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  • #31
Geliebt zu werden ist ein Gefühl, das man eben spürt.



Ich wundere mich immer wieder, wie Frauen danach fragen können, woran man diesen oder jenen Gefühlszustand festmachen könne. Neulich hatten wir einen Beitrag nach dem Motto "woran merkt ihr, wenn ihr verliebt seid?". Kann man denn derart gefühlsunempfindlich sein, solche Operationalisierungen zu brauchen?



🙄
Nun, deine Ausführung ist auch nur.... naja, nennen wir sie mal "banal". "Eben spüren" ist es eben nicht. Man muss sich über die Wirkung bewusst werden, die etwas in einem auslöst. "Eben spüren" ist die typische bauerntrampelige Formulierung von Menschen, die es nicht gelernt haben zu spüren, Empathie zu entwickeln und vielleicht auch zu merken, wo die eigenen Defizite sind.

Ich merke es daran, wenn ich mich nicht frage, ob ich geliebt werde, sondern den Zustand des Seins fühle, indem es etwas IN MIR auslöst. Das ist wohl der Hauptfokus, der bei vielen eben ver-rückt ist: Der Fokus liegt auf dem anderen, nicht auf sich selbst. Schlussendlich spüren aber nur wir selbst, ob wir geliebt werden, egal was der andere macht. Der Fokus muss auf uns liegen, auf dem Innen, nicht auf dem Außen.

w.33
 
  • #32
Sehr schönes Thema, endlich mal wieder was positives!

Woran merke ich, dass ich geliebt werde?

An den kleinen Dingen: Wie er mich anschaut. Minutenlang umarmt. Mir alles zeigt und erzählt, was ihn selber begeistert. Sich freut, wenn ich mich freue. Auf dem Bürgersteig an der Straßenseite geht. Keine Ruhe gibt, bis er mein Motorrad wieder zum Laufen gekriegt hat. Auf die Frage von Bekannten, ob wir verheiratet sind, zu mir rüber grinst und "Noch nicht" sagt. Einfach so kleine, aber wohlüberlegte Geschenke macht (zum Beispiel hab ich mal darüber sinniert, dass mein To-Do-Listen-System mit den vielen post-its an der Wand über meinem Schreibtisch eigentlich etwas deprimierend ist, weil ich so immer nur sehe, was ich alles noch erledigen muss, während das, was ich bereits geschafft habe, einfach weggeschmissen wird und aus dem Blickfeld verschwindet. Daraufhin hat er mir so einen Zettel-Aufspießer besorgt, auf dem ich meine Erfolge sammeln kann - sehr befriedigend 😉).

Und an den großen Dingen: Dass er mich durch eine der schwersten Phasen meines Lebens begleitet hat und sogar zur Therapie mitgekommen ist. Mich auch dann geliebt hat, als ich mich selbst nicht lieben konnte. Mich ermutigt hat, meinen Job aufzugeben und nochmal zu studieren, und dafür zwei Jahre alleine die Miete bezahlt. Nie aufhört, an mich zu glauben, und mich bei allem unterstützt.

Und so vieles mehr...

W, 27
 
  • #33
Was, wenn mir die Person tonnenweise Lieblingsessen kauft und mich mit Luxus überhäufen will, aber meine Arbeit und meine Ambitionen, selbständig zu werden (dass ich mich vielleicht selbst mit Luxusgütern überhäufen kann), nicht ernst nimmt und untergräbt? Was, wenn ich diese Ambitionen gar nicht merke, weil es so schön bequem ist, dem Mann das Lieblingsessen zu kochen, statt sich mit Berufskonkurrenz rumzuschlagen.
Ich würde sagen, wenn ich mich bequem in die Rolle eingepasst habe, umsorgt zu werden und das auch werde, kann ich es als Liebesbeweis interpretieren, auch wenn der Mann es nur macht, weil ich abhängig bleiben soll, damit er sich sicher fühlt. Und er wird sagen, dass er mich liebt, denn er tut alles, damit ich mich bei ihm wohlfühle. Vielleicht nur so lange, bis ich auch wirklich sicher wirke (durch Heirat z.B.).
Wenn mir plötzlich wichtig wird, beruflich selbst was auf die Beine zu stellen, liebt er mich dann nicht mehr, wenn er das versucht zu untergraben, oder hat er nie geliebt?

Ich würde sagen, ich fühle mich geliebt, wenn mir gegeben wird, ich aber nichts dafür gegenleisten "soll" in dem Sinne, dass man mich damit unter Druck setzt und mir die Liebe wieder entzieht, wenn ich meine Rolle, die der "Liebende" mir zugedachte, nicht erfüllen will (umsorgende Mutter, alles bezahlender Vater, abhängiges Kind, das nicht eigenständig werden darf, sexuelle Dienstleistung, Vorzeigeobjekt, ...). Vielleicht gebe ich das ganz natürlich, was ihn fühlen lässt, geliebt zu werden, vielleicht bin ich aber auch nur abhängig, emanzipiere mich irgendwann und werde dann nicht mehr geliebt. Vielleicht lieben sie sich AUCH trotz "Rollenspiel", aber können nicht zusammen sein als Paar, wenn einer die Rolle verlässt, weil der andere noch nicht so weit ist, die Rollen sein zu lassen.

Deinen Ausführungen im Eingangspost stimme ich voll zu. Aber ich halte diese "Definition" trotzdem nicht für eine Garantie, dass es keine "Rollenspiele" gibt. Es ist sozusagen der Ideal"zustand", aber all das kann auch in Abhängigkeitsbeziehungen vorkommen.
Vielen Dank, liebe Void. Du hast es wie immer perfekt auf den Punkt gebracht, Es ist eben die Frage, wie uneigennützig diese ganzen Gesten sind. Es wird in der Regel eben mmer eine Gegenleistung erwartet.
 
  • #34
Respektierst Du den Mann wirklich auch in den schwachen Momenten?
Und er Dich auch?
Warum sollte ich nicht? Ich mag keine immerstarken Männer. Warum sollte ich da Respekt verlieren, noch er umgekehrt bei mir?
Partnerschaft ist doch nicht nur für die "starken" Momente.

Und was ist daran besonderes, wenn er einen Darjeeling zuhause hat und ich Espressobohnen zum FrischMahlen?
In meinem Kühlschrank ist immer ein Bier (echtes, alkoholfrei, Radler) kalt, bei ihm inzwischen Rotwein im Keller.

Aber verstehe ich nicht, mit dem umfangreichen Programm - Vertrauen, Zuverlässigkeit, Nähe, Intimität?

Vielleicht ist DAS tatsächlich viel, aber ohne das würde ich auf eine Partnerschaft verzichten. Das sind meine Basics.
Ja, und ich gebe es. Liebe, Vertrauen, Zuverlässigkeit, Respekt, Nähe.

