• #1

Wird es jenseits der 30 immer schwieriger Beziehungen aufzubauen?

Liebes Forum,

im Moment bin ich ratlos und frustriert, wenn es um den Aufbau neuer Kontakte geht und daraus Freundschaften entstehen sollen. Am Anfang gibt es immer 2-3 Treffen und es läuft bestens, weil wir uns sehr viel zu erzählen haben und auf der gleichen Wellenlänge sind. Danach bemerke ich meisstens einen Rückzug.

Wenn ich mich melde, ob telefonisch, per mail oder sms, freuen sie sich, wenn wir uns verabreden ist alles gut. Doch Eigeninitiative ihrerseits ist nichts zu erkennen. Soll ich es genau so machen - dann gibt es keine Freundschaften mehr.

Ich frage mich dann wie lange ich denn ständig hinterherlaufen soll ? Schließlich soll doch ein Gleichgewicht im Geben und Nehmen vorhanden sein. Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht oder Tipps für mich?
 
  • #2
Das kenne ich sehr gut! Ich habe nach einer sehr arbeitsintensiven Phase jetzt mehr Zeit und möchte neue Leute kennen lernen, aber die meisten sind derart in ihr Leben eingebunden, dass sie mehr als zwei bis drei interessante Gespräche kaum wollen/unterbringen können. Vor allem dann, wenn sie eine/n Partner/in oder gar Kinder haben. Ich persönlich habe auch noch das Problem, dass ich nicht so gerne (mehrmals) frage, sondern eigentlich gefragt werden möchte. Und außerdem selbst sehr wählerisch bin, mit welcher Art von Mensch ich Zeit verbringen möchte. Meine Erfahrung ist, dass man den meisten hinterherlaufen/Treffen organisieren muss, damit überhaupt etwas passiert. Das ist von deren Seite einfach Übersättigung/Bequemlichkeit/nicht auf neue Kontakte angewiesen sein.
 
  • #3
Liebe Annabell,

ich bin doppelt so alt wie du, aber es geht mir ähnlich. Ich kann dir daher leider keinen Tipp geben. Mir kommt es oft so vor, dass ich immer ich diejenige bin, die nachfragt, Interesse zeigt, Treffen vereinbart, an Fest- und Geburtstage denkt usw. Ich mag das auch nicht mehr.

Ich habe im Alltag genügend Kontakt durch kurze Begegnungen mit Verkäufern, anderen Kunden, Leuten mit denen man irgendwo warten muss etc. Ich konzentriere mich auf meine kleine Kernfamilie und was später mal wird, sollte ich alleine übrig bleiben, das sehe ich ja dann.
Ich bin zum Glück sehr kontaktfähig und kann schnell neue Leute
kennenlernen, wenn ich will. Einstweilen genieße ich den Austausch mit Mann und Tochter und bin offen für Kontakte mit anderen, aber ich reiße mir kein Bein mehr aus. Vielleicht kommt ja mal jemand auf mich zu.
 
  • #4
Ja, liebe Annabell, Du hast Recht. Leider. Als junger Mensch fliegen einem die Freundschaften nur so zu und später wird es schwerer. Und nochmal später wird es noch schwerer. Nun verstehe ich die Leute, die von sich sagen, sie hätte gar keine Freunde, obwohl sie viele Bekannte haben.

Eine Zeit lang habe ich gehadert und glaubte, Freunde suchen zu müssen. Muß ich aber gar nicht. Ich lebe einfach mein Leben und schaue, was passiert, denn Freundschaft bewusst herbeiführen kann man wohl gar nicht. Das ist vielleicht so wie mit dem Partner. Man muß ihn einfach treffen.

Das was Dir passiert ist wohl ähnlich so wie beim Daten. Mit vielen vielen ist es ganz arg nett aber mit den allerwenigsten wird es ernst. Und je älter wir werden, desto komplexer wird dieses Thema. Früher reichte es aus, wenn man in der gleichen Schule war oder das gleiche Instrument spielte und schon war man befreundet.

Nicht verzagen liebe Annabell. Ich arbeite ständig an mir und meinem Leben, bin gut aufgeräumt und entwickle mich ständig weiter. Und irgendwann werde ich auch noch einige Menschen treffen, die sich davon angesprochen fühlen. Viel Glück.
 
  • #5
Liebe Annabell,

ja so ist es. Und tröste dich, Du bist nicht die Einzige, der es so geht. Ich muss auch ständig die Leute aktiv nach Treffen fragen, sonst passiert gar nichts. Früher hat mich das noch mehr geärgert als heute, aber jetzt denke ich mir mittlerweile, ich habe ja auch was davon.... eine nette Gesellschaft, schöne Stunden und einfach eine gute Zeit. Ist doch egal, wer wen zuerst gefragt hat, oder?

Die Nummer mit dem wertschätzen und wenn der andere gerne seine Zeit mit mir verbringt, warum ergreift er dann nicht mal von sich aus die Initiative, habe ich mir abgewöhnt. So tickt die Welt (anscheinend) nicht und die meisten sind da oberflächlich, selbstvergessen oder empfinden es, warum auch immer, anders. Man muss halt mit dem "vorhandenen Material arbeiten". Mir hat mal jemand gesagt, "...wenn Du Idealismus willst, geh ins Kino..." harte Worte, aber er hatte irgendwie recht - das musste ich auch erst lernen.

Wenn allerdings das Gleichgewicht wirklich vollends nimmer da ist... "Geben und Nehmen"... dann ziehe Dich zurück, melde Dich nicht mehr von Dir aus und frag mal ne Weile nicht mehr nach Treffen etc.... so manches Mal rührt sich dann von der Gegenseite doch was... man höre und staune :O) Denn so selbstverständlich wie ne Lampe, will man dann ja nun doch auch nicht werden - das haben wir alle nicht nötig und wäre zu extrem!

Alles Gute!
 
  • #6
Ja, ab 30 wird es schwieriger.

