• #31
Meine letzte Beziehung dauerte 4,5 Jahre. Die Eltern hatten sich wechselseitig nie kennengelernt. Es lagen zwar mehrere Hundert Kilometern zwischen den Wohnsitzen, aber es wäre kein Problem gewesen, ein Treffen zu arrangieren, wenn meine Eltern zu Besuch bei uns waren. Ich habe einfach keine Notwendigkeit dafür gesehen. Das wäre eine unheimlich verkrampfte Veranstaltung geworden, auf die ich und wie ich meine alle Beteiligten getrost verzichten konnten. Gut kann ich verstehen, daß Eltern den Partner ihres Kindes kennenlernen wollen, wenn sich die Partnerschaft als dauerhaft erweist. Aber warum die Eltern? Warum ist es wichtig, aus welchem Elternhaus der Partner des Kindes kommt? Wird er dadurch ein anderer Mensch? Wenn das dazugehört, um sich ein Bild von diesem Partner zu machen, müßte ich dann nicht konsequenterweise auch die Großeltern, Geschwister und die Freunde dieses Partners und am besten die Freunde der Geschwister und deren Großeltern kennenlernen wollen?

Insbesondere wenn das Verhältnis zwischen der Fragestellerin und dem Freund der Tochter `verbesserungswürdig` ist, was seine Eltern sicher wissen, kann ich mir nicht vorstellen, daß ein gezieltes Kennenlernen in einen lustigen und harmonischen Abend münden würde. Da säßen sich Personen mit Ressentiments gegenüber und müßten sich zwangsweise wechselseitig bespaßen. Wenn sich irgendwann ein Treffen ergibt, sollte das zwanglos sein, wie auf einer Familienfeier, wo die Beteiligten ein paar Worte wechseln und sich beschnuppern können, aber nicht für zweieinhalb Stunden an einem Tisch sitzen müssen und Zwangskommunikation betreiben. Gerade falls auf beiden Seiten nur ein Elternteil beteiligt wäre, wird das Ganze ja noch verkrampfter.

Ich kann zwar die `Neugierde` der Fragestellerin verstehen, aber sie muß es akzeptieren, daß andere dies anders sehen. Das Verhalten dieses Vaters erscheint mir auch nicht ansatzweise unhöflich, denn die Etikette verlangen nicht, sich mit den Eltern des Partners des eigenen Kindes bekannt zu machen. Schon gar kann die Fragestellerin eine Einladung in den Privatbereich (Haus) des Vaters erwarten. Dies zu verlangen ist absolut grenzüberschreitend. Warum ist es befremdend, daß die Tochter die Wochenenden in einem Haus verbringt, in dem die Fragestellerin noch nie war? Das erscheint mir alles weit übertrieben einvernehmend. Die Tochter ist erwachsen, studiert und hat ein eigenes Leben.

Überhaupt nicht nachvollziehen kann ich die Enttäuschung über die Tochter. Was kann die dazu, daß die jeweiligen Eltern unterschiedliche Vorstellungen haben? Vielleicht ist der Vater des Freundes wirklich ein merkwürdiger kontaktscheuer Kautz. Was soll denn die Tochter da machen? Sie kann doch nicht erzwingen, was einer der Beteiligten ablehnt. Bei dem auf ein Kennenlernen und das Besichtigen des Hauses des Vaters gerichteten Anspruchsdenken der Fragestellerin, würde ich sie auch nicht kennenlernen wollen und erst Recht nie einladen.
 
G

Gast

  • #32
Liebe Fragestellerin, wenn ich Deine Frage richtig interpretiere, dann lebt der Vater offensichtlich allein in dem Haus, in das nun auch sein Sohn gezogen ist und sich Deine Tochter ebenfalls aufhält, richtig? Das heißt, dass die Eltern des jungen Mannes offenbar geschieden sind oder getrennt leben. Warum sonst sollten die jungen Leute ausschließlich mit dem Vater gemeinsam Urlaub machen. Die Mutter wird eindeutig nicht erwähnt.

