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  • #1

Wie viel sollte man über die Vergangenheit erzählen?

Hallo zusammen,

ich bin noch sehr jung und hatte bisher nur eine lange Beziehung, die nicht besonders toll war.

Jetzt frage ich mich wie viel man seinem neuen Partner eigentlich aus seiner Vergangenheit erzählen kann/darf/soll?

Ich habe hier schon verschiedene Threads gelesen und sehr unterschiedliche Meinungen dazu gefunden. Von gar nicht erzählen über ansatzweise damit er weiß woran er ist bis alles erzählen...

Wie habt ihr das gemacht? Es geht hier insbesondere um schlechte Erfahrungen, sexuelle Übergriffe usw.

Danke schon mal für eure Antworten!
 
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  • #2
Ich hab gemeint, ich müsse die ganze Sache erzählen, damit mein neuer Freund meine "komischen", sehr zurückhaltenden Verhaltensweisen nicht als Ablehnung deutet. Ich wusste, dass ich sehr viel Zeit brauchen werde.
Mein Freund hat später gesagt, dass ihn das sehr gehemmt hat. Allerdings hat er auch nicht verstanden, warum das nach so vielen Jahren immer noch mein Verhalten beeinflusst.
Der Mann hatte sowas in anderer Hinsicht auch bei sich, wie bei jedem eben seine Reaktionen durch Erfahrungen in der Vergangenheit beruhen. Also blöd reagiert, wenn ich irgendwas in bestimmtem Ton gesagt hatte, obwohl ich das nicht so meinte, wie er es aufgefasst hatte. Aber das konnte er nicht sehen. Keine Ahnung von Psychologie. Also sage ich Dir auf Deine Frage:

Jetzt frage ich mich wie viel man seinem neuen Partner eigentlich aus seiner Vergangenheit erzählen kann/darf/soll?

So wenig wie möglich und nötig. Wenn es geht, dass Du gar nichts erzählen musst, dann lass es auch. Dein neuer Freund ist auch kein Psychologe, der sich da einfühlen könnte. Der ist damit schnell überfordert und weiß nicht mehr, ob er so oder so handeln soll, ohne dass es in Dir unangenehme Erinnerungen wachruft.
 
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  • #3
Ich würde nichts erzählen, insbesondere keine schlechten Erfahrungen. Vergangenheit ist vergangen. Wenn man das nicht abhaken kann, ist eine neue Beziehung vielleicht auch zu früh.
 
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  • #4
Das ist eine schwierige Frage, die von Mensch zu Mensch anders beantwortet werden muss. Was und ob du etwas erzählen kannst, hängt davon ab, wie gut du das Erlebte verarbeitet hast und wie ernsthaft und vertrauensvoll die Beziehung mit deinem Partner ist. Und natürlich auch davon, was du erzählen WILLST.

Ist die Beziehung vertrauensvoll und ernsthaft und du aber teilweise noch betroffen/traumatisiert vom Erlebten, ist es wichtig, dass der andere zumindest in Grundzügen bescheid weiß, um dich nicht versehentlich zu triggern, bzw. nachvollziehen zu können warum du wie auf bestimmte Situationen reagierst, weil er sonst vielleicht die Schuld bei sich sucht und die Beziehung unnötig belastet wird.

Ist die Beziehung eher locker, würde ich den anderen nicht so tief in meine Seele blicken lassen.

Ist das Thema für dich gegessen, brauchst du es nicht noch einmal aufwühlen und deinen Partner unnötig damit belasten, weil es ohnehin keine Rolle mehr für dich spielt.

Willst du mit dem anderen unbedingt darüber reden - dann tus. Willst du es nicht, kann dich niemand dazu zwingen.

Es hängst also immer vom Einzelfall ab, was man erzählen darf/kann/soll.
 
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  • #5
Wenn mich selbst die Vergangenheit sehr beschäftigen würde und sie eventuell auch Auswirkungen auf die Beziehung hat, würde ich darüber mit meinem Partnersprechen. Zu sehr ins Detail würde ich wohl nicht gehen.

