• #1

Wie übersteht man drei Jahre Fernbeziehung nach drei Jahren Zusammenleben?

Liebes Forum,

wie vielleicht aus meinen Beiträgen hier bekannt, befinde ich (w, 28) mich seit knapp fünf Jahren in einer glücklichen Beziehung. Vor drei Jahren sind mein Partner (31) und ich zusammengezogen, was durch Corona noch einmal intensiviert wurde: Seit über einem Jahr sind wir nahezu 24/7 in der Gegenwart des anderen, ohne dass es zu nennenswerten Konflikten, Langeweile oder genervt-voneinander-sein gekommen wäre. Das ist an sich sehr erfreulich, macht das Folgende aber umso schwerer.

Nach reiflicher Überlegung und ausführlicher Rücksprache mit mir hat sich mein Freund kürzlich für sein Traum-Studium im Ausland beworben, bei dem ich ihn selbstverständlich nach Kräften unterstützen möchte. Wenn er angenommen wird, würde das jedoch eine Fernbeziehung von knapp 1.000 km Distanz über einen Zeitraum von drei bis vier Jahren bedeuten. Ich schließe nicht aus, ihm ins Ausland zu folgen, aber meine eigene Lebenssituation würde einen solchen Schritt frühestens nach zwei Jahren zulassen.

Weder er noch ich haben jemals zuvor in unserem Leben eine Fernbeziehung geführt, zumal wir beide eindeutig "Nähemenschen" sind. Seit wir uns kennen, waren wir höchstens mal drei Wochen voneinander getrennt. Daher kann ich mir kaum vorstellen, wie es sein wird, sich plötzlich nur noch wenige Male im Jahr sehen zu können – Corona wird die Sache auch nicht gerade vereinfachen –, und das löst aktuell eine Menge Ängste und Traurigkeit in mir aus. Ich fürchte, dass ich ihn sehr vermissen und unter der Trennung stark leiden würde. Auch mache ich mir Gedanken, wie sich ein so langes Getrenntsein (auch körperlich, Stichwort Bindungshormone etc) und völlig verschiedene Lebenswelten über Jahre hinweg auf eine Beziehung auswirken. Es wird zweifellos eine Belastungsprobe, auch, wenn unsere Partnerschaft bisher immer stabil war, wir uns unserer Gefühle sicher sind und einander vollkommen vertrauen.

Ich weiß, dass hier auch niemand in die Zukunft sehen kann und die Entwicklung letztendlich von vielen individuellen Faktoren abhängen wird. Trotzdem würde ich mich freuen, wenn vielleicht jemand in einer vergleichbaren Situation war und Erfahrungsberichte teilen könnte. Oder ihr Ratschläge habt, wie man eine solche Zeit am besten übersteht – Dos and Don'ts einer gelingenden Fernbeziehung, sozusagen.

Ich bedanke mich im Voraus für alle konstruktiven Beiträge!

_snowwhite_
 
  • #2
Hallo @snowwhite,
Schwierige Entscheidung, finde ich.
Eine Fernbeziehung hatte ich zwar schon (3 Jahre von 9) aber nur über 260 km mit guter Verbindung.
Also eigentlich kaum vergleichbar, denn wir haben uns alle 5 bis 14 Tage gesehen und somit war für uns beide die Fernbeziehung kein Problem.
Drei bis vier Jahre sind eine lange Zeit. Vor allem dein Freund, wird von vielen neuen Eindrücken überflutet werden.
Letztendlich ist es auch eine Sache des Zufalls, ob einem von euch in der Zeit ein passender neuer Partner vom Schicksal präsentiert wird, oder nicht. Und wie er dann entscheiden wird auch eine Frage der dann bestehenden Alternative.
Das sollte euch schon bewusst sein.
Wie immer gibt es Paare, die dann zusammen blieben und Paare, die sich dann trennten, wegen Entfremdung.
Die Frage ist ja auch;
Was ist danach?
Will er sicher zurück, wartet ein Erbe, eine Familie etc auf ihn, oder ist es nach dem Studium, dann erst recht lukrativ für ihn, im Ausland zu bleiben? Und was willst du denn in 5 Jahren ca?

Was übrigens auch ein Statement wäre: vorher heiraten.
Dann ist es auch einfacher mit Besuch usw und ihr seid beide deutlich gebunden.
Keine Ahnung, wie verbindlich es mit euch ist.
Tipps:
Überlegt euch das vorher gut.
Wenn ihr es macht, solltest du auch einen Entwicklungsschritt planen und nicht nur zu Hause auf seine Rückkehr warten.
Gemeinsame Lebensinhalte schaffen:
Zb Bücher parallel lesen (solltet ihr die gleichen Schriftsteller mögen), die selben Gerichte kochen/ backen verabredet an einem Tag. Eure Erotik am Telefon ausleben, oder im Video Chat.

Versucht auch über Sachen zu sprechen, die euch wirklich beschäftigen.
Ganz schwierig ist täglich telefonieren und sich belangloses Zeug reden.
So wird es für beide ( oder einem) ein unangenehmer Zwang, seine Freizeit am Telefon zu verplempern ohne Spass, Freude oder Nähe dabei.
Das erlebte ich schon auch.
Irgendwann hab ich Haushalt gemacht und nur mit halben ihr zugehört.
Mein damaliger Partner hat sich angewöhnt immer, so Phrasen ins Gespräch einzubauen und ist entsprechend aufgeflogen, wenn diese nicht passte.

