• #1

Wie geht man mit Trauer und Abgrenzung um?

Liebes Forum,

ich habe eine toxische und abhängige Beziehung hinter mir, welche mit einem immer noch währendem Trennugsprozess Spuren hinterlassen hat. Mein Expartner, diagnostizierter Narzisst, manipuliert an vielen Enden und Ecken und bindet mich (und ich lass es mit mir machen) gedanklich wieder so an ihn, dass der Alltag erlahmt ist.

Nach emotionalen Epressungen und Sprachnachrichten folgte eine gewisse Ruhe - auf die ich dummerweise "einging" und mich bei ihm wegen den übrig gebliebenden Habseligkeiten meldete. Fehler.

Kurz und knapp: Vor ein paar Tagen bat, nein, flehte er darum, mich noch einmal zu sehen. Und ihn am gestrigen Tag bitte anzurufen, sei es sein Herzenswunsch.
Ich entschied mich nur für den Anruf, ein Aufeinandertreffen ist nicht gut. Und so probierte ich es - ein paar Mal, ehe er mich sogar wegdrückte. Enttäuscht über ihn, über mich, packte ich heute die Habseligkeiten zusammen und brachte sie zu ihm. Ein kurzes Sehen erfolgte, er blockte jede Frage ab, sagte, ich solle gehen, möchte mich nicht sehen, mit mir nicht reden.

Und was ist geblieben? Mal wieder eine viel zu empfindlichee Empathin, der sich nun Gedanken macht, ob sie nicht Schuld an seinem völligen Kontaktabbruch ist - von Abgrenzung weit entfernt. Es ärgert mich, da er alles erreicht hat, was er wollte: Ich hatte mich getrennt, den Kontaktabbruch versucht durchtzsetzen. Er konnte es nicht verstehen, nicht akzeptieren. Und hat dadurch wieder die "Oberhand", die "Macht" erlangt. Ich ärgere mich, dass ich sie mir hab nehmen lassen. Und zugleich kann ich es kaum einsehen, dass jemand wahrhaftig solche Pläne schmiedet.

Erging es jemanden von euch ähnlich?

Tischlampe.
 
  • #2
Er hat nicht die Oberhand, er hat gar nichts. Du musst nur aufhören, in seinem Sinne zu ticken. Gegen die Niedertracht anderer Menschen kann man nichts ausrichten. Man sollte nur nicht in den folgenden Beziehungen den jeweils neuen Mann für die Defizite des Vorgängers bestrafen wollen. Jeder Mensch hat es verdient, dass man ihm vorbehaltlos und mit einem Vertrauensvorschuss begegnet...auch wenn man dann wieder enttäuscht werden kann. Was du für dich selbst bist, kann dir keiner nehmen.
 
  • #3
Es ärgert mich, da er alles erreicht hat, was er wollte: Ich hatte mich getrennt, den Kontaktabbruch versucht durchtzsetzen. Er konnte es nicht verstehen, nicht akzeptieren. Und hat dadurch wieder die "Oberhand", die "Macht" erlangt. Ich ärgere mich, dass ich sie mir hab nehmen lassen. Und zugleich kann ich es kaum einsehen, dass jemand wahrhaftig solche Pläne schmiedet.
Ich denke nicht, dass er das bewusst schmiedet. Er tickt so, dass nicht die andere Person die Oberhand hat über das, was passiert, sondern er. Nicht ER wird stehengelassen, sondern der andere.
Na wenn schon. Dadurch, dass Du es auch als Machtspiel erlebst, hat er Dich am Nasenring gehabt, denke ich. Denn wenn man nicht dafür "geeignet" ist, also soweit schon Lebenserfahrung gesammelt hat, dass das ein idiotisches Spielchen ist, bei dem man nicht glücklich wird, wird man einen solchen Mann nach einer Runde stehenlassen. Also nimm jetzt die Erfahrung, lern draus, ärgere Dich nicht weiter darüber, dass er Dich nun ausgetrickst hat, um die Macht wieder zu erlangen, und geh einfach. Du warst doch schon so weit, das war doch super. Nun hast Du es ganz beendet. Wenn er diesen "Triumph" noch brauchte, Dir zu beweisen, dass er Dich sowas von gar nicht sehen und sprechen will - wen kümmert das wirklich? Du willst ihm doch hoffentlich nichts (mehr) beweisen.

Es wird seine Zeit dauern, bis Du das verarbeitet hast. Denk aber bitte nicht, dass es nichts mit Dir zu tun hat und Du nur "Opfer" geworden bist. Irgendwas hat Dich ja fasziniert an dem Mann und wenn Du das nicht mit Dir klärst, wartet schon der nächste, weil Dich solche Männer noch immer faszinieren werden.
Lass Dir Zeit mit dem Aufdröseln der Beziehung und warum Du Dich hast manipulieren lassen. Hat er Dir das Gefühl gegeben, was ganz Besonderes zu sein, ohne dass Du so viel Selbstwertgefühl hast, Dich auch selbst als was ganz Besonderes zu sehen, obwohl Du Dich allgemein für besser als andere Frauen hältst? Oder wolltest Du glänzen mit ihm, dem Charismatischen? Finde raus, was es ist, das Dich so an ihn gebunden hat. Dann hat der Nächste keine Chance.
 
  • #4
Ich kann dein Gefühl zum Teil verstehen, aber es liegt auch größtenteils an dir.
An deine Gedanken und dein Gefühl "Macht" zu haben oder abzugeben.
Ich bin immer sehr vorsichtig, bei Menschen die von sich selbst schreiben, dass Sie Empathen sind und ihr Ex ein Narzisst. Dafür habe ich genügend Menschen erlebt, die solche Dinge behauptet haben und es zum größtenteil übertrieben war oder gar andersherum.
Damit will ich dich nicht angreifen, sondern evtl. schaust du selbst, ob du genügend reflektiert an eure Exbeziehung herangehst. Gut, liebe Fs, dass du dich getrennt hast, wenn dieser Mann dich unglücklich gemacht hat und er Spielchen spielt. Macht aber gibst du ihm nur, wenn du es mit dir machen lässt. Mein Ex hat auch oft mich heran geholt und wieder losgelassen. Er hatte Macht über mich und ich hab es mit mir machen lassen. Ein Narzisst war er trotzdem nicht, sondern in sich und seiner Liebe zu mir unsicher. Am Ende, hab ich ihn nicht mehr machen lassen. Ich hab mich darüber amüsiert und seine jetzigen Annäherungsversuche laufen ins Leere, weil keiner mit ihm spielt. Ich lasse keine Diskussionen zu, wieso und weshalb er das macht.
Ich reagiere nicht auf sein ambivalentes Verhalten. Am Ende hilft sonst auch blockieren und meiden, wenn man merkt, man ist nicht stark genug.
Weshalb man dann nicht stark genug ist, falsche Menschen aus seinem Leben zu streichen, sollte man aber für sich ergründen, bevor man sich in eine neue Beziehung stürzt.
Guten Heilungsprozess.
 
