform akzeptiert wird. Die Suche nach zugelassenen Psychotherapeuten ist schwierig und braucht viel Kraft und Energie.
Es ist nur für die probatorischen Termine leichter geworden - Termine, wo abgeklärt wird, was los ist, ob Therapie Sinn macht , und ob es miteinander Sinn macht.
Und ich denke nicht, dass man zu einem Psychiater nur zum Zeitvertreib / für Banalitäten geht, das ist eher die Thematik von Hausärzten.
Also die Konzentration auf die Menschen , die wirklich psychische Fragestellungen haben, ergibt sich fast von selbst.
Ganz im Gegenteil bräuchte es mehr Plätze.

Ansonsten muss man selbst zahlen, mit privater Zahlung ist es etwas leichter, nicht leicht, einen ausgebildeten Psychotherapeuten zu finden, vielleicht bei kleinen Themen dann auch nur für sehr wenige Stunden.
Manchmal wäre es trotzdem auch gut, mit einer Frage, die für einen subjektiv nicht banal ist, zu jemanden zu gehen, und mit Unterstützung Lösungen zu suchen, bevor sich etwas zu einem großen Problem entwickelt.

Allerdings sind die Stundensätze hoch, und da mag mancher, gerade einer, der in einer Notsituation steckt, zur günstigeren, schnelleren Alternative mit der interessanteren Website greifen, bei der alles versprochen wird. Hinterfragt wird kaum.

Kompetenz hat nur am Rande etwas mit einem Studium zu tun
Es ist verblüffend, wie bei diesem Thema auf einmal die Notwendigkeit einer profunden Ausbildung negiert wird.
Im Medizinisch - physischen Bereich möchte ich einen Arzt bzw. Facharzt, ich möchte den studierten Juristen, den Ingenieur mit dem Hintergrund - und ich möchte in anderen Bereichen auch Handwerker, die ihren Beruf gelernt haben.
Es ist immer die Kombination aus Ausbildung, Weiterbildung, Berufserfahrung, Soft Skills und Zwischenmenschlichen.
Vikky hat es gut präzisiert.
 
  • #29
Es ist verblüffend, wie bei diesem Thema auf einmal die Notwendigkeit einer profunden Ausbildung negiert wird.
Im Medizinisch - physischen Bereich möchte ich einen Arzt bzw. Facharzt, ich möchte den studierten Juristen, den Ingenieur mit dem Hintergrund - und ich möchte in anderen Bereichen auch Handwerker, die ihren Beruf gelernt haben.
Es ist immer die Kombination aus Ausbildung, Weiterbildung, Berufserfahrung, Soft Skills und Zwischenmenschlichen.
Im medizinischen Bereich hast du auch nicht nur Ärzte - Blut abnehmen oder im Labor dein Blutbild erstellen - können gar nicht alle Ärzte. Und mancher Verband, der durch die Krankenschwester angelegt wurde, sitzt besser als der von den Ärzten angelegte.
Ein erfahrener Techniker kann teilweise sehr viel mehr als ein Jungingenieur. Ok, bei den Juristen schauts anders aus .....
Steuerberater kannst du auch ohne Studium werden - und teilweise gibts sehr gute ohne ein Studium.
Ich habe gar nichts gegen eine profunde Ausbildung. Aber diese Ausbildung ist nicht unbedingt gut, nur weil sie an der Uni erworben wurde. Und einer, der gut auswendig lernen kann, besteht sein Studium. Kompetent ist er aber noch lange nicht.
Was glaubst du wohl, was mein Studium aus den Achtzigern heute noch wert ist? Die Gesetze sind längst geändert. Berechnungen erstellt der Computer. Einzig und allein die Denkweise und das Herangehen an Aufgabenstellungen ist als Grundstock noch etwas wert. Und in diesem Bereich lernt man das Meiste durch Erfahrung.

Schaue ich mir so manches "Problemchen" an - denke an die Beratungsresistenz der meisten Menschen - und sehe in die Zukunft (USA und der Gang zum Analytiker) dann könnte ein Teddybär für 10 Euro sehr oft die Aufgabe erfüllen, die da heisst: Lass dich vollquatschen.
Ernsthafte medizinische Fragestellungen meine ich nicht - aber ob ein Studium der Medizin die Beantwortung der Frage nach den geeigneten Schuhen fürs erste Date wirklich erleichtert.
Von daher - lass doch solche Beziehungscoaches arbeiten. Ich denke nicht, dass dafür eine profunde Ausbildung machbar ist. Und meist können sie auch gar nichts mehr kaputt machen.
Und genau deshalb würde ich auch nicht hingehen - denn zaubern kann der Coach nicht - der Psychologe aber auch nicht.