• #1

Wie kann völlig einseitige(s) Interesse/Verliebtheit sein?

Ich höre und lese immer wieder mal davon, dass jemand einseitig in eine andere Person verliebt ist oder zumindest sehr starkes Interesse hat, und frage mich dann immer: Wie kann das sein?

Um zu erklären, was ich damit meine: Meiner Meinung bzw meiner Erfahrung und Beobachtung nach ist da zwischen einem Mann und einer Frau entweder Chemie, oder da ist keine.

Im ersten Fall, wo ein paar mehr oder weniger große Funken sprühen, kann es natürlich sein, dass einer von beiden aus diversen Gründen keinen Wunsch zur Vertiefung des Flirts hat. Oder es kommt zu einer Affäre und ein Part will etwas Festeres, der andere nicht. Oder man geht sogar eine Beziehung ein, die der eine dann beendet, während der andere Liebeskummer hat.
Das heißt: Natürlich gibt es trotz passender Chemie immer noch eine ganze Palette an Möglichkeiten, unglücklich zu werden. Aber nichts desto trotz ist dann das prinzipielle Interesse nicht einseitig.

Was ich mir aber gar nicht vorstellen kann: Ein Mann und eine Frau lernen sich kennen, einer von beiden ist hin und weg, erscheint aber nicht mal auf dem Radar des anderen. Ich habe das meines Wissens nach auch noch aus keiner der beiden Perspektiven erlebt.

Deshalb frage ich euch mal nach eurer Meinung: Kann das wirklich sein, dass für den einen die Funken nur so fliegen, während der andere davon gar nichts mitkriegt?
 
  • #2
Deshalb frage ich euch mal nach eurer Meinung: Kann das wirklich sein, dass für den einen die Funken nur so fliegen, während der andere
Aber natürlich, mehr als sonst und mehr als das Beiden passt. Liebe hat mit Verstand nichts zu tun, Liebe ist reine und ausschließlich Emotion und Emotion ist so vielfältig und so unterschiedlich und so individuell, dass man das vom Verstand her nicht fassen kann, es ist immer so wie es ist und es läuft überwiegend wie schon gesagt auf der Emotion Schiene! Einer gibt, der andere nimmt. Der eine liebt, der andere ist nicht einmal berührt. Der eine hofft immer auf etwas mehr, der andere meidet das Thema ganz und gar. Der eine ist bereit, alles zu tun, damit es funktioniert, der andere denkt gar nicht daran. Einer weint immer und der andere lacht immer.
Wahre Liebe ist die einzige Liebe, nach der du suchen musst. Einseitige Liebe ist alles andere als wahre Liebe. Ein poetischer Begriff für Herzschmerz. Ein poetischer Begriff für Leiden. Man spürt doch sehr schnell, inwieweit der andere die gleiche Intensität der Liebe spürt und liebt oder auch nicht!
 
  • #3
Ich habe dies mehrfach erlebt und sehr gelitten. Nach einer langjährigen Therapie habe ich gelernt, mich frühzeitig innerlich abzuwenden, wenn ich merke, dass der Mann nur flirtet und keine Taten folgen werden. Ich sage mir dann, er ist eben vergeben oder anderweitig gerade nicht an eine Vertiefung des Flirts mit mir interessiert. Dann habe ich mich innerlich geschützt und kann ihm wieder ohne Hintergedanken begegnen. Ich denke schon, dass beide Teile die Sympathiebekundung des anderen bemerken. Nur die Absichten können eben total auseinander gehen! Das merkt man dann am entsprechenden Verhalten, ob mehr dahinter steckt oder nur ein bißchen Flirten. Und man merkt es früh- diesen Punkt darf man nicht ignorieren, was aber viele einseitig Verliebte meiner Meinung nach tun. Es ist eine Wahrnehmungsstörung vorhanden, aus Angst verletzt zu werden lügt man sich selber an.
 
