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Meine Liebe,
ich verstehe dich gut.
Was du beschreibst, ist Verlustangst und Liebessucht und das ist ernstzunehmen. Was dann nicht hilft, sind Ratschläge wie "geh doch einfach". Wenn es so einfach wäre, hättest du es ja längst getan.
Einem Alkohol- oder Nikotinabhängigen helfen auch Ansagen wie "Hör doch einfach damit auf" nicht.

Wenn du Verlustangst googelst, wirst du auf Online-Hilfe stoßen - lies dir das alles gut durch, erforsche die Gründe für diese Angst, diesen doch an sich gar nicht soooo wertvollen Menschen (der dich nicht dauerhaft will) aus deinem Leben zu lassen. Oft sind es erlittene Verluste in der Kindheit (abwesender Vater, keine verlässliche Bezugsperson z.B.), die du u.a. mit Arbeit mit deinem inneren Kind aufarbeiten kannst. Ich habe von guten psychotherapeutischen Erfolgen gehört, ggf. gekoppelt mit Hypnose. Schau, ob du mit den Büchern von Stefanie Stahl arbeiten magst oder ob dir die Videos z.B. von Christian Hemschemeier mehr liegen. Es gibt auch noch andere Quellen, die du dir ansehen kannst.

Wenn du dich Selbsthilfegruppen anschließend magst, schau unter Stichworten wie SLAA (Sex and Love Addicts Anonymous) oder CoDA (Co-Dependants anonymous, leicht religiös geprägt), es gibt auch Online-Gruppen. Du siehst: Du bist nicht allein - viele viele Menschen machen, gerade im Moment, wo immer mehr Menschen Beziehungsstörungen haben, ähnliche Erfahrungen wie du. Sie kennen dein Gedankenkarussell, die Diskrepanz zwischen Wissen und Tun, das Hin- und Hergerissensein ...

Wichtig ist, dass du dich wiederfindest mit allem, was an dir und deinem Leben ohne ihn schön ist. Das ist ein Prozess, der nicht in ein paar Wochen erledigt ist, dazu brauchst du Geduld. Aber du klingst wie eine an sich reife und toughe Frau, die nur an einer Abzweigung den zweitbesten Weg genommen hat. Du findest sicher wieder zurück auf deinen Lebensweg. Nimm dir die Zeit und hol dir Hilfe dabei.

Alles Gute für dich
Hauself
 
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