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  • #31
Nö, wieso? Das Hörgerät sorgt doch dafür, dass er einen sogar hören kann. Ein normales Leben ist möglich. Wenn man verliebt ist, stört einen sowieso weniger. Eine Bekannte von mir hat auch einen Mann mit Multipler Sklerose behalten. Man kann auch mit Behinderungen ein normales Leben führen, letztlich ist der Mensch dahinter wichtig und ob man zueinander passt.
 
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  • #32
Mein Mann hat Tinnitus und hört auf seinem rechten Ohr nichts mehr. Deswegen muss ich immer auf der linken Seite von ihm laufen, damit er mich versteht.

Das beeinträchtigt unsere Beziehung nicht.

Trotzdem denke ich manchmal, dass Frauen es schwieriger mit einer Beeintächtigung ihrerseits beim anderen Geschlecht haben, wenn das total in Saft und Kraft steht.

Und dass es gut ist, wenn jeder seine kleinen Macken hat, die dann irgendwann im Streit einem nicht unbedingt um die Ohren geschlagen werden können.

So habe ich zum Teil falsche Zähne. Wir lachen dann darüber, jeder kennt ja das Manko des anderen, ich sage: Du hast mich wohl gerade nicht gehört? und er: und Du kannst wohl gerade kein Schnitzel essen, nur Kartoffelbrei?

Dann ist es gut usw.

Aber, wir sind auch schon alt.

LG
 
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  • #33
Ich selbst bin schwerhörig und trage ein mittelgroßes Hörgerät und es ist sichtbar. Es sieht meines Erachtens eher modern aus und habe damit keine Komplexe.

Meiner Erfahrung nach haben vor allem schwerhörige Männer Schwierigkeiten, eine attraktive Frau kennenzulernen. Der Grund ist, dass eben sehr viele Frauen einen gesunden und Mann wollen, der mit beiden Beinen am Boden steht. Dieses enorme Selbstbewusstsein haben sehr sehr wenige Schwerhörige und verlieren im Konkurrenzkampf mit den guthörenden Mitbewerber (eine reibungslose Kommunikation ist das A und O beim Flirten und in der Beziehungsanbahnung).

Bin sehr sehr sehr verwundert, dass hier "fast" alle Frauen so tun, dass der Partner ruhig ein Hörgerät haben kann. (Rede aber von der Partnersuche und nicht erst von solchen, die erst in der Beziehung schlechter hören).
Taten sprechen eine andere Sprache und das sind Fakten und habe einen sehr großen Freundeskreis (alle schwerhörig oder gehörlos) und ist zu 99% so!
 
  • #34
Die neuen Hörgeräte sieht man doch gar nicht!

Wir hatten neulich ein Klassentreffen, und drei Frauen von uns hatten solche Dinger im Ohr, Keiner hätte das je bemerkt, hätten sie uns nicht explizit darauf aufmerksam gemacht. Wirklich klasse, und von "omahaft" keine Spur, da unsichtbar!

Alle drei sind Lehrerinnen, zwei davon unterrichten Sport. Durch die Lautstärke im Schwimmbad und in der Tunhalle bekommen leider fast alle irgendwann Hörprobleme. Ich vermute mal, dass auch du zu dieser Berufsgruppe gehörst.

Brillenträger, oder Menschen mit Kontaktlinsen würden sich wohl kaum darüber Gedanken machen, ob diese einem potentieller Partner "Probleme" bereiten würden - ein Hörgerät reguliert eben die Hörfähigkeit, das ist in meinen Augen das selbe.

Also mach dir da mal keine Sorgen!
 
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  • #35
@33 Angela

das sind die "leicht" schwerhörigen Frauen vom Klassentreffen.

Der Großteil ist mittelgradig schwerhörig und da sind die Hörgeräte schon um einiges größer.

Wieso sollten die Hörgeräte unsichtbar gemacht bzw. versteckt werden? Eine Brille wird ja auch nicht versteckt und kommt sogar modisch an.
 
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  • #36
Nein, das würde ich nicht.
Aktuelle Geräte sieht man sowieso kaum noch.

M31
 
  • #37
@33 Angela

das sind die "leicht" schwerhörigen Frauen vom Klassentreffen.

Der Großteil ist mittelgradig schwerhörig und da sind die Hörgeräte schon um einiges größer.