Wenn ich richtig liege mit meiner Vermutung, dann erschwert das natürlich ein frühes Kennenlernen. Bei der Mutter scheint sich das Paar ja offenbar nicht so häufig aufzuhalten, sonst hätte ich gesagt, lade doch die Mutter mal zu einer Tasse Kaffee ein. Aber dadurch, dass Deine Tochter und ihr Freund offenbar fast ausschließlich Kontakt zu seinem Vater haben, ist das natürlich keine "normale" Familien-Situation.

Ich kenne es auch nur so, dass die Eltern des jungen Paares (wenn diese eine feste Beziehung haben) sich gegenseitig kennen lernen. In meiner Familie ist es dann üblich, diese Eltern auch mit zu runden Geburtstagen oder anderen Familienfesten, die größer gefeiert werden, einzuladen.

Meine Eltern und Schwiegereltern haben sich auch seinerzeit kennen gelernt, als wir uns einig waren, zusammenbleiben zu wollen. Sie waren danach -bis zu ihrem Tod- so befreundet, dass die beiden Elternnpaare auch gemeinsam in Urlaub gefahren sind und sich natürlich auch gegeseitig besucht haben, ohne, dass wir jungen Leute dabei waren.

Allerdings wechselte man, als ich jung war, auch nicht alle paar Monate in eine neue Beziehung. Insofern war das Kennenlernen schon ein sicheres, äußeres Zeichen, dass es jetzt "ernst wurde".....!
 
  • #33
@#30: "Das Verhalten dieses Vaters erscheint mir auch nicht ansatzweise unhöflich, denn die Etikette verlangen nicht, sich mit den Eltern des Partners des eigenen Kindes bekannt zu machen."

Das darf sich dann vielleicht so äußern, dass von Seiten des Vaters nie eine Einladung ausgesprochen wird oder sonst irgendeine Initiative ausgeht. Hier ging die Initiative aber ja von der Fragestellerin aus und da kann man IMHO nicht so schroff abweisend reagieren, wie das gemacht wurde. Das ist für mich sehr wohl ein Verstoß gegen die Höflichkeitsetikette.

Man könnte so ein Treffen ja auch nutzen, um eventuelle Vorbehalte aus dem Weg zu räumen. Vielleicht stellt sich ja auch heraus, dass die Kids nur Quatsch über die FS erzählt haben. Also ich würde mich da sehr wohl auf ein Treffen einlassen, wenn ich in derselben Stadt wohnen würde. Wenn dann tatsächlich die Chemie nicht stimmt, würde es bei dem einen Treffen bleiben.
 
  • #34
@#32 Falls es wirklich eine Einladung der Fragestellerin oder eine konkrete Anregung zu einem Teffen auf neutralem Boden gab, hast Du Recht. Dann wäre die Zurückweisung grob unhöflich. Da ist die Fragestellung aber uneindeutig. Eine konkrete Initiative im Sinne einer Einladung gegenüber dem Vater schildert die Fragestellerin nämlich nicht. Ich habe es so verstanden, daß die Fragestellerin gerne einmal in das Haus eingeladen werden möchte (`... in einem Haus ihre Wochenenden verbringt, in das ich bis heute nicht einmal eingeladen worden bin.`) und nicht, daß sie eine Einladung ausgebracht hat. Dann fände ich das Verhalten des Vaters okay.

Es kommt darauf an, wie die Aussage des Vaters `Kennenlernen erst zur Hochzeit` zu verstehen ist. Ist es eine Zurückweisung einer konkreten Einladung oder wollte der Vater nur ausdrücken, daß er bis zu einer Hochzeit kein großes Interesse hat und daher auch keinerlei Initiative an den Tag legen wird.

Vermutlich sind wir vor diesem Hintergrund in der Bewertung ohnehin einig, nur daß wir den Sachverhalt unterschiedlich verstanden haben.
 
