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Gast

  • #1

Wie viel Kompromisse bei der Partnerwahl?

Auf der einen Seite ist da die Sehnsucht nach einer Beziehung, auf der anderen ein leidenschaftliches Gefühl für einen unerreichbaren Mann, und nicht zuletzt die Möglichkeit, eine Beziehung zu einem Mann einzugehen, der Herzenswärme aber kein Begehren in mir entfacht.

Mich quält das Alleinsein, mich quält es keinen Sex zu haben, aber unbefriedigender liebloser Sex würde mich noch mehr quälen, und die Vorstellung eine Vernunftbeziehung mit einem kraftlosen Mann zu führen ist auch alles andere als prickelnd.

Was kann ich tun? Ist der Ausweg, das Alleinsein auszuhalten bis irgendwann alles stimmig ist für eine Beziehung? Oder doch wieder auf Gelegenheitslover zurückgreifen, die zu finden relativ leicht für mich wäre?
Wie habt Ihr in so einem Fall entschieden?
 
  • #2
Ich würde als erstes, bevor du weitere Surrogate installierst, das leidenschaftliche Gefühl für den unerreichbaren Mann über Bord kippen. Das ist nichts als ein Beziehungsvermeidungstool. Geliebt wird nur noch, wer dich auch liebt und mit dir zusammen sein will.
Dann schau dir mal an, wie sich die Welt verändert.
 
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  • #3
Also ich hab mich für einen Gelegenheitslover entschieden. Nicht eine "Vernunftbeziehung", sondern einer bei dem ich dachte "attraktiv, sexy, kein Beziehungsmaterial". Hat sich gelohnt, weil ist eine richtig schöne beziehung geworden. Manchmal lohnt es sich Risiken einzugehen und Vorurteile abzulegen. Eine Freundin von mir ist mittlerweile sehr glücklich mit einem Mann verheiratet den sie anfänglich überhaupt nicht wollte. Es lohnt sich also, mal Intimität zu wagen wenn zumindest etwas stimmt. Nicht immer, aber manchmal lohnt es sich was auszupropieren.
Von den unerreichbaren Idealen (sprich, nicht zu haben) halte ich nichts. Hab auch mal einen verheirateten Kollegen heimlich verehrt (einlassen würde ich mich nicht auf einen vergebenen). Und siehe da, als ich ihn besser kennen lernte war er absolut kein Traummann mehr sondern eine ziemliche Memme. Also, auch hier einen zweiten, kritischen Blick wagen und sich von Hirngespinsten verabschieden.
 
  • #4
Uihh, das klingt nach jemand der mit sich selbst völlig im unreinen ist plus unerreichbarer sehr verklärter Liebe welche auf ein Podest erhoben wird.

Ich fürchte Du musst erstmal Respekt vor DIR selbst aufbauen, Dich selbst lieben zu lernen und dann löst sich so manches in Wohlgefallen auf. Wenn Dich Dein Alleinsein derart quält heisst das ja auch dass Du mit Dir selbst nicht so recht klarkommst.

Und Dein Anspruch wird jeden überfordern- Er kann Dir helfen Glücklich zu sein, verantwortlich dafür bist Du aber selbst.
 
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  • #5
Ich stimme Bäärbel zu. Streich den unerreichbaren Mann aus Deinen Gedanken, so schwer Dir das vorkommen mag. Insbesondere, wenn jemand unerreichbar ist, neigen wir dazu, diesen Menschen zum vermeintlichen Sinnbild der eigenen Wünsche und Vorstellungen zu machen. Ist ja gefahrlos, weil man nicht die Chance bekommt, diese Vorstellung zu prüfen. Man kann sich weiter einbilden, er sei einfach perfekt. Ist er aber nicht. Kann er gar nicht sein. Zumal er eben unerreichbar ist. Du bremst Dich selbst aus. Wie soll ein anderer Mann mit dieser Idealvorstellung mithalten? Vernunft und Gefühl gehen nicht immer Hand in Hand. Und in Liebesdingen sind wir alle Narren. aber eine reine Vernunftbeziehung, wie Du es nennst, macht keinen von beiden glücklich. Darum solltest Du davon die Finger lassen. Aber frag Dich doch mal, wie es wäre, wenn der vermeintliche Traummann, der vielleicht so nur in Deiner Vorstellung existiert, nicht wäre (ist er ja eigentlich auch nicht). Das ist in Deinem Fall nach meiner Meinung keine Frage von Kompromissen, sondern eine unglückliche Wunschvorstellung von einem Mann, den Du nicht haben kannst. Befrei Dich davon und dann, wie Bäärbel schon so ähnlich schrieb, gönn Dir einen unvernebelten Blick auf die Welt und die Männer.

