• #61
aber für mich war er der perfekte Mann, wir haben meiner Meinung nach super zusammen gepasst und er war meine große Liebe...
Nehme mal das (sprachliche) Drama raus.
Worte und Begriffe haben eine Bedeutung. Ändere deinen Sprachgebrauch:
Perfekter Mann - ein Mann,
Super zusammen gepasst - lass das 'super' weg,
meine große Liebe - eine Liebe

und aus deinem Eingangspost:
alles lag in Scherben. Ich hatte mein Zuhause und meine Familie verloren.
: Es ist nicht gut gelaufen.
Ersetze deine dramatischen Wörter, die sich so auch in deinem Gedächtnis festsetzen durch neutralere Begriffe.
Selbstdramatisierung hilft nicht. Mir hilft ein derartiges Runterkochen, versuche es mal.
 
  • #62
Mir auch und ich finde, das ist eine echt gute Methode (zumal sie ja meist die Wahrheit abbildet). Es ist natürlich einfacher, wenn man schon mehr Lebenserfahrung hat, weil man da eher den Spruch "nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird", richtig lebensmäßig versteht. Aber diese "Technik" hätte ich gern früher gewusst, als jüngerer Mensch.

Ich finde es schwer, wenn man wirklich getäuscht wurde mit großem Anteil Selbsttäuschung, und das noch nicht durchschauen kann. Das kommt ja meist einige Zeit später, dass man richtig sieht, dass der Kummer zwar mit einem selbst zu tun hatte, weil man die Hoffnung hatte und sie enttäuscht wurde, aber das Objekt der Begierde wirklich besser da aufgehoben ist, wo es dann ist (sonstwo, aber nicht bei einem selbst).
 
  • #63
Ja, im Bett mal ordentlich heulen, sich vor den Fernseher fläzen und weinen sowie Berge an Schokolade zu verdrücken und sich bei Freundinnen ausheulen tut einfach auch mal gut!

Aaaaabeeeeer: Bitte verharre nicht da!

Vielleicht ja schon am Wochenende: Geh raus, mach Sport, geh Spazieren! Kauf Dir was Gutes zu essen! Les ein gutes Buch! Überleg Dir, welches neue Hobby Du anfangen könntest und mach das dann auch!
 
  • #64
Ich kann jedem einzelnen hier nur zustimmen und ich danke euch für eure Beiträge!

Trotzdem saß ich heute morgen wieder weinend auf dem Weg zur Arbeit im Bus, weil er der erste Gedanke am Morgen nach dem Aufstehen ist. Das ist langsam einfach nur noch unerträglich und ich weiß nicht, wie ich dem gegensteuern kann...
 
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  • #65
Wegen eines solchen fiesen Menschen könnte ich keine einzige Träne fließen lassen, keine einzige Träne ist der wert! Ich hätte nur eine Wut und Hass auf ihn und könnte mich selbst ohrfeigen, auf so jemand reingefallen zu sein, Punkt!
 
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  • #66
Wenn die erste große Liebe so mies ist, ist es schon traumatisch und dafür fühle Dich gedrückt.

Allerdings ist er kein Traummann und war es auch nie!
Du warst nur extrem verliebt und Deine rosa Brille war so rosarot, dass Du blind warst und ihn hast bedingungslos führen lassen.

Er sagte zwar so verbindliche Dinge, ohne es zu sein.
Nur Du hast deine Brille auch nicht einmal abgezogen um das zu sehen.

Eine gute Beziehung fängt dann an, wenn die rosa Brille fällt.
Wenn einem auch "nüchtern" noch von Herzen gefällt wie der andere ist und dafür braucht es Zeit.
Und man braucht gesunde Liebe für sich selbst.
Man gibt sich nicht auf und muss nicht alles aufgeben, vorallem wenn der andere eindeutig in seiner Komfortzone bleibt.

Auch verliebt...bleib Königin in deinem Leben, ein Prinz darf es gerne verschönern aber gib das Zepter für Dein Wohlbefinden nicht aus der Hand.