  • #4
Stell dich doch nicht dumm! Willst du mir jetzt sagen, du kennst dieses Phänomen nicht? Wo hast du die letzten Jahrzehnte gelebt? Unterm Stein? Bist du ein asexueller Roboter und hast dich noch nie verliebt?

Verliebtheit kann sein, wenn man z.B. zu viel Phantasie hat und die eben walten lässt per Kopfkino. Aber ich muss dir das hoffentlich nicht erklären.
 
  • #5
Ja, das kann sein, ich habe es selber erlebt und von Freunden mitbekommen. Meiner Erfahrung nach passiert das häufig bei jungen, unerfahrenen Teenagern. ich selber hatte es z.B. bei meiner ersten Verliebtheit mit 15. Das ganze hielt über zwei Jahre an.
Wie es dazu kam, ist eigentlich einfach zu erklären. Ich kann es dir ja mal aus meiner Perspektive berichten, vielleicht kannst du es nachvollziehen:
Ich habe ihn über gemeinsame Freunde kennen gelernt und anfangs haben wir uns denke ich mehr ertragen als gemocht, aber irgendwann haben wir gemerkt, dass wir einiges gemeinsam haben und wurden Freunde. So weit, so gut. Wir hatten regelmäßig Kontakt, trafen uns ab und zu, verstanden uns gut. Und je mehr ich ihn kennen lernt, desto mehr bewunderte ich ihn. Z.B. seine Meinung über die Menschheit im Allgemeinen, wie er mit seiner Familie, besonders seiner kleinen Schwester umging, wie er immer fest von seiner Meinung überzeugt war und diese durchsetzte. Dinge, die er im Gespräch und Umgang mit jedem Menschen gezeigt hat. Nicht nur bei mir. Ich merkte, dass er mir gefiel und steigerte mich da immer mehr rein, erste Verliebtheit halt. Ich interpretierte jede kleine Nettigkeit von ihm als Zeichen, dass es ihm genauso geht, ich entdeckte immer mehr bewundernswerte Seiten an ihm und bewunderte sogar einiges, was sicher nicht bewundernswert war. Als ich dann aber all meinen Mut zusammen nahm und ihn darauf ansprach, war er total überrascht. Für ihn war alles die ganze Zeit bloß eine Freundschaft gewesen. Er hatte m ich nie beeindrucken wollen, er hat es halt getan und ich hatte die berühmte rosa-rote Brille auf und habe nicht gesehen, dass er sich nicht für mich interessiert und mich immer weiter in diese Verliebtheit reingesteigert, sodass ich ihr nicht mehr entkam und jahrelang an Liebeskummer litt, weil es ihm nicht ansatzweise so ergangen war.

Ich denke, bzw. bin mir sicher, dass es so wie mir vielen erging/ergeht, aber genauso sicher bin ich mir, dass das ein Resultat der jugendlichen, naiven, unerfahrenen ersten Verliebtheit ist. So etwas passiert einem nicht, wen man zum 4./5. Mal auf einen Typen trifft, den man attraktiv und toll findet. Aber bei der ersten Verliebtheit dreht doch jeder ein bisschen durch und so kann einseitige Liebe entstehen. Durch Fehlinterpretationen, Wunschdenken und Hineinsteigern in etwas, das nicht existiert.

ich hoffe, du verstehst jetzt etwas mehr, wie solch einseitige Verliebtheit möglich ist.
Gruß, Xara (w, 25)
 
  • #6
Hi!

Sicher ist das möglich. Wie würden sonst unerwiderte Lieben entstehen?
Oder wie viele Menschen verlieben sich in Leute des öffentlichen Lebens, ohne dass die berühmte Person die "normale" Person kennt?
Schüler/Studenten verlieben sich in Lehrkräfte, ohne dass jene Lehrkräfte je davon Wind bekommen.
Es gibt unzählige Beispiele.

Oft sind Leute auch so sehr mit sich selbst und ihrem Leben beschäftigt, dass sie nicht bemerken, was um sie herum geschieht. Ergo realisieren sie auch nicht, wenn jemand sie anhimmelt.

