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  • #1

Wie viel Toleranz gegenüber dem nörgelnden Mann?

Mir ist bei den meisten Männern, die ich in den letzten Jahren kennengelernt habe (meist ohne dass etwas zwischen uns gewesen ist), aufgefallen, dass als erster "Sympathie-Test" darauf geschaut wurde, ob ich auf ihr Klagen über zu viel Arbeit (die sie sich selbst zumuten) auch verständnisvoll reagieren werde.

Nun ist es so, dass ich es überhaupt nicht leiden kann, wenn erstens über den Status Quo dauerlamentiert wird, zweitens wünsche ich mir einen Mann, der seinen Job von Herzen gerne ausübt und der drittens Probleme -wenn überhaupt- erfolgreich angeht, oder eben würdevoll erträgt und schweigt.
Das ist meine ganz persönliche Einstellung, die ich so nicht ändern werde - denn dann müsste ich mich sehr verbiegen.

Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass ich nicht zuhören würde oder Rat geben könnte. Ich wünsche mir eine sehr offene Kommunikation, denn das ist es ja, wovon eine erfüllte Beziehung lebt.
Nur dieses Jammern, das pure schlechte Luft ablassen ohne Veränderungsabsichten, finde ich unerträglich. Hier bin ich nicht bereit, auch nur ein Quentchen meiner Aufmerksamkeit zu investieren.

Gibt es Männer, die sich so eine konstruktiv und lösungsorientiert denkende Frau wünschen?

@FS: wie gewünscht editiert.
 
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  • #2
Ich bin zwar kein Mann, kann aber bestätigen, dass du in meinen Augen ganz richtig liegst. Ich finde das ist einfach noch ganz normale alte Schule, die du da erwartest. Der Haken an der Sache ist aber, dass sich die Gesellschaft in den letzten 30 Jahren da sehr verändert hat. Ab den 80ern gilt nur noch Yuppie und Karriere und Geld. Die andere Seite ist das immer mehr Menschen bei diesem Arbeitskampf seelisch über Bord fallen und auch nicht mehr gelernt haben, mit Problemen selber fertig zu werden. Sie sind schlicht zu verwöhnt, haben auf die falschen Werte geguckt. Anscheinend soll das jetzt zur "Emanzipation" mit dazugehören. Dazu ist eine Extreme "Jammer und Jaulmentalität" eingerissen, die sich besonders auf der Arbeit so zeigt das man kaum einen Schritt vorwärts kommt. Übrigens genauso bei Frauen! Es gibt auf jeden Fall noch Männer, die anders sind. Da das aber von der Erziehung und Sozialisation abhängt, werden diese immer rarer. Oder sind verheiratet, verbandelt oder haben sich zurückgezogen, weil sie nicht geschätzt wurden. Ich beobachte die Nichtjammerer, die auch viel arbeiten ohne übertrieben zu klagen inzwischen eher unter Männern die aus dem Ausland kommen und sich hier durchsetzen wollen. Je nachdem wo sie herkommen sind sie nicht so verpäppelt und halten auch mal was aus.
 
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  • #3
Ich bin auch eine Frau und kann nur sagen.. ja gibt es mit Sicherheit. Ich bin selbst ähnlich wie du gestrickt und sehe da gar keine Probleme.
Auf der anderen Seite muss ich sagen, dass ich Männer, die soviel Jammern gar nicht kennenlerne. Kann es sein, dass du dich auf einen bestimmten Typ festgelegt hast, der eben gerne jammert bzw. das Gespräch unbewusst in diese Richtung lenkst?
 