Sieh deinen Anteil!
Geh zurück
Polier das Körnchen
Nimm Dir dafür Zeit und zum Kennenlernen in Zukunft auch

Viel Glück
 
  • #67
Ich kann jedem einzelnen hier nur zustimmen und ich danke euch für eure Beiträge!

Trotzdem saß ich heute morgen wieder weinend auf dem Weg zur Arbeit im Bus, weil er der erste Gedanke am Morgen nach dem Aufstehen ist. Das ist langsam einfach nur noch unerträglich und ich weiß nicht, wie ich dem gegensteuern kann...

Das ist ganz normal, Jassi. Und wird dich leider noch einige Zeit begleiten. Da musst du durch. Keiner kann es dir abnehmen.

Betrachte es als Krankheit, die aber vergeht. Nicht heute oder morgen, aber es gibt das Licht am Ende des Tunnels, du bist noch am Anfang des Tunnels.

Wie gesagt, du bist nicht die erste und leider nicht die letzte, die diesen Sch... durchmachen muss. Alle haben es überlebt. Man muss nur geduldig bleiben. Das ist etwas, wodurch man „erwachsener“ wird.

Wie du dem aktuellen Zustand gegensteuern kannst? es haben Dir viele Menschen hier schöne Tipps gegeben. Umsetzen musst du es aber. Sich aufraffen und tun. Trotz der Schmerzen und „ich will nicht mehr leben“.
Erstmal einfach was tun: sei es nur lange spazieren gehen jeden Tag.

Mich hat anfangs der ziehende Schmerz im Brustkorb gequält, den war es arg hart gewesen auszuhalten. Der verliess mich erst 7 Wochen nach der Trennung. Danach ging es aufwärts. Ja, ich hatte noch viel Rückschläge, aber sie waren kürzer und nicht so heftig. Darum sage ich: die Zeit ist dein Freund in der Situation, aber du musst dir auch selber etwas helfen, indem du aktiv wirst.
 
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  • #68
Das ist langsam einfach nur noch unerträglich und ich weiß nicht, wie ich dem gegensteuern kann...

Doch, Du weißt es, denn Du hast hier viele gute und auch wirksame Tipps bekommen (realistische Sicht auf die Beziehung statt Träumerei, was Du gern gehabt hättest).
Du musst nur endlich damit anfangen, statt Deinen Liebeskummer zu hegen und zu pflegen, auf dass er immer größer werde.

Der wichtigste Punkt ist Gedankenlenkung. Wenn Du die Idealisierung des Charakterschw***** pflegst, dann wird es halt nicht besser. das musst Du Dir bewusst machen. Und auch bei der Gedankenlenkung (wie fies er war) akzeptieren, dass das anfangs nicht gut klappt, sondern immer wieder Deine verzerrte Sicht auf ihn durchkommt. Dann konsequent diese Gedanken unterbrechen und auf das Miese fokussieren.
Wenn es gut klappt, dann die Gedanken an das schlechte an ihm ersetzen durch neutrale positive Bilder (ziehende Wolkeen an einem Sommertag o.ä), damit er aus Deinen gedanken zunehmend verschwindet.

Ich denke Du bist in Therapie. Was machst Du da? Therapie ist Arbeit, keine Schwätzchen-Jammer-Runde. Also lass Dir von Deiner Therapeutin solche Dinge erklären.
 
  • #69
Vergiss Downdating - geht für Frauen meistens so aus. Der Mann heuchelt rum, Du seist nicht gut genug für ihn, und um Dich auf sein Format zu schrumpfen, greift er Dich an dem einzigen Punkt an, wo er meint, Dich treffen zu können: fremdgehen.

Ja ich frage mich auch gerade, was mich bewegen könnte, so etwas einer Frau zu sagen. Sollten wir nicht alle erstmal der Hauptgewinn sein?