Randbemerkung -
Deine Kriterien erfülle ich nicht, zu kompliziert. Und ob ich "fleißig bin?

W, 50
 
  • #35
Es gibt es oft genug, dass sich jemand anhand solcher/anderer Indizien einredet, e würde geliebt.
Das ist eben die Frage: Redet er sich da was ein oder FÜHLT er es seiner Meinung nach wirklich und echt und würde dann in diesem Thread dies und das antworten, ohne dass der Leser irgendwas erkennen könnte von der Abhängigkeit?

Man weiß ja immer erst hinterher, wo man abhängig war und nicht aus Liebe handelte. Und weil das so auch in meiner Exbeziehung war, kann ich sagen, dass das mit Liebe einhergehen kann.

Wenn ich bei mir bin, bei meinen Gefühlen, es mir gelingt, mich nicht selbst zu täuschen, ich mich selbst liebe, dann denke ich, dass ich die Liebe des Anderen nicht nur anhand von Indizien/Zeichen merke, sondern anhand der Schwingungen, Energie, wie auch immer man es bezeichnen möchte.
Beim ersten Teil stimme ich zu. Bei den Schwingungen und der Energie ... Du beschreibst ja was, das einfach ein Gefühl ist, das man auslöst im anderen und das der in einem selbst auslöst. Das ist das, was ich immer meine, wenn ich sage, dass man es NUR fühlen muss, nichts mit Brauchen, nichts mit Leisten, nichts mit Schon-ewig-Zusammensein-Liebe-muss-wachsen. Einfach ein Gefühl, das ein anderer Mensch (Mann, Frau, Kind) auslöst. Liebe ist nicht Beziehungführen.

Aber dann liebe ich selber. Und wünsche mir, dass der andere mich zurückliebt. Das muss aber nicht sein. Also beantwortet es die Frage Deines Threads gerade nicht. Hm. Am Ende hat man doch nur die Zeichen vom anderen, die ich auch suchen würde, und der spürt, dass er meine Liebe bekommt. Antwortet aber, wenn er sich z.B. als ein von Frauen und speziell seiner Ehefrau unter-anerkannter Ehemann sieht, nur mit Egopush-Programm, das ich dann einordnen muss und nicht als "Schwingungen" deuten sollte. Kommt aber zuerst zum Verwechseln ähnlich daher.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #36
@Hasendompteur viele Lieben werden sicher irgendwann in Frage gestellt, wenn nichts vom anderen kommt....aber die Erkenntnis würde dauern, weil man nicht 1:1 oder sofort erwartet.

Ich fühle mich übrigens auch sehr geliebt, wenn ich aus einer OP erwache und meine Mama sitzt am Bett.
Egal in welchem Alter ich operiert wurde...auch jetzt (ok vor Corona)...hat sie gefragt wann ich in den Aufwachraum kam und sass neben mir.
Wenn meine beste Freundin mit meinen Söhnen organisiert hat, dass der Keller völlig entrümpelt wurde in der Zeit.
Wenn meine Söhne mit 20Jahren meinen...Camping wie früher in Holland und sagen: komm Mama wir 3 fahren das Wochenende nach Breskens.
Liebe ist nicht nur Mann und Frau.....
Und sehr schön ist...diese Menschen merken auch, dass sie von mir geliebt werden.
 
  • #37
Auch ich habe einen Freund, mit dem es richtig gut läuft.
Es paßt halt einfach.
Bei uns sind es allerdings keine Herzchen auf dem Teller, erst recht keine drei magischen Worte, sondern eben genau die Abwesenheit derlei Romantik-Accessoires.
Aber empfinde ich deswegen Liebe ?
Nee, ich empfinde, dass es paßt, dass wir zusammenpassen, dass ich mit ihm gern zusammen bin.

Achtung, jetzt kommt was seltenes: ich stimme @Andreas1965 zu "Ich nehme das wahrscheinlich über Ausstrahlung, Gesichtsausdruck, Körperhaltung, Körpertonus und Ähnliches mehr unterbewusst wahr."

Joa, also bei meinem Freund empfinde ich genau das und er bei mir vielleicht auch.
Aber ist es wirklich Liebe, was wir hier empfinden ?
Es ist sehr leicht, sich wohl und gut zu fühlen, wenn alles super läuft.

Vor kurzem sah ich einen Film über ein Geschwisterpaar in meinem Alter, das früh zu Waisen geworden war und deshalb sehr aneinander hing.
Nun, mein Bruder und ich waren auch Waisen, wenn auch nicht formal, so doch emotional. Auch wir rückten in Kindheit und Jugend sehr eng zusammen und verloren uns als junge Erwachsene.
Seit dem Tod meines Vaters vor knappen zwei Jahren haben wir uns wieder. Das macht mich so glücklich wie kaum etwas anderes.
Wenn mein Bruder etwas aus unserer Kindheit erzählt und 'wir' sagt, hüpft mein Herz. Wenn er mich ansieht, sehe ich Liebe.

Ich liebe meinen Bruder, obwohl das mitnichten leicht ist, denn er ist sehr schwierig, auch nicht hübsch, nicht charmant und er pult am Tisch im Restaurant mit verzerrtem Gesicht die Essensreste aus den Zähnen.
Ich liebe ihn trotz allem. Wenn ihn jemand angreift, werde ich zum Tier. Wie in unserer Kindheit, obwohl ich ein Jahr jünger bin.
DAS paßt zu meiner Definition von Liebe.

@All die Frauen hier, die die Liebe an den liebevollen Gesten, Worten, Blicken und Geschenken festmachen: würdet ihr euch noch geliebt fühlen und euren Partner noch lieben, wenn das alles aufhören würde ?
Falls nicht, ist es für mich keine Liebe, sondern eine schöne Beziehung.
Ich knüpfe Liebe nicht an Bedingungen.

Und noch ein weiteres Merkmal von Liebe, wie ich sie sehe. Ich habe das schon ein paar mal gesagt. Der andere Mensch, den ich bedingungslos liebe, ist meine Tochter. Voilà: es ist mir wichtiger, dass sie glücklich ist, als dass sie mich glücklich macht.
Beispiel: als sie nach Berlin zum Studium ging, fand ich das toll, obwohl ich es für mich richtig mies fand, dass sie weg ging. Meine Mutter fand es nur mies und gar nicht toll und versuchte, ihr das auszureden. Meiner Mutter war ihr eigenes Glück, die Enkelin in ihrer Nähe zu haben, wichtiger.
Meine Mutter sagt, sie liebt ihre Enkelin, aber an so etwas sehe ich, dass sie nur sich selbst liebt.

