• #1

Wie geht man mit der Beziehung nach einer Fehlgeburt um?

Hallo,

ich wende mich an dieses Forum, weil ich Austausch und ernstgemeinte Tipps „auf Augenhöhe“ sehr zu schätzen weiß.

Ich bin 34, mein Freund 40. Wir sind seit sechs Jahren zusammen und leben auch gemeinsam. Unsere Beziehung ist im Großen und Ganzen harmonisch, wir verbringen gerne Zeit miteinander, lassen uns aber auch viel Freiraum. Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich ihn sehr liebe und gleichzeitig immer noch richtig verliebt bin.



Seit etwas mehr als einem Jahr hängt nun das Baby-Thema in der Luft.

Das heißt: Wir haben nicht gesagt, so, wir planen jetzt sofort ein Baby mit Fruchtbarkeitstests und Sex nach Eisprung, sondern ich habe aufgehört die Pille zu nehmen und wir schauen mal was passiert.

Mehr als ein halbes Jahr bin ich nicht schwanger geworden. Wir haben das nie thematisiert. Klar, ich hab mich gewundert, dass ich nicht schwanger werde, wenn ich monatelang ohne Verhütung Sex habe, aber wir haben nie drüber geredet (und ehrlich gesagt, ich hab mich da schon gewundert, ob er nicht mal auf die Idee kommt, dass das an ihm liegen könnte...)



Letzten Herbst hatte ich dann einen positiven Test und dann – was für ein Schock - nach zwei Wochen eine Fehlgeburt. Da hab ich schon gemerkt, dass ich mit ihm darüber gar nicht sprechen kann. Er hat keine Fragen gestellt, sich nicht nach meinen Arztterminen erkundigt usw. Er weiß, dass mich das mitgenommen hat und bei einer so frühen FG hatte ich noch niemandem von der Schwangerschaft erzählt, ergo: niemand, mit dem ich darüber reden kann. Wir haben weiterhin Sex ohne Verhütung, wir verstehen uns weiterhin eigentlich wunderbar, aber irgendwie ist da etwas – bei mir – angeknackst.

Ich habe ihn gebeten, sich untersuchen zu lassen, er sagt jaja, hat sich aber – soweit ich das mitbekomme – nicht weiter damit befasst. Ich will ihn nicht drängen, habe aber Angst vor einer nochmaligen Fehlgeburt. Das schlimme aber ist, dass dieses Thema so „in der Luft hängt“. Wenn ich darüber rede, bin ich traurig wegen dieser (auch körperlich) schlimmen Erfahrung. Er sagt dazu nichts. Wenn das Thema Kinder irgendwo aufkommt, schweigen wir beide.

Mich würde interessieren, ob ihr diese Situation kennt. Gibt es Männer, deren Freundin eine FG hatte? Können sich Männer eigentlich in diese Situation hineinversetzen?
 
  • #2
Ich hatte nie eine Fehlgeburt - kann dir also in Bezug darauf nichts Tröstendes sagen.

Was ich aber nie und nimmer akzeptieren würde: eine sechsjährige Liebes(?)beziehung und mein Partner will nicht wissen, wie ich mit der Fehlgeburt UNSERES Kindes klar komme? Ihr - hier beziehe ich dich voll mit ein! - macht einfach so weiter, als wäre nichts gewesen?

Ich an deiner Stelle würde nicht wissen wollen, wie es medizinisch bei IHM aussieht, ich wollte vor allem wissen, wie es um unsere Beziehung steht!
 
  • #3
Tja Paare die sich aktiv und gemeinsam mit Problem eines oder beider Partner befassen, auch in dieser Form für einander Verantwortung übernehmen und bei Bedarf miteinander trauern überstehen als Paar solche Krisen. Oft stärkt dies die Partnerschaft.

Paare bei denen jeder für sich für seine Gefühle selbst verantwortlich ist, einer oder beide Partner den Wunsch des anderen auf Unterstützung in einer Krise als Belastung empfinden und ablehnen, trennen sich in der Regel nach der ersten wirklichen Belastungsprobe.

Fairerweise kann man oder Frau nicht erwarten, dass der Partner alles errät oder erfühlt. Formuliere deine Wünsche klar und unmissverständlich an ihn. Nur dann kannst du sicher sein, dass er sich tatsächlich dagegen entschieden hat dich zu unterstützen.
 
  • #4
Naja, erfahrungsgemäß ist es ja so, dass wenn man in einer Beziehung nicht mal über solche wichtigen Sachen miteinander redet, ist die Beziehung irgendwie nicht viel wert.

Wenn es ihn nicht mal interessiert, dann noch viel mehr. Das glaub ich aber nicht. Es wird ihn schon interessieren, er wird nur nicht wissen, wie er damit umgehen soll, dich neben sich leiden zu sehen.

Vielleicht ist ihm das ganze Kinderthema einfach nicht so wichtig wie dir, deshalb wird er sich nach der Fehlgeburt sagen „naja, dann eben nicht“, und er macht weiter wie bisher. Er kann eventuell einfach nicht nachempfinden, was eine Schwangerschaft und dann noch eine Fehlgeburt bei einer Frau auslöst, was das mit den Hormonen und dem Körper macht. Manche Männer haben da entweder kein Interesse oder ihnen fehlt einfach die Vorstellungskraft dafür.

Möglicherweise ist die Fehlgeburt einfach kein besonders großes Thema für ihn (ist ja nicht sein Körper gewesen, der eine Verbindung zu dem ungeborenen Wesen aufgebaut hat). Daher fehlt ihm möglicherweise einfach die Empathie.

Die wirst du ihm aber nicht einimpfen können.

