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  • #1

Wie bekomme ich meine 3 Kinder (15 bis 17 Jahre) dazu, mehr Arbeit im Haus und Garten zu übernehmen?

Ich bin langsam ziemlich erschöpft. Seit einem Jahr lebe ich getrennt und versorge ein Haus mit Garten, einen Hund und meine drei fast erwachsenen Kinder. Ich kaufe 2mal die Woche Tonnen an Lebensmittel, arbeite Vollzeit, putze, wasche Berge an Wäsche, lege sie zusammen etc pp Ich kann nicht mehr. Und ich mag so nicht mehr. Wie kriege ich meine Drei dazu, sich verantwortlich an den Arbeiten zu beteiligen. Hinzu kommt noch, ich habe seit 5 Monaten eine sehr glückliche Beziehung zu einem außergewöhnlichen, verständnisvollen Mann und möchte nicht ständig durch meine Überbelastung müde sein. Und ich muss für meine Karriere eine wichtige Arbeit fertig schreiben. Meine Tochter kocht schon mal und macht sauber, aber meine Söhne.... Bin für jeden Tipp dankbar!! w44
 
  • #2
Ja mei, einfach anordnen! Du bist die Mutter, die Erziehungsberechtigte. Erkläre ihnen die Lage, dass Du nicht mehr hinter der ganzen Arbeit herkommst und sie schlichtweg verpflichtet sind, mit anzupacken. Teile die Aufgaben ein, berücksichtige dabei eventuelle Präferenzen und gut ist. Natürlich muss in Eurer Lage jeder mit anpacken.
 
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  • #3
Taschengeldentzug bei Arbeitsverweigerung.

Zwei Söhne können einiges im Garten erledigen, was sage ich, alles. Außerdem Müll raustragen, einkaufen usw. Mach einen Haushaltsplan, wer ab sofort was übernimmt.

Und erkläre ihnen Deine Befindlichkeit und dass Du nicht mehr kannst. Punkt.
 
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  • #4
Anordnen, und wenn es nicht klappt - liegen lassen! Aber wirklich liegen lassen, bis es auch die Kids stört.

Viel Glück!
 
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  • #5
Mama streikt!
Mein Sohn war auch eine faule Socke und mit 16 habe ich mich dann geweigert, etwas für ihn zu arbeiten. Der erste Schritt war die Wäsche. Ich habe die Wäsche sortiert (eigentlich hat das mein Sohn schon gemacht, meine lag im Korb, seine im Zimmer) und nur noch meine Sachen gewaschen. Ich habe ihm erklärt, wie Waschmaschine, Trockner und Bügeleisen funktionieren. Nachdem alle seine saubere Wäsche aufgebraucht war und er einige male gemotzt hat, musste er klein beigeben und seither wäscht er seine Sachen. (Den Tipp hatte ich von einer lieben Freundin, die damit auch gute Erfahrungen gemacht hat).
Danach kam der Einkauf und das Essen dran. Ich habe mir eiskalt mein Abendessen gekocht und auf die Frage "was gibt es heute", habe ich gesagt "das, was du eingekauft hast, ich hab mir ein Schnitzel gemacht".
Inzwischen ist er 18 und es klappt ganz gut, wenn er kocht, darf ich mitessen und umgekehrt, seine Wäsche macht er immer noch selbst.
Schimpfen bringt nichts und außerdem muss es eine Arbeit sein, die ihm nützt. Wenn er den Müll runterbringen soll, wird er es nicht machen, da er nichts davon hat. Es stinkt eben, aber sein Geruchssinn ist sicher unempfindlicher als Deiner. Aber wenn er keine saubere Wäsche mehr hat, werden seine Freunde irgendwann weniger, also bleibt ihm nichts anderes übrig.

Viel Erfolg - und glaub mir, es wird irgendwann besser, aber es dauert
 
  • #6
Falls Frederikas guter Rat nicht fruchtet: BOYKOTT!
 
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  • #7
@1
Als Mutter kann ich da nur schmunzeln. Du hast ganz sicher keine pubertierenden Kinder, oder?
Anordnen, ja glaubst du, auf die Idee wäre die FS nicht selbst gekommen?
 
