• #1

Wie komme ich da wieder raus?

Hallo liebe Leser,
der gefühlt 150te Beitrag zu diesem Thema... mit kleinen Abweichungen allerdings.
Mein Partner (30) und ich (36) sind etwa ein Jahr zusammen. Wir führen eine „Fernbeziehung“ über etwa 120 km. Heisst wir sehen uns bedingt durch Job und Kinder nur am Wochenende.
Der Klassiker: die ersten drei Monate großes Interesse auf seiner Seite. Er kam vorbei. Auch mal in der Woche (mittlerweile Unvorstellbar), war neugierig was ich tue, wollte wissen wie es mir geht etcpp.
Ich habe das erste Mal in meinem Leben so eine Beziehung geführt wie ich es mir vorstelle. Ich durfte mich ihm in gewisser Weise unterordnen. Sowohl sexuell als auch im Alltag. Das kickt mich ohne Ende.
Nun ist es gekommen wie es kommen musste: ich bin ihm mittlerweile absolut hörig und emotional von ihm abhängig. Manchmal möchte er mich einen Monat nicht sehen... dann doch wieder. Wenn ich kurz davor bin den Absprung zu schaffen, dann kommt etwas von ihm. Nichts großes. Eher so ein Brotkrumen. Aber dann bin ich wieder glücklich. Er lenkt wie es mir geht.
Ich gehe an dieser Beziehung kaputt, war sehr viel krank in letzter Zeit, habe meinen Job vernachlässigt und sogar meine Kinder. Ich bin eigentlich (!) keine dumme Frau. Aber meine Neigung und die Tatsache nach all den Jahren jemanden gefunden zu haben der so tickt schaltet mein Gehirn aus.
Warum schreibe ich? Sicher nicht um zu lesen „du wirst warm gehalten“ „du wirst verarscht“ „er ist ein Sadist, stehst du drauf, selber schuld“. Das weiß ich alles!!!
Ich hätte gern Austausch mit Menschen die lange Zeit in einer für sie reizvollen aber leider absolut toxischen Beziehung steckten. Mich interessiert wie ihr es raus geschafft habt. Wo war der Punkt „bis hier hin und nicht weiter!“? Was hat Euch geholfen? Es wäre toll wenn Leute antworten die mein leid nachempfinden können. Menschen die noch nie diese Situation hatten, hab ich genug um mich herum, zugleich deren Unverständnis. Vielen Dank fürs Lesen.
 
  • #2
Wenn ich kurz davor bin den Absprung zu schaffen, dann kommt etwas von ihm. Nichts großes. Eher so ein Brotkrumen. Aber dann bin ich wieder glücklich. Er lenkt wie es mir geht.
Ich gehe an dieser Beziehung kaputt, war sehr viel krank in letzter Zeit, habe meinen Job vernachlässigt und sogar meine Kinder.
Habe Mut und treffe eine Entscheidung, mache die Trennung perfekt, notfalls mit Blockierung, alles andere geht nicht, es wird ein paar Tage eine harte Zeit, danach geht es dir wieder gut und besser. Entscheidungen werden meist erst dann getroffen, wenn der Leidensdruck und die Schmerzgrenzen entsprechend sind, höre einzig alleine auf dein Bauchgefühl und nicht auf andere Menschen!
 
  • #3
Liebe Sabrina. Du fährst auf kranke Dynamiken ab. Die abhängig strukturierte Frau, die sich an Bindungsvermeider hält. Oje. Das kann nur Drama geben. Das ist ein Muster, das Du gelernt hast. Es hat sich "bewährt", das kennst Du. Das ist ein Drama, das Du immer wieder reinszenieren musst. Das sind Mangel und Entbehrung von denen Du geprägt bist. Du hast Liebe nur so kennengelernt. Du hast gelernt, dass man sich unterordnen muß, schön brav sein muß, um Liebe zu erhalten. Fast schon pervers im Grunde genommen. Und dann suchst Du Dir einen Zeitgenossen, mit dem Du eine grausame Mangelbeziehung lebst, der Dich am ausgestreckten Arm verhungern lässt.