  • #35
wenn du seine Eltern kennen lernst, dann lade sie ein. Wenn sie nicht kommen dann kannst du vielleicht von Unhöflichkeit sprechen. Das Eltern sich gegenseitig kennen lernen ist ja nun wirklich erst sehr spät üblich. Meist gibt es dafür irgendein Anlass wie Geburt, Hochzeit oder ein Jubileumsgeburtstag wo viele eingeladen sind. Ich kann einfach null verstehen warum du den andern Eltern zum Vorwurf machst das sie dich nicht einladen, wirst aber selber nicht tätig. Und wenn du und der Freund deiner Tochter eh nicht das beste Verhältnis haben, da kann ich schon verstehen warum die noch weniger Interesse haben an einem Kennenlernen als üblich. Bisher klingt aber nichts so besonders ungewöhnlich
 
G

Gast

  • #36
Du sprichst nur von seinem Vater, hat er keine Mutter mehr? Hast du eine Beziehung? Ich finde die Äußerung des Vaters unverschämt, auch von dem Freund, die Nachricht so zu überbringen ohne seinen Vater mal in die Schranken zu weisen! Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich die Situation nicht so schlimm finde. Jeder Mensch ist anders und wenn seine Eltern "zurückhaltender" sind, dann sollen sie es eben bleiben und ihr lernt euch erst bei der Hochzeit kennen.
Im übrigen haben sich die Eltern meiner Freundin und die ihres Freundes erst nach 10 Jahren kennengelernt, und zwar, weil die beiden jetzt heiraten! Dabei wohnten sie all die Jahre nur ca. 50km voneinander entfernt!
 
G

Gast

  • #37
Hallo FS
also, 3 Jahre finde ich auch schon lange und denke, daß du schon mal die Eltern von ihm kennenlernen könntest/mütest, zumal deine Tochter häufig da ist.
Ich denek daß der Vater von ihm denkt: Beziehungen kommen und gehen in der heutigen Zeit bei den jungen Leuten und so lohnt es sich nicht, jedes Mal die Eltern dazu kennen zu lernen.

Ich finde das nicht schön. Stell dir mal vor, die beiden heiraten und bekommen Kinder. Wer möchte gerne so einen in der Famile haben, der kein Interesse an der Famile hat?

Viel Glück. Ich würde mal mit deiner Tochter sprechen und sagen, wie schlimm du das findest.

w,35
 
G

Gast

  • #38
Die Fragestellering noch einmal.
Erstmal danke für eure vielfältigen Antworten. Sie zeigen für mich, dass die Einstellung zu
Familie und einem einfach netten, respektvollem, wenn auch nur gelegentlichem Umgang der-
jenigen, die diese Kinder aufgezogen haben heute nicht mehr selbstverständlich ist.
Auf die Beiträge, die einfach nur negative Klischees unterstellen, gehe ich jetzt nicht weiter
ein ( habe kein Problem, mich abzunabeln und quatsch auch nicht in die Beziehung rein) wohl aber hab ich ein Problem mit destruktivem Verhalten.
Einige von Euch meinen, die Einladung solle von mir ausgehen. Wie das - ich habe doch
schon ein eindeutiges Statement, dass hier kein Interesse besteht.
Im Gegensatz zu Einigen hier, halte ich es einfach nur für normal, die Eltern der Kinder
locker zumindest einmal kennen gelernt zu haben. Es rundet das Bild einfach ab. So nst bleibt
es immer ein krampfhaft auf eine Seite reduzierter Kontakt, ohne Hintergrund, wenn von
den Eltern erzählt wird. Komische Einstellung für mich.
Aber mir wird hier auch klar, warum ein Nachbar aus Frankreich mir erzählt hat, in Deutsch-
land wäre der Umgang so kalt. In Frankreich könne man jederzeit zu jedem Familienmitglied
Kontakt aufnehmen.Mich wundert es bei mancher Einstellung hier nicht, wie vereinsamt
die Leute in diesem Land teilweise sind. Bei soviel Distanziertheit und Ängsten. Hier kommen
Eltern/Mütter nicht gut weg - in Italien sind sie "La Mamma "und kein Mensch würde solche Aussagen machen, wie man sie hier lesen kann.
Ich habe auch nicht geschrieben, dass ich den Partner meiner Tochter nicht akzeptiere.Ich
habe nur Probleme mit seiner tatsächlich ruppigen Art, das bezieht sich auf ein Verhalten,
nicht auf eine Ablehnung der ganzen Person.
' 36 du hast Recht, wer möchte schon in einer Familie leben, die kein Interesse an Familie hat.
Das bedeutet für Eltern - der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen.
 