  • #8
ihr müsst euch zusammen setzten und gemeinsam die Arbeiten aufteilen die zu erledigen sind. DAnn legt ihr fest, welche Konsequenzen jeden erwartet, der sich nicht an den Plan hält. Mit einfach anordnen ist es nicht getan, aber da merkt man das du keine Kinder hast. Die Chance das alles klappt ist am höchsten wenn alle gemeinsam abgestimmt haben wer was macht.
 
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  • #9
Sie sind alt genug, um zu verstehen, wie Du unter dieser Belastung leidest.
Ich habe mich mit meinen 2 Kindern damals vor über 10 Jahren (13 u. fast 15) an den Tisch gesetzt, offen u. ehrlich alles (auch das finanzielle) angesprochen, ihnen schonungslos mein Gefühlsleben präsentiert.
Du glaubst nicht, wie verständnisvoll auch ansonsten zickige Mädchen u. bockige Jungen sein können.
Plötzlich lief alles wie am Schnürchen, sogar der Tee stand heiß auf dem Tisch, wenn ich von der Arbeit nach Hause kam.
Sollte das wider Erwarten nicht fruchten, würde ich #4 empfehlen.
Anordnen/befehlen bringt da nun wirklich nichts, habe erst einmal Kinder, dann können wir das Thema noch einmal ansprechen.
 
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  • #10
Du wirst es nicht gern hören, aber es ist jetzt vielleicht ein bisschen spät ist, um mit der Erziehung zum Mithelfen anzufangen. Meine drei Söhne hatten von klein an, obwohl wir immer eine Hilfe hatten, ihre Aufgaben im Haushalt.

Mit Drohen und Erpressung erreichst du nichts mehr, da strapazierst du nur deine Nerven und das gute Verhältnis zu deinen Kindern.

Das einzige was hilft ist, dich mit den Kindern ruhig zusammenzusetzen und ihnen klar zu machen, wie es dir geht und mit ihnen GEMEINSAM, und keinesfalls von oben aufgedrängt, einen Arbeitsplan zu erstellen, an den sie sich halten sollen. Wenn sie selbst am Plan mitgearbeitet haben, setzen sie ihn auch eher um als wenn du jetzt mit Anordnen und Taschengeldentzug und Schimpfen und Befehlen die Autoritätsperson herauskehrst.

Karola,53
 
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  • #11
Schwierige Geschichte, weil es von Dir recht viel Durchhaltevermögen verlangt.

Dir genau überlegen, was Du nicht mehr machen willst.
Ganz klar zum Ausdruck bringen, dass das "Hotel Mama" wegen Überarbeitung geschlossen wird.
Definieren, wer wann was zu tun hat Ganz gut eignet sich eine Pinnwand aus Kork mit einer ausgedruckten weißen Tabelle und farbigen Zetteln, die mit farbigen Pinsteckern gesteckt werden können dazu. Dann ist klar, wer wann was zu tun hat.

Deinen Kindern klar machen, dass es zum Erwachsen-Sein gehört, dass sie das tun, was zu tun ist und dass Du einen Fehler gemacht hast, alles immer selbst zu übernehmen, und iHnen ganz deutlich sagen, dass Du sie ab sofort als Erwachsene siehst.

Das Ganze als ein Abenteuer sehen

viel Lachen und viel Spass dabei haben.
E. - m41 - 7E19E460
 
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  • #12
Ja, wahrscheinlich muss man sich auch Sanktionen überlegen, falls sie den Anordnungen nicht folgen werden (womit man wohl rechnen muss).
Mit 15-17 ist es schon fast ein bisschen spät, damit anzufangen, den Kindern beizubringen, dass sie im Haushalt selbstverständlich auch Dinge übernehmen müssen.
Bei befreundeten Familien gab es von Anfang an einen Plan am Kühlschrank, wer welche Aufgaben zu machen hat, natürlich dem Alter und den Fähigkeiten der Kinder angemessen.
Ich finde, das Ergebnis sieht man später im Erwachsenenalter: Meist sind die Herrschaften, die als Kind und Jugendliche nie etwas im Haushalt machen mussten diejenigen, die sich auch später immer von anderen bedienen lassen - unangenehme Zeitgenossen.
Ich finde, da liegt auch eine Erziehungspflicht bei den Eltern.