Ich würde es an deiner Stelle tatsächlich mal mit klaren Ansagen probieren und wenn das nicht geht, die ganze Beziehung definitiv auf den Prüfstand stellen. Es geht ja um dein seelisches Wohlbefinden. Wenn er dafür kein Verständnis hat, tja dann....
 
  • #5
Hi,
ich selbst hatte eine FG in der 11. Woche, aber mein Partner hatte viel Verständnis. Warum kannst du mit ihm nicht darüber reden, wenn ihr beide ein Kind wollt?
Natürlich haben per Biologie Männer ein abstrakteres Verhältnis dazu und meinen (tendentiell!) eher, dass das nicht schlimm sei. Ich selbst denke auch, dass du dir nach 2 Wochen keinen Kopf machen solltest, eine FG hat glaube ich jede 3. Frau in ihrem Leben und redet einfach nicht drüber, darum grübelt man oft, warum das mir passiert ist. An sich ist dein Partner zeugungsfähig und du auch, also ist das doch ein sehr gutes Zeichen! Dass gerade am Anfang ein natürliches Abortprogramm gefahren wird vor allem (zu 50%) wegen genetischer Passungsschwierigkeiten, gehört dazu - vertraue darauf, dass ihr beim nächsten Mal eine bessere Mischung hinbekommt.
In unserer medialen Welt der ewigen Machbarkeit denkt jeder, dass ALLES heute auf Knopfdruck funktioniert. Das Leben tickt aber so, wie es ihm passt! Und gerecht ist es sowieso nicht ;)
Du brauchst auch nicht zu glauben, dass das bei allen Frauen außer dir gleich auf Anhieb funktioniert, es redet keine drüber und schon ganz totgeschwiegen wird, wie viele dann künstliche Hilfe annehmen, die auch oft nicht klappt. Bei uns haben beide erfolgreichen Schwangerschaften je 2 Jahre gebraucht, für mich war das jedem Monat wieder etwas traurig, mein Partner war viel entspannter und eigentlich war das die richtige Einstellung. Wat kütt, dat kütt.
Je nachdem wie du tickst, schau dir die FG-Statistiken an, also ich fand es sehr beruhigend, zu sehen, wie normal das ist und wie viele dann doch erfolgreich Kinder bekamen.
Bestimmt hast du schon den frustrierenden Satz gehört, dass bei vielen erst die Schwangerschaft erfolgreich war, als die Frau losgelassen hat und nicht mehr daran dachte ;)
w34
 
  • #6
Dann geht eben zusammen in ein Kinderwunschzentrum und lasst Euch zusammen durchchecken. Ist doch ganz einfach. Zahlt die Kasse allerdings nur, wenn ihr verheiratet seid.
Ansonsten solltet ihr mal zusammen essengehen und darüber reden. Vielleicht ist dein Freund auch irgendwie traurig oder überfordert mit deiner Situation. Sprecht miteinander und schweigt nicht alles tot.
 
  • #7
Zwei Wochen nach positivem Schwangerschafts-Test eine Fehlgeburt, das ist, ganz nüchtern gesehen, im Prinzip wie eine zwei Wochen verspätete Regelblutung. Aus medizinischer Sicht ist sowas ziemlich "normal", d.h. kommt ganz häufig vor. Früher, als es Schwangerschafts-Tests noch nicht ständig für alle Frauen verfügbar gab, hat man das einfach gar nicht bemerkt, dass da vielleicht kurzzeitig mal ein Schwangerschaftsbeginn war.
Gut, das ist jetzt die ganz nüchterne Seite. Für dich ist es verständlicherweise emotional berührend und traurig, weil du dir ein Kind wünscht.
Nun wirst du offenbar nicht ganz leicht schwanger und hattest dann noch eine ganz frühe Fehlgeburt. Wie kommst du aber darauf, dass dein Freund sich untersuchen lassen soll? Ein Abort deutet ja nun darauf hin, dass die "Ursachen" eher bei dir liegen.

Ungewollte Kinderlosigkeit hat häufig eine verborgene psychologische Ursache. Jedenfalls sollte man, neben dem Medizinischen, auch mal dort ein wenig hinschauen. Bist du dir sicher, dass dein Freund auch wirklich ein Kind will?
Du beschreibst eure Beziehung als sehr glücklich und harmonisch. Du fühlst dich aber bei dem "Babythema", was ja eines der bedeutendsten und intimsten in einer Beziehung ist, emotional von deinem Freund total alleingelassen.
Kann es vielleicht sein, dass eure Beziehung doch nicht so perfekt ist, wie du es gerne hättest? Zumindest zeigt sich ja jetzt, bei diesem Thema, ein gravierender Haken.
Dein Drängen, dass er sich "untersuchen" lassen soll, hört sich für mich auch wie eine Schuldzuweisung von dir an ihn an. Und das in einem so frühen Stadium des Versuchs, ein Kind zu zeugen. Das hört sich, ehrlich gesagt, auf deiner Seite sehr unentspannt und, wie gesagt, unangemessen vorwurfsvoll an.
Liegt vielleicht in eurer Beziehung auch noch anderes im Argen, vielleicht verdeckt, ohne dass man es an der Fassade so sieht ...?

w53
 
  • #8
Seit etwas mehr als einem Jahr hängt nun das Baby-Thema in der Luft.
Wenn das Thema Kinder irgendwo aufkommt, schweigen wir beide.
Ich muss dir ganz ehrlich sagen, so wie du es geschildert hast, kommt es bei mir an, als würde er sich von dir mitziehen lassen.
Es hört sich so an, als wolle er kein Baby, gibt aber nach und schaut was passiert. Deswegen, so vermute ich, ist er so teilnahmslos.
Ihm scheint es egal zu sein, deswegen bezieht er keine Stellung.
Keine gute Basis, wenn du mich fragst,
 