Wieso sollten die Hörgeräte unsichtbar gemacht bzw. versteckt werden? Eine Brille wird ja auch nicht versteckt und kommt sogar modisch an.

Da hast du theoretisch Recht, aber so weit sind wir hier noch nicht!

In meiner Jugend sind (vor allem) Frauen lieber halb blind durch die Gegend gegangen, bevor sie die Brille aufgesetzt hätten. "Brillenschlange", nannte man sie damals, und manche Männer vereinten sich in der Ansicht "mein letzter Wille - eine Frau mit Brille".

Heute ist das, Gott sei Dank, anders.

Mit der Zeit werden hoffentlich auch Hörgeräte ein besseres Image bekommen, aber das wird noch dauern.
 
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  • #38
Bin weder schwerhörig noch würde mich ein Hörgerät bei einer Partnerin stören. Auch nicht bei einer Beziehungsanbahnung.

Meine Frage an die, die es nicht stört und betonen, dass man Hörgeräte heute kaum noch sehen würde:

Warum darf man Hörgeräte nicht sehen oder warum sollten sie unauffällig sein?

m/52
 
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  • #39
Nein, würde ich nicht. Wieso auch? So lange er sich nicht abgrenzt von der Außenwelt wegen seinem Hörfehlers ist das doch kein Problem.
 
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  • #40
Ich weiß nicht, ich bin w/34 (Führungsposition, großer Freundekreis, viel unterwegs) und kaum ein Mensch um mich herum bekommt es wirklich mit, dass ich Hörgeräte trage. Bis auf so gewisse Situationen, in denen zu viele drum herum auf einmal reden. Freunde und Familie sind natürlich eingeweiht und gucken nicht blöde, wenn ich mal etwas komplett Falsches antworte - weil ich mir eingebildet habe, die Frage richtig verstanden zu haben... So hundert Prozent können die Geräte ja leider doch nicht ausgleichen. ;/ Irgendwie "schummelt" man sich halt durchs Leben, es gehört aber trotz der besten der besten Geräte extrem (!!) viel Konzentration dazu! Und da kann ich nicht gerade behaupten, dass man auf mich keine Rücksicht nehmen müßte, mir wird einiges viel schneller als einem normal Hörenden zu viel.

Dennoch finde ich es immer super schwer, es jemandem zu "beichten", wenn man ihn kennenlernt, auch wenn diese Feigheit sonst so gar nicht zu mir passt. Ich weiß ja, dass ich in gewissen Situationen benachteiligt bin, manches gar nicht machen kann - und er muss dann Rücksicht nehmen. Und ehrlich gesagt, bin ich seitdem auch etwas distanzierter geworden, was Berührungen angeht, weil es ja ständig irgendwo piepen könnte.... und das tut es ja leider auch sehr schnell. Schon wenn man jemanden umarmt.
 
  • #41
Gast #39 ist mir dankenswerterweise zuvorgekommen. Ich finde es sehr wichtig, daß man als Hörgeräteträger den Normalhörenden, den man kennenlernt und die Kommunikation nicht gleich klappt, erklärt, worauf er ein bißchen achten möge.Wer sich für den Menschen interessiert, wird ihm wegen des Mankos sicherlich nicht ablehnen. Eine Hörhilfe zu tragen ist schon was anderes als das Tragen einer Sehhilfe.

Der Hörgeräteträger mit mittel- bis hochgradigem Hörfehler ist schon mehr ein Entgegenkommen und Verständnis des Gegenübers angewiesen. Dazu gehört ruhiges langsames Sprechen und der Schwerhörige Braucht ein bißchen Zeit, sich auf die Tonlage des Gegenübers einzustellen. Wenn sich das eingespielt hat, geht es ein normaler. Schwierigkeiten bereitet auch das Herausfiltern von Nebengeräuschen, auch wenn die modernen digitalen ("intelligenten") Geräte über eine hier unterstützende Software verfügen, die natürlich nicht die normale Hörfähigkeit nachbilden kann. Die Sichtbarkeit des Gerätes stellt dabei noch das geringste Problem dar.

Ich selbst bin einseitig ertaubt und auf dem linken Ohr im für das Hören wichtigen Hochtonbereich stark beeinträchtigt.
 
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