w42
 
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  • #13
1. Jeder versorgt sein Zimmer selber.
2. Gemeinsame Zimmer werden im Wechsel in Ordnung gebracht.
3. Spülen/Spülmaschine wochenweise im Wechsel durch die Kinder zu bedienen.
4. Wäsche waschen Mutter und Tochter, zusammenlegen kann jeder seine Wäsche selber (ebenso auch vorsortieren, ich habe da 3 Wäschekörbe: 1 x 60 Grad, hell, je 1 x 30 Grad hell + dunkel)
5. Einkäufe erledigt Mutter vorzugsweise 1 x die Woche mit Auto
6. Kochen nach Absprache Mutter und Kinder (einfachere Gerichte)
7. Müllentsorgung Jungssache (Ausgleich zu Wäsche)
8. Der Hund gehört zur Familie und wird von allen geliebt und versorgt. Wir haben keinen, den Plan müßtet Ihr entsprechend Eurer Pflichttermine festlegen, falls es nicht freiwillig und friedlich geht.
9. Der Garten ist nicht so wichtig, nehmt Euch auch noch ein bißchen Zeit für Euch gemeinsam. Das Leben kann kurz sein und die Kinder sind schnell ganz groß und dann habt Ihr nicht viel voneinander, wenn nicht jetzt. Unser Garten ist Fußballplatz, Wäschetrocknung, Eßplatz u.v.m., aber die Pflege raubt nicht viel Zeit. Ich muß es nicht mehr so ordentlich und gerade geschnitten haben. Laub aufsammeln etc. machen wir mal im Frühjahr nen Nachmittag zusammen, oder auch nur die Jungs. Diskussionen gibt es immer wieder, aber wichtig ist, daß die Kids die Mithilfe einsehen und es tun.

Du gehts Geld verdienen und sie profitieren auch davon. Mach Ihnen die Vorteile, die sie dadurch haben, klar. Vielleicht hast Du einfach zu lange Rücksicht genommen bzw. die Diskussionen vermieden. Zur Verweigerung gibt es sinnvolle Konsequenzen, aber erkläre ihnen Deine Gedanken und appelliere an ihren Familiensinn und Zusammenhaltstrieb. Das klappt meinst.

Ich würde Ihnen das genau so erklären, wie Du es uns geschrieben hast.

Ich hab übrigens auch schon mal nicht gekocht, weil die Küche voller dreckigem Geschirr stand, denn der den Dienst hatte, räumte sie nicht aus, sodaß keiner sein benutztes Geschirr einräumen konnte. In einer unaufgeräumten Küche koche ich nicht. Sie aßen dann Müsli, danach war die Küche sauber.

Wünsche Dir viel Glück und gute Nerven bei der Umsetzung und einen weiterhin geduldigen Freund.

7E2158CE
 
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  • #14
Wie waren auch zu 3. mit einem Altersdifferenz von insgesamt 5 Jahren und meine Mutter war auch berufstätig.

Bei uns gab es "Taschengeldaufbesserung" für bestimmte Tätigkeiten, die niemand machen wollte nach einem Punktesystem. Ob meine Mutter nun eine Putzfrau bezahlt hätte oder uns ein wenig mehr Taschengeld für einzelne Tätigkeiten gegeben hat, ist ja an sich einerlei. Anstatt nun einem Putzplan hinterherzuhecheln, dass dieser eingehalten wurde, haben wir uns manchmal um die ein oder andere Arbeit gezankt.
Vielleicht haben wir so auch gelernt, dass auch Hausarbeit etwas "wert" ist.

In jedem Fall hat so der Haushalt besser funktioniert und alle waren "zufrieden".

w/32
 
  • #15
Ich finde die Ratschläge von vielen hier bisher ganz hervorragend , insbesondere die von #10,#11 und #12.