  • #9
Ein ganz praktischer Tipp noch: In jeder größeren Stadt gibt es ProFamilia-Beratungsstellen oder Ehe-und-Familien-Beratungsstellen. Dort kannst du dich von Psychologinnen oder auf das Thema spezialisierten Ärztinnen zu genau deinem Thema (Fehlgeburt/ Umgang damit in der Beziehung/ Partner ist sprachlos ..) einfühlsam beraten und psychologisch begleiten lassen. Dort bekommst du vielleicht auch noch ein paar gute Denkanstöße oder praktische Tipps.

w53
 
  • #10
Liebe Lotte84! Ich kann Dir nur raten, mit Deinem Partner zu REDEN - über das, was passiert ist, wie Du Dich fühlst, welche Ängste Du hast, welche Wünsche. Und Dein Partner muss Dir SEINE Gedanken ebenso mitteilen!
Ich hatte früher ebenfalls eine Fehlgeburt und habe mit meinem Ex-Partner das Gespräch NICHT gesucht, weil ich (so wie Du) gemerkt habe, dass er abgeblockt hat und nicht darüber reden konnte oder wollte. Mein Bauchgefühl hat mir damals schon deutlich gesagt, dass wir einen falschen Weg beschreiten, aber ich habe das ignoriert. Ich dachte, wenn ich ihn dränge, dann wird er mir eventuell sagen, dass er dem Thema "Kind" und "erneuter Versuch mit vielleicht nochmaliger Fehlgeburt" nicht gewachsen sei. Also habe ich die Scheuklappen aufgesetzt. Wir haben es weiterhin "versucht", aber wir hatten gar kein gemeinsames Ziel mehr: Ich wollte nach wie vor ein Kind, er nicht! Er hat es aber nicht kommuniziert (es nicht kommunizieren können). Last but not least hat unsere Beziehung das nicht überständen. Er ist "geflohen" vor meinem Kinderwunsch und hat bewusst "Mist gebaut", damit er gehen konnte. Und ich kann ihn heute sogar verstehen! Wir hätten REDEN müssen!
 
  • #11
Es tut mir sehr leid; ich weiß, wie sehr das viele Frauen mitnimmt (nicht aus eigener Erfahrung, aber von anderen).
Es wäre für mich absolut undenkbar, darüber NICHT mit meinem Partner reden zu können. Da wäre auf jeden Fall ein riesiger Knacks drin und ich weiß nicht, ob der zu kitten wäre.
Scheinbar gibt es aber auch ein Problem generell mit dem Kinderthema. Möchte er wirklich Kinder haben, oder hat er so "jaja" gesagt, und hofft insgeheim, dass es nicht klappt..? Ein bisschen hört es sich so an. Dann könnte es auch sein, dass er schon nicht mit dir darüber reden will, weil dann herauskäme, dass er da anders denkt, seine Meinung geändert hat oder so...
Hat das Thema Kommunikation vorher denn besser geklappt? Hattet ihr schon Krisen?
Ich hatte schon ein paar mit meinem jetzigen Freund und wir sind daran gewachsen, enger zusammengekommen, inklusive Krebsvorstufenentfernung bei mir und noch anderen Sachen, die keine Kleinigkeiten waren. Hätte sich herausgestellt, dass wir uns in solchen Momenten verlieren, statt uns zu unterstützen, hätte ich die Beziehung beendet.

Ich würde auf jeden Fall ganz klar das Gespräch mit ihm suchen und ihm genau alles sagen, was du hier geschrieben hast. Nicht vorwurfsvoll, sondern einfach nur deine Sicht erzählen, warum es dir so wehtut etc. Es kann u.U. auch sein, dass er als Mann das gar nicht nachvollziehen kann, dass das für eine Frau sehr schwer zu verwinden ist.

w, 35
 
  • #12
Ich denke, er fand das nicht so schlimm. Weil es so früh passierte.
In den ersten 12 Wochen werden viele Föten abgestoßen, das macht der Körper, wenn das Kind ohnehin nicht lebensfähig wäre.
Ich glaube, das kommt sehr oft vor, lies das doch mal nach, vielleicht hilft es dir ein wenig.

Ich selbst habe das zweimal in meinem Leben erlebt, genau wie du, zwei Wochen 'zu spät meine Tage bekommen' und dann aber richtig heftig.
Nur ein Arzt kann feststellen, ob das eine Schwangerschaft war. Bei mir war es das und bei dir also auch.
Aber wahrscheinlich denken viele Frauen, dass sie halt zwei Wochen zu spät und dann heftig ihre Tage bekommen, nichts weiter.
Hättest du vielleicht auch, wenn du nicht aus Freude über die ersehnte Schwangerschaft einen Test gemacht hättest.

Mir hat das beide male nichts ausgemacht, ich war nicht traurig.
Dein Freund vielleicht auch nicht.
Wahrscheinlich will er nicht so dringend ein Kind möchte wie du.

Sieh ihm das nach, unterstelle ihm nicht, ein kalter Klotz zu sein.
Wenn du Zuspruch und Trost brauchst, sage ihm das deutlich.
Erwarte nicht, dass er das schon von allein merkt.
Typischer Frauenfehler.
Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Ich bin eine. Ich mache und verstehe nur klare Ansagen wie ein Mann und ich kann nicht raten, wie es jemandem geht, der es mir nicht sagt.

