• #1

Wie habt ihr die Trennung geschafft?

Liebe Community,

meine Frage richtet sich an diejenigen, die schon länger über eine Trennung nachdenken bzw Probleme hatten, diese in die Tat umzusetzen: was hat letztlich den Ausschlag gegeben, vor eurem Partner die Trennung klar und deutlich auszusprechen?

Kurz zu meiner Situation: 13 J verheiratet, 2 Kinder, Eigenheim... vor ca 1,5 Jahren habe ich den Trennungswunsch erstmals ausgesprochen, jedoch nie die Konsequenz daraus gezogen (sprich: ausziehen, Scheidung einreichen etc.),bislang fehlte mir der Mut.Mein Partner möchte die Trennung nicht und ist daher auch nicht gesprächsbereit. Wir leben nebeneinander her, kümmern uns um die Kinder usw.

Glücklich damit ist in Wahrheit keiner, aber es fehlte mir bislang der Mut, den letzten Schritt auch zu gehen, obwohl ich mich mittlerweile in jemand anderen verliebt habe.

Trennungsgrund ist für mich das klassische Auseinanderleben, die Liebe zu ihm fehlt, schon lange...

Trotzdem weiß ich nicht, warum ist es nicht schaffe...nur aus Angst vor dem danach oder aus Feigheit? Wem ist es ähnlich ergangen und wie habt ihr es geschafft?

Danke für euer Feedback!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #2
Hallo Nelli,
nach 12järiger Ehe, einem gemeinsamen Kind, einer Stieftochter, Haus, Katze und Hund sagte mein Mann mir, dass er mich nicht mehr lieben würde. Drei Stunden später bestellte ich den gemeinsamen Urlaub ab und eine Woche später wurde der Makler mit dem Hausverkauf beauftragt. Drei Monate später war die Hütte verkauft, solange lebten wir noch unter einem Dach. Nach dem Trennungsjahr reichte ich die Scheidung ein, die 2 Monate später einvernehmlich vollzogen wurde. Hierbei gab es weder einen anderen Mann noch eine andere Frau. Der eine Satz hatte mir gereicht. Geahnt hatte ich es schon länger, aber ausgesprochen war es für mich das absolute Nogo.
Ach ja, er ist mittlerweile wieder neu verheiratet, gleicher Hund, gleiche Kinder, aber anderes Haus und andere Frau. The same procedure again..
W, 53
 
  • #3
Ich weiß ja nicht, ob mein Beitrag dir hilft, aber ich hatte auch keinen Mut, diesen Schritt zu machen. Ich wusste alles von meinem Ex, seine Betrügereien, sein Doppelleben, was er führte. Ich hatte diese Infos von meiner Schwiegermutter, die mich damit fütterte. Ich war ihr sehr dankbar dafür.
Auch zwischen uns keine Liebe mehr, von meiner Seite nur Ekel und fast schon Hass.
Ich war zu feige. Dann kam er mir zuvor, war ich froh!
Ich habe der Scheidung lächelnd zugestimmt und die Dinge nahmen ihren Lauf.
Mein Ex wollte die Trennung, weil er schon eine andere Frau hatte, die Druck machte. Das ist der Unterschied zu Deinem Mann.
 
  • #4
Hallo,
bei mir (10 Jahre feste Partnerschaft, Immobilie, keine Kinder) besteht der "akute" Trennungswunsch seit ca. einem halben Jahr (auch fremd verliebt, allerdings da wohl ohne Hoffnung).
Vor einigen Wochen habe ich den Trennungswunsch auch ausgesprochen, mit dem "Agreement", dass wir jetzt noch ein paar Monate (max. halbes Jahr) schauen, ob es besser wird.....Naja, besser werden tut nix von alleine, wir haben das jahrelang gehofft....von daher fällt mir auf, dass ich schon meinen Absprung plane.
D.h. ich lege mir ein wenig Geld auf die Seite, räume im Haus alles unnötige weg ("ranger la maison, c'est ranger la vie", ich übersetze das frei für mich mit "Das Haus aufräumen = das Leben ordnen"). Es klingt komisch, je mehr ich wegwerfe/verkaufe, desto wohler fühle ich mich.
Ich hab auch so langsam keinen Bock mehr auf Diskussionen mit meinem Partner. Ich fange aktiv keinen Streit mehr an, obwohl ich seeeeeeeeeehr temperamentvoll bin (!). Er war aber nie ein guter "Streitpartner", da er Konflikten generell aus dem Weg geht. Ich würde gerne hin und wieder mal streiten, davor habe ich (in einer gut funkt. Beziehung) keine Angst.
Innerlich heule ich täglich über die besch**** Gesamtsituation und äußerlich bin ich "immer gleich gut drauf". Das nebeneinander herleben kenne ich zu gut. Wir kümmern uns um Haus und Hof (jeder seinen Part), aber ansonsten lebt jeder sein eigenes Leben. Sogar hobbymäßig ist nicht mehr viel gemeinsames drin. Mittlerweile drehe ich sogar meine Radrunden lieber alleine. Es ist ein kompletter Rückzug durch mich geworden.
Warum tue ich diesen letzten Schritt noch nicht morgen oder sofort? Bei mir ist es die klassische Angst vor dem Alleinsein. Das lässt mich noch in der Schockstarre verhalten.
Ich wünsche dir, dass du die Kraft hast, die Trennung durchzuziehen!
Ich war schon 6 Monate getrennt (vor ca. 3 Jahren), und ich habe dann wieder nachgegeben. Und es ist alles wieder so geworden wie bisher. Keine gute Idee war das......
 