w 53
 
  • #38
Hey @_snowwhite_ sehr schöne Erklärung und genau so sehe ich das auch. Mein Mann hat meine Tochter kennengelernt, da war sie gerade sechs Jahre alt. Ich habe ihr vorher keinen Mann vorgestellt, den ich getroffen hatte, weil einfach nicht relevant. Es war für mich sehr schön, einfach zu sehen, wie wichtig ihm auch die Zuneigung dieses Kindes war, bei einem WE-Ausflug ein Köfferchen mitzubringen mit Stiften, Büchern, Malvorlagen usw.
Auch er hat mich unterstützt in meiner Selbständigkeit, die ich mir wohl mit über 40 in einer komplett fremden Stadt nicht zugetraut hätte. Auch er ist finanziell in die Vorlage gegangen, allerdings war es für ihn auch sehr gut machbar. Erwartet hat er direkt eigentlich gar nix, er war froh, dass wir bei ihm waren. Einige Zeit später hat er meine Tochter auch adoptiert.
Ich persönlich finde diesen Thread sehr positiv, das habe ich aber schon ganz früh heute Morgen geschrieben ...
negativ aufgefallen sind mir halt die üblichen Verdächtigen😉
 
  • #39
Hm, das ist eine schwierige Frage..... Themen wie Respekt, Freundlichkeit, Aufmerksamkeit und Empathie gegeüber anderen Menschen sind zwar in einer Partnerschaft sehr schön aber m. E. nicht unbedingt ein Liebesindiz, dass ich von diesen Menschen geliebt werde, sondern eine Grundvoraussetzung. Ich würde solche Signale unter der Kategorie gute Erziehung unterordnen. Ich denke, dass viele Menschen in der Lage sind allen Menschen mit Respekt und Empathie zu begegnen.

Deine Frage würde ich so beantworten: Ich würde mich geliebt fühlen, wenn trotz aller Probleme und Schwierigkeiten ein Mann zu mir hält und mich nicht fallen lässt. Ich würde mich geliebt fühlen, wenn er mich ernst nimmt und mich versteht und dafür sorgt, dass es mir gut geht. Er soll in der Lage sein zu verstehen, was ich wirklich brauche und bereit sein mir dies zu ermöglichen. Ich spreche nicht über Materielle Dinge und ich rede auch nicht über Blumen oder eine Weltreise oder Kleider und Schmuck.
Ich spreche von Zuversicht. Ja, ich weiß, Ihr werdet alle sagen, dass kein Mensch mir dies geben kann aber ich bin einer anderen Meinung :).
 
  • #40
. Und wünsche mir, dass der andere mich zurückliebt. Das muss aber nicht sein. Also beantwortet es die Frage Deines Threads gerade nicht.
Nein, es muss nicht sein. Es kann sein, dass ich es mir einbilde, dass ich etwas fühle, sehe, was es nicht gibt, was ich aber sehen möchte. Dass ich Zeichen fehlinterpretiere.
Natürlich ist es der Wunsch, dass wenn man jemanden liebt, dass das erwidert wird. (Bitte beachten, es geht um partnerschaftliche Liebe.)
Ohne die (evtl. eingebildete) Erwiderung würde das eigene Gefühl (hoffentlich) auch erlöschen, durch die gefühlte Erwiderung verstärkt es sich. Liebe nährt sich aus Liebe, wächst.

Einbildungen, Fehlinterpretationen gibt es bei allen Wahrnehmungen.
Beispiel - Ich stelle eine von mir freundlich gemeinte Frage, und mein Gegenüber interpretiert Zudringlichkeit, Herablassung, Wertung... Wie oft hier die Diskussion um Komplimente.

Deswegen vielleicht auch gerade meine Frage - Wie es so die Einzelnen wahrnehmen, subjektiv, ganz persönlich.

Wobei diese Wahrnehmung immer subjektiv ist, und jemand, der die Urerfahrung Geliebt zu werden gemacht hat, sich leichter tut.
Die-/derjenige setzt es eher voraus, dass es so sei - andere stellen in Frage, dass sie liebenswert seien.

Und da sind wir dann an dem Punkt, dass man sich selbst lieben muss...

W, 50
 
  • #41
Wann fühlt Ihr Euch geliebt, was "braucht" Ihr?
Ich habe mich gefragt, ob ich geliebt werden möchte.

Ab und zu ein Danke, ein Kompliment? Nun, und diese netten kleinen Gesten, wie z. B. dass eben zum Frühstück mein Tee da ist, weil ich nur selten Kaffee trinke... mal ein paar Blumen - und zwar die, die ich mag,
Das was du hier beschreibst und ich auch in vielen Antworten gelesen habe kenne ich von meiner Freundin mit der ich in meinen zwanziger Jahren zusammen war. Es war einerseits ganz schön so betüddelt zu werden, andererseits auch anstrengend. Habe ich doch in meinen Elternhaus gelernt, dass ich für jedes Geschenk und für jede nette Geste mir gegenüber, das Doppelte zurückgeben muss. So ganz habe ich diese Eigenart bis heute nicht abgelegt. Daher mag ich bis heute keine Geschenke an mich und mag es nicht wenn für mich eine Extrawurst gebraten wird. Ich verabscheue Spinat. Schlucke das Zeug aber tapfer runter wenn er auf dem Tisch steht nur damit niemand auf die Idee kommt mir etwas anderes zu servieren.
Fazit für mich, ich möchte nicht betüddelt werden, ich möchte auch nicht geliebt werden. Der Preis dafür, meine ewige Dankbarkeit, die ich dann zeigen muss, ist mir zu hoch.
Geliebt zu werden kann sehr anstrengend sein.
Ich hoffe mal, dass ich jetzt nicht allen die gerne geliebt werden möchten die gute Laune verdorben habe.
 
  • #42
Wir hatten in Cassels Thread mal einen sehr interessanten Austausch, in dem ich schrieb, dass das innere Kind vom Partner angenommen und in gewisser Weise versorgt wird. Du schriebst

Genau der Punkt, so eines der Ergebnisse meiner Therapie, bringt Partnerschaften zum Scheitern.
Man sucht keinen Partner, man sucht eine Mama, einen Papa. Das Kind in einem.
Das kann kein*e Partner*in leisten.
Augenhöhe, die vielgescholtene - der/die Partner*in - eine Ebene. Nicht Elternteil, nicht Kind.

Ich habe über viele Techniken, Imagination gelernt, meinem Inneren Kind Mama zu sein- da gibt es einiges, was man selbst tun kann, um sein Inneres Kind mit Liebe nachzuversorgen.
Ich denke, es ist meine Aufgabe, mein inneres Kind zu versorgen, zu hören, zu verstehen - und auch mal Stopp sagen. Auch hier gibt es Grenzen.

Denn für mich bin ich zu dem Schluss gekommen, dass diese Seite Inneres Kind nur deswegen so "laut" ist, weil das reale Kind früher nicht gesehen, nicht geliebt, oder Schlimmeres erlebte.
Im Erwachsenen kann es laut werden, das erste Mal Chance für die Befriedigung der Urbedürfnisse."
Ich kann natürlich nur zustimmen, wenn es darum gehen sollte, dass der Partner die Mutter- oder Vaterrolle von damals übernehmen soll und was heilen soll, was er gar nicht leisten kann, da er nunmal kein Kind hat sondern Partner oder Partnerin.