Hoffe du kannst ein paar Anregungen mitnehmen
 
  • #3
Wenn Du den unbedingt behalten möchtest dann wirst Du mit müssen. Er ist 31, er wird dort im Ausland eine neue Welt kennen lernen und auch fasziniert davon sein und alles an sich heranlassen. Dieses Neue reizt ungemein, er wird das Neue als Bereicherung genießen und sich daran erfreuen können. Das ganze findet ohne Dich statt. Die Damen vor Ort werden auch da sein, da will ich mal nix zu sagen, denn wir Frauen hier in Deutschland sollen ja angeblich nicht die tollsten sei. ( Wer es glauben mag.)
Fernbeziehung von knapp 1.000 km Distanz über einen Zeitraum von drei bis vier Jahren bedeuten. Ich schließe nicht aus, ihm ins Ausland zu folgen, aber meine eigene Lebenssituation würde einen solchen Schritt frühestens nach zwei Jahren zulassen.
Meine Fernbeziehung ging leider den Bach runter und wenn du genauer hinschauen wirst erkennst auch Du das es nicht möglich wird über so einen langen Zeiraum die Liebe und Verbundenheit aufrecht zu halten, wenn er Dich wenigstens gefragt hätte ob Du direkt mitkommst, so sehe ich da eher eine Flucht .
 
  • #4
völlig verschiedene Lebenswelten über Jahre hinweg auf eine Beziehung auswirken.
Daher kann ich mir kaum vorstellen, wie es sein wird, sich plötzlich nur noch wenige Male im Jahr sehen zu können
Sehen wirst du ihn können. Hören wirst du ihn können.
Du wirst ihn nur nicht spüren können.
So eine Fernbeziehung kann funktionieren. Das kommt ganz auf die Charaktere an.
Wenn er eine treue Seele ist und ihr euch beieinander zuhause fühlt, dann verschwindet auch nicht einfach die Liebe.
Wenn er keine treue Seele ist, macht es keinen Unterschied, ob er tausend km weit weg ist, oder einen Meter.
Ihr müsstet über Skype oder dergleichen kommunizieren. Täglich.
Auch da kommt es dann wieder auf die Charaktere an. Ein Paar, dass sich immer was zu erzählen hat, wird das überstehen.
Ein Paar bei dem auch auf geringe Distanz eher Sprachlosigkeit herrscht und die Gefühle durch Kuscheln usw. ausgedrückt werden, wird das eher nicht überstehen.
Wenn man eine Beziehung führt, die hauptsächlich über Kommunikation funktioniert, dann kann das eine tolle Erfahrung sein. Man lernt, dem Anderen Sicherheit zu vermitteln, auch wenn man nicht da ist. Man lernt zuhören viel besser, als wenn ein Paar zusammen lebt. usw.

Ich vermute, du steckst selbst noch in einer Ausbildung und kannst deshalb nicht gleich mitkommen.
Würde er das überhaupt wollen?
Oder folgt er einem inneren Ruf, das Leben zu entdecken ohne Anhang, für sich alleine?
Das muss nicht bedeuten, dass man den anderen nicht liebt, sondern das kann nur bedeuten, dass man dieses Kapitel im Leben leben möchte.
 
  • #5
Hallo Snowwhite,
erst mal herzlichen Glückwunsch zu der guten Beziehung, davon liest ja man ja leider immer zu selten (logischerweise :) )
Ich kann dir aus meiner Erfahrung erzählen.
Ich wohnte mal ein Jahr mit meinem Freund zusammen, bevor ich beruflich wegziehen musste, dann er, dann hin und her....also alles in allem hatte ich fast 6 Jahre eine Fernbeziehung!
als er und ich dann wieder zusammen zogen, hat es nur ein paar Monate gedauert, und es war zu Ende von meiner Seite aus.
Hierzu muss ich aber sagen:
- unsere Beziehung war schon lange nicht mehr schön und hat wohl nur wegen der Fernbeziehung so lange gehalten
- ich war sehr unglücklich in der neuen Stadt, fand keinen Anschluss, derweil er ein grossartiges Leben in seiner Stadt hatte, von der er mir vorschwärmte
- er war mir leider auch nicht treu.
so nun aber nicht alles schwarzsehen, denn bei dir:

ber meine eigene Lebenssituation würde einen solchen Schritt frühestens nach zwei Jahren zulassen.
2 Jahre finde ich jetzt nicht so lange, ihr seid ja bereits schon länger zusammen! Die Zeit ist absehbar. 1000km ist viel, aber machbar, heutzutage mit Skype, zoom, WhatsApp alles kein Problem in Kontakt zu bleiben.
ich denke, wichtig ist, dass ihr euch möglichst über euren Alltag austauscht. Die Freunde vorstellt etc. so dass sie auch wissen, dass du zu ihm gehörst. Ja, letztendlich gibt es keine Garantie, auch für dich schliesslich nicht, wer weiss, was du erleben wirst.
und das löst aktuell eine Menge Ängste und Traurigkeit in mir aus. Ich fürchte, dass ich ihn sehr vermissen und unter der Trennung stark leiden würde. Auch mache ich mir Gedanken, wie sich ein so langes Getrenntsein (auch körperlich, Stichwort Bindungshormone etc) und völlig verschiedene Lebenswelten über Jahre hinweg auf eine Beziehung auswirken.
naja, hier würde ich sagen, mach mal halb lang. Klingt wie dieses, "ich kann nicht alleine sein", oooh nein, "ohne Beziehung bin ich verloren", das ist sowieso immer ganz schlecht. Logischerweise vermisst man jmd, aber er hat sich ja nicht getrennt oder ist gestorben. Sie dich lieber mal als dich selbst und nicht als euch. Du bist auch genauso eine vollständige Person, wenn dein Mann gerade nicht um die Ecke ist. Ich glaube etwas Abstand kann auch sehr gesund sein.
Wenn ihr übrigens auch euch die Zukunft gemeinsam ausmalt, das heisst, gemeinsame Ziele habt, dann wäre es schon mal ein guter Start, damit ihr zusammen in die Richtung schaut.
 