  • #5
Gar nicht. Einfach gehen. Aus diversen Gründen:

- Männer machen es genauso
- ein Partner akzeptiert sowieso kein "Nein"
- dein Partner ist nicht gesprächsbereit
- er wird versuchen, dich zum Bleiben zu überreden
- es gibt nichts mehr zu sagen
- man lebt nebeneinander her und kann nicht mal richtig Gespräche führen
- dein Partner will keine Trennung, sondern du sollst gefälligst so funktionieren, wie er das will und achtet deine Bedürfnisse nicht

Ich habe es bei all meinen Männern immer so gemacht: Ich hatte mir schon ein anderes Leben aufgebaut aus vielfältigen Hobbys, neue Menschen, neuartige, spannenden Interessen, neue Wege gehen, und Musikgeschmäcker finden, ein paar Weiterbildungen in Anspruch nehmen, viele Bücher zu co-Abhängigkeit und Beziehungsabhängigkeit lesen, neue Freundeskreise, neuer Job und spätestens dann hält einen sowieso nichts mehr. Man lebt in unterschiedlichen Welten. Der Partner hatte während der Zeit genug Zeit gehabt, die Veränderungen zu bemerken, mitzumachen, sich dafür zu interessieren oder mal zu merken, dass mir was an Bedürfnissen fehlt. Männer wollen das oft nicht, sondern "fallen aus allen Wolken".

Trennung heißt, man will nicht mehr reden und seine Zeit verschwenden. Reden und Diskutieren ist ein Privileg für Paare. Wenn dein Partner schon sagt, er will sich nicht trennen und steht für kein Gespräch zur Verfügung, dann ist er sowieso kein fähiger Partner, sondern will dich manipulieren und beeinflussen.

Ich würde mich jetzt langsam abnabeln, die Wohnung langsam zusammenräumen, die Kinder darauf vorbereiten, dass ihr bald in getrennten Wohnungen lebt und wenn er die Veränderungen gemerkt, dann ihm den "klassischen Grund" nenne, dass du denkst, dass ihr euch auseinandergelebt habt und du ein neues Leben aufbauen willst, weil du dich selbst entwicklen musst und mit ihm eingeschränkt bist. Er wird versuchen, dich mit allen Mitteln zum Bleiben zu überreden, bleib stark und geh nicht drauf ein!
 
  • #6
Liebe Nelli

Ich war vor 6 Jahren genau in der gleichen Situation wie du jetzt. Ich war seit 19 Jahren mit meinem damaligen Mann zusammen, 2 Kinder, Eigenheim. Ich fühlte mich in der Beziehung schon lange unglücklich und gefangen, es herrschte nur noch verbitterter Alltag. Trotzdem verharrte ich, der Familie, der Kinder zuliebe, und hätte so vermutlich noch lange weitergelebt, wenn ich mich nicht – wie du jetzt – neu verliebt hätte. Aber trotz dieser neuen Liebe zögerte ich noch über ein Jahr, meinen Mann zu verlassen. Ich hatte Gewissensbisse und ja, ich war auch feige. Durfte ich das meinem Mann und den Kindern antun, die Familie kaputt machen? Was, wenn ich es bereuen würde?

Was mir schlussendlich geholfen hat, tatsächlich zu gehen, war folgende Frage, die ich mir stellte: «Bin ich bereit, dieses Leben, das ich jetzt führe, weiterzuführen? Die nächsten fünf, zehn, zwanzig Jahre?» Denn darauf würde es ja schliesslich hinauslaufen, wenn ich bleiben würde. Und diese Frage konnte ich klar mit «Nein!» beantworten. Also ging ich.

In der Folge meiner Scheidung habe ich vieles aufgeben müssen. Meine gesamte Familie (einschliesslich meiner Eltern) und 99% meines Freundeskreises haben sich von mir abgewendet, ich lebe in einer anderen Stadt und meine neue Beziehung (mit dem Mann, in den ich mich damals verliebt hatte) ist auch nicht immer einfach. Aber wir lieben einander, und das ist das Wichtigste.

Ich habe NIE, NIEMALS! bereut, gegangen zu sein. Denn nichts ist es wert, in einer Beziehung ohne Liebe auszuharren. Es hilft schlussendlich niemandem. Ein Neustart gibt allen Beteiligten die Chance auf eine Veränderung zum Besseren. Mein Ex-Mann hat eine neue Frau gefunden, die besser zu ihm passt. Und auch meine Kinder fühlen sich so wohler. Sie lernen, dass Beziehungen auch mit Liebe und Respekt geführt werden können, anstatt mit Verbissenheit und Verbitterung.

Ich wünsche dir viel Kraft und Mut, die richtige Entscheidung zu treffen.
 
  • #7
Ich war mehr als 25 Jahre mit meiner Exfrau zusammen. Irgendwann wurde mir bewusst das es nicht mehr weiter geht. Verschiedene Richtungen, fehlende Einheit. Es gab keine andere Frau bei mir was diesen Entschluß bekräftigen konnte. Es hat etwa zwei Jahre gedauert bis ich mich entschlossen hatte und den Mut gefunden hatte. Ja ich hatte Angst vor dem Unbekannten. Diese Frau war seit meinem 15 Lj mein Mittelpunkt und es fiel mir sehr schwer sie und uns loszulassen.
Aber wir schafften es leider nicht. Konstruktive Gespräche um ein Problemchen zu lösen haben wir leider nie hinbekommen in "unserer" Zeit. Somit war es eine Frage der Zeit als ich gehen musste.
Das du dich fremd verliebt hast, ist in der Phase vermutlich nicht entscheidend über den Ausgang deiner Ehe. Es trübt aber deinen Sinn und rückt deinen Fokus Ehe und Partnerschaft deutlich aus der Mitte, vor allem wenn du diesen Mann schon vor 1,5 Jahren kennen gelernt hast, wenn es denn so ist.
Aber ich möchte gar nicht über das Fremdgewurschtele schreiben, sondern dir nur mitgeben:
Beende deine Ehe und deine Beziehung mit deinem Mann mit Anstand und Respekt. Lass den anderen Mann völlig außen vor bis ihr euere Angelegenheiten geregelt habt.
Seht zu das eure Kinder möglichst unbeschadet davon kommen, sofern dass überhaupt möglich ist.
Bleibt Menschlich, fair und Gewissenhaft bei diesem schreren Gang in einen neuen Lebensabschnitt.
Solltest du glauben das der andere Mann dir die Erlösung bringt, muss ich dich wahrscheinlich enttäuschen. Das Gras ist "nur" jetzt etwas Grüner auf der anderen Seite vom Zaun, aber das wird sich wieder ändern.Im Grunde möchtest du doch nur bei deinem eigenen Mann das wieder spüren, was du nun bei dem neuen Mann erfährst. Aufmerksamkeit, das Gefühl von Geborgenheit und dieses Kribbeln.
So wie es einmal war. Aber dieser Mann ist nicht dein Mann und vielleicht wirst du eines Tages enttäuscht von dir sein, etwas vielleich doch gar nicht so schlechtes hingeworfen zu haben. Dann wenn du bemerkst das all das was du gerade wieder spürst bei dem Mann, plötzlich wieder fehlt.
Und so zerbröselt der Keks immer wieder.