Viel Glück!
 
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  • #6
Diese Fragestellung erscheint mir doch sehr konstruiert. Natürlich kommen diese beiden Extreme hin und wieder von, aber es ist ja keineswegs so, daß sich nicht auch bessere Konstellationen finden ließen, die erheblich weniger Kompromißbereitschaft voraussetzen.

In diesem Sinne mein Tipp: weder das eine noch das andere wählen, sondern die Sehnsucht einfach noch ein paar Wochen länger ertragen, das Opfer ist tausendmal kleiner als jahrelanges Unglück mit einem der beiden Kandidaten. (m)
 
  • #7
die Möglichkeit, eine Beziehung zu einem Mann einzugehen, der Herzenswärme aber kein Begehren in mir entfacht.
Na, das wäre schon ein vielversprechender Anfang, es mit ihm trotzdem zu versuchen ?

Viele Paare mochten sich anfangs gar nicht - aber kamen trotzdem zusammen.
Liebe braucht Zeit, um wachsen zu können.

Oder frei und bereit bleiben für einen neuen Mann, der besser und erreichbarer ist, als diese Beiden ?
 
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  • #8
diese Entscheidung überlasse ich meiner Intuiton, nicht meinem Verstand.
 
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  • #9
Diese Fragestellung erscheint mir doch sehr konstruiert. Natürlich kommen diese beiden Extreme hin und wieder von, aber es ist ja keineswegs so, daß sich nicht auch bessere Konstellationen finden ließen, die erheblich weniger Kompromißbereitschaft voraussetzen.
Leider nein, denn ich erlebe ähnliches wie die Fragestellerin.
Mir helfen die Statements von Bäärbel und Kalle. Danke sehr, auch der FS für die Frage.

Die FS verstehe ich sehr gut und ich persönlich brauche wohl Zeit um zu mir zu finden, bevor ich überhaupt eine neue Beziehung ins Auge fassen kann.
Seltsamer Weise hat man aber gerade da das Gefühl etwas zu verpassen. Nur was? Und verpasst man wirklich etwas, wenn man sich einfach mal eine Auszeit gönnt? Zumal das ewig gleiche Kennlernspiel (Stichwort SB) irgendwann öde und belastend wird und Gelegenheitslover ja wirklich nicht das Gelbe vom Ei sind und im Endeffekt mehr Kraft kosten als geben.
 
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Gast

  • #10
Es kommt drauf an wie alt Du bist. Wenn Du jung bist dann balzen eh alle Kerle um dich rum. Wenn Du älter bist dann würde ich mir das nehmen worauf Du Lust hast. Nie wieder eine langweilige Dauerbeziehung, lieber einen heissen Lover auf Zeit. Mir haben zwei junge Frauen meine beiden Männer genommen, warum soll ich jetzt Rücksicht nehmen? Gefrustet bin ich nicht mehr. Nimm dir was Dir gefällt und Punkt.
 
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  • #11
Mach KEINE Kompromisse!

Natürlich muß man sich selber irgendwie nivellieren und wenn das, was man bietet von dem, was man sich vorstellt, zu weit abweicht, muß man vielleicht den ein oder anderen Kompromiss eingehen, aber eben nicht mehr!

Ich bin jetzt schon eine Zeit auf dem Singlemarkt und habe mir natürlich auch irgendwann diese Frage gestellt. Insbesonderen, da genau die, die sich auch in dem Markt befinden, immer wieder in dieser Hinsicht Ratschläge geben.

Inzwischen bin ich schon wieder weiter ...und warum?

...weil genau die Personen, die zu Kompromissen raten und auch solche Kompromisse eingehen, in dieser Zeit schon wieder eine, oder gar merhere Beziehungen versemmelt haben!

Ich weiß für mich selber, dass ich eine Frau optisch anziehend finden muß (heißt bei mir = schlank) und hohe Ansprüche an ihre Intelligenz habe. (jemand, der komplexe Sachverhalte nicht in endlicher Zeit begreift, bringt mich auf die Palme!)

