• #31
Ich bin altmodisch ... meinen Respekt verdient man sich.

Wie das passiert ?
Entweder durch grosse Leistungen, die ich bewundere ....
Oder durch die kleinen Dinge im Leben. Zuverlässigkeit und Loyalität. Standhaftigkeit. Können und Wissen. Einen Charakter, den ich als super ansehe ......
Das kann....nein muss ich unbedingt unterschreiben.
Das schließt Selbstverständlich nicht den Grundgedanken von Respekt aus, den man eh erst mal von der Menschlichen Seite aus haben sollte.
Als Beispiel der Mann der von vorne herein keinen Respekt vor irgendeiner Frau hat.
Oder andersherum ebenso. Also Respekt dem Leben ansich gegenüber.
Aber den erweiterten Respekt müssen wir uns alle erst mal verdienen, durch Taten, Leistungen und Verhaltensweisen.

m49
 
  • #32
Liebe FS,
mache Dir da keinen Kopf. Es gibz eine ganze Reihe von Persönlichkeitstypen, die gut zusammenpassen und jene , die eben nicht gut zusammenpassen. Der eine will die extrovertierte Dramaqueen, der andere die entspannte Frau, die auch Kumpel sein kann und das Bier mit dem Zollstock öffnen kann. Schau Dich um im Bekanntenkreis, es ist alles dabei.
Ich denke gerade an meine Tierärztin. Ein rundum "kerniger" Mensch, extrem weit weg vom Divenhaften, total entspannt und ruhig. Und die hat auch einen tollen Partner. Genauso wie die Quasselstrippe von nebenan oder das graue Mäuschen von gegenüber.
Und bei Männern gibt es Macher und zahme Dackel.
Es muss einfach passen - und dann passen auch die "Schwächen" und/oder Eigenarten zusammen.
 
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  • #33
Partnerschaft bedeutet auch, dass man sich ergänzt und sich hilft.
Das habe ich auch nicht in Abrede gestellt. Natürlich ist Arbeitsteilung sinnvoll. Respekt bleibt da auch erhalten, wenn die Verteilung auf Augenhöhe erfolgt. Respekt geht hingegen verloren, wenn einer die Verteilung einseitig durchsetzt, entweder weil er den anderen beherrscht oder weil er sich in die Mitleids-Opferposition begibt und Hilfsbereitschaft ausnutzt.

dass das Beispiel mit der Spinne einfach unpassend ist ... Für Spinnen bin ich bei uns zuständig und für mich geht da überhaupt kein Respekt verloren.
Dann mache doch mal einen Test. Erkläre Deiner Partnerin, dass Du Spinnen auch eklig findest, so dass sie das bitte fortan für Euch übernehmen soll (oder 50:50 Aufteilung). Erkläre es ihr so, wie sie es Dir auch mitgeteilt (also zB durch ängstliches Schreien bei Spinnensichtung). Und dann kannst Du ja mal schauen, ob dadurch wirklich kein Respekt zwischen Euch verloren geht. Einerseits, ob auch Respekt für Deine Schwächen gezeigt wird, andererseits ob Deine Partnerin Dein Verhalten dann noch als respektvoll ihr gegenüber findet.

Dass Du im umgekehrten Fall der Ansicht bist, dass "überhaupt kein Respekt verloren" gehe, wenn sie von Dir die Übernahme der Spinnen erwartet, liegt eher daran, dass Du Deine Partnerin nicht auf Augenhöhe siehst und die "starke" Rolle übernehmen möchtest, um dafür angehimmelt zu werden. Das ist aber in den meisten Fällen ein Irrtum und in Wahrheit beherrscht sie Dich mit Deiner Unterwürfigkeit, so dass sie das Dienen als selbstverständlich betrachtet, wofür man keinen anhimmelt. Andernfalls müssten insbesondere diese Leute allergrößtes Verständnis dafür haben, wenn andere ebenfalls - wie sie selber - die Spinnentätigkeit auf andere abwälzen möchten. Sie wird dafür aber vermutlich kein Verständnis dafür haben, dass Erwachsene für harmlose Spinnen zu schwach sein könnten und sich ähnlich einem Kleinkind verhalten bzw. dass ihr Diener die selbstverständlich zu erbringenden Wertschätzungen verweigert. Es besteht eben kein Respekt auf Augenhöhe, geschweige denn wird man angehimmelt, sondern wird nur solange geduldet, wie man sich unterwirft.

Auch Du verlierst dabei Respekt ihr gegenüber (bzw. er wächst gar nicht erst). Wofür auch? Dafür, dass sie für Spinnen zu schwach ist? Dafür, dass sie einen nicht respektiert? Tatsächlich leistet man selber ja nur, weil man glaubt, überlegen zu sein und dafür angehimmelt zu werden. Bei jedem anderen wüsste man, dass man sich nicht ausnutzen und beherrschen lassen bzw. Grenzen auf Augenhöhe setzen sollte, wenn man noch auf Augenhöhe respektiert werden möchte. Wenn einem dann irgendwann bewusst wird, dass man für Unterwürfigkeit nicht angehimmelt und nur als Diener geduldet wird, wird das noch weniger dazu führen, dass man selber Respekt dem anderen Gegenüber hat. Wie gesagt: Für was auch?
 
  • #34
Erkläre Deiner Partnerin, dass Du Spinnen auch eklig findest, so dass sie das bitte fortan für Euch übernehmen soll (oder 50:50 Aufteilung).
Warum sollte ein halbwegs geistig gesunder Mann mit einer auch nur halbwegs sympathischen Frau / Freundin und einem halbwegs akzeptablen Sexualleben so einen Scheiss machen ???? Das wäre so intelligent wie wenn sie die Dosensuppe versalzt, weil er ja auch schon etwas nachgesalzen hat ......
Falls du Interesse hast, ich kenne eine Frau, die zig Spinnen in Terrarien hält. Und sie gerne den Besuchern auf den Arm setzt..... Die Tierchen selber fühlen sich übrigens gar nicht so unangenehm an .....