Sicher nicht für alle, aber wenn, haben wir es richtig drauf.
Ein paar von uns.

m50
 
  • #70
keine einzige Träne ist der wert! Ich hätte nur eine Wut und Hass auf ihn und könnte mich selbst ohrfeigen, auf so jemand reingefallen zu sein, Punkt!
Auch Hass kann zur quälenden Angelegenheit werden. Vor allem Selbsthass. Es gibt auch Tränen aus Wut.
Jeder Mensch kann auf einen anderen Menschen "hereinfallen", wenn man so will. Ich denke aber nicht, dass der Ex-Partner der FS ihr eine "Falle" gestellt hat, sondern er hat eben Schwächen. Viel größere Schwächen, als die FS ihm das je zugetraut hätte.

Das Problem der FS ist, dass für sie gefühlt täglich die Welt zusammenbricht.
Es ist nicht nur die ("wahre") Liebe, an die sie geglaubt hat, ein Trugbild gewesen, sondern all ihre Zukunftsträume, auf die sie zunächst all ihre Energie gelegt hat, sind zerplatzt wie Seifenblasen.
Sie hatte ihre ganze Motivation aus ihren Liebesgefühlen gezogen.
Es war die Energie, die sie den Pfad entlang getragen hat.
Jetzt kann sie zunächst nicht mehr aus dieser Quelle schöpfen.
Es fühlt sich an wie eine Leere. Gefühlt muss sie nun ihr Leben neu ausrichten. Sie weiß nicht, woraus sie nun neue Energie/Antrieb usw. schöpfen kann. Der Blick nach Vorne fehlt momentan.
Das sind Phasen der Verarbeitung.
 
  • #71
Mir sticht grad dieser Satz von Dir noch ins Auge. Arbeite doch erstmal daran, eine gute Beziehung zu Dir selbst aufzubauen! Du BRAUCHST keine Beziehung! Lerne, sehr gut alleine mit Dir selbst auszukommen, selbst ein erfülltes Leben zu haben, emotional unabhängig von einem (potentiellen) Partner zu sein!

Das macht Dich auch attraktiv(er) für einen neuen Partner.

Angst ist immer der schlechteste Berater! Dadurch ziehst Du das, wovor Du Angst hast, regelrecht an. Sei Dir SICHER, dass Du - sobald die Zeit reif dafür ist - einen neuen Mann in Deinem Leben haben wirst! Und zwar einen, der BESSER für Dich ist als dieser es war! Glaube daran! Der Glaube versetzt tatsächlich Berge, probier es aus!

Und, hallo?!?! Du bist 27! Siebenundzwanzig!

Meine Großtante hatte sich mit 82 im Altersheim verliebt. Der Mann war 84. Sie hatten geheiratet und sind im Heim in ein Doppel-Apartment gezogen, ihre Pflegekraft hatte sie sogar mal beim "Liebe-Machen" in ihrer Badewanne erwischt. ;-) Verliebtheit, Händchen halten, große Liebe - ALLES inklusive!
 
  • #72
Auch Hass kann zur quälenden Angelegenheit werden. Vor allem Selbsthass. Es gibt auch Tränen aus Wut.
Ich lasse Hass und Wut zu, das ist wichtig, ich lasse dann alles raus, fresse nichts in mich hinein, nein Selbsthass gibt es bei mir nicht, es gibt bei mir ausschließlich Selbstliebe, schließlich bin ich für mich der wichtigste Mensch in meinem Leben, da liegt große Aufmerksamkeit!
 
  • #73
schließlich bin ich für mich der wichtigste Mensch in meinem Leben
Ja schon, bin ich auch. Aber es geht gerade nicht um dich, oder um mich. Es geht immer um den Fragensteller. Wenn jemand mit dem sog. Kopfkarussell zu tun hat, kann eben auch der Hass sich ständig weiter drehen. Ein Herauslassen ist praktisch nicht möglich. Die Verletzung ist so tief wie eine schwere Bauchwunde und heilt nur sehr schwer.
 
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  • #74
Jede Antwort hier ist eine Meinung und ich denke FS wird für sich fähig sein, aus allen Meinungen das raus zu holen, was zu ihr passt, machen muss sie es für sich selbst, wie es bei ihr am besten ist! Sie hat sich fremde und kompetente Hilfe geholt, das finde ich konstruktiv!
 
  • #75
Jassi,
Ganz pragmatisch, nimm Dir ein paar Tage Urlaub und fahre nach Hause, oder zu einer Freundin.