Rückblickend hat sich Anfang 20 noch alles von allein ergeben, aus der alten "Clique", dem Verein, von den Kollegen, den Schul/Studienfreunden waren noch genug Singles unterwegs. Selbst die ersten Liierten haben ohne Kind und Haus noch gern etwas im Freundeskreis oder zu zweit mit mir unternommen. Es war selbstverständlich, sich an den Wochenenden zum Frühstück zu treffen und abends zum Feierabend regelmäßig auf ein Glas Wein. Bis es immer weniger Singles waren und die Liierten sich auf Partnerschaft/ Familie/Haus konzentrierten.

Mitte 20 war ich selbst gebunden, bekam Anfang 30 meine Tochter. Treffen mit "alten" Freundschaften waren lange nicht mehr sohäufig. Neue Bekanntschaften, Pärchenaktivitäten und natürlich Kind/er nahmen den größten Raum ein. Selbst wenn dann die ersten Trennungen kamen, so gab es meist keine Singles, sondern Singlemams, viele Freizeitkontakte ergaben sich über und gemeinsam mit den Kindern.

Ich glaube Freundschaften müssen sich bei Zeiten selbst ergeben und von beiden Seiten wachsen. Bekanntschaften hingegen sind eher auf gemeinsame Hobbies und Interessen ausgerichtet, weniger auf das einfach nur zusammen sein oder miteinander Reden wollen. Ich denke es ist wichtig, sowohl als Single , als auch in fester Partnerschaft mit sich selbst zufrieden zu sein, gern auch Dinge allein zu machen und sich für etwas ohne die anderen zu begeistern. Dann zieht es die Bekannte oder Freunde von allein an. Und wenn einer mal sehr mit sich oder seinem Lebensabschnitt beschäftigt ist, fällt es gar nicht wirklich auf.

So gezielt wie du es schreibst, geht das nach meiner Erfahrung nicht. Hab ich mit Ende 30, nach meiner Trennung mal probiert. Ich war bedürftig nach Ablenkung, danach mich auszusprechen, nach Trost. Das haben nur gute Freunde in begrenztem Rahmen mitgemacht. Ich fand das nicht fair, war von vielen enttäuscht bzw. fühlte mich im Stich gelassen. Erst als ich wieder zu mir gefunden hatte, wieder Begeisterung, Unabhängigkeit und Lebensfreude ausstrahlte, änderte sich das das. Heute bin ich nicht mehr sauer, sondern verstehe und respektiere das. Meine drei langjährigsten Freundinnen sind mir bis heute erhalten geblieben. Inzwischen habe ich neue Bekannte, die teilweise zu Freunden wurden/werden, gefunden und muss eher zusehen, dass mir die Verbindungen zusammen mit neuer Partnerschaft, erwachsenem Kind und voller Berufstätigkeit nicht über den Kopf wachsen.
 
  • #7
Bevor ich mich von meiner Frau getrennt habe, bin ich gezwungenermaßen aus unseren Tanzverein ausgetreten. Meine Frau wollte/konnte nicht mehr. Zack war ein Großteil der Freizeit frei und der Bekannten weg.

Da ich mich von meiner Frau getrennt habe waren damit auch die meisten nicht Tanzbekannten weg. Pärchenfreundschaften, ihre Verwandten usw. Es blieb ein kleiner Kern den man aber auch nicht überfordern kann. Außerdem habe ich aktiv nach einer Frau gesucht und war dadurch auch bedingt nicht allein.

In dem Freizeitumfeld in dem ich mich bewege treffe ich vor allem Paare. Manchmal ergibt sich ein interessanter Kontakt. Mir ist es jetzt aber schon zweimal passiert, dass ein Mann den ich zwecks Austausch weiterer interessanter Aktivitäten nach seiner Telefonnummer frage, mich an seine Frau verweist. Mit denen tausche ich mich jetzt aus.

Die Frau über die ich hier viel geschrieben hatte, sagte mal "Es ist immer schwieriger neue Menschen kennenzulernen", sie hat das Problem einerseits durch Mitgliedschaft in einer esoterischen Organisation gelöst (in der man allerdings auch schwierige Personen kennen lernt) und andererseits versucht platonische Freunde bei Finya zu rekrutieren, was bei einigen klappte bis diese eine interessiertere Frau an der Angel hatten.

Meine aktuelle Bekannte tickt sehr ähnlich. Sie hält Kontakt mit einem Finya Bekannten der nach einem Pärchentreffen dafür eine offizielle Freigabe durch seine Freundin bekommen hat. Sie hat viele überwiegend ältere Freundinnen. Wirklich intensiv sind diese Beziehungen aber nicht. Neue Bekanntschaften erschließen sich für sie aber auch nur schwer.

Egal wie Kommunikativ man ist, je älter man wird umso schwieriger wird es nachhaltige Bekanntschaften zu schließen. Da findet man schneller jemanden für unverbindlichen Sex.
 
  • #8
Geht mir auch so. Ich bin 400 km weg gezogen und an meinem jetzigen Wohnort (an dem ich jetzt schon seit drei Jahren lebe), habe ich auch keinerlei freundschaftliche Beziehungen. Es läuft bei mir genauso wie bei dir ab.
Ich würde aber sagen, dass es nicht an dir (bzw. uns) liegt, sondern daran, dass die meisten Leute mit 30 eine Familie sowie einen kompletten Freundeskreis haben und einfach keine neuen Bekanntschaften brauchen. Traurig, aber wahr ... ich bin auch oft am Hinterherlaufen.

