• #91
Ich fände einen Altenpfleger auch deshalb unattraktiv, weil er den ganzen Tag pflegebedürftige Menschen anfasst, wickelt, füttert...
Ich habe das im Rahmen meiner Ausbildung VOR meinem Studium auch machen müssen und auch wenn ich froh bin, dass es Menschen gibt, die sich um ältere pflegebedürftige Menschen aufopfernd kümmern, so wollte ich keinen Partner, der mir von solchen Menschen abends erzählt - mit so einer Welt möchte ich möglichst wenig zu tun haben.
Mich würde das runterziehen. Ich brauche einen positiven und lustigen Mann um mich herum, der mir eher Schönes zu berichten weiß.
Außerdem ist der Job auch körperlich wirklich anstrengend. Ich habe viele Patientinnen, die Altenpflegerin sind, schon behandelt und die sind mit 50 alle körperliche Wracks durch das ganze Heben.
Vielleicht ist es auch die unterbewusste Angst, irgendwann selbst pflegebedürftig sein zu müssen - aber ich möchte mit dieser Welt einfach nichts zu tun haben. Bildung und Verdienst hin oder her.
Ich denke dabei an Bettpfannen, Uringeruch, Windeln, künstliche Gebisse, Bettgitter und pürierte Kost. Da steigt in mir ein beklemmendes Gefühl auf und eher Ablehnung.
 
  • #92
... so wollte ich keinen Partner, der mir von solchen Menschen abends erzählt - mit so einer Welt möchte ich möglichst wenig zu tun haben.

"Dank" meiner pflegebedürftigen Mutter und meines auch nicht mehr viel gesünderen Vaters habe ich ziemlich viel Kontakt zu Menschen, die solche Jobs machen. Und auch zu Ärzten. Pflegekräfte haben meine Hochachtung für den Job, den sie machen. Altenpfleger noch mehr als Krankenschwestern, bei denen zum Teil der Standesdünkel der Ärzte abfärbt.

Leider sind Ärzte in sehr vielen Fällen menschlich der letzte Abschaum, wenn es um ihr Verhalten alten Menschen gegenüber geht. Du bestätigst das hier, nicht nur durch diese Antwort. Es geht eigentlich nur um Geld und vermeintlichen "Status". Wenn ich nicht ständig selbst hinterherlaufe, sind meine beiden Eltern leider ziemlich hilflos den "Halbgöttern in Weiß" gegenüber. Ich habe da doch einen erheblichen Teil meiner Achtung vor diesem Berufsstand verloren. Interessant ist bestenfalls, wie sich das Verhalten dann gegenüber Privatpatienten mit Titeln ganz rasant ändert. Und ich grinse innerlich immer, wenn sich so jemand dann peinlicherweise auch noch mit "Dr. Müller" vorstellt.

Die FS hat einen Beruf, der grundsätzlich auf Charakter und Mitgefühl für ihre Mitmenschen schließen lässt. Beides wertvolle Eigenschaften. Mit wäre eine Altenpflegerin lieber als eine Chirurgin. Schichten haben beide, gerade Chirurgen sind aber oft ziemlich gefühllos gegenüber ihren Mitmenschen.
 
  • #93
Ich denke dabei an Bettpfannen, Uringeruch, Windeln, künstliche Gebisse, Bettgitter und pürierte Kost.
Deine Meinung und deine Gefühle ggü. alten Menschen seien dir natürlich unbenommen, und doch wundere ich mich. Bist du nicht Humanmedizinerin? In der Forschung/Labor/Pharma? Ansonsten wäre das etwas, mit dem du tagtäglich konfrontiert bist.

Mir sind solche Dinge völlig egal, wenn der Mensch passt. Meinetwegen auch ein Schweinebauer, nur bitte nicht mit Schweinesch... an den Schuhen an den Tisch setzen. Der Automechaniker darf sich vor dem Zubettgehen auch die Hände gründlich von Motoröl befreien, ansonsten möchte ich aus hygienischen Aspekten nicht von ihm befingert werden.
Fröhlichkeit setze ich auch voraus, d.h. dass der Mensch, egal welchen Beruf er ausübt, diese Sorgen nur marginal, aber nicht ständig, mit nach Hause schleppt. Ich glaube aber nicht, dass dies berufsbezogen ist.
Statistisch gesehen ist die Berufsgruppe der Pfleger wohl mit dem höchsten Risiko für Burnout behaftet, aber auch kein Grund, einen Menschen per se von Vornherein abzulehnen.

Ich kenne einige Altenpflegerinnen, aber Mutter Theresa ist keine von ihnen, also auch eher ein Klischee, dass diese Menschen besonders warmherzig und aufopferungsvoll seien. Die mir bekannten jedenfalls nicht - eigentlich sprechen sie entweder sehr abwertend über ihre Klientel oder lassen ihre Wärme nur dieser, nicht aber ihrem nicht-beruflichen Umfeld zuteil werden.
Ich denke, es ist wie immer individuell zu beurteilen und nicht vorzuverurteilen - weder im positiven noch im negativen Aspekt. Alles andere ist irgendwie eher unfair und trifft es auch nicht immer.
 
  • #94
Die Welt des Online Datens

Ein sich anbahnender Kontakt, einige Mails hin und her, guter Austausch.
Ich mich aber doch mal Richtung Treffen bewegen wollen, dieses Geschreibsel ist nett, aber...
Absage, weil aufgrund der finanziellen Unterschiede.
Sein Beruf war mir nicht bekannt, aber es klang nicht unbedingt nach hohem Einkommen. Auf jeden Fall als er von meinem Beruf auf meines.
Nun, Klischees.

Ein Beruf sagt (evtl.) etwas über die Interessen eines Menschen, aber nicht viel mehr. Selbst eine Zuordnung nach Status und Erfolg kann ziemlich daneben liegen.
Gerade online findet man inflationär selbstständige Unternehmensberater...

Dafür sind mir schon sehr viele Ingenieure begegnet, die sich, vielleicht als Ausgleich, mit Kunst, Musik befassen, sehr offen, sehr interessiert sind.

Und jetzt so in meiner Altersklasse stelle ich fest, dass der Schulabschluss nur noch am Rande richtungsweisend ist. Viel aussagefähiger ist, was macht er jetzt, welche Interessen, Engagements, etc.
 
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