G

Gast

  • #1

Wie wichtig sind gleiche ethische Prinzipien bei einem potenziellen Partner?

 
  • #2
das muss jeder selbst wissen in wiefern er sich anpassen kann bzw ob ihn irgendetwas wirklich stört.
 
G

Gast

  • #3
ich finde es selber sehr wichtig, dass mein Partner in grundlegenden Dingen (politische Meinung z.B.) dieselbe Einstellung hat.
 
  • #4
Für mich ist eine ähnliche politische und religiöse Meinung sehr wichtig. Immerhin möchte man sich ja mit seinem Partner über alles unterhalten und eine gemeinsame Linie haben, oder? Gemeinsame Wertvorstellungen sind für mich unverzichtbar! Dazu gehören in diesem Sinne bestimmt auch "ethische Prinzipien"!
 
G

Gast

  • #5
Das sagt das Wort "Prinzip" doch schon aus. Das ist eine konstante Einstellung im Leben, die nicht oder nur sehr geringfgügig verändert wird. Ich halte also eine Partnerschaft mit jemandem, der grundlegend andere Prinzipien hat für weitgehend ausgeschlossen.
 
G

Gast

  • #6
Mir als ungläubiger (sind viele Berliner) ist es vollkommen egal ob und welche Religion meine Partnerin hat und wie intensiv sie dieser nachgeht (Ausnahme Extreme Religionen z.B. Islam,...).
Auch Politisch ist es mir egal wen sie wählt und alles was nicht total gegensätzlich ist, paßt meinerseits.
 
J

Jürgen

  • #7
Mit zu vielen gegensätzlichen Ansichten, Meinungen, Ideen und Lebensbildern funktioniert keine Partnerschaft in einer Beziehung. Und das hat auch nichts mit Intoleranz zu tun, finde ich.
 
  • #8
@#5: Damit hier keine falschen Vorstellungen aufkommen, ich bin auch ungläubig. Und ich könnte beim besten Willen nicht mit einem sonntäglichen Kirchgänger klarkommen. Auch möchte ich meine Kinder auf keinen Fall religiös erziehen, schon deshalb kommen für mich nur aufgeklärte Partner in frage.
 
G

Gast

  • #9
Atheisten sind nicht aufgeklärte, sondern Gläubige Leute. Aufgeklärt? Worüber denn? Gottes Existenz ist weder bewiesen noch wideerlegt. Ein Atheist ist in religiösen Fragen ebenfalls unaufgeklärt. Mir scheint, die Katholische Kirche ist Atheisten gegenüber tausendmal toleranter als Atheisten ihr gegenüber.
Einen Glauben hat außerdem jeder, nur die Inhalte sind verschieden. Daß auch hier bei EP so viele verschiede Meinungen und Glauben zutege treten, ist nur vor diesem Hintergrund möglich. An Gott glauben oder nicht glauben hat mit ethischen Prinzipien überhaupt nichts zu tun. Es gibt leider Leute, die, in der Diktatur aufgewachsen, nach wie vor daran festhalten wollen, was ihnen eingebleut wurde. Damit haben sie deren ethischen Prinzipien verinnerlich ohne daß es ihnen auch nur für einen Moment bewußt wäre.
 
G

Gast

  • #10
#7 na da bin ich großzügiger, das wäre für mich kein Problem, der Mensch zählt.
 
G

Gast

  • #11
@#8: Atheisten vertreten halt einen wissenschaftlichen Ansatz. Und das dieses Handeln richtig ist dürfte die Wissenschaft mit ihren Möglichkeiten schon bewiesen haben. Demnach hat der Atheist garnicht zu beweisen, daß es Gott nicht gibt sonder im Gegenteil: Der Gläubige hat zu beweisen daß es ihn gibt und solange die das nicht können gibt es für aufgeklärte Menschen keinen Grund zu glauben.
 
  • #12
@#10: Genau so ist es!

@#8: Es ist philosophisches und logisches Basiswissen, dass man die Nichtexistenz von Phänomenen nicht beweisen kann, sondern nur die Existenz von Phänomenen. Wer an unsichtbare lila Einhörner (oder welche Konstrukte und Theorien auch immer) glaubt, der muß beweisen, dass es solche gibt, und nicht umgekehrt der Skeptiker beweisen, dass es keine gibt. Wie auch?