Aber sorry, wenn ich wegen solcher Kleinigkeiten den respekt vor einem Menschen verliere, der in fast jeder Hinsicht genau diesen Respekt längst verdient hat - dann sagt das mehr über mich als über diesen Menschen aus.
 
  • #35
Respekt bleibt da auch erhalten, wenn die Verteilung auf Augenhöhe erfolgt.
Zwei Phrasen in einem Satz. Die Verteilung erfolgt in einer gesunden Partnerschaft so, dass beide zufrieden sind. Und wenn ich eine solche Verteilung mit "Gewalt" durchsetzen muss, ist die Partnerschaft auch nicht gesund.
"Respekt", oben schonmal ausgeführt, ist für mich in einer Partnerschaft die falsche Kategorie. Respekte habe ich vielleicht vor meinem Chef, vielleicht vor bestimmten Menschen generell, aber eine Partnerschaft beruht nicht auf "Respekt". Ich respektiere Einstellungen oder Grenzen meiner Partnerin, ich akzeptiere sie als Mensch, aber "Respekt" passt für mich nicht, weder als auf Bewunderung beruhende Anerkennung noch als Scheu aufgrund übergeordneter Stellung ist das eine notwendige Grundlage für eine Beziehung.

Dann mache doch mal einen Test. Erkläre Deiner Partnerin, dass Du Spinnen auch eklig findest, so dass sie das bitte fortan für Euch übernehmen soll (oder 50:50 Aufteilung).
Was willst Du damit testen? Ich tue etwas, womit ich keine Probleme habe (es sind ja keine Vogelspinnen im Amazonasbecken, da gehe ich auch laufen).
Angehimmelt werde ich wegen meinem blendenden Aussehen und meiner überragenden Intelligenz den ganzen Tag, da muss ich doch keine Spinnen aufräumen...
 
  • #36
Also ich denke nicht, dass sich der Partner der FS wegen einer Arachnophobie von ihr getrennt hat.

Ich finde, dass natürlich unbedingt Respekt zu einer Partnerschaft gehört. Vor allem ein respektvoller Umgang.
Das mit dem Spinnentest wäre z.B. kein respektvoller Umgang, sondern schlicht kindisch. Es zielt auch darauf ab, den Anderen abzuwerten, anstatt zu beweisen, dass man selbst abgewertet würde.

Respekt sollte auf Gegenseitigkeit beruhen. Dabei ist es nicht wichtig, wieviel jemand leisten kann, ob er schöner, grösser, intelligenter oder gesünder ist. Es ist der Respekt vor Menschenleben selbst.

Die FS schildet, dass der Ex sie in ihrer Persönlichkeit respektierte, sie ihm jedoch nicht genug "die Stirn" bot. Offenbar ist er wohl jemand, der sich gerne an Anderen reibt und das auch braucht (im übertragenen Wortsinn x).
Die Worte, dass sie eine der Wenigen in seinem Leben sei, die er überhaupt respektiere, lassen doch sehr vermuten, dass der Ex grundsätzlich ein Problem im zwischenmenschlichen Bereich erkennen lässt. Evtl. fehlte ihm einfach das mütterliche herumkommandieren, oder ihm war schlicht langweilig. Keiner weiss es. Vermutlich weiss er es selbst nicht.
 
  • #38
Aber den erweiterten Respekt müssen wir uns alle erst mal verdienen, durch Taten, Leistungen und Verhaltensweisen.
Muss etwas widersprechen - einem Partner bringe ich zum normalen Respekt erst mal ei en Vorschuss entgegen, wie beim Vertrauen auch.

Er kann meinen Respekt verstärken, durch sein Standing, durch seine Kompetenzen, Leistungen...
Und er kann ihn verlieren.
Uncharmant ausgedrückt - Wenn ER den Schw*** einzieht, wenn es schwierig wird, wenn er keine Eier in der Hose hat.
Wieder - Standing, Rückgrat.
Wenn einer immer den Weg des geringsten Widerstandes wählt, zu allem Ja sagt. (Ich erwarte Standing /Rückgrat von Frauen auch - nur bei Frauen gibt es leider nicht die schönen Bilder, und für mich als Frau zählt hier der Mann).

So, wie jemand, der mich belügt, auch seinen Vertrauensvorschuss verliert. Oder jemand, der von Liebe redet, aber nicht da ist, wenn es wichtig wäre.

W, 50
 
  • #39
Angehimmelt werde ich wegen meinem blendenden Aussehen und meiner überragenden Intelligenz den ganzen Tag,
Boah ... kann man dich als Trainer buchen ? Ich muss immer schaffen um angehimmelt zu werden .....
Allerdings wird das bei mir schwierig ... blendendes Aussehen ist bei uns der Part von V ... und das mit der Intelligenz ... vielleicht findest du irgendwo versteckt noch was .
Naja, ich kann dennoch zufrieden sein ... immerhin reicht es aus, um die dämlichsten Shittests nicht zu benötigen. Macht das Leben insofern angenehm, weil man selbst diesen nicht ausgesetzt wird.

Ich möchte es so formulieren: der persönliche Respekt ist keine Einbahnstrasse. Anders als bei dem Respekt , den man sich durch Leistung, Können oder Konto erwirbt muss man persönlich täglich überzeugen, um Respekt zu bekommen. Wobei ich mir auch etwas blöd vorkommen würde, wenn V mir jeden Morgen erst mal eine Stunde huldigen würde. Das möchte ich dann doch nicht.
 
