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Gast

  • #1

Würdet Ihr Mann Hälfte des SorgeR erteilen, wenn er nicht heiraten wollte?

Ich, 34, Akademikerin, habe ein inzwischen halbjähriges Töchterchen, mit einem Papa-Akademiker, 44. Nach der Geburt aber, gerade in der Zeit, als ich mich noch sehr fragil und schwach fühlte, hat er sich sehr schlecht benommen, lieblos und gefühlskalt, so dass ich bei ihm ausgezogen bin, als unsere Kleine 6 Wochen alt war. Ab dem Zeitpunkt der Geburt schien er auch nicht mehr heiraten zu wollen, auf meine Nachfrage hin kamen Ausreden, iSv erstmal SorgeR teilen etc. Wir lebten getrennt während der folgenden 5 Monate, und scheinen jetzt wieder zusammenzukommen. Würdet ihr ihm in dem Fall jetzt sofort beim Anlass der Vaterschaftsanerkennung (obwohl er Jurist ist, hat er sie nicht vor der Geburt, wie es üblich ist, anerkannt) auch gleich das geteilte SorgeR übertragen, oder (erstmal) nicht? Und weiß jemand, ob er der Kleinen und mir für die Zeit rückwirkend Unterhalt schuldet, in welcher er seine Tochter noch nicht anerkannt hatte?
 
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Gast

  • #2
Nein, warte ab, prüfe ihn, macht gemeinsam eine Ehe-Eltern-Beratung und schau dann, ob er sich das gemeinsame Sorgerecht erarbeitet hat.

Wichtig ist natürlich, dass er das Kind als sein leibliches anerkannt hat. Warum hast du das nicht gleich nach der Geburt veranlasst? Warum hat er das Sorgerecht, gerade als Jurist, nicht von selber gleich anerkannt?

Dir ging es nicht gut, aber hattest so viel Kraft 6 Wochen nach der Geburt gleich auszuziehen, anstatt dafür Sorge zu tragen, dass er das Kind erstmal anerkennt? Dein armes Kind....

Bezüglich zum Unterhalt empfehle ich dir dringend einen Gang zum Jugendamt. Die sind versiert und geschult in den Unterhaltsfragen.

Viel Erfolg.

w 47
 
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Gast

  • #3
Nein auf keinen FAll das SorgeR. Du weißt nicht wie sich eure Beziehung weiterentwicklet und dann musst Du alles mit ihm absprechen. Kann Stressig werden.
 
  • #4
Jetzt werde ich von meinen Geschlechtsgenossen gesteinigt:

Eigentlich meine ich, daß beide Elternteile die gleichen Rechte haben sollten. Wenn Du aber fragst, was in Deiner Situation für Dich das Beste ist, solltest Du kein gemeinsames Sorgerecht wählen, wenn Du Dir nicht sicher bist, daß Ihr Eure Tochter auch dauerhaft zusammen erzieht. Falls Ihr Euch trennt, ist ein gemeinsames Sorgerecht auch dauerndes Konfliktpotential. Du mußt jede Kindergarten- und Schulwahl, jede nicht routinemäßige Heilbehandlung usw. mit ihm einvernehmlich klären.

Du mußt Dich fragen, wie wahrscheinlich es ist, daß ihr zusammen bleibt und wie konfliktreich sich im Falle einer Trennung das Ganze gestalten wird. Du kennst ihn und Du weißt, wie er sich im Trennungsfall verhält. Du hast es ja erlebt und er scheint auch schwierige Seiten zu haben. Außerdem können Juristen sehr ekelig werden - ich weiß wovon ich spreche ;-)

Nur zur Klarstellung nochmal: Grundsätzlich bin ich für gleiches Recht für beide Eltern. Die Frage war aber nicht, wofür ich im Grundsatz bin, sondern wie sich die Fragestellerin aus ihrer Sicht am besten verhält.
 