Dies ist allerdings meine "hypothetische Meinung" dazu, denn ich bin zum Glück vor solchen schlechten Erfahrungen verschont geblieben.
Höre also am besten auf deine eigenen Gedanken. Wenn es dich sehr belastet, rede darüber. Eventuell auch mit anderen Personen (professionelle Hilfe?) und nicht nur mit deinem Partner.

Generell weiß ich von meinem Partner gerne seine grobe Beziehungsbiografie und eventuell, was schief gelaufen ist. So habe ich das Gefühl eher zu wissen, auf wen ich mich einlasse. Details möchte ich lieber nicht wissen.

w,28
 
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  • #6
Hi. Also ich wurde damals von meinem Mann geschlagen. Wenn mich jemand fragte warum ich mich scheiden lies dann habe ich dies auch gesagt.
Aber ich wurde einmal vergewaltigt und habe Narben durch die Messer Stiche.
Wenn ich in einer Beziehung bin und es sich festigt erzählte ich es auch. Es kam eh immer die Frage woher die Narben kommen. Auch weil ich panik vorm festhalten bin oder geschlossenen Türen würde ich das in der Beziehung sagen warum. Der partner kann sich dann darauf einstellen und weiß warum ich wie reagiere und wie er damit umgehen kann.
Deswegen finde ich sollte man sexuelle Übergriffe erzählen wenn dich das noch bewegt oder einschränkt. Aber nicht beim date erzählen. Da du nicht weißt wie sich das noch entwickelt.
Gruß
W34
 
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  • #7
FS, das ist von Mensch zu Mensch verschieden.

Ich gehöre zum Beispiel zu denjenigen, die keinen Sinn darin sehen Erfahrungen mit vollkommen anderen Menschen, in andersartigen Situationen und zu anderen Zeiten für einen Beziehungsaufbau als Maßstab zu nehmen - besonders wenn Erzählungen aus der Vergangenheit vergleichend gestaltet werden.

Mein Ratschlag wäre : Am Anfang soviel wie nötig, so wenig wie möglich. Ohne Namen und "Bildchen", maximal von der letzten Beziehung und nicht komplett zurück bis in die Steinzeit. Sexuelles sollte auf jeden Fall tabu sein, Wünsche und Bedürfnisse mit "Ich würde gerne mit Dir..." statt mit "das habe ich zuletzt mit Peter gemacht" äussern.

Dann sollte die Festigung der Beziehung ganz oben stehen, Schilderungen welche Zahnpastamarke der/die Ex am liebsten mochte oder nicht sind dafür nicht relevant und können bei vielen sehr irritierend wirken.

Es mag auch einige geben, für die so etwas wichtig ist (meistens Menschen die mit ihrer Vergangenheit noch nicht vollständig abgeschlossen haben), aber um auf der sicheren Seite zu sein würde ich immer Zurückhaltung empfehlen.

M/57
 
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  • #8
Und wie soll Dich das jetzt weiterbringen?
Du stellst fest, dass Du hier viel gelesen hast und viele unterschiedliche zu dem Thema hast, das Du nun selbst eröffnet hast.
Wirst Du deshalb nun DIE Erkenntnis für Dich erhalten? - Da erwartest Du sicherlich zu viel...
 
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  • #9
Offenheit ist in einer Beziehung sehr wichtig! Das Gefühl, dem anderen vertrauen zu können und ihm sämtliche Dinge erzählen zu können, tut sehr gut.

Allerdings muss man schon eine gewisse Menschenkenntnis und ein gutes Gefühl haben und wissen, dass man dem Partner auch wirklich vertrauen kann. Ich halte mich immer sehr zurück, was Geschichten aus meiner Vergangenheit betrifft und öffne mich erst, wenn ich mir sicher bin.

Meinem Ex habe ich etwas sehr persönliches erzählt (Missbrauch in der Kindheit). Als ich mich Jahre später getrennt habe, war er in seiner Eitelkeit verletzt und hat diese Geschichte überall rumerzählt. Das war ein Schock!
 
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