  • #40
Boah ... kann man dich als Trainer buchen ? Ich muss immer schaffen um angehimmelt zu werden .....
Für Dich gerne :)


Ich möchte es so formulieren: der persönliche Respekt ist keine Einbahnstrasse. Anders als bei dem Respekt , den man sich durch Leistung, Können oder Konto erwirbt muss man persönlich täglich überzeugen, um Respekt zu bekommen.
Die Frage ist doch, was man unter Respekt versteht. Respekt vor dem Menschen und seiner Persönlichkeit im Sinne von Anerkennung ist in einer Beziehung sicher eine wertvolle Komponente und Du hast völlig Recht, die "beweist" man täglich, ohne dass ein kleiner "Ausrutscher" gleich zum Ende der Beziehung führt. Natürlich anerkenne ich auch Leistungen meiner Partnerin und freue mich, wenn sie meine anerkennt. Aber kann das alleine ein Grund sein, eine Beziehung zu beginnen oder fortzuführen?

Auf den "leistungsabhängigen" Respekt vor dem Bankkonto, dem Auto oder gar dem "Stirn bieten" (FS im Ausgangsbeitrag) im Sinne von sich durchsetzen oder den Partner dominieren kann ich verzichten. Es gibt aber sicher auch Menschen, die das anders sehen. Eine Beziehung ist für mich kein Wettkampf, bei dem man sich mit "höher, weiter besser" beweisen muss. Natürlich kann man den Respekt verlieren vor jemandem, der sich völlig gehen lässt, arbeitslos wird und nur noch vor sich hingammelt.

Andererseits ist mir schon auch klar, dass viele Menschen sich PartnerInnen auch in gewisser Weise nach "Leistung" aussuchen. Das betrifft sicher den Bereich Bildung, Beruf und Einkommen, nach dem eher Frauen ihre Partner auch auswählen. Traurig wird es dann, wenn das die Hauptgründe für eine Beziehung werden.
 
  • #41
@pixi67 danke für die Antwort. Sich selbst die Frage zu stellen, wann man Respekt hat/etwas/jemanden respektiert finde ich einen guten Punkt. So von Gefühl her kann ich das schon vage nennen, aber ich glaube so richtig konkret und bewusst habe ich da nie drüber nachgedacht. Das werde ich nun aber mal ändern.

@void: ja, ich glaube auch, dass ich die Beziehung mehr wollte als er. Ich hätte mich ja auch nicht für ihn und die Beziehung entschieden, wenn ich es nicht auch wirklich 100% gewollt hätte. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die in eine Beziehung gehen, wenn sie sich nicht sicher dabei sind, dann bleibe ich lieber alleine.
Wahrscheinlich hast du recht, dass er eine Frau braucht, die dann ausflippt. Er meinte ja selbst, ich hätte nicht genug die Stirn geboten.
Wir hatten auch immer wieder Gespräche über uns und unsere Beziehung und da haben wir auch drüber geredet, was für ihn nicht in Ordnung war oder für mich. Aber wie schon erwähnt, hat er dann trotzdem wieder das gleiche Verhalten angenommen. Wahrscheinlich muss ich einfach etwas dran arbeiten bestimmter zu sein.

@Cassel: Der verlorene Respekt war auch sein Grund die Beziehung zu beenden. Ich bin da allerdings der Meinung man kann auch drüber reden, warum das so ist und voher das kommt. Eventuell hätten wir/ich den Respekt auch wiederhersetellen können. Ich bin da auch der Meinung, dass niemand einfach eines Tages aufwacht und sagt "So jetzt ist mein Respekt für Person xy weg". Das passiert ja über einen Zeitraum oder verschiedene Situationen. Und da hätte er auch einfach auf mich zukommen können und mit mir drüber reden können, das er bei Situation Z ein bisschen den Respekt verloren hat. Und dann hätten wir schauen können, was wir tun können. Mit dem gefühlten Respektverlust hast du absolut recht, bei mir hat das etwas hinterlassen, sonst hätte ich hier auch nich das Thema eröffnet :)
 
  • #42
Grundsätzlich finde ich auch, dass man sich Respekt verdienen kann. Aber ich bin auch der Meinung, dass man jedem Menschen einen gewissen Grundrespekt entgegenbringen sollte. Es gibt auch in meinem Umfeld Menschen (in der Berufswelt), die ich nicht so richtig respektiere aus verschiedenen Gründen. Aber ich behandel sie trotzdem respektvoll, weil das für mich ein wichtiger Wert ist und ich diesen Wert durch mein Verhalten vertreten will.

Für eine Partnerschaft finde ich Respekt auch wichtig. Ich könnte nicht mit einem Menschen zusammen sein, den ich z.B. auf Grund seines Verhaltens nicht respektieren kann. Aber ich glaube auch nicht, dass man seinen Partner immer in allem respektieren kann, dafür sind wir alle (auch wenn es gut passt) einfach zu verschieden. Wir haben aber immer die Möglichkeit über alles zu sprechen. Und ich finde da kann man auch mal seinem Partner sagen "In Situation X habe ich ein wenig den Respekt verloren, weil..." und dann kann man schauen, wie man damit umgeht. Vielleicht hat der Partner sich auch nur aus irgendeiner Angst heraus in Situation X so verhalten und sagt dann selbst "Kann ich verstehen, ich wollte mich eigentlich auch nicht so verhalten, aber..." Und dieses offene drüber reden und reflektieren, vielleicht sogar "Fehlverhalten" einzugestehen ist für mich persönlich dann auch wieder etwas, das eher Respekt schafft, als diesen zu verringern.

Auf jeden Fall ist Respekt keine unveränderliche Konstante, sonst würde man nicht vor manchen den Respekt verlieren oder neuen Respekt gewinnen.

Und das ist eben auch etwas, was mich zum Grübeln bringt, weil es eben so veränderbar ist. Und ich mir auch oft dachte, Respekt für meine Persönlichkeit ist doch gut, wie viel oder was braucht es dann noch an Respekt? Ich versteh aber auch, dass das bei jedem unterschiedlich ist.
 
  • #43
Eventuell hätten wir/ich den Respekt auch wiederhersetellen können.
Nein, leider ...
Ist der Respekt einmal weg, kommt der auch nicht wieder. Das habe ich selbst schmerzlich erfahren müssen. Das ist so, als hätte man den Stempel weg. Und ähnlich wie du habe ich nicht gewusst, womit ich das "verdient" habe. In meinem Fall war es keine Beziehung, sondern mein Physiotherapeut. Ein Helferberuf. Als der mit mir fertig war, war ich ein psychisches Wrack.

