• #31
Wenn Du also etwas daraus entnehmen kannst ist dass Gott damit die Samenspende gutheissen würde....
naheliegender ist jedoch dass Gott sich über die Weigerung von Onan seinen Samen seinem Bruder zu geben...
Naja der Auftrag ist ja ziemlich eindeutig und Verhütung eine Weigerung:

Gen.1:28
Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde
 
G

Gast

  • #32
Für mich: Keine. Ich bin aber auch überzeugter Atheist. Zum Glück schwindet der Einfluss der Kirche auf die Gesellschaft weil Aufklährung und Wissenschaft die sinnvolleren Erkenntnissmodelle sind. Sonst würden wir heute noch Kutsche fahren und Hexen verbrennen.

Mein bester Freund wurde leider indoktriniert, was ihm lange den Spass an der schönen Sache Sex verdorben hat. Aber er ist recht intelligent und hat die Logikfehler in der Matrix erkannt. Heute hat er guten Sex und ist mir dankbar :)
 
M

Mooseba

  • #33
Für mich: Keine. Ich bin aber auch überzeugter Atheist. Zum Glück schwindet der Einfluss der Kirche auf die Gesellschaft weil Aufklährung und Wissenschaft die sinnvolleren Erkenntnissmodelle sind. Sonst würden wir heute noch Kutsche fahren und Hexen verbrennen.
Naja, das mag vielleicht auf die katholische Kirche zutreffen. Aber für den Aufstieg der westlichen Welt inkl. der USA spielte die protestantische Arbeitsethik, vor allem mit puritanischen bzw. calvinistischen Elementen eine entscheidende Rolle.
Auch ich wurde "klassisch" protestantisch erzogen: Arbeit, sowohl beruflich als auch privat, galt quasi als Selbstzweck, Leben sei vor allem Pflichterfüllung, Spaß spiele im Leben keine wichtige Rolle bzw. man müsse ihn sich erst verdienen, mit Gefühlen solle vor allem maßgehalten werden und Kinder könne man schon mal schlagen. Das hat natürlich auch indirekt Auswirkungen auf die Sexualität, denn ein sonderlich entspannter Mensch bin ich nicht geworden.

(m,30)
 
G

Gast

  • #34
In meinem Umkreis hält niemand was von der Kirche. Hätte mit solchen Menschen auch nichts zu tun. Ein aufgeklärter, erfolgreicher, intelligenter moderner Mensch ist heutzutage fast so gut wie immer glaubensfrei.
 
G

Gast

  • #35
Die Kirche hat generell viel zu viel Einfluss. Ich finde es unmöglich, dass Staatsoberhäupter zB zur Papstwahl anreisen. Oder dass der Eid vor Gericht mit Gottesbezug möglich ist. Die Diskussionen um den Gottesbezug in Verfassungen. Und natürlich die Haltung der katholischen Kirche in Frauenfragen, was die Haltung zur Sexualität einschließt. Trotzdem ein Berg von nicht aufgearbeiteten Missbrauchsvorwürfen an kleinen Kindern. Ich kann nicht verstehen, wie jemand einer solchen rückständigen Religion anhängen kann. Ich kenne sogar Wissenschaftler, die zutiefst gläubig sind. Warum gibt es da kein kritisches Denken, was sie doch sonst so gut beherrschen? Wie tief muss diese Prägung sitzen? Ich finde das dramatisch und schlimm!

w
 
  • #36
Ein aufgeklärter, erfolgreicher, intelligenter moderner Mensch ist heutzutage fast so gut wie immer glaubensfrei.
Das ist Physikalisch unmöglich. Das Gehirn hat nicht die Möglichkeit, an nichts zu glauben. Die einen glauben an eine höhere Macht, die anderen an die Wissenschaft beides ist glauben da weder Wissenschaft alles beweisen können. Wieder andere glauben sie selbst hätten übernatürliche Kräfte, Fähigkeiten oder Inteligenz.
Auch der eingebildete Verfolger auf der Straße, vor dem sich so viele Frauen fürchten, ist glauben, es gibt ihn nämlich zu 99,999'% nicht. Glauben ist der Preis, den man für die Fähigkeit zu denken zahlt. Man hat jedoch ein gewisses Maß an Freiheit, bei der Wahl an was man glauben will und da sollte man als soziales Wesen etwas wählen, das der Gesellschaft zuträglich ist.