Die Zeit ist einfach zu schade, um sie mit unpassenden Partnern zu verschwenden!

m43
 
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  • #12
Liebe Fs

ich war viele Jahre Single und es fehlte mir eigentlich nichts. Weil sich mein Leben auch so als spannend genug erwies. Dann haben mir Leute aus meinem näheren Umfeld eingeflüstert es sei überhaupt nicht normal als Singlefrau ohne Mann dauerhaft glücklich zu sein.
Das sei unnatürlich.

Alleinsein ist überhaupt nicht quälend solange du dich in der dieser Zeit mit interessanten Dingen beschäftigen kannst und einen guten Job hast: das ist massiv wichtiger für dein Lebensglück als Sexflatrate.
Alleinsein wird schrecklich quälend wenn du die Liebe und Solidarität eines anderen Menschen spüren willst z.B. in einer schlimmen Lage- und dann ist gerade keiner da. Als Single kannst du mehr Sex kriegen als gut für dich ist. Ich könnte dauernd Sex kriegen, aber ich suche halt nicht Selbstbestätigung sondern Selbstentfaltung mit dem Richtigen. Und da wäre mir eine rationales Gegenüber von Mann ganz angenehm.
 
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Gast

  • #13
Wie habt Ihr in so einem Fall entschieden?

Keine Kompromisse für laue Gefühle, uninteressante Männer und unhaltbare Zustände.
Sehr wohl aber bin ich bereit mich auf jemanden voll einzulassen
und kostbare Zeit zu verwenden wenn wir am Anfang einfach nur ein harmonisches
Paar abgeben das nicht übereinander herfällt, sich nicht die Kleider herunterreissen mag,
sondern erstmal so tastend abwartend vorsichtig miteinander umgeht wie eben Leute die schon wissen wie tief die Schnitte werden können wenn man nicht acht gibt.

Allein sein kannst du bevölkern. Hast du keine Ideen ?
 
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  • #14
Also ich wollte keine Kompromisslösung haben und auch keine Kompromisslösung sein!
Ich will begehren und begehrt werden, es muss definitiv Liebe sein, Schmetterlinge im Bauch und eine gemeinsame Wellenlänge, nichts zu Kompliziertes - und keine Geheimnisse und Ungereimtheiten nach dem Motto: Er stellt mich seinen Freunden nicht vor, er hat ab und an keine Zeit, er meldet sich nicht.
Aber ich würde mich evtl. für sein Hobby begeistern können, auch wenn ich es noch nicht praktizieren, sei es Golfen oder Segeln oder Bergsteigen. Ich würde mich an ihn annähern, ihn kennenlernen - JA.
Mich auf seine Gewohnheiten einstellen - auch ja!

Kompromisse in Bezug auf Attraktivität würde ich keine machen. WIe auch? Entweder finde ich jemanden attraktiv und sexy oder eben nicht. Da kann ich mich dann auch nicht zwingen.
Er muss auch studiert haben und einen guten Beruf, sonst passt es nicht und dann haben die Jungs bei mir immer Minderwertigkeitskomplexe oder finden meine Freunde zu arrogant.
Der Lebensstil sollte auch passen. Mit nem Mann, der sich nix leisten kann und um jedes Restaurant nen Bogen macht, will ich nichts zu tun haben. Das ist mir zu anstrengend.
Wenn er nicht lachen kann, Ironie nicht versteht oder langsam im Kopf ist, kann er aussehen wie ADONIS persönlich - dann wird das nichts.

w,40
 
  • #15
Den Fall gab es nicht. Nachdem mein Ex definitiv nicht mehr Mr. Right war, hab ich mich auf die intensive Suche nach meinem Jetzigen gemacht. Das dauerte knapp zwei Jahre und hat mich zeitlich, logistisch, emotional und geistig neben meinem Normalleben vollkommen in Beschlag genommen.

Mit lauwarmen temporären Ersatzangeboten kann man mich generell nicht locken, ich will schon brennen für einen Mann. Alle anderen Varianten (die mir auf meiner Suche mehrmals angeboten wurden) als die klare Möglichkeit, wirklich wieder ganz anzukommen, wären für mich unattraktiv und Zeitverschwendung gewesen.

Ach ja... Was hat Dein unerreichbarer Schwarm, dass Du nicht von ihm loskommst, obwohl er gut ohne Dich kann?