  • #6
Für mich stellt sich lediglich die Frage, warum er im Alter von 31 Jahren im Ausland studieren "muss" - ?
ErwinM, 51
 
  • #7
Hallo FS, du wolltest gerne Erfahrungen mit Fernbeziehungen. Ich habe drei Beispiele erlebt:
1) Meine eigene Fernbeziehung. Die zerbrach nach dem ersten halben Jahr. Ich habe mich von meinem Partner entfremdet durch die zahlreichen neuen Erfahrungen und auch gemerkt, dass er einfach nicht meine Number One ist. 10 Monate später lernte ich den Mann kennen, mit dem ich nun fast ein Jahrzehnt zusammen bin. Die Fernbeziehung hat einfach an den Tag gebracht, was sowieso schon da war, nur hätte es sonst länger gedauert. Sie wirkte also wie ein Katalysator. Das habe ich erst im Nachhinein so gesehen.
2) Eine Musikerin aus Kanada, die mit einem Stipendium nach Europa kam für drei Jahre. Sie und ihr Freund konnten sich nur ein- bis zweimal pro Jahr sehen. "Wenn mal was läuft, interessiert's nicht, kann, muss aber nicht thematisiert werden", war deren Devise, "solange man sich nicht verliebt". Sie haben sich also alle Freiheiten gelassen. Das hat tatsächlich - allen Zweifeln mancher Außenstehender zum Trotz - funktioniert. Sie haben nach ihrer Rückkehr zügig geheiratet und sind, soweit ich weiß, immer noch zusammen, plus vier Kinder und zwei Karrieren.
3) Wieder eine Musikerin, aber mit Studium auf Lehramt. Die pendelte jahrelang zwischen Großbritannien und Deutschland hin und her. Manchmal war es kurz vor dem Aus, aber immer einer der beiden gab so richtig Gas. Nach zwei Jahren haben sie trotzdem geheiratet und eine "Fernehe" geführt, bis sie nach insgesamt vier Jahren endlich an einem Ort gelandet sind. Allerdings hat er richtig Abstriche gemacht, was seine Lebensträume angeht, was auch immer wieder für Spannungen sorgt, weil sie alles gekriegt hat, was sie wollte.

Also ganz individuell. Mein Tipp wäre: Probiert's aus, es ist ein Risiko, klar, aber Freiheit wäre es mir immer wert. Reisende darf man nicht aufhalten. Du musst eben nur schauen, dass du dir nichts vormachst, falls sich was zwischen euch ändert. Er hat ja schon eine Priorisierung zu erkennen gegeben, und das ist nicht euer WIR, sondern ein ganz klares ICH. Das würde ich auch zur Kenntnis nehmen und wahrscheinlich die Gelegenheit nutzen, auch ins Ausland zu gehen (Stipendien etc.), falls das für dich möglich ist. Also auch bewusst die Zeit zur eigenen Weiterentwicklung nutzen.
 
  • #8
Corona wird die Sache auch nicht gerade vereinfachen –, und das löst aktuell eine Menge Ängste und Traurigkeit in mir aus.
Zum Nachdenken: Deine Angst und Traurigkeit haben in der Tiefe mit Corona nichts zu tun, sie sind lediglich aktuell passende Vorwände!
Für mich stellt sich lediglich die Frage, warum er im Alter von 31 Jahren im Ausland studieren "muss" - ?
Mein Bauchgefühl sagt mir was anderes, er möchte sich aus der Beziehung raus schleichen!
 
  • #9
eine Fernbeziehung von knapp 1.000 km Distanz über einen Zeitraum von drei bis vier Jahren bedeuten. Ich schließe nicht aus, ihm ins Ausland zu folgen, aber meine eigene Lebenssituation würde einen solchen Schritt frühestens nach zwei Jahren zulassen.
Hey, aus meinen Erfahrungen kann ich dir folgendes berichten:

- So etwas kann über eine begrenzte Zeit (zb Auslandssemester 6 Monate) funktionieren, aber höchstwahrscheinlich nicht über drei bis vier! Jahre. Mein Exfreund zu Studentenzeiten war 1 Jahr in den USA und obwohl wir beide überzeugt waren, dass wir das schaffen, hat die Beziehung nicht gehalten. Er hatte dort einfach seine eigene Welt.

