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Toi et moi

  • #1

Wer hat nach einer langen Ehe den Sprung in eine neue glückliche Beziehung geschafft?

Hallo liebes Forum,
diese Frage beschäftigt mich schon sehr lange. Ich bin Mitte/Ende 40 und meinen Ex-Mann kenne ich seit 27 Jahren. Wir haben uns vor 5 Jahren getrennt und haben Kinder. Nach anfänglichen Turbulenzen und nachdem letztendlich alles geklärt war, er zu seiner Freundin zog und die Kinder und ich unser Leben neu und ohne ihn organisierten, wurde alles wieder gut.
Alle sind mit der Situation zufrieden. Ich mittlerweile auch. Ein Problem habe ich aber trotzdem. Normalerweise beendet man eine Beziehung, es kommt eine Kontaktsperre, man trauert und dann geht es wieder gut, man fängt die letzte Beziehung zu verarbeiten und irgendwann kommt einen neuen Partner.
In meinem Fall aber denke ich diese Trennungsphase wird niemals enden. Durch die sehr lange durchaus auch glückliche gemeinsame Vergangenheit ist es unmöglich eine richtige Trennung zu haben. Ich denke, dass bei vielen langjährigen Partnerschaften dies der Fall ist. Meine Frage ist nun, wer hat das geschafft nach einer langjährigen Beziehung mit gemeinsamen Kindern eine neue dauerhafte glückliche Partnerschaft hinzubekommen? Ist es überhaupt noch möglich?
 
  • #2
Ja, das ist möglich, aber ich denke, der jenige der gegangen ist hat es leichter, denn die Fragen nach dem "warum" muss er sich nicht mehr stellen. Der jenige Part der eine Trennung hinnehmen muss, braucht immer länger, bis der Prozess des verarbeitens überhaupt beginnt und wie lange so etwas dauert ist von Fall zu Fall von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Wenn Kinder da sind, weswegen ein enger und stetiger Kontakt zum Ex Mann notwendig ist, dann erschwert das die Sache ungemein. Manche Frau kommt nie über den Verlust des Partners hinweg, weil sie neidet, wütend ist, hasserfüllt oder einfach den Blick nicht nach vorne wenden kann. Akzeptieren dass es so ist wie es ist, keine Schuld mehr zuweisen, seinen Frieden mit dem Ex machen und ihm sein Glück und sein Leben gönnen, DANN kann man auch sein Herz wieder öffnen für einen neuen Partner und glücklich werden, vielleicht äußert sogar glücklicher als man es jemals war.

Egal was zwischen euch beiden war, lass es ruhen. Sei dankbar für die Zeit (die du ja auch als zeitweise glücklich bezeichnest) die du mit deinem Ex Mann hattest, dankbar für die Kinder die ihr zusammen habt , richte deinen Blick nach vorne und schau nicht mehr zurück....


Man muss eine Türe ganz schießen, damit sich eine neue öffnet!

Alles Liebe für dich
 
  • #3
Warum willst du denn eine totale Trennung? Muss doch gar nicht sein. Mein Ex-Mann und ich haben nach langer Ehe festgestellt, dass wir uns richtig gern mochten, aber als Paar eine Katastrophe waren. Das herauszufinden, hat lange schmerzhafte Monate gedauert und bei der Scheidung standen wir beide mit Tränen in den Augen da, obwohl wir wussten, dass es okay so war. Wir blieben auch befreundet und mein neuer Mann hat sogar später mit geholfen, meinen Ex-Mann zu pflegen, als seine Freundin ihn wegen seiner Krebserkrankung im Stich ließ, so dass wir am Ende sozusagen doch zusammen blieben, bis dass der Tod uns schied. Und meinem inzwischen verstorbenen Mann rechne ich es hoch an, dass er nicht eifersüchtig war und es akzeptierte, dass ich meinen Ex und sozusagen besten Freund pflegte. Ich glaube, das ist die höchste Kunst zu akzeptieren, dass der andere Mensch okay ist, aber als Partner nicht passt und dann kann man ihm auch alles Gute mit einer neuen Partnerin wünschen. Warum sollte man denn totalen Beziehungsabbruch betreiben, wenn es nicht um Gewalt oder Alkohol ging, sondern einfach nur darum, dass zwei wertvolle Menschen zusammen kein gutes Paar ergaben. Und da ihr auch noch Kinder miteinander habt, wäre es doch seltsam, wenn "Kontaktsperre" wäre.
 
  • #4
Vielleicht ist etwas in Dir noch nicht geklärt? Mich hat mit einer Bekannten das gleiche Schicksal ereilt. Unsere Männer Jugendfreunde, daher kannten wir uns locker.

Ihr Mann hatte, für sie etwas überraschend, plötzlich ganz klassisch die 30 Jahre jüngere Freundin und ihr dann auch noch ein Kind gebastelt. Hat sie recht schnell verlassen und sie blieb etwas traumatisiert zurück. Nach den vielen gemeinsamen und zum großen Teil auch sehr glücklichen Jahren so mal fix ausgetauscht zu werden, hat tief verletzt. Er hat ihr gesagt, sie sei ihm zu alt und zu fett, allerdings im Bett, da wäre sie gut. Als ob sie in 30 Jahren nicht mehr zu bieten gehabt hätte als das Bett. Sie führt heute übrigens erfolgreich eine Firma.

In meinem Fall bin ich gegangen, weil die Lieblosigkeit und ständige Zurückweisung einfach unfassbar wurde. Ich wollte gern meine Würde behalten. Aber auch bei mir gab es Bewunderung für eine 30 Jahre jüngere Praktikantin seiner Firma. Ich sollte Ihre Schönheit, auf einem Bild, das sie ihm per Mail geschickt hatte mit bewundern. Ob und was da mehr war, interessiert mich auch nicht.
In den Trennungsauseinandersetzungen wurde auch ich unterhalb der Gürtellinie beschimpft. Ich habe erfahren, dass ich im Bett scheixxe sei, wohl meine Hormone daran Schuld seien und mein allgemeiner Geisteszustand doch sehr zu wünschen übrig lasse.

Ich hatte mir für meine Trauerphase eine gute Gesprächstherapie besorgt und plötzlich konnte ich all das Negative sehr gut loslassen. Mich befreit fühlen und stark. Ich fand meinen Weg mutig und authentisch.
Er hat mich de facto mit Schlüpper und Zahnbürste aus dem gemeinsamen! EFH geworfen ( Schloss gewechselt und meine Sachen weg geworfen - ich hatte 2 Tage Zeit für meinen Auszug) nach 30 Jahren Ehe und ich habe immer gearbeitet und war lange Zeit hinweg der bessere Verdiener der Familie, 3 Kinder großgezogen. Ich war damals mental absolut nicht in der Lage mich zu wehren.

