• #62
Doch, man kann und ich denke sogar, dass das Leben einen dahingehend "schleifen" wird
Selbstverständlich prägt das Leben jeden Menschen und negative Erfahrungen möchte sicherlich niemand wiederholen - deshalb lernt man, wenn man sich mit sich selbst auseinandersetzt daraus. Verändert seine Muster und achtet immer mehr auf das, was man will und was man eben besser ganz schnell aus seinem Umfeld verbannt.
Selbstbewusstsein ist absolut notwendig !
Allerdings kann :
im Extremfall auch ganz schnell nach hinten losgehen und dazu führen, dass man sich wirklich zum Ars ... entwickelt.
Mein Ex legte anderen gegenüber eine recht - nennen wir es freundlich - ruppige Art an den Tag.
Früher sei er auch anders gewesen, aber da die Welt so schlecht sei, er so oft enttäuscht wurde, müsse man sich dem halt anpassen und sich durchsetzen. (Heutzutage glaube ich allerdings, er war schon immer so gepolt ... )
Nicht nur einmal bekam ich von ihm ein "Mädel, wie blöd bist du eigentlich, wach doch auf, es geht nur auf die harte Tour" um die Ohren geschlagen - dass ich mit meiner ruhigen, eher diplomatischen Art wesentlich besser und innerlich entspannter an meine/auch unsere Ziele gelangte, akzeptierte er nie.
Die grössere Stärke und das grössere Selbstbewusstsein lag eindeutig bei mir.
Am Ende der Beziehung zählte ich ihn ganz klar aus, letztendlich mit anwaltlichem Beistand. (Bitte nicht falsch verstehen, dies war überhaupt nicht mein Bestreben, aber seinen ungerechtfertigten Forderungen konnte und wollte ich beim besten Willen nicht nachgeben) Wobei seine Reaktion - ich (!) möge keine weiteren Forderungen an ihn stellen - ohnehin nur sein abstruses Weltbild widerspiegelte.
Ich denke, gerade Menschen, die es nicht nötig haben, auf den Putz zu hauen, beweisen eine immense innerliche Stärke !
Sie wissen um ihre Kraft und sind absolut in der Lage sie notfalls einzusetzen.
"Jage nichts, was du nicht auch töten kannst" - ist mein Motto - und im Grunde vermutet niemand hinter meiner weichen Art, was ihm blüht, wenn er mich zu weit treibt ...
 
  • #63
selbstbewusste, authentische Mensch (es gilt ja prinzipiell für beide Geschlechter) auch keine Problem damit hat, seine Gefühle zu zeigen und zu weinen wenn es drückt. Oder eben empathisch zu reagieren und dass ein solches Paar sich gegenseitig schützt und unterstützt.
Dies erachte ich für den Optimalfall ... anscheinend gibt es leider nur wenige Menschen, die dies auch so - partnerschaftlich oder für sich - leben können ...

Kein leichtes Ding und manchmal ist dann eben weggehen der einfachere Weg.
"Wenn es einfach wäre, könnte es jeder" - deshalb wählt jeder Held doch immer den steinigen Weg ... smile ...
Beziehung - auch allgemein - menschliches Miteinander - ist nun einmal Arbeit. Mit dem Gegenüber und im Besonderen mit und an sich selbst.
Nachfragen, ruhige ehrliche Auseinandersetzung - bis sicher ist, was der Andere meint/sagen/ausdrücken möchte ... so leicht und anscheinend doch so schwer ...
Dabei nicht einknicken, weil der Stolz (?) rebelliert ... Emotionen aufkommen, die man lieber verdrängt, als sie ans Tageslicht zu holen und aufzuarbeiten, damit verbundene Schmerzen entstehen ...
Selbtverständlich scheint es die leichtere, bessere (?) Möglichkeit einfach davonzulaufen.
Wer stellt sich schon gerne seinen eigenen Abgründen/hat den Mut und die Kraft dazu !?! - meinen Glauben, dass ein Mensch, dies für sich in Kauf nimmt, um seinen Partner nicht zu verlieren/um mich nicht zu verlieren - verlor ich mittlerweile vollends ...
Dennoch - wäre dies nicht der grösstmögliche Liebesbeweis ?!
(Abgesehen von der postiven Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit, die man für sich selbst erlebt ?! - zumindest die eigenen Probleme laufen ohnehin fröhlich hinterher und holen einen promt wieder ein ...)

Deine Gedankengänge in Punkto : "frühzeitliche Abläufe" sind mir leider nicht so wirklich klar.
Geht es darum, dass viele Männer immer noch der Meinung sind, sie müssen den Beschützer und Ernährer der Frau/Familie verkörpern und durch die "Emanzipation" nun sehr verunsichert reagieren ? (Es soll ja auch Männer geben, die es in ihrem "Selbstbewusstsein" nicht ertragen, wenn Frau mehr verdient oder sogar alleine einen Schrank aufzubauen vermag - was dann zu der Frage führt : "Wozu bin ich denn überhaupt noch "zu Nutze" ... )

Schade meldet sich der FS nicht mehr selbst dazu - wäre interessant, mehr zu erfahren von der Vorgeschichte.
Wirklich schade ...
Ein Nach- oder eben auch Vorteil der virtuellen Möglichkeiten ... schnell, anonym, unverbindlich ...
Die genaue Vorgeschichte werden wir ohnehin nie erfahren - dazu müsste sich seine Dame ja in ihrer Sichtweise ebenso äussern ...
In jeglicher "EInschätzung" hier bleibt einem wirklich nur das eigene Bauchgefühl/verknüpft mit den eigenen Erfahrungen ...
 
