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  • #1

Wie funktioniert der Alltag bei hohem Altersunterschied?

In mehreren Parallelthreads wird über den Altersunterschied in einer Beziehung diskutiert. Abgesehen von der Frische und Unverbrauchtheit die ein älterer Mensch bei einem jungen Partner gut findet, würde mich interessieren, ob jemand aus dem Forum Erfahrungen gemacht hat, mit Partnern von mehr als 10 Jahren Altersunterschied.

Ich meine keine Affären oder kurze Beziehungen, sondern Komplettpaket mit Alltag und allem drum und dran. Funktioniert es mit dem Freuendeskreis? Gibt es Übereinstimmung der Lebensvorstellungen? Wo gibt es Differenzen? Welche Rücksichten werden genommen? Wie realisiert ihr gemeinsame Lebensziele? Gibte es Dinge, die vorher nicht bedacht wurden und nun überraschend toll oder eben nicht so toll sind?


<Mod. Fragestellung überarbeitet.>
 
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  • #2
Eine Freundin von mir hat mit 18 einen 32jährigen Mann kennengelernt und später auch geheiratet.
Ich war damals schon 24 und das zeigt schon, dass sie damals keine richtige 18-jähige war. Sie war eigentlich nie richtig jung. Mit 22 wurde sie dann Mutter, etwa zur gleichen Zeit wie ich. In den folgenden Jahren hatte ich das Gefühl, dass sie immer älter wurde als ich. Ihr Mann hat sie alt gemacht. Sie war dann mit 40 eine spießige Hausfrau, ich habe mich mehr oder weniger zurückgezogen, da mir ihr Lebenswandeln nicht mehr behagt hat, vor allem, nachdem die Kindererzieheung zu Ende war. Mein Mann war 2 Jahre jünger als ich und daher kamen auch unsere Männer nicht sonderlich gut aus, da gab es eben kaum Interessengleichkeit. Wobei ich weiß, dass es auch Männer gibt, die im Alter noch interessant und flott sind. Er ist eigentlich nur 8 Jahre älter als ich, aber einfach ein Spießer.
Gut, die Beiden kamen gut miteinander aus, ich glaube, die Ehe war glücklich. Meine Freundin ist dann leider an einem Verkehrsunfall gestorben. Er hat inzwischen wieder eine Freundin - allerdings ist sie so alt wie er.
Ich glaube, es kommt auf die Menschen an. Manchmal zieht eine junge Frau den Mann altersmäßig herunter, meistens zieht der ältere Mann aber die Frau altersmäßig rauf.
Also dann wirkt eine 40jährige Frau mit einem 60jährigen Mann einfach nicht mehr wie 40 sondern wie 50.
 
  • #3
Ein Bekannter hatte mit 48 eine 19jährige kennengelernt, nicht nur für das eine, sie wohnten 3 Jahre zusammen. Die junge Dame war ziemlich reif für ihr Alter. Bestimmte Sachen waren aber schon kurios. Bei der jährlichen Wochenend-Radtour mit seinen (gleichaltrigen) Freunden wollte das Mädchen nicht mit, sie fand es piefig und langweilig, wenn die Endvierziger-Pärchen um den Bodensee radelten. Daher durfte sie zwei Freundinnen mitbringen und die jungen Damen vergnügten sich derweil anderweitig.
Auch zu Hause hingen oft ihre Freundinnen rum und sie schauten sich das Kinderprogramm im Fernsehen an, japanische Anime-Serien. Er kochte derweil für die Mädels. Für ihre Freundinnen war er wie ein Vater, meinte er mal.
Weitere Lebenspläne ggf. noch mal Kinder o.ä. hatte er immer ausgeklammert, dazu war sie zu jung.
Er verkaufte sein Geschäft und zog mit ihr an ihren Studienort, um dort ebenfalls neu zu starten.
Mit den jungen Leuten in ihrem Umkreis wurde er nicht warm. Er war der Sugardaddy im Hintergrund. Sie war bald in der Großstadt heimisch geworden und irgendwann wurde es ihr zu peinlich. Sie zog - für ihn grundlos - ohne Vorankündigung in eine WG, als er auf Geschäftsreise war und war für ihn nicht mehr zu erreichen.
Aber das war wirklich ein Extremfall. In der Regel passen sich die jüngeren Frauen in meinem Umfeld ihren Männern an, schon weil die meist die finanzielle Macht in der Beziehung haben.
 
