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  • #31
@26: Genau. Es könnte zum Beispiel sein, dass hinter den Regelungen zu Hausarbeit und Erwerbsarbeit damals der Gedanke stand, dass Erwerbsarbeit nicht eine Rolle einnehmen dürfe, in der ein als erforderlich gesehenes Maß an Hausarbeit und Familie verlustig gehen. Das ist natürlich Spekulation - man muss die Kommentare lesen. [Diese Interpretation von mir (die Spekulation ist) habe ich bewußt analog heutigem Gedankengut formuliert.]

Wenn z. B. dies, wie von mir beschrieben, die leitenden Gedanken waren, sieht die die Welt schon ganz anders aus.
 
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  • #32
Thomas, Deine Formulierung ist klasse. Sie stimmt. Das Problem läßt sich nur lösen, wenn beiden die Problemstellung bewußt ist, sie aufmerksam gegeneinander sind und sich zuhören und ggf. nachfragen. Reflexfrei.

Ich hatte vor ein paar Jahren auch eine lustige Begebenheit. Ich kam frisch diplomiert von einer Kunsthochschule mit ihren ganz eigenen Themen, ihrer Sprache und eigenen Wertigkeiten. Aufgrund der Zufälle, mit denen das Leben so spielt, landete ich auf dem Bau. Dort hatte ich meine ersten Aufträge. Die Gesprächskultur dort war eine völlig andere, wie bei einem anderen Volksstamm. Nichts verklausuliertes, keine Befindlichkeiten:

Beim Reden höchstens drei Sätze und diese jeweils höchstens drei Worte. Klare, einfache Subjekt-Objekt-Gliederung. Keine Kommata. Ein Ausrufezeichen am Satzende. Bei Unstimmigkeiten Wutschnauben oder hörbares Grummeln. :eek:)

Ich habe ein halbes Jahr gebraucht, bis ich meinen Kommunikationsstil so abgeändert hatte, daß die Kollegen, Auftraggeber und Ausführenden bis hin zum letzten Maurer mich verstanden.
Vorher hörte mir einfach keiner zu. Oder seine Aufmerksamkeit driftete nach dem dritten Satz ab.
Heute, nach 12 Jahren, kann ich prima mit Männern und habe Probleme mit frisch Diplomierten... :eek:)
 
  • #33
@#31: Als Frau mit Bauarbeitern kommunizieren zu müssen, ist natürlich richtig harter Tobak. Wie ich sehe, kennst du aber auch heute immer noch mehr als Elipsen. ;)

Du bringst hier noch eine andere Komponente ins Spiel: Kommunikation zwischen unterschiedlichen Gesellschaftsschichten. Zwischen Mann und Frau ist es ja schon schwierig, aber wenn dann auch noch schichtspezifische Diskrepanzen dazukommen - dann gute Nacht!
 
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