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  • #1

Wie soll man als Eltern mit Liebeskummer bei Teenies umgehen?

Was kann man gegen die Nachgeschichten bei Teenytrennungen machen? Gerüchte verbreiten sich an den Schulen, die Betroffenen leiden sehr.

Wer hat Erfahrungen? Was kann ich als Elternteil unternehmen?
 
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  • #2
Liebe FS,

Vorab: Was bedeuten "Nachgeschichten"?

Zuhören und nicht fragen; sie reden ja eh nur, wenn sie wollen. (Meine persönliche Erfahrung).
Dem Kind eigene Erfahrungen schildern. Verständnis zeigen. Hilfestellungen geben. Einfach für das Kind da sein. Zeigen, dass man es liebt...
Pubertät ist halt, gerade heute, super schwer.
Meine Tochter ist heute erwachsen (21), aber ich erinnere mich gut an die Zeit. Sie hat mir nie gezeigt oder gesagt, dass ihr bestimmte Gespräche halfen, aber ich weiß, dass sie mehr davon "mitgenommen" hat, als es ihr bewusst war (oder mir).
Noch heute fragt sie öfter nach Rat. Das zeigt mir, dass sie meine Worte sehr wohl aufnimmt.
Also: Immer ein offenes Ohr haben und/aber eher nicht nachfragen.

W 44
 
  • #3
Ruhig bleiben. Warten, bis sie selbst reden wollen.
 
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  • #4
Einfach da sein, ein offenes Ohr haben, keine Ermahnungen, kein Abwerten des Schmerzes.
Der Liebeskummer 2014 ist nicht anders als der Liebeskummer 1970 oder 1980. Wir sollten uns einfach nochmal erinnern, wie schlimm das war und was uns damals geholfen hat oder hätte.

Mein Sohn ist nun schon 26, aber als er mit 18 nach 1 Jahr Beziehung den ersten wirklich großen Liebeskummer hatte, da habe ich zugehört, habe ihn in den Arm genommen und mit ihm geweint. Ich habe ihm von meiner ersten unglücklichen Liebe erzählt.
Bei meinem Sohn war es eine Klassenkameradin und daher war es sehr schwer, denn sie mussten eben noch miteinander auskommen. Die Eltern seiner Ex haben sich auch ziemlich eingemischt, was die Sache nicht einfacher gemacht hat.
Ich habe dann mit dem Vertrauenslehrer gesprochen, denn die Leistungen meines Sohnes waren so kurz vor dem Abi dann auch abgefallen. Wenn die Lehrer wissen, was Sache ist, können sie lenkend einwirken.
Aber als Eltern einmischen sollte man nicht, das machen die Kids schon alleine aus. Nur eben die AUgen und Ohren offen halten und auf Veränderungen achten.
 
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  • #5
Ansprechbar sein, ohne
- sich einzumischen
- Partei zu nehmen
- den Ex-Partner abzuwerten
- die Gefühle des Teenies kleinzureden oder wegzuwischen
einfach nur zuhören und sagen, "es tut mi Ledi, dass Du so traurig bist".
 
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  • #6
Gar nichts. Den Teenager in Ruhe lassen. Warum fühlst du dich gedrängt, den Samariter zu spielen? Wenn ich dran denke, meine Eltern hätten sich als Jungendlicher so eingemischt, das wäre höchst peinlich gewesen! Ich hätte das nicht gewollt, es ist unangenehm und aufdringlich. Man kann auch zu viel helfen. Liebeskummer empfinde ich als eine persönliche, ganz empfindliche Angelegenheit, die man nicht mit jedem teilen kann und mag, auch weil es nicht jeder versteht und ständig alle nur mit ihren besseren Ratschlägen kommen wollen. Und das ist wenig hilfreich.

Dafür gibt es Freunde und Kumpels, eben Gleichaltrige, mit denen man sich austauschen kann. Notfalls auch Vertrauensleherer. Ich würde auch gar nicht die Erfahrungen der Eltern hören wollen - es ist einfach nicht der selbe Stand der Dinge.

An Liebeskummer stirbt man nicht und es ist nicht schlecht, schon frühzeitig so eine Erfahrung durchzumachen, um für das wahre Leben später gefasst zu sein. In heutiger Zeit haben es die jungen Leute später mal nicht einfach in Liebesdingen. In Zeiten von Facebook, Handy & Internet, wo sich so etwas schnell verbreitet, kannst du deine Kinder nicht gänzlich schützen. Sie müssen lernen, mit ihrer Angelegenheit selber fertig zu werden, weil später wird das noch viel schlimmer.