Noch was Klitzekleines: dass dein Freund nur eingeschränkt zeugungsfähig ist, denke ich nicht.
Ich habe mal eine Statistik gelesen, kann falsch sein, kannst du aber sicher auch googlen, falls dir so was hilft, nach der Frauen zwischen 20 und 25 optimal fruchtbar sind, beim Sex zu den fruchtbaren Tagen ( ca. 6 pro Zyklus ) werden sie nahezu direkt schwanger. Dann geht's bergab. Mit 35 müssen Frauen in 12 Zyklen an den richtigen Tagen mit einem Mann schlafen, um schwanger zu werden.
Wenn du also nach sechs Monaten schwanger geworden bist, liegst du gut in der statistischen Wahrscheinlichkeit.

Dass du nun ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko hast, glaube ich auch nicht. Das könnte man befürchten, wenn du spät die Fehlgeburt gehabt hättest, z.B. weil dein Muttermund zu schwach ist.
Der Fötus war geschädigt, der nächste ist es nicht und dann geht alles gut.

Übt weiter :)
Ich drücke dich und die Daumen.

w 51
 
  • #13
Liebe FS,

zunächst fühl dich gedrückt ersatzweise für deinen Partner, mit dem du nicht reden kannst.
Mein Partner und ich versuchen auch gerade schwanger zu werden und ich finde dieses übliche selbst auferlegte Verbot, vor der 12. Woche über die Schwangerschaft zu reden, unsinnig.
Wenn du genau darüber nachdenkst, ist es doch Unsinn, niemanden davon erzählen zu wollen, weil es ja immer noch schief gehen kann. Dann geht es schief und man hat niemanden, mit dem man reden kann.

Eine sehr gute Freundin weiß von unserem "Vorhaben", meine Mutter hat es auf anderem Wege herausbekommen (sie hat mitbekommen, dass ich meine Regel wieder habe, die ich mit Einnahme der Pille nicht hatte und 1 und 1 zusammengezählt).

Wenn du dich informierst, kommt es sehr oft vor, dass das Kind die ersten Wochen nicht überlebt. Daher habe auch ich mich darauf eingestellt, das es passieren kann. Sollte es passieren, habe ich jemanden neben meinem Partner mit dem ich darüber reden kann. Ich kann dir nur empfehlen, dich deiner Mutter oder einer guten Freundin zu offenbaren. Das Reden wird dir guttun.

Auch wenn es unromantisch ist, messe ich nach, wann mein Eisprung ist. Mein Zyklus hat sich nämlich noch nicht wieder "auf normal" eingependelt und ist zwischen 35-55 Tage lang. Bei dieser Unregelmäßigkeit den Eisprung zu erwischen gleicht einem Sechser im Lotto. Und auch mit Sex während des Eisprungs ist die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden nicht hoch. Ja, das ist unromantisch. Auf der anderen Seite steigt mit jedem Zyklus, den es nicht klappt, die Anspannung. Daher ist diese Unterstützung tatsächlich hilfreich um wieder den Druck zu nehmen.

Auch dein Freund leidet, auch wenn er das nicht sagen kann. Wir Frauen stehen bei einer Schwangerschaft im Mittelpunkt, aber auch die meisten Väter erkennen ihren Anteil an. Was ich so höre, ist es für Männer zudem schwierig, möglicherweise unfruchtbar zu sein.

Ihr müsst einen Weg finden, eurer Schweigen zu überwinden. Versucht miteinander zu reden, ggf. in dem eine Freundin oder ein Familienmitglied vermittelt. Danach holt euch eine Überweisung vom Frauenarzt und macht einen Termin in der Kinderwunschklinik. Die sind auf das Thema spezialisiert und können bei dir und bei deinem Freund abchecken, woran es liegt.

W33
 
  • #14
Was ich allerdings nicht verstehe: Wenn du schwanger wurdest, warum soll er sich dann untersuchen lassen? Würde ihn damit nicht mehr stressen, seine Zeugungsfähigkeit wurde ja bereits bewiesen.
 
  • #15
Ich hatte mal so einen Frühabort mit 31, auch ziemlich genau zwei bis drei Wochen, nachdem ich meine Tage hätte haben müssen und der Vortest positiv ausfiel. Das hat mich schon geschockt und traurig gemacht, auch bei mir machte sich leichte Panik breit, dass sich sowas wiederholen oder ich vielleicht nie Kinder bekommen könnte. Heute weiß ich, dass laut Forschungsergebnissen fast die Hälfte aller befruchteten Eizellen sich in einem so frühen Stadium nicht in der Gebärmutter einnisten können und meist unbemerkt mit verspäteten, stärkeren Blutungen "abgehen".

Weder ich, noch mein damaliger Freund haben "ein großes Ding" draus gemacht. Er hat mich in den Arm genommen und gesagt "Dann machen wir halt ein Neues". Er hat aber nicht geweint oder war ernsthaft betroffen. Ich glaube, es hätte ihn eher gestört, wenn ich deswegen Panik geschoben, ihm nicht vertraut und die Sache groß thematisiert hätte. Allerdings ging dann alles auch ganz schnell und sechs Wochen später war ich wieder schwanger. Die Angst vom ersten Abort wirkte noch etwas nach, so dass wir erst recht spät allen Bescheid sagten und ich bis zum fünften Monat innerlich noch immer in "Hab-acht-Stellung" war. Schwangerschaft und Geburt verliefen dann ohne Probleme und heute ist meine Tochter 18.

Bitte mach dich nicht verrückt, die Psyche spielt eine große Rolle. Soweit ich weiß, brauchen Paare mit Kinderwunsch durchschnittlich ein halbes Jahr bis "es klappt". Auch wir hatten bis zum ersten positiven Test ein halbes Jahr "gebraucht". Wenn sich alles nurnoch krampfhaft ums "schwangerwerden" dreht, leiden Liebe und Sexualität.