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  • #4
Ich war über 15 Jahre lang mit einer 13 Jahre älteren Frau zusammen.


Für meinen Freundeskreis war sie zu alt, ich für ihren zu jung, keiner von beiden hat wirklich Zugang zu den Freunden des anderen gefunden. Die soziale Isolation kam schleichend, wir wurden gemeinsam nicht mehr eingeladen, und ausser unseren Familien kam auch niemand mehr zu Besuch.

Gibt es Übereinstimmung der Lebensvorstellungen? Wie realisiert ihr gemeinsame Lebensziele?

Das war kein Problem, zu zweit hat das Leben gut funktioniert.


Sie hatte immer irgendwelche Wehwehchen. Jaja, das Alter ... :)


Sie war beim Thema Familie und Kinder 15 Jahre weiter als ich.

Gibte es Dinge, die vorher nicht bedacht wurden und nun überraschend toll oder eben nicht so toll sind?

Ich habe sie verlassen, für sie kam das überraschend, für mich war es ein Prozess der jahrelang in mir gereift ist. Die Vorstellungen von der Zukunft waren irgendwann völlig gegensätzlich, sie war innerlich bereit alt zu sein und Seniorin zu werden, ich nicht.
 
  • #5
Mein Liebster ist 12 Jahre älter als ich. Probleme, die aus dem Altersunterschied resultieren könnten, haben wir nicht.

Wir sind uns einig, dass wir keine Kinder haben wollen. Wir haben beide recht fordernde Jobs, ich bin häufig und er fast immer unterwegs. Unser Freizeit- und Ausgehverhalten ist kompatibel, so haben wir uns schließlich kennen gelernt. Wir haben unterschiedliche Hobbys, nehmen aber immer mal wieder am Hobby des anderen teil.
Jeder hat seinen "alten" Freundeskreis, aber inzwischen gibt es auch "gemeinsame" Freunde. Schon mein "alter" Freundes- und Bekanntenkreis hatte eine Altersspanne von 30 bis 50 Jahren und meinem Liebsten ging und geht das genau so. Ergo: keine Probleme mit dem Altersunterschied.

Natürlich ist mir bewusst, dass er früher als ich das eine oder andere Zipperlein bekommen wird. Das deutet sich schon jetzt an, aber Auswirkungen auf unseren extremsportfreien Alltag sind eher nicht zu erwarten. Ein Problem wäre es nur, wenn ich z.B. Bergsteigen wollte und er nicht mithalten könnte.
Und sicher wird er lange vor mir in Rente gehen - aber das hat noch viele Jahre Zeit.
 
  • #6
Ich kenne ein paar wenige- bei allen hat sich der jüngere im Lebensstil dem älteren Angepasst. Ist auch logisch da Immer der langsamere das Tempo angibt. Sonst kommt der andere ja nicht mehr mit. Ausser in Intellektuellen Kreisen (mit 18kannst Du halt nicht über schon 1000 Bücher gelesen haben) war das auch nie ein Problem.

Tscha und liebe Mietze:
Natürlich ist mir bewusst, dass er früher als ich das eine oder andere Zipperlein bekommen wird. Das deutet sich schon jetzt an, aber Auswirkungen auf unseren extremsportfreien Alltag sind eher nicht zu erwarten
Ich freu mich ja für Dich aber DAS ist reines Wunschdenken, gerade wenn kaum Sport gemacht wird. Bandscheiben- und Kreislauferkrankungen beeinträchtigen den Alltag ganz enorm, und ganz besonders das Sexualleben. Auch das wirst Du halt 10 Jahre früher beenden müssen als Damen mit einem gleichaltrigen. Siehe oben, der langsamere gibt das Tempo vor....
 
  • #7
@Kalle: Wir machen nicht "keinen Sport". Nur sind aus bestimmten Gründen einige konkrete Aktivitäten einfach ausgeschlossen. Das hat nichts mit dem Alter zu tun, sondern mit - allgemein gesprochen - Vorschädigungen.
 