Realen Abstand, Ablenkung, sich Verwöhnen bis der erste Schmerz abflaut.

Du bist dort alleine, da ist es schwieriger.

W, 51
 
  • #76
Jassi,
Ganz pragmatisch, nimm Dir ein paar Tage Urlaub und fahre nach Hause, oder zu einer Freundin.

Realen Abstand, Ablenkung, sich Verwöhnen bis der erste Schmerz abflaut.
Du bist dort alleine, da ist es schwieriger.

W, 51

Ich bin mir nicht sicher, ob das eine gute Idee ist...
ich wollte auch bei meiner Freundin übernachten bzw.ein paar Tage bei ihr bleiben. 3 Stunden war es Maximum, was ich bei ihr verbringen konnte. Mich hat es zurück, nach Hause, gezogen. Obwohl nach Hause angekommen, konnte ich dort (in den ersten 6 Tagen) kaum aushalten.

Aber ich verarbeite Schmerzen generell besser im Alleingang. Gesellschaft (Aussprechen) ist auch für mich sehr wichtig, aber nicht, dass ich diese Personen rund um die Uhr oder viele Stunden am Stück an meine Seite brauche. Ich muss viel alleine reflektieren und erstmal viel bei mir bleiben.

Vielleicht ist es bei der FS anders.

Es war die Energie, die sie den Pfad entlang getragen hat.
Jetzt kann sie zunächst nicht mehr aus dieser Quelle schöpfen.
Es fühlt sich an wie eine Leere. Gefühlt muss sie nun ihr Leben neu ausrichten. Sie weiß nicht, woraus sie nun neue Energie/Antrieb usw. schöpfen kann. Der Blick nach Vorne fehlt momentan.

Das ist sehr gut beobachtet. Wenn man mit dem Partner große Pläne geschmiedet hat und diese eines Tages plötzlich wegfallen und wie?demütigend und schäbig , hat man tatsächlich erstmal eine riesen große Leere vor sich. Man ist einfach innerlich tot.

Erstmal muss der Schock weg. Und danach muss man anfangen für sich selbst zu kämpfen. Apropos, die Idee mit dem Gedankenstopp von Vikky ist wirksam. Erfordert aber viel Selbstdisziplin. It works!

Die Kontaktsperre zum Ex ist das A und O. Auch wenn die Sehnsucht, Neugier, etc. da ist.

Ich habe irgendwo gelesen, man muss die ersten 90 Tage aushalten: sie sind am schwierigsten. Auf mich traf das zu.

Weinen (nicht um ihn, wegen seines illusionären Verhaltens, um meine Kurzsichtigkeit und Selbstbetrug, Enttäuschung und die damit einhergehenden höllischen Schmerzen) habe ich aufgehört erst 3,5 Monate nach der Trennung. Davor täglich mehrmals. In den ersten 3 Tagen fast non stop.

Jetzt, wo sich mein Zustand völlig normalisiert hat, denke ich, es ist furchtbar, welche Prozesse im Gehirn in solchen Situationen in den Gang gesetzt werden und es ist soo schwierig, alleine mit der Willensstärke zurück zum Normalzustand zurückzukehren. Für mich war es eine echte Herausforderung, ein Berg, den ich ohne begleitende Therapie (habe bis jetzt noch nie sowas in Anspruch genommen), ohne Medikamente erklimmen wollte/musste.
Aber ich verstehe durchaus die Leute, die dabei gewisse medikamentöse Unterstützung brauchen.
Seelische Schmerzen sind nicht zu unterschätzen.
Gute Nachricht: auch sie verschwinden eines Tages.
Und wisst ihr wie sich das dann anfühlt?
Man will die ganze Welt umarmen! :)
 
  • #77
Ich lasse Hass und Wut zu, das ist wichtig, ich lasse dann alles raus, fresse nichts in mich hinein, nein Selbsthass gibt es bei mir nicht,
Das finde ich grundsätzlich auch gesund und gehört auch offiziell zu den Phasen des liebeskummer dazu
Wobei ich das Thema Hass da eher rausnehmen möchte.