  • #4
Anfangs habe ich das Dauernörgeln und - jammern der Männer im Freundes- und Bekanntenkreis ernst genommen. Als das selbst nach Jobwechsel nicht aufhörte, bzw. Veränderung garnicht abgestrebt wurde, habe ich die Ohren zugeklappt.
Üble Nörgler und Jammerer - ob Frauen oder Männer - wobei Frauen lieber bei ihren Freundinnen klagen, haben eine bestimmte charakterliche Disposition. Sie neigen zu Sicherheit und scheuen das Risiko von Veränderung oder aber brauchen noch eine Extraportion Aufmerksamkeit für ihre selbstgewählte Aufopferung an selbstverständliche Lebensanforderungen.
Ratschläge zur Veränderung irritieren diese Leute meist. Also ist die konstruktiv und lösungsorientiert denkende Frau in der Regel unerwünscht. (Die meisten Frauen sind ja auch sauer, dass Männe sie nicht ausführlich ausreden lässt, sondern sofort mit einem Lösungsvorschlag kommt, damit Ruhe ist.) Denn das ist nicht ihre Rolle im Spiel. Sie soll Aufmerksamkeit, Anerkennung und Verständnis spenden. Es sei denn, es geht um wirkliche Probleme und die sind selten.
Bis zu einem gewissen Grad ist das auch verständlich. Viele Männer lassen sich nur bei ihrer Partnerin mal hängen, während sie draussen selbst vor den Freunden den harten Hund geben.
Der Sympathie-Test, dem du unterzogen wirst, lautet also: Hat sie Verständnis für mich armes gebeuteltes Wesen? Interessanterweise ist das auch eine Art Unterwerfungsgeste, wie ein Welpe, der den Bauch zeigt. Und mitunter, denn das ist zweischneidig, auch eine Dominanzgeste. Wer dich ausschließlich negativ zumüllt, hat dir einen ganz fest definierten Platz in seiner Hackordnung zugewiesen. Einen sehr unguten.
Die kommunikative Situation, dass einer klagt und vom anderen Zuwendung will, ist per se normal. Passiert das nicht, lautet die Beschwerde "er redet nie, hat keinen Zugang zu sich selbst etc." Es ist eine Frage des Maßes. Wirst du nur zugespammt, nimm die Beine in die Hand, solche Leute funktionalisieren dich nur. Wird bei wirklichen Problemen deine Hilfe dankbar angenommen, wunderbar. Kannst du ritualisiert-nett reagieren mit "mein armer Held, was du alles auf dich nimmst" und ihn einfach reden lassen, ohne dass er beleidigt ist, wunderbar.
 
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  • #5
Ich bin auch eine Frau und ich kann nur sagen Finger weg von solchen Männern!
Mein Freund oder besser mein Ex.Freund ist momentan ständig am jammern; dass ich jetzt nur unter Kopfschmerzen und Depressionen leide.
Aber mit anderen Bekannten zeigte er sein Bestes und spielt er den Held!!
Ich kann das manchmal nicht verstehen aber so ist es halt!!!
 
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  • #6
Okay, okay, ich habe verstanden ;) Kein Mann will eine unempathische Frau...

Danke trotzdem an die antwortenden Frauen für ihre differenzierten und weitblickenden Beiträge!
Ihr habt das Problem im Kern erkannt.

Mein Part ist es nun, mich in Geduld zu üben, wenn ein richtig guter Mann mal über seine nicht zu unterschätzende Arbeitsbelastung klagt...

FS
 
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  • #7
also ich finde, solange man nicht nur jammert sondern auch über positives im Leben spricht, gehört das zu einer vertrauensvollen Beziehung dazu. Ich jammere selbst gerne gelegentlich ein wenig (auch über Dinge die ich nicht ändern kann) und habe überhaupt nichts dagegen, wenn mein Partner das auch tut. Ich tröste dann auch sehr gerne :)

w
 
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  • #8
Jeder darf und soll mal jammern, der soll und muss den Anderen trösten können. Mir würde es so helfen, wenn ein Mann mich in die Arme nimmt und mir liebe Worte ins Ohr flüstert. Ein Mann kann mir gerne sagen, wie er am liebsten getröstet bzw. aufgemuntert werden will.

Aber ein Mann er nur jammert, ist sowas von unerotisch, kein Wunder, dass dann solche Bekanntschaften schnell enden und Mann wieder nicht versteht, warum die böse Frau ihn nicht will.

w
 
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  • #9
Na ja, in einer Partnerschaft sollte man sich ja gegenseitig in allen Lebenslagen stützen und helfen. Auf der einen Seite jammern die Frauen immer, dass ihr Partner nichts erzählt und nicht redet auf der anderen Seite verbitten sie sich jegliches Jammern. Soll der Mann immer alle Probleme in sich reinfressen und nach außen hin den Spaßvogel spielen? Gerade bei Frauen ist mir bisher aufgefallen, dass diese mehrheitlich immer jemand haben wollen, den sie die Ohren (über ihren Job, über ihre Vorgesetzten, über ihre neidischen Kollegen, über ihre Probleme mit der Technik, über die kaputte Heizung, über Zahnschmerzen, über das schlechte Wetter, über ihre Eltern, über ihre Vermieter, ...) volljammern können und dann getröstet und aufgebaut werden wollen.

m.
 