Da hast Du ein großes Thema zu bewältigen, denn mit dieser Struktur wirst Du nicht in der Lage sein, eine gesunde Beziehung mit einem gesunden Partner zu führen. Ich wage zu behaupten, dass die Dir schon gar nicht gefallen würde.

Und nun erzähl bitte mal was über Deine Prägung. Wie lief das so ab in Deiner Kindheit? Was hat Dich im Elternhaus geprägt, wie waren Deine primären Bezugspersonen, was wurde Dir vorgelebt? Was hast Du erlebt? Jede Wette: Du wirst viel zu erzählen haben.

In einem ähnlichen Ding (und nein, ich bin nicht sub) war ich lange Zeit gefangen. Ich weiß, warum ich mir diese Sache gewählt habe. Und ich habe mich weiter entwickelt. Inzwischen lebe ich in einer wirklich sehr glücklichen Beziehung. Das hat aber einige Arbeit an mir erfordert.

Das fing damit an, dass ich meine eigene Vergangenheit verstanden habe. Irgendwann ist nämlich genug gelitten. Und dann habe ich beschlossen, dass ich nächstes Mal Nägel mit Köpfen mache. Und das habe ich dann auch getan. Es war viel Selbstreflexion, viel Leiden und ein heftiger Entschluss. Und siehe da: es geht auch anders. Viel Glück wünsche ich Dir.
 
  • #4
Ihr führt keine SM Beziehung , dein Typ ist einfach ein Arsc*.
Durch solche Beiträge wird das SM Bild verfälscht .

Ich führe selbst eine SM Beziehung und wir sind absolut auf Augenhöhe, niemand buttert den anderen unter , mein Verlobter würde mich nie !!!!! emotional verhungern lassen. Das was du hast gehört sich nicht für einen Dom, er ist Sadist und foltert deine Seele!

Wie du davon loskommst? Trennen, Kontaktsperre und ne Therapie machen . Das heißt nicht, dass du nicht mehr Sub in Zukunft sein kannst !!! Das kannst du mit einem geeigneten(!!!) Dom sehr wohl . Leider schwer zu finden .

Ich war selbst in einer destruktiven Beziehung, nicht sm geprägt , und mein EX hat mich ebenfalls seelisch misshandelt!
Habe in einer Therapie alles aufgearbeitet und kann nun unbeschwert meine Neigung ausleben und dabei eine wundervolle Partnerschaft erleben !
 
  • #5
Liebe FS,
Du findest den Nervenkitzel halt gut und auch Dein Gejammer darüber. Das einzige Problem ist, dass Deine Kinder leiden, aber das macht Dir nicht so viel aus, dass Du von ihm lassen kannst.

Mach' weiter. Vielleicht wachst Du auf, wenn Du Deinen Job verlierst und eine Menge echter Probleme hast, sodass Du den Kick mit ihm nicht mehr brauchst. Dann kannst Du es möglicherweise beenden.
 
  • #6
Ich hätte gern Austausch mit Menschen die lange Zeit in einer für sie reizvollen aber leider absolut toxischen Beziehung steckten.
Liebe Sabrina_sub (guter Nickname ;))
Ich habe nie so lange Zeit in einer so schwierigen Situation gesteckt, möchte aber dennoch versuchen, mir das "du wirst warm gehalten" zu verkneifen, denn ich lese aus deinen Zeilen heraus, dass du viel leidest und dich von deinem Umfeld alleingelassen fühlst.
Ich habe mich mehrmals aus kurzen, eher toxischen Verbindungen gelöst, als ich eingesehen habe, 1) dass ich als Mensch dem anderen nichts bedeute 2) dass der andere sich nicht ändern wird und 3) als ich einen Moment des Selbstwertgefühls hatte.
Sich zu lösen, hat sich zuerst nicht unbedingt richtig angefühlt. Ich habe also nicht auf einen grossen, erkenntnisreichen oder starken Moment gewartet. Sondern mich einfach zusammengenommen, mit Übelkeit, zittrigen Händen oder sonstwas - und es offiziell und definitiv beendet.
Dir würde ich wünschen, dass du Submissivität auch im Zusammenhang mit Fürsorge erleben kannst. Also dass du, wenn du schon dominiert wirst, von jemandem Dominanz erfährst, der emotional für dich da ist und dich - unter allen sexuell interessanten Hierarchien - zutiefst respektiert.
Vielleicht könnte es dir ja auch helfen, wenn du mit einem Sexualtherapeuten über das Ganze sprichst?
 