Hass ist keine Grundgebühr, sondern eine destruktive Art, Wut zu steigern.
Das führt auch zu keiner Befreiung, sondern verhindert Loslassen und vergiftet eher selbst.
Außerdem führt es dazu, nah bei dem anderen zu sein und eher noch mehr an ihn zu denken.

Gesunde Wut ist gut.
Denn sie führt dazu, den anderen endlich zu sehen, wie er wirklich ist und vom Thron zu stossen.
Das führt zum Entlieben und das zum Ende des Liebeskummers.
 
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  • #78
Ich meinte natürlich, Hass ist kein Grundgefühl und nicht Grundgebühr.

Alles was man fühlt, kann man auf wenige Gefühle runterbrechen:
Freude
Trauer (Kummer)
Angst
Wut

Und da könnte man bei der FS im Moment sagen
Trauer
Angst

Angst, keinen Partner zu bekommen,
Trauer, dass sie wieder alleine ist.
 
  • #79
Aber ich verarbeite Schmerzen generell besser im Alleingang. Gesellschaft (Aussprechen) ist auch für mich sehr wichtig, aber nicht, dass ich diese Personen rund um die Uhr oder viele Stunden am Stück an meine Seite brauche. Ich muss viel alleine reflektieren und erstmal viel bei mir bleiben.

Du bist eben ein Mensch, der auch gut und gerne mit sich alleine sein kann.

Ich habe den Eindruck, dass die FS genau dies nicht ist, sie hat Angst vor dem Alleinsein und daher auch das Festklammern an dieser Beziehung.

Ich denke, es würde erst einmal helfen, Geborgenheit durch Freundeskreis/Familie zu spüren - nicht alleine zu sein.
Wenn dann die erste Trauer überwunden ist, dann sollte sie sich mit dem Thema Allein sein auseinandersetzen.

Alleine sein im Positiven - Freiheit, Selbstständigkeit, Unabhängigkeit.
Selbst entscheiden ohne Rücksicht, das machen, was man immer mal machen wollte..

Momentan braucht es für die FS in dieser ersten Phase den Halt.
Manche können Trauer/Verluste eher alleine, wollen das.
Andere brauchen es ganz anders.

W, 51
 
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  • #80
Ich habe den Eindruck, dass die FS genau dies nicht ist, sie hat Angst vor dem Alleinsein und daher auch das Festklammern an dieser Beziehung.
Den Eindruck habe ich auch. Deswegen frage ich mich auch, was jetzt am besten wäre. Weil sie, wenn sie jetzt nur woanders "klammern" ginge, ja dieses "Andockenwollen"-Gefühl vielleicht nur woanders auslebt, das so abhängig macht und das bei Scheitern der Beziehung das Gefühl auslöst, die Welt bräche zusammen.

Andererseits muss der "Schock" zu begreifen, dass man schlussendlich doch allein auf der Welt ist und es nur Glück und natürlich eine Frage reifen Verhaltens ist, einen lieben Menschen in seinem Leben zu haben, ja nicht mit dem Holzhammer kommen. Wenn die eigene Familie wirklich aufgeschlossen, vorurteilsfrei und liebenswürdig ist, dann kann man ja auch da weinen und mal allein sein, wenn man es braucht.
Im Eingangspost steht ja, sie hätte zu Hause und ihre Familie verloren. Klang für mich jetzt schon so, als sei ihre eigene Familie ihr ferner. Auch das hier:
Ich hätte zu der Zeit auch keinen Kontakt mit meinen Eltern, ich hatte nur ihn und seine Eltern. Deshalb war der Verlust einfach so groß.
Falls das so wirklich noch ist, kann das Geborgenheit und Nest Suchen vielleicht da auch nicht funktionieren, auch wenn sie sich jetzt vielleicht wieder näher gekommen sind.

Ich denke, es würde erst einmal helfen, Geborgenheit durch Freundeskreis/Familie zu spüren - nicht alleine zu sein.
Wenn dann die erste Trauer überwunden ist, dann sollte sie sich mit dem Thema Allein sein auseinandersetzen.