Darum auch meine Reaktion hier, als ein Mann schrieb, bei Schwäche der Frau würde er den Respekt verlieren. Ich war damals schwach - unfallbedingt. Ich versuchte, stark zu sein und war mit Eifer bei der Sache. Um zu beweisen, dass ich doch ne Gute bin. Der Stempel blieb.

Ist alles nicht fair - versuche es unter Lebenserfahrung abzuhaken.
 
  • #44
Grundsätzlich finde ich auch, dass man sich Respekt verdienen kann.
Sicher richtig. Fraglich ist für mich, ob es eine Partnerschaft ist, wenn Du Dir erst mal Respekt verdienen musst. Wie macht man das? Musst Du dann Dein Gehalt jährlich steigern oder 3x im Monat die Dramaqueen geben. Beziehungen haben schon auch etwas mit Respekt zu tun, aber für mich nicht im Sinne von etwas, das man sich "verdienen" muss. Das ist dann Leistungssport.

Aber ich bin auch der Meinung, dass man jedem Menschen einen gewissen Grundrespekt entgegenbringen sollte.
Ich nicht. Es gibt Menschen, die ich verachte und vor denen ich keinerlei persönlichen oder "Leistungsrespekt" habe. Mit denen habe ich dann natürlich keine Beziehung.
 
  • #45
Aber kann das alleine ein Grund sein, eine Beziehung zu beginnen oder fortzuführen?
Nein, das nur in Einzelfällen. Respekt vor einer Persönlichkeit, die ich noch gar nicht richtig kenne ? Nein, das spielt am Anfang her eine untergeordnete Rolle.
Im Verlauf sehe ich den Respekt voreinander dann eher so wie Schmieröl - so wird verhindert, dass es zwischen Mann und Frau quietscht.
Du weisst selbst, wie ein fehlender Tropfen Öl das tolle Hotelzimmer in eine Bruchbude verwandeln kann .... rein subjektiv gesehen natürlich.
 
  • #46
Im Verlauf sehe ich den Respekt voreinander dann eher so wie Schmieröl - so wird verhindert, dass es zwischen Mann und Frau quietscht.
So ist es. Ich respektiere eine Persönlichkeit, deren Ecken und Kanten ich mehr und mehr kennen (und mehr oder weniger lieben) lerne, ich kann damit umgehen, kann tolerieren und akzeptieren. So wird für mich ein Schuh aus "Respekt" in einer Beziehung.
Aber nicht damit, dass die Dramaqueen regelmäßig laut wird und der Mann sie dann überbrüllt, um zu schauen, wer denn nun mehr "Respekt" hat. Das geht für mich in Richtung von Erpressungsspielchen nach dem Motto "Wenn nicht Respekt zeigst und vor mir kuschst, dann gehe ich".
 
  • #47
Respekt ist für mich facettenreich.

Der Grundrespekt - dass ich niemandem bewusst schaden möchte, ihn akzeptiere.

Den Respekt, den ich gegenüber anderen habe aufgrund ihrer Persönlichkeit.

In einer Partnerschaft sind die beiden Punkte schon mal die Basis - und im spezielleren das Achten der Grenzen, der Intimsphäre, das Respektieren auch seiner Meinungen, Wünsche, Bedürfnisse.
Respekt aufgrund der Persönlichkeit - können Leistungen sein, in der Partnerschaft aber weniger.

Wie in einem vorherigen Post ausgeführt, geht es mir um Standing und Rückgrat - klar abzugrenzen von Rechthaberei, mit dem Kopf durch die Wand wollen. Das hat mit Standing nichts zu tun.
Jemand, der weiß was er will, der auch bereit ist, sich zu bemühen, der Fehler eingestehen kann, sich entschuldigen...

Und so kann ein Partner meinen Respekt verlieren... Dann stelle ich aber die Partnerschaft auf den Prüfstand.

W, 50
 
  • #48
Aber nicht damit, dass die Dramaqueen regelmäßig laut wird und der Mann sie dann überbrüllt, um zu schauen, wer denn nun mehr "Respekt" hat.
Was ist mit Männern, die das Thema wechseln in einer Diskussion, anfangen, die Diskussionspartnerin zu analysieren und ihr irgendwelche vermeintlich rausgefundenen Schwächen zu präsentieren, Behauptungen aufzustellen, wie irgendwas gemeint gewesen wäre, und davon nicht mehr abzugehen, und unter die Gürtellinie zu gehen, indem sie gehässig werden? Klar ist Rumschreien ein Zeichen von Schwäche, weil die Person entweder keine Argumente mehr hat, aber passiert das vielleicht auch, weil der Diskussionspartner solche "Taktiken" anwendet, um am Ende recht zu behalten, und sie durchschaut das nicht.

Ich meine, welche Frau ist denn so, wie Du oben beschreibst, und der Mann dazu ist vernünftig und will sachlich diskutieren (und kann das auch. Ist nämlich auch nicht gegeben, dass jeder Mann, der meint, sachlich diskutieren zu können, das auch kann).
Mag es vielleicht mal als Einzelfall geben, aber ich weiß nicht, ob ein Mann generell davor Angst haben muss. Die anderen "Taktiken" sind viel üblicher, auch von Frauen. Sowas ist auch respektlos.
 