Der glaube an Gott hat übrigens nichts mit der Kirche zu tun, Jesus wenn er heute zur Welt käme, würde wahrscheinlich als erstes, aus der Kirche austreten.
 
G

Gast

  • #37
Mit Kirchen, egal welcher Couleur kann ich nicht viel anfangen..., mit Glauben schon... für mich sind Religionen und Weltanschauungen ein wesentlicher Teil der Fundamente von Gesellschaften..., sie enthalten bedeutende Aussagen zu dem was für´s Zusammenleben sinnvoll sein kann, sie bieten "Werte"... Insofern interessiert mich, nachdem ich in einer christlichen Tradition aufgewachsen bin, schon die Meinung, die von der Bibel vertreten wird, nicht aber was die Kirchenangestellten daraus machen... Allerdings ist mir bewußt, dass zB die Bibel, der Koran... auch von Menschen aufgeschrieben wurde und außerdem schon ziemlich alt sind...
Dh ich erspare mir das denken nicht, sondern versuche zu anstehenden Themen eine gesellschaftsverträgliche "lebensachtende", eigene Sichtweise zu finden..., auch bezüglich Sexualität...
 
G

Gast

  • #38
Dh ich erspare mir das denken nicht, sondern versuche zu anstehenden Themen eine gesellschaftsverträgliche "lebensachtende", eigene Sichtweise zu finden..., auch bezüglich Sexualität...
Das würde ich aber keineswegs gläubig nennen, sondern entspricht eher einer aufgeklärten Sichtweise, bei der man keine Doktrin übernimmt, sondern selber nach moralischen Gesichtspunkten entscheidet.
Du übernimmst von Religionen genau das, was Dir sinnvoll erscheint. Es behauptet ja auch niemand, dass der gesamte Wertekodex des Christentums schlecht ist. Die Bibel ist ja auch genau aus diesem Grunde damals geschrieben worden. Als moralisches Gesetzbuch.
 
  • #39
Die Bibel ist ja auch genau aus diesem Grunde damals geschrieben worden. Als moralisches Gesetzbuch.
Genau das ist es. Religionen haben den Menschen Richtlinien fürs miteinander gegeben als es noch keine richtigen Staatsgebilde gab. Jede Religion muss man daher auch im Kontext sehen. Im arabischen Raum war das Verbot Schweinefleich zu Essen in Zeiten ohne Kühlschränke äusserst sinnvoll, also durchaus "Gottes Wort" das bei zuwiderhandlung mit einer Lebensmittelvergiftung bestraft wurde...

Deshalb ist es eben Heute nicht mehr sinnvoll solche Verhaltensweisen 1:1 zu übernehmen. Und das machen auch die wenigsten Hierzulande- auch nicht die Gläubigen.
 
  • #40
Ich lasse mir von der Kirche nicht dreinreden, ob ich Sex haben darf oder nicht. Ich muss mit mir selbst darüber klar kommen.
Die evanglische (und auch die katolische) Kirche in Deutschland will Dir überhaupt keine Vorschriften dazu machen !
Wer etwas anderes behauptet, war in den letzten zehn Jahren in keinem Gottedienst (Vor der den Inhalten der "Medien" will ich hier gar nicht erst schreiben)

Du hast selbst damit klarzukommen; das ist Deine Verantwortung als Christ.
Dies war eigentlich immer so (im Grunde sagt die Bibel überhaupt gar nichts Konkretes dazu und wenn doch, dann immer nur im Kontext der jeweiligen Zeit),

Das haben die meisten Christen aber am liebsten verdrängt und sich stattdessen (manchmal als Kirchen oder auch nur als Glaubensgemeinschaften) lieber selbst Regeln gegeben, welche bei näherem Hinsehen mit dem Glauben selbst gar nichts zu tun haben.

Doch darin sind die Christen auch nicht besser als andere Menschen z.B. Moslems .....Wir alle sind gut darin.
 