m31
 
  • #9
Anabell, ich verfolge regelmäßig deine Beiträge und muss sagen, dass sie sich anstrengend, nervig und vor allem sehr depressiv lesen. Wenn du meine neue Bekanntschaft wärest und ungefähr so drauf bist, würde ich sehr schnell und sehr weit weglaufen- mein Leben hat genug Downmomente, ich brauch nicht noch mal in meiner Freizeit irgendwelche jammerige Menschen, die einen runter ziehen, sorry. Was hast du für ein Problem?? Du lebst in einem der reichsten Länder, hast einen Job,eine Wohnung, hast alle Freiheiten ubd vor allem Wahl, Gesundheit, sauberes Wasser und vor allem kein Krieg- mach was aus deinem Leben!! Fange an mit einem Job, dass dich richtig erfühlt, du scheinst absolut unterfordert zu sein und kommst auf dumme Gedanken. Es kommt keine Fee und rettet dich aus deinem Leben. Geh zu Hospiz und schau, was wirkliche Sorgen sind- wenn Eltern Babys oder Kinder verlieren oder junge Menschen wegen Betrunkenen im Koma liegen oder eine AE, die mit zwei Kindern überfordert ist. Dir geht es eindeutig zu gut.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #10
Ich hatte um die 24 noch bis zu 10 sehr gute Freunde und bis zu 20 gute Bekannte, mit denen ich auch regelmäßig unterwegs war. Mittlerweile sind es nur noch 1-2 Freunde, von denen ich sagen würde, wir helfen uns in der Not. Es liegt auch bei mir daran, dass die meisten Familie haben und ich eben nicht. Neue Bekanntschaften ergeben sich bei mir eher durch berufliche Weiterbildung oder durch den Besuch von Freizeitgruppen. Aber Freunde sind das auch noch lang nicht. Deine Gefühle kann ich jedenfalls sehr gut nachvollziehen. Es ist sehr schwer, gute Freunde zu finden. Die meisten Menschen halten sich nur mit ihren Familien auf, fahren mit denen in den Urlaub, viele junge Menschen ziehen in Nähe ihrer Eltern und leben sogar im Mehrgenerationshaus. Ich sehe im Urlaub immer extrem viele Familien, die mit jung und alt wegfahren. Ich glaube, es ist für Singles und für Geschiedene am schwersten, im mittleren Alter wirklich echte Freunde zu finden.

Richte dir dein Leben nett ein und tue viel, was dir Freude bringt.
 
  • #11
Leider muss ich mich meinen Vorschreiberinnen anschließen. Die Aussage, Partner kommen und gehen, Freunde bleiben, wundert mich insofern, als ich das eher umgekehrt erlebe. Ich bin schon auf die Tipps dieser Fraktion gespannt, denn was Freundschaften aufbauen anbelangt, war ich auch immer die treibende Kraft. Während es bei meinen Beziehungen immer ein Ping-Pong war/ist. Also so, wie es sein soll.

Am Anfang gibt es immer 2-3 Treffen und es läuft bestens,
Oh, da hast du mir schon 'ne Menge voraus. Soweit kam es bei mir selten. Sei es, weil die jeweilige Person sich nicht aufraffen konnte, das Wetter schlecht war oder man sich den Verkehr meines Städtchens nicht zutraute.

Kam es doch mal zu einer Verabredung, wurde diese nicht selten kurz vor knapp abgesagt. Obwohl auch hier die (heuchlerische?) Freude des Gegenübers greifbar schien.

Beim Sport habe ich viele Bekannte und auch meinen Mann kennen gelernt. Die Bekanntschaften gehen jedoch über den Sport nicht hinaus.

Je nach Einzelfall gebe ich noch 'ne zweite Chance, aber
hinterherlaufen tu ich niemandem mehr. Hier gilt der Grundsatz "wer nicht will, der hatte schon.

Wie jemand schrieb, habe auch ich Eindruck, dass die Leute schon genug Freunde und/oder Bekannte haben und mit dem Alltag schon genug ausgelastet sind. Und somit mich nicht auch noch "dazunehmen" können.

Zum Glück bin ich mir selbst genug und gut ausgelastet. Man hat immer wieder ein Projekt wie z.B. meine Weiterbildung incl. beruflicher Umorientierung, ein sportliches Ziel uvm. Insofern sehe ich hier durchaus auch meinen Anteil, da viel beschäftigt.
 
  • #12
Anabell, ich verfolge regelmäßig deine Beiträge und muss sagen, dass sie sich anstrengend, nervig und vor allem sehr depressiv lesen.
Da ich in diesem Forum zu wenig involviert bin, kann ich mir darüber keine Meinung erlauben. Allerdings hat die FS lediglich ihre Sichtweise dargestellt um sich dazu weitere Meinungen einzuholen....wohl legitim in einem Forum.
Was hast du für ein Problem?? Du lebst in einem der reichsten Länder, hast einen Job,eine Wohnung, hast alle Freiheiten ubd vor allem Wahl, Gesundheit, sauberes Wasser und vor allem kein Krieg- mach was aus deinem Leben!! Fange an mit einem Job, dass dich richtig erfühlt, du scheinst absolut unterfordert zu sein und kommst auf dumme Gedanken. Es kommt keine Fee und rettet dich aus deinem Leben. Geh zu Hospiz und schau, was wirkliche Sorgen sind- wenn Eltern Babys oder Kinder verlieren oder junge Menschen wegen Betrunkenen im Koma liegen oder eine AE, die mit zwei Kindern überfordert ist. Dir geht es eindeutig zu gut.
Genau!!!! Und deswegen darf sich niemand mehr über sich und sein Umfeld Gedanken machen. Alles als gegeben hinnehmen und Klappe halten. Dann empfehle ich, dass man sich ausschließlich von Wasser u Brot ernährt. Es sterben ja schließlich genügend Menschen tgl an Unterernährung. Spaß haben, lachen, fröhlich sein...wie kann man nur, wenn anderenorts Krieg herrscht. Also bitte mal die Kirche im Dorf lassen!
@Annabell_32
Ja ich sehe das wie du! Irgendwann wird es einfach schwieriger neue, echte Freunde zu finden. Ich kann dir nur raten niemandem nachzulaufen u es sich einfach entwickeln zu lassen....oder eben nicht.
Wer nicht will, der hat schon!!!!
 