Wer beweisbare Zusammenhänge kennt, der muß eben gerade nicht an sie "glauben", sondern er kann sie wissen. Das ist nicht das gleiche! In bezug auf konkrete, nicht widerlegbare Phänomene bleibt auch dem Skeptiker nichts anderes übrig als zu sagen, er "glaube nicht daran". Der Nichtglaube an ein willkürliches Konzept ist aber eben gerade nicht gleichwertig dem Glauben an jenes Konzept, denn es ist ja nur Reaktion auf Fremdkonzepte, nicht aktives Schaffen und Behaupten einer eigenen, detaillierten Vorstellung.

Bezüglich der Toleranz muss ich Dir auch widersprechen: Im allgemeinen ist es zumindest in Deutschland so, dass den Atheisten es völlig schnuppe ist, ob ein Katholik gegen Schwangerschaftsabbrüche ist oder die Zeugen Jehovas Blutransfusionen ablehnen. Solange die Haltung der Gläubigen nicht das Leben der Atheisten beeinflussen, gestehen sie im allgemeinen jedem zu, nach seiner Fasson selig zu werden. Umgekehrt aber versuchen Katholiken z.B. nicht nur ihre eigenen Schäfchen vom Schwangerschaftsabbruch fernzuhalten (was ja im Rahmen ihres Glaubens verständlich ist), sondern sie fordern dies für alle Bürger ein -- wie intolerant geht es noch?

Außerdem liegst Du falsch, wenn Du glaubst, daß Glaube an Gott nichts mit Ethik und Moral zu tun hat. Ganz im Gegenteil basieren die moralischen Vorstellungen von gläubigen Christen ganz im wesentlichen darauf, was Gott (oder die Kirche) als Maßstäbe setzt. Natürlich hast Du recht, daß man auch ohne Glauben ebenso feste und wertvolle ethische Grundsätze haben kann. Ich vermute, daß jede stabile Gesellschaft einen Kodex von ethischen Maßstäben hervorbringt, ganz gleich ob diese Gesellschaft nun von eher weltlichen oder religiösen Doktrien bestimmt ist.

So oder so ist das Thema dieses Threads, inwieweit der Partner ähnliche Vorstellungen haben sollte und ich kann für mich selbst ganz klar entscheiden, daß ich mir mit meinem Partner bezüglich Religion, Politik, Ethik und eben auch Kindeserziehung einig sein möchte. Für ich beruht Sympathie auch zu einem großen Teil auf gemeinsamen Wertvorstellungen und Ansichten, darauf, über die gleichen Dinge zu lachen und zu lästern und für die gleichen Ideale einzustehen.
 
G

Gast

  • #13
Wie man an diesem Thread sieht, ist es wahrscheinlich schon wichtig, einigermassen auf einer Linie zu sein, was Glaube, Politik und Ethik angeht.
Sonst wird es wohl immer wieder zu entsprechenden "Bekehrungsversuchen" kommen, die wahrscheinlich mit der Zeit sehr belastend und ermüdend sind ...
Könnte ich mit einer Vegetarierin zusammenleben? Ich denke schon (esse gerne Fleisch, aber keine wirklich grossen Mengen - Klasse statt Masse) - die Frage ist dann aber, ob sie das auch könnte (viele Vegis finden Fleisch ja eklig...).
 
F

Finnley

  • #14
... und wenn man mal gemeinsam Kinder haben möchte, hilft es mit Sicherheit, dem Kind ein einheitliches Weltbild mitgeben zu können. Mischbetrieb halte ich da eher für kontraproduktiv.

Was nicht heisst, dass es bei einer Beziehung zwischen Erwachsenen nicht fruchtbar sein kann, unterschiedliche Vorstellungen zu haben. Eine gewisse Kompatibilität sollte aber schon gegeben sein. Sonst diskutiert man irgendwann nur noch über Grundsatzfragen. Und das stresst im Alltag.
 
A

Apollo

  • #15
Liebe Nr.10

wenn ein Theist Gottes Existenz nicht beweisen kann, dann worüber will denn der Atheist aufgeklärt sein? Er selbst weiß es ja ebenfalls nicht, gleich wie er in der Sache argumentiert. Nichtwissen hat mit Aufgeklärtheit nicht das Geringste zu tun. Das ist ein schlimmer Aberglaube. Eine Nagation ist kein Beweis weder für noch gegen etwas. Nichtwissen als wissenschaftlicher Ansatz?