- Daher mein Tipp: Gehe doch mit deinem Freund mit bzw komm nach ein paar Monaten nach. Was hindert dich genau? Die Paare, die zusammen im Ausland waren, bei denen hat die Beziehung meistens gehalten. Bei denen, die getrennt waren, meist nicht. Würdest du dort einen Job finden? Und noch wichtiger: Will er überhaupt, dass du mitkommst? Oder wärst du fort für ihn eher ein Klotz am Bein, weil er dann nicht machen kann, was er will?

- Ich glaube, dass das über so viele Jahre nicht funktioniert. Er wird sich dort ein neues Leben aufbauen, ohne dich. Und er wird auch dort Frauen kennenlernen. Von wegen: Wassie nicht weiß, macht sie nicht heiß.

- Dein Freund will mit 31 nochmal ein Studium anfangen? Warum studiert er erst so spät? Die Studis haben heutzutage oft mit 25 ihren Master in der Tasche. Von was lebt er dort, wenn er nur Ausgaben, aber keine Einnahmen hat? Und vor allem: Von was würdest du leben, wenn du mitgehst oder nachkommst? Gefällt dir das Land? Wann wollt ihr eine Familie gründen?

- Ich kenne viele, die gingen ins Ausland und ihnen hat es nicht gefallen (auch Ehefrauen). Kennst du das Land? Was sind deine Perspektiven dort? Unterschätze die Umstellung nicht: Neues Umfeld, noch keine Freunde, keine Familie, Anschluss finden, andere Mentalität usw. Das hat schon manch einen in eine Umzugsdepression gebracht.

- Warum sucht sich dein Freund kein Studiengang in Deutschland? Wersagt eigentlich,dass er im Ausland studieren muss? Er selbst? Hier gibt es doch fast alles. Meiner Meinung nach wäre das im Hinblick auf die Beziehung der bessere Weg. Nimmt er Rücksicht oder ist er kompromisslos? Ein bekanntes Paar von mir war ein Jahr in Korea, da der Mann dort als Prof nen Job hatte. Seine Freundin hat sich dort nicht wohl gefühlt und nie einen guten Job gefunden, die Beziehung zerbrach. Heute sagt er, er würde es nicht mehr machen, da er dadurch seine Beziehung verloren hat. Er hingegen wollte komoromisslosseinen Plan durchdrücken, jetzt hat er das,Resultat.Lg w31
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #10
Mein Bauchgefühl sagt mir was anderes, er möchte sich aus der Beziehung raus schleichen!
Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Was soll man denn da bitte machen wenn man ein gutes Jobangebot oder Studiumplatz bekommt? Es ist doch oft so, dass man so eine Chance nur einmal im Leben bekommt. Es kann also gut sein, dass er ansonsten nie wieder so eine Chance bekommt. Du schreibst doch immer von aufrichtiger und wahrer Liebe. Aufrichtige und wahre Liebe übersteht auch rund Fernbeziehung.
Ich schließe nicht aus, ihm ins Ausland zu folgen, aber meine eigene Lebenssituation würde einen solchen Schritt frühestens nach zwei Jahren zulassen
Die FS hat ja geschrieben, dass sie evtl vor hat ihm zu folgen. Zwar nicht sofort allerdings in 2 Jahren. Ich sehe also gute Chancen, dass die Beziehung halten wird.
 
  • #11
Für mich klingt es für meinen Geschmack etwas zu leidenschaftlos, wie er zu eurer Beziehung steht. Ich in der Situation würde mich fragen, warum er mich nicht heiratet, wir das alles nicht gemeinsam planen. Wo ein Wille da ein Weg.
Aber da ist jeder anders. Bin auch 10 Jahre älter als du. Mit 28 hatte ich heiraten noch nicht unmittelbar auf dem Radar und war nicht böse, noch keinen Antrag bekommen zu haben. Im Nachhinein würde ich sagen, wären höhere Ansprüche in die Richtung zielführender gewesen. So habe ich mich zu lange mit dem falschen geplagt.
 
  • #12
Du schreibst doch immer von aufrichtiger und wahrer Liebe. Aufrichtige und wahre Liebe übersteht auch rund Fernbeziehung.
Ich kann das aus dem Text von FS eben nicht lesen, dass es hier um eine aufrichtige, wahre, echte Liebe geht! Nicht umsonst ist FS in Sorge und sieht die Ursache überwiegend bei Corona, was ich eben nicht so sehe!
Für mich klingt es für meinen Geschmack etwas zu leidenschaftlos, wie er zu eurer Beziehung steht.
Absolut auch meine Überzeugung!
Ich in der Situation würde mich fragen, warum er mich nicht heiratet, wir das alles nicht gemeinsam planen. Wo ein Wille da ein Weg.
Genau, bei ihm ist eben der Wille nicht da, er macht alles eigenständig im Alleingang, deshalb sehe ich schwarz für FS.
Im Nachhinein würde ich sagen, wären höhere Ansprüche in die Richtung zielführender gewesen. So habe ich mich zu lange mit dem falschen geplagt.
Ja, im Nachhinein! Das ist sehr oft so!
Hinterher, hätt wenn und aber hilft nicht mehr!
 