Ist der Ausweg, das Alleinsein auszuhalten bis irgendwann alles stimmig ist für eine Beziehung?
Ja und nein! Du kannst sofort auf die Suche gehen, Deine Fühler ausstrecken und vielleicht verliebt sein... möglicherweise noch 20mal, bis die erste Euphorie nicht gleich wieder vom weiteren Kennenlernen geschluckt wird, sondern Du feststellst, dass die Sicherheit und Verliebtheit im weiteren Verlauf noch zunehmen.
Langweilig ist was anderes! Kennenlernen wirst Du "Gottes großen Garten" und auch Dich gut!
Eine meiner verheirateten Freundinnen hatte ein paarmal geseufzt: "Aber spannend ist das schon, nicht?"
 
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  • #16
Danke für Eure inspirierenden Antworten... ja, gewissermaßen war ich sehr mit mir im Unreinen, habe mich zeitweise zur falschen Zeit am falschen Ort gefühlt...

Den Unerreichbaren lasse ich wirklich besser in sicherer Entfernung - er hatte mich tief beeindruckt, weil ich so viele Ähnlichkeiten in ihm entdeckt habe und er eine zeitlang auch noch die Hoffnung nährte, an mir interessiert zu sein. Er ist aber wieder zur Ex zurückgegangen....

Mit dem Mann, den ich aktuell date, führe ich unfassbar leicht - wie tiefgängige Gespräche, und Interessen wie Lebensart sind ähnlich. Habe für ihn definitiv zärtliche Gefühle - aber er trägt eine ebenso unfassbare Altlast mit sich herum. Die Vorstellung, diesen Stress als Partnerin mitzutragen ist einfach für mich indiskutabel. Diese Bürde, die er sich aufgeladen hat, macht definitiv unsexy. Er ist momentan voller Selbstzweifel, lebt in einer Lüge und lässt sich von anderen Menschen demütigen.Ich weiß nicht, was wäre, wenn er das alles geklärt hätte.
Auch ein liebenswürdiger Mensch kann sich mal verrennen. Er sollte aber schleunigst die Dinge richtigstellen. Das ist meine Bedingung.

Gelegenheitslover kosten tatsächlich mehr Kraft als sie geben - diese Option schließe ich vollkommen aus.

Genau das wollte ich eigentlich wissen: Merke ich es noch, wenn ich mal ganz angekommen sein sollte? Einmal hatte ich dieses Gefühl und wurde derb vor den Kopf gestoßen...
 
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Gast

  • #17
Mit dem Mann, den ich aktuell date, führe ich unfassbar leicht - wie tiefgängige Gespräche, und Interessen wie Lebensart sind ähnlich. Habe für ihn definitiv zärtliche Gefühle - aber er trägt eine ebenso unfassbare Altlast mit sich herum. Die Vorstellung, diesen Stress als Partnerin mitzutragen ist einfach für mich indiskutabel.
Diese Männer, mit denen man tiefgängie Gespräche, Interessen und Lebensart gemeinsam hat, haben alle auf der anderen Seite der Medaillie massive Probleme. Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Das musste ich erst mit zunehmenden Alter lernen.

Ich habe noch keinen Mann getroffen, wo die Balance zwischen Beiden so gut ausgeglichen ist, dass es zu meiner Licht-Schatten-Balance gut passt.

w 49
 
  • #18
Habe für ihn definitiv zärtliche Gefühle - aber er trägt eine ebenso unfassbare Altlast mit sich herum. Die Vorstellung, diesen Stress als Partnerin mitzutragen ist einfach für mich indiskutabel.
Dann wird´s schwierig. Altlasten haben wir alle, den Einen sind sie bewusster, den Anderen weniger.
Wir sind älter, wissen besser, was wir wollen und was nicht mehr, aber wir haben nicht mehr die Anzahl an ungelebten Jahren vor uns wie Anfang 20. Da war halt schon was, Konsequenzen inclusive. Such nicht nach dem goldenen Ei.
Diejenigen, die schwere Bürde tragen, sind dafür oft auch menschlich gereifter als andere, das erspart manch künftigen Konflikt, wenn man bereit ist, die bestehenden mitzutragen.
 
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  • #19
Selbstverständlich würde ich (gute) Kompromisse eingehen.
Für mich besteht das Leben aus Komprimissen.
Ich entscheide aber zwischen den Guten und Schlechten.

Schlechte Kompromisse gege ich nicht ein: Z.B. Rauerer, Trinker, Agro, Psycho etc.