Noch eine Empfehlung: Neueren Forschungsergebnissen zu Folge werden Frauen mit einem TSH-Wert (Botenstoff bzw. "Muttizettel" für die Schilddrüse) über 2,5 mU/l nur sehr schwer bis gar nicht schwanger. Dieser Wert sollte zwischen 0,4 und 2,0 liegen. Manche Ärzte sind noch bei den alten Referenzwerten und halten erst einen TSH-Wert erst ab 3,5 für eine behandlungsbedürftige Unterfunktion der Schilddrüse. Natürlich immer im Zusammenhang mit anderen Werten, aber der TSH-Wert ist schon ein recht einfacher und aussagekräftiger Indikator.
 
  • #16
Mich würde interessieren, ob ihr diese Situation kennt. Gibt es Männer, deren Freundin eine FG hatte? Können sich Männer eigentlich in diese Situation hineinversetzen?

Die Situation direkt kenne ich nicht, allerdings würde ich nach Absetzen der Pille nicht sofortige Schwangerschaft erwarten. Mit "Untersuchung" nach Fehlgeburt kann ich auch wenig anfangen.
Allerdings ist mir klar, dass eine Fehlgeburt für Dich eine psychische Belastung ist, das sollte ihm auch klar sein (eigentlich sollte es ihn ebenfalls belasten, wenn er auch rein körperlich weiter weg ist) und ich finde fragwürdig, dass er sich offenbar wenig darum schert(?)
Die generelle Kommunikationsbereitschaft Deines Partners, sein Verhalten sonst in der Beziehung und die Frage, ob hier beide Kinder wollen oder er nur "mitmacht" ist aus der Ferne schlecht zu klären. Ich würde aber an Deiner Stelle mal darüber nachdenken.
 
  • #17
Hallo, Lotte, zuerst mal: Fühl dich virtuell gedrückt. Ich kenne das Gefühl, das man nach einer FG hat sehr gut, ich hatte davon zahlreiche, so viele, dass ich irgendwann nicht mehr gezählt habe.
Ich kenne auch das Gefühl, dass man damit relativ alleine dasteht, wobei ich immer meinen engsten Freundinnen zumindest von den FG erzählt habe, auch wenn sie nichts von der Schwangerschaft wussten. Man kann ja schon sagen: im Moment geht es mir nicht gut, ich hatte eine FG in der 7. Woche. Und glaube mir, du wirst viele Frauen treffen, die eine ähnliche Erfahrung gemacht haben, ich las mal, dass ca. 75% aller angelegten Schwangerschaften im Frühstadium bis 6. Woche enden. Was oben steht stimmt schon: Die sehr frühen Tests lassen ein sehr frühes Gefühl der Freude aufkommen.

Dass dein Freund in dieser Situation überfordert ist, auch das kenne ich. Für Männer bleibt eine Schwangerschaft mindestens bis zu dem Zeitpunkt abstrakt, bis sie einen Bauch sehen, mein Mann zeigte erstmals Gefühlsregungen, als er in Woche 21 beim Ultraschall dabei war. Und er ist jedem seiner Kinder Vater mit Leib und Seele!

Was du machen solltest: ihm schildern, wie es dir geht, ihn fragen wie es ihm geht, aber nicht erwarten, dass er deine Empfindungen teilt, und ihm dies auch nicht vorwerfen und ihm sagen was du brauchst - Urlaub? Essen gehen? Reden?
Und ansonsten versuchen sich zu entspannen: du kannst ja schwanger werden, aber mit Mitte 30 solltest du von ein bis zwei Jahren abwarten ausgehen, da längst nicht mehr alle Eizellen okay sind. Ein Spermiogramm ist sicher auch nicht schlecht, aber da brauchen die meisten Männer auch etwas länger....
 
  • #18
Übrigens: das Durchchecken im Kinderwunschzentrum wird bei nichtverheirateten Paaren von der Kasse bezahlt, auch viele Behandlungen wie Hormonbehandlungen. Nur Künstliche Befruchtungen nicht.
 
  • #19
Kinderwunschzentrum und lasst Euch zusammen durchchecken. Ist doch ganz einfach. Zahlt die Kasse allerdings nur, wenn ihr verheiratet seid.

Stimmt nicht ganz. Die normalen Untersuchungen werden von der KK übernommen, auch ein einfaches Spermiogramm. Nur die künstliche Befruchtung bezahlt die KK nur bei verheirateten Paaren. War zur Beratung, aber bis auf einen Check meines Hormonstatus (der von der KK bezahlt wurde) versuchen wir es erstmal auf natürlichem Weg.
 
  • #20
Liebe FS,

ich habe zwei Eindrücke von eurer Beziehung:
- miteinander reden ist wohl nicht so eures. Jeder maschelt irgendwie vor sich hin, Konflikte/Wünsche/Ziele/Bedenken werden insbesondere von Dir nicht angesprochen, weil sie die (Pseudo-)Harmonie stören könnten.
- er möchte gern so weitermachen mit der Harmonie und den gegenseitigen Freiräumen. Darum hat es ihn nicht gestört, dass seine Spermien nicht mehr die Flottesten sind und Du einige Monate brauchtest, bis Du schwanger wurdest. Ein Kind bedeutet nämlich erhebliche Störungen in Harmonie und Freiräumen.

Genau aus diesem Grund hat er keinen Bedarf über den Abgang zu reden. Es ist für ihn kein Problem. Er will garkein Kind. Darum kümmert er sich auch nicht um die Frage, ob die Ursache bei ihm liegen könnte und will auf garkeinen Fall was dagegen tun.
Das sagt er Dir genausowenig wie Du ihm Deine Gedanken mitteilst und aus dem gleichen Grund: Ende der Harmonie.