  • #5
Nicht mit der geschilderten Situation, aber damit, zu streng zu sein mit mir, wenn ich nicht sofort konsequent das unterlassen kann, von dem ich weiß, dass es nicht gut ist für mich. Okay, du hast dich wieder einlullen lassen, aber wichtig ist, es gelingt immer seltener - das stimmt doch, oder? Du brauchst Geduld, wenn du dich veränderst, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Einen der wichtigsten Schritte hast du ja schon gemacht: dir ist bewusst, wo es falsch läuft, und wo du zum Stärken deiner Grenzen ansetzen kannst, und das ist sehr viel Wert. Wenn du gute Grenzen hättest, wärst du ja nicht in einer toxischen Beziehung gewesen, und man muss es eben mühsam lernen, sie zu ziehen, wenn man keine oder schlechte hat. Also sei geduldig mit dir, wird schon!
 
  • #6
Wir wissen nicht was in ihm vorgeht. Du weisst was in dir vorgeht und kannst nur für dich entscheiden. Dh, für dich geht es darum in dir zu seinn bei dir zu sein, egal was er tut. So ein Spiel geht nur solange du mitspielst. Kümmere dich um dein leben und lass ihm seines.
 
  • #7
Wenn du schon »Tischlampe« heißt, beleuchte doch mal den ganzen Vorgang: Du hast dich - sicher nicht ohne Grund - von ihm getrennt. Er ist nicht ganz damit einverstanden (weil er derjenige sein will, der die Entscheidung trifft?), er nimmt wieder Kontakt zu dir auf, will dich sehen, wenigstens telefonieren ... und du gehst darauf ein.

Jetzt geht es dir schlecht, weil sich das Karussell erneut dreht.

Sei konsequent, entscheide, ob du die Trennung wirklich willst, pfeife auf die Rest-Dinge, die sich noch bei ihm befinden, lass dich nicht weiter manipulieren, brich alle Kontakte (Telefon, Netzwerke ...) ab, blockiere ihn und werde ohne ihn glücklich!
Genau das passiert überall auf der Welt, täglich.
 
  • #8
Hallo Tischlampe,

ich sehe da nur eine Möglichkeit: Du musst dich emotional schützen lernen und Vorkehrungen treffen. Er darf dich nicht jederzeit kontaktieren können und aus der Bahn reißen dürfen! Mal angenommen er verschwindet, er könnte aber in 5 Jahren wieder auftauchen und wieder bei dir anklopfen um seine Spielchen weiter zu spielen. Solche Männer tun das! Solche Männern tun das auch in 15 Jahren nochmal. Sie klinken sich in dein Leben ein, wenn du denkst, du hast dich ausreichend gewappnet und alles überwunden. Sie kommen wieder und ziehen dich zurück, nur weil sie wissen, sie können es.

Seine ganzen Habseligkeiten und Geschenke solltest du in eine Paket packen und ihm schicken. Kein Treffen!
Ändere deine Telefonnummer! Es hilft auch schon, einfach den Telefonstecker zu ziehen. Allein ein Klingeln kann dich aus der Bahn werfen, das weißt du.
Es geht darum, dass er über dich sehr viel Macht hat, allein dadurch, dass er Kontaktmöglichkeiten hat.
Briefe und Mails UNGELESEN lösen!
Anrufbeantworter ausschalten!
Internet-Profile abändern. Keine Realnamen mehr verwenden. Ihn überall blockieren und seine Freunde aus deinem Leben ebenfalls entfernen.

Wer sich schützen will, kann sich schützen, aber Personen wie du genießen manchmal gerne das Spiel und geben sich offen wie en Buch, weil sie denken, sie sind stark genug, dem standzuhalten. Erkenne jetzt: du bist es nicht und du brauchst deinen wohlverdienen Frieden vor solchen Menschen!

Du bist so einem Mann keine Empathie und keine Gespräche schuldig. Wenn es ihm schlecht geht und er kränkelnd auf dem Boden kriecht, darfst du gerne winkend an ihm vorbeilaufen, Hauptsache du reichst ihm keine helfende Hand. Er ist ein Parasit. Dieser Mann würde dich in seinem eigenen Sterbebett noch kaputt machen und manipulieren. Es ist wichtig, das zu erkennen, und niemals mit ihm Mitleid zu haben, weil es ihm schlecht geht. Er spielt nämlich mit dieser Tatsache auf Kosten deiner Gesundheit, deiner Liebe, deiner Zeit. Er liebt es, dich kaputt zu machen und leiden zu sehen, denn er will dich zerstören.
 
  • #9
Liebe Tischlampe,

Du sprichst mir aus dem Herzen, denn ich leide auch gerade unter Trauer nach Trennung von einem toxischen und parasitären Partner. Erstmal mein Beileid und Mitgefühl! Mir hat sehr ein Buch geholfen: Monica Celik, Kaltes Herz: Narzisstischen Missbrauch überwinden. Allgemein wird ja gesagt, dass man nach einer toxischen Beziehung jeglichen Kontakt abbrechen soll. Ich selbst habe meinen Ex jedoch nicht blockiert, weil ich das affig finde und nicht beleidigt wirken will. Ich denke es hilft, wenn man sich einfach sagt, jetzt stecke ich alle Energie, die ich vorher in den Energievampir gesteckt habe, in mich selbst. Ich mache mir endlich wieder Gedanken über mich selbst. Der Energievampir ist unglaublich schädlich, aber trotzdem suchterregend wie andere Suchtsubstanzen. Du musst Dich genauso von ihm entziehen. Die Substanz muss langfristig aus Dir verschwinden. Andere Substanzen müssen an deren Stelle treten.

Nein, Du bist nicht schuld! Weder daran, dass Du auf ihn reingeflogen bist, noch an schlechten Entwicklungen in Eurer Beziehung oder an der Trennung, die Dein Ex vermutlich provoziert hat. Du wirst Dich nicht danach fühlen, aber zwinge Dich selbst, mit anderen Menschen zu reden, auszugehen, Dinge zu unternehmen, und schäme Dich nicht, auch über Deine seelischen Schmerzen zu reden. Man trifft auf mehr Verständnis, als man erahnen kann, denn so mancher Mitmensch hatte auch schon eine toxische Beziehung und kennt das damit verbundene Leid. Ich habe mich zwischenzeitlich schon gefragt, ob man im Internet eine Selbsthilfegruppe einrichten soll.