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Gast

  • #5
Wie wahrscheinlich ist es denn, dass er überhaupt der Vater ist? Scheint mir, als hätte der Mann (berechtigte ?) Zweifel daran, dass es nicht sein Kind ist. Oh hoppla - und jetzt? Dann geht es hier nicht um gemeinsames Sorgerecht und dass er nicht heiratet, sondern um ein Kuckuckskind. Da wird er sich gründlich überlegen, ob er mal schnell die Vaterschaft anerkennt und auch gleich für die nächsten 25 Jahre Unterhalt zahlt. - ist nur so ein Gedanke, wenn ich mir die Frage so durchlese... w/42
 
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  • #6
Er hat sich gar nichts erarbeitet.
Du hast die Kleine während 6 Monaten rund um die Uhr betreut. Ist er einmal nachts um 3 Uhr aufgestanden, wenn sie geschrien hat?
Nein. Kein Sorgerecht für diesen Egoisten.
Er wird Dich nur erpressen, wenn er das halbe Sorgerecht hat.
Als Jurist hat er sicher einen Plan, um dich kleinzukriegen.

Er kann sich ja um sein Kind kümmern, da braucht er kein Sorgerecht dazu.
Omas und Opas kümmern sich auch ohne Sorgerecht.

Die Sache mit dem Unterhaltsgeld ist eine Unverschämtheit von ihm. Ich hoffe, Du bekommst dieses Geld für die letzten 6 Monate. Da zeigt sich doch sehr deutlich sein Charakter. Er gönnt Dir nicht die Butter aufs Brot.
Ich könnte nie im Leben einem solchen Menschen verzeihen.
Geschweige denn wieder mit ihm zusammenkommen.

Er ist vermutlich nur zu übelsten Machtspielchen fähig, nicht zu wirklicher Partnerschaft.
Das mit dem Heiraten würde ich auch schön bleiben lassen.
Zieh auf keinen Fall die nächsten 3 Jahre mit ihm zusammen.
Bitte lasse Dich bei Pro Familia beraten.

Dieser Mann ist vermutlich wie so einige, die ich bei Freundinnen erleben musste.
Ist die Frau mit Kind weg, lügen sie ihr was vor, bis sie zurückgekehrt ist. Ist die Frau wieder in Abhängigkeit und Wohnung des Mannes, treten sie auf der Frau herum.
Musst Du selber wissen, ob Du ihm noch vertrauen willst.

Geh in eine Krabbelgruppe, Pekip-Gruppe etc. Hauptsache, Du triffst viele Mütter mit kleinen Kindern. Das hilft Dich in der ersten Babyzeit und Du kannst mit ihnen über Deine Situation sprechen. Mit ein paar Freundinnen im Rücken kannst Du das Kind locker alleine erziehen. Lass Dich nicht von diesem Mann zermürben. Du brauchst die Kraft für Dein Kind.
Alles Gute
 
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Gast

  • #7
ad #4: Ja, er ist der leibliche Vater und darf dies auch jederzeit genetisch nachprüfen lassen, so er da irgendwelche Zweifel hätte (hat er aber absolut nicht, und zu Recht). Ich war mit ihm zuvor fast ein Jahr zusammen, in einer festen Beziehung, und hatte keinerlei Nebenmann o.ä.
Nach der Geburt hatte ich eine schwerste Eisenmangelanämie, war sehr schwach und hilfsbedürftig. Sonst bin ich eine sehr eigenständige Frau. Er hat diese neue Lage nach der Geburt leider richtig ausgenutzt, und mich schlecht behandelt (keine Umarmung, Küsse, Liebesbezeugung mehr, nicht das Geringste). Hierzu ein Beispiel: Ich sage ihm, wie sehr ich ihn über alles liebe, egal was er auch immer tue, und er lakonisch-kalt dazu: "Na dann bin ich ja beruhigt..." Ist das wirklich die Norm in emotionaler Hinsicht, noch dazu zu seiner Frau, die ihm gerade ein Wunschkind (besonders von seiner Seite aus) geboren hat?
 
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Gast

  • #8
Habt Ihr einen Vaterschaftstest machen lassen?
Ist er der juristisch anerkannte Vater?
Wie fest war Eure Partnerschaft, als Du schwanger wurdest?
Habt Ihr Euch am Beginn der Schwangerschaft geliebt ?

War die Schwangerschaft von Euch beiden geplant und wenn nicht, habt Ihr Euch beide darüber gefreut?
Wolltet Ihr auch ohne Kind eine Partnerschaft?
War nur ausschliesslich die Schwangerschaft das Argument zum Heiraten?