Aber wo ordnet man "er/sie kauft mir meinen Lieblingstee" ein? Wo "ich werde in den Arm genommen, wenn ich es brauche"?
Ich finde schon, dass das Bedürfnisse des inneren Kindes sind. Ich würde sagen, die erwachsene Form ist, dass man besser damit umgehen kann, wenn man den Tee nicht bekommt und nicht in den Arm genommen wird. Einfach, weil der Partner gerade nicht kann oder man keinen hat. Man muss es nicht mehr haben, um zu überleben.
Aber dennoch würde ich sagen, dass beide Partner das innere Kind des jeweils anderen gut annehmen und ... naja, versorgen klingt schon wieder nach Mutter-Vater. Ich meine, dass man, wenn man sich geliebt fühlt, eigentlich das Gefühl hat, dass das innere Kind, das ja nie "weggeht", auch beim anderen gut aufgehoben sein kann - OHNE Abhängigkeit und OHNE den Partner zu brauchen. Und das gegenseitig (im Unterschied zur ungesunden Beziehung, die in Deinem Zitat angesprochen wird, und bei der es nur einseitig ist, dass einer den Elternpart übernehmen soll, oder vielleicht einer den anderen zu einem Versorgungsfall machen will, um von dessen Abhängigkeit dann zu profitieren hinsichtlich eigener emotionaler Sicherheit.)
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #43
Lionne,
Schönes Thema.
Statt Probleme oder die endlosen Altersthreads bzw. Kollegenthreads.

Finde ich nicht pubertär, sondern ein Grundsatzthema. Wie liebe ich. Wie gehe ich mit Liebe um. Wie fühle ich Liebe.

In den vielen Antworten finde ich mich wieder. Ich fühle die besondere, beidseitige Verbindung zu meiner Partnerin. Intimität, Nahsein, Vertrautsein.
Ich spüre im alltäglichen Umgang, im Miteinander ihre Liebe. Wenn wir uns in die Augen schauen, nonverbal kommunizieren. Die Art der Berührungen. Energie, Schwingung beschreibt es gut.
Ich fühle mich ganz bei mir, wenn ich mit ihr bin.
Die kleinen Gesten, ich denke an Dich, gehören dazu. Als Ausdruck, was sonst schwer artikulierbar ist.

Es wird in der Regel eben mmer eine Gegenleistung erwartet.
Hasendompteur, in Ergänzung mit Deinem Thread und dem anderen Post, erschütternd.

Die Grunderfahrung nie geliebt worden zu sein, sicher aus der Kindheit. Dann trägt man es ins Erwachsenenleben. Erwartet keine Liebe, hält sich nicht für liebenswert. Liebt sich selbst nicht.
Misstraut, und macht zwangsläufig immer wieder die bestätigende Erfahrung.

Es kann Dich kein Mann überzeugen, dass er Dich liebt. Du erwiderst seine Liebe mit Misstrauen. Das tötet das Gefühl. Ein Mann mit gesundem Gefühl zieht sich zurück.
Oder Du ziehst mit dieser Haltung Männer an, die selbst nicht lieben können, wo Du die Erfahrung, ich muss mir Liebe verdienen, bestätigen kannst. Ewiger Kreislauf.

Du bist misstrauisch im Außen. In allen sozialen Kontakten. Dein Thread Urlaub zeigt es. Nicht nur bei Liebe. Hinter jedem Kontaktversuch vermutest Du schlechte Absichten. Fast alle Situationen waren ganz normale soziale Interaktionen. Die Lebensgeschichte muss nicht sein. Ist aber ein Zeichen einer Vertrauenswürdigkeit.

Du solltest dringend daran arbeiten, Dich selbst lieben zu lernen. Die Wunden Deiner Vergangenheit zu heilen.

M, 55
 
  • #44
Ich hab sie 1000 fach bekommen, aber es war nichts dahinter. Wie verhält er sich in der Krise? Nur das zählt.
Leider hast Du absolut Recht.

Deshalb rate ich allen Menschen, die vor wichtigen Beziehungs-Entscheidungen stehen (Zusammenziehen? Heiraten? Kinder?) zu Belastungstests. Eine schlecht geplante Reise, eine familiäre Krise, notfalls eine vorgetäuschte Autopanne - eine solche Belastungsprobe zeigt, wie belastbar ein Mensch ist, ob er zusammen durch eine Krise gehen kann und - extrem wichtig - ob der/die Andere im Zweifelsfall wichtiger ist als man selbst, ob zurückgesteckt wird für den Partner/Partnerin.

Ständig Kuchenherzen backen - solch einen Schwachsinn würde ich nie machen. Aber wenn es bei meinem Mann egal welche Probleme gibt, kann er sich uneingeschränkt auf mich verlassen. Ich auf ihn genau so, und darauf kommt es an.
 
  • #45
Ich gehe da mit @INSPIRATIONMASTER.
Ich fühle mich geliebt, wenn mein Partner respektvoll ist, ehrlich, treu und liebevoll.
Er sollte mich akzeptieren wie ich bin, mit meinen Stärken und Schwächen.
Hmm, also ganz ehrlich sind das für mich Selbstverständlichkeiten und Grundvoraussetzung für jegliche auch nur freundschaftlich private Kontakte. Treu und liebevoll könnte ich noch durch loyal und freundlich/ nett ersetzen.

Wer mich so nicht behandelt, mit dem will ich nichts zu tun haben; geliebt fühle ich mich deswegen nicht.

Ich denke es ist nicht egal, ob in materieller oder immaterieller Art geliebt wird!
Materielle Liebe ist wirklich keine Liebe!
Aufrichtige und authentische Komplimente aus dem Herzen fühlt man, sie tun gut, wer das nicht fühlt und nicht erkennen kann, hat noch diese Lektion zu lernen, mit genau hin und rein zu hören! Nicht dass es gesagt wird, sondern wie es gesagt wird!
Wenn mein Partner mir ungefragt und ungebeten neue Reifen für mein Auto kauft, wenn ich neue brauche, damit ich mir nixht den Hals abfahre, mich in Urlaub einlädt, den er nach meinen Wünschen bucht, Materialien für mein Haus kauft, dann sind das für mich Liebesbeweise, denn davon hat er nur mittelbar was. Und ich fühle mich durch diese materiellen Zuwendungen auch geliebt. Natürlich ist das kein Muss, aber eine Handlung, die ich wertschätze, weil ich mich dadurch gesehen und beachtet fühle. Würde er mir hingegen z.b. irgendeinen großen Klunker kaufen während ich dringend etwas anderes benötige wofür ich selbst z.b. knapp bei Kasse bin, würde ich mich weniger freuen und auch weniger beachtet fühlen.