  • #7
Liebe Sabrina,
ja, ich hatte einmal, eigentlich zwei mal eine toxische Beziehung. Beim ersten Mal hat der Mann, den ich liebte sich kategorisch selbst in eine Abwärtsspirale begeben, wollte sich nicht helfen lassen und ich sank immer tiefer mit. Ich spürte: Wenn ich den Absprung nicht schaffe, gehe ich mit unter. All meine Bemühungen ihm zu helfen schlugen fehl, er wollte keine Hilfe. Unsere (meine) Liebe war nicht ausreichend.
Es hat mehrere Anläufe gebraucht. Es war schwer. Freunde schüttelten den Kopf.... Warum hast du DEN denn nicht schon längst aufgegeben. Aber mein Herz war doch so voller Hoffnung - und ich auch noch recht jung (gerade 20).

Die 2. toxische Beziehung war wieder zu jemanden, der selbst etliche Probleme hatte, aber zeitgleich anziehend war. Ich sah so viel Potential in unserer Beziehung. Das Problem: Er hat seines nie für unsere Beziehung genutzt.

Das erlebst du gerade auch.... Du fühlst: Du könntest mit diesem Mann eine wunderschöne, düsterromantische Liebesbeziehung mit (gewünschten Macht-)Gefälle haben... Doch dazu müsste er auch seinen Beitrag leisten. Tut er aber nicht.

Er behandelt dich mies. Und zwar in einer Art, die nichts mit BDSM zu tun hat. Einfach menschlich mies. Vielleicht hilft es dir, dies zu erkennen. Und die Frage: Willst du die nächsten 5 oder 10 Jahre so leben? Kannst du dir diesen (unnötigen) Schmerz menschlich mies behandelt zu werden (was wirklich nichts mit sexueller Vorliebe nach Unterdrückung etc zu tun hat) wirklich geben? Willst du dir weiterhin Kraft aussaugen lassen?

Was wäre, wenn du jemanden finden könntest, wo du geliebt wirst und wo derjenige Stolz wäre eine Frau wie dich an seiner Seite zu haben? Wenn ihr eine wunderbare Beziehung mit all dem Gefälle, welches du dir wünscht, hättest, aber ihr euch menschlich gegenseitig stärkt und füreinander da seid?
Ich glaube fest daran, dass es für jeden den/die passende/n gibt.
Manchmal ist Inspirationsmaster mit seinen Aussagen echt hart, aber das Thema Selbstwert, Selbstbewusstsein etc. ist entscheidend. Erlaube dir das Recht deinen Traumpartner zu suchen und zu finden. Jemand der dich emotional am ausgestreckten Arm verhungern lässt, kann dies nicht sein. Wenn du schon so leidest, dass du Arbeit und deine Kinder vernachlässigst, dann ist das ganze so toxisch, dass du da raus musst! Außer du willst es nicht. Dann ist dir nicht zu helfen ;)
Aber du kannst es schaffen. Wie? Indem du dir aufzeigst, was du dir wirklich wünscht, was du suchst und ehrlich dir zugibst, du liebst das Potential, welches du in deinem (Noch-)Partner siehst. Aber entweder er hat es nicht, oder er hat zu wenig GEfühle für dich um es zu nutzen. In beiden Fällen: Nimm deine Versprechen, die du ihm gegeben hast, wenn du welche geäußert hast (werde dich immer lieben, bin immer für dich da o.ä.) wieder zurück. Ziehe einen klaren Strich. Und investiere dann bewusst Zeit in Familie und Freunde.

Ich wünsche dir alles Liebe und Gute!
 