Wenn das so klappt in diesen Schritten, wäre das das Beste.
Kommt auch drauf an, warum der Kontakt mit den Eltern vorher gestört war, und ob der Grund jetzt kein Thema mehr ist.
 
  • #81
Ich weiß, ich bin eigentlich niemand der so viel Drama macht. Die ganze Geschichte hat mich sehr verändert und ich verliere langsam den Respekt vor mir... weil ich eben alles mit mir habe machen lassen und ihm selbst jetzt noch nachtrauere.
Du trauerst deinem nicht erfüllten Wunsch hinterher, aber nicht ihm als
Menschen.

Oder standen auf deiner Wunschliste derartige Charakterzüge ?

Wenn der Schmerz so gewaltig ist, wie du ihn gerade erlebst. Dann liegen die Ursachen meist tiefer. Da kommt eben auch viel „alter seelischer Schmerz“ hoch, den du mit der gegenwärtigen Trennung assoziierst.

Was genau macht dich gerade so traurig? Welche Geschichte erzählst du dir gerade selbst?
 
  • #82
Du trauerst deinem nicht erfüllten Wunsch hinterher, aber nicht ihm als
Menschen.

Oder standen auf deiner Wunschliste derartige Charakterzüge ?

Wenn der Schmerz so gewaltig ist, wie du ihn gerade erlebst. Dann liegen die Ursachen meist tiefer. Da kommt eben auch viel „alter seelischer Schmerz“ hoch, den du mit der gegenwärtigen Trennung assoziierst.

Was genau macht dich gerade so traurig? Welche Geschichte erzählst du dir gerade selbst?


Nein, natürlich möchte ich keinen Mann mit solchen Charaktereigenschaften. Mein Problem ist, dass er eben am Anfang so anders war. Da war er genau das, was ich immer wollte. Er war der erste Mann, der wirklich eine Beziehung mit mir wollte, der verliebt ihn mich war und der mir das Gefühl gab, etwas besonderes zu sein. Ich habe ihn so sehr geliebt. Ich hab uns schon vor dem Altar stehen sehen, er hatte ja auch so viel von Heirat gesprochen.

Das Fremdgehen hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen, es kam so überraschend, es war demütigend. Vor allem hat er dieser Frau genau die Sachen geschrieben/gesagt, die er mir auch immer gesagt hat, z.B. dass sie seine Traumfrau wäre. Dabei hatte er mich genau neben sich, jemand, der ihn geliebt hat. Er meinte am Anfang der Beziehung, dass er so froh war, mich gefunden zu haben, er war so lange allein. Ich habe ihm blind vertraut, wie kann ein Mensch so sein?
Und jetzt führt er mit ihr ein tolles Leben und tut so, als ob es mich nie gab. Mit seiner ersten Exfreundin hat er immer noch Kontakt, und ich werde wie ein Stück Dreck behandelt. Ich habe so viel in der Beziehung gegeben, ich war immer für ihn da. Und er tut mir das an. Ich komme damit nicht klar.
 
  • #83
Vor allem hat er dieser Frau genau die Sachen geschrieben/gesagt, die er mir auch immer gesagt hat, z.B. dass sie seine Traumfrau wäre.
Warum er das tut? Es sind Worte - nichts anderes. Und wenn es mit der aktuellen Frau einmal vorbei sein sollte, wird er wieder eine andere Frau kennenlernen. Und der sagt und schreibt er genau dasselbe.

Traumfraugerede und "Liebe meines Lebens" - das ist nichts Besonderes, sondern inflationäres Geschwafel - das tippt man heute ganz nebenbei ins Smartphone.

Ich verstehe deine Gefühle gut. Du fühlst dich verstoßen, verraten und verkauft.
Du musst durch sämtliche Liebeskummerphasen hindurch. Da bleibt dir leider keine andere Wahl. Es wird der Zeitpunkt kommen - du wirst ihn nur noch verachten.
 