Wir Frauen haben uns dann mal zufällig getroffen und waren erstaunt über unser ähnliches Schicksal. Obwohl sie längere Zeit bereits geschieden war, hat sie noch sehr mit dem Schicksal gehadert. Hat den Mann, nachdem was er ihr angetan hatte in einem verklärten Licht gesehen.

Dann habe ich ihr einige Sachen erzählt, dass ihr Mann absolut nicht die große geistige Leuchte war und der Ritter in weißen Rüstung, sondern, dass beide ziemliche Nappsülzen waren. Wir hatten ja gleiche Erinnerungen und ich konnte ihr einen anderen Blickwinkel geben.
So nach Wochen recht intensivem Kontakt, hatte sie die Trennung wohl verarbeitet. Siekonnte ihm noch eine Kiste mit Sachen von ihm schicken und war damit endlich auch glücklich loszulassen.

Wir sind beide heute in glücklichen dauerhaften Partnerschaften. Ich bin so glücklich, wie nie zuvor in meinem Leben und absolut dankbar, dass ich gegangen bin.
 
  • #5
Ich wollte Dir den Rat schenken, genieße Dein neues Leben. Beginne etwas zu lernen, was Du immer wolltest. Viel Sport treiben und sich auspowern ist toll. Musizieren macht glücklich, das habe ich für mich entdeckt.
Wenn man es genau betrachtet, waren diese Männer die verflossenen Tränen nicht wirklich wert. Obwohl die Trauer bei einem Leben, das man ja miteinander verbracht hat sehr groß ist. Und ja, ich würde mein ganzes Leben nicht in die Tonne treten, nur wegen dieser Charakterschwächen.
Neu beginnen, lohnt sich immer, auch mit dem letzten Atemzug.
 
  • #6
Versuche nicht neidisch zu sein dann schließt Du besser ab mit dem Ex.

Es ist schwer für Frauen jemand Neues zu finden, weil wir emotionaler sind als Männer aber versuche Dir Deine positive Ausstrahlung zu erhalten und verliere nicht die Hoffnund ABER bleibe realistisch!

Ich versuche mir meinen Neid auf meine Exen abzugewöhnen vor allem weil ich gemerkt habe, daß ich maßlos übertreibe.

In meinem Kopfkino leben alle den Rosamunde Pilcher Traum und ich quäle mich mit Neid dabei liege ich oft falsch.

Als Beispiel: ich war neidisch auf die perfekte Familie meines Ex, des Oberarztes - stellt sich heraus, daß er gar kein Kind hat (auf dem Foto war es das Kind seiner Kusine) und die Ehe wackelt nach 8 Jahren.

Zur Zeit nervt es mich, daß ein anderer Ex freudesstrahlend auf Fotos posiert, also vermute ich das reinste Paradies mit seiner jungen Freundin und dem Baby. Kann sein. Kann aber auch sein, daß er sich über einen Pokal freut, den er gewonnen hat und ihn seine Kumpels zum Lachen animiert haben.

Bei meiner Affäre war ich neidisch auf seine erfolgreiche Tochter. Ich sah ein Bild mit ihrem Namen und natürlich war das eine hübsche Ärztin. Da habe ich mir dazugedichtet wie toll sie ist, und eine schicke naturheilkundliche Praxis hat etc.

Fakt: sie ist keine Ärztin, ist auch nicht so hübsch, arbeitet als Pflegekraft, geschieden, keine Kinder und gute 10 Jahre älter als ich. Es war das falsche Bild.

Also, ganz ruhig atmen und sich nicht verrückt machen durch Andere!
 
  • #7
Tja. Ich habe wohl rekordverdächtig lange gebraucht - so etwa dreizehn Jahre......

Dabei war der eigentliche Punkt bei mir nicht Liebeskummer in dem Sinne, sondern Fassungslosigkeit über mich selbst. Ich hatte immer geglaubt, dass ich mich recht gut mit Menschen auskennen würde - und ausgerechnet mein Mann verwandelt sich nach der Geburt der Kinder so extrem, dass ich ihn kaum mehr wieder erkannte.

Mir blieb ein solides Misstrauen mir selbst und meiner Menschenkenntnis gegenüber. Eine solche Katastrophe reichte, was, wenn ich mich wieder täuschen und dann auch noch die Kinder hinein ziehen würde? Ich blieb alleine, erst als die Kinder 15 und 13 waren, konnte ich überhaupt wieder - vorsichtig und tastend - suchen.

Falsch oder richtig, ich konnte nicht aus meiner Haut und bin diesen Weg gegangen. Nach einigen sondierenden Versuchen, die von meinen Kindern in dem Alter eher amüsiert aus der Ferne beobachtet wurden, lernte ich meinen jetzigen Mann kennen. Da ich nie geglaubt hätte, dass es solch einen Menschen für mich geben könnte, konnte ich aus vollem Herzen "Ja" zu ihm sagen. Das geht also sogar bei einer solch verkorksten Trine wie mir....
 
  • #8
Ich halte es für einen Irrtum, dass man nach einer langen Beziehung, die auch lange gute Zeiten hatte keine endgültige Trennung hinbekommt. Das sind destruktive Gedanken, die verhindern, dass Du mit der Ehe abschließen kannst. Je mehr Du Dich an solche selbstgestrickten Weisheiten festhältst desto wahrer werden sie - nicht weil sie tatsächlich wahr sind, sondern weil Du selber verhinderst, dass Du abschließen kannst.

Es gab Gründe, die zu Eurer Trennung führten. Turbulenzen klingt nicht nach einer friedlichen Trennung und zur Freundin ziehen danach, als wärst Du verlassen worden, weil es eine andere gab. Wer verlassen wird, gegen wessen Willen die Trennung vom anderen volltzogen wird, insbesondere wenn nicht er sondern der andere was verbockt hat, der ist immer im Nachteil was das Beenden angeht, insbesondere wenn kein anderer Partner in der Pipe steht. Dann hat man auch genug geistigen Freiraum um die beendete Beziehung zu idealisieren.

Ich war auch lange verheiratet, habe mich 2 Jahre mit dem Gedanken an eine Trennung rumgequält und dann doch meinen Mann wegen seiner Frauengeschichten verlassen. Ich habe ihn und die Vergangenheit nicht idealisiert, sondern 22 Jahre Ehe abgeschnitten wie einen Zopf dessen ich überdrüssig bin.
Mit der Entscheidung für die Trennung war diese für mich innerlich vollzogen. Trotzdem habe ich danach 2-3 Jahre gebraucht, bis ich die Ehe (nicht die Trennung) halbwegs verdaut hatte.
Weil wir keine Kinder hatten war eine 100%-Trennung auch leicht umzusetzen: ausziehen und ihn nur 2 Mal wiedersehen, einmal davon vorm Scheidungsrichter.