Nach vorne betrachtet geht es jetzt für Dich um folgendes: 1. Trennung hinter Dir lassen (Du darfst übrigens trauern und das Trauern sogar bewusst wahrnehmen, bemitleide Dich ruhig ein bisschen selbst!), 2. Selbstwertgefühl wieder aufbauen, 3. ins Leben finden, 4. den Ex vergessen, 5. irgendwann jemanden kennenlernen, der Dich wirklich wertschätzt und nicht nur als Instrument seiner Selbstbestätigung benutzt.

Alles Liebe, Du schaffst es!
 
  • #10
Liebe Tischlampe. Das Problem ist im Grunde nicht er. Das bist DU!! Du wirst schon Deine gravierenden Themen haben, die Dich dazu veranlassen, Dir ein derartiges Verhalten bieten zu lassen. Und nein, dann bekommt er auch noch eine Gelegenheit, Dich nochmals zu demütigen. Und zwar so lange, bis auch Du es kapiert hast.

Bis es so weit ist, könntest Du Dir, vielleicht auch mit fremder Hilfe, mal darüber klar werden warum Du Dir sowas gefallen lässt. Gesund ist das nicht. Und normal auch nicht.

Er hat sich Dich nicht umsonst ausgesucht. Narzissten haben ein absolutes Gespür dafür, mit wem sie es machen können. Da ist er völlig richtig gelegen. Es heisst, sie suchten sich immer ihren Co-Narzissten, ihren Komplementär, gerne mal Partner mit abhängiger Persönlichkeitsstruktur. Vielleicht ist das ja mal ein Ansatz für Dich. Viel Glück.
 
  • #11
Erst einmal vielen Dank für eure Antworten! Sie taten meiner Seele gut.

Denk aber bitte nicht, dass es nichts mit Dir zu tun hat und Du nur "Opfer" geworden bist. Irgendwas hat Dich ja fasziniert an dem Mann und wenn Du das nicht mit Dir klärst, wartet schon der nächste, weil Dich solche Männer noch immer faszinieren werden.
Lass Dir Zeit mit dem Aufdröseln der Beziehung und warum Du Dich hast manipulieren lassen. Hat er Dir das Gefühl gegeben, was ganz Besonderes zu sein, ohne dass Du so viel Selbstwertgefühl hast, Dich auch selbst als was ganz Besonderes zu sehen, obwohl Du Dich allgemein für besser als andere Frauen hältst? Oder wolltest Du glänzen mit ihm, dem Charismatischen? Finde raus, was es ist, das Dich so an ihn gebunden hat. Dann hat der Nächste keine Chance.

Ja, dem bin ich mir (leider) bereits bewusst. Nach meiner letzten Beziehung, die ähnlich verlief, war ich ein Jahr in Therapie. Diesesmal habe ich den Punkt viel früher erkannt und konnte eher meine Grenzen setzen - immer hin. Viel "schlimmer" war es, dass ich durch die Therapie genau wusste, wann ich etwas "falsch" mache - und mache es dennoch. Der springende Punkt jedoch ist, dass ich erneut in so eine Beziehung geraten bin. Um eben dies zu ergründen, habe ich die Therapie wieder aufgenommen.

MOD: Bitte halten Sie sich andie Zeichenbegrenzung. Mehrteilige Beiträge werden nicht veröffentlicht.
 
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  • #12
Sei milde mit dir! Sieh es dir nach! Sei gedanklich gut zu dir selbst, dann wirst du es auf kurz oder lang aus dieser Verbindung schaffen. Alles Gute
 
  • #13
Liebe Tischlampe, lass es gut sein. Es gab eine kleine Wiederholungschleife durch die letzte Begebenheit, aber nun bist du getrennt von ihm. Totaler Kontaktabbruch ist doch das, was du brauchst. Ob er nun einen Punkt mehr in euren Machtspielchen verbuchen kann, ist vollkommen egal, denn das wird keinen von euch beiden in 5 Jahren auch nur ansatzweise noch tangieren.
Der Tag, an dem du - ggf. mithilfe der Therapie - verstehst, dass du die Abhängigkeiten und Machtspielchen genauso gebraucht hast wie deine "narzisstischen" (Vorsicht, übrigens mit diesen Beurteilungen) Partner, ist der Tag, ab dem du offen sein wirst für andere Erfahrungen. Beginne gar nicht erst damit, die psychologischen Defekte deiner Ex-Partner in Internet-Foren bis ins Detail hinein zu analysieren, sondern konzentriere dich auf dich selbst und die Frage, warum du einen Hang zu toxischen Beziehungen hast.
 
  • #14
Viel "schlimmer" war es, dass ich durch die Therapie genau wusste, wann ich etwas "falsch" mache - und mache es dennoch. Der springende Punkt jedoch ist, dass ich erneut in so eine Beziehung geraten bin.
Wenn man was vom Kopf her erkannt hat, ist es meist nicht so, dass das Gefühl das sofort umsetzen kann. Du bist doch in dieser Beziehung schon viel besser gewesen, weil Du gemerkt hast, was falsch läuft. Das ist der Lernprozess. Manchmal macht man noch eine Runde mit noch einem Menschen und lernt wieder etwas.

Mir wäre es genauso gegangen, wenn ich mit dem Mann zusammen gekommen wäre, in den ich mich ein Jahr, nachdem mit meinem Ex Schluss war, verliebt hatte. Ich hatte die Fehler in der Exbeziehung erkannt, hätte aber wieder genauso reagiert und es aber gemerkt und versucht, dagegen zu steuern. Das wäre noch mal dieselbe Art Bez. gewesen und nur, weil es nicht zustande kommen konnte, habe ich die Erfahrung nicht praktisch gemacht, sondern durch die Verliebtheit und durch mir vorstellen, wie die Bez. von meiner Seite aus gesehen praktisch laufen würde, gemerkt, dass ich noch gar nicht gefestigt war mit meinen Erkenntnissen. Das brauchte noch Zeit und viel drüber nachdenken, bis das von der verstandesmäßigen Erkenntnis ins Gefühl überging.