Meiner Meinung nach ist einseitige Anziehungskraft also sehr gut möglich. Wobei es natürlich immer besser ist, wenn es auf beiden Seiten funkt. (Überflüssig zu erwähnen, ja.)

Gruß,
Sam
 
  • #8
Als Teenie passierte mir letztmalig, dass ich mich einseitig verliebte.
Später waren Männer für mich so lange Neutren bis sie sich an mir interessiert zeigten, erst dann nahm ich sie überhaupt als "Mann" an. Der ein oder andere hatte Potential mich in ihn zu verlieben.
Allerdings passierte es mir auch, dass Männer sich einseitig in mich verliebten, wenn sie mich irgendwie reizten lies ich mich auf ein paar Wochen Hormonrausch ein, genoss einfach das was solch eine Verliebtheit an schönen, verrückten, intensiven Momenten mit sich bringt.
Verliebtsein ist doch erstmal nichts weiter als Projektion der eigenen Begehrlichkeiten auf eine passende Projektionsfläche. Seit mir dies vor vielen, vielen Jahren klar wurde, verliebte ich mich nie wieder einseitig.
Bei einem ausgesprochen interessanten Mann simulierte ich manchmal Verliebtheit solange bis ich für mich wusste ob er Potential für eine Lebenspartnerschaft hat. Falls ja, begann auch ich mich zu verlieben.
Ich denke einseitige Verliebtheit kann nur passieren, wenn man sich nicht damit auseinandersetzt was Verliebtheit ist, wie sie entsteht und dass sie erstmal nur mit einem selbst und nicht mit der Projektionsfläche dieser Gefühle zu tun hat.
 
  • #9
Natürlich gibt es sowas, aber wie soll man es jemandem erklären, der es noch nie erlebt hat?

Na ja, ich versuche es mal: ich verliebe mich nicht in das, was ein Mann MIR entgegenbringt. D.h., doch, ist mir auch schon ein einziges Mal passiert (dazu später mehr). I.d.R. spielt es aber keine Rolle, ob ich denke, der Mann steht auf mich. Ich nehme IHN wahr - sein Aussehen, seine Ausstrahlung, sein ganzes Auftreten - und entweder gefällt mir das und löst etwas in mir aus oder nicht.

Wobei es sich mit zunehmendem Alter schon verändert. Früher hab ich mich öfters in Jungs/Männer verliebt (na ja, "verguckt"), mit denen ich noch nicht mal persönlich zu tun gehabt hatte; einfach nur aufgrund von Beobachtungen. In den letzten paar Jahren kamen erst richtige Gefühle auf, wenn ich tatsächlich mit einem Mann interagiert hatte. Aber auch da habe ich es nicht so wahrgenommen, dass es "zwischen uns knistert". Ich fühlte mich einfach in Gegenwart des Mannes so wohl, dass ich anfing, ihn als etwas Besonderes zu sehen. Da war keine Gewissheit, dass es gegenseitig ist.

Ich finde es immer merkwürdig, wenn z.B. in Büchern Situationen beschrieben werden, wo zwischen zwei ineinander verliebten Menschen noch nichts gelaufen ist und sich auch keiner "offenbart" hat, aber beide WISSEN, dass die Anziehung gegenseitig ist. Ich frag mich dann, ob ich einfach nur so unattraktiv bin, dass mir solche Situationen nicht passieren, oder ob mir irgendwelche Sensoren fehlen.

Wobei, ein einziges Mal hab ich sowas auch erlebt oder besser gesagt, geglaubt es zu erleben. Wie gesagt, es gab einen Fall, wo ich quasi gefühlsmäßig auf das (empfundene) Interesse des Mannes reagierte. Genaugenommen war es nur ein einziger Blick von ihm, in dem ich Interesse zu lesen glaubte. Das Gefühl war aber sehr stark; fast eine Gewissheit. Ich war damals 19, hatte keinerlei Erfahrungen mit Jungs/Männern ... als dieser Mann mich so ansah, war das ein Gefühl von: "Yeah, es klappt ja doch!". Vielleicht habe ich mich mehr in diese Bestätigung verliebt als in den Mann. Allerdings hatte ich ihn vor diesem Blickwechsel schon ein paar Mal flüchtig wahrgenommen und fand ihn gutaussehend.