Deine Aufgabe ist es, unaufdringlich zuzuhören oder Hilfestellung zu geben, wenn gefragt ist und dein Teenager auf die zukommt, aber sonst kannst du nichts machen. Schlimm ist es, wenn du versucht, aus ihm etwas herauszupressen, oder aber ihm gar hinterherspionierst oder seine Sachen durchwühlst. Dann hat dein Teenager doppelten Stress und das ist doch unnötig.

Irgendwelche Nachgeschichten, Lästereien und Gerüchten legen sich auch wieder in paar Wochen. Kinder können gemein zu anderen Kindern sein, aber da muss man durch.
 
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  • #7
Eben dein Kind ernst nehmen, von eigenen Erfahrungen erzählen und keine abgedroschenen Sprüche à la: Andere Mütter haben auch schöne Söhne oder "Du wirst noch öfter Liebeskummer haben!" Denn wir wissen ja alle, dass man in dem Moment denkt, dass mal niemals wieder so etwas Schönes und Einzigartiges erlebt.
Ich glaube nicht, das es sich mit 18 anders anfühlt als mit 40.
Man ist im Ausnahmezustand.
Wenn dein Kind reden will, rede, ansonsten hilft vielleicht etwas Ablenkung.
Meine Mutter hat ne Woche Mittelmeer gebucht, als es mir damals sehr schlecht ging. Das hat sehr geholfen, einfach mal rauszukommen und Abstand zu gewinnen.

w,40
 
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  • #8
Einfach da sein wie bei allen anderen schwierigeren Situationen auch. Nicht dauernd drankleben mit "Komm, erzähl doch mal", sondern sagen, Du kannst jederzeit kommen und mit mir reden. Beim Weinen in den Arm nehmen. Mal neben das Bett setzen und gemeinsam schweigen. Gemeinsam was Schönes unternehmen, Trostunternehmung, Essen gehen, Stadtbummel. Wenn eher Abstand, Rückzug gewünscht wird, auch zulassen. Sagen, dass das leider normal ist und der Liebeskummer in Phasen verläuft, aber nicht so oberlehrerhaft, sondern mitfühlend.
 
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  • #9
Das Wichtigste ist meiner Meinung nach, dem "Kind" Unterstützung anzubieten und es Ernst zu nehmen! Liebeskummer tut in jedem Alter saumässig weh und das Herz bildet keine Hornhaut mit jedem Kummer mehr. Zudem sollte man als Eltern die Trauerzeit nicht abwürgen, da braucht jeder Mensch verschieden lang. Du, FS, kennst Dein Kind am Besten und weisst doch eigentlich, was es jetzt am Dringendsten braucht, hör auf Dein Herz.
Den Gast, der findet, es sei gut, jetzt schon solchen Kummer zu erleben um später im wahren Leben besser klar zu kommen, kann ich überhaupt nicht verstehen. Ein Teenager steht bereits mit Haut und Haaren im wahren Leben. Als liebender Elternteil fühlt man doch automatisch mit dem eigenen Kind mit!

w, 44
 
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  • #10
Die FS:

Ich meine das Ansprechen anderer Kidis auf diese Sache. D.h. in der Schule wird geredet, Gerüchte in die Welt gesetzt etc. - im schlimmsten Fall facebook und Co.

Ich meinte also nicht den Liebenskummer pur, sondern sie bösen Spielchen drumrum.

Kam vielleicht nicht so deutlich rüber.
 
  • #11
Die FS:

Ich meine das Ansprechen anderer Kidis auf diese Sache.

Gnade! Bloß nicht!

Meine Kinder hätten mich gesteinigt, wenn ich mich in irgendetwas eingemischt hätte - ok, das Thema Liebeskummer hatten wir nicht, aber auch andere Dinge wollten sie selbst klären und das haben sie auch geschafft.

Auf welche Ideen manche Leute kommen... unglaublich. Meine Freundin wurde - ungeplant - sehr spät Mutter und hat sich auch völlig übertrieben Gedanken gemacht über alles mögliche. Aber damit war sie spätestens durch, als die Tochter 12 war - es war zu spüren, dass sie selbst ihren Weg geht und dann war Ende mit Einmischungen. Besser so!
 
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