m47

P.S. Natürlich gehören da immer zwei zu um etwas zu verarzten oder aufzugeben.
 
  • #8
Hallo FS,

ich war zwar noch nicht in der Lage mich als verheiratete mit Kindern trennen zu wollen. Kenne das aber aus einer früheren Beziehung bzw. auch aus dem Bekanntenkreis. Man hält daran meisstens fest, weil man Angst vor Neuem hat..das Gewohnte ist einfach vertraut und das Neue macht Angst.
Dann hat man natürlich auch Angst niemanden mehr zu finden oder alleine zu bleiben. Es gibt auch noch zig andere Gründe. Bei meiner Cousine war es so, dass sie Mitleid hatte und ihm das nicht antun wollte, wenn sie sich trennt. Tja sie blieb und jetzt haben sie ein Kind-glücklich sieht anders aus.
Ist nur eine Frage der Zeit bis das auseinander geht, denn sie macht sich etwas vor.

Ich vermute, dass dir loslassen schwer fällt wie auch mir. Das hat auch etwas mit Verlustangst zu tun. Daran solltest du arbeiten. Suche dir Hilfe von Außen (coach z.B.) wenn du es nicht alleine schaffst. Und dann überlege dir auch, ob du so weitermachen willst-du wirst nicht jünger und vergeudest Zeit.

Vielleicht hilft dir folgendes, was ich manchmal anwende. Überlege dir was schlimmsten Falls passieren kann, wenn du dich trennst. Oftmals tritt das alles sowieso nicht ein, weil es unnötige Sorgen sind. Stell dir einmal die Zukunft visuell vor. Was kommt daran vor? Wie lebst du?
Vielleicht hilft es dir dich zu lösen.
 
  • #9
Normalerweise passiert etwas, was man als "den" Aufhänger nehmen kann.

Ich denke nur, wenn Du das könntest hättest Du es bereits getan.

Vielleicht schreibst Du einen Brief, in dem Du deinen Schritt begründest und festigtst. An einem Tag, an dem die Kinder nicht da sind zb.

Eine Freundin von mir hat die Trennung via Paartherapie geschafft.
Da gilt es nicht immer eine Beziehung zu retten, sondern auch sich vernünftig zu trennen, wenn es einfach nicht geht.
 
  • #10
Ich hatte mich auch fremdverliebt und nach einem früheren Fremdgehen wollte ich meine Frau nicht nochmal betrügen also habe ich es gesagt. Da war sofort Feierabend für sie und dieses gleichgültige Nebeneinanderherleben wohlgemerkt von beiden Seiten war vorbei.
Für mich war das Fremdverlieben mittlerweile nur ein Zeichen, damit mir klar wird wie lieblos das Zusammenleben mit der Noch-Ehefrau war.
Jetzt habe ich meine Wohnung, das Haus wird verkauft. Mein Arbeitgeber hat zugestimmt meine Arbeitsstunden entsprechend zu kürzen, damit das mit dem Wechselmodell reibungslos klappt.

Meine Ex-Frau ist jetzt 2 Wochen mit einer Freundin im Urlaub und sah auch vorher schon wieder viel zufriedener aus.

Mach Dir einen Plan, wie es für Euch nach einer Trennung weitergehen könnte. Wie sieht es mit den Finanzen, Berufstätigkeit und Betreuung der Kinder aus? Bei meinem Plan hat mir meine Ex einen Strich durch gemacht, aber jetzt gehts.

m/41
 
  • #11
Vielen Dank euch allen!

Ich erkenne schon einige Paralellen zu mir, auch das Abnabeln hat schon länger bei mir begonnen, schaue nach Wohnungen, Event neuer Job, miste aus...

Ich glaube ich hoffe zu sehr, dass er es auch einsieht und versteht was bei mir gefühlsmäßig los ist; habe auch schon öfter versucht, ihm meine Beweggründe zu erklären usw.
Gefühle kann man nicht erzwingen, aber das versteht er nicht bzw fällt es ihm schwer das zu akzeptieren.

Im Sinne der Kinder wünsche ich mir einfach, das es friedlich abläuft, aber ich denke ich muss auch damit rechnen, dass es sehr hart wird. Habe einfach furchtbar Angst dass die Kinder zu sehr darunter leiden :-(.

Ja das Fremdgehen ist nichts worauf ich stolz bin, und ich war zugegeben bislang zu feige, es ihm zu erzählen.

Leider lasse ich mich auch immer wieder einschüchtern in unseren Gesprächen und es kommt nix dabei raus.

Das Zusammenwohnen nach Aussprache der Trennung - wie habt ihr das hinbekommen? Geht das überhaupt?
 
  • #12
Liebe zu ihm fehlt, schon lange... Trotzdem weiß ich nicht, warum ist es nicht schaffe...nur aus Angst vor dem danach oder aus Feigheit?

Ohne Liebe kann eine Ehe oder Beziehung nur ein Gefängnis sein und wer kann sich darin noch wohl fühlen?