Kompromisse mit denen ich leben könnte: Kinder aus Ex-Beziehungen, überschaubare Altlasten, optische und körperliche Gegebenheiten. etc.

Ich könnte noch einiges aufzählen, aber ich denke die Richtung wird auch so klar.
Und warum gehe ich Kompromisse ein? Weil auch nicht perfekt bin! w
 
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  • #20
Dann wird´s schwierig. Altlasten haben wir alle, den Einen sind sie bewusster, den Anderen weniger.

Diejenigen, die schwere Bürde tragen, sind dafür oft auch Menschlich gereifter als andere, das erspart manch künftigen Konflikt, wenn man bereit ist, die bestehenden mitzutragen.
Nein, das sehe ich nicht so. Ich differenziere die Altlasten zwischen negativen und positiven.

Diejenigen die eine "schwere" Bürde tragen, haben oft aus eigener Unreife diese Bürde auf sich genommen, ansonsten wäre es nicht dazu gekommen. Dazu zähle ich besonders finanzielle Probleme, die oft, nicht immer, hausgemacht waren.

Negative Altlasten sind z.B. Probleme mit der bösen Ex, die ich nicht mittragen möchte, warum sollte ich das tun, ich habe meine auch lange schon geklärt. Das war meiner ersten Aufgaben nach der Trennung. Ich rede aus gegenüber einem Date in keiner Weise von meinen Ex. Dagegen labbern mich die Männer sehr schnell mit ihren Problemen mit der Ex voll. Was soll das?

Schon aus Respekt einem neuen potentiellen Partner habe ich meinen alten Stall so sauber gemacht, dass ich mit ruhigen Gewissen jemanden hinein lassen kann.

Was ich allerdings für Sau-Ställe bei Männern sehen durfte, da roch der Dreck schon vor der noch nicht geöffneten Tür heraus. Das geht gar nicht.

Ich verstehe immer wieder nicht, dass den Männern nicht klar wird, warum Frau dann die Beine in die Hand nimmt und wegrennt.

w
 
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  • #21
Ich differenziere die Altlasten zwischen negativen und positiven.

Diejenigen die eine "schwere" Bürde tragen, haben oft aus eigener Unreife diese Bürde auf sich genommen, ansonsten wäre es nicht dazu gekommen.
Das ist der springende Punkt. Er hat sich enorm viele Respektlosigkeiten von seiner Ex gefallen lassen aus einem geringen Selbstbewusstsein heraus. Da steht einfach ein Reifungsprozess an, ohne den ich mir keine Beziehung antun werde. Schon die ersten Mails und Gespräche bestanden zu 50% aus dem Lamentieren über die Probleme mit ihr. Da ist er einfach noch nicht zu einer Klarheit für sich gekommen, die ich als Grundvoraussetzung für eine neue Liebe ansehe.

Ich bin nicht perfekt und habe auch meine Geschichte, doch habe ich wenigstens die Erkenntnis, dass man Chancen braucht, manchmal auch Zeit oder Verständnis, und selten auch einen Tritt in den Hintern, um etwas zu verändern. Für solche Impulse war ich immer dankbar und genau diese Möglichkeit werde ich ihm geben. Vielleicht bin ich sowieso nur der Impuls, den er braucht, um für eine Beziehung mit einer anderen Frau reif zu werden. Das wird sich dann zeigen, und zwar bevor ich etwas mit ihm anfange - eine Lektion, die ich wiederum gelernt habe....
Wahrscheinlich trete ich mit dieser Haltung einen Shitstorm los, wenn nicht öffentlich dann innerlich, von wegen gnadenlose Frauen, die es Männern schwer machen etc.
Aber ich weiß inzwischen, wann ein Mann für eine Beziehung bereit ist, und wann nicht.
 
  • #22
Ist #20 ein Post der FS?

Die allermeisten Männer reden erst einmal ausgiebig über ihre Exbeziehung, wenn sie danach noch keine längere hatten. Das ist das typische Beispiel einer "Altlast", die sich zeitlich meist ohnehin und zusammen noch schneller auflöst.
Shitstorm wegen Deiner Einstellung? Nein, ich fürchte, Du schneidest Dir nur ins eigene Fleisch, bei dieser "Altlast" gibt es genügend Frauen, die sich nicht abschrecken lassen.