  • #49
Mag sein, dass manche Männer auf aufbrausende „Zicken“ stehen. Ich nicht. Deswegen sicher nicht „Männer“ allgemein.
Nun, ich kann nichts dafür, dass sobald Frau ein bisschen Emotionen zeigt, sie für dich eine aufbrausende Zicke wird. Es gibt leider genug Männer, die grundsätzlich eine "unkomplizierte" Frau suchen, weil sie selber ihr nicht genug Stirn bieten können oder wollen. Ich sehe, dass in Deutschland alles allgemein, was mit Emotionen zu tun hat, abgewertet und niederdrückt wird. Eine "echte" Frau erhebt nie ihre Stimme, sie lacht nie laut und natürlich ist sie "souverän" - wenn man sie schlecht behandelt, dann geht sie einfach mit erhobenem Haupt. Kann mir schon vorstellen, dass es für den Mann dann superpraktisch ist, so braucht er sich weder mit ihren noch mit den eigenen Gefühlen auseinandersetzen.
Wenn ich hier von Emotionen oder Gefühlen schreibe, dann gehe ich davon aus, dass es sich hier um Erwachsene handelt, die mit solchen Begriffen was anfangen können und sehr wohl den Unterschied zu einer geschirrschlagenden und schmollenden Frau machen können. Aber wie gesagt, die Psychologen sagen, dass den meisten Knacks die immer gutgelaunten und gutmütigen Menschen haben.
 
  • #50
Was ist mit Männern, die das Thema wechseln in einer Diskussion, anfangen, die Diskussionspartnerin zu analysieren und ihr irgendwelche vermeintlich rausgefundenen Schwächen zu präsentieren,...
Ich kann doch nicht in jedem Beitrag alle möglichen Menschen berücksichtigen, das begrenzt die Zeichenzahl. Die FS hat vermutet, sie müsse jetzt "zickig" werden, um Respekt zu bekommen. Darauf habe ich mich bezogen. Ihren Partner hat sie nicht kritisiert, wie Du oben.
Ja, es gibt auch die Männer, die Du beschreibst. Aber, sorry, soll ich hier einen (von mir sicher auch ernst gemeinten) Disclaimer anhängen, dass alles was ich schreibe, natürlich um andere Facetten ergänzbar ist?

Es gibt leider genug Männer, die grundsätzlich eine "unkomplizierte" Frau suchen, weil sie selber ihr nicht genug Stirn bieten können oder wollen. Ich sehe, dass in Deutschland alles allgemein, was mit Emotionen zu tun hat, abgewertet und niederdrückt wird.
Warum "leider"? Weil dann für Dramaqueens keiner übrig bleibt? Du bist doch nach eigener Aussage auch alleine ganz zufrieden und ein Mann würde in Deinem Leben eher stören.
In der Tat, ich suche mir eine Partnerin gezielt auch danach aus, dass sie in dem Sinne "unkompliziert" ist und nicht ständig ausrastet.

Emotionen im Sinne von Ausrastern finde ich nicht so witzig, auch wenn meine Partnerin das ab und an ebenfalls hat. Für mich ist der Umgang damit schwierig, weil es meist Nichtigkeiten sind, die dann zu überschäumenden Emotionen führen. Du hast Recht, ich will in dem Moment nicht "die Stirn bieten". In dem Moment fühle ich mich schwach und hilflos den Emotionen ausgeliefert. Ich habe das Gefühl, wenn ich dann auch noch laut werde, dann ist die Beziehung schnell beendet. Der Umgang mit solchen Ausrastern ist nicht wirklich vergnügungssteuerpflichtig.

Es gibt nach meiner Erfahrung schon eine Reihe Frauen, bei denen das so ist. Ich bin ein eher ruhiger und ausgleichender Typ. Es gibt mir jedes Mal das Gefühl, dass ich irgendetwas massiv falsch mache, denn ich würde nie so reagieren. Es schadet der Beziehung, denn ich fühle mich nicht mehr sicher und habe das Gefühl, wenn ich bei diesen Ausrastern nicht zurückstecke, dann ist die Beziehung ganz schnell auseinander. Für mich übrigens ein wirklich entscheidender Grund, nicht zu heiraten. Schade eigentlich, oder? Ausraster machen in einer Beziehung so viel kaputt.

Es mag sein, dass manche Männer es toll finden, wenn die Partnerin mal so richtig ausrastet und dass sie dann Respekt vor ihr haben. Bei mir bewirkt es eher das Gegenteil. Und auf das, was ich als "Emotionen" mit Dramaqueens aus dem Osten verbinde, kann ich gerne verzichten.
 
  • #51
Ich bin ein eher ruhiger und ausgleichender Typ. Es gibt mir jedes Mal das Gefühl, dass ich irgendetwas massiv falsch mache, denn ich würde nie so reagieren. Es schadet der Beziehung, denn ich fühle mich nicht mehr sicher und habe das Gefühl, wenn ich bei diesen Ausrastern nicht zurückstecke, dann ist die Beziehung ganz schnell auseinander.
Hast Du Deine Partnerin mal gefragt, was ihr Problem dann ist? Vielleicht verstehst Du sie nicht und kommst mit "Logik", statt mit Einfühlsamkeit. Oder mit Änderungsvorschlägen wie "dann lass es doch sein" oder mit sowas wie "na, das macht man ja auch nicht, da musst du dich nicht wundern".
Wenn eine Frau ausflippt, muss das nicht immer "Irrationalität" und "Frau halt - hysterisch dann und wann" sein. Es kann auch genau das sein, was ich oben geschrieben habe.

Ich weiß natürlich nun nicht, wie eure Diskussionen verlaufen. Ich kenne nur, dass sich manche Männer selbst hochloben für Sachlichkeit, und dabei gar nicht merken, dass sie absolut emotional diskutieren und immer Recht behalten wollen. Diese Themendreher sind sehr beliebt - wenn man kritisiert wird, nicht darüber reden, sondern sofort zurückschlagen und den anderen in die Defensive bringen wollen.

Also prüft doch mal eure Kommunikation, denn wenn man Angst hat, dass die Beziehung zu Ende sein könnte, wenn man noch mal was sagt, ist das ja mitunter wie ein Minenfeld. Ich würde das mal in einem ruhigen Moment ansprechen und davon erzählen, wie das auf mich wirkt, was dann abgeht und wie ihre Reaktion ankommt bei Dir. Vielleicht merkt sie selbst gar nicht, dass es bei anderen Menschen bedrohlich wirkt, weil sie sich selbst nicht bedrohlich findet und gar nicht damit rechnet, dass es bei einem Mann so ankommt.