Bei mir ging es Knall auf Fall. Allerdings hatte nicht ich mich fremd verliebt, sondern mein Mann. Als ich vor vollendetet Tatsachen gestellt war, reichte ich sofort die Scheidung ein, trotz 22 Jahren Ehe, trotz 3 Kindern, Haus, Firma etc.
Ein Jahr später wurde ich geschieden, obwohl er sich weigerte, weil das Trennungsjahr zählte. Mein Leben wurde nach der Scheidung immer besser. Bei anderen Frauen verlief es vielleicht nicht so positiv. Deshalb wird niemand dir genau sagen können, was auf dich zukommt.

Ich vermute mal, du traust dich nicht, weil du unsicher bist.
Du weißt nicht, ob das mit der neuen Liebe langfristig was werden wird und wenn nicht, ob du dann alleine klar kommst und scheust dich deshalb das vertraute und sichere Nest zu verlassen.

Möglich, dass du viel aufgeben musst, dass deine Familie mit Unverständnis reagiert, dein Freundeskreis sich drastisch dezimiert und dein neuer Freund sich plötzlich verabschiedet.
Mit Sicherheit ist jede Menge mit deinem Noch-Mann zu regeln, was z.B. das Finanzielle angeht, die Kinderbetreuung und wie ihr beide in Zukunft miteinander umgehen werdet. Ungewiss ist, wie du dich in deinem neuen, eigenen Leben positionieren kannst und wirst,- beruflich und privat.

Deshalb gehört immer Mut dazu etwas Neues anzupacken und Risiken einzugehen. Da du noch schwankst, was du tun sollst, ist der Leidensdruck bei dir anscheinend noch nicht groß genug.

Ganz wichtig: Du solltest dein neues Leben nicht auf einen anderen Mann aufbauen, sondern so, dass du auf eigenen Füßen stehen kannst.
Sonst kann es dir passieren, dass du irgendwann wieder in derselben Situation angekommen bist.
 
  • #13
Ja das trifft definitiv alles bei mir zu - nicht loslassen können, Angst vor dem neuen, das vertraute Umfeld verlassen...und die Vorwürfe, die ich schon von ihm zu hören bekommen habe, sind auch schwer hinzunehmen...ich würde es nicht Psychoterror nennen, aber zu hören dass man dann Schuld hat wenn es den Kids schlecht geht, ist hart und hat mich wohl auch dazu gebracht, zu zögern.
 
  • #14
Das klassische Fremdgehen (ONS) war es bei mir nicht - vielmehr ein langsames Kennenlernen, vorbehaltlos reden zu können etc.
die ersten Monate überhaupt nur Kontakt per Telefon (kannten uns aber schon vorher) bis irgendwann nach langem das erste Treffen folgte...ja irgendwann dann festgestellt, da sind Gefühle da... wir haben beide nicht geschafft, es rechtzeitig zu stoppen.

Ich weiß dass der Anfang immer neu, aufregend und spannend ist und versuche mir das auch vor Augen zu halten und weiß natürlich nicht ob der Neue der Richtige ist.

Trotzdem möchte ich eine Partnerschaft führen, in der ich meinem Partner aus voller Überzeugung „ich liebe dich“ sagen kann, der mein engster Vertrauter und einfach DER Mann für mich. Denke, dass ist nicht so unverständlich.
 
  • #15
bei mir (10 Jahre feste Partnerschaft, Immobilie, keine Kinder) besteht der "akute" Trennungswunsch seit ca. einem halben Jahr (auch fremd verliebt, allerdings da wohl ohne Hoffnung).

aber es fehlte mir bislang der Mut, den letzten Schritt auch zu gehen, obwohl ich mich mittlerweile in jemand anderen verliebt habe

An einer Beziehung können beide Seiten arbeiten. Das ist jedoch bei euch beiden nicht der Fall. Habt ihr das jeweils versucht und mit eurem Ehemann gesprochen?

Vielmehr hofft ihr auf Warmwechseln mit einem anderen Mann und hofft auf eine dann prickelnde Beziehung oder einen sozialen Aufstieg. Da in beiden Fällen der andere Mann jeoch nur einen Zeitvertreib bzw Abwechslung haben wollte, verbleibt ihr in euren öden Beziehungen. Und belügt euch selber plus die eigene Familie.

Mut habt ihr nicht, da ihr beide Angst vor dem Alleinesein habt und Angst, auf dem Partnermarkt leer auszugehen.

Ohne Mut gibt es keine Chance auf eine Veränderung. Den Weg, den ihr beide geht, gehen aber viele. Ihr seid also nicht allein.

m, 39
 
  • #16
Das man damit hadert ist völlig normal, vor allem bei gemeinsamen Kindern und einer so langen Zeit.
Ich selber habe gefühlt auch ewig gebraucht (ohne Kinder, Ehe, Haus).
Ich fragte damals im Streit ob ich ausziehen sollte. Er antwortete sofort mit Ja. Also habe ich mich “heimlich” auf Wohnungssuche gemacht und ihn einen Monat später vor vollendete Tatsachen gestellt. Er war völlig perplex. War vielleicht nicht die feine Art aber die richtige!

Merke dir einfach: Der, der geht hats immer einfacher, als der, der verlassen wird. Warte also nicht, bis er es tut. Ausserdem scheinst du ja weich zu fallen, wenn du eh was neues in Aussicht hast.

Überlege, was dir Angst macht: die Meinung der anderen? Kann dir egal sein. Dass du den Mann vermissen wirst? Wohl kaum - das denkt man immer am Anfang, ist aber nicht so....

Ich kenne niemanden, der eine solche Trennung je bereut hat...
 
  • #17
Mein Partner möchte die Trennung nicht und ist daher auch nicht gesprächsbereit. Wir leben nebeneinander her, kümmern uns um die Kinder usw.

Glücklich damit ist in Wahrheit keiner, aber es fehlte mir bislang der Mut, den letzten Schritt auch zu gehen, obwohl ich mich mittlerweile in jemand anderen verliebt habe.