  • #13
Mein Mitbewohner beim Studium hat vier Jahre 1000 km von deiner Freundin entfernt studiert, nachdem sie vorher drei Jahre zusammen waren. Heute sind sie verheiratet. Kann also klappen. Aber ich denke, dass es sehr häufig zur Trennung kommt, wenn der eine total neue Erfahrungen macht und Leute kennenlernt. Ich würde immer versuchen, dann zumindest auch für einige Zeit mitzugehen.
w, 37
 
  • #14
Danke für alle bisherigen Beiträge, vor allem für die Erfahrungsberichte! Es ist ermutigend zu lesen, dass es durchaus positive Beispiele gibt und dass bei denen, wo es nicht funktioniert hat, oft schon vorher etwas im Argen lag. Und von den Anregungen, wie man die Nähe auch in einer Fernbeziehung aufrechterhalten kann, habe ich mir schon einige Ideen notiert. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. :)

Ich möchte noch hinzufügen (scheinbar habe ich es im Eingangsbeitrag mit "nach ausführlicher Rücksprache mit mir" nicht klar genug ausgedrückt): Es ist keineswegs so, dass er alleine die Entscheidung getroffen hat und ihm unsere Beziehung nicht wichtig wäre. Ganz im Gegenteil: Er hat lange gezögert und gezweifelt, nach Alternativen hierzulande gesucht und mich nach meiner Meinung gefragt. Hätte ich ihn nicht ausdrücklich ermutigt und ihm sozusagen meinen Segen gegeben, hätte er sich nicht einmal beworben.

Selbst jetzt könnte ich noch sagen "bitte machs nicht" und weiß, dass er dann hier bleiben würde. Aber als seine Partnerin, die das Beste für ihn und unsere Zukunft will, möchte ich ihm nicht aus egoistischen Gründen bei etwas so wichtigem im Weg stehen. Zumal das Studium letztlich auch auf unser gemeinsames Lebensziel einzahlt: irgendwann beide Jobs zu haben, die wir auf der ganzen Welt ausüben könnten.

Ist zwar nebensächlich, aber da die Frage aufkam: Er studiert erst jetzt, weil er aus einer Arbeiterfamilie kommt, bisher "nur" zwei Ausbildungen gemacht und sich alles weitere in seinem Berufsfeld autodidaktisch beigebracht hat. Nun ist er an einem Punkt in seiner Karriere angelangt, wo man ohne Studium nur schwer weiterkommt. Die besagte Uni bzw. der Studiengang ist sehr spezialisiert; etwas von vergleichbarer Qualität und Ruf gibt es in Deutschland nicht; zumindest nichts, wo die Studiengebühren bezahlbar wären.

Und richtig, ich kann nicht sofort mitkommen, weil ich selbst noch im Master bin und einen eigenen Auslandsaufenthalt geplant habe. Dass wir aufgrund dessen ohnehin ein halbes Jahr getrennt gewesen wären, war mitentscheidend dafür, dass er es jetzt versucht und diese Zeit schon für sich nutzt, statt abzuwarten, bis ich fertig bin und direkt mitkommen könnte. Und ja, er würde definitiv wollen, dass ich baldmöglichst nachkomme.

Von Heirat haben wir bereits gesprochen (Kinder wollen wir beide nicht), aber das würde ich ungern jetzt in den kommenden Monaten noch übers Knie brechen, nur um des Statements willen. Bzw., sollte es wirklich so kommen, dass einer von uns in der Zeit jemand anderen kennenlernt oder aus anderen Gründen die Beziehung nicht mehr will, würde ein Trauschein das kaum verhindern. Dahingehend werde ich wohl einfach auf uns und das Schicksal vertrauen und loslassen müssen, auch, wenn ich mich gerade schwer tue, das Gedankenkarussel abzustellen. An dieser Stelle noch danke an @Apfelmus für die berechtigte "halblang machen"-Anmerkung – noch wissen wir ja nicht mal, ob er überhaupt angenommen wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #15
Dein Freund will mit 31 nochmal ein Studium anfangen? Warum studiert er erst so spät? Die Studis haben heutzutage oft mit 25 ihren Master in der Tasche.
Der zweite Bildungsweg ist heutzutage ganz normal. Man macht erst 1 - 2 Berufsausbildungen, sammelt Arbeitserfahrung und Geld, manche bekommen Kinder zwischendurch, und starten danach nochmal durch, und fangen einfach reifer und lebenserfahrer im Studium an, als ein Abiturient. Würde ich jedem Menschen empfehlen, es sorum zu machen, weil man so einfach auch geerdet bleibt.
 
  • #16
Und von den Anregungen, wie man die Nähe auch in einer Fernbeziehung aufrechterhalten kann, habe ich mir schon einige Ideen notiert. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg
Es ist schon lange her, Vorhandy- und Internetzeit. Es gab nur das Telephon. Ich war berufsbedingt für 9 Monate weit weg. Wir haben dann am Anfang fast täglich telephoniert.. Ich habe mir dann erstmal eine halbe Stunde ihr Gejammer inklusive weinen an hören dürfen. Wie schrecklich nun doch alles ist. Ich hatte ein ultraschlechtes Gewissen, es hat mir den Aufendhalt so richtig vermiest. Irgendwann habe ich mich dann gefragt ob ich wirklich mein Leben mit einer solchen Frau verbringen möchte.
Nachdem ich wieder zurück war habe ich dann mitbekommen, dass ihre Zeit doch nicht so schlimm war. Erst hat sie mit mir telephoniert, dann hat sie mit ihren Freundinnen Party gemacht. Es war dann auch recht schnell zu Ende. Ich bin kein seelischer Mülleimer.
Also, überlege dir gut was ihr als Kommunikation abmacht. Ich empfehle keine täglichen Telephonate. Schreibt euch, kann auch per email sein. Und versuche ihn öftermal zu besuchen.
Viel Glück
 
  • #17
Danke für alle bisherigen Beiträge, ....