Wenn er mir Wochenende das Frühstück macht meine Lieblings-Schoki kauft oder in meinem Garten für mich arbeitet, sind das auch Taten als Liebesbeweise, durch die ich mich geliebt fühle.

Ein anderer schwätzte beim dritten Date schon davon, dass er mich lieben würde, wollte auch unsere Zukunft gemeinsam planen. Aber da spürte ich, dass es eigentlich nur leere Worte waren, denn als ich ihm sagte, dass ich nicht umziehen will, redet der 5 Minuten später darüber, wie es dann sein wird, wenn wir in seinem Haus in Potsdam wohnen werden.
Der war auch großzügig tat es aber nicht für mich, sondern um mich zu beeindrucken oder sich selbst in der Gönnerrolle zu gefallen, ich sollte mich an seine Vorstellung anpassen, was ich wollte oder ob mir das gefiel, interessierte ihn eigentlich nicht.

Vielleicht bin ich ja ein zu pragmatische Mensch aber Geschwafel bringt mir gar nichts, noch weniger Komplimente.

Ob ich etwas gut gemacht habe, kann ich selbst beurteilen, da brauche ich keine Komplimente dafür.
Noch viel weniger für irgendwelche Äußerlichkeiten.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #46
Cher singt "It's in his Kiss"
Tom sagt " Es ist ihr ganz bestimmter Blick"

Wer hat recht ? Alle beide ......

Richtig ist nach meiner Auffassung - Man weiss es einfach.

Klar, das richtige Bier, die Nachsicht, wenn Tom mal wieder ewig unterm Auto liegt, .... nice to have. Aber ohne diesen gewissen Blick nicht die Hälfte wert.
Wer das Ganze überfrachtet, wer kompliziert hinterfragt und sofort "pöhse" Rollenmodelle vermutet ..... kann nach meiner Auffassung sein Glück einfach nicht annehmen. Oder noch schlimmer ... weist seinem Glück die Türe. ...

Das Leben ist schön ... auch dank Lionne und ihrer Frage.
 
  • #47
Sehr interessant die unterschiedlichen Antworten zu lesen. Bei manchen spüre ich fast die Herzenswärme, die sie in sich haben. Bei anderen ist da nicht viel.

@void bestätigt mir meinen Eindruck, würde der Mann ihr die Lieblingspralinen mitbringen um ihr eine Freude zu machen, würde sie erstmal diskutieren wollen und alle Seiten beleuchten warum er das tut. @Hasendompteur würde direkt fragen, ob er ein schlechtes Gewissen hat und sie ihm um die Ohren hauen😁.

Geben ist seliger denn nehmen, aber wenn der Partner nicht nehmen kann, kann man auch nichts geben. Auch die schwache Seite zeigen und zulassen, sich trauen über Ängste zu reden.

Voilà: es ist mir wichtiger, dass sie glücklich ist, als dass sie mich glücklich macht.
Das Gefühl habe ich auch, aber ich freue mich auch über butterzarte Rinderrouladen und esse sie genußvoll und dankbar. Und wenn mein Teller leergekratzt ist und ich schweigend müde werde, dann freut sie sich. Aber vielleicht sind wir zu frisch verliebt um da etwas Schlechtes oder Berechnendes drin zu sehen.
 
  • #48
Ich würde sagen, die erwachsene Form ist, dass man besser damit umgehen kann, wenn man den Tee nicht bekommt und nicht in den Arm genommen wird
Warum das auf die Innere Kind Ebene herunter ziehen, und damit auch ein Stück abwerten?

Natürlich kann ich ohne Tee leben, trinke ich Kaffee oder Wasser. Ich bin nicht gekränkt oder erwarte es.
Aber ich freue mich, wenn der Tee da ist.
Er braucht den Kaffee nicht, aber er freut sich, wenn er einen frisch gemahlenen bekommt.
Er mag Massagen, also bekommt er gerne gelegentlich eine, aber auch hier kein Einfordern.
Mein Sohn wird als Vegetarier auch satt, wenn er nur Beilagen isst, er freut sich aber, wenn ich mir etwas Spezielles einfallen lasse.
Ich denke, jede*r freut sich, wenn sich jemand anderes Vorlieben merkt und bei Gelegenheit erfüllt.

Natürlich brauche ich es auch nicht, in den Arm genommen zu werden werden, ich lebe auch ohne.
Aber ich mag es, mal als Zeichen von Nähe, mal als Trost, mal zur Freude.
Ich umarme auch Freund*innen...

Wenn mich ein Partner nie oder nur selten in den Arm nimmt, fehlt mir, auch als Erwachsene, die körperliche Nähe, Zärtlichkeit insgesamt ist mir sehr wichtig.
Ich habe bei der Partnerwahl genau darauf geachtet, dass auch diese Facette meines Nähe Distanz Bedürfnisses erfüllt wird und ich jemanden als Partner habe, der Zärtlichkeit mag. Ich habe mich zu lange abgearbeitet an Männern, die distanziert waren.

Die Bedürfnisse meines Inneren Kindes stille ich selbst, ich denke ich kann es unterscheiden.

Warum ziehst Du es auf diese Ebene? Verstehe ich nicht ganz.
Von Erwartungshaltung und Trotzreaktionen, Lippe vorschieben war bei keinem Post von niemandem die Rede.
Diese Aufmerksamkeiten waren genannt bei Toms Thread als Liebes"beweis" und hier als Liebes"merkmal"
Also verstehen Sender*innen und Empfänger*innen tatsächlich die gleiche Intention dahinter. Ob es um Vorlieben geht, um Aufmerksamkeiten, um die Gesellschaft bei Freizeitbeschäftigungen, die einem vielleicht selbst nicht brennend interessieren, aber den anderen.
Die Intention - das Zeigen von Aufmerksamkeit, Zuneigung, Wertschätzung und auch Liebe.

Eigentlich finde ich es schade, wenn nun in diesem Thread oder generell man diese ganzen Dinge, Nettes, Herzberührendes, nun zerlegt und schaut, ob man sie negativ interpretieren kann.

Negativ als Manipulationsmittel, Täuschungsversuche, von der Gegnerseite - bewusste Wortwahl
oder als Eigentäuschung, weil man es sich sowieso nur einbildet, fehlinterpretieren als Liebe will oder es als unbefriedigte Kindheitsbedürfnisse interpretiert.

Ich mag mich ohne Fragezeichen und Zweifel geliebt fühlen, Gesten bemerken und annehmen und es genießen.
Falls es Fassade, Manipulation ist, merke ich es schon. Soviel Menschen- und Eigenkenntnis traue ich mir zu.

W, 50
 
  • #49
Fazit für mich, ich möchte nicht betüddelt werden, ich möchte auch nicht geliebt werden. Der Preis dafür, meine ewige Dankbarkeit, die ich dann zeigen muss, ist mir zu hoch.
Geliebt zu werden kann sehr anstrengend sein.
Das ist eher traurig. Ich verstehe es gut, ich komme aus einem ähnlichen Elternhaus.