  • #8
Du kannst nur rauskommen, indem du dich an die erste Stelle stellst. Dein Leben hat Vorrang vor allen anderen.
In einer kontrollierten Sub-Dom Beziehung hat der Dom auch die Verantwortung für dein Wohlergehen als Sub. Dieses hier ist Missbrauch und hat damit nichts mehr zu tun. Missbrauch, den du allerdings zulässt.
du kannst auch in den einschlägigen Sub-Dom - Foren zu diesem Thema nachlesen.
Aber meine Neigung und die Tatsache nach all den Jahren jemanden gefunden zu haben der so tickt schaltet mein Gehirn aus.
Das ist Sucht und hat mit Liebe nichts zu tun. Er hat dich konditioniert und du hast dich konditionieren lassen. Bevor du abspringst, wirft er dir Zuckerbrot hin. Wenn du dich trennst wirst du durch einen Entzug durchgehen müssen. Rechne damit, dass es dir schlecht gehen kann zunäachst. Das ist aber nicht das Zeichen dafür, das Falsche getan zu haben, sondern dass du auf Entzug bist.
 
  • #9
Liebe Sabrina,
triff eine Entscheidung für dich und zwar alleine ohne Beeinflussung anderer.
Ich denke mal, dass du ohne professionelle Hilfe da nicht mehr heraus kommest.
Viel Glück.
 
  • #10
#2, Moona, ich bin mir sicher, die FS hat sich schon damit beschäftigt, warum sie auf Dominanz steht.

Eine ausgeprägte sexuelle Präferenz kann man nicht wegtherapieren (Lange Zeit wurde ja auch versucht, Homosexuelle zu "heilen", mit oft tragischen Folgen).

Liebe Sabrina, du hast jemanden gefunden, der perfekt deine sexuellen Bedürfnisse erfüllt. Dass dich das süchtig macht, ist verständlich. Das seh ich aber in dem Kontext nicht als "toxisch", weil du es ja toll findest. Nur nicht oft genug, richtig? Das ist der Fehler.

Du musst unbedingt lernen, das von deinem Alltag abgespalten zu leben. Wie eine Droge, die du dir nur hin und wieder erlauben darfst.
Er lenkt wie es mir geht.
Ich gehe an dieser Beziehung kaputt, war sehr viel krank in letzter Zeit, habe meinen Job vernachlässigt und sogar meine Kinder.
Dass deine Kinder darunter leiden, geht gar nicht. Job vernachlässigen auch nicht, da gehts um deine/eure Existenz.

Also mein Rat wäre, sei eine verantwortungsvolle Mutter die meiste Zeit und jedes zweite Wochenende lässt du bei ihm das Devote raus.
 