Ich kann Dir nachfühlen, die Position, die Du hast, die Du im Zitat beschreibst, ist wirklich Mist. Sag was dazu, ich hab das auch schon gemacht und würde es auch wieder tun, weil das auch auf den Magen gehen kann, wenn man sowas schluckt. Sonst musst Du immer Abstand halten. Deine Partnerin wird Dich doch auch nicht verlieren wollen.

Falls Du es schon mal angebracht hast und es nur in weiterem Stress ausartete, naja, was soll man dann tun. Ich könnte mit so einem Menschen, der sich da gar nicht in irgendeiner Weise ändern will (rausgehen und sich runterkühlen oder anders in der Reaktion werden) bzw. der mir nicht sagt, was dann abgeht bei ihm und wie man das einordnen sollte, nicht mehr zusammen sein. Würde ich auch nicht wollen. Ich hatte das genug in meinem Leben (Vielleicht kennst Du das auch irgendwoher ...) und ich bin ja kein Kind mehr.
 
  • #52
Hast Du Deine Partnerin mal gefragt, was ihr Problem dann ist?
Vielleicht habe ich es noch nicht klar genug angesprochen. Sie fühlt sich unter Belastung überfordert, ich fahre dann emotional eher runter (Schneckenhaus, bis das Gewitter vorbei ist), vielleicht ist es aber auch so wie Du schreibst und ich empfinde das einfach anders. Muss ich mal beobachten. Aber es stimmt schon auch, dass ich dann eher mit „Logik“ komme, Lösungen suche und Recht behalten möchte. Damit ist es sicher auch für sie nicht einfach umzugehen, wir haben da auch einen klaren Unterschied im Denken.
Vielleicht ist eine unterschiedliche Art mit Druck umzugehen da nicht hilfreich und ich muss mal versuchen, genau andersherum, also eher einfühlend, zu reagieren?

Also prüft doch mal eure Kommunikation, denn wenn man Angst hat, dass die Beziehung zu Ende sein könnte, wenn man noch mal was sagt, ist das ja mitunter wie ein Minenfeld. Ich würde das mal in einem ruhigen Moment ansprechen und davon erzählen, wie das auf mich wirkt, was dann abgeht und wie ihre Reaktion ankommt bei Dir.
Danke für den Anstoss.
 
  • #53
Emotionen im Sinne von Ausrastern finde ich nicht so witzig, auch wenn meine Partnerin das ab und an ebenfalls hat. Für mich ist der Umgang damit schwierig, weil es meist Nichtigkeiten sind, die dann zu überschäumenden Emotionen führen. Du hast Recht, ich will in dem Moment nicht "die Stirn bieten". In dem Moment fühle ich mich schwach und hilflos den Emotionen ausgeliefert
Das meine ich ja. Ruhige Menschen wirken oft gefühlslos und distanziert, weil sie eben mit ihren Gefühlen nicht umgehen können. Deine Partnerin schreit dich buchstäblich an "komm, geh endlich aus dir raus, zeig irgendeine Regung".
Ich mache gerade Ausbildung und habe lauter junge Hühner um mich rum. Um nicht anzuecken, da ich auf ihre Mitarbeit angewiesen bin, habe ich oft runtergeschluckt bei Auseinandersetzungen. Die Stimmung war trotzdem komisch. Dieses Jahr hatte ich keine Lust mehr, das Lernen ist anstrengend und ich hatte auch keine Kraft mehr für solchen Kinderkram, also hatte ich auch angefangen, mal zurück zu zicken oder meine Meinung zu sagen. Und siehe da - die Stimmung hat sich gebessert, es wurde irgendwie entspannter und ich habe das Gefühl, ernster genommen zu werden. Ich vermute, die Mitschüler wissen jetzt, wie sie mich einschätzen können und wie damit umgehen. Übrigens hat es mit meinem Ex genauso funktioniert. Ich lege schon mal den Hörer auf, wenn er mir blöd daher kommt. Und siehe da - ich merke sogar ein bewunderndes Glitzern in seinen Augen, er nimmt mich anders wahr und bringt mir endlich mehr Respekt gegenüber.
Emotionen sind nicht partout was schlechtes - manchmal braucht man reinigendes Gewitter und sie geben dem Leben eine gewisse Würze und Lebendigkeit. Schließlich hat die Mutter Natur auch nicht immer eitel Sonnenschein.
 
  • #54
Sie fühlt sich unter Belastung überfordert, ich fahre dann emotional eher runter (
Lieber Lebens_Lust,
Nur ein kleiner Gedanke.
Wenn ich mich überfordert fühle, weil ich mich nicht verständlich machen kann, oder nicht wahrgenommen, weil der Andere emotional runter fährt, Distanz aufbaut...
Dann geht es mir massiv unter die Haut, das tut weh. Heulen ist doof, also wird es lauter, sorry.

Und eigentlich bräuchte es dann am allerwenigsten Worte, sondern eine Umarmung. Spüren, dass trotzdem Nähe,
Bindung da hat.
Das Reden über den Anlass - später, anderer Zeitpunkt, wenn beide wieder bei sich sind.
Der Eine zieht sich zurück, verbirgt seine Unsicherheit hinter Rationalität /Distanz - die andere hinter lauter werden...
Manche Sachen gehen unter die Haut, verletzen, lösen Ängste aus, und nicht jeder kann es dann nach innen stülpen.
Lautstärke ist manchmal ein bisschen wie bei dem Bild, wo jemand im dunklen Wald singt - um seine Angst zu übertönen.

Bitte trotzdem gegen Dramaqueen abgrenzen - das ist anders.