Diese Fragen musst Du hier nicht alle schriftlich beantworten aber tief in Dir drin ist vielleicht auch ein bisschen nachvollziehbar, dass er möglicherweise an der Vaterschaft und der Partnerschaft zweifelt?
 
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Gast

  • #9
Ich vermute ganz ehrlich, dass er deswegen keine Vaterschaft anerkannt hat pränatal, weil er somit postnatal ein Druckmittel hatte, um gleichzeitig die Hälfte des SorgeR zu erzwingen auf diese Art. Ich habe von ihm noch keinen Cent erhalten, als Unterhalt für mich und meine Tochter, und beantrage jetzt gerade Kinder- und Elterngeld. Allein von ihm ausziehen konnte ich nicht mehr, gesundheitlich gesehen damals, so schwach war ich, meine Eltern haben mir dabei geholfen. Es war schrecklich und sehr traumatisch, das Ganze! :-(((
 
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Gast

  • #10
(Fragestellerin) Er wird es solange verzögern, mit der Vaterschaftsanerkennung, bis die neue Rechtslage in Kraft tritt, und er automatisch mit der Anerkennung seiner Vaterschaft das geteilte Sorgerecht erhält. Das Ganze bereitet mir schon Sorgen, da er ein sehr dominanter (ich selber auch recht dominant :), kindlicher und höchst emotionaler Mensch ist (da habe ich Angst vor im Trennungsfall). Ich weiß gar nicht, ob er dauerhaft beziehungsfähig ist. Er ist, wie gesagt, 44 Jahre alt, wohnt in der Hauptstadt und hatte nie eine längere Beziehung als 3-5 Jahre. Er wollte "unbedingt auch so ein Kindchen", wie er sich ausdrückte. Meine Mutter dachte, sie hörte nicht Recht, jemanden so sprechen zu hören, wie wenn es um eine Tafel Schokolade geht, obwohl hier doch ein kleiner Mensch entstanden ist.
 
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Gast

  • #11
Ad #7 (Fragestellerin): Ja, wir hatten vor der Geburt eine wirklich schöne Beziehung. Allerdings ist er da auch schon einmal fremdgegangen, mit einer Bekannten von mir. :-( Viele meiner Freunde meinten damals, dass ich es da schon hätte wissen müssen, was das für ein Mensch sei, und niemals mit ihm ein Kind haben sollen. Das Kindchen war in der Tat gewollt und geplant, wir haben uns beide sehr über die Schwangerschaft gefreut. Das danach war dann jedoch die Hölle, in jeder Hinsicht.
 
  • #12
Liebe FS,
bitte entschuldige Du sagst ihm
wie sehr ich ihn über alles liebe, egal was er auch immer tut ?
Was soll dies denn? Niemals würde ich einem Mann dies sagen. Egal was er tut?
 
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  • #13
Liebe Fragestellerin, dem Beitrag von #3/Volljurist ist sachlich nichts hinzuzufügen. Das einzige was mir noch einfällt: Wenn Du ihn aus Eurem Leben draußen lassen möchtest und er Dir und dem Kind das Leben voraussichtlich nur schwer machen wird, dann könntet Du Dir überlegen auf seine finanzielle Unterstützung für das Kind zu verzichten und er verzichtet dafür auf das gemeinsame Sorgerecht ... ob das formal möglich ist, weiß ich allerdings nicht, wenn ich Deinen Beitrag #9 (erster Satz) berücksichtige.

w/48kfdo
 
  • #14
Entschuldige, ich hatte Deine Frage nach dem rückwirkenden Unterhalt überlesen.

Unterhalt für die Vergangenheit kann nur ab dem Zeitpunkt geltend gemacht werden, zu welchem der Unterhaltsschuldner zur Zahlung oder zur Auskunft über seine Vermögensverhältnisse aufgefordert, das heißt mit dem Unterhaltsbegehren konfrontiert wurde. Es gibt also grundsätzlich (vom Grundsatz her) keinen rückwirkenden Unterhalt, soweit dieser nicht gefordert wurde (§ 1613 Abs. 1 BGB). Der Gesetzgeber will die sogenannte Unterhaltsfalle vermeiden, daß jemand Jahre wartet und dann allen Unterhalt auf einmal fordert. Der Vater Deines Kindes ist Jurist, er weiß das und er wird es Dir im Zweifelsfall entgegenhalten.