Ich habe etliches an Therapie gebraucht, um zu lernen
Ich muss nicht dankbar sein.
Ich muss keine Erwartungen erfüllen.
Ich habe berechtigte Bedürfnisse und Grenzen(!)
Ich schätze mich wert
Und das Schwierigste war mich selbst zu lieben.
Die ersten Male, wo ich diesen Satz sagen sollte, hat es mir real die Füße weggezogen.

Also bin ich heute ggf. unhöflich, egoistisch, undankbar - fühle mich wohl damit
Und tatsächlich wertgeschätzt von den. Menschen, die mir wichtig sind - und ich genieße es, mich geliebt zu fühlen.

Godot, das würde ich Dir auch wünschen.

Lionne.
 
  • #50
Ich finde diesen Thread sehr schön. Ich finde auch schön, dass es bei den meisten um innere Verbindung und immaterielle Dinge geht. Ganz man selber sein können ohne sich schämen zu müssen finde ich auch wichtig. Und in den Momenten wo man sich klein und wie ein Versager fühlt in Liebe aufgefangen zu werden, das ist so ein wunderschönes Gefühl. Ich finde auch schön dass einige schreiben, dass Liebe nicht auf einen Partner begrenzt ist. Ich fühle mich so geliebt von meinen Söhnen, meiner Mutter, meinen Freundinnen, meinem guten Freund. Gerade in Krisen habe ich die Liebe meiner Freunde gespürt, durch praktische Hilfe aber auch durch stilles Mitleiden mit mir ohne Phrasendrescherei. Den anderen in den schlimmen Momenten des Lebens nicht alleine zu lassen sondern mitzuleiden, mitzutragen, das gehört zu den tröstlichsten Momenten des Lebens. Ich bin auch als Kind nicht mit Liebe verwöhnt worden aber ich habe im Laufe meines Lebens gelernt zu lieben und Liebe zuzulassen. Ich möchte immer weiter lernen und immer mehr lieben, alte Verletzungen loslassen und wirklich frei sein. Natürlich sehnen wir uns alle nach partnerschaftlicher Liebe und sie ist auch ganz wunderschön. Trotzdem sollten wir nicht traurig sein wenn wir sie noch nicht in unserem Leben haben. Wir können lieben und geliebt werden jeden Tag in unserem Alltag erproben und leben und uns auf eine Beziehung vorbereiten. Ich nahm zum Beispiel auf Anfrage von Bekannten zwei junge Ärzte aus dem Ausland bei uns auf bevor sie in eine Wohnung zogen. Dadurch bekam unser Alltag so einen neuen Schwung, diese unbeschwerten jungen Männer haben mir ihre Freundschaft unbekümmert angeboten und mit so viel geholfen. Ich fühle mich unbeschwert wie zu Studentenzeiten. Sie haben ohne es zu wissen meine Angst vor Männern geheilt indem ich wie in früheren Zeiten einen ganz normalen Umgang mit Ihnen hatte. Sie halfen bei Arztrezeoten und Medikation, zogen Splitter aus dem Fuß, spielten Babysitter und führen Reparaturen durch. Ich bekochte sie half bei Behördengängen und gab Rat bei Liebeskummer oder Familienproblemen. Obwohl es rein platonisch war haben die beiden mir gezeigt wie viel Spaß das Zusammenleben mit einem Mann machen kann. Heute sind sie Assistenzärzte und wir haben daher viel weniger Kontakt als früher aber ich werde diese Zeit immer in kostbarer Erinnerung behalten. Ich denke wir können uns alle für Liebe öffnen und Liebe geben und empfangen. Einen schönen Sommer voller liebevoller Momente wünsche ich euch !
 
  • #51
Die Bedingung, dass man merkt, dass man geliebt wird - ist, dass man selbst liebt, wer selbst nicht liebt, wird auch nicht erkennen können, dass er geliebt wird!
Hier bin ich die ganze Zeit hängen geblieben und habe erst gedacht, damit liegt er richtig.
Bei den "Liebesbeweisen" waren es für mich auch nur die kleinen Selbstverständlichkeiten.
Diese Fragestellung hier bringt mich zu dem Ergebnis :
Ich fühle mich geliebt, wenn ich es fühlen will!
Und gar nicht, weil der andere gleichermaßen fühlt, macht und tut.
Meinen Exmann habe ich viel zu lange nach der Trennung noch geliebt - weil ich das wohl wollte, die Exbeziehung danach hat mich mit vielen "Liebesbeweisen" überhäuft, die mich nachher nur noch genervt haben.

Ich sehe und fühle, was ich sehen und fühlen will. Sonst hätte ich mich während meiner Ehe nicht derart verrannt.

W, 46
 
  • #52
...Belastungstests. Eine schlecht geplante Reise, eine familiäre Krise, notfalls eine vorgetäuschte Autopanne - eine solche Belastungsprobe zeigt, wie belastbar ein Mensch ist, ob er zusammen durch eine Krise gehen kann und - extrem wichtig - ob der/die Andere im Zweifelsfall wichtiger ist als man selbst, ob zurückgesteckt wird für den Partner/Partnerin.
Zeigt das Liebe oder Beziehungstauglichkeit (also zum Beispiel Unterstützungsbereitschaft) oder die handwerkliche Fähigkeit, zum Beispiel ein Auto reparieren zu können?
 
  • #53
@void bestätigt mir meinen Eindruck, würde der Mann ihr die Lieblingspralinen mitbringen um ihr eine Freude zu machen, würde sie erstmal diskutieren wollen und alle Seiten beleuchten warum er das tut.
LOL, natürlich wäre das so. Denn das Leben und insbesondere Beziehungen sind ein Forumsthread.
Mist, das habe ich in meiner Exbeziehung aber stets glatt vergessen und einfach gedacht, er wollte mir eine Freude machen. Kam auch von ihm genauso rüber. Hm, auch nie drüber diskutiert. Wer weiß, was das gebracht hätte, hätte ich es gemacht.