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  • #10
Auf der einen Seite jammern die Frauen immer, dass ihr Partner nichts erzählt und nicht redet auf der anderen Seite verbitten sie sich jegliches Jammern. Soll der Mann immer alle Probleme in sich reinfressen und nach außen hin den Spaßvogel spielen?
...also lasst mal alle die Kirche im Dorf!
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es wirklich so viele Frauen gibt, die sich kalt abwenden, wenn der Mann mal Sorgen hat oder es ihm einfach nicht gut geht und er darüber sprechen will. Ich würde das bestimmt nicht tun, würde vielmehr mit ihm überlegen und nach Lösungen suchen und ihn im den Arm nehmen etc...
Schlimm ist nur, wenn derjenige 1. IMMER, jeden Tag, nur jammert und keinen Abend froh und zufrieden sein kann und wenn er 2. gar keine Änderung/Lösung anstreben sondern eben nur jammern will! Wir sprechen hier von einem Extrem! DAS kann eine Liebe natürlich kaputt machen. Egal wer der Dauerjammerer ist - er oder sie. Beide sind es natürlich selten, weil ja immer einer da sein muss, der stark ist.
w,41
 
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  • #11
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  • #12
Na ja, aber zu so einem Extremjammerer wird doch niemand von heute auf morgen, das liegt doch dann irgendwo in seinem Wesen und jede Frau die so einen kennenlernt, kann doch entscheiden, ob sie sich mit ihm einlassen will oder nicht. Wo liegt das Problem? Wer sich so einen aussucht, ist doch dann selbst schuld.
 
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  • #13
Ja, soll er. Zumindest kommt mir der Tonfall bekannt vor: "es ist mir egal, ob bei Euch in der Firma der Server abgestürzt ist, das ist DEINE Arbeit, nicht meine, und Du hast mir versprochen, daß wir heute abend tanzen gehen."
Was wäre der Grund, trotzdem nicht tanzen zu gehen?

Würde der Server per Fernübertragung laufen, wenn der Mann zu Hause immer noch grübelt, nachdenkt und frustriert ist, weil er den Server nicht zum laufen gebracht hat? Wem bringt das was? Ich denke keinem?

Für eine gute Beziehung ist es auch wichtig, zu lernen, dass Arbeitsprobleme nicht immer mit nach Hause genommen werden sollen und es zu lernen, dass manche Dinge halt bis morgen warten müssen. Ist halt so im Leben.

Männer wollen auch nicht ständig von Frau hören, dass die neue Kollegin sich so nett mit dem Chef unterhält.....

Das hat aber auch was mit Lebens- und Berufserfahrung zu tun. Früher habe ich mir so einen Kopf gemacht und gedanklich viel Arbeit mit nach Hause genommen. Es wurde weder vom Chef noch von den Kollegen/innen gewollt und geschätzt. Heute gehe ich und bin gedanklich frei, wenn ich die Bürotür hinter mir geschlossen habe. Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps.

So habe ich einem Mann auch nicht viel über meinen Job zu erzählen, sondern frage ihn lieber, wann er mir wieder so schön den Rücken krault.

w 49
 
  • #14
Was wäre der Grund, trotzdem nicht tanzen zu gehen?

Würde der Server per Fernübertragung laufen, wenn der Mann zu Hause immer noch grübelt, nachdenkt und frustriert ist, weil er den Server nicht zum laufen gebracht hat? Wem bringt das was? Ich denke keinem?
[...]
Hallo, gestatten, ich bin eine Ausnahmesituation, bitte lernen sie mich von anderen, normalen Situationen zu unterscheiden.... grade so was wie "Server geht nicht" ist mit einem Haufen "Grübeln" verbunden wenn man den wieder hoch bringen muss weil sonst ein Haufen anderer Menschen ihre Arbeit nicht mache können.. und ja, ich erwarte von meinem ICT Ingenieur das er das umgehend wieder zum Laufen bringt.. (steht auch im Arbeitsvertrag so drin..)
 