Möchte nur noch eines hinzufügen.

grundsätzlich gilt folgende Regel:
Wenn man jemanden von A nach B bringen will, muß es ihm bei B besser gehen, sonst wird niemand die Mühe auf sich nehmen, sich zu verändern, weil das immer anstrengend ist.
Du mußt also den Ausgangspunkt A , die Situation, die deine Kinder jeden Tag vor sich finden, so derartig verschlechtern,indem bestimmte Dinge einfach nicht mehr laufen: kein besonderes Essen mehr, nicht alles erledigen, gar nichts mehr bügeln, nicht irgendwo mehr hingefahren werden ..., einfach sämtliche Angenehmlichkeiten streichen, um eine Motivation zu schaffen nach B zu kommen, dahin, wo du sie haben willst.

So brutal es klingt:
zu einer guten Erziehung gehört nicht nur umfangreiche und liebevolle Zuwendung sondern auch ausreichende Frustration.
 
  • #16
Taschengeldentzug würde ich zwar gern anraten, aber sie haben leider ein Recht darauf... ich würde an Lebensmittel nur noch preiswerte Produkte kaufen und ihnen geben... anderes nur bei Notwendigkeit. Sollten Fragen entstehen, ihnen damit entgegnen, dass sie schließlich immer noch mehr erhalten als du von ihnen --> bei mehr Beteiligung gibt es auch wieder mehr ('Luxus')!

Viel Erfolg!
 
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  • #17
@15: Ist Taschengeldzahlung eine Pflicht, oder warum darf man Taschengeld nicht entziehen?
 
  • #18
@ 16
Soweit mir bekannt ist, haben Kinder und Jugendliche ein Recht auf Taschengeld, dass sie sogar einklagen könnten. 100prozentig sicher bin ich mir allerdings nicht, lediglich zu 98 %.
 
  • #19
@#16, #17: Nein, es gibt für Kinder und Jugendliche kein Recht auf Taschengeld. Die beste Quelle, die ich finden konnte, ist diese hier:

http://www.jugendamt.nuernberg.de/downloads/taschengeld.pdf

Wäre ja auch noch schöner, wenn Kinder ihre Eltern auch noch vor den Kadi ziehen könnten! :)
 
  • #20
Danke Thomas... dann würde ich natürlich zusätzlich noch mit Taschengeldentzug strafen! ;-)
 
  • #21
@#19: Mir würden noch ganz andere Dinge außer Taschengeldentzug einfallen, wenn ich drei solche Banausen hätte wie die Fragestellerin!

Ich glaube, die Fehler, die zu der Situation geführt haben, liegen schon lange zurück. Offenbar wurde den Kindern nicht rechtzeitig genug gezeigt, das Älterwerden nicht nur mehr Rechte einbringt, sondern auch mehr Pflichten. Und heute, wo einem das Problem über den Kopf wächst, ist es natürlich schwer, den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen.
 
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  • #22
Halte deinen Kinder keine Vorträge! Ich denke, diese bringen nicht und verstärken nur die Abneigung bei deinen Kindern.
Meine Empfehlung: Wasche nur noch deine eigene Wäsche, kaufe nur noch für dich selbst ein usw.! Schließlich gibt es keinen Grund, das du dies für deine Kinder tust, es sei denn, sie sind körperlich und geistig behindert.
Dann können deine Kinder entweder zu der Erkenntnis kommen, dass ein wenig Kooperation das Leben für alle leichter macht, oder sie waschen ebenfalls ihre Wäsche selbst und kaufen für sich selbst ein.
In jedem Falle hast so in Zukunft weniger Arbeit.
Bloß keine Moralpredigten!
 
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  • #23
@18 von #16: Da bin ich ja sehr beruhigt. Ist schon erstaunlich, was hier zu 98 % sicher verbreitet wird.

Bei uns gibt es nicht viel Taschengeld, jeder hat seinen Platz in der Familie mit Rechten und Pflichten und die Kids gehen Zeitungen austeilen, wo sie BVB-Dauerkarten, zusätzliche Shoppinggelüste o. ä. mit finanzieren können.

Wenn viel nicht funktioniert, dann funktioniere ich auch nicht. Und, ich muß auch nicht jedem Kind einen PC o. ä. zur Verfügung stellen. Es gibt dann und wann auch mal PC und Fernseher lose Zeiten. Das klappt hervorragend, solange die Grenzen sinnvoll gesetzt werden.