  • #84
Ich hatte mit meinem Exfreund irgendwie auch das erste mal das Gefühl, wirklich zu leben. Ich hatte endlich ein Sexleben, jemanden mit dem ich Urlaube machen konnte. Da war jemand, den ich immer anrufen konnte und der immer für mich da war. Ich wusste vorher nicht, wie schön es ist, mit dem Menschen zusammen zu leben, den man liebt.

Jetzt ist das alles weg... ich komme normalerweise sehr gut alleine klar, vor ihm war das kein Problem. Jetzt schaffe ich es nicht mehr.
Mir geht's bei meinen Eltern einfach momentan besser. Ich leide schon seit 8 Monaten und ich möchte mich wenigstens ein paar Tage in der Woche einigermaßen normal fühlen. Natürlich ist das kein Dauerzustand. Ich hoffe, dass ich irgendwann einfach wieder ich selbst bin. Und dass diese quälenden Gedanken an meinen Exfreund, die Beziehung und an ihn und seine Neue aufhören.
 
  • #85
Zuletzt bearbeitet:
  • #86
In so einer tieftraurigen Phase stecke ich auch sein einem guten halben Jahr fest. Immer noch täglich Tränen und das Gefühl, wertlos zu sein, obwohl viel Zeit, Engagement, Energie, Verständnis, Rücksicht und vieles mehr in die Beziehung und einige Investitionen in ein Haus geflossen sind. Das Gefühl "endlich angekommen zu sein" - paff - ist plötzlich weg.
In diesem Strang gibt es einige gute Tipps, die ich noch nicht kannte.
Es ist wirklich nicht leicht, mit so einer Riesenenttäuschung fertig zu werden. Es bleibt einem aber nichts anderes übrig, als nach vorne zu schauen. Das erlebte Kapitel in dem Buch deines Lebens ist abgeschlossen und jetzt blätterst du um. Auf der nächsten Seite beginnt das nächste Kapitel.
 
  • #87
In so einer tieftraurigen Phase stecke ich auch sein einem guten halben Jahr fest. Immer noch täglich Tränen und das Gefühl, wertlos zu sein, obwohl viel Zeit, Engagement, Energie, Verständnis, Rücksicht und vieles mehr in die Beziehung und einige Investitionen in ein Haus geflossen sind. Das Gefühl "endlich angekommen zu sein" - paff - ist plötzlich weg.
Ich würde gerne einmal von Frau erklärt bekommen, warum die Kontaktfindung und die Partnerfindung so schludrig und so oberflächlich bei den allermeisten Frauen gemacht wird und nicht, wie es sich gehört, einer entsprechenden emotionalen und rationalen Prüfung über ein entsprechendes. Intensives Kennenlernen getan wird! Warum nicht? Fehlt es an der Geduld, fehlt es an der Gelassenheit, fehlt es daran, keine Lust mehr weiter suchen, liegt es daran, weil man sich sagt, andere haben auch das Problem, das ist also ganz normal, liegt es an der tickenden Bio Uhr, liegt es daran, jetzt unbedingt oder bald eine Familie und Kinder zu gründen, denn Freundinnen haben das bereits auch schon, liegt es am Druck von außen, Eltern etc. dass sich das gehört etc. pp? Egal an was es liegt, wenn es nicht klappt, hat man immer selbst den Salat mitverursacht, so oder so, mir wäre es wesentlich mehr wert als Frau, als nur schnell und oberflächlich eine Beziehung einzugehen und/oder sie noch zu halten!!
Um einen Menschen einigermaßen kennenzulernen, muss ich mit ihm viel unternehmen, in vielen Situationen zusammen sein und auch über eine längere zeitliche Strecke das tun und natürlich die echte und wahre Seele - und Herzliebe fühlen und spüren! Es reicht niemals, den Mann als zukünftigen Vater aus zu erwählen, denn Liebe öffnet die Arme, nicht die Beine. Ineinander passen viele, zueinander nur ganz wenige. Fast in jedem FS Beitrag kann man erkennen, dass die Beziehung nicht passt und dass einer von beiden sich total fremd fühlt. ich frage mich wie man so leicht fertig über eine solche Situation hinweg gehen kann! Dies ist ein schrecklicher Moment, besonders wenn der Fremde dein Partner ist.
Ein solcher Moment ist reif und Signal genug, um die Augenbinde abzureißen und wirklich die Person zu sehen, für die sie wirklich ist. Ich denke um einigermaßen einen Menschen näher kennenzulernen, braucht es im Durchschnitt mindestens drei Jahre, wobei man in dieser Zeit, sehr oft und auch längere Zeit am Stück zusammen sein sollte! Nur zwei Wochen Urlaub am Stück machen, das ist nicht die längere Zeit, von der ich spreche, das ist Friede, Freude, Eierkuchen, Holiday, Sonnenschein Zeit!!
 