Trennungsgrund ist für mich das klassische Auseinanderleben, die Liebe zu ihm fehlt, schon lange...

Trotzdem weiß ich nicht, warum ist es nicht schaffe...nur aus Angst vor dem danach oder aus Feigheit? Wem ist es ähnlich ergangen und wie habt ihr es geschafft?

Danke für euer Feedback!

Unlogisch. Wenn er die Trennung nicht will MUESST Ihr reden, sonst wird sich nichts aendern oder gar verbessern.
Wenn er das verweigert dann sei konsequent. Entscheident ist was DU willst und womit DU glücklich bist. Nix schlimmer für Kinder als unglückliche Eltern in Scheinidylle. Das kann Verlogenheit für ein ganzes Leben zur gefühlten Norm machen.

Du kannst ja noch eine Paartherapie vorschlagen. Dass Dein Mann Deinen Trennungwunsch "wegschweigt" und sich nicht darauf bezieht. Spricht für wenig Respekt.
Hauptsache Du funktionierst.

Tu wovon DU ueberzeugt bist und nimm etwaige Widerstände im Aussen als Zeichen dass Du auf dem richtigen Weg bist.
 
  • #18
Das Zusammenwohnen nach Aussprache der Trennung - wie habt ihr das hinbekommen? Geht das überhaupt?

Also ich hab' ja spontan die Scheidung eingereicht, weil sich alles ziemlich plötzlich ergeben hat - will sagen, ich habe ihn sonntags in flagranti erwischt und bin gleich montags zum Anwalt - und habe erst danach angefangen nach Wohnungen zu schauen. Mir war vor allem wichtig, dass das Trennungsjahr beginnt, sonst wäre ich nach einem Jahr nicht geschieden worden, weil er sich nicht scheiden lassen wollte.

Wir wohnten also zunächst noch zusammen, bis ich eine schöne Wohnung gefunden hatte. In dieser Zeit durfte ich weder für ihn kochen, noch waschen etc., es war im gemeinsamen Haus eine Trennung von Tisch und Bett.

Ich musste mir zwar von ihm anhören, dass ich es alleine doch nie schaffen würde und ob ich es mir nicht doch lieber überlegen und den Scheidungsantrag zurücknehmen wollte, aber das prallte alles an mir ab.

Als ich dann eines Tages mit den Möbelpackern anrückte und die Möbel abtransportieren ließ, die die Kinder benötigten, war er so überrascht, dass er nichts dagegen unternahm. Allgemeine Einrichtungsgegenstände nahm ich nicht mit, weil ich mich völlig neu und in einem anderen Stil einrichten wollte.

Mein neues Leben begann zwar erst so richtig in meiner neuen Wohnung, doch die Trennungszeit direkt, nachdem ich beim Anwalt war.
 
  • #19
Das Zusammenwohnen nach Aussprache der Trennung - wie habt ihr das hinbekommen? Geht das überhaupt?
Ja, natürlich geht das. Wir sind doch erwachsen. Wenn ich richtig nachrechne, waren es bei mir vom Zeitpnkt der Trennung bis zum Auszug 4 Monate. Die Kinder, unsere Familien und Freunde hatten alle keine Ahnung, nur die Nachbarn und die Putzhilfe( realisierten beide mehr als ich dachte). Den Kindern mussten wir es ca. 6 Wochen später sagen als mal auffiel, dass ich im Gästezimmer übernachtete. Die 4 Monate waren bestimmt keine besonders schöne Zeit in meinem Leben. Es hängt alles wie ein Damoklesschwert über Dir. Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass einer von uns Knall auf Fall auszieht. Das wollten wir beide den Kindern nicht antun. Wie gesagt aber ohne Warmwechseln. Wie das bei Dir liebe Nelli dann werden soll, wenn Du Deinem Mann erzählst, dass es schon jemand anderen gibt... Keine Ahnung. Ich weiß aber von mir, dass ich komplett ausgerastet wäre. Dann wäre es definitiv vorbei gewesen mit der „Trennungsidylle“. Ansonsten ist man halt organisatorisch gut beschäftigt: Hausverkauf, neue Wohnungssuche, getrennte Urlaube etc.
Meiner Erfahrung nach muss zumindest einer wirklich konsequent bleiben. Ansonsten wird es schwierig.
W, 53
 
  • #20
Liebe FS,
Ich habe diesen Schritt vor etwa 1 1/2 Jahren vollzogen, war damals fast 29 Jahre mit meiner Frau zusammen, davon 22 Jahre verh. ( bin es auf dem Papier noch). Ich habe vor etwa vier Jahren gemerkt, dass es einfach nicht mehr wirklich passt und wir wie Brüder und Schwester nebeneinander leben. Habe alles versucht, incl. Paarberatung (1/2). Im Rückblick hätte ich schneller den Schritt wagen sollen, für die Kinder war es aber so herum besser. Unsere Kinder sind bei mir geblieben, wohl auch deshalb, nicht ihr Nest verlassen zu müssen ( Haus ist meins-Erbe). Wir kommen jetzt deutlich besser aus, als vorher, starre Regeln in Bezug Besuch der Kinder gibt es nicht. Meine Frau ist nach dem Schritt ein paar Wochen später ausgezogen, alles ohne Groll und Rosenkrieg. Das hat allen Beteiligten sehr geholfen. Wir haben es letztendlich nicht geschafft, wieder als Paar zueinander zu finden. Affären gab es auf beiden Seiten nicht, was sicherlich der entspannten Gesamtsituation zuträglich ist. Ich bin mittlerweile wieder in einer Beziehung, auch das ist für alle kein Problem. Ich habe immer nach der Devise gehandelt, so lange bis eins nicht beendet ist, wird nichts Neues begonnen. Mein Tipp: Sei offen gegenüber allen Beteiligten, überstürze nichts, aber sei konsequent zu dir selbst.
 