7E2158CE
 
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  • #24
Es ist doch ganz einfach: vernünftig mit ihnen reden. Wenn das nicht hilft haben sie es nicht verdient bei dir zu leben und du solltest sie einfach beim Jugendamt abgeben.
 
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  • #25
Taschengeldentzug finde ich absolut unpasssend, zumindest so, wie es meistens geschieht. Ebenso Fernsehverbot usw.
Ich bin weder Psychologin noch Pädagogin, aber soviel weiß ich noch aus meiner Schulzeit (da hatte ich Erziehungslehre):
Eine Sanktion muss immer in direktem Zusammenhang mit der negativen Handlung sein, sonst stellt das Kind (trifft auch bei Erwachsenen noch zu) keinen Zusammenhang her.
Einen Zusammenhang könnte man nur herleiten, wenn Mama sagt:
Deine Wäsche wasche ich nicht mehr - du musst mit deinem Taschengeld dafür aufkommen, dass die Wäsche gewaschen wird, also in die Wäscherei geben.
Oder man könnte als Mutter eine klar definierte Preisliste aufstellen: Dienstleistung für das Waschen von Wäsche 5,- pro Woche (es muss aber mit dem Zeitaufwand vereinbar sein), Kochen eines Gerichtes 15,- /3 Personen = 5,- pro Person. Usw.
Die Dienstleistungen der Kinder könnten dann gegengerechnet werden.
Ich persönlich halte davon aber überhaupt nichts, da Geld in unserer Gesellschaft sowieso eine sehr große Rolle spielt und Kinder lernen sollten, dass man nicht alles kaufen kann.
Einsicht ist bei pubertierenden Kindern allerdings etwas unterentwickelt, ich kann mir nicht vorstellen, dass ein einfaches Gespräch da viel nützt, zumindest nicht langfristig und nachhaltig.
Such dir Sanktionen, die in direkter Verbindung stehen und lobe bei der kleinsten Mithilfe, das hilft meistens mehr, sporne sie an und packe sie bei ihrem Ehrgeiz, z.B. "Gabi hat gestern so toll gekocht, ich bin froh, eine Tochter zu haben, die das so super hinkriegt". Oder "Peter, ich weiß nicht, wie ich den Computer wieder zum Laufen kriege, ich bräuchte da einen Fachmann - meinst du, das schaffst du"
Ansonsten finde ich die Vorschläge mit der Wäsche und überhaupt Streik am sinnvollsten.

W 56
 
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  • #26
@24: Ein Fernsehverbot steht im unmittelbaren Zusammenhang zur mangelnden Mithilfe, denn wenn die Kids meinen, sie hätten keine Zeit zum Helfen, dann haben sie wohl auch keine Zeit zum Fernsehen etc. Denn vielfach schieben vielleicht andere, für sie wichtige Dinge vor, um nicht helfen zu müssen.

Finden sie Zeit für das eine, dann haben sie danach auch wieder Zeit für das andere.

Von Berechnungen von Essensgerichten etc. halte ich überhaupt nichts, denn der Familiensinn soll ja gefördert werden und nicht das Denken in Euros. Ebenso die Gedanken zur Wäscherei die Wäsche bringen zu lassen.

Ich halte die Einsicht der pubertierenden Kinder nicht für unterentwickelt, Gespräche nutzen da oft mehr als mit uneinigen Erwachsenen. Kinder haben oft eine bessere Sichtweise als man denkt, auch langfristig und nachhaltig ist es erstaunlich, wie sie was umsetzen können.