Die wichtigste Erkenntnis ist wohl, dass man eine Bez., die einem nicht guttut, auch nicht leben sollte. Das eigene Leiden in der Beziehung also ernstnehmen und gefühlsmäßig nicht abhängig sein, dass man sie dann nicht beendet. Du hast es, wenn ich es richtig verstehe, gewusst, dass Du was falsch machst und hast es trotzdem gemacht. Ich denke, damit hast Du jetzt für Deine Gefühlswelt den Beweis, dass das Verharren in der Situation auch das Gefühl nicht glücklich macht. Vorher wusstest Du es von der Therapie her, vom Kopf her, und das Gefühl hinkte hinterher. Ich hab den Eindruck, jetzt geht beides zusammen, weil der Beweis ja da ist, dass es wirklich zu nichts führt, in so einer Situation zu bleiben.
Diesesmal habe ich den Punkt viel früher erkannt und konnte eher meine Grenzen setzen - immer hin
Ja, das ist meiner Ansicht nach der Fortschritt dabei.
Für mich ist das das Lernen im Leben. Nicht, irgendwas plötzlich wissen und zack - alles klappt. Sondern es beim nächsten Mal ein bisschen besser machen. Das hast Du gemacht. Und Du hast neue Sicherheiten erlangt, eher Deine Grenzen gesetzt. Völlig gut und richtig. Ich bin sicher, wenn Dir beim nächsten Mal sowas passiert, denkt nicht nur Dein Kopf "das ist doch falsch und wieder das gleiche", sondern Dein Gefühl sagt "nee, das kenn ich schon und bin überhaupt nicht mehr dran interessiert". Du WILLST solche Männer mit diesen Verhaltensweisen gar nicht mehr und musst das nicht mehr austesten, ob Du so glücklich werden kannst. Bislang hatten sie ja noch eine gewisse Anziehungskraft.

Da wünsch ich Dir viel Erfolg bei der Therapie!
 
  • #15
ob sie nicht Schuld an seinem völligen Kontaktabbruch ist - von Abgrenzung weit entfernt.

Eine Frage von Schuld stellt sich in solchen Beziehungen oder Situationen überhaupt nicht. Was es gibt ist Falsch und Richtig. Alles was den Kontaktabbruch zementiert ist Richtig. Falsch ist es dagegen über Schuld nachzudenken.

Diesesmal habe ich den Punkt viel früher erkannt und konnte eher meine Grenzen setzen - immer hin. Viel "schlimmer" war es, dass ich durch die Therapie genau wusste, wann ich etwas "falsch" mache - und mache es dennoch. Der springende Punkt jedoch ist, dass ich erneut in so eine Beziehung geraten bin. Um eben dies zu ergründen, habe ich die Therapie wieder aufgenommen.

Cluster B Gestörte Persönlichkeiten (dazu gehören auch Menschen mit einer diagnostizierten narzisstischen Persönlichkeitsstörung) riechen quasi Menschen mit einem Helfersyndrom oder ähnlichen Neigungen. Du bist wahrscheinlich in deiner Lebesgeschichte darauf konditioniert worden helfen zu wollen.

Da bist du nicht der einzige Mensch dem so etwas passiert. Im Thread https://www.elitepartner.de/forum/frage/warum-denn-so-emotional.75663/ geht es z.B. um jemanden der an eine Frau geraten ist, die möglicherweise eine Borderline Störung hat. Auch dieser Mann hat zunächst Schuld bei sich gesucht und versucht diese Beziehung durch Anpassung zu retten.

Du solltest bei künftigen Beziehungsanbahnungen auf Warnsignale achten aber trotzdem versuchen, nicht auf Grund dieser Erfahrungen beziehungsängtlich zu werden und Menschen unter eine Generalverdacht zu stellen.

Im übrigen ist es gut, dass du deine Therapie wieder aufgenommen hast. Daneben solltest du alle Ratschläge für einen Nullkontakt hier befolgen. Im Grunde ist dir das wahrscheinlich selbst klar.

Du hast einen Fehler gemacht. Du hast aber keine Schuld.
 
  • #16
Es muss Dir egal sein, wie er über Dich denkt.
Hole Dir einfach Deine Sachen, wenn er mal da ist und dann ist Schluss.

Du führst in Zukunft Dein eigenes Leben, lass den Narzissten einfach hinter Dir und habe auch einfach keinen Kontakt mehr mit dem Typ.

Denke daran:
Keine Nachricht, kein Telefonanruf und keine SMS müssen beantwortet werden.Wenn er vor Deiner haustür steht, rufst Du die Polizei.

Es ist Dein Leben von jetzt an.
Du bestimmst.
 
  • #17
Naja, du hattest einen Rückfall, so wie es Süchtigen halt gehen kann.

Hier sagen einige 'du muss nur...' und Du musst halt einfach...' Es ist eben nicht nur und einfach.
Man kann auch zu einem trockenen Alkoholiker sagen 'du musst halt einfach nach dem ersten Glas aufhören'. Guter Witz.
Oder zu einem Dicken 'iß doch einfach weniger und treibe mehr Sport' Ebenso guter Witz.
Du hast diese Schwachstelle und damit wirst du sicher dein Leben lang kämpfen.
Kann sein, dass wenn du über diesen Mann hinweg bist, das wirst du ganz sicher irgendwann sein, dann kommt der nächste, von dem du dich demütigen lässt und nach dessen Pfeife du tanzt.
Das muss kein Sexualpartner sein, es könnte auch eine Freundin sein oder dein Chef.

Wir tragen alle unser Päckchen um Herrn @neverever zu zitieren.
Alles Gute.

w 50
 
  • #18
Cluster B Gestörte Persönlichkeiten (dazu gehören auch Menschen mit einer diagnostizierten narzisstischen Persönlichkeitsstörung) riechen quasi Menschen mit einem Helfersyndrom oder ähnlichen Neigungen. Du bist wahrscheinlich in deiner Lebesgeschichte darauf konditioniert worden helfen zu wollen.
Du hast absolut Recht. Und leider habe ich auch diese Eigenschaft. Für einen Betroffenen ist es wirklich schlimm, nicht nur unter solchen gestörten Menschen zu leiden, sondern sich dann auch noch vorhalten zu lassen, wieso er an solche Menschen gerät - als ob es seine Schuld wäre. Ich frage mich manchmal in der Tat, was an Leuten, die "Helfen" in ihrer Genetik haben (meines Erachtens gibt es eine sehr starke genetische Komponente), diese Anziehung auf Psychos verursacht. Sind es die Gesichtszüge, oder ist es gar eine hormonelle Komponente? Wenn ich von einem Mann angesprochen oder gar nach meiner Telefonnummer gefragt werde, gehen bei mir mittlerweile sofort alle Alarmglocken an. Neuestes Beispiel: Ich gehe schwimmen. Mit mir in der Bahn ein großer Mann und recht guter Schwimmer. Ich mache nichts weiter als schwimmen (mit Bademütze und Schwimmbrille). Dieser Herr drängt sich mir aber zunehmend auf, wartet am Rand auf Ansprache, setzt sich auf den Schwimmbadrand, um seinen Schwimmerkörper zu demonstrieren (schön war er vielleicht früher mal ...), und will offenbar reden. Nach kürzester Zeit beginnt er, mir von all seinen Wettkampferfolgen zur erzählen und will meine Nummer haben. Ich tue, als hätte ich die Frage nach der Nummer nicht gehört, und schwimme weiter. Erleichterung, er verlässt das Becken. Nachdem ich mit dem Training fertig bin, sehe ich, dass er neben dem Schwimmbecken auf einer Liege sitzt und offenbar auf mich wartet. Er schießt direkt auf mich zu und stellt eine dumme Frage. Ich schicke ihn mit einem Trick weg und verstecke mich im Aufzug. Vorher ist es ihm aber gelungen, mir eine seiner Logo-Wettkampfbademützen zu "schenken". Nachdem ich lange genug im Aufzug gewartet habe, begebe ich mich in die Damenumkleiden. Auf dem Weg dorthin von ihm zum Glück keine Spur mehr. In der Dusche lasse ich mir absichtlich alle Zeit der Welt. Am Ausgang erblicke ich ihn aber wieder. Er wartet auf einer Couch und schaut in die Richtung, aus der ich komme. Vermutlich auf mich?? Auch noch ein Stalker! Ich ziehe die Mütze ins Gesicht, den Mantelkragen hoch, schaue woanders hin und flüchte unerkannt. Immerhin habe ich ihn erfolgreich abgeschüttelt. Aber wo war zuvor der Fehler?
 