Gemeinsame Kinder hatten wir nicht - ich glaube aber auch nicht, dass das ein partnerschaftsverhindernder Tatbestand ist. Dein Ex hat ja auch eine Neue.
Wenn die Kinder nicht mehr klein sind, was bei 25 Jahren Ehe anzunehmen ist, dann müssen die Vater-Kind-Kontakte nicht mehr über Dich laufen. Du kannst Dich vollkommen daraus zurückziehen und es Vater und Kindern selber überlassen, sich zu treffen oder auch nicht. Ebenso dürften die Kinder dann auch nicht mehr Deine neue Partnerschaft stören, außer Du bist eine Glucke, die ihr Leben auch noch 20-jährigen unterordnet.

Ich habe 5 Jahre gebraucht (war 50+), bis ich einen neuen Partner gefunden habe, trennte mich nach einiger Zeit wieder wegen Fernbeziehung von ihm und nach mehrjähriger Unterbrechung sind wir nun wieder zuzusammen.
Ich bin ein Mensch, der sehr gut allein klarkommt und daher nicht auf Partnerschaft fixiert ist. Dann kann man wählerisch sein und abwarten, bis sich die Idealbesetzung findet. Es ist auch ein großer Vorteil, dass ich mich wegen meiner großen Unabhängigkeit nicht an Kompromissmänner gebunden habe und damit immer emotional frei war für den Traummann. Dann ging es ganz fix und sehr verbindlich von beiden Seiten.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #9
Ich kenne das Thema allzu gut. Ich habe mich vor etwa 5 Jahren von meinem Exmann getrennt. Gründe: Vielfältig, massiv, aber heute irgendwo egal. Er hatte direkt eine Neue, die er auch nach unserer Scheidung geheiratet hat. Wahrscheinlich war sie vor unserer Trennung schon da. Ich war deshalb zwischenzeitlich sehr verletzt, obwohl ich den Schlussstrich gezogen hatte. Und sie ist nicht mal hübsch!

Es gab bei mir verschiedene Neuanfänge. Im Moment die dritte "echte" Beziehung nach Trennung. Ich habe mich selbst (übrigens in Deinem Alter) sehr verändert. Ich bin ein komplett anderer Mensch als während der Beziehung mit meinem Exmann. Ich habe keine eigenen Kinder, aber das ist meines Erachtens kein Kernpunkt. Mit meinem Exmann verstehe ich mich gut. Wir treffen uns öfters freundschaftlich.

Zum eigenlichen Punkt: Ja, es geht. Du hast Dein Beziehungskonzept wahrscheinlich bereits komplett überdacht. Gewünscht ist nicht der Versorger, sondern der zuverlässige Begleiter. Du bist wie alle erwachsenen Frauen mit Deinen Problemen weitgehend allein. Klar, es gibt Freunde, Familie, aber Du trägst alle Verantwortung selbst. Du musst alle Notlagen und Sorgen selbst lösen. Es gibt keinen Retter, der Dir zuhilfe eilt. Keinen Ritter, der Dich in ein Schloss bringt. Aber Du hast Dich, Deine Kinder und Freunde. Und es gibr jede Menge Männer. Such Dir jemanden, der zu Dir passt, so wie Du jetzt genau bist. Du wirst stärker werden als je zuvor!
 
  • #10
Liebe FS,

ich frage mich woher die Antworterinnen ihre Weisheit nehmen und gepachtet haben. Die bösen Männer. Ich vermisse wie so oft die Sicht, dass diese nur die eine Seite ein und der selben Medaille sind.

Ich für meinen Teil habe immer noch keine Ahnung wie ich nach dieser langen Beziehung loslassen und neu anfangen kann. Das liegt weniger an meiner Ex und unseren gemeinsamen Jahren als an mir. Je mehr ich mich mit dieser Zeit beschäftige, umso mehr tritt zu Tage, das mir mehr Fragen als Antworten aufgibt, obwohl ich fühle, dass ich schon weit gekommen bin. Zurzeit bin ich der Überzeugung, dass ein großer Teil in mir in jungen Jahren angelegt wurde. Aber nicht mal meinen Eltern, mit denen ich keinen Kontakt mehr habe, kann ich böse sein, obwohl ich das Gefühl habe, dass ich das mal sein müsste, damit sich (in mir) was ändert.

Danke für Deine Frage. Ich werde weiter mitlesen und vielleicht, wie hin und wieder hier, einen Stein des Anstoßes zum Guten finden.
 
  • #11
wird niemals enden. Durch die sehr lange durchaus auch glückliche gemeinsame Vergangenheit ist es unmöglich eine richtige Trennung zu haben.
Was heißt schon "richtig getrennt"?
Mit Kindern ist man selten richtig getrennt, weil ja beide Elternteile die Kinder irgendwie prägen und großziehen sollten und man ja auch nie wieder einen Mann finden wird, der sich so wie der eigene Vater an den gemeinsamen Kindern erfreut. Das verbindet auf ewig. Man lässt aber trotzdem Stück für Stück los und wendet sich einem neuen Leben zu, neuen Männern, die etwas Anderes in einem sehen als die Putzfrau, Mutter, Managerin, Trösterin und Köchin. Mein Exmann hat mich die ganze Ehe über betrogen und kam selten vor 23 Uhr nach Hause. Irgendwo gab es immer eine Geliebte und wenn ich alte Fotos anschaue, muss ich sagen (anders als bei Dir), dass es eigentlich für MICH niemals eine glückliche Zeit gab nach den Kindern. Ich war immer traurig und alleine, musste meinen Beruf hinten anstellen, während er Karriere machte, wurde knapp gehalten und niedergemacht, dass ich nichts auf die Reihe bekomme beruflich. Als ich ihn dann endlich mal mit einer Geliebten erwischte (in unserem Ehebett ganz schlecht), war ich froh, dass ich nun endlich einen Grund hatte, ihn zu verlassen.

Sei froh - du kannst immerhin auf glückliche Jahre schauen, die Euch verbinden. Und jetzt kommen neue andere glückliche Jahre.
Ist meines Erachtens in Ordnung, wenn man mit seinem Exmann und Vater der Kinder noch Kontakt hat, solange es nicht zu freundschaftlich ist.
Mein Exfreund hatte fast täglichen Kontakt zu seiner Ex und das ist definitiv abtörnend für mich gewesen. Der konnte nicht loslassen, weil er panische Angst vor dem Alleinsein hat.