G

Gast

  • #39
Weil mir der Thread zu lang war, las ich die vielen Antworten gar nicht erst durch. Möglicherweise ist das, was ich sage, schon geschrieben worden.

Wenn du die Eltern des Freundes deiner Tochter geren kenne würdest, DANN LADE SIE EIN!

Weshalb schmollst du, dass du nicht eingeladen wirst???

Du schreibst: "Beide Elternteile habe ich bis heute nicht kennen gelernt."
Ja liegt das jetzt etwa an den beiden? Oder siehst du auch deine Möglichkeit, aktiv zu werden?

Sie "scheinen" kein Interesse ... zu haben. Ok. Ist das auch so oder scheint es dir lediglich so zu sein? Willst du weiterhin fantasieren oder mal Wirklichkeiten schaffen? Wenn letzteres, dann lade sie ein und gebe nichts drauf, was der junge Mann über seine Eltern sagt, sondern frage diese direkt.

Wie alt bist du? Ich gehe davon aus, dass du erwachsen bist, da du eine heiratsfähige Tochter hast. Na, dann verhalte dich auch mal so.

(kopfschüttel)
 
G

Gast

  • #40
@37/FS: genau dein letzter Satz ist bezeichnend, für Mütter, die ihren Kinder Vorhaltungen machen, die eine zu große Erwartungshaltung an ihre Kinder haben, die die Kinder irgendwann nicht mehr erfüllen können, wollen usw. Nicht jedes Kind ruft jeden Tag an, kommt sonntags zum Nachmittagskaffee und stellt das Leben der Mutter in den Mittelpunkt. Die Kinder sind erwachsen. Kein Kind ist für das Glück der Eltern, insbesondere der Mutter verantwortlich. Du hast dein Kind bekommen, groß gezogen, weil du es wolltest. Und nun lebe damit, dass dein Kind eigene Entscheidungen trifft, die auch mal konträr zu deiner Meinung sein können. Dein Kind muss keine Schuldgefühle haben, nur weil es nicht ständig bei dir am Rockzipfel hängt. Es lebt ein eigenes Leben - aber es zollt dir nicht auf ewig Dankbarkeit und Unterwürfigkeit, wenngleich viele Mütter, die sich dann gerne als Opfer - oder Mohr -bezeichnen, dies gerne so hätten! w/42
 
G

Gast

  • #41
@37
Deutschland kalt? Nein, ganz und gar nicht. Ich empfinde bei meiner Familie eine große Nestwärme, weiß, dass ich immer zu ihr kommen kann und mit offenen Armen empfangen werde. ABER: Meine Eltern wissen inzwischen auch, wo mein Leben anfängt und ihr "Geltungsbereich" aufhört. Das heißt, dass sie gerne bei Gelegenheit meinen Freund kennen lernen dürfen - ohne gleich von Hochzeit träumen zu brauchen - aber mit seiner Familie erst einmal wenig zu tun haben werden. Warum auch? Warum sollten sie einfach bei der Tante meines Freundes anrufen oder mit seiner Großmutter sprechen (à la Frankreich)? Wichtig ist, dass ich mit mit ihnen verstehe, sie möglichst auch sich mit meinem Freund gut verstehen, mehr aber auch nicht. Und die clichéhafte Mutter-Fixierung wie in Italien möchte ich gar nicht haben. Klar, ein tolles Gefühl für die Mutter, von allen verehrt zu werden, nur mit meinem Beziehungsbild nicht vereinbar. Vielleicht solltest du einfach allmählich damit klarkommen, dass du nicht mehr die erste Rolle im Leben deiner Tochter spielst.

Ich hatte übrigens einmal den Fall, dass ich voll integriert wurde in die Familie meines Freundes und da auch meinte, jeder jeden einfach anzuschreiben zu können. Das Ende vom Lied: Wenn er und ich uns gestritten haben, bekam ich von seiner Schwester Nachricht mit Verhaltenshinweisen. Ich war begeistert. Permanent habe ich ihm versucht klar zu machen, dass ich von seiner Familie und seinen Freunden verlange, sich daraus zu halten. Vergebliche Liebesmüh. Am Ende habe ich den Kontakt völlig abgebrochen und werde mir so etwas auch nie wieder antun.
 