  • #11
Liebe Sabrina,
ich kenne es...bin drüber hinweg...stärker als je zuvor.
Ich hatte Unterstützung durch eine Frau, die mir im Gespräch über viele Monate hinweg geholfen hat, wieder stark zu werden und meine Wunden aus der Kindheit zu heilen bzw. überhaupt zu sehen, wie verletzt ich schon vor der Beziehung war - aus dieser Schwäche heraus bin ich überhaupt in diese Sache hereingeraten. Wir haben immer stundenlang geredet, jede Woche zwei- bis dreimal. Ich habe ihr absolut vertraut und ich bin ihr sehr dankbar. Wir haben mit meinem "inneren Kind" gearbeitet, wir waren kreativ und haben immer wieder Sachen aufgeschrieben, also beispielsweise die Antworten auf die Fragen "Machst Du mich glücklich?", "Brauche ich Dich wirklich?", "Bereicherst Du mein Leben?". Oder ich habe das Alphabet aufgeschrieben und jeden Buchstaben so vervollständigt, dass ich seine schlechten Eigenschaften genannt habe. A wie Ar*** (bitte veröffentlichen), B wie Bl*dm**n und betrunken, usw.
Sie hat mich aufgebaut und hat mir zu einem anderen Blick auf mich selbst verholfen. Wie ich mich selbst anders sehen konnte, konnte ich ihn dann auch anders sehen. Ein Wendepunkt war, als ich über ein Erlebnis aus meiner Jugend berichtet hatte, wo ich mich von meinem Papa unglaublich verraten und alleine gelassen gefühlt habe und in der Erinnerung daran weinen musste. Sie half mir dann zu sehen, dass ich damals viel zu jung war, um mich zu wehren gegen Eltern, die ihr Kind den Löwen zum Fraß vorgeworfen hatten und denen nicht bewusst war, dass ich hochsensibel bin. So konnte ich mir irgendwann selbst verzeihen. Wir haben mein inneres Kind beschützt und die Engel zu Hilfe gerufen. Seither stelle ich mir den Erzengel Michael mit seinem Schwert vor, wenn ich mich schwach fühle.
Irgendwann, nach einem Jahr, war ich stark genug, um alle Leinen zu kappen. Ich hatte gelernt, Grenzen zu setzen. Das war meine Lernaufgabe in dieser Beziehung. Seine Aufgabe war, Grenzen zu akzeptieren und bedingungslos zu lieben. Als ich das erkennen konnte, hatte ich innerlich losgelassen und konnte vor allem auch mir selbst verzeihen.
Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn ich diese Frau nicht gehabt hätte. So wie Du hatte ich - abgesehen von dieser Frau - lauter Leute um mich herum, die sehr schnell in ihrem Urteil waren und gar nicht verstehen konnten, wie eine Frau, die beruflich quasi Löwen zähmt, so unter die Räder geraten konnte. Ich habe mich in dieser Zeit unglaublich in den Beruf gehängt, das hat auch geholfen.
Alles Gute wünsche ich Dir. Bitte schreib, wie es weitergeht. Wir werden Dir helfen, wenn Du schwach wirst.
Herzliche Grüße, w, 37 J.
 
  • #12
Ich habe das erste Mal in meinem Leben so eine Beziehung geführt wie ich es mir vorstelle... Er lenkt wie es mir geht.
Ich gehe an dieser Beziehung kaputt.
Das ist ein allgemeines Problem. Das Zitierte widerspricht sich. Es ist das allg. Dilemma, das auch Menschen mit ganz anderen Bedürfnissen haben, z.B. Frauen, die sich in langjährigen Ehen vernachlässigt und nicht beachtet fühlen. Dann kommt einer, der Romantik verspricht, und da sie in diesem Bereich SO ausgehungert sind, überstrahlt die Erfüllung dieses Bedürfnisses den ganzen Rest, der Mist ist, der aber auch gut sein müsste, damit man wirklich sagen kann "so eine Beziehung hab ich mir immer gewünscht". Der Liebhaber ist nur für diese eine Sache gut. Wenn man es auf eine Basis bringen will, versagt er.
Der Mann wird gespalten in "der Bedürfniserfüller" und "der Restmann, der auch passen muss", und aber nicht passt. Aber das will man nicht sehen, weil man endlich dieses eine Bedürfnis erfüllt bekommt und das als Basis nimmt, statt zu überprüfen, ob die Grundpfeiler einer Beziehung da sind: Man kümmert sich um den anderen, man interessiert sich dafür, dass es ihm gut geht, also achtet auf seine Bedürfnisse; der Partner möchte, dass man selbst ihm Bedürfnisse erfüllt. Auf Deine wird eben gerade NICHT geachtet. Das Problem ist, dass Du es in der Anfangsphase aber hattest, wie Du wolltest, und nun daran festhältst, dass es wieder so wird. ER aber hat seine Ansichten geändert.