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  • #8
Ich w,26 war 3 Monate mit einem 43 jährigen zusammen. Ich dachte zuerst dass das Alter keine Rolle spielt, aber wurde dann eines besseren belehrt.
Die Interessen bzg. der Freizeitgestaltung lagen einfach zu weit auseinander. Man befindet sich einfach in unterschiedlichen Lebensphasen. Ich denke dass ein "normaler" Alltag mit zu großem Altersunterschied (> +/- 5 Jahre) auf Dauer nicht lebbar ist.
 
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  • #9
Die Beispiele, die ich dazu kenne, zeichnen sich alle dadurch aus ...
- dass auch der jüngere Teil (weiblich oder männlich) bei Beziehungsbeginn schon um die 40 war,
- dass gemeinsames Arbeiten die Ausgangssituation darstellte,
- dass die sexuell/erotische Ebene somit immer das Surplus war,
- dass "Alltag" überwiegend vom gemeinsamen Tun (vorwiegend Kultur- oder Wissenschaftsbereich) dominiert wird.

Die Freundeskreise sind in allen Fällen sehr breit und streuen weit über die Altersspanne der jeweiligen Paare. Und die angesprochene körperliche Fitness ist nach meinen Erfahrungen altersunabhängig eine sehr individuelle Sache. Ich kenne genügend Leute, die mit Anfang 50 bereits jede Menge Einschränkungen beklagen und auch objektiv darunter leiden, ich kenne aber andere, die mit 80 rundum fit und beruflich aktiv sind.
 
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  • #10
Meine Kollegin (31) hat seit drei Jahren einen 19 Jahre älteren Partner (Witwer, notorischer Fremdgänger, ihr ist er angeblich treu). Als ich ihn vor 2 Jahren das erste Mal sah, dachte ich: attraktiver Endvierziger, graue Haare, rosige Gesichtsfarbe, so ein Typ Julian Assange.

Ihre Beziehung begann als Affäre, nach einem Jahr zogen sie gemeinsam in eine neue Stadt, bauten sich ein gemeinsames Leben auf. Er verdient 150.000 Euro plus Boni pro Jahr, sie hat ein normales Angestellteneinkommen, will sich aber nicht von ihm aushalten lassen. Darum teilen sie sich Miete, Nebenkosten, Lebensmittel, Urlaub. Nur hier und da lässt sie sich mal zum Essen einladen oder wenn sie einen Wochenendtrip machen, zahlt er auch. Und will sie neue Möbel, bezahlt sie sie selbst, weil er keinen Wert darauf legt. Sie leben m.E. einen recht hohen Standard, wenn auch nicht zu ausschweifend.

Zwischenzeitlich ist er aufgrund jahrelangen Rauchens lungenkrank, hat sich nen Leistenbruch operieren lassen und sein Bandscheibenvorfall ist noch nicht behoben. Als ich ihn letzte Woche wieder sah, wirkte er um 15 Jahre gealtert: fade, faltige Haut.

Sie moniert seit langem, dass er immer noch raucht und damit nicht nur seine Gesundheit riskiert, sondern auch ihre gemeinsame Zukunft, da er durchs Rauchen sein Leben verkürzt und jetzt schon bei jedem Schnupfen starke Medikamente nehmen muss, damit er nicht erstickt. Aber er ändert nichts.

Letztes Jahr war sie schwanger von ihm, hat es aber heimlich "wegmachen" lassen, ohne mit ihm zu sprechen, weil sie dachte, sie als Paar wären noch nicht so weit. Heute würde sie gern schwanger von ihm werden, aber irgendwie fluppt das nicht so richtig.

Er pflegt regelmäßig noch Freundschaften von früher, sie hat keine richtigen Freunde außerhalb des Büros. Sie verbringt jede freie Minute mit ihm, hat keine Hobbies und plant nichts ohne ihn.

Also in meinen Augen nicht die "perfekte" Beziehung, wie sie immer behauptet... Vielleicht führt sie der Umstand, dass ihr Vater, der wenig für sie da war und vor 5 Jahren gestorben ist, in die arme dieses älteren Mannes (Vaterkomplex). Das sagt sie selbst von sich, aber ob das psychologisch stimmt, weiß ich nicht.
 