W, 50
 
  • #55
Ruhige Menschen wirken oft gefühlslos und distanziert, weil sie eben mit ihren Gefühlen nicht umgehen können.
So ein Unsinn. Als ob man mit Gefühlen nicht umgehen könnte, wenn man nicht alle Naselang ausrastet. Die Aussagekraft ist doch so oder so gleich Null. Bei jeder Dramaqueen könnte man doch genauso davon ausgehen, dass sie mit ihren Gefühlen nicht umgehen kann und deswegen völlig unkontrolliert ausrastet.

Reaktionen wie
Ich lege schon mal den Hörer auf, wenn er mir blöd daher kommt. Und siehe da - ich merke sogar ein bewunderndes Glitzern in seinen Augen, er nimmt mich anders wahr und bringt mir endlich mehr Respekt gegenüber.
bringen Dir bei mir überhaupt keinen Respekt und auch kein bewunderndes Glitzern, sondern Unverständnis und Ablehnung.

Mag sein, dass andere Männer Dramaqueens attraktiv finden, ich brauche in einer Beziehung weder selbst "blöd daherkommen" noch entsprechende Reaktionen darauf. Für mich ist das der Prototyp der "respektierten" älteren Frau, so "respektiert", dass alle Abstand halten.
 
  • #56
Ruhige Menschen wirken oft gefühlslos und distanziert, weil sie eben mit ihren Gefühlen nicht umgehen können. Deine Partnerin schreit dich buchstäblich an "komm, geh endlich aus dir raus, zeig irgendeine Regung"
Sehr ungute Dynamik. Da gibt es gerade so einen prominenten Fall....

Es ist in Ordnung, wenn jemand bei einem Streit aus der Situation herausgeht, oder sachlich bleibt. Man kann dann nochmal reden, wenn sich die Emotionen abgekühlt haben. Genau das ist mit Gefühlen umgehen, anstatt dass sie unkontrolliert herausplatzen.
Ich persönlich halte von Herumschreien, Heulen, Telefonhörer aufknallen, Sachen herumwerfen und anderes jegliches Ausrasten in Streitsituationen überhaupt nichts. Respekt bringt das sicher nicht ein, eher im Gegenteil.
Ich würde dem Partner das sogar sehr übel nehmen. Wenn das öfter vorkäme, wäre das sogar ein Ternnungsgrund.
Da kann ich eher was mit Logik oder versuchter Logik anfangen.

Telefonhörer aufknallen ist auch so ein Drama. Der Mann soll dann nachlaufen...
Ich habe das Gefühl, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Die Frau darf die Hochverletzte spielen und entsprechend schreien/toben/heulen, während der Mann sie beruhigen soll und seine Gefühle beweisen soll. Sie in den Arm nehmen soll. Evtl hat der Mann aber gar keine Lust in einem Streit die Freundin in den Arm zu nehmen. Denn der hat ja auch Gefühle, die verletzt sein können.

Ich kann mir auch wirklich keinen Grund vorstellen, weshalb ein solches aufbrausendes Verhalten überhaupt nötig wäre.
Klar können einem auch mal die Tränen in die Augen steigen, oder man spricht lauter. Damit zeigt man genauso Gefühle. Aber das ist ein Unterschied zu obigem Verhalten. Das obige Verhalten sähe ich schon als Drama an. Man kann Gefühle auch aussprechen. Damit zeigt man sie genauso.

Wenn ein Mann/Mensch durch obige Streitsituation herausgefordert werden muss, Gefühle zu zeigen, dann stimmt aber grundsätzlich was nicht. Denn er wird ja wohl außerhalb einer Streitsituation ebenfalls zeigen, dass Liebe da ist. Ich finde so ein Verhalten im Streit sehr manipulativ.
Der Mann soll hier und jetzt beweisen, dass er liebt, oder einsichtig ist, oder gefälligst die Meinung teilen soll, oder oder....
 
  • #57
bringen Dir bei mir überhaupt keinen Respekt und auch kein bewunderndes Glitzern, sondern Unverständnis und Ablehnung.
Wenn Diskussion unsachlich wird oder verfahren oder ich habe das Gefühl, wir reden einanander vorbei und ich dass auch zum Ausdruck bringe, dann habe ich weder Zeit noch Lust, weiter zu reden, weil es sinnlos ist. Radikale Situationen erfordern radikale Maßnahmen.
So ein Unsinn. Als ob man mit Gefühlen nicht umgehen könnte, wenn man nicht alle Naselang ausrastet.
Ich rede nicht von Ausrasten. Wenn für dich nur Ausrasten oder sachliches Diskutieren gibt ohne Schattierungen dazwischen, dann ja, du hast nicht gelernt, mit deinen Gefühlen umzugehen. Wir alle haben Ängste, Wut, Traurigkeit etc. und keiner ist in der Lage, immer ruhig zu bleiben. Aus der Situation rauszugehen mag vernünftig sein oder auch ist das ein Weglaufen und Unwille, sich mit der Situation auseinanderzusetzen - man kehrt vermeintliche Überlegenheit hervor"schaut her, ICH bleibe ja vernünftig ", in Wirklichkeit ist es Vermeidungsstrategie, weil man Angst vor Kontrollverlust hat und alles vermeidet, was zu diesem Konzrollverlzst führen könnte. Es ist einfach, Diät zu machen, wenn Kühlschrank leer ist oder wenn Alkoholiker kein Bier daheim hat, richtig entspannt ist man erst, wenn man in der Lage ist, sich zusammen zu reißen, ohne dass es zum Thema wird. So ist das auch mit den Gefühlen - wenn deine Freundin schreit und du bist weg, dann kannst du natürlich sachlich bleiben - du bist ja nicht mittendrin.
 
  • #58
ich fahre dann emotional eher runter (Schneckenhaus, bis das Gewitter vorbei ist)
Für mich wäre wichtig, ob Du das souverän machst oder mit Angst. Da Du geschrieben hattest, dass Du meinst, ein weiteres Wort würde die Beziehung zerstören, würde ich es eher bei "Angst" einordnen, sowas wie Stillhalten (wie Du auch schreibst, Schneckenhaus, bis das Gewitter vorbei ist). Ich glaube aber gar nicht, dass Deine Partnerin das wirklich wollen würde, dass die Beziehung beendet ist, selbst wenn sie es dann im Affekt sagen würde.