  • #21
...ich würde es nicht Psychoterror nennen, aber zu hören dass man dann Schuld hat wenn es den Kids schlecht geht, ist hart und hat mich wohl auch dazu gebracht, zu zögern.


ICH wuerde es Psychoterror nennen!
ER will nicht reden. ER will sich nicht trennen. DU sollst funktionieren. Und wenn Du trotz unglücklich nicht die perfekte EhefrauliebendeMutterHausfrauGeliebte spielst und die Kinder es mitkriegen bist DU schuld??!

Das ist Psychoterror vom Feinsten. Und manipulativ. Schuldgefühle machen gefügig. Wer sich wirklich schuldig macht hat meistens keine, sonst waere er nicht schuldig geworden.

Goggle mal Schuldumkehr, Projektion und Gaslighting.
Das sind die Techniken mit denen Dein Mann Dich erfolgreich trotz Deiner Zweifel an sich bindet.
 
  • #22
Liebe FS,

ich habe es nach 20 Jahren Ehe (keine Kinder, aber Immobilie) geschafft, indem ich mir klarmachte, dass ich mit diesem Mann nicht bis zum Ende seines oder meines Lebens zusammenbleiben will.

Ich habe die Trennung eingeleitet (getrennte Schlafzimmer, mich erklären, Scheidungsfolgevertrag) und durchgezogen, finanziell fair für beide, emotional rücksichtslos (er hat mich betrogen, also war ich frei von sozialen Pflichten).

Ich habe einfach gesagt, dass es vorbei ist, als mir das klar war und die Trennung und Scheidung eingeleitet.
 
  • #23
Ich halte das für ein "first world problem". Euch geht es materiell gut, ihr habt gesunde Kinder und er war weder untreu noch gewalttätig. Bis du etwas mit einem anderen angefagen hast, war das einzige Problem, dass euer Leben, wie das Leben von 95% der Restbevölkerung, aus Alltag bestand. - Dir ist anscheinend einfach in der Beziehung langweilig geworden. - Bist du voll berufstätig?
Und da ich mir nur schwer etwas unter deinem Begriff von Liebe vorstellen kann. Liebe ist für mich, wenn beide bewusst zusammenhalten, weil sie sich einmal dazu entschieden haben zusammen zu bleiben und sich nicht gegen - oder einseitig in die Pfanne hauen. Dann ergibt sich die gegenseitige Wertschätzung ganz von allein.
Was haben du und er getan oder vielmehr nicht getan, dass sich das Klima zwischen euch verändern konnte? Hast du mit den Jahren bspw. den Sex "einschlafen lassen" und er hat sich als Reaktion zurück gezogen, es wurde sich dann als Ersatz für gegenseitige Wertschätzung auf die Kinder und Oberflächlichkeiten fokussiert und das Resultat nennst du nun "auseinandergelebt"?
Und da du das Auseinandereleben der Kinder wegen betonst, hätte ich noch eine andere Frage.
Wärst du mit ihm zusammengekommen bzw. zusammengeblieben, wenn er weder eine Heirat noch Kinder gewollt hätte?

Und da hier darum diskutiert wird, ob es fair ist, wenn er ihr sagt, sie wäre verantwortlich, dass es den Kindern dann schlecht geht.
Die FS macht etwas viel Schlimmeres. Sie gibt den Kindern doch implizit einen Großteil der Veranwortung am Auseinanderleben!
 
  • #24
Ich habe mich einfach während der Beziehung bereits um einen neuen Partner bemüht. Ich habe in der alten Bezieh ung quasi wie ein Single gelebt. Nicht lange, ich kenne das Single - Leben zum Glück nicht. Ich war 17 Jahre in einer Ehe und inzwischen wieder seit gut 10 Jahren. Die Trennung wird dir leichter fallen, wenn du dich jetzt schon auf dem Markt umsiehst.
 
  • #25
Nelli,

Es war bei mir 2x ein Prozess.

Eine Partnerschaft, wo zunehmend das WIR verschwand, es sprachloser wurde, notwendige Veränderungen nur halbherzig geschahen und irgendwann versendeten.

Irgendwann kam dann für mich einfach der Zeitpunkt, ein Resümee zu ziehen, und daraus die Konsequenz.

Trennungsabsicht mitgeteilt, fertig. Diskussionen darum gab es nicht, auch wenn beide Männer ziemlich überrascht waren - mir unverständlich, da ich öfters schon den Trennungsgedanken erwähnt hatte, Ehering abgelegt und auch die Wohnform sich zu einer reinen WG entwickelt hatte, also von Ehe außer dem Formalen gar nichts mehr existent war .

Die Übergangszeit bis zum Auszug der Expartner (bei 2 kleinen Kindern übernahm ich den Mietvertrag, das Haus bei der 2. Trennung war sowieso meines) verlief dann auch friedlich, und von mir fiel die Anspannung ab.
Andere Männer spielten bei der Entscheidung keine Rolle.

Aber es ist eine persönliche Entscheidung , wenn Du Dich schon fremd verliebt hat, ist die Ehe doch durch .
(Also - Randbemerkung, hier ist der Fall mal real umgekehrt, es ist ein anderer Mann im Spiel).

Es ist Deine Entscheidung - Trennung, Neustart erfordert Mut und ist immer ein Risiko.

Wichtig finde ich, sich möglichst friedlich zu trennen, und wenn Kinder da sind, zu versuchen, Eltern zu bleiben .
 
  • #26
Habe einfach furchtbar Angst dass die Kinder zu sehr darunter leiden

Liebe Nelli81, ja, das hat dein Mann perfekt dafür genutzt, um nun die in einer Trennungsphase leider sehr üblichen Schemata zu bedienen.

Ich habe das auch durch. Bei mir ist das schon 10-13 Jahre her. Aber ich kann es noch allzu lebhaft erinnern - und wenn ich das tue, dann tut es bis heute noch weh.