  • #42
bis meine Kinder so ca 15 Jahre alt waren, war es mir auch wichtig, deren Freunde und möglichst auch die Eltern der Freunde zu kennen. Inzwischen sind beide erwachsen und ich traue beiden zu, daß sie sich ihr Umfeld selbst ansehen und wissen, was und wer gut für sie ist.

Nach meiner Erfahrung begegnet man den Eltern der Freunde der Kinder normalerweise bei einem Geburtstag, bei einer speziellen gemeinsamen Einladung würde ich mit einer offiziellen Verlobung rechnen.... :-o
 
  • #43
@#36 und #37, FS:

"Ich finde das nicht schön. Stell dir mal vor, die beiden heiraten und bekommen Kinder. Wer möchte gerne so einen in der Familie haben, der kein Interesse an der Familie hat?" (Zitat #36)

Also bitte!! Ich meine, dass es bisher allein der Vater des jungen Mannes ist, der schon lange genügend Familiensinn bewiesen hat:
Er hat die Tochter der Fragestellerin ganze Wochenenden lang gastfreundlich bei sich im Haus aufgenommen, und sie scheint sich dort besonders wohl zu fühlen! Dieser Herr Papa muss ja ein sehr offener und freundlicher Mann sein, wenn das junge Paar gerne bei ihm zu Hause ist! - Sogar ein Urlaub wurde gerne gemeinsam verbracht!
Also, gerade hier "mangelnden Familiensinn" zu unterstellen, ist direkt abwegig!

Nein, allein der Vorwurf, ER könne auch doch mal DICH (die FS), einladen, ist noch lange kein Beweis für DEINEN Familiensinn! Ich gebe dir allerdings Recht: Nach 3 Jahren intensiven Kontakts deiner Tochter mit dem Vater des jungen Mannes wäre ein wenig Kontakt der Eltern zueinander schon passend.

Allerdings wäre es schon längst an der Zeit gewesen, auch mal von DEINER Seite aus "Familiensinn" zu beweisen. - Und zwar durch eine EINLADUNG! Ganz direkt an den Vater gerichtet. Das Gemauschel hinten herum ist wahrlich nicht zielführend!

Ein Anruf bei ihm könnte Klarheit schaffen, mehr als alle Mutmaßungen hier! Vielleicht liege ja auch ich mit meiner Ansicht daneben?
 
G

Gast

  • #44
@#37
Dann werd eine von diesen Müttern, die immer nur jammern. Ist ja fürchterlich, wenn man so brennendes Interesse hat am Kennenlernen, dass man dann eine Einladung ausspricht - der Gegenüber könnte ja feststellen, dass einen das Treffen wichtig wäre! Kaum zu glauben, dass du so durch das Leben gekommen bist und etwas auf Hörensagen gibst, statt wenigstens einen einzigen echten Versuch zu unternehmen, den Vater kennenzulernen. Was würdest du dir damit vergeben? Also, außer natürlich die Chance die nächsten Jahre über diesen rüpelhaften Vater zu jammern?

Ich halte es übrigens auch für überflüssig die Eltern sich einander vorzustellen, bevor nicht feststeht, dass man wirklich eine gemeinsame Lebensplanung anstrebt. Was hätte meine Mutter denn davon gehabt, wenn sie nun zu mehreren Exfreundmüttern Kontakt pflegt? Meine Mutter hat mich da bisher nie gefragt und sie ist schon eine, die ständig Aufmerksamkeit von mir sucht und mich in die Mitte ihres Leben stellt. Sie kommt auch nicht so gut damit klar, dass ich schon seit Jahren nicht mehr das Mamakind bin.
 