In den 12 Jahren, die seitdem vergangen sind, ist mir sowas - so ein ganz starkes Gefühl; ja geradezu eine GEWISSHEIT, dass gegenseitige Anziehung besteht - nie wieder passiert. Und selbst in diesem einen Fall hab ich nie die Bestätigung bekommen, dass ich seinen Blick wirklich richtig interpretiert hatte (lag z.T. auch an den Umständen). Seitdem gab es nur einseitige Verliebtheit oder Konstellationen, wo man sich gegenseitig zwar irgendwie passend fand, aber mehr auf kopfgesteuerte Art und Weise, was (mir) für eine Beziehung zu wenig ist.
 
  • #10
Wird vermutlich jeder von uns mindestens einmal erlebt haben.
Ich selbst im Teenageralter von 16. Damals gab es einen 18jährigen, ich war tierisch verknallt, er aber wollte nur losen und sporadischen Kontakt, mal jetzt und dann mal wieder später treffen, so wie er halt Lust hatte und ich in seinen Kram und Plan passte.

Über seinen Bauch pinselnden Egoismus war ich bitter enttäuscht, habe ihm mit deutlichen Worten gesagt was ich von ihm halte und mich danach eher wütend aber schon mit dem einen oder anderen Tränchen im Auge vertrauensvoll an meine Mutter gewandt die mir tröstend sagte: "Kind, halte dich in deinem Leben grundsätzlich von Menschen fern bei denen du ein ungutes Gefühl hast. Die stehen nicht 100 % zu dir und hinter dir, mit denen wirst du ausschließlich zwischenmenschliche Enttäuschungen erleben!"

Diesen weisen Rat befolge ich nun schon seit mehr als 40 Jahren und bin immer gut damit gefahren. Lügner, Betrüger, unerfüllte Lieben, Affären und damit verbundene Katastrophen gab es bisher in meinem Leben nicht. Jeder, der nur ansatzweise versucht mich zu hintergehen oder zu benutzen für die eigenen Vorteile ist schneller aus meinem Leben wieder verschwunden, dass derjenige gar nicht weiß wie ihm geschieht. Egal, ob Mann oder Frau. Ich handele und agiere grundsätzlich mit Verstand, pragmatisch und niemals mit der roten Brille auf der Nase. Tut es auch noch so weh, ich kann sehr gut etwas beenden wenn mein Bauch mir sagt, es ist die einzig sinnige und richtige Entscheidung.

Anders herum habe ich selbst niemals Männer für mein Ego benutzt. Wenn ich merke es interessiert sich jemand für mich, derjenige ist aber schon optisch nicht mein Typ, habe ich das direkt auf den Tisch gebracht und eine mögliche Hoffnung im Keim erstickt. Die Wahrheit ist zwar manchmal bitter und schwer zu ertragen, am Ende zahlt sie sich aber immer aus.
 
  • #11
Glauben Sie wirklich, dass das Stück Gugelhupf, nach dem es Sie gelüstet, von Ihnen gegessen werden möchte? Nein! Und verdirbt Ihnen das jetzt den Appetit? Verliebt sein ist nur unwesentlich komplexer und hat in erster Linie mit Begehren zu tun, das nicht erwidert werden muss, um zu entstehen und zu wachsen!
 