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  • #11
Er, weißhaarig und immer auf der Suche nach seiner Brille. Ich (15 Jahre jünger) hatte zuvor Partner die gleichaltrig oder wenig jünger waren. In unserer Beziehung fiel mir auf, dass wir relativ wenig unternahmen, obwohl er immer erzählte von all den Dingen, die er mit mir machen will: Segeln, Motorrad fahren, verreisen, Rockkonzerte, Clubs etc.
Aber es war immer mehr Geschwafel, als wirklich "machen".

Kann sein, dass das nichts mit dem Alter zu tun hat, sondern eine Typfrage ist. Nach der Verliebtheitsphase war auch in Sachen Sex seinerseits mehr Geschwafel als "machen". Obwohl er immer ganz gierig darauf zu sein schien - am Ende blieb nur viel erotisches Gequatsche, Kuscheln und er müsse jetzt mal unbedingt SM ausprobieren.

Dann jammerte er recht häufig, dass nun nicht mehr junge 59, sondern schon alte 60 ist. Das hat mich ganz schön runtergezogen. Im Alltag zeigte sich, dass er noch ein antiquiertes Rollenverständnis hat. Während Frau ihm essen kocht, sitzt er im Sofa und liest Zeitung. Wäsche waschen kann er allein - aber bügeln ist Frauensache. Putzen sowieso.

Dann gab es Situationen, wo er sich als junggeblieben profilieren wollte und mir begeistert dolle Musik vorspielte. Hmmm ... Talking Heads kannte ich schon. Amy Winehouse auch. Nichts Neues für mich - aber er glaubte mir ständig den Blick in bisher unbekanne Welten zu öffnen.
Mir kam das oft so verkrampft pseudomodern vor. Keine wirkliche Leidenschaft, sondern nur den Anschein wahren.

Wir sind gescheitert.
Heute lebe ich wieder in einer gleichaltrigen Beziehung. Klappt besser.
 
  • #12
Ich hatte einen 9 Jahre älteren Partner: war ein großer Fehler! Der Alltag hat nicht funktioniert, auch wenn wir sonst theoretisch schon gut harmoniert hätten. Mir kommt kein so alter Mann mehr ins Haus!

Meine Freunde haben ihn nie akzeptiert, seine mich wie ein Mädchen behandelt. Theorie und Praxis klafften doch weit auseinander.... In der Realität spürt man beim Zusammenleben jeden Tag Unterschied. Wenn man sich nur gelegentlich trifft und Sex hat ist es wohl ein anderes Thema, aber eine Beziehung mit Alltag....

In meinem Freundeskreis hat es eh kaum Paare mit großem Unterschied gegeben und keines davon existiert heute noch.
Ach ja: ich war Mitte 20, er Mitte 30, wir waren 6 jahre zusammen. Bis ich nicht mehr wollte und mir nen Gleichaltrigen gesucht habe.
 
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  • #13
Mein Vater war 14 Jahre älter als meine Mutter. Sie haben kurz nach dem Krieg geheiratet. Mein Vater hat ganz gut verdient, für meine Mutter war es eine gute Versorgungsehe, wobei sie ihn schon auch geliebt hat.
Als Kind habe ich schon mitbekommen, dass mein Vater älter war als andere Väter und dass er mit uns nicht so viel unternommen hat. Er war bei meiner Geburt eben schon über 40.
Das Alltagsleben wurde davon aber eher weniger beeinflusst, meine Mutter hatte einfach zu viel zu tun mit uns.
Wenn ich heute mit meiner Mutter darüber spreche, dann sagt sie immer, dass es in jungen Jahren kein Problem war. Aber als mein Vater dann in Ruhestand ging, begannen die Probleme. Er ist schnell gealtert, während meine Mutter nochmal richtig leben wollte, nachdem wir Kinder aus dem Haus waren. Da gab es oft Streit, wenn meine Mutter z.B. eine Fernreise machen wollte, mein Vater aber lieber ins Ferienhaus in den Bergen wollte. Meine Mutter wollte ins Theater, mein Vater wollte es sich dahein gemütlich machen.
Als er dann 80 war und meine Mutter 66, da war der Unterschied extrem. Er war dann bald pflegebedürftig und als er nach 8 Jahren starb, war meine Mutter einfach auch schon alt.
Sie hat mich immer gewarnt, einen viel älteren Mann zu nehmen.
 
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  • #14
FS:
Vielen Dank fuer die vielen Antworten. Scheint doch nicht so einfach zu sein, auch wenn man sich womoeglich ineinander verliebt hat.