Darüber hinaus: erinnere Dich rudimentär an den Biologieunterricht oder Google qualitätsgesicherte Infoquellen: Du hast den Höhepunkt der Fruchtbarkeit hinter Dir, er auch.
Ebenso haben eure Körper in eurem Alter viele Umweltgifte aufgenommen, welche die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen. Daher ist es kein Wunder, wenn es länger dauert mit dem schwanger werden und auch, dass Föten in der frühen Schwangerschaft öfter abgehen.

Du hast Gesprächsbedarf, er nicht. Also musst Du damit anfangen, wenn Dir ein Kind wichtig ist und auch ein empathischer Partner, der Dich in Deiner Traurigkeit über die Situation unterstützt. Du kannst dabeiin die ein oder andere Richtung eine Überraschung erleben - zusammenwachsen oder noch weiter voneinander entfernen/trennen.

Zu Deiner Hauptfrage: es ist so eine wichtige Sache, dass ich nicht verstehe, warum ein Paar darüber nicht miteinander redet - ist wohl kein Paar.
 
  • #21
Ja, auch ich habe das schon erlebt, liebe FS, sogar in einem viel späteren Schwangerschaftsstadium als du. Schön war es nicht, aber auch kein richtig grosses Drama für mich, aber jeder tickt anders.

Ich gebe allen anderen Vorschreibern recht, dass du dich öffnen solltest und mit deinem Freund reden solltest. Wenn das Thema dich belastet, gehört es aufs Tapet gebracht. Vor allem solltest du deinen Freund auch offen fragen, wie ausgeprägt sein Kinderwunsch nun eigentlich ist. Es gibt nämlich 2 Möglichkeiten: Entweder er ist so teilnahmslos, weil er nicht versteht, dass du eine so frühe Fehlgeburt so schlimm findest und weil er ohnehin darauf vertraut, dass es bald wieder klappt. Die zweite Möglichkeit ist weniger mutmachend, die wäre, dass sein Kinderwunsch nicht sonderlich ausgeprägt ist, dass er eigentlich nur dir zuliebe mitzieht und Zweifel hat, ob er wirklich Familie will. (Dafür würde die Tatsache sprechen, dass er das Thema Familiengründung erst mit 40 angeht) Frag ihn, was bei ihm zutrifft!

Falls die erste Möglichkeit zutrifft, dann entspann dich einfach! Es wird schon wieder klappen und du wirst wieder schwanger werden! Falls dein Freund aber nicht wirklich hinter dem Plan, Familie zu gründen, steht, musst du natürlich die Beziehung ernstlich hinterfragen.
 
  • #22
Also ich verstehe irgendwie was du meinst. Ihr werdet über ein halbes Jahr nicht schwanger und du wunderst dich, machst dir vielleicht Gedanken über deine körperliche Fitness usw, und er wundert sich kein Stück, dass es nicht klappt. Mag sein dass er irgendwie denkt, dass es nur an der Frau liegt. Viele denken ja so und machen sich keine Gedanken darüber, ob ihr Sperma vielleicht nicht so gut ist. Gibt ja viele Dinge, die das beeinflussen.

Und dann hast du nach der Fehlgeburt bestimmt auch gedacht, es könnte an dir liegen, hast dich vielleicht auch gefragt, ob du etwas getan oder nicht getan hast, was die Situation dann schließlich ausgelöst hat? Während dein Freund dann weiter schweigt als ob in China ein Sack Reis umgefallen wäre und ihn das nichts angeht bzw betrifft. Er ist ja der Mann, an ihm kann`s nicht liegen (Ironie).

Manchmal bin ich echt enttäuscht, wie viele Männer vom weiblichen Körper keine Ahnung haben oder völlig falsch informiert sind. Dass eine Frau nur an wenigen Tagen im Monat schwanger werden kann, dass die Pille krank macht, dass die Klitoris das weibliche Gegenstück zur männlichen Eichel ist und viele Frauen nur darüber zum Orgasmus kommen, dass es auch am Mann liegen kann, wenn es nicht klappt mit der Schwangerschaft...das sind Dinge, über die einfach nicht nachgedacht wird, und das finde ich schade. Oder eben, dass ein verlorenes Kind (sei es noch so klein) eben schlimm ist und bei vielen Frauen Ängste auslöst.

Du musst jetzt wirklich mit ihm reden. Keine Scheuklappen mehr! Wenn er nicht reagiert wie erhofft dann sei nicht enttäuscht, gib ihm etwas Zeit und wenn du weiterhin deutlich das Gefühl hast, ihn bekümmert nicht, was dich bekümmert, dann solltest du Konsequenzen ziehen.
 
  • #23
Was ich allerdings nicht verstehe: Wenn du schwanger wurdest, warum soll er sich dann untersuchen lassen? Würde ihn damit nicht mehr stressen, seine Zeugungsfähigkeit wurde ja bereits bewiesen.

Naja, ganz so einfach ist das nicht. Genau das hat mein Partner damals auch gesagt. Bei schlechtem Spermiogramm kann es durchaus mal ein Spermium nach oben schaffen, wenn es aber fehlgebildet ist (oder viele Spermien fehlgebildet sind), entsteht eben auch kein lebensfähiger Embryo. Bei einer bestimmten Methode der künstlichen Befruchtung werden Spermien sogar mikroskopisch hinsichtlich ihrer Beschaffenheit untersucht und das best ausgewählt. Ich selbst hatte eine Fehlgeburt, bei der der Chromosomenschaden des Embryos definitiv am Partner lag.