  • #12
Klar, kann man sich in jemandem verlieben, der nicht in einen verliebt ist... weshalb nicht? Man kann sich sogar in jemanden verlieben, der einen umgekehrt nicht mal mag... Was sollte einen daran hindern? Um sich einseitig zu verlieben, muß ja nicht "die Chemie" zwischen zwei Menschen "stimmen"... da reicht es, dass man jemand anderen toll findet, aus welchen Gründen auch immer, für ihn schwärmt... Manchmal sind Menschen auch in andere verliebt, die sie nicht mal kennen, vielleicht nur vom Sehen oder so. Vielleicht bringst Du hier Verliebtsein und Liebe durcheinander? Das eine hat ja nichts mit dem anderen zu tun... wobei man natürlich auch jemanden lieben kann, der einen nicht zurückliebt...
 
  • #13
Ich kann mir das nicht vorstellen. Ich kann mich nur verlieben, wenn ich vom Gegenüber Signale empfange, dass er mich auch anziehend findet. Einseitig geht bei mir nicht. Das wäre, als würde ich mich in ein Phantom verlieben.
 
  • #14
Man verliebt sich nicht in die Menschen,sondern in Eigenschaften,die diese Menschen besitzen und die man selber ncht hat,und/oder in das Gefühl,was man neben diesem Menschen erlebt oder er in einem auslöst.Der andere ist eine Projektion für eigene Sehnsüchte.Schaut man genau hin,stellt man oft fest,dass der andere doch nicht so toll oder passend ist.Diese einseitige Verliebtheit basiert oft auf (Selbst)täuschung.Übrigens wenn widererwarten gegenseitige Chemie da ist,geht man eine Beziehung ein.Aber im Endeffekt ist sie zum scheitern verurteilt,weil sie trotzdem eine Illusion ist.Es passt hinten und vorne nicht,wird versucht passend zu machen.Deswegen so viele gescheiterte Beziehungen.
 
  • #15
Hab ich früher öfter erlebt: Bei vielen Männern (gibt es sicherlich genauso bei Frauen) ging da so ein Kopfkino an, die haben sich da völlig wahnwitzig reingesteigert ähnlich wie es Teenies tun, wenn sie ihren "Schwarm" sehen. Das kann so weit gehen, dass sie in ihrer Phantasie schon 5 Schritte weiter sind.
Ein Mann war mal so verrückt, dass er mir Briefe über unsere gemeinsame Zukunft geschickt hat, wie er sich alles vorstellt ungeachtet der Tatsache, dass wir nicht mal ein Date hatten und uns nur von der Arbeit kannten. Das war echt gruselig.
 
  • #16
Ich kann mir das nicht vorstellen. Ich kann mich nur verlieben, wenn ich vom Gegenüber Signale empfange, dass er mich auch anziehend findet. Einseitig geht bei mir nicht. Das wäre, als würde ich mich in ein Phantom verlieben.
Wenn man sich erst mal verliebt hat und sich wünscht, dass er es genau so sehen könnte - gerade Frauen sind gut im "Sich selbst etwas schönreden". Da können theoretisch selbst abweisendes Aus dem Weg gehen oder Unverschämtheiten seitens des Mannes noch falsch interpretiert werden. Oft hier und woanders gelesen von hilfesuchenden Frauen: Hat er Angst vor seinen Gefühlen? Es ist schwer sich einzugestehen, dass er einfach kein Interesse hat. Obwohl es so naheliegend wäre - wenn da nicht diese dummen Gefühle wären, die scheinbar das logische Denken zeitweise beeinflussen (nicht böse gemeint, aber wenn ich verliebt war - selten - dann nur unglücklich. Deswegen kann ich hier ganz gut mitreden).

So hat hier beispielsweise vor einigen Jahren mal eine FS um Rat gefragt. Der Freund ihrer Freundin habe immer so flapsige Sprüche für sie. Ob er wohl heimlich verliebt in sie sei. Es stellte sich im Verlauf des Threads heraus, dass er teilweise sogar ihr Aussehen übelst beleidigte. Wie kann man DAS falsch interpretieren - außer heimlich Verliebte, die jedes noch so abstruse Verhalten des Mannes positiv sehen wollen. Fieses Verhalten schöngeredet: Er hat Angst, seine Gefühle zu zeigen.
 
  • #17
Es ist im Grunde reine Projektion. Ein psychisches Konstrukt ohne reale Grundlage.