Auch in einer Bez., wie Du sie gern hättest, ist Verbindlichkeit wichtig, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass Dein Lustgewinn daraus resultiert, dass der Mann Dich mit echtem Desinteresse ignoriert. Der dominante Part muss sich für seinen Sub-Part interessieren und sich kümmern, damit der glücklich sein kann. Macht Deiner nicht.
Klingt so opferhaft. Du hättest die Macht, es zu beenden, wenn Du wolltest. Noch ist die Hoffnung größer, dass es noch ne richtige Bez. wird, denke ich, denn ich würde das, was ihr habt, nicht so nennen, sondern denken, dass sich beim Mann abflauendes Interesse zeigt, nachdem er Dich richtig kennengelernt hat.
Ich denke - tut mir leid, dass so hart zu schreiben -, dass er einfach keine Lust auf Dich hat. Du leidest, er nicht. Ob er was von eurer Bez. hat, ist Dir möglicherweise egal, weil es für Dich so schön ist, wenn er doch mal seine Rolle einnimmt. Ich kannte mal eine Frau, die auch meinte, dass nur das, was sie will, zählt, und die Zeichen, die vom Mann kamen, dass er nicht will, wurden ignoriert. Er hat sie dadurch ab und an benutzen können, was sie immer für ein Zeichen hielt, dass sie doch auf dem Weg dahin ist, wo sie hin wollte (Partnerschaft mit ihm).
Sie hat auch sehr gelitten, es hat ihr Leben sehr negativ beeinflusst. Man zahlt immer drauf, wenn man Signale des anderen ignoriert, in jedem zwischenmenschlichen Bereich.
 
  • #13
Deine Situation kann ich sehr gut verstehen, entwickeln sich meine Beziehungen leider auch oft in diese Richtung.
Die Männer, die ich interessant finde, geben sich nur anfangs Mühe, später werde ich auf Distanz gehalten. Das ist der Zeitpunkt, wo ich eigentlich aussteigen müsste, es jedoch nicht schaffe. Das geht bis zur Selbsterniedrigung und der Mann verliert den Respekt.

Ich habe natürlich alles über emotionale Abhängigkeit gelesen und kenne die Gründe, warum ich so bin. Natürlich befolge ich alle Ratschläge, um raus zu kommen: ich ziehe mit solchen Männern nicht zusammen (das würde diese Art Mann auch nicht wollen), ich bleibe unabhängig, mache viel für mich, konzentriere mich auf den Job, treffe andere Leute und seltener den betreffenden Mann.
Ich habe Freunde, bei denen ich mein Herz ausschütten kann.
Als er sich -wie so oft- zwei Tage nicht meldete, weil er das Wochenende mit seinem Freund durchfeierte (mit dem er mehr Zeit als mit mir verbrachte), versuchte ich, mich nicht wieder zuerst zu melden. Ich lenkte mich ab, telefonierte stundenlang mit Freunden, war guter Dinge, es zu schaffen....und dann kommt wieder der emotionale Einbruch, wo ich es immer weniger aushalte und doch wieder anrufe. ... Es gibt noch so viele Beispiele, wo man sich erniedrigt hat, um ein bisschen Aufmerksamkeit zu bekommen.
Mit solchen Männern kannst du auch nicht über deine Gefühle und deinen Leidensdruck reden. Sie fassen es als Kritik, Erwartung und Einengung auf und distanzieren sich noch mehr. Er bestimmt die Themen und wie oft man sich trifft.

So verzweifelt ich auch alle Ratschläge zur emotionalen Unabhängigkeit befolge; ich schaffe es nie, mich besser zu fühlen. Ich beschäftigte mich dann gedanklich trotzdem viel mit ihm. Wenn ich ihn nur noch zwei mal die Woche sehe, um mich zu schützen und ihn nicht einzuengen, ist es ihm immer noch zu viel und zu eng.
Solche Männer sind im Grunde seelisch total kaputt, haben auch vor dir nie eine engere oder längere Beziehung geführt und werden es auch nach dir nicht schaffen.

Auch habe ich versucht, mit einem anderen Typ Mann (passiv, weich) Beziehungen zu führen. Das ging völlig daneben, weil ich mit ihnen keinen Sex haben kann.

Meistens enden solche toxischen Beziehungen erst, wenn er Schluss macht oder ich einen anderen Mann kennen lerne. Letzteres versuche ich aber mittlerweile zu vermeiden, weil es nur in die nächste Abhängigkeit treibt.
Am ausgeglichensten war ich als Single. In Beziehungen mit solchen Männern verliere ich mich und erkenne mich am Ende selbst nicht wieder.
 