  • #41
Wer Regeln braucht, wird Regeln finden.
Wer Verbote braucht, wird Verbote finden.

Mit dem "gesunden Menschenverstand" ist es leider anders. Den muss man suchen.

Für mich persönlich gilt - Keine Toleranz gegenüber Kirchen, Religionen und Ideologien. Ein streng religiöser Mensch wäre keiner, den ich in meinem Umfeld haben möchte.
 
  • #42
Sie spielt so gut wie keine Rolle. Wenn nicht jemand heutzutage aktiv den Kontakt zu Kirche oder einer Religionsgemeinschaft sucht, bleibt er von diesen ja völlig unbehelligt.

Auf uns prasseln so viele Meinungen ein - aus verschiedensten Richtungen, mit den verschiedensten Beweggründen - da hält man in diesem Stimmengewirr die Meinung von Kirchen auch aus.

Für mich persönlich gilt - Keine Toleranz gegenüber Kirchen, Religionen und Ideologien. Ein streng religiöser Mensch wäre keiner, den ich in meinem Umfeld haben möchte.
Du kommst in deiner Intoleranz auch schon ziemlich fanatisch rüber.
 
  • #43
Wie kommt es, dass Geistliche, wie Bischöfe oder Kardinäle, so häufig Worte über Sexualität, Homosexualität, den Konsum der Verhütungspille oder das Recht für eine Abtreibung verlieren, obwohl sie aufgrund des Zölibates wenig Ahnung davon haben dürften?
Eine erst einmal sachliche Antwort auf diese Frage von vor einiger Zeit: Diese Frage ist natürlich sehr ungenau. Sie kommt aus einem Verständnis heraus, mit dem mindestens mehr als zwei Drittel der Menschen in Deutschland gar nichts anfangen können, weil sie entweder überhaupt nicht mehr kirchlich gebunden sind oder nicht katholisch. "Geistliche wie Bischöfe oder Kardinäle"...so kann nur jemand schreiben, der in Köln oder so aufgewachsen ist und für den die Welt irgendwie katholisch funktioniert.

Die Herren katholische Geistliche tun das hier Erfragte, weil sie der Überzeugung sind, dass sie als Kirchenoberhäupter etwas zu solchen Lebensfragen sagen sollen - und zwar durchaus und bewusst aus ihrer Rolle als Kirchenleitende, Theologen und Seelsorger heraus und nicht als menschliche Ratgeber. Und genau so reagieren die Menschen, die sich der katholischen Kirche verbunden sehen, ja auch darauf. Entweder nämlich überhaupt nicht oder mit mildem Lächeln und entschuldigendem Achselzucken und ich denke, ein verschwindend geringer Teil von Katholiken nimmt sich diese Worte wirklich im persönlichen Leben zu Herzen.

"Die Kirche" ist für den nicht-katholischen Teil christlicher Menschen in Deutschland übrigens so gar keine Größe, der man "Glauben" schenken muss, sondern eher ein organisatorischer Überbau oder ein Gebäude.

Nein - und natürlich könnnen alle Enzyklika und Synodalen Schreiben - selbst von einem sich offen gebenden Papst wie dem jetzigen - nicht verhehlen, dass die älteren Herren in Sachen Lebenswirklichkeit schlicht daneben greifen. Wahrscheinlich wissen sie das auch - denn auch sie waren mal ganz normale Gemeindepfarrer, die im täglichen Leben genauestens erfahren, wie es den Leuten geht. Ich selbst habe unter einigen wenigen katholischen Pfarrern, die ich kenne, ganz andere Einstellungen erlebt, nämlich wesentlich differenziertere und viel offenere und am Leben dran. Also - das ist die Wirklichkeit - und nicht
die (vielleicht bewusst?) provozierenden und lebensfernen, (kirchen-)politisch voll kalkulierten Schreiben, die die Öffentlichkeit mehr oder weniger mit einem Achselzucken bedenkt und die mit dem normalen Leben nicht so viel zu tun haben.
 
  • #44
Die meisten Menschen haben sich nicht tiefer mit dem Thema beschäftigt und glauben irgendwas, was als Kirchensichtweise dargestellt wird oder was sie dafür halten. Besonders in Moralfragen liegen sie oft völlig daneben. Oder es ist ihnen schlicht egal, was die Kirche sagt.