Hiervon gibt es aber eine wesentliche Ausnahme, nämlich dann, wenn der Unterhalt aus rechtlichen (oder tatsächlichen) Gründen nicht vorher gefordert werden konnte (§ 1613 Abs. 2 BGB). Das ist unter anderem dann der Fall, wenn die Vaterschaft noch nicht anerkannt oder gerichtlich festgestellt ist (§§ 1594 Abs. 1, 1600d Abs. 4 BGB). Nach diesen Vorschriften können die Rechtswirkungen der Vaterschaft vor Anerkennung bzw. Feststellung nicht geltend gemacht werden. Daher bist Du (bzw. Dein Kind, vertreten durch Dich) bislang an der Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen aus Rechtsgründen gehindert und kannst sie nach der Anerkennung oder gerichtlichen Feststellung doch noch rückwirkend geltend machen. Das wird er Dir aber nicht sagen. Du kannst ihn ja mal beiläufig danach fragen, dann siehst Du, ob er sich eine Hintertüre aufzuhalten versucht.

Im Klartext heißt das, wenn er die Vaterschaft nicht anerkennt, läßt Du sie gerichtlich (baldmöglichst!) feststellen. Unmittelbar nach Anerkennung oder Feststellung forderst Du (nachweisbar!) den Unterhalt rückwirkend. Der Anspruch besteht, aber das Gericht kann, sofern die Summe zu groß würde, dem Unterhaltsschuldner die rückwirkende Zahlung in Raten erlauben.

Nimm Dir einen Rechtsanwalt (evtl. Fachanwalt für Familienrecht). Falls der Vater Deines Kindes auch Rechtsanwalt ist, solltest Du Deinen Anwalt darauf hinweisen. Manche Anwälte lehnen es aus Kollegialität ab, Kollegen aus der eigenen Stadt oder im eigenen Amtsgerichtsbezirk zu verklagen, da sie immer wieder miteinander zu tun haben. In diesem Fall würde Dir Dein Anwalt aber sicher einen fähigen Kollegen in der nächsten Stadt empfehlen.

Als erste Anlaufstelle kannst Du Dich auch an das Jugendamt wenden.

P. S.: Die neue Rechtslage zum Sorgerecht nichtehelicher Väter hat das Bundesverfassungsgericht mit seiner Entscheidung vom 21. Juli 2010 schon weitgehend geschaffen. Einen Automatismus für ein gemeinschaftliches Sorgerecht gibt es jedenfalls derzeit noch nicht. Eine gesetzliche Neuregelung wird zwar früher oder später kommen, das wird aber noch dauern. Bislang gibt es, soweit ersichtlich, noch nicht einmal einen Referentenentwurf zu einem solchen Gesetz, geschweige denn ein förmliches Gesetzgebungsverfahren. Über diesen Punkt würde ich mir keine großen Gedanken machen.
 
  • #15
Liebe Fragestellerin!

Ganz einfache Antwort: NEIN!

Du hast genau NULL Vorteile durch das gemeinsame Sorgerecht, aber zahlreiche NACHTEILE, wenn Du ihm Rechte einräumst, die Du nicht einräumen müsstest. Bei der nächsten fundamentalen Meinunsgverschiedenheit wirst Du es bitter bereuen.

Vorteile hat es deswegen genau Null, weil Du den Vater des Kindes ja freiwillig soweit einbeziehen kannst, wie Du möchtest. Falls sich doch alles harmonisch entwickelt, macht Ihr beide einfach, wie Ihr wollte. Dazu muss er kein Sorgerecht haben.

Volljurist hat es ja bereits treffend erläutert.
 
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Gast

  • #16
Du schreibst zum einen, dass Du Dich direkt nach der Geburt vom Vater getrennt hast. Zum Zweiten wärst Du damals in einer extrem sensiblen Phase gewesen. Zum Dritten gab es scheinbar keine wirklich handfesten Gründe für die Trennung.

Kann es sein, dass die Trennung im Kern gar nicht am Vater lag, sondern eher an einer postnatalen Depression?