Ich bin gerne alleine. :) Wenn ich wollte, könnte ich tagtäglich einen Mann in mein Leben lassen, aber nach einigen Beziehungsversuchen warte ich jetzt lieber.

ich habe also noch keine längere glückliche Partnerschaft hinbekommen, so 1-2 Jahre klappt es, dann will ich wieder meine Ruhe, weil ich merke, dass er Mann nicht in mein Leben passt.
Ich glaube, ich habe einige Männer dadurch verletzt, aber für mich war es gut so.

Ich weiß also selber nicht, ob ich das nochmal hinbekomme mit einer dauerhaften Partnerschaft. Auf Kompromisse habe ich aber keine Lust mehr und genauso wenig auf einen mann, bei dem ich auf der Strecke bleibe. Das hatte ich schon.
ich denke, es klappt besser, wenn die Kinder etwas größer sind. Meine sind noch unter 10. in 5 Jahren vielleicht!?

Bis dahin mach ich das, was mir gut tut... Mal ein Date, evtl. eine Affäre... und wenn es mehr wird gut - wenn nicht, auch egal. Ich bin da aber sehr zurückhaltend und schaue 2x hin, bevor ich mich auf einen Mann einlasse. Im Gegensatz zu früher kann ich allerdings schneller erfassen, ob jemand zu mir passt.
 
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Toi et moi

  • #12
Vielen Dank für die bisherige Antworten. Das hat mir gut getan und hat mir die Hoffnung gegeben, dass wenigstens bei 9 Menschen es geklappt hat. Das ist sehr schön und es gibt mir Hoffnung. Ich muss @Vikky recht geben. Ich idealisiere vieles in meinem Leben. Irgendwie mag ich Dramen und emotionale Betrachtung auf die Vergangenheit und Zukunft. Ich denke, es ist ein Teil meines Charakters. Natürlich raubt mir dieser Charakterzug manchmal Kraft aber manchmal beflügelt er mich auch, gibt mir enorme Kraft weiterzugehen. Mein Leben war nicht perfekt und im Grunde bin ich sehr froh dass es so gekommen ist aber ich stecke immer noch fest. Die Zeit vergeht sehr langsam und manchmal denke ich, dass es niemals enden wird. Natürlich bin ich auch wie @saepe_inscia sehr vorsichtig geworden und habe auch leider die Erfahrung gemacht, dass viele Männer unheimlich vorsichtig sind. Ich hatte fast bei allen Männern, die ich getroffen habe, den Eindruck unter Generalverdacht zu stehen. Fast alle haben gesagt, dass sie mein Lebenslauf nicht glauben. Tja, und natürlich kann niemand so viel Harmonie mit dem Ex-Partner ertragen. Alle wollen Krieg sehen, ich möchte aber Frieden. Am meisten mit mir selbst und natürlich mit meinem Ex-Mann. @QFrederick du hast natürlich auch recht und ich kann mich in deine Worte wiederfinden, wobei ich wirklich diese Gedankenspirale um die Vergangenheit, meine Kindheit, meinen Vater und meinen Mann satt habe. Ich möchte, dass endlich eine neue Phase beginnt. Ich weiß nur nicht wie.
 
  • #13
Ja, das ist möglich, aber ich denke, der jenige der gegangen ist hat es leichter, denn die Fragen nach dem "warum" muss er sich nicht mehr stellen. Der jenige Part der eine Trennung hinnehmen muss, braucht immer länger, bis der Prozess des verarbeitens überhaupt beginnt
Ich weiß gar nicht, warum mein erster Beitrag nicht veröffentlicht wurde. Ich versuche es nochmal.
So etwas macht mich echt wütend denn es ist einfach nicht wahr! Auch das kann man pauschal nicht sagen. Ich habe mich selbst ebenfalls vor 5 Jahren getrennt und mir geht es ganz genauso wie @Toi et moi . Während mein Exmann bereits seit 3 Jahren in einer neuen Beziehung glücklich ist. Er, der verlassen wurde. Ich leide heute noch weil ich es nicht verstehen kann, dass es soweit kommen musste. Mache mir Vorwürfe, dass ich ihm weh getan habe, dass ich es nicht verdiene, glücklich zu sein weil ich jemanden unglücklich gemacht habe. Und frage mich, ob ich es jemals schaffen werde, jemandem so vorbehaltlos zu vertrauen, wie ich ihm vertrauen konnte, mich so zu öffnen. Und die Online Erfahrungen sowie das, was ich hier oft lese, macht alles andere als Mut.

Hinzu kommt das Gefühl oder die Angst, dass es einfach zu spät für mich ist, dass ich das Optimale schon hatte und jetzt so etwas nicht nochmal möglich ist.

Liebe FS, ich denke, es spielt eine große Rolle, wie man die Beziehung selbst erlebt hat. Und was man sich für eine Beziehung wünscht. Ich freue mich, dass mein Exmann glücklich ist, das und viele andere Beispiele zeigt, dass es geht. Aber ich denke, wenn man daran zweifelt, dass so etwas für einen selbst möglich ist, das lähmt einen dabei, sich selbst die Chance auf ein neues Glück zu geben. Wie man aber das abstellen kann, ich hoffe, du bekommst hier ein paar Antworten. Und ich damit auch.

Ich bin ehrlich, ich kann daran nicht für mich glauben aber ich sehe im Bekanntenkreis gerade in letzter Zeit einige schöne neue Beziehungen nach langem Alleinsein.

Glaub dran, liebe FS, du schaffst das, da bin ich mir sicher.
 
  • #14
Durch die sehr lange durchaus auch glückliche gemeinsame Vergangenheit ist es unmöglich eine richtige Trennung zu haben.
Eine richtige Trennung scheint Ihr zwei doch schon geschafft zu haben: in Respekt voreinander, aber in neuen Lebensphasen. Eine richtige Trennung heißt für mich und meinen früheren Mann nicht, die gemeinsame Zeit zu vergessen sondern wertzuschätzen. Auch 10 Jahre nach der Scheidung senden wir uns immer mal wieder eine SMS, wenn uns etwas begegnet, was uns an die gemeinsame Zeit erinnert; oder wir haben z.B. eine Dienstreise von mir für ein gemeinsames Treffen auf einen Kaffee genutzt. Unsere jeweiligen neuen Partner haben damit kein Problem, obwohl ich die neue Frau und er den neuen Mann nicht kennt. Unsere neuen Beziehungen sind nicht vergleichbar mit unserer "alten" Beziehung - ganz andere Lebensmodelle, auch weil die neuen Partner so ganz anders sind. Ich denke, du kannst dich auf neue Erfahrungen in einer neuen Partnerschaft freuen, man entdeckt dann noch einmal z.T. völlig neue Seiten an sich.
 