  • #14
Ich gehe an dieser Beziehung kaputt, war sehr viel krank in letzter Zeit, habe meinen Job vernachlässigt und sogar meine Kinder.

Sorry, da fehlt mir das Verständnis. Wenn man sich entschließt, Mutter oder Vater zu werden, dann geht das Wohl der Kinder vor. Reiß dich am Riemen!

Was ist dir wichtiger, diese kaputte Beziehung oder deine Kinder? Wenn es die Kinder sind, dann lege diese Beziehung auf Eis.
 
  • #15
Hallo Sabrina,

ich finde es unendlich traurig wie dein Leben verläuft und wie viel Energie dieser Mann dir nimmt. Vermutlich sind es bei dir Kindheitstraumata, die aufgearbeitet werden oder du bist an einen Narzissten geraten, der sich mit diesem Spiel ein Opfer gesucht hat...du hast selbst gemerkt, dass du emotional abhängig bist. Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Ich war auch mal in einer toxischen Beziehung mit Abewertungen und er bestimmte über mich wie oft wir uns sehen. Es war schlimm, aber trennen konnte ich mich nicht so wie du jetzt. Im Vergleich war es jetzt aber nicht so schlimm wie bei dir...das mit monatelangem hinhalten oder sonst was kam nie bei mir vor. Ich kenne auch andere toxische Beziehungen (z.B meine Tante, deren Mann trinkt und sie schlecht behandelt). Sie schafft den Absprung nicht. Ich frage mich manchmal was noch alles passieren muss bzw. was ihre Grenzen sind.
Ich würde dir folgendes Raten:

-suche dir anderen gleichgesinnte Frauen, ggf. Selbsthilfegruppen
-suche dir therapeutische Hilfe, falls du es alleine nicht schaffst
-stärke dein Selbstwertgefühl
-mache Dinge für dich, lass es dir gut gehen und irgendwann merkst du, dass du ihn nicht brauchst

Es ist sicherlich schwer das umzusetzen, aber du musst an dich glauben. Wer wenn nicht du?
Denk an deine Kinder und an dein Leben. Vielleicht wäre die Aufarbeitung der Kindheitserlebnisse gut für dich? Wie ist das Verhältnis zu deinem Vater?

Ich habe mich ja damals nicht getrennt. Er wollte eine Beziehungspause und ich habe dann konsequent nein gesagt. Halbe Sachen gibt es bei mir nicht. Ich war jedoch emotional schon von ihm weg, sodass ich es geschafft habe. Irgendwann kommst du vielleicht an den Punkt wo du einfach nur von ihm wegwillst, weil er viel kaputt gemacht hat. Ich bin leidensfähig, aber irgendwann hört es bei mir auf bzw. habe ich daraus gelernt und der Fehler würde mir nicht nochmal passieren. Du scheinst auch sehr leidensfähig zu sein. Was muss passieren, damit du gehst?

Was vermutlich hilft ist einfach blockieren, Nummer löschen...ich hoffe dann er stalkt dich nicht. Du musst konsequent sein.
 