Ich sah z.B. mehr Chancen als Risiken:
- laufe ich Gefahr, mit einem Mann einen ähnlichen Konflikt auszutragen, weil ich sachlich betrachtet eher auf Seite der Frau stehe?
- reagiert er, wenn er nichts mehr davon hat, noch fair?
- kann er mit seiner Ex reden, oder wäre er zumindest bereit dazu, ist also kein verbrannter Erde-Typ und auch nicht passiv-aggressiv?
- kann er in Konfliktfällen sachlich analysieren, oder schütten seine Emotionen seinen Verstand zu?

Wann offenbart sich jemand klarer als mit Erzählungen über seine Ex?
 
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  • #23
Ja, Posting 15 und 20 waren von mir.
Ich habe wie gesagt Geduld, Entwicklungen abzuwarten.
Allgemein sehe ich seine Offenheit auch positiv, und er sagt selbst, noch nicht den nötigen Abstand zu haben. Was ich aber nicht abkann, mit in einen Rachefeldzug eingebaut zu werden: d.h. Telefonate mit mir vom Festnetzanschluss der Ex, oder sarkastische Bemerkungen wie, ich könnte ja eine Fahrgemeinschaft mit ihrem Neuen bilden, das läge auf der Strecke. Das geht nicht.
Da er einigermaßen reflektiert und menschlich sonst okay ist, hoffe ich, dass er merkt, wie schlecht das ankommt.

Nun, ich bleibe dran, aber mit einem wachsamen Auge :)

Jetzt sehe ich doch wieder ein bisschen Land... Danke für all Eure guten Ideen!

Die FS
 
  • #24
Rachebestrebungen und Sarkasmusanwandlungen sind schon charakterliche Mängel.
Da zeigt sich der Charaktermangel in dieser sensiblen Situation, aber die Trennung ist nicht für diesen Charaktermangel verantwortlich.

Ich hatte mal einen ganz heftigen Streit mit einem Mann, der hoffte, dass die Aktien, die er seiner Ex als Zugewinnausgleich abgeben musste, weiter stark sinken würden - weshalb er seinen Anteil bereits vor kurzem umgetauscht hätte, die Herausgabe ihres Anteils aber immer weiter rauszögern wollte. Geht gar nicht für mich, auch wenn die Ex mies zu ihm war.

Hier wie da, naja, bestensfalls, um da mal einen Ausdruck von w50 bzw. w49 zu nutzen: "unreif" .
Oder eben seiner emotionalen Verletzung geschuldet. Aber abgrenzen würde ich mich von seinen Rachefeldzügen unbedingt, und zwar klar formuliert, so dass er versteht, warum! Wenn er dann nicht mit der berechtigten Kritik an seinem Verhalten umgehen kann, also seufzend zugibt, sich da zu versteigen, sondern sich aufregt, dass Du unsolidarisch wärst, kannst Du auch noch ein Häkchen hinter "unsachlich" und "nicht kritikfähig" machen.
Da würde ich dann keinen Kompromiss eingehen. Zeit, Kraft und ein offenes Ohr geb ich solchen Trennungskämpfern aber gern, das verbindet.
 
G

Gast

  • #25
Die Frage ist, um welche Kompromisse geht es? Aus ein paar rumliegenden Socken würde ich kein Drama machen. Aber nur mit jemandem zusammensein, der halbwegs erträglich ist, weil frau nicht allein sein kann, kommt für mich nicht infrage.
Die Partnerschaft muss überwiegend ein Gewinn für beide sein, dann kann man auch Ärgernisse in Kauf nehmen. So eine 50%-Sache ist nicht mein Ding - viel zu wenig.
 
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Gast

  • #26
Wenn eine Partnerschaft mehr Nachteile als Vorteile bietet, dann sind Kompromisse absolut nicht förderlich. Wenn es keine gemeinsamen Werte gibt, dann sind Kompromisse falsch. Wenn es keine absehbare Zukunft gibt wegen der Vergangenheit (zuviele Sexpartner, Sexualkrankheiten, alleinerziehende Mutter, krasse psychische Probleme wegen ihres vergangenen Sexuallebens), dann gehe ich lieber gar keine Kompromisse ein.

M Mitte 30
 
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Gast

  • #27
Ist #20 ein Post der FS?