  • #13
Tja, Annabell, du packst es falsch an.
Wie hast du früher Freunde gefunden? Richtig, du hast sie regelmässig in der Schule, beim Sport, an der Uni etc gesehen. Und irgendwann wuchs die gegenseitige Sympathie und man hat sich gezielt verabredet. Manche dieser Freundschaften halten ein Leben lang, weil das Fundament stimmt.
Und heute? Du willst Freunde finden wie so mancher Vertreter Kunden akquiriert. Du gibst keine Zeit für die Entwicklung. Und das setzt den anderen unter Druck. Druck hat in einer Freundschaft aber nichts zu suchen.
Dazu empfehle ich, @realwoman 's Anmerkungen so zu lesen: Strahlst du Lebensfreude aus? Was gibst du, damit jemand mit dir befreundet sein möchte?
Geh einfach aus. Dort, wo du dich wohlfühlst, gehst du öfters hin. Lass den Menschen die Luft, Sympathie für dich entwickeln zu können. Und überfalle sie nicht mit Wünschen nach schweren Gesprächen. Versuchs mal ......
 
  • #14
Liebe Annabell
Meinst du platonische Freundschaften oder romantische Beziehungen in deinem Post?
Ich frage mich dann wie lange ich denn ständig hinterherlaufen soll ?
Wenn es sich um platonische Freundschaften handelt, würde ich etwas länger dran bleiben. Wichtig ist zuerst nicht, von wem die Initiative ausgeht, sondern dass die andere Person sich freut und auf ein Treffen einlässt. Heutzutage ist man oft beruflich so ausgelastet, dass man dankbar ist, an seine Freunde erinnert zu werden und Vorschläge zu erhalten. Du kannst dir übrigens einigen Aufwand ersparen, indem du mehrere deiner Freunde z.B. zum Brunch oder Kaffee einlädst oder ein Event vorschlägst. Dann reservierst du dir nur ein Datum und musst nicht ständig diesem oder jenem Treffen hinterher laufen, hier und da mal Kaffee trinken, diese oder jene whatsapp beantworten. Zudem erhältst du so den Ruf, dass bei dir was läuft und du kannst auch mit erneuten Einladungen an dich rechnen.
Am besten ist übrigens, du hast ein paar Single Freunde. Ich habe mich einer Gruppe Expats angeschlossen, die neu in der Stadt ist. Die sind sehr unternehmungslustig.
Wenn es sich um romantische Beziehungsanbahnungen handelt, würde ich nach 2-3 mal nicht mehr nachfragen. Wer datet, der sucht ja absichtsvoll nach einem Partner und da muss bald was zurückkommen.
Und übrigens ja, ich kenne das auch. Sehr gut sogar. Aber wenn mir Menschen wichtig sind, bin ich mir nicht zu stolz, den ersten Schritt zu machen. Ich nehme mir dann z.B. eine Stunde Zeit und schreibe Nachrichten oder mache Anrufe.
 
  • #15
Hmm ich habe schon oft von Menschen gehört, dass es schwierig ist, sie seien einsam usw.
Ich bin w32 und kann das für mich nicht bestätigen, was aber daran liegt, dass ich ein Kind, einen Partner, weitere Verwandte, Arbeit, Hobbies und (wenige) Freunde habe plus (!) gern allein bin. Meine beste Freundin ist im selben Alter, hat aber kein Kind und keinen Partner und würde sich eigentlich auch viel öfter mit mir treffen, ich möchte das aber nicht. Wenn ich mich von ihr unter Druck gesetzt fühlen würde, hätte ich auf Treffen keine Lust.
Wenn mein Kind älter ist und ich das Bedürfnis nach neuen Kontakten hätte, würde ich folgendes tun:
- in Kurse gehen (Tanzen, VHS usw.), dort versuchen mit Menschen ins Gespräch zu kommen und dann fragen, ob man mal nen Kaffee zusammen trinkt
- im Internet nach Freizeitkontakten schauen
- Sportvereine besuchen
- Kontakte von früher versuchen zu aktivieren

Klar sind das dann noch keine Freundschaften, aber eben Kontakte, über die man wieder neue Kontakte finden kann, was die Chance erhöht jemanden zu treffen, der Interesse nach häufigeren Treffen hat.
 
  • #16
Am Anfang gibt es immer 2-3 Treffen und es läuft bestens, weil wir uns sehr viel zu erzählen haben und auf der gleichen Wellenlänge sind.
Du wolltest ja Tipps und da will ich mal ehrlich sein. Ich habe keine Probleme, Leute kennenzulernen und habe nach einem Umzug vor 3 Jahren gerade wieder die Situation gehabt, daher weiß ich, wovon ich rede. Ich habe auch Freunde mit Kindern, mit Hunden, mit pflegebedürftigen Angehörigen, mit aufwändigen Jobs usw. Für Freundschaft gibt es keine Ausrede.

Du schreibst, dass ihr euch viel zu erzählen habt? Nach meiner Erfahrung hat man sich (auch bei Dates) mit den meisten Menschen erstmal viel zu erzählen, insofern frage dich:
- seid ihr wirklich auf einer Wellenlänge oder scheint das nur so, weil ihr zu Beginn ein paar gemeinsame Themen habt?
- erzählst eher du oder ist es wirklich ausgeglichen? Hörst du gut zu und stellst Fragen?
- erwähnst du, dass du nicht viele Freunde oder Bekannte hast und schon lange Single bist?

Ein Beispiel: Vor einiger Zeit hatte ich eine Frau kennengelernt, die zwar liiert war, aber in einer Fernbeziehung und neu in der Stadt war. Beim ersten Treffen haben wir uns super unterhalten (gleiches Alter, Interessen,...), aber danach ging es hauptsächlich darum, dass sie nur über ihre Arbeit, Kollegen usw. gejammert hat und gleichzeitig den Job ihres Mannes jedes Mal hervorgehoben hat, so dass es schon etwas nervig war. Als ich sie mal zu einem Treffen mit anderen Freunden mitgenommen habe, haben die mir danach unabhängig voneinander gesagt, dass sie sie sehr anstrengend gefunden hätten. Ich habe diesen Kontakt dann einschlafen lassen, weil die Person für mich nicht bereichernd war.

Überlege also mal genau, aus welchen möglichen Gründen deine Bekanntschaften sich nicht mehr von sich aus melden. Und: Freundschaft kann man lernen! Dazu gehört, dass man auch mal bei Aktivitäten mitmacht, die einen selbst nicht so interessieren, dass man zu Treffen geht, auch wenn man vielleicht schon müde ist, dass man selbst Vorschläge macht, ohne beleidigt zu sein, wenn eine Absage kommt und ohne dann noch zigmal nachzufragen und überreden zu wollen.
Viel Erfolg!
 