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  • #15
Für eine gute Beziehung ist es auch wichtig, zu lernen, dass Arbeitsprobleme nicht immer mit nach Hause genommen werden sollen und es zu lernen, dass manche Dinge halt bis morgen warten müssen. Ist halt so im Leben.
Für eine gute Beziehung ist es auch wichtig zu akzeptieren, daß der Partner im Job entweder Verantwortung trägt oder eben nicht, und daß er diese Verantwortung nicht je nach Lust und Laune (der Frau zuhause) an- oder ausknipsen kann. Ist halt so im Leben.
 
  • #16
Liebe FS

Es gibt halt einfach jammertypen- bei den Damen nicht weniger. Ich konnte mit sowas auch nie was anfangen. Ein "Test" ist das aber nicht, eher ein heischen nach Aufmerksamkeit und Mitleid. Es gibt auch Frauen die sowas mögen, das Gefühl gebraucht zu werden und sei es nur als seelischer Mülleimer. Deines ist diese Spezies halt nicht, vielleicht solltest Du aber Dein Beuteschema überdenken. In meinem Bekanntekreis sind solche Exemplare nicht wirklich häufig.
Was anderes ist es wenn man z.B. mit dem Job nicht zufrieden ist und unterstützung (vor allem moralische) braucht um die richtige Entscheidung zu treffen um das zu ändern.

Was ich übrigens häufiger erlebt habe ist dass die Datepartnerin mit MEINER Arbeitsbelastung nicht klar kam. Da kam dann das jammern.

@12
Was wäre der Grund, trotzdem nicht tanzen zu gehen?
Ganz einfach- den Server wieder zum laufen zu bringen und wenns die ganze Nacht dauert. Ist Teil dieses Jobs. Wer dann zu seinem Chef sagt- "sorry, morgen wieder. Muss jetzt tanzen gehn sonst gibts die nächsten 4 Wochen keinen Sex mehr" hat flott gaaaanz viel Zeit zum tanzen.
 
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  • #17
Was ich übrigens häufiger erlebt habe ist dass die Datepartnerin mit MEINER Arbeitsbelastung nicht klar kam.
Kenne ich. Hier wird zuerst ein Problem konstruiert, das der Mann gar nicht hat, weil er sich halt für Verantwortung statt für pünktlichen Feierabend entschieden hat. Andere hätten den aber trotzdem, heißt es dann, und wenn der Mann widerspricht und Beispiele schildert, heißt es sofort, er würde über seine Arbeit jammern. Tut er überhaupt nicht, er reagiert nur auf die Vorhaltungen, denn sich überhaupt nicht zu äußern wäre genauso inakzeptabel und würde ihm im schlimmsten Fall den Verdacht eintragen, die Sekretärin wäre der Grund für die Überstunden.
 
  • #18
Gerade die Deutschen sind ein Volk, dass viel jammert. Ich bin AE, arbeite Vollzeit, habe einen langen Arbeitsweg, bekomme keinen Unterhalt für die Kinder. Könnte genug jammern. Wenn ich dann sage, dass es mir gut geht, ich mit meinem Leben zufrieden bin werde ich wie eine Außerirdische angeschaut. Zum Glüch ist mein Partner ähnlich gestrickt. w51
 
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  • #19
Ich bin zwar eine Frau aber hätte ich in den letzten 2 Jahren, als es mir mies ging (gesundheitlich angeschlagen und jobmäßig lief es auch nicht gut) zumindest nicht bei meinem Partner mich mal "auskotzen" - Entschuldigung für das Wort - können, dann bei wem sonst? Ich habe alles mögliche unternommen um mein Immunsystem wieder auf Trabb zu bekommen und habe mich ständig wieder beworben um eine bessere Stelle zu finden. Leider hing die Problemlösung nicht nur von mir ab.

Auch wenn meine Beziehung nicht hielt (anderer Grund - sie brach erst auseinander wenn es bei mir gut lief) ich könnte von einer guten langfristigen Beziehung nie von meinem Partner verlangen, dass er immer der starke ist. Wann und bei wem sonst könnte MEIN Partner auch mal seine schwache Seite zeigen, wenn nicht bei mir?
Ständiges nörgeln, klar nein, aber dass Mann auch mal jammern darf: klar!