  • #88
Ich hatte mit meinem Exfreund irgendwie auch das erste mal das Gefühl, wirklich zu leben. Ich hatte endlich ein Sexleben, jemanden mit dem ich Urlaube machen konnte. Da war jemand, den ich immer anrufen konnte und der immer für mich da war. Ich wusste vorher nicht, wie schön es ist, mit dem Menschen zusammen zu leben, den man liebt.
Du warst nie ein glücklicher Single, du hast zwar gelebt, aber darauf gewartet, dass jemand dir dein Leben bunt, abwechslungsreich gestaltet... das geht in die Hose... denn dein Freund, erfüllt die Aufgabe deines Entertainers, Beraters und Vater-/Familienersatz.
Du hast 6 Wochen mit jemanden zusammen gelebt, den Du lebst und in den 6 Wochen ist sogar die Phase eurer Trennung, Auszug und Klärung des Betrugs... ganze 3 Wochen war Liebe mit Zusammenleben, den Du liebst... jedoch ist besser, auch für Dich selbst, eine Beziehung, wo auch Du geliebt wirst und nicht nur du einseitig.
 
  • #89
Liebe FS,
du bist da an ein ganz furchtbares Exemplar geraten. So geht niemand mit anderen Menschen um, der psychisch gesund und seelisch im Gleichgewicht ist. Halte dich auch von gemeinsamen Freunden fern bzw. diesem einen, klingt sehr nach flying monkey... Pass da auf und sei froh, den Ex los zu sein. Der hat ein neues Opfer gefunden.

Familie - solange nichts sehr Schlimes passiert ist - verliert man in der Regel auch nicht so schnell und leicht. Die familiäre Liebe macht auch Verletzungen tiefer und lässt kleinere Dinge mal übergroß erscheinen. Vielleicht solltest du dich also einfach wieder mehr deiner Familie annähern?
Sollte das gar nicht gehen, dann kann ein guter Freundeskreis schon was bewirken oder was auch meist geht: Werde dir mal wirklich bewusst, welche Menschen in deinem Umfeld die wirklich liebenswerten Leute sind und wertschätze die lieben Kleinigkeiten. Manchmal übersieht man vor lauter Trauer oder Verletztheit, welche liebenswerten Menschen man bereits um sich herum hat. Und wenn man dies erkennt, ist das die halbe Miete.

Vielleicht solltest du auch hinterfragen, wie du überhaupt an so nen Menschen geraten konntest. Gab es wirklich keinerlei Anzeichen dafür, dass er andere Menschen emotional ausbeutet bzw. dass deren Gefühle znd Verletzungen im im Prinzip völlig egal sind? Was hat dich - sorry, hartes Wort - bedürftig werden lassen? Bedürfnisse sollten ernst genommen werden. :) Und wenn es das nach Sicherheit und einer engen Bindung zu anderen Menschen ist: Woher kommt deine Angst und die Angst vor dem Alleinsein? Die Antwort ist eben irgendwo in dir...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #90
du bist da an ein ganz furchtbares Exemplar geraten.
Ich würde mir mehr Gedanken darüber machen, was für ein Exemplar FS angezogen hat, wie kommt das, was lief da falsch, was läuft da falsch, welche unbewussten und innerlichen Programme sind da am Werk, wenn sie dieses Problem für sich nicht löst, nicht behandelt und nicht auflöst, wird sie wieder an einen adäquates Exemplar geraten! Es laufen draußen genug solche rum und warten darauf, bis sie zuschlagen können! 😎
 
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