  • #17
Ist doch klar, ab 30 haben die meisten einen Job. Familie und Partner spielen zwar auch eine Rolle, aber der Einstieg ins Berufsleben ist beim Zeitbudget ein noch härterer Einschnitt.
Dazu kommt die steigende Bequemlichkeit und kleinere Komfortzone. Je älter man wird - Ausnahmen bestätigen die Regel - desto weniger kompatibel ist man mit anderen, und man geht abends meist seltener weg, weil müde von der Arbeit. Auch WGs und damit verbunden automatisch mehr Kontakte hat man ab 30 weniger.
Das ist der Lauf der Dinge, und ich glaube, vielen haben um die 30 diese Art Quarterlife-Crisis, wo einem das besonders bewusst wird. Auch ich fühlte mich mit 30 ziemlich einsam trotz Partner. Jetzt ist mein Freundeskreis noch weiter geschwunden, und trotzdem bin ich zufriedener, weil ich die Zeit mit mir und meiner Familie deutlich nehr schätze als früher. Singles ab 30 in meinem Bekanntenkreis haben zwar mehr Zeit, aber die hängen auch meist mit den gleichen Leuten rum, so höre ich raus. Man ist in seiner Persönlichkeit ja auch stabiler und gesettlet und braucht nicht mehr jeden Tag Party und Abwechslung, sondern kann sich besser mit sich selbst beschäftigen.
 
  • #18
Ich frage mich dann wie lange ich denn ständig hinterherlaufen soll ?
Gar nicht. Wenn Du nicht ein anderes Ziel hast mit diesen Bekannten, also sie Dir z.B. helfen könnten, einen besseren Job zu bekommen, sondern nur einfach Bekannte sind, die Du zu "Freunden" machen wolltest, würde ich irgendwann nichts mehr machen.

Du wirkst auch etwas verkopft und "gewollt". So entstehen Freundschaften ja nicht, dass man beschließt, dass jemand ein Freund oder ne Freundin werden könnte. Da muss Interesse von der anderen Seite da sein, und wenn es das nicht ist, wird es halt keine Freundschaft.
Und Du musst den anderen auch "kommen lassen". Wenn der andere z.B. weniger Zeit hat als Du und Du Dich daraufhin immer zuerst meldest, weil Du denkst, jetzt könnte mal wieder ein Treffen stattfinden, hat der ja nie Zeit, Dich mal zu vermissen. Und so reißt es ein, dass es ein stillschweigendes Abkommen gibt: Wenn Du Dich nicht meldest, hast Du eh keine Zeit.

Jedenfalls würde ich den Kontakt aufgeben, wenn ich merke, dass sich ein anderer nicht für Treffen interessiert und es schön ist wenn ich dabei bin, weil ich vorher gefragt habe, es aber auch schön ist, wenn ich nicht dabei bin, weil keiner drauf kommt, mal bei mir nachzufragen, ob ich Zeit hab.
 
  • #19
Liebe Annabell,

obwohl ich dich gut verstehe ist meine Beobachtung doch eine ganz andere.
Es kommt nicht auf das Alter oder die Lebensumstände an sondern auf den Mensch und sein Gesuche.
Jedes Alter und jede Phase im Leben hat seine Besonderheiten.
Ich erlebe im Umfeld verschiedene Phasen im Leben und in jeder gibt es die Möglichkeit zur Gruppenbildung.
In der Jugend über Schule und Hobbys, bei der Familiengründung über Babykurse/ Rückbildung/ Spielplätze, später wieder über Beruf / Hobbys/ Fitnesstraining und noch viel später über Seniorennachmittage/ Ehrenämter/ Kaffeefahrten .......... und und und.
IMMER gibt es Menschen die einen bei den Lebensabschnitten und Interessen begleiten. Und immer mal wieder bleibt auch jemand über die Phase hin „kleben“.
Die Frage ist glaube ich wie weit man sich auch selbst auf den Menschen einlässt. Wenn mich bei einer Frau die ich über gleichaltrige Kinder kennen lerne nur ihre Rolle als Mutter interessiert wird sich der Kontakt verlaufen sobald die Kinder verschiedene Wege gehen. Wenn uns aber über das aktuell gemeinsame Interessensgebiet hin mehr interessiert sind die Chancen doch gut, dass es dabei bleibt.
Ich denke, man muss sich auf Menschen wirklich einlassen. Und ein Mensch der sich „erkannt“ fühlt kommt zurück.
Vom Gefühl her wäre mein Tip ... nicht inflationär „auf Menschen los gehen“ sondern sich ab und zu wirklich einlassen.
 
  • #20
Also stimme dir "Realwoman" nicht zu. Dein Beitrag liest sich sehr unsympathisch und unempathisch. Denn ich habe schon sehr viele Täler in meinem Leben durchlaufen und mich immer wieder aus eigener Kraft herausgezogen. Und ich kenne es nur all zu gut, dass Menschen nur die Sonnenseiten der Freundschaften erleben möchten. Ich habe sehr viele Tätigkeiten und Arbeitsstellen die mich sehr ausfüllen. Eine solide 20 Std. Festanstellung, ich arbeite freiberuflich als Kunstlehrerin und Illustratorin für politische Organisationen. Ich habe ein Ehrenamt in einer christlichen Gemeinde und eigene Kunstprojekte und plane eine Crowdfunding Kampagne. Und trotzdem kenne ich das Problem dass man Schwierigkeiten hat tiefere, längerfristige Freundschaften zu finden. Auch ist mir das Problem bekannt, dass Männer sich lieber mit ihren Computerspielen, Kumpels, Netflix oder ihrer Arbeit beschäftigen, als sich in einer Beziehung ernsthaft miteinander auseinander zu setzen. Es soll ebene alles ständig immer nur Spaß machen und leicht sein. Und genau das drückst du mit deinen Worten auch in deiner Nachricht aus. Wie du schon sagst, hast du selbst genug Downmomente und erwartest vielleicht von deinen Freunden eine leichte, seichte Ablenkung mit Kino und Cocktails und dem ganzen Bespaßungsprogramm. Nein, also wenn es einer Freundin aus den genannten Gründen schlecht geht, versuche ich ihr beizustehen. Denn es ist heutzutage sehr schwer einen Partner oder neue Freundschaften zu finden. Mir geht es ähnlich, obwohl ich ein kreativer, aktiver Mensch bin.
 