FS, nochmal: Schildere deinem Freund, wie es dir geht, welche Ängste dich belasten und dass du Angst vor einer weiteren Fehlgeburt hast. Äußere deinen Wunsch, dass ihr gemeinsam in ein Kinderwunschzentrum geht. Dort kann man euch erklären, wie es weiter geht.
 
  • #24
Also ich sehe das nicht so tragisch wie du, ich bin auch im selben Alter mit gleich altem Partner 2 monate nicht schwanger geworden und habe mir dann eine Eisprung app runtergeladen mit fiebermessen, und es hat sofort geklappt. Ebenso habe ich im laufe meinbes Lebens schon 2 oder 3 schwangerschaften früh verloren, was völlig normal ist und so gut wie sicher gar nichts mit der Zeugungsfähigkeit deines Mannes zu tun hat. also "Kinderwunschzentrum" und ärztliche Untersuchungen sehe ich hier wirklich nicht.
Ganz im Gegenteil ich sehe hier er kann zeugen und du schwanger werden alles passt.

Lade dir so eine app runter und mach ein paar Scherze über das Thema die app und ihn, das lockert auf und dann wird es schon klappen.
Dein Mann stemmt sich ja nun nicht zu 100% dagegen das passt ja auch noch wenn du ein Kind möchtest, viele müssen es unter weit wiedrigeren Bedingen schaffen schwanger zu werden, von einem ONS oder der Samenbank.

Ich würde das jetzt einfach durchziehen an deiner Stelle. Ich habe mehrere Kinder und bin einfach so froh darüber und wenn ich sowas lese immer in Sorge dass man es sich wegen Kleinkriegen, (die in 10 Jahren sowas von egal sind, angesichts der Frage ob Kinder da sind oder nicht) versaut.
 
  • #25
Hallo FS,

ich hatte noch keine FG, aber kenne andere Frauen aus meinem Umfeld. Das kommt wohl ganz häufig vor. Die Freundin meiner Schwester hat bei der zweiten Schwangerschaft dann ein gesundes Mädchen zur Welt gebracht. Meine Mutter hatte vor mir auch eine FG und das im recht frühen Stadium.

Es könnte tatsächlich die Schildrüse dafür verantwortlich sein. Lass es checken. Es gibt wohl auch einen Zusammenhang bei den Blutgruppen, also wenn du Rhesus negativ wärst und dein Partner postiv oder auch wenn du Blutgruppe 0 hast und dein Partner A.
Das habe ich neulich gelesen.

Jedenfalls finde ich es auch komisch, dass ihr nicht miteiander redet bzw. er sich da distanziert. Es ist aber auch so, dass Männer Probleme auch oft mit sich selbst ausmachen und wenn sie dann auch noch über wenig Empathie verfügen, wundert es mich nicht. Da musst du schon aktiv auf ihn zugehen.

Ich persönlich würde mir in dieser Situation eine starke Schulter wünschen und wäre enttäuscht von von meinem Partner, wenn er sich so verhalten würde. Vielleicht ist er aber emotional auch nicht so sehr involviert, denn es waren nur zwei Wochen. Ich finde es weitaus heftiger ein Kind ab 3 Monat zu verlieren. Eine Bekannte hatte es z.B im 8 Monat verloren, da es einen Herzfehler hatte....da war sie schon hochschwanger.
Suche doch nochmal das Gespräch. Ich hoffe für dich eure Beziehung ist ansonsten gut? Es hört sich irgendwie nicht so wirklich danach an.
 
  • #26
Liebe @lotte84,
ich möchte dir raten, dass du weder deinen Freund und noch viel weniger dich unter Druck setzt.
Die Fehlgeburt ist für dich sehr schmerzlich. Das kann ich gut verstehen.
Aber jeder hat eine andere Art damit um zugehen. Ich hatte zwischen meinen beiden Geburten auch eine FG und kann mir vorstellen, wie es dir geht.
Damals mochte ich nicht darüber sprechen, was nicht heißt, dass es mir egal war. Jeder geht mit so einem Geschehen anders um.

Es ist allerdings Fakt, dass häufig ein Kinderwunsch, der auf Biegen und Brechen durchgesetzt werden will, grade das Gegenteil bewirkt.
Ich denke, wenn du nach einem guten halben Jahr ohne Pille schwanger geworden bist, ist das sogar eher schnell.
Lass deinem Körper nach der FG etwas Zeit.

LG, W52
 
  • #27
Liebe Lotte, mein Mitgefühl!
Aber mach dir bitte wenigstens verstandesmäßig keine Sorgen- bei euch ist alles im normalen Bereich.
Mein erstes Kind (mit 24) hätte ich mehrfach durch Blutungen fast verloren, lag eine Woche im Krankenhaus, hatte danach zwei ebenfalls so frühe "Spontanabgänge", wie es die Ärzte nennen, musste bei der zweiten Schwangerschaft (mit 27) dann wieder viel liegen, mehr als die Hälfte der Zeit- und die dritte bis fünfte Schwangerschaft (zuletzt mit 43) waren dann völlig problemlos, ich konnte Ski fahren, meinen Fünfjährigen tragen, arbeiten, fühlte mich fit.
Damit will ich dir sagen: Wenn du anfangs Probleme hast, heißt das noch lange nicht, dass es bei späteren Schwangerschaften auch schwierig sein muss! Mancher Körper muss sich erst eingewöhnen.

Meine Ärztin meinte damals, als ich etwas bitter von den "Abgängen" erzählte, dass das ganz häufig vorkäme, die Hälfte bis ein Drittel aller Frühschwangerschaften würden so abgehen, meist unbewusst und auch nicht registriert.