Ich glaube, dein Gefühl eilt dir schon voraus. Es weiß nämlich, dass das, was du vorhast, einen hohen Preis hat. Der Preis heißt, dass Leid erzeugt wird. Für alle Beteiligten. Ohne Leid geht KEINE Trennung. Die Arten zu leiden sind unterschiedlich stark. Und Kinder sind einerseits konservativ, sie wollen immer, dass alles so bleibt, wie sie es kennen - andererseits haben gerade sie feine Antennen dafür, ob das ein liebevoller Umgang zwischen Mama und Papa ist.

Ergo: Wenn du diese Ehe nicht mehr willst, musst du inkauf nehmen, dass du dir und anderen, deinem Mann, deinen Kindern, Leid zufügst. Das ist genau das, was die meisten so sehr fürchten, dass sie es immer und immer wieder aufschieben - um den Preis eines eigenen, zunehmenden inneren Absterbens willen.

Diese beiden Dinge musst du gegeneinander abwägen:
Willst du weiter heimlich einen anderen lieben, in deiner Noch-Ehe immer weiter absterben, die Kinder anlügen und ihnen heile Welt vorspielen?
Oder willst du das Leidverursachen auf deine Schultern nehmen und durchstehen, bis eines Tages alle spüren können, dass es die bessere Wahl war?

Was die Kinder angeht: Sei eindeutig. Rede von DIR. Bewerte und Beurteile nicht. Sage ehrlich, dass du nicht mehr glücklich bist und du mit Papa nicht mehr zusammenleben kannst. Sag ihnen, dass du sie lieb hast und dass ihr beide weiterhin ihre Eltern bleiben werden. Sie sind nicht allein, deine Kinder. Sehr viele Kinder erleben das. Es tut weh. Aber es muss nicht zwangsläufig einen Schaden verursachen, wenn ihr beide fair bleibt und keine Schlammschlacht startet.

Der Part der Ehe, der verlassen wird, wird viel aufbieten, um dich zu bremsen. U.a. subtile Vorwürfe - oder auch ganz offene. Du musst aushalten, "die Böse" zu sein, die "Zerstörerin". Das kennen ganz viele Frauen - und Männer auch. Dann gilt es, den Kopf oben zu lassen und sich selbst zu vergewissern, dass man das nicht leichtfertig macht, sondern weil man kein menschliches Opfer der Lieblosigkeit sein will. Alle, die dich der Zerstörung bezichtigen, spüren in deinem Handeln auch nur ihre eigenen Ängste und bekämpfen sie dadurch, dass sie dich verurteilen.

Wenn du Vergewisserung brauchst, hol dir therapeutischen Beistand in einer Kurzzeit-Therapie.

Alles Liebe für dich.
 
  • #27
Liebe FS,

ich habe es nach 20 Jahren Ehe (keine Kinder, aber Immobilie) geschafft, indem ich mir klarmachte, dass ich mit diesem Mann nicht bis zum Ende seines oder meines Lebens zusammenbleiben will.

Ich habe die Trennung eingeleitet (getrennte Schlafzimmer, mich erklären, Scheidungsfolgevertrag) und durchgezogen, finanziell fair für beide, emotional rücksichtslos (er hat mich betrogen, also war ich frei von sozialen Pflichten).

Ich habe einfach gesagt, dass es vorbei ist, als mir das klar war und die Trennung und Scheidung eingeleitet.
Ich habe das nach Deinen alten Erzählungen leider anders in Erinnerung.

Der Mann wurde gezwungen, sich von seiner Geliebten zu trennen. Dazu musste er ein richtiger A. sein. Er tat es, weil ihm die Fortsetzung der Ehe in Aussicht gestellt wurde. Die Ehefrau beschloss nun aber, dass sie mit einem solchen A. (Verhalten gegenüber der Geliebten) nicht ihr Leben verbringen wollte. Wog den Mann in Sicherheit, plante die Trennung im Geheimen (Beiseiteschaffen von Unterlagen, Unterlagen kopieren, etc.) und stellte, als alles abgeschlossen war, den Mann vor vollendete Tatsachen.

Er hatte keine Chance und musste scheidungsfolgenmäßig fressen, was ihm angeboten wurde - ob die Vereinbarung fair war, habe ich vergessen.
 