  • #21
Hallo FS,

mir geht es auch so wie dir. Früher hatte ich bedingt durch Studium/Ausbildung usw. mehr Menschen um mich herum. Heute lebt jeder woanders, sprich die räumliche Nähe fehlt. Zur Zeit empfinde ich es als schwierige Phase, weil viele Familie haben oder heiraten...es ändert sich alles und man ist jetzt im Job und nicht mehr wie früher ständig von jungen Menschen umgeben. Jeder ist irgendwie viel mit sich beschäftigt, Hamsterrad eben. Keiner hat wirklich Zeit, nicht mal für sich selbst. In der heutigen Welt funktionieren die meissten nur noch..sie gehen arbeiten, dann zum Sport und dann schlafen. Die wenige Zeit wird für den Partner freigeschaufelt. Mit Freundinnen, die Mutter geworden sind, drehen sich die Themen nur noch ums Kind und keinen juckts wie es mir selbst geht. Traurig....

mein Leben hat genug Downmomente, ich brauch nicht noch mal in meiner Freizeit irgendwelche jammerige Menschen, die einen runter ziehen, sorry.
wirst du im Moment irgendwie getriggert? Woher willst du wissen, ob sie jammert? Sie reflektiert vermutlich sehr viel. Vielleicht können das manche nicht verstehen, wenn sie selbst Kinder haben und voll ausgelastet sind. Als Single ist man in der Zeit häufig irgendwie alleine. Wenn ich Kinder hätte, würde es mir vermutlich nicht auffallen, weil ich genug Erfüllung hätte. Ständig muss man sich um Treffen bemühen, weil man sonst alleine in der Bude hockt. Die FS fragt zurecht und du siehst ja auch an den Kommentaren, dass es nicht nur ihr so geht. Klar man muss dankbar für die Dinge sein,die man hat...da gehe ich mit dir. Aber wenn jemand zum reden und austauschen fehlt und man eben Bedürfnisse nicht stillen kann-dann ist das frustrierend. Manche brauchen eben mehr Kontakte und Gemeinschaft als andere. Hängt vermutlich auch mit Introversion und Extraversion zusammen.
 
  • #22
Neue Freunde lernt man nicht mehr so leicht kennen, wenn man jenseits der 30 ist. Viele haben schon einen festen Freundeskreis, den sie seit ihren Studienzeiten pflegen. Durch den Beruf kommen noch einige neue Leute hinzu und dann hat man einfach keine Kapazitäten mehr.

Durch Umzüge und Schichtdienst sind bei mir viele Freundschaften weggebrochen. Ein, zwei Leute kenne ich seit Schulzeiten. Allerdings beschränkt sich das auf telefonische Kontakte, da sie weiter weg wohnen.
Vereine kommen wegen meiner unregelmäßigen Arbeitszeiten nicht in frage und konventionelle Leute mit Haus, Kind und Verein passen einfach nicht zu mir.

Ich habe das Glück, sehr nette Arbeitskollegen zu haben. Mit einigen bin ich auch befreundet.
Und ich hatte das Glück, noch eine Freundin (die in meiner Nachbarschaft wohnt) spät dazu gewonnen zu haben. Sie ist genauso spontan und offen wie ich, Treffen müssen nicht geplant werden und wir besuchen uns oft und können über Gott und die Welt reden. Jede hilft der anderen, wenn Not ist. Sie ist in meinem Alter, auch kinderlos und nicht mit Partner zusammen wohnend.
Aber das ist eher eine Ausnahme.
Die meisten Menschen lassen dich nicht mehr so nah und intensiv in ihr Leben, weil sie schon genug Freunde haben oder eine intensive Partnerschaft leben und sich um ihre Kinder kümmern.
 
  • #23
Die meisten suchen nicht plötzlich im Alter von ü30 neue Freunde. Wo sind Deine Freunde, die Du während der letzten 20 Jahren kennengelernt hast? Freunde von früher solltest Du schon haben, auch wenn diese in einer anderen Stadt wohnen oder wenig Zeit haben.

Möglicherweise hattest Du bereits früher Probleme, Freunde zu finden. Vielleicht ist es für Dich auch schwierig, Freundschaften zu erhalten.

Natürlich kann es durch Scheidung oder Umzug passieren, dass Du Dir wieder ein neues soziales Umfeld aufbauen musst.
Aber Freunde hast Du trotzdem noch.

Einfach nur soziale Kontakte findest Du je nach Deiner Interessenlage bei jedem Verein, in Kursen im Fitnessstudio, politische, kulturellen, kirchlichen oder soziale Vereinigungen, Fortbildung usw usw. Da brauchen sie auch oft Leute, die Zeit haben, wenn Familienmenschen eben zuhause bei den Kindern sind.

Klar, jetzt kannst Du sagen, dass Du nicht der Typ für Sport, Verein, Soziales, Kunst usw. bist. Wenn Du Leute kennen lernen willst, wäre es aber schon gut, wenn Du Dich über eine längere Zeit in einer Gruppe von Menschen aufhältst, mit denen Du irgendein Interesse teilst.
Genau deshalb findet man in Schule und Uni auch einfach Freunde.

Also Leute kennenlernen, geht auch mit ü30 sehr gut. Wenn Du Dich mit einer Bekannten jeden Dienstag um 19 Uhr zum Sport o.a. Termin triffst, ist das doch ein guter Anfang. Suche Dir jemanden mit ähnlichen Interessen und lasse dieses gemeinsame Interesse im Vordergrund stehen.
Sich zu zweit mit einer Bekannten wiederholt zum Kaffeetrinken oder Party machen zu treffen, wäre für mich Horror, weil es mir viel zu langweilig wäre.
Ob aus diesen Bekannten Freunde werden, ist dann eine andere Sache.