  • #15
Oftmals ist Neid der Grund, warum man nicht wirklich neu anfangen kann und selbst nicht glücklich ist.
Neid ist ein sehr schlechtestes Gefühl, dass nur den Menschen zerfrisst der neidisch ist. Es ist so als ob man selbst Gift trinkt und drauf wartet, dass der Andere stirbt.

Die Frage ist, wie viel Neid, Wut, Frust, manchmal sogar Hass schwingt noch mit? Neu beginnen und glücklich werden kann man nur, wenn man wirklich nicht mehr nach Antworten sucht, nicht mehr neidet, nicht mehr nachtragend ist und den anderen aus seinen Gedanken verbannt.

@Rosendame macht hier (aus meiner Sicht) einen entscheidenden Fehler. Sie kann immer nur NICHT mehr neidisch sein, wenn sich herausstellt dass es der Person ja doch nicht so gut geht, wie sie angenommen hat. Sie kann dem Menschen aber nichts gönnen, was sie selbst nicht hat. Das heißt für mich, sie hört trotzdem nicht auf neidisch zu sein und belügt sich selber.
Entscheidend ist, zu gönnen, auch wenn es dem Ex, der Freundin oder dem Freund heute besser geht als mit mir damals oder als mir heute.

Wer sich an kleinen Dingen erfreuen kann, wer glücklich mit sich und seinem Leben ist, wer seine eigene Unzufriedenheit bekämpft in dem ER sich zufriedener macht und nicht einfach nur anderen Menschen ihr Glück neidet, den Blick nach vorne richtet und nicht in der Vergangenheit hängen bleibt, der hat gute Chancen glücklich zu werden und ist offen für eine neue Beziehung.
 
  • #16
So etwas macht mich echt wütend denn es ist einfach nicht wahr!
Liebe EarlyWinter
Warum macht dich das wütend?
Ich habe geschrieben " ich glaube dass", es ist meine Erfahrung und ich halte daran fest dass es oftmals so ist. Denn bevor man sich trennt, ist ja schon ein Prozess im Gange, der einen emotional etwas löst und oft hat man sich schon Monate oder Jahre mit den Fragen gequält warum es so ist wie es ist, warum es nicht besser wird, warum es keinen Weg gibt usw.
Der Verlassene setzt sich damit erst später auseinander und braucht etwas um den Vorsprung einzuholen. Das heißt nicht, dass nicht beide Personen an der Trennung zu knabbern haben, aber anders.

Wenn es in deinem Fall anders war, dann trifft dich diese Aussage vielleicht, aber ich frage mich ganz ehrlich " WARUM in der Form dass es dich total wütend macht?"
Was du beschreibst ist ungewöhnlich. Ich kenne deine Geschichte nicht in allen Einzelheiten, aber es gab doch einen Grund warum DU dich getrennt hast. Warum machst du dir Vorwürfe? Du hast deinen Mann vielleicht damals mit der Trennung unglücklich gemacht, aber HEUTE ist er glücklich. Vielleicht glücklicher denn je. Du hast also keinen Grund mehr dich zu quälen. Oder ist genau dass das Problem? Du hast es beendet und bist heute diejenige die noch leidet und dein Ex hat sich arrangiert und nach vorne geschaut! Du hängst noch immer in der Vergangenheit fest und quälst dich, weil deine Beziehung oder Ehe gescheitert ist. Frag dich mal warum du fest hängst, anstatt wütend auf andere zu sein.
Alles Liebe für dich
 
  • #17
Ich war fast zwei Jahrzehnte mit meinem Ex-Mann zusammen, davon 8 Jahre verheiratet. Unser heutiges Verhältnis ist aufgrund der unschönen Zeiten und Trennungsmodalitäten nicht existent, daher kann ich nicht über ähnliche Voraussetzungen wie bei dir berichten.

Trotzdem die Ehe schlecht war, hab ich 6 Wochen lang gelitten wie ein Hund. Ich war ja quasi mit ihm an meiner Seite erwachsen geworden und kannte nichts anderes, konnte nicht mehr flirten, wußte nicht wie Männer Mitte 30 funktionieren und hatte schreckliche Angst vor dieser unbekannten Zukunft. Meine ersten Besuche mit Freundin in einer Disco waren schauderhaft, ich fühlte mich so fehl am Platze und mit dem Makel "Scheidung" und "für eine Jüngere verlassen" behaftet.

Irgendwoher nahm ich dann ein wenig Trotz und meldete mich auf einer Singlebörse an. Gleich am ersten Abend lernte ich einen Mann kennen, der mich einfach nur zum Lachen brachte. Und noch mehr Männer, die so ganz anders waren als mein Ex. Humorvoller, lebensfroher, mit denen ich mich besser unterhalten konnte. Ich begann, Spaß daran zu finden, ging aus, hatte Dates und fühlte mich großartig, jung, frei und verrückt. Ich hab alle Defizite nachgeholt, hatte teilweise eine wilde Zeit und fühlte mich absolut lebendig wie lange nicht mehr. Ich war wieder zu der geworden, die ich unterwegs in meiner Ehe irgendwo verloren hatte.

Meinen heutigen Partner habe ich dann im RL kennengelernt, kurz nach dem Ende des Trennungsjahres und der Scheidung. Der Anfang war schwierig, weil ich noch sehr misstrauisch war (er auch), aber wir haben dran gearbeitet und es gab sich.

Ich weiß nicht, welche Gedanken und Gefühle dich bewegen, dass du nicht loslassen kannst oder dich nicht auf Neues freust. Ich kann dir nur raten, einfach Männer unvoreingenommen und ohne den Background der Partnersuche kennenzulernen und Spaß zu haben. Festzustellen, was sie so zu bieten haben. Vielleicht kommt damit ja die Lust auf mehr.
 
  • #18
Na ja, ich habe wirklich vollstes Verständnis für alle hier, die leiden, weil sie alleine rumhocken und ihre Expartner in Glück schwelgen. Man wurde halt abgehängt und der Mann schwelgt regelrecht im Paradies - oft ungerechterweise wie in meinem Fall.

Oft waren die Männer von mir nicht besonders nett zu mir und taten mir weh - ich könnte mich freuen wenn sie immer die totalen Gentlemen wären, aber nein.

ALLERDINGS - ich kann von mir sagen, daß es früher umgekehrt war. Da stand ich auf der Sonnenseite und der Ex war neidisch auf MICH. Wütend war er (seine Worte), depressiv, sauer. Gelb und grün vor Neid.