  • #28
Hmm, wie habe ich die Trennung geschafft?
Bei meinem ersten Freund habe ich mich nach 4 Jahren von ihm getrennt. Er hat zwar die Trennung ausgesprochen aber es war nur die Reaktion auf mein Verhalten. Es war vom Winde verweht und für immer vorbei. Ich habe mir eine Wohnung besorgt und alles was ich in meiner alten Wohnung hatte, ihm überlassen. Am Anfang dachte er, dass ich es nicht schaffe. Er dachte ich würde zurückkommen aber ich konnte es und ich tat es auch. Ich habe sehr viel geweint und es war nicht einfach, es war ein Gefühl zwischen Mitleid und Nostalgie. Aber es war vorbei und er hat es gespürt. Er hat gespürt, dass ich ihn nicht mehr liebe. Nach und nach haben wir uns daran gewohnt, er suchte sich eine neue Freundin und ich habe auch einen neuen Mann kennengelernt. Damals war es eben sehr einfach und die Männer blieben auch und wollten mich...
Die nächste Trennung war aus Trotz. Ich war auch noch jung und dachte mir, ich konnte jeden Mann in zwei Sekunden ersetzen. Mein Freund war wunderbar, wir hatten sehr viele Gemeinsamkeiten und haben eigentlich gut zusammengepasst. Das Problem war nur, dass ich älter war und auch im Studium weiter. Ich konnte ihn nicht ernst nehmen und vielleicht wollte ich auch nur Sex. Damals war mir aber all das gar nicht bewusst. Er war jedenfalls sehr begehrt bei den Frauen und er ließ mich auch spüren, dass es auch andere Frauen gibt. Ich stellte ihm ein Ultimatum, er solle bitte mit den anderen Frauen nicht mehr flirten und sich nur auf mich konzentrieren sonst würde ich auch mit anderen Männern flirten. Er war der Meinung, dass ich es nicht hin bekommen würde. Wieder mal, ich konnte es und ich tat es auch..... Die Trennung von ihm war trotzdem sehr schmerzhaft und es hat mich sehr verändert.
Die dritte, vierte, fünfte und sechste Trennungen haben nicht richtig geklappt. Es war jedes Mal so, dass wir (mein Freund und ich) uns nach ein paar Tagen wiedergesehen haben und es ging wieder von vorne los. Danach haben wir geheiratet. Im Nachhinein denke ich, dass es ein Fehler war. Aber ich habe auch keinen Vergleich.
Ich stelle gerade fest, dass ich nie mit mir ehrlich war. Es konnte gar nicht klappen, denn ich war und bin zum Heiraten und Hausfrauen Leben nie geeignet gewesen. Irgendwann hat er ein Auslandsjahr gehabt und ich blieb in Deutschland und meine Mutter kam zu mir und ich muss ehrlich sagen, es war die schönste Zeit meines Lebens gewesen. Ich war GLÜCKLICH. Leider bin ich irgendwann wieder zu ihm zurück, in meiner unglücklichen kleinen Welt. Vielleicht dachte ich, dass es mein Leben ist und ich keine andere Wahl habe. Es ist nun 22 Jahre her. Wir sind seit 6 Jahren getrennt aber noch nicht geschieden. Ich denke, dass es Zeit wird.
Fazit: Ich denke, dass eine Trennung ein Prozess ist. Manchmal dauert es nicht so lange und manchmal ist dieser Prozess langsam. Letztendlich ist aber alles eine Frage der inneren Entscheidung.
 
  • #29
Es konnte gar nicht klappen, denn ich war und bin zum Heiraten und Hausfrauen Leben nie geeignet gewesen. Irgendwann hat er ein Auslandsjahr gehabt und ich blieb in Deutschland und meine Mutter kam zu mir und ich muss ehrlich sagen, es war die schönste Zeit meines Lebens gewesen. Ich war GLÜCKLICH. Leider bin ich irgendwann wieder zu ihm zurück, in meiner unglücklichen kleinen Welt. Vielleicht dachte ich, dass es mein Leben ist und ich keine andere Wahl habe. Es ist nun 22 Jahre her. Wir sind seit 6 Jahren getrennt aber noch nicht geschieden. Ich denke, dass es Zeit wird.
Fazit: Ich denke, dass eine Trennung ein Prozess ist. Manchmal dauert es nicht so lange und manchmal ist dieser Prozess langsam. Letztendlich ist aber alles eine Frage der inneren Entscheidung.

Ich bin ja nun mit meinen zarten Mitte 30 zum Schluss gekommen dass unglaublich viele Frauen langfristig unglücklich mit Ehe, Hausfrauendasein und Kindern sind.
Ich beobachte es in meiner Umgebung. Anfangs Hormonrausch, romantische Gehirnvernebelung und Bilder aus der Rama Werbung mit Haus, Hund, Kind etc.
Und nach einiger Zeit erodiert alles. Man kommt nicht mehr raus. Die Kräfte schwinden. Die Liebe schwindet. Man hat das Gefühl sein Leben und sein Potenzial in dem Familienquark zu verschwenden. Früher war diese Lebensform für Frauen vllt attraktiv weil es zumindest meist eine lebenslange materielle Versorgung garantierte als "Lohn" fuer die Zuwendung, Arbeit im Haushalt etc. Heute ist es einfach nicht klug, seine besten Jahre, seine Rente, seine beruflichen Träume unentgeltlich zu "opfern" fuer eine Rama Idylle.
Männer die in der Konstellation wirklich 50:50 Haushalt, Kinder, partnerschaftliche, sexuelles und emotionales mut fair play und freiwillig übernehmen gibt es, doch selten.
Mit Anfang 20 hab ich es anders gesehen. Aber wenn ich an die zahllosen unglücklichen Frauen denke die ich seither getroffen hab und die sich für Rama "geopfert" haben...seitdem hab ich andere Wünsche ans Leben.
Liebe ist fuer mich ein Kind der Freiheit, des Respekts und des gegenseitigen Wohlwollens.
Nicht mehr und nicht weniger.
 
  • #30
Vielen Dank für eure Antworten, da sind wirklich viele gute Ansätze und Tipps dabei.
Und danke dass Ihr eure Erfahrungen so offen teilt!


Missverstanden worden ist sicherlich dass ich den Kindern Schuld gebe an unserem Auseinanderleben - Die Kinder haben hier definitiv keine Schuld! Es belastet mich nur sehr Ihnen mit einer Trennung weh zu tun.

Zu euren Fragen:
Wenn mein Mann keine Kinder und Heirat etc. gewollt hätte, hätte das mit uns sicher nicht funktioniert beziehungsweise überhaupt begonnen. Unser Lebensplan war stimmig.

Ab einem gewissen Punkt habe ich mich aber emotional von ihm entfernt ohne es zu Beginn selbst zu merken...

Es fehlten gute Gespräche, auch die körperliche Nähe war mir nicht mehr wichtig, ich fühlte mich wohl wenn ich alleine war, hatte oft das Gefühl nicht verstanden zu werden... Es ist wohl ein Mix aus vielen Kleinigkeiten, Und wenn man sich dann dem Partner nicht mehr mitteilen kann, verhärtet sich alles...

Und ja, ich bin berufstätig und mir ist definitiv nicht langweilig!

All das was ich mit dem neuen Mann gut besprechen kann, ging mit meinem Partner einfach nicht und geht auch jetzt nicht. Und er ist in einer passiven Haltung und wartet einfach ab was ich als Nächstes tue.
Vermutlich weil er nicht weiß was er selbst tun soll.

Ich habe jedenfalls vor heute Abend ein Gespräch mit ihm zu führen.
 
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