Wenn das so war, würde ich alles daran setzen, den Draht zum Vater wieder aufzubauen. Sonst hast Du während dieser Gesundheitskrise Dein Leben verpfuscht und wirst immer als Alleinerziehende oder Teil eines Patchwork-Netzes darstehen, statt eine vernünftige Familie zu haben.

m (45)
 
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  • #17
Das zum Thema Elite und Akademiker! Sollte ihm nicht klar sein, dass er für seine Tochter Unterhalt bezahlen sollte. Na wenn das schon nicht funktioniert, hat er m.E. überhaupt kein Recht geschweige denn Anspruch an ein gem. SorgeR zu stellen. Das müsste Dir doch Zeichen genug sein, wie Dein Akademiker tickt. Sehr fürsorglich nicht? Ein geteiltes Sorgerecht hat keine Vorteile, im Gegenteil und wenn ihr irgendwann heiraten solltet, hat sich das Problem eh von allein gelöst. Lass es lieber. Mir scheint der Akademiker noch nicht erwachsen und dem Kind gegenüber noch nicht ge-wachsen zu sein! Kümmer Dich erstmal um Dich. Mutter zu werden und zu sein ist alles nicht so einfach. Lass Dir Zeit - auch mit dem Zusammenziehen. Viel Glück.
 
  • #18
Den Hinweisen von Volljurist ist nichts hinzuzufügen.

Ich verstehe eines nicht: ihr hattet bis zur Geburt eine harmonische Partnerschaft und bekamt ein Wunschkind. Und da ist er nicht automatisch zum Standesamt gerannt und hat seine Vaterschaftsanerkennung voller Stolz unterschrieben? Warum will er für sein Wunschkind nicht umstandslos und sofort zahlen?
Dieser Mann liebt vermutlich weder Dich noch sein Kind. Gerade weil er Jurist ist kennt er die Rechtslage. Gib ihm auf keinen Fall das geteilte Sorgerecht!
Das gemeinsame Sorgerecht wäre nur dann sinnvoll und notwendig, wenn ihr zwei wieder ein harmonisches Paar werdet, welches unter einem Dach lebt und bei dem sich jeder für seinen Teil auch finanziell füreinander und für das Kind einsteht. Der Mann soll erst mal lernen, Verantwortung zu übernehmen!
 
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Gast

  • #19
"... da er ein sehr dominanter, kindlicher und höchst emotionaler Mensch ist ..."
Eine 'merkwürdige Kombination' von Charaktereigenschaften.
Liest sich für mich wie 'Psychopath'.
Dann lieber kein gemeinsames Sorgerecht.
Ansonsten alles irgenwie sehr konfus, verwirrend.
Unabhängig von deinem Fall bin ich grundsätzlich für GEMEINSAMES Sorgerecht.
 
  • #20
Vielleicht ein paar Zeilen, wie es sich für den Mann darstellen könnte, über den alle herfallen und dessen Sicht und Darstellung der Dinge wir naturgemäß nicht kennen. Stellt Euch einfach vor, er hätte hier einen Thread eröffnet mit der Frage, ob das alles noch Sinn mache und er trotz erheblicher Zweifel an seiner Vaterschaft Unterhalt zahlen solle. Er schildert (als Ich-Erzähler) Nachfolgendes.

Er, gutverdienend, sei mit einer Frau zusammen gewesen. Er habe sie geliebt und liebe sie immernoch. Beide hätten sich auf ein gemeinsames Kind gefreut. Seit der Geburt sei die Mutter wie ausgewechselt, schon immer dominant, jetzt aber menschlich ausgesprochen schwierig und übertrieben empfindlich, gleichzeitig klammernd. Wie auch immer er reagiere, sei es falsch und führe zum Konflikt. Nichts mache er richtig. Er habe sich irgendwann etwas zurückgezogen, um die Konflikte zu meiden. Nun sei es erst Recht zu vermehrten Auseinandersetzungen gekommen. Kaum sei das Kind auf der Welt gewesen, habe ihn die Frau verlassen. Obwohl er sich ursprünglich eigentlich sicher gewesen sei, kämen ihm jetzt Zweifel, ob er wirklich der Vater sei. Er arbeitete schon immer viel und sei daher oft nicht zu Hause gewesen. Er habe mittlerweile den Eindruck, das Kind stamme aus einem Seitensprung. Das erkläre für ihn, daß die Mutter zwar einerseits so sehr auf die Vaterschaftsanerkennung durch ihn dränge, sich gleichzeitig aber von ihm distanziere. Er fühle sich auf die Versorgerrolle reduziert und habe daher beschlossen, zunächst keinen Unterhalt zu zahlen. Ihre Mutter und Freunde hätten ihn ohnehin schon immer abgeleht.