  • #19
Ich empfehle Dir mal das Buch: Die Liebe empathischer Menschen, die Gratwanderung zwischen wahrer Liebe und seelischer Verletzungen von Luca Rohleder. Da wird auf die Besonderheiten von empathischen Menschen eingegangen und warum sie immer wieder auf solche Typen reinfallen. Wie ich übrigens auch gerade.

Außerdem ist es wichtig, wenn Du nicht wieder auf so einen Typen reinfallen willst, nicht nur zu erkennen, dass es wieder so weit ist, sondern Dir alternative Handlungen zurechtzulegen. Damit Du nicht erst wieder in alte Gewohnheiten fällst und Dich hinterher ärgerst.
 
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  • #20
....drängt sich mir aber zunehmend auf...Nach kürzester Zeit beginnt er, mir von all seinen Wettkampferfolgen zur erzählen...
Du fandest ihn also doof und warst genervt.
Aber du hast ihn das offenbar nicht wissen lassen, vielmehr hast du dich länger mit ihm unterhalten.

Ich tue, als hätte ich die Frage nach der Nummer nicht gehört....Ich schicke ihn mit einem Trick weg und verstecke mich im Aufzug....Nachdem ich lange genug im Aufzug gewartet habe....In der Dusche lasse ich mir absichtlich alle Zeit der Welt. ...und flüchte unerkannt.
Du hast dich klein gemacht.

Du hast dein Recht, mit diesem Mann keinen Kontakt haben zu wollen, nicht verteidigt, sondern vielmehr eine vermeintliche Pflicht dazu anerkannt.
Warst du möglicherweise beim vorangegangen Gespräch am Beckenrand höflich und freundlich ? Hast gelächelt ? Hast zur Angabe seiner Erfolge anerkennend genickt ?
Wie sollte der arme Kerl denn erkennen, dass du ihn doof findest und nichts mit ihm zu tun haben willst ?

Hier gibt es manchmal Threads, in denen ein Mann vom schleppenden Verlauf einer Beziehungsanbahnung erzählt und dann fragt, ob er aufgeben oder dranbleiben soll.
Die Frauen sagen dann i.d.R. 'wenn die Frau dir nicht antwortet und dich nicht küssen wollte..., dann ist es eindeutig, lass sie in Ruhe', während die wenigen Männer sich die Sache in ihrem Sinne schönreden und was von 'sie will erobert werden, bleib dran' phantasieren.

Wenn du dich künftig nicht mehr kleinlaut aus der Affaire ziehen und im Aufzug verstecken willst, musst du lernen, dich deutlich zu positionieren.
Im Beispiel: er textet dich zu und sobald dich das nervt und du weißt, dass du ihn nicht kennenlernen willst, sagst du höflich, 'sei mir nicht böse, aber ich bin nicht zum reden hier, ich schwimme jetzt weiter und dann muss ich nach Hause'.
Und keine Entschuldigungs-Gesten oder Lächeln.
Wenn er nach der Nummer fragt, nicht so tun, als hättest du es nicht gehört, sondern deutlich werden: 'was ? Nee, kein Interesse'.

Jemand macht dir Angebote und darfst entscheiden, welche du annimmst.
Und du musst dann auch nicht entweder das Gesamtpaket nehmen oder es lassen, sondern kannst Zwischenstufen akzeptieren.
Wenn dich also ein freundlicher Mensch im Schwimmbad anspricht, was ja vielleicht auch schön ist, dann musst du nicht allein schwimmen, kannst du dort schön mit ihm plaudern. Aber du kannst trotzdem die Herausgabe deiner Nummer verweigern 'och, wozu soll das gut sein ? Lass uns doch einfach hier nett plaudern'.
Du musst auch nicht mit ihm danach noch was trinken.
Oder nur in der Cafeteria des Schwimmbads, aber nicht am folgenden WE in einer Bar.
Vor allem, du MUSST gar nichts.
Je nach Sachlage nicht mal höflich sein.

Zu diesem Mann wäre ich aber höflich geblieben, er hat sich nicht ungehörig verhalten.

w 50
 
  • #21
Ich danke Euch allen sehr für Eure Beiträge - sie spendeten Trost, öffenten mir teilweise die Augen, legten den Grundstein für neue Herausforderungen und auch die unverschönten, direkten Beiträge taten genau das, was sie bezwecken sollten: Dort treffen, wo der Wunde Punkt ist. Und das ist auch gut so.

Ich habe seither mich viel mit Komplementärnarzissmus beschäfigt, dependenten Persönlichkeitssmustern (Danke @Moona) und werde dieses in der Therapie aktiv angehen - es wird ein langer Prozess, aber ich freue mich bereits jetzt schon über mein zukünftiges Ich.

Einstweilen versuche ich noch mit dem Schmerz umzugehen und mein Kopf versucht vergeblich, eine Erklärung für sein Verhalten zu finden. Nach und nach schaffe es aber immer mehr, mich nicht in diese Gedanken zu verlieren und sie einfach passieren zu lassen. Es sind nicht mehr, als Bilder und Worte in meinem Kopf - nicht mehr als "Stories".

Letztlich bin ich auch dankbar, denn er hat mir mein Spiegelbild vor Augen gehalten - ich war sein komplementär. Und wie Du sagst, @void, jetzt habe ich es nicht nur im Kopf durchgespielt, sondern auch gefühlt.

Jetzt kümmere ich mich um mich. Ergründe meine Abhängigkeitsmuster und werde lernen, mich zu spüren, mir zu vertrauen und mir allein genug zu sein.

Danke an Alle!
 