G

Gast

  • #45
Hallo FS,

mir scheint, dein Problem liegt woanders. Du scheinst dich in jeder Hinsicht nicht genug gewürdigt zu sehen, ansonsten würdest du nicht schreiben, dass der Mohr seine Schuldigkeit getan hat.
Wenn ich so was lese, sträuben sich bei mir die Haare.

Mir scheint, dass du eifersüchtig bist, dass deine Tochter viel mehr mit dem Vater ihres Freundes macht und dich nicht mit einbezieht? Ist schon irgendwie verständlich, aber du musst dich auch fragen, warum deine Tochter sich so verhält.

Hast du sie mal gefragt, wo sie die Gründe sieht, dass du noch keinen Kontakt zu den Eltern bzw. Vater ihres Freundes hattest?

Ich kann daher den Zeilen von #39 nur Recht geben.

Wie ist dein Verhältnis zu deiner Tochter? Wenn ich so deine Zeilen auf mich wirken lasse, wundert es mich nicht, dass deine Tochter schweigend zu deinem "Problem" sich "äußert".

Vielleicht fühlt sich deine Tochter beim Vater des Freundes einfach wohler, weil der lockerer drauf ist und einfach auch "netter" als du bist.

Also hinterfrage lieber dich und dein Verhalten und dein Verhältnis deiner Tochter gegenüber, als hier Feindseligkeit den Eltern des Freundes vorzuwerfen.

w 47
 
G

Gast

  • #46
@FS:
Warum kommen Deine Tochter und ihr Freund nicht auch mal zu Dir zu Besuch am Wochenende? Da hätte ich als selber Mutter erwachsener Kinder deutlich meht Interesse dran.
Die eventuellen Schwiegereltern meines Sohnes habe ich übrigens beim gemeinsamen Renouvieren und Umzug der beiden jungen Leute kennengelernt und das war entspannt, lustig und "zielstrebig" und hatte den großen Vorteil, dass es für keinen Beteiligten eine aufregende Pflichtveranstaltung war.
Lieben Gruß, w 52
 
G

Gast

  • #47
#28 @FS:

Ah so ist das! Der "Mohr hat seine Schuldigkeit getan"?! Du schwärmst von der angebeteten "La Mamma"?? Du fühlst Dich von Deiner Tochter also nicht genug gewürdigt, nicht genug in den Mittelpunkt gestellt. Aber es ist so im Leben: Eltern geben, Kinder nehmen! Bis sich dann im Alter (!) das Spielchen umkehrt. Du solltest Deine Erwartungshaltung überdenken! Man setzt keine Kinder in die Welt, damit sie einem huldigen oder permanent versuchen alles zurückzugeben was sie von Dir bekommen haben. Dafür eignen sich Hunde besser.

Außerdem würde ich mir an Deiner Stelle gut überlegen warum die Beiden nicht bei Dir ihre Wochenenden verbringen wollen, sondern beim Vater des jungen Mannes. Dafür wird es Gründe geben. Fass Dir einfach mal an DEINE Nase anstatt Deiner Umwelt die Schuld zuzuschieben. Aber vermutlich ist das bequemer?

Im Übrigen empfinde ich das Verhältnis zu meiner Familie als überaus herzlich! Und zwar gerade WEIL ich nicht ständig und permanent gezwungen werde, mich würdig zu erweisen. Ich kann so sein wie ich bin und nicht so wie meine Eltern mich gerne hätten. Ich weiß, dass was auch immer passiert, meine Eltern für mich da sind und liebe sie dafür. Ich besuche sie auch recht häufig. FREIWILLIG und ohne latenten Psychodruck!
 
G

Gast

  • #48
Hier ist noch mal die #29. Zu diesem Thema fällt mir ein aktueller Film ein. "Der letzte schöne Herbsttag" (D 2010) . Ein junger Mann trifft zum ersten mal die Eltern seiner Freundin.
Seine Freundin hat im ausdrücklich Themen genannt die er auf keinen Fall ansprechen darf...
Und die zukünftigen Schwiegereltern hatten auch so eine NoGo -Themenliste.
Und dann passiert das was vermieden werden sollte...
Der Film bekam von mir 100 von 100 Punkte.
Meine weitere Antwort: Sieh es locker und gelassen... M 53J
 
G

Gast

  • #49
Du möchtest mehr Aufmerksamkeit von Deiner Tochter, stimmt´s ? Bist Du eifersüchtig ?
Und jetzt machst Du ihr ein schlechtes Gewissen. Lass das bleiben , rate ich Dir.
Damit vertreibst Du sie nur ! Zuneigung kann man nicht über Schuldgefühle erpressen.