Beispiel: als sie nach Berlin zum Studium ging, fand ich das toll, obwohl ich es für mich richtig mies fand, dass sie weg ging. Meine Mutter fand es nur mies und gar nicht toll und versuchte, ihr das auszureden. Meiner Mutter war ihr eigenes Glück, die Enkelin in ihrer Nähe zu haben, wichtiger.
Meine Mutter sagt, sie liebt ihre Enkelin, aber an so etwas sehe ich, dass sie nur sich selbst liebt.
Genau so sehe ich das auch.
@All die Frauen hier, die die Liebe an den liebevollen Gesten, Worten, Blicken und Geschenken festmachen: würdet ihr euch noch geliebt fühlen und euren Partner noch lieben, wenn das alles aufhören würde ?
Falls nicht, ist es für mich keine Liebe, sondern eine schöne Beziehung.
Ich knüpfe Liebe nicht an Bedingungen.
Kann ich auch nur zustimmen. Die Frage ist halt, ob man die Beziehung noch aufrecht erhalten will, wenn man seelisch verhungert, weil vom anderen nichts mehr kommt, das einem das Gefühl gibt, ihm wichtig zu sein. Sich nicht geliebt zu fühlen, kann meine Gefühle für den anderen nicht ändern, aber, ob ich mit ihm zusammensein will. Lieben ist nicht Beziehungführenkönnen mit dem Menschen. Liebe ist für mich auch nicht, sich aneinander gewöhnt zu haben (wird ja oft so gesagt, dass da Liebe gewachsen sei, weil man so lange zusammen ist - muss nicht sein).
 
  • #54
Liebe Lionne,

ich sehe es ähnlich wie du.

Auch wenn mein Mann und ich einige Schwierigkeiten haben/hatten in letzter Zeit, wir haben uns immer unterstützt, waren füreinander da. Wenn er keine Lust auf sein Studium hatte, hab ich ihn wieder motiviert weiter zu machen.
Wenn ich Probleme mit meiner Familie habe, ist er immer für mich da, hört mir zu, lenkt mich ab.
Als meine Schwiegermutter Krebs hatte (3 mal schon, das erste mal kurz nach unserem kennenlernen) war ich immer für ihn da, hab ihn getröstet.
Wenn ich wieder mal ins KH muss, hält er mir den Rücken frei, macht mir Mut, er ist immer sehr besorgt.
Wenn er großen Druck auf der Arbeit hat, versuche ich ihm diesen so gut es geht zu nehmen.

Wenn es richtig gut läuft, haben wir teilweise die selben Gedanken, sind ein gutes Team, dann ist alles wie schwerelos. Manchmal sieht er mich an, als wär er frisch verliebt, auch dann fühle ich mich geliebt und von ihm geschätzt.
Aufeinander zugehen, den anderen fragen ob man ihm nicht was gutes tun könnte, ohne sich dazu verpflichtet zu fühlen. Zusammen lachen und Scherze machen, zuhören, am Leben des anderen Interesse zeigen (Hobby, Arbeit etc.)
Ich finde es immer total süß, wenn mein Mann zu Kinderliedern tanzt und singt und sich für unseren Sohn zum Affen macht, um ihn ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. 🥰
Nachdem ich heute früh vom Arzt zurück kam, war der Tisch gedeckt, der Kaffee (so wie ich ihn mag, mit Milch ohne Zucker) serviert, meine beiden Jungs ähhh 3 -> 🐶 haben mich schon fröhlich erwartet.

Nähe und Zärtlichkeiten, eine Umarmung, die Hand zu halten, Küsse, Berührungen. Sich nicht verstellen zu müssen, mit allen Eigenheiten geliebt zu werden, so wie man ist. Sich aufgehoben fühlen, dem Partner alles erzählen können.

Keine materiellen Dinge, Geld können Liebe herbeiführen. Meine Mutter hat dies immer versucht, es war eher so: wenn ich meiner Tochter dies und das kaufe ist es wie Liebe, doch hätte ich mir einfach nur ihre Zeit und Aufmerksamkeit gewünscht... viel mehr wert als ein blödes Auto, Geld, neuste Elektronik etc...
Ich hatte materiell gesehen immer alles, doch auf der anderen Seite war nichts da, meine Großeltern haben mir so viel mehr gegeben, sie waren immer für mich da und genau deshalb hänge ich so sehr an meinen Opa, er war wie ein Vater für mich.
Ich sitze gerne mit meinem Sohn unter dem Kirschbaum den er kurz vor seinem Tod gepflanzt hat und denke an die schöne Zeit mit ihm.
 
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  • #55
Und ich fühle mich durch diese materiellen Zuwendungen auch geliebt.
Die materielle Zuwendung ist mir in dem Fall total egal, zumal sie bei einem Tee/geprüftem Rad vor der Tour oder sowas ähnlichem ja auch gering ist.
Es geht einfach darum ständig zu erleben, dass es mir was Gutes getan wird/an mich gedacht wird, ohne dass ich es erwarte, ohne dass ich danach gefragt habe oder mich gar verpflichtet fühle zeitnah einen entsprechenden Gegenwert bei ihm abzuliefern.
Dann hätte ich die Situation die @Hasendompteur oder @godot beschreibt - exakt das Gegenteil von "sich geliebt fühlen".

Was, wenn mir die Person tonnenweise Lieblingsessen kauft und mich mit Luxus überhäufen will, aber meine Arbeit und meine Ambitionen, selbständig zu werden (dass ich mich vielleicht selbst mit Luxusgütern überhäufen kann), nicht ernst nimmt und untergräbt?.....
wenn ich mich bequem in die Rolle eingepasst habe, umsorgt zu werden und das auch werde, kann ich es als Liebesbeweis interpretieren, auch wenn der Mann es nur macht, weil ich abhängig bleiben soll, damit er sich sicher fühlt. Und er wird sagen, dass er mich liebt, denn er tut alles, damit ich mich bei ihm wohlfühle.
Sei nicht albern - es geht nicht um Entmündigung, sondern um liebevolle, aufmerksame Gesten.
Ich fühle mich nicht entmündigt, wenn mein Mann für mein Frühstücksei sorgt. Ich kann es durchaus selber richtig kochen und wenn ich es wegen Müdigkeit nicht mache, dann überlebe ich auch und das nicht schlecht. Es iist einfach nett, dass er weiß: ich esse gern Ei zum Frühstück und dass er es mir macht, obwohl er an dem atg nicht unbedingt selber eins ist. Er weiß, dass ich es selber kann und es mache, wenn ich mein Morgenmuffeltum überwinde.
 
  • #56
Ich finde auch schön dass einige schreiben, dass Liebe nicht auf einen Partner begrenzt ist. Ich fühle mich so geliebt von meinen Söhnen, meiner Mutter, meinen Freundinnen, meinem guten Freund.
Klingt sehr schön.
Liebe hat zum Glück viele Facetten.

Wobei Eltern - Kind Liebe anders ist, aber nicht selbstverständlich.

Für mich ist die Liebe zu meinen Beiden umfassend, unzerstörbar, ganz tief. Ihre Geburten waren meine größten Glücksmomente, und auch wenn es so manche Reibereien gerade in der Jugendzeit hatten, das ist eine tiefe, feste Liebe.

Ich weiß, dass die Bindung zwischen uns trägt.
Und - ich bin immer wieder dankbar, dass es so ist. Ich nehme es nicht für selbstverständlich.

Partnerliebe ist durchaus anders - ich finde schon, dass man sie wertschätzen und pflegen sollte. Nicht für selbstverständlich erachten, und sie ist ja da. Man kann sie sich nicht verdienen, aber man kann sie vertiefen u d stärken - durch Wir Gefühle, etc. Und man kann sie im Alltagstrott und in der Gewöhnung durch Unachtsamkeit verkümmern lassen.