Der "Verliebte" projiziert eigene Wünsche und Gelüste auf das unbekannte Wesen und justiiert nach Belieben das Verhalten des Fremden um die "Liebe" zu konstruieren.

Diese Strategie geht am längsten und besten wenn es aus Entfernung passiert denn der Fremde antwortet nicht und zerstört damit nicht die eigenen Illusionen. Er ist sozusagen immer in der Fantasie verfügbar und perfekt ganz nach Maß geschneidert.

Ja, kann ganz unterhaltsam sein gegen Einsamkeit oder Langeweile oder Verdruß mit dem Alltag & sogar dem aktuellen nicht perfekten Partner.

Auf Dauer ist es unbefriedigend.

Ich habe dann doch entweder gelangweilt aufgegeben oder ein anderes Schmachtobjekt gefunden oder aber den Fremden versucht kennenzulernen. Meistens war der Fremde auch nicht mehr so anbetungswürdig wie in der Fantasie, logischerweise.
 
  • #18
Naja, wieviel 1000 kleine Jungs meiner Generation waren wohl in Suzi Quatro verliebt?
Wieviele Teenie Mädels in Mick Jagger?

Die meisten dieser Jungs und Mädels wurden erwachsen, mögen noch heute die Musik dieser beiden .... aber alle haben es nicht geschafft.
Warum also sollten sich Männer oder Frauen nicht einseitig in jemanden verlieben können, nur, weil diese Person freundlich zu ihnen ist?
 
  • #19
Natürlich; das kennt jeder, den ich kenne. Meist im Teenageralter, wenn man Zeichen (bewusst) falsch deutet und viel mehr reininterpretiert, als wirklich da ist. Später wird man vorsichtiger und ist schon "abgebrühter", denke ich, so dass man bei Zeichen von Desinteresse selbst die Reißleine zieht und seine Gefühle wieder zurückpfeift. Oder sich wirklich erst erlaubt, Verliebtheit zuzulassen, wenn vom anderen recht eindeutige Signale kommen.
Ich glaube, bei mir war es z.B. mit 16 auch zusätzlich noch so, dass ich gar nicht bereit für eine Beziehung und Sex war und unterbewusst nur in Männer verliebt war, die mir in der Hinsicht nicht gefährlich werden konnten.

Bei Studium war ich hoffnungslos in einen Kommilitonen verliebt, der auch nicht eindeutig zeigte, dass er kein Interesse hatte. Wir freundeten uns so eng an, dass wir in einem Bett schliefen, alles zusammen unternahmen, ich sogar seine Zahnbürste benutze - nach einem halben Jahr sprach ich ihn darauf an (heute wüsste ich, wenn bis dahin gar nichts weiter passiert, dann hat der andere kein Interesse, aber mit Anfang 20...) und er wollte nur Freundschaft, ließ sich aber ein Hintertürchen offen ("mal sehen, wie es weitergeht"). Ende vom Lied: Zwei Jahre verliebt und gelitten. Wir sind immer noch gut befreundet, heute lachen wir drüber, danach war mir wirklich immer zum Heulen. Würde mir heute nicht mehr passieren, da mache ich dann kurzen Prozess. Nach klarem Ansprechen, ob der andere wirklich kein Interesse hat (wenn die Anzeichen uneindeutig sind und nichts voran geht), lege ich den Kontakt erstmal auf Eis und mache mir dann auch keine Hoffnungen mehr.
 
  • #20
Deshalb frage ich euch mal nach eurer Meinung: Kann das wirklich sein, dass für den einen die Funken nur so fliegen, während der andere davon gar nichts mitkriegt?
Man bekommt es natürlich mit! Es ist deutlich zu spüren, wenn das Gegenüber verträumte Blicke wirft, schmachtet etc etc - auch wenn der Mann sich sehr vorsieht, ist es deutlich zu spüren. Und es ist peinlich und unangenehm und man achtet vorsichtig auf jedes Wort und will nicht verletzen und dennoch freundlich sein und am Allerschlimmsten ist es, wenn regelmäßiger Kontakt unausweichlich ist.