Selbstverständlich habe ich keine Ahnung, was in dem Mann vorgeht. Aber hier voreilig Schlüsse zu ziehen und einer jungen Mutter mit ferndiagnostisch erstellten Psychogrammen dieses Mannes rigoros zur Trennung zu raten, halte ich für verantwortungslos. Bestimmt liege ich mit meiner Schilderung aus seiner möglichen Sicht daneben, aber vielleicht auch nicht weiter daneben, als viele, die hier zur Trennung auffordern und meinen ganz genau zu wissen, was in diesem Mann vorgeht. Auch die Fragestellerin hat sich verändert. Das ist infolge Schwangerschaft und Geburt auch normal und sollte vom Vater auch ausgehalten werden. Natürlich hat er Unterhalt zu zahlen. Aber vielleicht zweifelt er wirklich an seiner Vaterschaft. Keiner von uns war dabei oder kennt ihn!
 
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  • #21
Ad #19: Lieber Volljurist, herzlichen Dank für Deine so interessanten wie ausführlichen Antworten.
Es zweifelt hier aber definitiv niemand an der leiblichen Vaterschaft, das ist in diesem Fall überhaupt nicht die Frage. Jederzeit darf der Papa das selbstverständlich überprüfen, ich würde ihn sogar ausdrücklich dazu ermutigen, so er in der Frage auch nur den leisesten Zweifel hätte oder hat. Ein genetischer Test würde seine Vaterschaft zu 100 % nachweisen (gerne darf und soll ein solcher gemacht werden, da das Ergebnis eindeutig ist), das ist zweifelsohne klar, da ich keinerlei Verkehr mit einem anderen Mann während der ganzen Zeit unserer Beziehung hatte. Der Papa weiß das auch selbst genau, und bezweifelt es nicht im Geringsten, zu Recht.
 
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Gast

  • #22
Im übrigen ist das Kind das Ebenbild seines Papas, ihm wie aus dem Gesicht geschnitten physisch, auch von Körpergröße her, alles. Und er arbeitet von zu Hause aus, da er dort sein Office hat. Er ist fast immer zu Hause. Soviel zur Möglichkeit eines Seitensprungs durch die Frau...
 
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Gast

  • #23
Liebe Fragestellerin,

Willst Du denn das Beste für Dich oder das Beste für das Kind?

Für das Kind wäre es ganz sicher am Besten, wenn die Eltern sich das SorgeR teilen.

Das er Dich nicht heiraten wollte, ändert ja nichts an der Vaterschaft, hat damit also nix zu tun.
 
  • #24
@#22: Falsch, für das Kind ist das Sorgerecht völlig egal -- juristische Aspekte merkt das Kind nicht einmal!

Für das Kind gut wäre, wenn die Eltern sich die Erziehung und den Umgang teilen. Das meintest Du wahrscheinlich auch. Aber das Sorgerecht zu teilen, wäre aus Sicht der Fragestellerin einfach nur dumm. Erziehung und Umgang kann sie auch dulden und sogar fördern, ohne auf ihre Rechte zu verzichten.

Spätestens wenn es mal grundlegende Meinungsverschiedenheiten zwischen ihr und dem Vater gäbe, würde sie es bitter bereuen, das Sorgerecht freiwillig und ohne Not geteilt zu haben.
 