Die allermeisten Männer reden erst einmal ausgiebig über ihre Exbeziehung, wenn sie danach noch keine längere hatten. Das ist das typische Beispiel einer "Altlast", die sich zeitlich meist ohnehin und zusammen noch schneller auflöst.
Shitstorm wegen Deiner Einstellung? Nein, ich fürchte, Du schneidest Dir nur ins eigene Fleisch, bei dieser "Altlast" gibt es genügend Frauen, die sich nicht abschrecken lassen.
Diese negaite Altlast über die Ex zu lästern, Probleme mit der Ex muss ein Mann ohne mich klären und lösen. Ich will einen Mann dabei auch nicht helfen oder für die Auflösung ihn dabei zu Nutze sein. Denn ich sehe keinen Nutzen für mich darin. Welchen sollte es für mich geben?

Ich schneide mir somit nicht ins Fleisch, denn ein Mann, der mit seiner Ex noch nicht fertig ist, ist in meinen Augen auch noch nicht Beziehungsreif bzw. Beziehungsfähig. Solange ein Mann noch von seiner Ex redet, vor allen Dingen negativ, ist er noch nicht wirklich frei im Herz.

Das mögen andere Frauen gerne anders sehen, aber dann sollen sie nicht klagen, wenn es ständig Probleme mit dem Typen gibt. Eine Beziehung soll Kraft und schön sein und nicht nur Probleme machen und Energie rauben. Sehe ich zuviel Potentiall dass mir zu viel Energie geklaut wird, oft sicherlich nicht mit Absicht, dann cancle ich das Ding schon vorher.

w
 
  • #28
"Lästern" ist nicht ok, sich Belastendes von der Seele zu reden, schon.
Sharon hatte im Nachbarthread "Frustriert von der Online Partnersuche" sehr schön formuliert:
Ich behaupte mal, jemand, der für meine Verletztheit aus einer vergangenen Beziehung kein Verständnis aufbringt, wird auch unter anderen Vorzeichen nicht als Partner in Frage kommen. Wenn man liebt, nimmt man den anderen, wo er steht, nicht wo man ihn/sie haben will.
und Gast 39 brachte es auch schön auf den Punkt:

Ich frage mich immer, wo sind die Menschen, die lange an ihre letzte Beziehung denken, mit denen man gemeinsam leiden und sich verstehen kann. Ich finde so etwas...bei Männern selten, dabei schafft es eine große Verbindung zu erkennen, dass auch andere verletzt wurden, traurig sind... Unschön finde ich es dagegen mit Menschen, die angeblich abgeschlossen haben, aber daraus eine Verbitterung oder unerbittliche Meinung und Härte zu bestimmten Themen erwächst, weil sie ja keinen Zweifel daran haben dürfen, als alles gut so ist, wie es ist. Das finde ich künstlich, obwohl es den Menschen selbst oft ganz aufrichtig erscheint.

Sich gegenseitig "auszuheulen" und sein Leid zu teilen, bedeutet auch nicht, dass man dauerhaft depressiv zusammensitzt. Im Gegenteil in solchen Kombinationen ist auch viel Lachen und Selbstironie im Spiel.

Also Jungs, wenn ihr eine emotionale, offene Frau sucht, dann zeigt eure Gefühle, "heult" uns ruhig auch mal wegen euren Ex-Geschichten voll. Sich als das Opfer der bösen Frauenwelt hinstellen - nein. Sich als verletzlicher und anhänglicher zeigen als der Durchschnitt, OHNE von Schuld und den bösen anderen zu reden, sondern von sich und seinen Gefühlen, seiner Wut usw. - ja, gern.
Drum: Es gibt die Frauen, die diese "Altlast" gern teilen. Wenn für die anderen Suchenden noch genügend ansprechende Partner zu finden sind, ist ja alles gut - für alle.
 
G

Gast

  • #29
Liebe FS

unerreichbare Männer interessieren dich am besten gar nicht.
Wer dich will der macht sich maximal erreichbar ...
Lies lieber einen netten Roman und schwelge darin, als dir
das Leben mit Schmachten nach Unerreichbaren zu versauern.
Diese Art von Romantik tut dir im echten Leben nicht gut !
Meine Cousine hat sich fünfmal mit den falschen Männern eingelassen.
Sie war auch so eine Hardcore-Romantikerin. Die Männer sind lustig mit ihr Schlitten gefahren. Je mehr du dich nach einer Liebe sehnst, desto mehr wirst du dafür ertragen wollen. Männer können da wie Piranhas sein die Blut wittern, also pass auf dein Herzchen auf und schreib Unerreichbare ab.