Und wenn ich mich an der Seite eines Partners nicht geliebt fühle, dann ziehe ich mich sowohl emotional als dann ich real zurück.

W, 50
 
  • #57
Diese Fragestellung hier bringt mich zu dem Ergebnis :
Ich fühle mich geliebt, wenn ich es fühlen will!
Und gar nicht, weil der andere gleichermaßen fühlt, macht und tut.


Ich sehe und fühle, was ich sehen und fühlen will. Sonst hätte ich mich während meiner Ehe nicht derart verrannt.

W, 46
Genauso ist es. Wenn ich es fühlen will, dann fühle ich es auch. Es hat aber nicht unbedingt etwas mit der Realität zu tun. Sonst gäbe es nicht so viele kaputte Beziehungen. Die haben sich sicher auch mal mit entsprechenden Gesten um- und versorgt. Ich wußte bei meinem Ex von Anfang an, dass da keine wahre (!) Liebe ist. Mir war klar, dass nur eine Schönere um die Ecke kommen muss, um das Alles ad Absurdum zu führen. Es war reiner Zufall, dass ich vorher Schluss gemacht hatte. Die Bessere wäre auf alle Fälle gekommen. Es gibt immer Bessere/Schönere/Begabtere und daher bilde ich mir auch nicht ein, dass irgendwelche Komplimente oder Gesten mir persönlich gelten. Entweder ist die Bessere noch nicht da oder er hat keine Chancen in einer höheren Liga.
Und daher ist es auch bei mir so, dass ich solche Gesten auch gar nicht möchte. Mir geht es da ähnlich wie Godot. Ich brauche das auch Alles nicht.
Ich muss mir das erst einmal Alles selber geben müssen. Ich will das aus mir selber fühlen und nie mehr das Gefühl haben müssen, ich brauche jemanden, um mich positiv wahrnehmen zu können. Ich bin deshalb kein hartherziger und empathieloser Mensch. Ganz im Gegenteil. Aber ich selber möchte eben keine Unterstützung und emotionale Zuwendung von Außen, da ich mich damit noch mieser fühlen würde. Ich würde auch niemals wollen, dass mich ein Mann bei einer Krankheit begleitet. Ich würde das einem Partner niemals zumuten. Umgekehrt würde ich aber nicht gehen. Ich unterstütze gerne, will aber selber keine Last sein.
Das klingt alles negativ, ist es aber gar nicht. Ich mag mich sehr gerne, habe nette Bekannte und meine liebe Tochter (DIE wahre Liebe für mich!). Ich bin sogar soweit, dass ich gar keine Beziehung mehr anstrebe. Ich bin ja gerade in einer sehr frühen Phase einer möglichen Beziehung und stelle gerade bei diesem Thread fest, dass ich all das hier genannte nicht vermisse oder brauche. Oder es gibt mir halt einfach nichts, weil er es in 1 Jahr vielleicht schon einer anderen sagt. Daher würde ich so gerne verstehen, was Euch das gibt. Er sagte mir gestern z. B., dass er mich so wunderschön findet. Da lach ich nur in mich rein und denke, da brauch nur mal zufällig ein Model um die Ecke kommen und schon ist diese Aussage nur noch ein Witz. Ich bin 45 und kein junges Mädel mehr. Versteht Ihr was ich meine? Und nein, er würde sicher nicht bei mir bleiben, sondern das Model nehmen, wenn er die Chance dazu hatte. Ich bin da absolut realistisch. Bitte seid mir nicht böse, aber daher würde ich wirklich gerne verstehen, warum solche Gesten etc. für ein Liebesgefühl so wichtig sind.
 
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  • #58
Lieben läuft für mich auf einer ähnlichen Ebene wie respektieren.

Akzeptiert mich jemand so wie ich bin ohne von mir grundsätzliche Veränderungen zu erwarten (Respekt) und mag er gleichzeitig mit mir Zeit zu verbringen und lässt sich in dieser Haltung nicht durch Ereignisse oder die Meinung Dritter verunsichern, wird er mich wahrscheinlich lieben.

Etwas nicht annehmen zu können, möglicherweise auch nur ein Frühstücksei, hat für mich nichts mit Liebe zu tun sondern ist ein eigenes Thema.

Hier geht es darum, dass jemand um seine Autonomie fürchtet wenn er Gaben annimmt die ihn nach seinem Gefühl dem Gebenden ggü. verpflichten daher binden. Der Autonomist will sich aber nicht binden. Er will autonom sein. Lieben kann er trotzdem.
 
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  • #59
Ich hab die Frage komplett subjektiv gelesen....
Wann fühlst Du Dich geliebt und hatte damit gerechnet, dass sich jeder an die Momente erinnert und wenn, die anderen das gar nicht bewerten.

Wenn jemand auf kleine Geschenke steht, ist das so...würde jemand schreiben, wenn er mir ein Auto kauft....
wäre es so und auch wenn es nicht meins ist....so hätte ich es hier nicht auseinander genommen.
Mich berührt es, wenn Menschen es nicht kennen
Ich verstehe jedoch nicht, wie man das Gefühl im Nachhinein völlig in Frage stellen kann.
Natürlich hat mir das Ende meiner Ehe weh getan und die enorme Veränderung eines Menschen.
Aber ich stelle damit nicht die kompletten 15Jahre in Frage.
12 waren mindestens gefühlt Liebe und würde ich im Nachhinein alles in Frage stellen...wieviel Jahre meines Lebens müsste ich demontieren?
Will ich gar nicht....der größte Teil war schön und dazu gehören auch viele Jahre mit meinem Exmann.

Und wenn ich von meiner Mutter und meinem Großeltern kleine Aufmerksamkeiten bekommen habe und vom damaligen Vater nicht.
Dann mag mein Inneres Kind mich heute noch prägen, wenn das zum sich geliebt fühlen dazu gehört.
Und dann ist mein Selbstbewusstsein nicht auf 100% aber ich habe ein Bewusstsein für mich selbst und nehm eben den passenden Partner und passende Menschen.
Ich bin 53Jahre und will mich nicht selbst zerfleischen....aufs innere Kind trink ich ein Likörchen...soll's doch den Rest gerne bei mir bleiben

Und ich hab hier auch einige Foristen sehr gerne und drück die in Gedanken schon mal....sollte das jemand mal genauer brauchen um sich genocht zu fühlen...diskutier ich auch nicht...bekommen sie gerne einmal durchloben von mir

Wie unsere Löwin für den Thread
 
  • #60
Ein ziemlich unnötiger Thread. Es geht mMn wieder mal nur darum, dass sich die TS mit Schwung - geliefert durch den Input der anderen - um sich selbst drehen kann.
 
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