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Gast

  • #25
Ich finde, die Frage nach dem Sorgerecht wird hier zu ernst genommen.
Wenn er der Vater ist, dann hat er auch ein Recht darauf, seine Rolle auszuüben.
Egal, was zwischen Euch ist oder war, auch Euer Kind hat ein Recht darauf.
Du solltest die interessen Deines Kindes in den Vordergrund stellen.
Du bist verantwortlich für dein Kind, also verdirb ihm nicht seine Kindheit.
Lass Deinem Kind seinen Vater.
Trenne Deine eigenen Interessen von den Interessen Deines Kindes, auch wenn es nicht leicht ist.
Ich habe es so gemacht und brauche heute und später niemals ein schlechtes Gewissen zu haben.
Und so schlimm gestaltet sich das auch nicht.
w/43
 
  • #26
@#24: Welchen Teil von #23 hast Du nicht verstanden?

Zum Wohle des Kindes kann sie durchaus Umgangsrecht, Beteiligung an Erziehung, Interessen des Kindes berücksichtigen -- aber dazu muss sie doch nicht Das Sorgerecht freiwillig aufgeben.

Das Sorgerecht hat nichts mit dem Umgangsrecht zu tun. Die Aufgabe des alleinigen Sorgerechts nähme der Fragestellerin wichtige Möglichkeiten, über ihr Kind zu entscheiden. Das würde ich niemals aufgeben!
 
  • #27
@#20

1. Gerne!

2. Ich wollte mit #19 auch keinerlei Zweifel an Deiner Treue etc. sähen oder mich gegen Dich wenden. Ich hatte Dich schon so verstanden.

Es ging mir darum einfach darzustellen, daß es zwei Seiten gibt und man, nachdem man nur eine Seite gehört hat, als Außenstehender zurückhaltend mit Deutungen und rigorosen Empfehlungen sein sollte. Ich störe mich manchmal an Antworten in diesem und anderen Threads, in denen Leute unreflektiert und ohne weiteren Hintergrund mit einer Bestimmtheit Deutungen von sich geben, die in Wahrheit nichts als Kaffeesatzleserei sind und darauf Empfehlungen aussprechen, die sehr absolut sind. (In diesem Thread hält es sich sogar in Grenzen, daher hätte ich mir wahrscheinlich einen anderen Thread für die Anmerkung suchen sollen.) Daher hatte ich versucht darzustellen, daß nicht alles Schwarz weiß ist und sich aus der Sicht des anderen Parts vielleicht alles ganz anders darstellt. Es gibt immer mindestens zwei Varianten einer Geschichte.

Daß ich Dich und Dein Problem ernst nehme, hast Du sicher gemerkt.
 
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Gast

  • #28
Meine Meinuhng: auf KEINEN FALL gemeinsames Sorgerecht. Soweit ich weiss, muss er als biologischer Vater aber trotzdem die Alimente zahlen, auch ohne dass er das Sorgerecht hat! Ich weiss aber nicht, wie das rückwirkend ist für die Zeit vor der Vaterschaftsfeststellung. Meine Vermutung ist, dass er auch für diese Zeit wird zahlen muessen.
 
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Gast

  • #29
Gemeinsames Sorgerecht ist sinnvoll, wenn beide Eltern an einem Strang ziehen und häufig unterwegs sind, so dass einer von beiden ohne den anderen eine Entscheidung treffen kann.

[Mod.= wegen eheblicher Überlänge gelöscht]
 
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  • #30
Wenn er Dich heiratet, bekommt er das Sorgerecht. Sonst eben nicht! So EINFACH ist das. Dein Ex übernimmt keine Verantwortung und trägt bislang auch keine Sorge für das gemeinsame Kind. Sonst hätte er Dir Unterhalt bezahlt, Kindersachen mit Dir besorgt, Windeln gewechselt, Dich nicht allein gelassen, er wäre Dir hinterher gekommen! Seinen Worten und Taten nach bist Du ihm gleichgültig, er ist link und will sich billigst aus der Affäre ziehen. Wahrscheinlich bemitleiden ihn seine Freunde dafür, dass ihm "eine ein Kind angehängt hat".- oder bekommst Du Glückwünsche aus seiner Familie, aus seinem Freundeskreis? Lade diese ein und "teste" dadurch Deine Stellung. Was hat er Dir zur Geburt geschenkt? Will er noch mehr Kinder mit Dir? Wie stellt er sich eine Zukunft vor? All diese Fragen werden ihn als Lügner und Drückeberger enttarnen. Es tut mir so leid! Du musst jetzt wirklich tapfer sein.