Der Anfang ist schwierig. Wenn Du erstmal 3-4 feste Bekannte hast, wird es einfacher.
 
  • #24
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei mir seit den 30-35 gar nichts mehr geht. Man lernt natürlich durch Job, Sportclub etc. eine Unmenge an Leuten kennen, aber daraus entwickelt sich einfach rein gar nichts. Wenn man sehr hinterher ist, dann kommt mal ein gemeinsamer Abend zustande, aber zurück kommt nie etwas.

Das bedeutet dann, dass ich zum Beispiel in diesem Jahr bisher ein einziges Mal mit jemandem abends etwas trinken gegangen bin, und in der Quintessenz: Ich kenne keinen einzigen Menschen, der mit mir (oder ich mit ihm) privat irgendetwas unternehmen würde.

Gleichzeitig sehe ich aber bei anderen, dass es bei denen sehr wohl klappt, die haben einen großen Bekanntenkreis, den sie durchaus jenseits der 35 kennengelernt haben. Ergo denke ich, dass viel dabei an der eigenen Persönlichkeit liegen muss. Irgendetwas im eigenen Verhalten muss bewirken, dass die Leute kein Interesse haben.

Deshalb bin ich auch sehr intensiv dabei, mich und mein Verhalten, also das Eingehen auf den anderen, außerdem auch Körpersprache und so weiter, zu beobachten und zu erforschen, aber bisher vollkommen ohne Ergebnis.
 
  • #25
Wenn du keine Freunde und Bekannten findest liegt das eindeutig an dir. Wenn ich meinen Geburtstag feiere kommen immer 25-30 Personen vorbei. Alte Freunde, Nachbarn, Kollegen, die zu Freunden geworden sind. Das hat auch nichts mit geschieden oder AE zu tun sondern liegt einzig an der eigenen Persönlichkeit. Für mich klingt das so, dass du nach kurzem Kennenlernen die Leute zu sehr nervst und dich ständig bei ihnen meldest. Diese haben aber wohl im Gegensatz zu dir ein Leben. Und bei Freunden rechnet man nicht auf, wer mit Melden dran ist. Ich melde mich, wenn ich Lust dazu habe und nicht weil das letzte Gespräch eine Woche her ist. Das wäre mir zu verkrampft. w57
 
  • #26
Wer sagt das? Das liegt am gewohnten Lauf der Dinge. Niemand sagt dir, dass du dich mit 32 noch sexy kleiden kannst, in die Disko gehen und Bekanntschaften machen kannst. Aber die meisten sind in dem Alter einfach raus und weiter als du und möchten eben keine Bekanntschaften mehr - weil sie genug haben, reif sind und sich weiterentwickelt haben über die Jugendjahre.

Mir geht es genauso. Weil diese Leute vielleicht früher schon viel "Party" und Bekanntschaften in ihrem Leben gemacht haben - nicht umbedingt alles positiv - und mit über 30 hat man ein erhöhtes Ruhebedürfnis. Man möchte nicht immer jeder Bekanntschaft gerecht werden oder sich austauschen und man braucht auch nicht mehr jede Woche irgendwelche Treffen. Außerdem haben die meisten mit 32 ihre Freundschaften oder Partner fürs Leben gefunden. Da ist nicht viel Platz für was Neues. Man steckt seine Energie woanders hin. Früher waren Menschen mit 32 verheiratete und hatten Kinder, haben also ganz natürlich ihren Fokus auf Familie gelegt. Heute legt man ihn auf Ruhe und Rückzug. Ich finde das völlig natürlich. Schräg wäre, wenn man mit 32 noch viel Party und Austausch mit vielen anderen braucht. Das hieße, man hat sich früh nicht ausreichend ausgelebt und noch nicht seine Mitte gefunden. Man verlagert das Problem nach außen. Dabei kann man Erfüllung nur in sich drin für sich alleine finden.

Wenn ich mich melde, ob telefonisch, per mail oder sms, freuen sie sich, wenn wir uns verabreden ist alles gut. Doch Eigeninitiative ihrerseits ist nichts zu erkennen.
Klingt zeckenartig. Weil diese Leute erfüllt sind mit ihrem Leben und sie dich nicht mehr so sehr brauchen, wie du sie immer mehr im Alter brauchst.

Ich frage mich dann wie lange ich denn ständig hinterherlaufen soll ? Schließlich soll doch ein Gleichgewicht im Geben und Nehmen vorhanden sein.
Gar nicht! Diese Menschen sind einfach reifer als du. Geben und Nehen ist kein Grundsatz. Du bist zu abhängig von Menschen, die vielleicht gar keine Freundschaft zu dir brauchen, weil ihr Leben erfüllter ist als deins.

Ich würde dir wie oben raten, dich wieder sexy zu kleiden und Bekanntschaften in der Disko zu machen, jede Party mitzunehmen. Ganz von null anfangen wie mit 20. Offenbar hast du das verpasst, so dass du dich jetzt krampfhaft an Ältere dranhängen musst, die einfach mit Wichtigerem im Leben beschäftigt sind.
 
  • #27
Ich würde dir wie oben raten, dich wieder sexy zu kleiden und Bekanntschaften in der Disko zu machen, jede Party mitzunehmen.
Das ist ein bisschen schwierig, weil man ja eben von niemandem eingeladen wird und also den Einstieg gar nicht mehr hinkriegt.

Und um alleine in eine Disko zu gehen und dort fremde Leute anzusprechen (vor allem als Mann geht das ja nur, wenn man selbst aktiv wird), muss man echt der Typ dafür sein, sonst wird das eh nix.
 
  • #28
Ich finde, es gab immer schon solche und solche Menschen, ob mit zwanzig oder mit über vierzig.

die meisten Leute mit 30 eine Familie sowie einen kompletten Freundeskreis haben und einfach keine neuen Bekanntschaften brauchen
Ja, das ist wohl wahr... Freundschaften haben sich bei mir auch mehrfach in diesem Alter im Sande verlaufen, als so ziemlich alle Gleichaltrigen mit um die 30 begangen, Familien zu gründen.