Er neidete mir den Unijob während er arbeitslos war trotz Studium und hat mich versucht zum Blaumachen zu überreden. Er war unhöflich, hat mich kritisiert wenn wir uns mal sahen im Zug etc. Spuckte Galle wo es nur ging.

Das ist auch EIN Grund wieso ich es ihm NICHT gönne so glücklich zu sein mit seiner jungen Freundin und dem Baby. Weil er es jetzt nicht anders konnte, als es mir nochmals unter die Augen zu reiben (inkl. Spaziergänge vor meinem Haus mit der Neuen).

Ich könnte Dutzende Beispiele von ehemaligen Schulfreunden, Komilitonen und Exen geben, wo sie ständig vor mir angaben - wieso bloß?

Sie versuchten oft mich zu übertreffen egal ob es ums Auslandsstudium ging, elegante Kleider oder eben Beziehungen...................

Ist es ein Wunder, daß ich schadenfroh und neidisch bin (ein wenig und nicht gleichermaßen auf alle)?
 
  • #19
Ich habe nach meiner Trennung 4 Jahre gebraucht um mich neu verlieben zu können.
Und das kann man jetzt nicht als: glückliche lange Beziehung nach der Trennung ansehen.
Diese Beziehung war schwierig und ist nach 6 Jahren auch gescheitert.

Ich möchte mal behaupten, dass ich wie eine Kugel im Fkipperautomaten war...mit ping immer wieder dagegen.
Denn dieser Mann hat mich angezogen, weil er so anders war als mein früherer Ehemann.

Heute weiß ich...mein Exmann war mir von der Emotionalität wesentlich ähnlicher.
Durch die Kinder waren wir immer miteinander verbunden, deshalb hat mein Liebeskummer sicher länger gedauert.
Heute verstehen wir uns gut, sehr freundschaftlich, obwohl ich durch ihn viele Schulden hatte und er zum Schluss auch eine Freundin.
Warum? Weil die Frau in mir, sich mit ihm versöhnen konnte. Er steht wirklich ganz unten, kein Job Schulden. Ich gönne es ihm und den Kindern überhaupt nicht aber es zeigte: diese Sucht war damals nicht zu ändern. Er war da drin und das hatte nichts mit mir zu tun.
Ich meine nichts davon böse denn ich bekam eine andere Sicht.
Ich mag ihn als Mensch und ich weiß dadurch was mir wichtig ist in einer Beziehung. Weil ich das positive mitnehme und es gar nicht so anders haben möchte.
Ich bin 0 an ihm als Mann interessiert und es muss sich keiner mit ihm messen.
Aber ich erkenne mich einfach wieder, es ist Jahre gut gelaufen weil es mir gut ging.
Und geht, nach dem ich durch die letzte Beziehung ins Trudeln gekommen bin.
Ich bin wieder ich!
Ich unternehme viel, habe Spaß ob ausgehen, wandern Kultur.
Ich bin ruhig wenn kein Mann in der Nähe ist oder sich interessiert. Ich trage Chucks oder schick wenn ich es mag ohne zu überlegen ob ich zu leger oder zu damenhaft bin. Weil ich nur mit einem eine gute Beziehung haben kann und dem wäre ich eben, nie zu weiblich oder zu kumpelhaft oder zu was weiß ich....

Ich habe zumindest eine gute Beziehung zu mir und das ist sicher die beste Vorraussetzung.
Ok trocken üben kann man ggf nicht und ich hoffe hier nie einen traurigen Thread mehr einstellen zu müssen, weil mein Herz an einem Unpassenden hängt.
Aber ich bin mit mir ins Gericht gegangen, ähnlich wie @QFrederik.
Und jetzt....Ist es auch schön ohne und wenn es dann passiert, wird es noch schöner.
Meine Eltern sind das beste Beispiel dass es klappen kann.
 
  • #20
Ich kann dir nur raten, einfach Männer unvoreingenommen und ohne den Background der Partnersuche kennenzulernen und Spaß zu haben. Festzustellen, was sie so zu bieten haben.
Da kann ich Jana nur voll zustimmen.
Eigentlich ist eine Zeit der Trennung auch immer eine sehr intensive und wertvolle Zeit, die einen selber reifen lässt. Es ist die Zeit, in der man wieder mehr zu sich selbst findet und sich fragen kann:"Was will ich vom Leben?" "Wer bin ich überhaupt oder wer will ich sein?" Plötzlich hat man wieder alle Möglichkeiten im Leben - zurück auf Los sozusagen.
Mir ist z.B. nach meiner Trennung von meinem Mann aufgefallen, dass ich jahrelang nicht mehr laut Musik gehört und getanzt habe - das hatte ich ganz vergessen, dabei habe ich das früher ständig gemacht und gebraucht wie die Luft zum Atmen. Ich hatte Freunde vernachlässigt und ich merkte, dass ich ganz vergessen habe, was ICH eigentlich will, weil ich Jahre nur beschäftigt war, zu planen, was mein Mann will. Das fing schon mit der Wochenendplanung an. Meine Freunde wollte er nie treffen, Unternehmungen mit den Kindern nur, wenn er dabei segeln konnte.
Auch fand ich es wahnsinnig befreiend, nach meiner Ehe mal wieder Frau sein zu dürfen und dass es Männer gab, die FÜR MICH etwas taten, während ich nicht mehr als unterhaltsam und dekorativ sein musste.
Für meinen Exmann war ich immer zu dumm, zu unfähig, habe zu wenig verdient, war zu unorganisiert während ich mich dauernd abstrampelte, perfekt zu sein und noch besser zu werden. Mir ist gar nicht aufgefallen, dass ich eigentlich in allem besser war als mein Mann, weil er mir ständig sagen musste, wie "falsch" ich doch bin.
@Rosendame: Stell Dir mal das Familienidyll deines Exfreundes nur halb so toll vor. Babies sind absolute Lustkiller und Beziehungskiller, die Nächte sind kurz und junge Mütter mutieren in der Regel zur Helicopter-Mum. Gespräche kreisen um Tragetücher, PEKIP-Kurse, Brei und Stillen und das Baby liegt meistens mit im Bett. Viele Männer fühlen sich in dieser Zeit absolut überflüssig und machen angeblich sowieso alles falsch, nur die ganz geerdeten Männer, die in sich ruhen und keine Bewunderung brauchen, die ihre Frau unterstützen und absolute Familienmenschen sind, sind dann glücklich.
Dass dein Ex sogar mit Kinderwagen an deinem Haus vorbeiziehen muss, zeigt doch, dass er mit Dir nicht abgeschlossen hat - sonst hätte er solche Kindereien nicht nötig. Vielleicht beneidet er Dich sogar um deine Freiheit!?
 