Trotzdem war ich damals tieftraurig, hatte mir vor der ärztlichen Konsultation von Zysten an den Eileitern, Eileiterschwangerschaft bis Schwermetallbelastung, Krebserkrankung bis Unfruchtbarkeit alles Mögliche als Ursache vorgestellt.
Meinem Exmann hatte ich mehrfach vorgeweint, mich von ihm trösten und rational beruhigen lassen. Männern ist es da eher wichtig, dass es rational gesehen noch im normalen Bereich ist, dann machen sie sich keine großen Sorgen. Aber sie können mit Hingabe trösten, wenn du zeigst, dass du das brauchst und dir das gut tut. Wir empfanden damals wirklich beide tiefe, große Liebe füreinander, und er wollte definitiv Kinder- aber von selbst wäre mein Ex auch nicht auf den Gedanken gekommen, diese Frühabgänge emotional schwer zu nehmen, ich tat ihm nur wegen der Schmerzen leid.

Insofern: Jammer dich mal ein bisschen aus, zeig deinem Mann deine Gefühle und Befürchtungen, lass dich trösten.
Und falls es zweimal hintereinander passieren sollte, wie bei mir damals: Da hatte mir dann eine dreimonatige Verhütungsphase gut getan, um vom Druck wegzukommen, schwanger werden zu müssen.
 
  • #28
Ich hatte vor Jahren zwei Fehlgeburten, eine in der 14. Woche ( war ganz schlimm) und eine in der 11.Woche. Meinem damaligen Mann fehlte jede Empathie ,er verstand meine Tränen nicht und konnte sie schon gar nicht trocknen. Mit dem Kummer war ich allein ,er ging mehr oder weniger zur Tagesordnung über.
Der Riss ,der sich seitdem durch unsere Beziehung zog war nicht mehr zu kitten, offenbarte er doch, daß auch schon vorher einiges im Argen lag . Ich trennte mich von ihm und hab es nie bereut .
Happy end gab es trotzdem.
 
  • #29
Liebe FS, es ist nicht schön, was du erlebt hast. Eine Schwangerschaft ist mit sehr vielen hormonellen Veränderungen im Körper einer Frau verbunden. Man fühlt sich wohl und glücklich und eine Fehlgeburt ist enorm emotional und traurig. Deshalb verstehe ich dich sehr gut und kann deine Gefühle nach so einer Verlust sehr gut nachempfinden und ich bin sicher, dass er auch traurig ist, er kann es vielleicht nicht zeigen.
Ich habe gleichzeitig das Gefühl, dass du ihn ein wenig dafür verantwortlich machst? Er solle zum Arzt gehen? Das verstehe nicht so ganz.
Aus medizinischer Sicht hast du nichts außergewöhnliches erlebt. Du hast jahrelang Antibabypille genommen. Dein Körper hat sich darauf eingestellt und nun dauerte es einige Monate bis dein Körper sich wieder normalisiert hat. Bei der ersten Schwangerschaft gab es leider eine Fehlgeburt. Es passiert sehr häufig. Ich erinnere mich sogar irgendwo gelesen zu haben, dass fast 50 % aller Schwangerschaften gar nicht auffallen, weil man in sehr frühe Phase eine Fehlgeburt hat. Man führt normalerweise auch nicht jeden Tag einen Schwangerschaftstest durch, sodass diese Schwangerschaften gar nicht wahrgenommen werden. Von daher liegt bei euch alles noch im grünen Bereich und es gibt keinen Grund zur Panik. Ihr seid beide gesund. Du kannst schwanger werden und er kann ein Kind zeugen, alles wunderbar. Es sollte eben dieses Mal nicht sein. Versucht es weiter. Nächstes Mal wird es bestimmt klappen. Viel Glück :).
 
  • #30
Liebe Fragestellerin,

ich drücke Dich in meinen Gedanken. Euer Verlust tut mir sehr leid.

Bitte geh mit Deinem Lebensgefährten nicht zu hart ins Gericht. Nicht alle Männer können nachvollziehen, was eine Frau durchmacht, wenn sie ein Ungeborenes verliert. Das ist zwar sehr schade, aber nicht unbedingt etwas, weshalb man an der Liebe des Partners oder dem Willen, das gemeinsame Ziel zu erreichen, zweifeln müsste. So, wie manche Frauen den Verlust schnell verarbeiten und positiv in die Zukunft blicken (und darauf vertrauen, dass der Kinderwunsch eines Tages realisiert werden wird), schließen gewisse Männer schneller mit dem ungewollten Schwangerschaftsabbruch ab und vertrauen darauf, dass es bald klappt.

Verzweifle bitte nicht. Der menschliche Organismus ist faszinierend. Wenn er merkt, dass etwas schief läuft, kann er z.B. im Falle von Burn Out alle Systeme runterfahren und auf ein Minimum reduzieren, um zu überleben. Man rafft sich gerade mal auf, ein paar Nährstoffe zu sich zu nehmen, zu schlafen etc. Vielleicht hat Dein Körper erkannt, dass der erste Versuch, Leben zu erschaffen, doch nicht klappen würde, und hat die Schwangerschaft abgebrochen, um nicht unnötig Energie zu investieren. Das bedeutet aber nicht, dass Ihr zwangsweise kinderlos bleiben müsst.

Rede ruhig mit Deinem Partner. Aber vor allem: Päpple Dich mit vitaminreicher Kost auf, genieße entspannende Massagen und gönn Dir stressfreie Tage. Tu Deinem Körper möglichst viel Gutes, damit er gestärkt einen neuen Versuch wagt.
 
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