Der Gläubige habe zu beweise, daß es seinen Gott gibt, sagst du. So war es, ist es und wird es immer sein in Diktaturen, wo der Angeklagte zu beweisen hat, daß er unschuldig ist. Wehe ihm, wenn er das nicht kann. Kein Gott wird ihm den Kopf aus der Schlinge ziehen.
 
  • #16
@#14: Du verkehrst Logik ins Gegenteilund scheinst nicht einmal die Grundlagen begriffen zu haben. Wer im wörtlichen Sinne "philosophieren" möchte muß eben auch denken und wissen wollen! Man KANN die Nichtexistenz eines Phänomens gar nicht beweisen und wer etwas Strittiges behauptet, der muss es nun einmal beweisen. Angesichts der Vielfalt unterschiedlichster Glaubenskonzepte in unserer Welt verwundert es immer wieder, dass jeder einzelne sein eigenes Konzept für das Maß aller Dinge hält. Skeptiker tun dies als einzige nicht: Sie erkennen, dass sie einfach nicht sicher wissen können und versuchen ihr Handeln auf das Beweisbare, Erlebbare, Vernünfitge zu basieren. Diesem Ansatz kann ich eher folgen als jedem anderen. Kommunismus, Diktaturen oder Religionen jeder Art geben sich dagegen unter einander nicht viel -- alle sind gefangen in ihrer eigenen Ideologie.
 
G

Gast

  • #17
Meine bescheidene Meinung dazu.

Am Ende muss sich jede Theorie, die sich das Prädikat "wissenschaftlich" verdienen möchte, einigen Ansprüchen aussetzen. Sie muss zum Beispiel beobachtbares Verhalten erklären und möglichst präzise Vorhersagen zukünftiger Ereignisse, die unter definierten Rahmenbedingungen beobachtbar sein sollten, treffen.

Vor diesem Hintergrund halte ich alle Religionen für unwissenschaftliche Theorien. Natürlich darf von mir aus gerne jeder glauben, was er möchte.

Aber, wenn diejenigen, die an eine unwissenschaftliche Theorie glauben, denjenigen, die diese unwissenschaftliche Theorie nicht "kaufen" wollen, dieselbe Unwissenheit vorwerfen, die sie sich selbst wenigstens eingestehen, und das, nur leicht vereinfacht, über Jahrtausende hinweg, mit wechselndem Vokabular und insgesamt nicht wenig Gewaltbereitschaft, dann ermüdet das irgendwann ein bisschen.

Überspitzt formuliert: Wenn ich mich hinstelle und von einem fliegenden Spagetti-Monster predige, dass die Welt und alle ihre Bewohner mit seinen nudeligen Anhängen erschaffen hat, und das bei jeder wissenschaftlichen Untersuchung mit ebendenselben Anhängen die Ergebnisse verfälscht, um den Eindruck zu erwecken, der Planet wäre Millionen Jahre alt, dann werde ich dafür vermutlich ein paar Milligram Haldol bekommen.
Wie viel wahrscheinlicher sind Empfängnis ohne Sex, Teilung eines Meeres, die Sintflut, Erschaffung der Welt in sechs Tagen, Auferstehung von den Toten, [...]?

Wie gesagt, jeder soll glauben, woran er möchte. Und jeder, der ein Buch, in dem jeder für alles mögliche gleich getötet werden soll, mit der entsprechenden Interpretation für einen wahnsinnigen Lebensratgeber halten kann, soll auch dies tun.
Aber bitte, bitte von mir nicht dasselbe verlangen.

Nochmal anders: Zu behaupten, es gebe rosafarbene unsichtbare Einhörner, und zu deklarieren, sie hätten große spirituelle Macht, da sie es ja offensichtlich schaffen, unsichtbar und rosafarben gleichzeitig zu sein, und jedem Skeptiker zu erzählen, nun, er müsse erstmal beweisen, dass es _keine_ rosafarbenen unsichtbaren Einhörner gibt, hat, wie manche sagen mögen, "a Gschmäckle".

In sämtlicher mir zur Verfügung stehender Toleranz muss ich sagen: Denjenigen, der auf Beweise wartet, als genauso unaufgeklärt zu betrachten, scheint mir, offen gesagt, nicht ganz koscher.

Insgesamt würde ich, um auch ein wenig beim Thema zu bleiben, sagen, dass man in Grundsatzfragen weitgehend mit dem Partner übereinstimmen sollte, oder eine ungewöhnlich tolerante Gesprächskultur braucht, was ja auch etwas sehr Schönes ist.