  • #16
Google mal karmische Beziehungen und Dualseelenverbindungen. Hier geht es um bestimmte Traumatas, die teilweise aus früheren Leben kommen oder von den Eltern "vererbt" werden. Mein Thema war Fehlgeburt und frühe Tod des Vaters meiner Mutter. Ich habe eine Schwester, hatte aber mein lebenlang unbeschreibliche Sehnsucht nach einem Bruder, habe den auch in den Männern gesucht. Zweiter Punkt war, dass ich panische Angst hatte, " meinen" Männern passiert was. Ich hatte keine Eifersucht,mir war auch egal, ob er zu anderer Frau gehen würde, wichtig war, ihm geht es gut. War mir auch unerklärlich, ich hatte niemanden verloren und einzige Beerdigung war die meiner Uroma, als ich achtzehn war. Dann habe ich vor paar Jahren einen Mann getroffen und alles gefühlt, was du schreibst. Mit einem Unterschied- ich habe ihn nur wie einen Bruder geliebt, Sex war mit ihm langweilig und hat sich extrem unnatürlich angefühlt ,als ob ich eben mit einem Bruder schlafe. Je mehr ich ihn geliebt habe, desto weniger Lust hatte ich auf ihn. Das war wirklich tiefe, ruhige ,sehr sanfte Liebe. Wie zu einem Kind vielleicht. Sein Verhalten hat mich genervt, ich habe Kontakt abgebrochen, es ist aber schlimmer geworden. Es hat sich angefühlt, als ob ich ihn beerdigt habe. Wieder diese Todesangst. Lange Rede, kurzer Sinn, nach mehrmonatigen Leiden, ja auch Unverständnis seitens der Umgebung- jetzt reiss dich zusammen, blabla- hatte ich genug zu leiden. Wirklich genug. Ich war "satt". Ich habe Meditation gemacht, bei der ich mir alle Gefühle erlaubt habe- Schmerz, Wut, Trauer, aber auch Liebe und Sehnsucht. Es hat paar Stunden gedauert, in einem Moment habe ich plötzlich gefühlt, wie sich irgendwas von meinem Körper gelöst hat. Danach kam absolute Stille und eine Leere. Die ganzen Gefühle für ihn waren wie weggeblasen. Einfach so. Sie kamen dann nach gewisser Zeit wieder, aber in extrem abgeschwächter Form. Beim losen Kontakt habe ich gemerkt, dass es ehe Gewohnheiten und mein Ego waren. Seit zwei Jahren haben wir kein Kontakt und ich vermisse nichts.
 
  • #17
Hier die FS
Ich danke Euch sehr für Eure Beiträge, ganz besonders Moona, annie83, Dink, Mon Chi Chi, carpe, Irina... Das Ihr Euch die Zeit nehmt einer völlig Fremden zu helfen..Danke!!!
Ich muss das erstmal sacken lassen was Ihr geschrieben habt und über einiges nachdenken. Vieles hat mich sehr berührt. Das es auch anderen so geht/mal ergangen ist hatte ich gehofft um mich nicht ganz allein zu fühlen, anderseits ist es schwer davon zu lesen.
Aktuell gestern habe ich nochmal versucht mit ihm zu sprechen. Völlig umsonst. Absolute Verweigerung - schweigen.
Wie gesagt, ich muss mir alles nochmal durchlesen, nachdenken. Ich melde mich, danke nochmal. Bin gerade ziemlich durch den Wind.
 
  • #18
Es gibt ja sehr unterschiedliche Dom/Sub-beziehungen.
Jetzt habe ich durch meine beste Freundin, nur etwas gefährliches Halbwissen und hoffe ich haue jetzt hier nicht völlig daneben.

Ich kenne ein festes Paar,.was rein sexuell Dom/sub lebt...sie nennen ihre Beziehung "Vanilla...irgendwas" heisst aber: im normalen Leben völlige Augenhöhe, festes Paar mit liebevollem Umgang.
Nur beim Sex für Außenstehende nicht...aber nur für diese.
Denn gerade da wird alles angesprochen, nichts was sie nicht möchte und letztendlich geht es eigentlich nur um sie.

Dann kenne ich zwei, die eher eine BSM- Affäre haben oder Freundschaft +....denn sie sind kein Paar und treffen sich zum "Sex".

Für mich gibt es also die Möglichkeit, dass er eine reine Dom/Sub-beziehung lebt aber keine Partnerschaft.

Somit ist es ja eigentlich wie bei allen Paaren auch.
Man muss zusammen passen und das Selbe wollen.

Nur Sex, Freundschaft +, jemand der viel Zeit hat, zusammen leben, Kinder oder eben nicht.
Und bei Art und Menge des Sex muss man auch kompatibel sein.

Was möchtest Du?
Sub sein ok...dann natürlich eben einen Dom.
24/7
Nur als Rollenspiel oder auch im Alltag?

Feste Beziehung? Jemand der verbindlich ist?

Womit geht es Dir gut?

Falsch ist immer der, mit dem es Dir nicht gut geht!
 
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