Es wundert mich etwas, dass wenige Antworten von Männern stammen, die diese Erfahrungen selbst gesammelt haben, denn sonst scheint es im Forum die Praeferenz für diese Konstellation zu geben.

Aber vielleicht schreiben sie uns noch.
 
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  • #15
Ich war mal mit einem Mann zusammen, der vorher eine 18 Jahre jüngere Frau hatte. Sie war der Grund für seine Scheidung (von einer nur 3 Jahre jüngeren Frau). Er war 6 Jahre mit der jungen Frau verheiratet und solange die Liebe noch frisch war, war alles prima. Dann ging er in Ruhestand und sie war eben erst 40. Da begannen die Probleme. Sie wollte ständig etwas unternehmen, er wollte eher kürzer treten.
Sie hat sich dann einen jüngeren Mann gesucht und er hat dann auch wieder in seiner Altersklasse gesucht. Heute ist er 65 und mit einer 66jährigen Frau glücklich verheiratet.
 
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  • #16
Beide müssen sich über den Altersunterschied und die (möglichen) Konsequenzen bewusst und entsprechend kompromissbereit sein bzw. die Partner müssen ähnliche Vorstellungen von ihrem Leben haben.
Eine Partymaus und ein Couchpotato werden prinzipiell nicht zusammenpassen, egal, wie groß der Altersunterschied ist.

Nicht jeder lässt es im Ruhestand auch wirklich ruhiger angehen. Ich kenne Männer, die gerade dann erst richtig aktiv werden, weil sie endlich Zeit dafür haben.

Dass ein 9-jähriger Altersunterschied im Freundeskreis nicht akzeptiert wird, kann ich übrigens nicht verstehen.
 
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  • #17
Ich war ca. 4 Jahre mit einer 13 Jahre jüngeren Frau zusammen (kennengelernt, als ich 39 war). Den Altersunterschied hab ich nicht bemerkt, er kam auch z.B. bei Streitereien o.ä. nie zur Sprache, und wir wurden auch nie darauf angesprochen. Die Probleme, die letztlich zur Trennung geführt haben, waren ebenfalls altersunabhängig.
 
  • #18
ob jemand aus dem Forum Erfahrungen gemacht hat, mit Partnern von mehr als 10 Jahren Altersunterschied.

Ich selber nicht – aber bezgl. meiner Eltern, die mehr als zwanzig Jahre auseinander waren, kann ich sagen, dass die Eheprobleme, die sie phasenweise hatten, soweit ich es beurteilen konnte und kann nie mit dem Altersunterschied zu tun hatten. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass sie einander den Altersunterschied z.B. bei Meinungsverschiedenheiten irgendwann vorgeworfen hätten bzw. diesen als Vorwand für den Zwist vorgeschoben hätten.

Bezgl. Freundeskreis kann ich mich nicht erinnern, dass auch nur eine einzige Person in unserem Bekannten- und Freundeskreis uns bzw. meine Eltern wegen des Altersunterschieds abgelehnt hätte. Ich komme aus einem konservativen, bürgerlichen Umfeld – da werden Toleranz und Respekt selbstverständlich im täglichen Alltag und Umgang miteinander gelebt, und nicht <Mod. Nebenthema entfernt.> Darum, denke ich, hat das immer funktioniert.

Trotz alledem könnte ich selber mir auch in höherem Alter nicht vorstellen, eine Beziehung mit einem so grossen Altersunterschied zu führen. Eine zehn Jahre jüngere Frau wäre für mich ideal, viel mehr Unterschied sollte aber dann doch nicht sein.
 
  • #19
Ich, w, 27 Jahre alt, bin mit einem 13 Jahre älteren Mann verheiratet.
Meine Familie und Freunde waren zunächst wegen des Altersunterschiedes sehr irritiert. Nach dem Kennenlernen meines Mannes war jedoch alles vergessen. Wirklich ausnahmslos alle mögen ihn sehr, obwohl meine Freunde zumeist in meinem Alter sind. Genau wie in unserer Beziehung zueinander, ist das Verhältnis meines Mannes zu meinen Freunden durch den Altersunterschied in keiner Weise anders geprägt. Unser Alltag ist wunderschön, wir haben dieselben Interessen und Ziele im Leben.
Einen Punkt gibt es aber. Wir beiden möchten unbedingt Kinder. Aufgrund meines Alters habe ich keine Schwierigkeiten, mit der Familienplanung erst in 2-4 Jahren zu beginnen. Wenn es nach meinem Mann geht, sollten wir sofort damit starten. Hier haben wir jedoch einen Kompromiss ins Auge gefasst. Und falls ich zu diesem Zeitpunkt doch nicht so weit sein wollte, dann ist es eben so und wir verlegen den Startschuss noch etwas nach hinten. Wichtig ist nur, dieselben Lebensziele zu haben.
 