Ich möchte noch hinzufügen ....
Ich finde, das klingt alles sehr gut.
Ich finde es komplett richtig, dass du ihm deinen
hast, denn wenn du es nicht tätest, auch nur andeutungsweise, unterschwellig und er deswegen verzichten würde, würde er dir das ebenso unterschwellig immer vorwerfen. Das würde eure Beziehung bis zur goldenen Hochzeit belasten.
Wenn er nicht angenommen wird oder wenn er das Studium nicht schafft oder wenn er trotz des Studiums nicht richtig weiter kommt, ist es was anderes, das hat dann nichts mit dir zu tun.
Also ich denke, es ist komplett richtig, wenn er es versucht.
Und es ist auch keine Option, dass du direkt mitgehst, weil auch du darauf schauen musst, und das ja auch willst, dass du dein Studium zu Ende bringst.
Also avanti, ich drücke die Daumen.
Wenn es auseinander geht, ist das richtig mies, aber das könnte es auch, wenn er hier bliebe. Und ich denke, so wie du euch und eure Beziehung beschreibst, ist das gar nicht so wahrscheinlich.

Und noch was Kleines, warum denkst du, ihr könnt euch nur wenige Male ( = Tage ? Wochen ? ) pro Jahr sehen ?
1.000 km. Hm... ist ja nicht gerade Neuseeland. Nicht mal USA. Eher Italien.
Ich habe letztes Jahr was Kleines in Italien gekauft, 900 km von hier, also quasi die gleiche Distanz. Ich habe vor, da so viele Wochen pro Jahr zu verbringen, wie es mein Urlaubsanspruch, ergänzt um Feiertage und noch ein bisschen Überstundenabfeiern ermöglicht.
Und ich komme da auf vielleicht 7 oder 8 Wochen, verteilt auf drei Fahrten oder so.
Dein Freund könnte ebensolche drei Fahrten machen und schon seht ihr euch 15 Wochen im Jahr.
Als Studis hat ihr ja mehr Ferien, oder sagen wir, vorlesungsfreie Zeit, aber in der könnt ihr eure Semesterarbeiten ja auch am gemeinsamen Ort erledigen.
Studis haben schon immer viel Homeoffice gemacht.
Ich hoffe, dass ich in den kommenden Jahren auch mehr und mehr Homeoffice machen kann, um mehr in Italien sein zu können, mein Chef ziert sich aber noch.
Ich bin demnächst, wenn die Feiertage kommen, vier Wochen am Stück dort, habe deswegen Urlaub von meiner Arbeit und nehme mir ein Projekt mit, das ich für einen anderen Auftraggeber erledige, das ich ohne Ortsbegehung machen kann. Dort nur schreiben, dazu ein bisschen telefonieren, das geht von dort genauso.
So stelle ich mir die Zukunft vor und kann jetzt schon mal sehen, ob das realistisch ist. Kann ja auch sein, dass ich dann so viel draußen rumschlendere, dass die Arbeit nicht fertig ist, wenn ich zurückfahre...

w 54
 
  • #18
Würde ich jedem Menschen empfehlen, es sorum zu machen, weil man so einfach auch geerdet bleibt.
Das kann gut sein, da man dann ja viel reifer ist. Bei mir im Bekanntenkreis höre ich jedoch das Gegenteil: Hätte ich das doch bloß schon nach dem Abi gemacht usw.

Ich frage mich, wer mit ü30 dann alles bezahlen soll: Miete, Wasser, Strom, Gas, evtl Auto oder Tickets, Kita Gebühren, Hobbys, Kinderklamotten, Essen usw. Normalerweise will man mit ü30 ja nicht mehr zu Mama ins Kinderzimmer ziehen. Also die, die ich kenne, sind extrem am kämpfen und haben es oft abgebrochen. Für eine Familie mit kleinen Kindern in München finanziell kaum machbar. Als Singel mit Ersparnissen oder Eltern die zahlen schon eher. Und einen Job neben einem extrem anspruchsvollen Studium schafft auch nicht jeder. Also wenn die Firma zb einen berufsbegleitenden Master mitfinanziert, dann geht das. Aber dass ein Familienvater nochmal Vollzeit studiert, würde in meinem Umfekd finanziell niemals funktionieren, wenn dann über Verschuldung.
 
  • #19
Ich frage mich, wer mit ü30 dann alles bezahlen soll: Miete, Wasser, Strom, Gas, evtl Auto oder Tickets, Kita Gebühren, Hobbys, Kinderklamotten, Essen usw. Normalerweise will man mit ü30 ja nicht mehr zu Mama ins Kinderzimmer ziehen.
Diese Dinge muss man aber doch als twen auch während des Studiums bezahlen? Die wenigsten Studenten, die ich kenne, wohnen bei Mama.
Und dein Kinderthema trifft hier ja nun mal nicht zu.
Manchmal muss man eben Abstriche machen, in eine WG ziehen, weniger Urlaub, aber Zeitraum ist ja absehbar.
gerade als Paar kann der eine den anderen ja umso besser unterstützen.
Ich und viele meiner Bekannten habe zwischen 28 und 35 den Master drangehängt und das war auch gut. Neben dem Job, hat man ein Einkommen, meist schon angespart und weiss, wohin man will. MBAs gehen häufig gar nicht zu studieren, bevor man nicht mind. 10 Jahre Arbeits und Führungserfahrung hat.
Aber dass ein Familienvater nochmal Vollzeit studiert, würde in meinem Umfekd finanziell niemals funktionieren, wenn dann über Verschuldung.
Das ist irgendwie DEIN Thema, aber nicht das der FS.