Für mich war das nie eine Option, ich wollte Input, neue Erfahrungen, aber nicht Windeln und Milchfläschchen, beruflich vorankommen, reisen und die Welt erkunden, und fast alle damaligen Freundinnen wollten das GegenteilL, seßhaft werden/sein und Kinder bekommen...

Ich habe versucht, diese Freundschaften aufrecht zu erhalten, aber das war auf Dauer inkompatibel.

Die Freundschaften waren nicht mehr die selben wie vorher, da für die Mütter natürlich die Kids/Family Prio 1 hatten und in ihrem Fokus waren, die Freundschaften änderten sich für mich nach und nach qualitativ, und hatten für mich nicht mehr den selben (Mehr)Wert. Ich bin viel entgegengekommen, mal mit in Urlaub gefahren, mal Kids bespaßt, die nette "Tante", die immer viel schenkt, usw. aber letztendlich waren die Kids im Vordergrund und nicht mehr meine Freundinnen, um die es mir ja eigentlich ging...

Aber wie @Izumi schreibt, hatten diese Leutchen eben dann ihre Familie und bestehende Freundschaften mit denen, die ebenfalls Familien gegründet haben. Die brauchten dann auch keine neuen Freunde und Bekannte... und hätten sicherlich auch gar nicht die zeitlichen Kapazitäten dafür gehabt.

Aber jetzt, etwa fünfzehn Jahre später, schaut das anders aus. Die Kleinkinder von damals sind nun Teens oder fast erwachsen, und ich lerne viele Frauen kennen, die heute freundschaftlich bei mir andocken wollen, weil sie jetzt wieder Inhalte in ihrem suchen und auch neue Freundschaften, nachdem fast zwei Jahrzehnte lang Kids, Family, der Ehemann und vielleicht noch der Teilzeitjob, zwei Mal im Monat der Kegelclub und der VHS Kurs als Gegengewicht zum Familienleben angesagt waren... die suchen jetzt auch neue Horizonte und neue Menschen in ihrem Leben. Vor allem, wenn bei einigen auch die Ehemänner inzwischen weg sind, und die Kinder langsam aus dem Haus gehen. Eigentlich solltest Du bei den ü40-Frauen fündig werden, wenn Du neue Freundschaften suchst...

Wenn Kontakte nicht wechselseitig aufrecht erhalten werden, ist dem Part, der sich nicht meldet, der Kontakt nicht wichtig genug, weshalb auch immer, und er sieht keinen Mehrwert für sich darin.

@realwoman Grundsätzlich pflichte ich Deinem Tenor bei, das sollten sich viel mehr Leutchen generell öfter bewußt machen, aber ich finde Deine Antwort hier weit über's Ziel hinausgeschossen, denn dann "dürfte" hier überhaupt keine Frage mehr gestellt werden und niemand bräuchte mehr ein "Problem" schildern, da wir so gesehen, quasi alle keine "Probleme" haben...
 
  • #29
Weil diese Leute vielleicht früher schon viel "Party" und Bekanntschaften in ihrem Leben gemacht haben - nicht umbedingt alles positiv - und mit über 30 hat man ein erhöhtes Ruhebedürfnis.
Bitte was? Mir scheint, Sie verwechseln ü30 mit ü80 oder haben schlichtweg wenig Kontakt zur Generation u50.

Das Problem scheint mir aus meiner Sicht oft ein zeitliches zu sein. Selbst bin ich mit Job und super zeitintensivem Hobby auch so ausgelastet, dass ich zu tun habe, den bestehenden Freundschaften gerecht zu werden. Den meisten wird es durch Job, Partner, Familie ähnlich gehen. Ich finde es auch sehr schade, aber wenn ich merke, es passt nicht 100 %, dann blocke ich eher ab. Einfach aus Schutz der bestehenden Freundschaften. Weil ich mich schon genug ärger, wenn ich mal wieder eine liebe Freundin zwei Monate nicht gesehen habe, da die Zeit nur so fliegt. Engagement ist bei uns eher wechselseitig.
 
  • #30
wirst du im Moment irgendwie getriggert? Woher willst du wissen, ob sie jammert? Sie reflektiert vermutlich sehr viel.
Wenn sie viel reflektieren würde, hätte sie das Ergebnis ihrer Bemühungen.
Allerdings hat die FS lediglich ihre Sichtweise dargestellt um sich dazu weitere Meinungen einzuholen....
Und ICH habe meine Meinung bekundet- nämlich, sie jammert zuviel. Vor einem Jahr war ihre erste Frage über Singlefrust- ich wusste nicht, dass single" frustriert" bedeutet. Zu dem Zeitpunkt war sie schon seit vier Jahren Single.Seitdem einige Fragen eingestellt, alle mit negativem Unterton- ich habe sie mir noch Mal gelesen- darauf auch viele gute Tipps bekommen.Wie es scheint, ist sie nicht besonders weit gekommen. An den anderen liegt es definitiv nicht- wer sich irgendwie bemüht, wird auf jeden Fall irgendwelche Fortschritte machen.
Zum Thema, ich bin unempathisch oder sonstwie- mein Problem ist, dass ich zu empathisch bin. Manche lesen sich wie eine zähe klebrige Wolke, stellen immer wieder dieselben Fragen und merken es nicht mal oder wollen es nicht merken. Ich habe verschiedene Stadien meiner Persönlichkeit erlebt, ich weiss, wo Irrungen meines Egos sind und wo ich nicht ehrlich zu mir selber bin. Ich kenne alle Zweifel, alle Ängste, aber auch Opferhaltung und Bequemlichkeit, Ausreden sowieso. Und weil ich das selber erlebt habe, sehe ich es bei anderen Menschen. Ich gehöre nur eben zu wenigen, die sich trauen das auch anzusprechen. Also, Luxora- Klappehalten- Einstellung wirst du bei mir nicht erleben. Aber den Hinweis, dass Menschen zu wenig dankbar sind und nehmen vieles zu oft als selbstverständlich. Und bevor man Mangel anprangert- probiert aufzuzählen, was ihr eigentlich schon alles habt.