In jüngeren Jahren ist mir das wirklich häufig passiert - obwohl ich in keiner Weise eine umwerfende Schönheit bin - und ich habe teilweise wirklich meine Pläne geändert, mich anderen Gruppen angeschlossen o.ä. um solch einem verliebten Kandidaten aus dem Weg zu gehen. Das war dann irgendwann doch deutlich genug und die Männer haben sich zurückgezogen - richtig eine heftige Abfuhr verpassen musste ich nur zwei Mal und da wurden die Männer wirklich übergriffig.

Wie das passieren konnte? Keine Ahnung, ich habe ja selbst nie verstanden, weshalb aus meiner Sicht deutlich hübschere, nettere und freundlichere Mädchen und Frauen viel seltener dieses Problem hatten.

Ich hatte mir schon aus reinem Selbstschutz eine äußerst fiese, arrogante Fassade zugelegt, sonst hätte ich kaum alleine ausgehen können, das wirkte aber auch nicht zu 100 % und schon gar nicht in sozialen Zusammenhängen, in denen man sich kennt und deshalb fröhlich und unbefangen unterwegs ist.

Aus meiner Sicht waren es ganz oft Projektionen - die Männer wünschten sich Lebhaftigkeit, Fröhlichkeit und neue Ideen in ihrem Leben, ich war eine quirlige, freche und witzige Nudel und schien genau das zu versprechen, was ihnen fehlte. Sie schauten nur auf die Person, die ich auf den ersten Blick zu sein schien - die Frau dahinter war eigentlich kaum vorhanden.
 
  • #21
Kann das wirklich sein, dass für den einen die Funken nur so fliegen, während der andere davon gar nichts mitkriegt?
Ja, das kann schon sein, aber mir ist es nur in jüngeren Jahren so ergangen und jetzt nicht mehr. Man lernt halt auch dazu und legt sich eine arrogante Fassade zu aus Selbstschutz.

Ich habe oft gelangweilt aufgeben oder einen Fremden kennengelernt. Der Fremde war aber nicht mehr so interessant, wie in der Fantasy.
 
  • #22
Wenn man sich erst mal verliebt hat und sich wünscht, dass er es genau so sehen könnte - gerade Frauen sind gut im "Sich selbst etwas schönreden".

...

So hat hier beispielsweise vor einigen Jahren mal eine FS um Rat gefragt. Der Freund ihrer Freundin habe immer so flapsige Sprüche für sie. Ob er wohl heimlich verliebt in sie sei. Es stellte sich im Verlauf des Threads heraus, dass er teilweise sogar ihr Aussehen übelst beleidigte. Wie kann man DAS falsch interpretieren - außer heimlich Verliebte, die jedes noch so abstruse Verhalten des Mannes positiv sehen wollen. Fieses Verhalten schöngeredet: Er hat Angst, seine Gefühle zu zeigen.
Da muss ich spontan an „Doctor‘s Diary“ denken. Die übergewichtige und sehr sympathische Gretchen Haase ist seit ihrem 15. Lebensjahr in Marc Meier verliebt. Jahre später ist sie Assistenzärztin und er der Oberarzt. Noch immer behandelt er sie schrecklich. Trotzdem ist sie wahnsinnig in ihn verliebt.
In einer Folge meint er, Frauen verstünden alles falsch. Er beleidige sie, sie halte es jedoch für ein Kompliment.

Ich liebe die Serie wegen der tollen Charaktere. Aber wenn ich sehe, wie er mit ihr umspringt, frage ich mich, wie sie ihn überhaupt lieben kann! Das kann doch nur Besessenheit sein!
In der Serie wird es natürlich so dargestellt, dass er Angst vor seinen Gefühlen hat. In der Realität ist es aber klar: Ein Mann, der sich so benimmt, sagt klar, dass er nichts von der Frau will.