Liebe FS, ich finde es auch super, dass du deinen Freund unterstützt, zwei Jahre sind eine absolut absehbare Zeit! Würdest du denn zu ihm ins Ausland überhaupt ziehen wollen danach?
Da ihr ja nicht erst seit zwei Monaten zusammen seid, denke ich auch nicht, dass ihr euch schnell entfremdet.
Überleg mal, April2023 - das sind zwei Jahre, du bist sowieso auch ein halbes Jahr weg, mit neuen Themen beschäftigt, da vergeht die Zeit wie im Flug. Und je nach Coronasituation würde ich an deiner Stelle auch vorschlagen viel HomeOffice (beieinander) zu machen.
Man gewöhnt sich übrigens auch an das Alleinsein sehr schnell, du hast ja den Vorteil dass du bereits Freunde (Familie?) vor Ort hast. Plötzlich wirst du merken, dass du ganz viel Freiheit hast. 😚
 
  • #20
Hi,
Also 1000km klingt für mich jetzt wirklich nicht viel. Vor Corona und vor der Flugscham konnte man schnell mal nach Paris düsen, es kommt natürlich auf den jeweiligen genauen Aufenthaltsort an, wie oft man sich dann tatsächlich sehen kann.
Das Gute: es ist zeitlich sehr klar begrenzt, und ihr habt schon eine gute Probe hinter euch und wisst, dass ihr gut passt.
Meine Erfahrung ist die typische umgekehrte, erst die FB, dann zusammenziehen. Aber bei uns war es Argentinien und Deutschland und ich glaube, 2 Jahre Dauer, wobei wir anfangs nicht genau wussten, ob und wie Zusammenziehen klappen würde.
Deswegen wäre ich an eurer Stelle guter Dinge 🙂
W37
 
  • #21
Aber dass ein Familienvater nochmal Vollzeit studiert, würde in meinem Umfekd finanziell niemals funktionieren, wenn dann über Verschuldung.
Das kann sicher auch nicht der Regelfall werden. Aber ich denke, dann überlegt man ja auch als Familie, ob und wie man das hinbekommt.

Verschuldung für Bildungszwecke muss sich aus meiner Sicht noch viel mehr etablieren. Damit meine ich nicht, dass man mehr Gebühren erheben sollte, sondern dass man Bildung mehr als Investition und als Wert ansehen sollte. Den kann man ja auch schaffen, indem man den Lebensstandard entsprechend einschränkt. Bei einem neuen Auto für 30.000 Euro oder einem Fernseher für 1500 Euro zögern viele nicht, sich zu verschulden, (vom Haus für 600.000 Euro ganz zu schweigen) selbst wenn während eines Studiums monatlich 1000 Euro Verschuldung anfallen würden, dann ist das Geschrei groß.
Dein Freund könnte ebensolche drei Fahrten machen und schon seht ihr euch 15 Wochen im Jahr.
Als Studis hat ihr ja mehr Ferien, oder sagen wir, vorlesungsfreie Zeit, aber in der könnt ihr eure Semesterarbeiten ja auch am gemeinsamen Ort erledigen.
Studis haben schon immer viel Homeoffice gemacht.
Letztlich kann man sich ja gemeinsam planen und überlegen, wie man das organisiert und auch finanziert. Dann schweißt das eher noch zusammen.
FS, als Du ein halbes Jahr Ausland geplant hast, wie habt ihr das denn entschieden? Das Problem ist doch ähnlich.
 
  • #22
Ja, im Nachhinein! Das ist sehr oft so!
Hinterher, hätt wenn und aber hilft nicht mehr!
Naja so tragisch ist es auch wieder nicht. ;) Ich war in meiner Persönlichkeitsentwicklung auch mit Mitte Ende 20 noch nicht so weit. Ich habe mit Anfang 30 alles bekommen, was ich mir gewünscht habe, inklusive einer beruflichen Weiterentwicklung, bei der mich eine frühere Familienplanung womöglich aufgehalten hätte. Eine Garantie hat man natürlich nie, dass es am Ende so läuft. Wäre ja auch langweilig.
 
  • #23
Aber dass ein Familienvater nochmal Vollzeit studiert, würde in meinem Umfekd finanziell niemals funktionieren, wenn dann über Verschuldung.
Siehste, so unterschiedlich sind die Lebenswelten😎. In meinem Umfeld haben das viele so gemacht, oder sind es noch am machen. Das geht alles und ist nicht ganz so schwierig, wie es sich anhört. Es gibt Stipendien, Studienkredite, viele haben sich in den Jahren der Arbeit ordentlich was auf die Seite gelegt, manch ein AG gibt was dazu. Ob ich mich jetzt verschulde, oder Anfang 20 mit Schulden ins Berufsleben gehe, macht irgendwie null Unterschied.
Wir wären aber auch niemals freiwillig nach München gezogen, wo eine 1Raum- Wohnung soviel kostet, wie ein ganzes Mietshaus in meiner Heimatstadt😁.
Worauf ich hinauswollte: mit 30 ein Studium zu beginnen, ist lange nicht mehr so ungewöhnlich, wie das manche so glauben wollen.
 