7E2158CE
 
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  • #27
Den besten Beitrag finde ich @4.
Es hat meiner Erfahrung nach auch nicht viel Sinn mit langen gemeinsamen Diskussionen. Die Kinder werden ihre ganze Energie auf´s Diskutieren verwenden anstatt auf´s Arbeiten.
Kurz und schmerzlos ist am Besten. Und keine halben Sachen.
Wenn ich ein Buch lesen soll lese ich ja auch nicht jeden Tag ein Wort und das am nächsten Tag das nächste Wort – dadurch wird die Aufgabe nicht leichter.
(Nachdem sich die ganze Diskussion gelesen habe glaube ich die Diskussionsfalle ist das größte Hindernis, wenn die Kinder wirklich helfen sollen.)
Das Taschengeld ist auch eine Möglichkeit, auch wenn Du vielleicht nicht so spendabel sein kannst daß es wie bei @13 klappt.
Daß sie Kinder langsam zu alt sind ist nicht richtig. Ich selbst (m, 43) mußte mit 30 mühsam lernen mit der Waschmaschine umzugehen, meine Mutter wollte es mir absolut nicht zeigen. (Warum willst Du das machen, das mache ich doch, du kannst etwas anderes machen.)
Inzwischen empfinde ich es als Bereicherung, bei Wäsche, Essen, Haushalt nicht andere betteln zu müssen. Diese Einsicht ist viel besser als gemeinsame Diskussionen.
Ich denke auch nicht, daß da irgendwelche Erziehungsfehler vorliegen, wie Einige meinen. Eine eindeutige Ansage: Arbeit – oder kein Taschengeld ist besser als in der Vergangenheit nach Erziehungsfehlern zu wühlen. Im realen Leben gibt es ja auch keine Diskussion nach dem Motto, ob die Nahrung oder Kleidung jetzt Geld kosten soll, wo doch jeder ein Recht auf seine Grundbedürfnisse hat. Was für verschobene Einstellungen es da gibt sieht man an der kurzen Diskussion über Taschengeldentzug. Solche Einstellungen sind das wahre Problem.
m, 43
 
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  • #28
Die Methode von #4 hat bei mir ebenfalls bestens funktioniert. Jugendliche in diesem Alter sind gerne resistent gegen jede Anordnung. Verbote und Taschengeldentzug helfen überhaupt nichts und erzeugen nur Trotz und jede Menge Ärger!
Solange Mama ihr Verhalten nicht ändert, ändern auch die Kinder nichts. Also die Herrschaften wirklich mal Auflaufen lassen, Mut zum dicken Fell haben und sich darauf einstellen, dass sich in der ersten Zeit Wäscheberge sammeln, schmutziges Geschirr herumsteht usw. Wenn keine Teller zum Essen mehr da sind, die gesamte Wäsche schmutzig, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich selbst zu kümmern. Meine Kinder 17,18 und 20 waschen und bügeln seitdem ihre Wäsche selbst, kochen, räumen auf, genauso wie ich, und alles geht ohne Probleme und Genörgel Hand in Hand, weil es selbstverständlich geworden ist!
w48
 
  • #29
Oha, also wenn die das bis 15-17 nicht gelernt haben wird das seeeeeehr seeehr schwer.
Wenn ich mich in genau diese Zeit zurückdenke hätte ich keinerlei Lust ohne echten zwang irgendwas zu tun, da sind Freunde, Party und Freundin/Freund wichtiger als Essen und trinken..

Die Beobachtungen an Altersgleichen im alltäglichen Umfeld zeigen das die Bereitschaft zu mehr Solidarität und Mithilfe im Haushalt nicht unbedingt gestiegen ist in den letzten 20 Jahren =)

Das könnte in der Tat recht schwer werden.. grade in dem Alter..
 
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  • #30
Also mein Sohn hat auch erst mit 20 Waschen, Bügeln und Kochen gelernt und kann es inzwischen sehr gut. Als ich noch Teilzeit gearbeitet habe, war es selbstverständlich, dass ich den Haushalt geführt habe. Nach meiner Scheidung habe ich dann Vollzeit gearbeitet und ihn vor die Wahl gestellt: Entweder beim Papa bleiben, dann ist es mir egal, wer die Abreit macht, oder zu mir ziehen, dann wird die Hausarbeit geteilt. Nach anfänglichen Problemen hat es dann aber geklappt, ähnlich wie Nr. 4 beschrieben hat. Heute läuft es Hand in Hand. Wenn er nach der Uni früher zu Hause ist als ich, hat er z.B. bereits gekocht.
Es läuft super und er ist in seinem Freundeskreis als guter Gastgeber und Koch sehr beliebt.