  • #21
Dass dein Ex sogar mit Kinderwagen an deinem Haus vorbeiziehen muss, zeigt doch, dass er mit Dir nicht abgeschlossen hat - sonst hätte er solche Kindereien nicht nötig.
Wer sagt denn, dass er das muss oder irgendwas nötig hat. Ist doch reine Spekulation im Sinne der kognitiven Dissonanz Reduktion. Vielleicht ist ihm das ganze gar nicht bewusst, weil ihm seine Ex egal ist und gar nicht mehr in seinen Gedanken vorkommt.

Ich finde, dass man echte Freiheit gewinnt, wenn man sich auf sich selbst besinnt, nicht nach Motiven anderer Leute fahndet, denn die wird man bestenfalls nur vermuten können. Auch Vergleiche helfen nicht weiter, siehe Betrag von @Rosendame, denn das macht, je nach Ergebnis des Vergleichs, entweder neidisch oder überheblich, ohne irgendwelchen tatsächlichen Nutzwert für einen selbst zu haben.

Die längste gescheitere Beziehung in meinem Leben dauerte drei Jahre. Mit diesem Mann hab ich einen, inzwischen erwachsenen Sohn. Kontakt gab es nach der Trennung nicht mehr, hat sich einfach so ergeben - aber ich hab ihm immer zu allen Zeiten nur das Beste gewünscht.
Nur weil es zwischen uns nicht gepasst hat, ist er noch kein schlechter Mensch. Ich habe ihn mal geliebt, also war er für mich zumindest eine zeitlang der beste Mann auf der Welt.

Ich finde es wichtig, eine Trennung nicht als persönliches Scheitern zu sehen, sondern einfach zu akzeptieren, dass sich Menschen/Gefühle/Lebensumstände/Bedürfnisse usw. ändern können. Dann macht auch das Loslassen keine Probleme.
 
  • #22
Die bösen Männer. Ich vermisse wie so oft die Sicht, dass diese nur die eine Seite ein und der selben Medaille sind.
Das ist hier doch garnicht das Thema, es geht darum, ob man sich nach einer langen Ehe wirklich innerlich trennen kann.
Anlass, meinen Exmann zu verlassen, waren seine Affären und sein respektloses Verhalten mir gegenüber. Das hat direkt zu der erforderlichen inneren Trennung geführt. Es gab keinen Ansatz, die Vergangenheit zu idealisieren, sondern sie mal genau unter die Lupe zu nehmen.
Ich weiß sehr wohl, welche Fehler ich gemacht habe, nämlich mir zuviel gefallen zu lassen, ihm keine Grenzen zu setzen, Streitigkeiten auszuweichen, mich nicht mitzuteilen. Hätte ich mich anders verhalten und ihm richtig Kontra gegeben, hätte die Ehe keine 22 Jahre sondern nur 5 Jahre gedauert - das wäre sehr gut für mich gewesen.
Ich habe mich nach der Trennung nicht in Affären gestürzt, sondern mich mit mir befasst, warum ich so verschlossen bin, was ich an mir ändern muss, damit mir sowas in einer Beziehung nie wieder passiert.
Das hat einige Zeit gedauert, weil bestimmte Verhaltensweisen ja auch eingeübt werden müssen. Darüber hinuas ist mir in diesem Klärungsprozess auch klar geworden, dass ich meine Persönlichkeit weder komplett umkrempeln kann noch will, denn so schlecht finde ich mich garnicht. Daraus resultiert, dass nur ein ganz bestimmter, leider rar gesäter Männertyp für mich als Partner infrage kommt, umn eine glückliche Beziehung führen zu können. Dieser ist obendrein hochbegehrt. Mit dieser Erkenntnis konnte ich die Partnersuche einstellen und es dem Zufall überlassen - das hat ja auch geklappt.
Diese Klärung und auch die Selbstakzeptanz waren unglaublich wichtig, um nicht unglücklich zu sein.

Es geht nicht darum, den anderen schlechtzureden, sondern die Wirklichkeit zu erkennen/nicht zu idealisieren, sehen warum es zusammen nicht geklappt hat. Dazu gehört immer auch der Eigenanteil. Selbstverständlich ist es einfacher, wenn der andere Dreck am Stecken hat.
Wenn man seinen Eigenanteil sieht, ist man auch frei von Neid. Egal, wieviele Beziehungsversuche mein Ex nach mir hatte - wir wären zusammen nicht glücklich geworden. Das ist die Erkenntnis, die die innere Trennung ermöglicht. Ich habe ihm seine neuen Beziehungen nie geneidet, sondern mich lieber mit meinen beziehungsver-/behindernden Eigenschaften und deren Änderungspotenzial befasst, ansonsten mein Singleleben genossen.
 
  • #23
Ich habe den "Sprung" nicht geschafft, nach meiner langjährigen Ehe hatte ich keine lange andauernde Beziehung mehr. Das empfinde ich nicht als Makel oder Mangel.

Obwohl ich keine Kinder habe, scheint es mir, dass eine lange gemeinsame Zeit, die man mit einem Menschen verbracht hat, nicht einfach ausgeblendet werden kann. Eine "Beendigung" der Beziehung geht doch gar nicht, wenn man sehr viel miteinander erlebt hat. Ich kann und will nicht einfach 15 Jahre meines Lebens streichen. Emotional bleibe ich mit meinem Ex-Mann verbunden, er ist nach wie vor der Mensch, dem ich am meisten vertraue, und auch der Mensch, der mich am besten kennt. Dass wir als Paar nie und nimmer mehr funktionieren würden, ist uns beiden sonnenklar.

Ich glaube, dass man sich vom Gedanken verabschieden muss, etwas, was im Grossen und Ganzen gut war, einfach wiederholen zu können. Die Lebensumstände und auch ich selber haben sich gegenüber damals völlig verändert. Als ich ihn kennenlernte, war ich 25, wir schlossen dann beide das Studium ab, stiegen gleichzeitig ins Berufsleben ein, bastelten an unserer beruflichen Positionierung herum, bei mir kam der Entscheid für die berufliche Selbständigkeit, bei der er mich sehr unterstützte. Heute bin ich an einem völlig anderen Punkt in meinem Leben: Mein Leben ist schön, beruflich bin ich etabliert, seelisch bin ich reifer, erwachsener, viel ausgeglichener als früher. Ich "brauche" keinen Mann mehr. Ich habe kaum noch Erwartungen an die äusseren Bedingungen einer Beziehung. Wenn es gut ist mit einem Partner, ist es schön, wenn ich nicht glücklich bin und ich merke, ich kann nichts verändern an der Situation, verabschiede ich mich. Wenn ich irgendwann bei jemandem hängenbleibe und lange mit ihm zusammen sein mag, wäre das schon schön. Wenn nicht, dann eben nicht.