  • #64
Zwei sehr schöne, wahre und berührende Postings von Dir, liebe Malificient- danke dafür, dem allem habe ich nichts hinzuzufügen.

Malificient (sorry, zitieren ging in die Hose)!: Deine Gedankengänge in Punkto : "frühzeitliche Abläufe" sind mir leider nicht so wirklich klar.
Geht es darum, dass viele Männer immer noch der Meinung sind, sie müssen den Beschützer und Ernährer der Frau/Familie verkörpern und durch die "Emanzipation" nun sehr verunsichert reagieren ? (Es soll ja auch Männer geben, die es in ihrem "Selbstbewusstsein" nicht ertragen, wenn Frau mehr verdient oder sogar alleine einen Schrank aufzubauen vermag - was dann zu der Frage führt : "Wozu bin ich denn überhaupt noch "zu Nutze" ... )

Zum einen ja, genau dies habe ich selbst schon mehrfach erlebt. Sei es, dass ich mehr Geld verdiente oder auch nur mental stärker und mittiger in mir ruhend war.

Zum Anderen meine ich damit aber auch, dass dieses nennen wir es mal "alte Weltbild" aus der Steinzeit noch in uns schlummert und uns eben zu Verhaltensweisen führen kann, die wir nicht rational und bewusst kontrollieren. Damit meine ich jetzt mal uns Frauen, resp. mich.

Nehmen wir dieses Beispiel wo eine Frau unbewusst testet, ob der Partner ihr genug Sicherheit geben kann, indem sie zBsp anfängt, kleine Eifersuchtsszenen zu inszenieren. Oder sie sagt zu ihm, ohne zu fragen "bring den Müll runter". Oder sie verlangt sonst etwas von ihm, was ihm normalerweise zuwider ist. Nun kommt es drauf an, wie reagiert er und sie taxiert (meist auch wieder unbewusst) sein Verhalten mit "richtig", "falsch" oder "vielleicht". Die Konsequenz daraus ist dann entweder: "wow, der kann was / hält was aus / ist mental stark / beschützt mich", "och nö, mit dem doch lieber nicht / nur friendzone und Helfer" oder eben "mal schauen wie es nächstes mal verläuft / vielleicht vielleicht aber auch nicht / noch unklar" was vermutlich weitere "Tests" zur Folge hat.

Ich habe dies bei mir selbst, im Rückblick und in der Paartherapie, festgestellt und ich mache daraus nun keine allgemein gültige Abwandlung, aber was ich in meinem Umfeld erlebe und in Foren lese, bestätigt mir halt, dass da solche unbewussten Mechanismen ablaufen, die wir selbst kaum, oder nur spät, wahrnehmen.

Das hat mich gedanklich dahin geführt, dass es wohl noch uralte Mechanismen in uns gibt, die wir wohl ins Bewusstsein holen, jedoch selten auf den Punkt genau kontrollieren können.

Liebe Grüsse von mir, hoffentlich wird meine Antwort veröffentlicht - ich glaube nämlich, wir sind langsam ganz schön Off-Topic :)
 
  • #65
Zum einen ja, genau dies habe ich selbst schon mehrfach erlebt. Sei es, dass ich mehr Geld verdiente oder auch nur mental stärker und mittiger in mir ruhend war.
Hier ist m.E. etwas angesprochen .....
Zum ersten - Geld: Verdienen beide gut und sind zufrieden, ist es für ihn einfacher, ganz einfach, weil er mit sich zufrieden ist, mit seiner "Beute" auch - und weiss: wir könnten auch von meinem Geld gut leben. Schwierig wird es, wenn er quasi von ihr lebt ....
und zum zweiten - der Mentalität: hier ist es wichtig, dass beide auf einer Ebene sind - im Schnitt, auf einige Jahre gesehen. Grosse Diskrepanzen sehe ich hier als "tödlich " an - wobei sich durchaus 2 unterschiedliche Stärken ergänzen können. Die ruhige, vorsichtige Hand und der entscheidungsfreudige Typ bspw.
Und bei Punkt 2 liegt hier wohl auch die Crux - SIE hat sich längst verabschiedet, ist gefestigt und ruhig. Und ER ? Hat nichts gemerkt. Als sie dann ihre Koffer gepackt hat, ist er aus allen Wolken gefallen. ER hat IHR diese Stärke weder zugetraut noch diese ruhige Hand. Und hat sich überschätzt .....
Ich denke nicht, dass das hier nochmal was wird.