Mindestens die katholische Kirche bietet einen schlüssigen Leitfaden, wie Beziehungen gelingen können. Leider auf theoretischer „Heilewelt“-Basis und daher scheitert das dann oft in der Praxis. Das ist so, als wenn ein Eskimo beschreibt, wie er sich das Überleben in der Sahara vorstellt. Oder ein gläubiger Katholik, wie er sich den Umgang von Priestern mit Kindern in Jugendgruppen vorstellt. Alles theoretische Konstrukte, die in der Praxis scheitern.
Zu Homosexualität gibt es mindestens innerhalb der katholischen Priesterschaft noch genügend praktische Erfahrungswerte...

Religionen möchten Macht ausüben. Macht basiert auf Einschränkung von Freiheit oder Selbstbestimmtheit. Gott hat hoffentlich eher ein Problem mit Missbrauch als mit gescheiterten Beziehungen. Die Kirche ist doch moralisch nur laut, wenn sich der Zeigefinger auf andere richtet.

Ich halte Religionen mittlerweile generell eher für schädlich als für nützlich, aber das soll jeder für sich entscheiden. Eine strenge Trennung von Kirche und Politik ist allerdings dringend notwendig.
 
  • #45
Das ist weit weg von Kirche eine ganz andere Grundsatzfrage.

Bilde ich mir meine eigene Meinung, meine Haltungen, Moralvorstellungen?

Geprägt sind wir alle von den Soziotopen, in denen wir aufwachsen, Elternhaus, Familie, soziales Milieu, Gesellschaft.
Aber wieviel Raum gebe ich diesen Prägungen?
Wieviel Raum gerne ich meiner eigenen Individualität, wieviel Mut habe ich, wieviel Offenheit, Neugierde?

Wie oft gilt der Satz
Die Gesellschaft will...
Man macht dies, macht jenes nicht...
Das hat man schon immer so gemacht...
Das gehört sich so...
Das schöne neudeutsche Wort Mainstream.

Wie oft steht in Threads das Wort Erwartungen - die, die man vermeintlich von außen empfindet und möglichst allen gerecht werden möchte (und scheitert). Und die, die man selbst an andere stellt.

Sagt man Nein, zieht Grenzen, wie oft fällt dann das Wort Egoismus, abwertend belegt? Statt dass anerkannt wird, dass es bei der Selbstliebe, Selbstfürsorge anfängt?
Akzeptiert man umgekehrt die Grenzen des anderen, das Nein?
Wie oft wird in der letzten Zeit zunehmend hier im Forum persönlich beleidigt?

Eigene Wege sind immer unbequemer, man kann auch dabei auch mal irren, erhält Gegenwind, bis zu Beleidigungen, Ausgrenzungen.

In der Herde bewegt es sich leichter.
Und früher war die Institution Kirche eben ein gut reglementierter, nicht nur bzgl Sexualität, und damit berechenbarer Platz für die (Schaf)Herde.
Heute hat sie sich glücklicherweise auch weiter entwickelt, unterschiedlich nach Konfession.

Am Rand, mir ist mein Glauben wichtig, mit der Kirchenreligiosität kann ich aber gar nichts anfangen.
Generell nicht mit Dogmatismen.

Aber - es geht eben bei dieser Frage, die ja schon etwas älter ist, nicht nur um Kirche, oder nur um Sexualität, mir ist das zu kurz gedacht.
 
  • #46
...der vielleicht für die Gesellschaft wenig Relevanz hat, ...
Ich finde schon, dass es auch eine gesellschaftliche Relevanz hat, wenn eine Institution, die für sich den Anspruch erhebt, gerade in moralischen Fragen die gesellschaftliche erheblich mit zu bestimmen, selbst moralisch so offensichtlich versagt.
Die Konsequenz kann in meinen Augen nur sein, die Trennung zwischen Kirche und Staat weiter voranzutreiben, gerade auch vor dem Hintergrund zunehmender Zahlen an Einwohnern, die noch stärker Einfluss nehmenden Religionen angehören.