Frau 50
 
  • #24
Emotional bleibe ich mit meinem Ex-Mann verbunden, er ist nach wie vor der Mensch, dem ich am meisten vertraue, und auch der Mensch, der mich am besten kennt. Dass wir als Paar nie und nimmer mehr funktionieren würden, ist uns beiden sonnenklar.
Frau 50
Mir geht es ähnlich, auch wenn ich meinem Mann nicht vertraue. ich empfinde es ebenfalls nicht als Makel, keine langdauernde feste Beziehung zu haben und für mich ist es auch kein "Ziel" einen Mann an mich zu binden. Im Gegenteil. Wenn es anstrengend wird, will ich es nicht mehr.
Das was @Babar hier oben schreibt, ist aber auch ein Grund, wieso Getrennte nicht so einfach vermittelbar sind:
ich selber möchte keinen Partner, der noch mit seiner Exfrau eng verbunden ist.
So einen hatte ich erst und mich hat das einfach nur genervt, dass seine Ex dauernd irgendwie Thema war. Er hat sie immer wieder zitiert und wenn er sich unsicher war, sie konsultiert. Was sie sagte, war irgendwie Gesetz und sie schrieben sich täglich Nachrichten und waren immer noch verbunden. Ich kam mir vor, als wäre ich eben für den Spaß - und Sexfaktor zuständig und sie für die emotionale Verbundenheit. Ich bin nicht eifersüchtig, aber ihre Omnipräsenz nervte mich, zumal ich sie total unattraktiv und uncool bis spießig fand. Dazu overprotective mit ihrem Kind.
Wahrscheinlich geht es Männern mit mir ähnlich, auch wenn ich nicht gut auf meinen Ex zu sprechen bin. Er ist trotzdem öfter Thema. Zwar nicht so wohlwollend, aber ich könnte mir vorstellen, dass das auch den einen oder anderen Mann stören könnte.
Aber ich bin ganz zufrieden so wie es ist. Vielleicht suche ich mir wieder einen Partner im Frühjahr, mal sehen. Aber ich bin grundsätzlich nicht traurig, wenn sich nichts Langfristiges ergibt. Ich hab ja meine Kinder und Freunde und bin sehr froh, dass ich keinen Stress mehr habe.
Wenn ich mich doch noch einmal so verlieben sollte, dass ich für immer mit diesem Mann zusammenbleiben will, wäre das schön, aber ich hatte eigentlich schon einige sehr fähige Männer, da haben es andere im Vergleich auch nicht so einfach. Meistens bin ich nach 2-3 Monaten schon gelangweilt. Hört sich arrogant an, aber zwingen kann man sich ja nicht und ich habe eben einen gewissen Anspruch. das was ich kann, sollte er mindestens drauf haben.
Ich bin auch viel ausgeglichener als früher und habe ja auf meiner To-Do-Liste HEIRAT und KINDER abgehakt, Beruf ist auch gut - jetzt käme ja nur noch die Kür. Aber nicht mit einem Mann, der jeden Tag seine Ex erwähnt oder wohlmöglich auch noch unsere Beziehung mit ihr bespricht.
 
  • #25
Dann hattet Ihr alle mehr Glück als ich denn bei mir gab ein keine lange Zweisamkeiten oder Kinder als Erinnerung. Besser oder schlechter für was Neues?

Ich habe ihn zu schnell "entsorgt" obwohl er Feuer und Flamme für mich war.

Allerdings fehlte es damals bei ihm an Vernunft. Heute wäre er passender für mich mit seinem Unijob und seinem neu entfachten Familiensinn.

Es geht in meinem Fall eher um den Klassiker "was wäre wenn......."?

Und nun bleibe ich mit meiner Frage alleine, denn er hat sich neu orientiert.

Ich stimme @Tini_HH zu, daß es kritisch ist, wenn jemand zu sehr am Ex hängt. Das spürt der Neue nämlich sofort und distanziert sind und das ist dann Sabotage für die neue Partnerschaft.
 
  • #26
Ich stimme @Tini_HH zu, daß es kritisch ist, wenn jemand zu sehr am Ex hängt. Das spürt der Neue nämlich sofort und distanziert sind und das ist dann Sabotage für die neue Partnerschaft.
Mein Exfreund war schon verliebt in mich, aber verstand nicht, wieso es meiner Meinung nach nicht geht, dass er fast jeden Tag mit seiner Ex SMSen und whatsapp-Nachrichten austauscht. Selbst wenn wir zu zweit im Restaurant saßen, musste er ihr ein Photo schicken. Er kam dann immer damit, dass sie sich eben besser verstehen als ich mich mit meinem Exmann. Ich war nicht eifersüchtig, aber ich verlor den Respekt vor ihm, weil ich erkannte, dass er seine alte Beziehung nicht loslassen konnte und es auch nicht wollte. Er wollte sie nicht zurück, hatte aber Angst vor dem endgültigen Schritt und dem Alleinsein. Letztendlich wollte er sogar ein Kind mit mir, damit er nicht alleine ist!? Tolle Begründung.
Seine vorherige Beziehung ging daran kaputt, dass die Ex dauernd eine Rolle spielte. Anfangs dachte ich, die Ex sei grundlos eifersüchtig gewesen, aber mit der Zeit verstand ich, was sie nervte. Also bitte keine zu freundschaftlichen Beziehungen zum Exmann! Schön, wenn sich alle nach der Trennung noch verstehen, deswegen muss man aber nicht alle 1-2 Tage Kontakt haben. Das ist lächerlich und irgendwie bedürftig.
 
  • #27
Wow @Tini_HH , das mit dem Kind von mir wollen, damit der Mann nicht alleine ist, war bei uns auch so!

Übrigens vermute ich sein "ungeplantes" Baby auch so entstanden ist. Er kannte ja die Mutter erst 2 Wochen als es passierte.

Wie dem auch sei, unsere beiden Beispiele können vielleicht sogar den Anderen verdeutlichen, daß bei genauer Betrachtung die "tollen" Expartner wirklich Illusionen waren.

Mir hilft es, den Ex zu analysieren, weil ich merke, daß sein Verhalten komplett konträr war zu meinem und ich unglücklich wäre mit ihm.

Leider ist keiner von den Männern so ehrlich ihre wahren Motive für eine neue Beziehungsanbannung zu erzählen - das fände ich spannend.