  • #25
Liebe Snowwite,

Ihr habt eine gute, stabile Partnerschaft.
Ihr besprecht wichtige Themen, habt gemeinsame Ziele und Einstellungen.
Euch beiden ist auch der Beruf wichtig, eine solide Ausbildung, und dafür investiert ihr beide. Da seid Ihr Euch einig.
Du machst nun Deinen Master in Ruhe, und Du sagst selbst, Du wirst dann nachkommen können.
Damit sind die 3 Jahre schon weniger.

Ihr habt beide Zeit, intensiv Euer Studium zu betreiben - und ansonsten, es gibt viele Wege, den Kontakt zu halten.
Auch neue Wege zu entdecken. Mails schreiben, Skype, Telefon. Ihr seid nicht aus der Welt.
Heute sind Kilometer relativ, es können auch 100 km unüberwindlich sein.
Ihr habt freie Zeiten.

Es gibt die Paare, die so etwas nicht überstehen, andere Paare bringt es erst recht zusammen.

Sieh es so, als Chance für Euch.

Und dass Du Dir Gedanken machst, finde ich gut und richtig, dass Du überlegst, wie Ihr es gut hinbekommt, und dass Du Impulse von Anderen holst, von Leuten, die die positive Erfahrung gemacht haben, ist auch gut.
Ich würde es nicht anders machen, ein leicht mulmiges Gefühl dabei hätte ich genauso.
Dieses Gefühl habe ich immer wieder bei Neuem, schließlich kommt es Neues, da schadet Vorsicht und Voraussicht nicht, im Gegenteil. Ich wagte dann nach allen Überlegungen - es wurde immer gut.

Also, nehmt die Chance, vertraue Dir, Euch, Ihr bekommt das hin.

Und ansonsten bedenke, andere Menschen haben andere Vorstellungen, Lebensweisen -
und Horizonte.. Es gibt Gründe, warum IHR ein Paar seid.

Alles Gute.

W, 51
 
  • #26
Danke noch für alle weiteren hilfreichen Antworten; ihr habt mir wirklich Mut gemacht (inbesondere @frei und @Lionne69)!

Mein Freund und ich haben mittlerweile nochmal viel darüber geredet und das Ganze auch etwas sacken lassen. Insgesamt blicke ich nun schon deutlich gelassener und zuversichtlicher in die Zukunft. Wir trainieren gerade gemeinsam für seine Aufnahmeprüfungen und lassen alles Weitere auf uns zukommen.

Um die verbliebenen Fragen noch zu beantworten:
Ich frage mich, wer mit ü30 dann alles bezahlen soll
Er selbst, durch Ersparnisse und dadurch, dass er weiterhin mit gutem Stundenlohn als Freelancer in seinem bisherigen Job arbeiten kann. Ich würde ihn im Notfall natürlich auch nicht hängen lassen, wenn ich erst im Vollzeitjob bin.

FS, als Du ein halbes Jahr Ausland geplant hast, wie habt ihr das denn entschieden? Das Problem ist doch ähnlich.
Da das nur fünf Monate waren, hatten wir es beide ehrlichgesagt recht locker gesehen und es gab nicht viel zu entscheiden.

Und noch was Kleines, warum denkst du, ihr könnt euch nur wenige Male ( = Tage ? Wochen ? ) pro Jahr sehen ?
Das habe ich mich danach auch gefragt und musste, auch aufgrund deiner anschaulichen Berichte und Berechnungen, meine Vorstellung etwas revidieren. Im besagten Land gibt es leider keine Wintersemesterferien, aber dafür immer mal wieder eine oder zwei Wochen Ferien unterm Jahr, sodass zwischen den Treffen jeweils nur ein paar Wochen liegen würden. Dazu noch die Homeoffice-Option – und zudem habe ich mittlerweile herausgefunden, dass ein Unternehmen, das mir bereits ein Einstiegsangebot für nach dem Master gemacht hat, sogar einen Standort in der betreffenden Stadt hätte...

Also:
Würdest du denn zu ihm ins Ausland überhaupt ziehen wollen danach?
Ja, das könnte ich mir immer besser vorstellen. Bis dahin hoffe ich aber sehr, dass du hiermit Recht hast:
Man gewöhnt sich übrigens auch an das Alleinsein sehr schnell, du hast ja den Vorteil dass du bereits Freunde (Familie?) vor Ort hast. Plötzlich wirst du merken, dass du ganz viel Freiheit hast. 😚

Insgesamt denke ich nun mit etwas Abstand, dass es hauptsächlich der "Anfangsschock" war – nach Jahren intensiven, glücklichen Zusammenlebens sind mir drei Jahre und 1.000 km Entfernung erstmal ganz furchtbar schlimm und unvorstellbar erschienen. Das hat sich inzwischen, auch dank euch, sehr relativiert.

Also, nehmt die Chance, vertraue Dir, Euch, Ihr bekommt das hin.
So werde ich das jetzt sehen! :)
 
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