Vielleicht ist das Wort, das Dir auf der Zunge liegt, dann ja auch wirklich nicht das Richtige. Aber wenn ihr mal drüber redet, wird sie Dir hoffentlich sagen, was sie fühlt und was sie fühlen würde, wenn Du was sagst. Und vielleicht denkt sie gar nicht, dass Du Dich in den Momenten auch mit der Situation überfordert fühlst.

Für mich hat sich manches geklärt, als ich das Gespräch gesucht habe, in meiner Exbeziehung und auch bei Verwandten.

Ruhige Menschen wirken oft gefühlslos und distanziert, weil sie eben mit ihren Gefühlen nicht umgehen können.
Nee, so stimmt das nicht. Es kann sein, muss aber nicht. Genau wie bei den nicht-ruhigen Menschen.
Aber ich würde sagen, es gilt: Wann immer einer ausrastet, beleidigt usw., kann er ja GAR NICHT mit seinen Gefühlen umgehen, sondern wird davon gerade überwältigt und ein Zugang zur Vernunft ist nicht mehr zu finden.

Ansonsten denke ich auch, dass die Meinung zu sagen, wenn einer sich daneben benimmt, Respekt verschafft. Weil ich glaube, dass der gerade seine Grenzen austesten will, wie sehr sich die anderen von ihm auf der Nase rumtanzen lassen.
Oder einfach jemanden, der wirklich rumzickt, stehen lassen (aber nicht mit eigenem wütenden Abgang). Die Diskussion führt ja sowieso zu nichts, weil derjenige eben nicht will, sondern seine Aggressionen SO ausagiert.
Es ist interessant, wie unterschiedlich Menschen ihre Aggressionen rauslassen. Manche wollen andere provozieren, dass die ausflippen, damit sie ihnen dann "ihre Emotionalität" vorwerfen können. Manche sagen nichts in der Situation, aber wenn man sich dann irgendwann mal wohlfühlt in ihrer Gegenwart, schmeißen sie eine Spitze, die, da der Schutz des anderen in dem Moment ja weg ist, genau trifft. Beides Typen, die ich furchtbar finde und nie als Partner wählen würde.
 
  • #59
Er hatte mich schon sehr respektiert, einfach für den Menschen der ich war/bin (Persöhnlichkeit), und das er mich sehr interessant findet. Der fehlende Respekt kommt daher, dass ich ihm nicht genug die Stirn geboten hätte.
Ach, das halte ich für eine eher billge Ausrede.

Was allerdings sein kann, ist dass Du ihm etwas zu langweilig warst.

Ob Du den Männern dafür nun besonders viel widersprechen musst, halte ich für ein Märchen.

Du hast sein Leben einfach nicht mehr besonders bereichert, so dass er lieber auf Dich verzichtet hat.
Vielleicht hatte er auch einen Grund, den er Dir bewusst oder unbewusst gar nicht so deutlich nennen konnte oder wollte, z.B. Deine Geruch oder Deine Stimme.

Du solltest seine Ausssagenn nicht auf die Goldwaage legen. Beim nächsten kann es ganz anders sein. Selbst wenn er hier wirklich den für ihn entscheidenden Grund genannt haben sollte.

Und eine angenehme Frau ist immer besser als ein unangenhemer Charakter. Also lass das Grübeln darüber.
 
  • #60
Nee, so stimmt das nicht. Es kann sein, muss aber nicht. Genau wie bei den nicht-ruhigen Menschen.
Aber ich würde sagen, es gilt: Wann immer einer ausrastet, beleidigt usw., kann er ja GAR NICHT mit seinen Gefühlen umgehen, sondern wird davon gerade überwältigt und ein Zugang zur Vernunft ist nicht mehr zu finden.
Da bin ich absolut bei Dir.
Und Methoden wie Hörer auflegen, Tür knallen, etc. Ist einfach eine Drama Methode um ein Gespräch zu beenden.

Dass damit richtig Porzellan zerschlagen wird, ist klar.

Es gibt immer die Abstufungen.
Ruhige Menschen und unruhigere (die Bezeichnung "emotional" mag ich nicht, den sich der ruhige Mensch hat genauso Emotionen, drückt sie nur anders aus) die auf ihre Art bei ihren Gefühlen sind und in der für sie angemessenen Art damit umgehen - da finden sich dann die Brücken, wennman möchte.
Der ruhigere Part merkt, es ist kein Angriff, nur die Art der anderen Seite, sich auszudrücken und der andere merkt, dass die Ruhe auch nicht Provokation ist.
Das ist Akzeptanz der/des jeweils Anderen in ihrer/seiner Art und Respekt.
Im Anschreien schafft man sich keinen Respekt, man verliert nur den Respekt vor der-/demjenigen, den man anschreit.
Wen ich achte, wertschätze, respektiere, liebe, schreie ich nicht an.
Ich mag selbst lauter werden, ich kann es b, wenn es mal lauter ist - aber Schreien?
Das ist bei mir persönlich ein NoGo, verbale Gewalt, wie Beschimpfungen und Beleidigungen.

Aber in den Abstufungen gibt es am beiden Rändern die Extremen - es gibt eben die Menschen, die Schweigen als Waffe einsetzen und es gibt die, die meinen, mit Gegenständen werfen zu müssen. Oder Hörer aufknallen.
Beide Typen in Partnerschaften eher problematisch.

Man kann als etwas gefühlsoffenerer Mensch lernen, mit seinen Emotionen so umzugehen, dass noch eine adäquate Kommunikation möglich ist. Sowie der ruhigere Part es lernen kann, sich nicht zu sehr zu verschließen.
Und manchmal muss man aktiv ein freundliches(!) Stopp setzen - vor einer möglichen Eskalation.

W, 50