  • #22
Ich glaube es
Du hast absolut Recht. Und leider habe ich auch diese Eigenschaft. Für einen Betroffenen ist es wirklich schlimm, nicht nur unter solchen gestörten Menschen zu leiden, sondern sich dann auch noch vorhalten zu lassen, wieso er an solche Menschen gerät - als ob es seine Schuld wäre. Ich frage mich manchmal in der Tat, was an Leuten, die "Helfen" in ihrer Genetik haben (meines Erachtens gibt es eine sehr starke genetische Komponente), diese Anziehung auf Psychos verursacht. Sind es die Gesichtszüge, oder ist es gar eine hormonelle Komponente? Wenn ich von einem Mann angesprochen oder gar nach meiner Telefonnummer gefragt werde, gehen bei mir mittlerweile sofort alle Alarmglocken an. Neuestes Beispiel: Ich gehe schwimmen. Mit mir in der Bahn ein großer Mann und recht guter Schwimmer. Ich mache nichts weiter als schwimmen (mit Bademütze und Schwimmbrille). Dieser Herr drängt sich mir aber zunehmend auf, wartet am Rand auf Ansprache, setzt sich auf den Schwimmbadrand, um seinen Schwimmerkörper zu demonstrieren (schön war er vielleicht früher mal ...), und will offenbar reden. Nach kürzester Zeit beginnt er, mir von all seinen Wettkampferfolgen zur erzählen und will meine Nummer haben. Ich tue, als hätte ich die Frage nach der Nummer nicht gehört, und schwimme weiter. Erleichterung, er verlässt das Becken. Nachdem ich mit dem Training fertig bin, sehe ich, dass er neben dem Schwimmbecken auf einer Liege sitzt und offenbar auf mich wartet. Er schießt direkt auf mich zu und stellt eine dumme Frage. Ich schicke ihn mit einem Trick weg und verstecke mich im Aufzug. Vorher ist es ihm aber gelungen, mir eine seiner Logo-Wettkampfbademützen zu "schenken". Nachdem ich lange genug im Aufzug gewartet habe, begebe ich mich in die Damenumkleiden. Auf dem Weg dorthin von ihm zum Glück keine Spur mehr. In der Dusche lasse ich mir absichtlich alle Zeit der Welt. Am Ausgang erblicke ich ihn aber wieder. Er wartet auf einer Couch und schaut in die Richtung, aus der ich komme. Vermutlich auf mich?? Auch noch ein Stalker! Ich ziehe die Mütze ins Gesicht, den Mantelkragen hoch, schaue woanders hin und flüchte unerkannt. Immerhin habe ich ihn erfolgreich abgeschüttelt. Aber wo war zuvor der Fehler?


Ich glaube es ist weniger die Genetik als das verhalten: zu verständnisvoll, zu höflich, und die Neigung Mitleid-Drama Opfern bereitwillig und kritiklos auf den Leim zu gehen. Ich selber arbeite an diesem verhalten. Und tue mir zunehmend leichter, diejenigen die wirklich! Hilfe brauchen von denen, die emotional Schmarotzen wollen zu unterscheiden. Auch ich habe Rückfälle u mache Fehler. Aber es wird besser.
 
  • #23
Sind es die Gesichtszüge, oder ist es gar eine hormonelle Komponente?
Es ist mE die Reaktion auf einen Versuch so eines Typen. Auch Körpersprache, aber ich bin sicher, diese Typen versuchen es auch bei Frauen mit normaler KS, wenn sie sich überlegen fühlen.
Freundliches Aussehen kann es mE nicht sein (wenn ich davon ausgehe, dass ich ein RBF habe).

Wo zuvor war der Fehler? Ich denke, die Normalen verwirrst Du mit Deinem Verhalten, Dich auf das Gespräch einzulassen, obwohl Du vielleicht sogar Widerwillen zeigst. Die können das nicht auseinanderdröseln, die zwei Botschaften, und dann nehmen sie das, was ihnen lieber ist - Du bist schüchtern oder launisch oder musst überzeugt werden, sie müssten nur dranbleiben, sich beweisen. Die Psychotypen sehen "oh, eine Frau, die sich in die Defensive drängen lässt, da hab ich leichtes Spiel".

Es ist immer eine heikle Sache. Wenn man zu schroff in seiner Ablehnung ist, lauert er vielleicht mit Rachegedanken, wenn man ängstlich-freundlich reagiert, bleibt er direkt dran.
Es muss freundlich, bestimmt und abweisend sein, und manchmal hilft nicht mal das. Wenn Frauen "nein" sagen, meinen sie "vielleicht", das spukt bei manchen noch im Kopf. Oder, dass Frauen keinen eigenen Willen haben und einen starken Mann wollen, der ihnen die Entscheidungen abnimmt - so auch die, ob man sich näher kennenlernt. Manchmal ist man auch seelisch geschwächt, und dann versuchen es selbst Typen, die sich sonst nie rangetraut hätten, mit Überreden und Nerven, weil sie merken, dass man darum bittet und bettelt, in Ruhe gelassen zu werden, statt zu vermitteln "hau ab, oder es passiert was".
So wie Du es beschrieben hast, klingt es aber generell für mich so, als wärst Du zu schnell defensiv (ganz unabhängig von dem Schwimmer). Wenn man sich nicht unterhalten will, darf man selbst das freundlich sagen. Es ist Dein Recht, Dich nicht unterhalten zu wollen. Ob man das üben kann, weiß ich nicht. Ich hab mir was abgeguckt.
Ich hab Leute beobachtet, die andere abgewimmelt haben, oder die mir einfach einen Korb gaben, wenn ich mal was gebraucht hätte, OBWOHL ich denen auch schon Gefallen getan hatte. Nicht mal die haben sich gefühlt, als schuldeten sie mir was. Es ist ein "sei nicht sauer, aber ..." . Ganz liebe Einleitung, liebes Lächeln und dann kommt die Absage. Deutlich formuliert. Die rennen nicht weg, die hören sich nicht erst sonstwas an. Das Freundliche ist nicht defensiv, sondern nur der Zuckerguss über dem NEIN-Hammer. Ob der Typ im Schwimmbad damit gleich abgehauen wär, weiß ich natürlich nicht, aber ich würde es mal so versuchen, statt mich erst "gesprächsbereit" zu zeigen und zu hoffen, der Typ würde von allein gehen.
 
  • #24
Hallo Tischlampe!

Ich glaube, so ging es jedem mindestens schon einmal!
Ein wichtiger Schritt im Umgang mit Narzissten: Lerne, dich niemals selbst zu kritisieren und lerne, dich vor niemanden zu rechtfertigen! Sich abzugrenzen ist ein langer Prozess! Du wirst immer wieder herbe Rückschritte machen, aber es jedes Mal ein Stück weit vorankommen.
Akzeptiere, dass es eben jetzt so gelaufen ist.
Du kannst immer an dir arbeiten.