  • #20
Wir machen nicht "keinen Sport". Nur sind aus bestimmten Gründen einige konkrete Aktivitäten einfach ausgeschlossen. Das hat nichts mit dem Alter zu tun, sondern mit - allgemein gesprochen - Vorschädigungen.
@Mietze und Co...

Das ändert nix dran dass im Alter die Altersbedingten Einschränkungen beim erheblich Älteren nunmal erheblich früher Einfluss auf das Zusammenleben hat. Man ist eben mit 50 nicht mehr so schnell oder potent wie mit 40. Wie schon gesagt, der langsamere Bestimmt das Tempo, bei gleichem Lebenswandel wird meistens der Ältere sein. Mit 40/50 ist das noch recht unmerklich, mit 50/60 siehts schon ganz anders aus. Und mit 50/70 wirds gruselig find ich.

Diese Einschränkung gibt es definitiv, die Frage ist nur wie man das individuell gewichtet.
 
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  • #21
Ich hatte mit 31 Jahren eine ca. 1-jährige Beziehung zu einem 15 Jahre älteren Mann. Die erste Zeit machte sich der Altersunterschied kaum bemerkbar. Im Laufe der Zeit schlichen sich die Probleme bezüglich des Altersunterschieds mehr und mehr ein. Er hatte irgendwie noch das Rollenverständnis, dass die Frau ausnahmslos den Haushalt schmeisst, kocht und ihn bedient.

Gemeinsame Unternehmungen gab es so gut wie keine, obwohl er immer wieder davon sprach, was für tolle Dinge er gerne mit mir unternehmen möchte - alles nur heisse Luft... Zudem hing er immer wieder den "Berufsjugendlichen" raus und wollte mir neue Welten eröffnen, er erzählte mir von Dingen, die ich schon lange wusste. In vielen Dingen fühlte ich mich von ihm auch nicht ernstgenommen. Gescheitert ist diese Sache definiv am Altersunterschied. Danach hatte ich nie mehr wesentlich ältere Partner - mein jetztiger Partner ist 5 Jahre älter, passt super.

w
 
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  • #22
Ich denke, dass das Alter bei jüngeren und mittlerem Alter nicht so wichtig ist. Schwierig wird es erst dann, wenn (wie oben schon beschrieben) einer in Rente geht, und der andere gerade noch im Alter ist, wo andere noch kleine Kinder haben und aktiv sein wollen.
Ich (w, 28), bin in einer Beziehung mit einem 17 Jahre älteren Mann. Von Verhalten usw. finde ich aber nicht, dass man einen Altersunterschied merkt zwischen uns.

Bis aufs Äussere merkt man uns den grossen Unterschied wohl nicht so an. Auch mit Freunden usw. gab es nie Probleme. Doch dann stellt sich auch die Frage nach den Zukunftsvorstellungen. Und die können ein Problem werden. Er ist bereits geschieden, hat 3 Kinder und ein Haus, in dem seine Familie (natuerlich ohne ihn) wohnt.

Das war ihm alles zu viel und einengend, nun möchte er "leben" (Leben heisst fuer ihn: Parties, usw.).

Ich habe das alles noch vor mir, will noch ein Kind (dazu kann er sich nicht durchringen, wegen Alter, Geld, und neuer Verbindlichkeit), ein Haus bauen (geht finanziell auf keinen Fall), einfach Familie haben - "Leben" eben, wie es für mich momentan von Bedeutung wäre.

Und ich denke, da kann die Liebe noch so gross sein, diese Beziehung ist einfach endlich. Irgendwann muss ich mich trennen, ob ich will oder nicht, wenn ich nicht mein Leben versäumen will.
 
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