Lade den Freund Deiner Tochter und seinen Vater zum Kaffee ein und höre auf zu jaulen.

w49
(Tochter einer dauer-beleidigten Mutter, die aber zumindest die gesellschaftlichen Spielregeln perfekt beherrscht)
 
  • #50
Es heißt: "Eltern schenken ihren Kindern das Leben";

es heißt nicht: "Eltern schenken sich das Leben ihrer Kinder".

Du mußt damit leben, daß Deine Tochter ein eigenes Leben lebt. Wenn Du das akzeptierst und als Mutter vielleicht einfach stolz auf sie bist, daß sie studiert und alleine im Leben klarkommt, wirst Du wahrscheinlich sogar weiter in ihr Leben einbezogen als jetzt.

Wie schon andere geschrieben haben, wirkst Du, als seist Du eifersüchtig, verbittert und fühltest Dich zurückgesetzt. Vielleicht bist Du auch einsam. Was nichts bringt, sind aber unberechtigte Vorwürfe, die ein schlechtes Gewissen machen sollen. Deiner Tochter gegenüber ist es moralische Erpressung: Entweder sie beugt sich Deiner Vorstellung (auf deren Realisierung sie nur wenig Einfluß hat), oder Du bist sehr enttäuscht.

Du solltest einfach akzeptieren, daß andere Menschen und vielleicht auch Deine Tochter manche Sachen anders sehen, anstatt diese Menschen herabzuwürdigen und die beleidigte Leberwurst zu geben. "Von Deiner Tochter bist Du sehr enttäuscht". Wir hier, die Deiner Sicht widersprochen haben, sind Teil des "kalten Deutschlands", "vereinsamt wegen unserer Distanziertheit und Ängsten", die ihre liebe- und aufopferungsvollen Eltern wie den "seine Schuldigkeit getan habenden Mohren" fallenlassen, anstatt sie wie "La Mamma" im ach so warmherzigen Italien zu behandeln. Guten Menschen wie Dir "unterstellen wir negative Klischees" (gemeint wohl: "wir haben negative Klischees").

P.S.: Ich war - trotz großer Entfernung - immer für meine Eltern da und bin viele Wochenenden zu ihnen gefahren und fahre heute noch viele Wochenenden zu meinem 80-jährigen Vater. Seit meine Mutter tot ist, telefoniere ich mit meinem Vater ausnahmslos jeden Tag, und nach Weihnachten, wenn sein Weihnachtsgeschenk installiert ist, werden wir darüber hinaus noch regelmäßig skypen. Weder meine Mutter noch meinen Vater habe ich je behandelt, wie den von Dir genannten Mohr, gerade weil sie mich mein eigenes Leben haben leben lassen. Vor diesem Hintergrund finde ich Deine Äußerungen gegenüber Menschen wie mir, die nicht gleich zur Familienzusammenführung schreiten, schlicht und ergreifend anmaßend.
 
G

Gast

  • #51
An FS
Wenn du bei deiner Tochter so eingeschnappt reagierst wie hier musst du dich nicht wundern.
Diese jammernden Mütter sind furchtbar und vertreiben jeden-der Mohr kann gehen, früher war alles besser usw....
Warum ist deine Tochter immer bei den anderen? Weil der Freund bei dir kein Wochenende verbringen mag? Und sie lieber dort ist als bei dir?
Übrigens: La Mama kocht jedes WE für 10-20 Personen usw. Wenn du jetzt schon jammerst, wie wäre es erst dann? Für besonders taff halte ich dich nicht, ehrlich gesagt.
Also, bleib locker, sei zum Freund freundlich und wenn du mal mit ihm gut reden kannst, lade die Eltern ein.
Und hör auf mit der Mitleidstour, das ist ja grauslig