Die Spuren, die jemand anderes in dir hinterlassen hast, müssen gar nicht wegradiert werden! Sie formen dich zu einem neuen, besseren Menschen, der lernt, besser auf sich aufzupassen. Sie sind dein Lehrmeister und werden dich lange begleiten!

Und jetzt zu deiner eigentlich wichtigen Aufgabe:
Narzissten brauchen jemanden, der offen für sie ist. Ohne Menschen, die immer nur das Gute im Menschen sehen und ihnen fortlaufend Chancen geben, können Narzissten nicht existieren! Vielleicht hier mal bisschen wachsamer sein, wer deine Liebe, Gespräche, Offenheit und Verständnis verdient hat. Narzissten suchen keine verschlossene Menschen. Dort prallen sie nämlich ab.
Und eigentlich ist es doch so einfach, sich gegen Narzissten zur Wehr zu setzen: totale Ignoranz! Das mildert diese Gemüter ab. Narzissten hören schlagartig auf, wenn sie keine Reaktion mehr bekommen oder Gleichgültigkeit, aber jede Reaktion stachelt sie wieder an. Lass sie das letzte Wort haben.
Gehe auf keinen Reiz und keine Beleidigung an. Es betrifft dich nicht. Narzissten suchen Aufmerksamkeit mit scharfen Bemerkungen. Sie leben davon, indem sie andere runter ziehen können und das geht nur, wenn der andere in das widerliche Gespräch mit einsteigt.

Am besten auch die Freundschaften zu seinen Freunden abbrechen und alles blockieren. Solche Leute kommen manchmal auf die Furz-Idee, ihre Freunde vorzuschicken, und dann klopfen die eben den Empath aus dir raus und du erklärst dich wieder ellenlang. Alles schon erlebt.
 
  • #25
! Ich ziehe die Mütze ins Gesicht, den Mantelkragen hoch, schaue woanders hin und flüchte unerkannt. Immerhin habe ich ihn erfolgreich abgeschüttelt. Aber wo war zuvor der Fehler

Der Fehler ist dieser Kindergarten.
An Anfang ein höfliches, klares - Danke, ich bin nicht interessiert. Und gut wäre es gewesen.
Tricks, Ausflüchte, verschwinden durch Klofenster, oder hier in die Umkleidekabine? Was soll das?!

Die Situation ist doch anders.
Da ist ein Mann, findet eine Frau interessant, sucht erst Blickkontakt, spricht sie dann an - klassischer Aufhänger das Schwimmen, - und fragt dann nach der Nummer, um sein Interesse zu bekunden.
Alles ganz normal, eigentlich schön wenn ein Mann sich noch traut.

So,, und an diesem Punkt kann Frau jetzt entscheiden, möchte sie diesen Mann kennen lernen oder nicht.
Bei Nein - dann z.B. Du, danke für das nette Gespräch, aber ich habe an weiterem kein Interesse. Tschüss.
Und dann einfach gehen, weiter schwimmen oder umziehen.

Es ist auch nicht genetisch bedingt, manche Menschen sind zwar vielleicht emotionaler als andere, aber
- Helfersyndrom
- unsichere Ausstrahlung mit allem unterschiedlichen Facetten
- Nicht Nein sagen können, keine Grenzen ziehen

Das zieht immer entsprechende Menschen an, wie sich generell bestimmte Menschen anziehen.
Und manchmal erfüllen sich von vornherein die negativen Prophezeiungen.
Wenn ich in jedem Mann gleich Psychos, Narzissten vermute, dann sehe ich sie auch so. Irgendetwas wird dieses Bild schon wieder bestätigen.

Bei der FS ist es eine etwas andere Geschichte.
Die FS ist auf dem Weg - Du schaffst es! - ihre destruktiven Muster zu erkennen und zu bearbeiten.
Es ist wichtig zu sehen, dass es in einem persönlich Komponenten gibt, die auf solche Typen anziehend wirken - und diese Komponenten an zu schauen.
Es ist aber genau so wichtig, sich jetzt nicht schuldig zu fühlen. Schuld und auch Verantwortung liegt primär hier beim Mann.
Die eigene Verantwortung ist "nur" - sich jetzt selbst liebevoll und achtsam um sich selbst zu kümmern.
Das Erlebte verarbeiten, die Muster anschauen und auflösen, Geduld mit sich haben
Und vor allem mit sich selbst liebevoll und wertschätzend umgehen, überhaupt erst mal zu lernen, sich selbst zu lieben.
 
  • #26
Hallo @Kathyberlin - das, was die anderen Beitragssteller Dir ans Herz gelegt haben, finde ich wertvoll! Versuche, die Worte zu verinnerlichen und schau für Dich, was Du davon annehmen kannst. Ich kenne Deine Situation nur zu gut, habe mich bis vor einem Jahr noch sehr ähnlich verhalten. Wichtig ist hier: Lerne Nein zu sagen - und dies auch zu fühlen.

Mir geht es immer besser - bis heute war auch Funkstille, nun kam eine Email von ihm. Ein Musterbeispiel für die Kniffe eines Narzissten, an die ich Euch gerne teilhaben lassen möchte (Bei dieser Mail musste ich an Deine Worte denken, @Martina698):

Guten Morgen XXX,

Ich habe vor einigen Tagen einen Hunde Züchter gefunden der am XXXX einen Wurf Welpen (3 Weiber, drei Jungs) bekommen hat. Aktuell sind sie also etwa 5 Wochen alt und werden mit ca. 8-9 Wochen abgegeben.

Ja, mich hat der Gedanke mit den Welpen nicht losgelassen:)
Der Züchter ist nicht weit von hier und ich habe mich entschieden mir die Tiere, den Züchter und die Eltern mal anzusehen. Morgen Nachmittag ist es soweit.

Ich habe noch keine Entscheidung getroffen. Auch morgen werde ich in der Sache noch keine Entscheidung treffen. Ich werde mir dafür noch ein paar Tage Zeit lassen.

Ich habe mit anderen gesprochen. Der überwiegende Tenor ist „das wird die Oma aufleben lassen“.
In den vergangenen Wochen war sie etwas ruhig. Das hat vermutlich mi der aktuellen Situation zu tun (keine Manipulation). Am WE hat sie ein paar Stunden mit einem bulgarischen Strassenköterwelpen verbracht der klein und sehr struppig ist und wenn man nicht genau hinguckt auch Ähnlichkeit mit Psychella haben könnte (keine Manipulation). Anfangs war sie eher genervt über die Spielversuche aber nach einer Weile hat sie durchaus mit Schwanzwedeln auf das Tier reagiert.

Da es sich ja nicht um den Kauf eines Autos handelt ist die Entscheidung nicht leicht. Natürlich kauf ich den Welpen auch wegen mir. Keine Frage. Aber mindestens zum gleichen Teil auch für die Oma.

Du kennst mich, mein Umfeld, die Oma und alles. Und du hast lang genug selber einen Hund. Ich wäre dir sehr dankbar wenn du mir deine Meinung hierzu sagen würdest. Eine nüchterne Einschätzung ohne die faltigen Knäuel anzuschauen.

Das muss auch nicht sofort sein da morgen wie gesagt garantiert nix von mir entschieden wird.
Falls du dich entscheidest mir deine Gedanken dazu mitzuteilen bitte ich dich sachlich zu sein. Ich weiß ja nun das du ein paar neue Englischbrocken gelernt hast und das ich mich ficken soll. Das musst du mir also nicht nochmal erklären.
Ich freue mich über deine Meinung.

XXX

P.S. Deinen Mantel habe ich dir am Freitag gewaschen & gebügelt per Post zugeschickt (keine Manipulation). Nur als Info falls du das Paket anzündest oder sprengen willst.

Kopfschüttelnd und zugleich amüsiert,
Tischlampe
 
  • #27
Na ja, ob es bewusste "Kniffe" sind, wer weiß, das können wir doch nicht beurteilen. Er weiß, dass du Hunde liebst, und jeder weiß, dass Welpen unwiderstehlich sind. Er respektiert die Kontaktsperre nicht, aber das können viele Menschen nicht, deswegen sind sie nicht gleich Narzissten. Gut, du sagst, er ist ein diagnostizierter Narzisst, aber das hier ist ein Alltagsproblem. Du antwortest einfach nicht mehr. Du hast ihm ja die Ansage gemacht, dass er bitte den Kontakt einstellen solle (offenbar nicht sachlich, aber okay). Und jetzt lässt du es. Wenn es die Welpen sind, die dich reizen, gehst du mit einer Freundin Welpen gucken.
Alles Gute!
 
  • #28
Das Freundliche ist nicht defensiv, sondern nur der Zuckerguss über dem NEIN-Hammer.
Manche brauchen es mitten auf die Zwölf, das stimmt. Aber ab wann weiß man das? Man muss ja nicht zu jedem Menschen unhöflich sein, nur weil man Angst haben muss, fies angebaggert zu werden? Die meisten "normalen" Männer merken doch, wenn die Frau kein Interesse hat. Ich werde trotzdem meine letzten Begegnungen im Kopf rekapitulieren und überlegen, wo die Stellschraube war. Mir fällt schon einmal ein Fall mit Telefonnummern austauschen und späterer sexueller Belästigung ein. Da war es aber so, dass ich den Typen, dem ich öfters mal beim Sport begegnet war, erstmal nicht unsympathisch fand und dache ich kann ihn mir ja mal ansehen. Der Chat entwickelte sich in rasender Geschwindigkeit in die falsche Richtung, während klar wurde, dass im Hinblick auf "Beziehung" überhaupt gar nichts passen würde. Ich habe ihm daraufhin geschrieben, dass ich das nicht will und den Chat hiermit beende. Aber den Kontakt nicht blockiert. Er meldete sich dann eine Woche später, hat sich entschuldigt und meinte er würde mich vermissen und wolle doch doch nur meine Freundschaft. Darauf bin ich eingegangen (FEHLER). Wir haben uns über ein paar Belanglosigkeiten ausgetauscht und - zack - ging es wieder los. Erst Andeutungen, dann die Frage nach einem Date und ob er mich küssen kann. Dann meinerseits klare Aussage NEIN, dann Ruhe. Übrigens gab es auch bei diesem Mann gewisse Hinweise auf Narzissmus. Zum Beispiel meinte er, alle Frauen würden sich immer sofort in ihn verlieben, und prahlte mit Freundschaft zu bekannten Persönlichkeiten. Ich habe ihn blockiert. Im Nachhinein fällt mir auf, dass er zwar hübsch ist, aber ein recht ausdrucksloses Gesicht und leere Augen hat. Bei mir ist Blockieren immer erst das allerletzte Mittel, weil ich mir nicht die Blöße geben will, "beleidigt" zu wirken. Vielleicht auch ein Fehler.
 
  • #29
Ich kann dich verstehen, dass du traurig bist aber du wolltest die Trennung und es ist das Beste, wenn Ihr keinen Kontakt mehr habt. Ok, du hast ihm seine Sachen gebracht und er hat sich daneben verhalten. Aber jetzt ist es vorbei. Die Entgiftung kann nun beginnen und du kannst dich nach und nach von ihm gedanklich verabschieden.
Es kommen besser Tage und schönere Gedanken. Manchmal kann man nichts tun außer jemanden loslassen. Er tat dir doch nicht gut und die Beziehung war vergiftet und krank. Beschäftige dich nicht mehr mit seinem Narzissmus. Es soll nicht mehr deine Baustelle sein. Du bist nun raus und das alleine zählt.
 
  • #30
@Rabentochter Ja, den Schuh ziehe ich mir an und in der Tat war dies ein erfolgreicher Schuh. Leider habe ich es nie gelernt, wütend zu sein. Und nach Wochen der ständigen Besonnenheit, sachlichen Argumentation ist mir endlich (!) auch mal die Hutschnur geplatzt und ich konnte wütend sein. In diesem Zusammenhang sind mir zwei Wörter aus dem Mund gerutscht, die sicher anders hätten formuliert werden können - aber die empfundene Wut war befreiend.

Nochmals Danke für Deine Worte!
Ich kann dich verstehen, dass du traurig bist aber du wolltest die Trennung und es ist das Beste, wenn Ihr keinen Kontakt mehr habt. Ok, du hast ihm seine Sachen gebracht und er hat sich daneben verhalten. Aber jetzt ist es vorbei. Die Entgiftung kann nun beginnen und du kannst dich nach und nach von ihm gedanklich verabschieden.
Es kommen besser Tage und schönere Gedanken. Manchmal kann man nichts tun außer jemanden loslassen. Er tat dir doch nicht gut und die Beziehung war vergiftet und krank. Beschäftige dich nicht mehr mit seinem Narzissmus. Es soll nicht mehr deine Baustelle sein. Du bist nun raus und das alleine zählt.
Ja, es ist nun alles SEIN Ding! Das muss ich noch verinnerlichen - dass es immer noch zum Teil Mein Ding ist, zeigt sich ja letztlich auch dadurch, dass ich seine Mail hier geschrieben haben. Daran muss ich noch arbeiten. Und ihn Sein lassen - im wahrsten Sinne des Wortes.

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