G

Gast

Gast
  • #1

Welche Art von Vorerkrankungen muss man beichten?

Der Nachbarthread mit dem Thema "trockener Alkoholiker" hat mich zu d Frage gebracht, welche "Voerkrankungen" man seinem Datepartner mitteilen muss. Beim Alkoholiker war man sich drüben einer Meinung, er muss es sagen. Wie ist es mit bei einer Depression, die einige Jahre zurückliegt? Sie ist zwar vorbei, jedoch ist die Rückfallquote höher als bei Normalgesunden. Ähnlich sieht es da sicherlich bei anderen psychischen Erkrangungen aus, die er/sie mal hatte. Muss er/sie das sagen? Auch körperliche Erkrankungen, die man erst einmal hinter sich gebracht hat, aber von denen man weiß, dass sie wieder auftreten können, und das "vor der Zeit", soll man die sagen?
Menschen neigen dazu, wenn sie ihr Haus verkaufen wollen, den Feuchtigkeitsschaden im Keller, der nicht mehr sichtbar ist, zu verschweigen. Wenn es später auffliegt, wertet man es als Betrug. Muss man also jede Vorerkrankung, die wieder auftreten kann, mitteilen?
Habe ich Anspruch auf einen Scheckheft geführten Partner, schließlich investiere ich ja auch in eine Beziehung? Man will ja keine Mogelpackung?
Ist es nicht ein Gebot der Fairness, seinem Datepartner zu sagen " Du, pass auf, ich war 2006 zweimal wegen Herzproblemen in der Klinik. Könnte sein, dass mein Herz etwas früher schlapp mache", meinen die Ärzte.
Oder sollte man einfach nichts sagen, weil man sich ja sonst gar nicht mehr auf den Partnermarkt zu begeben braucht?
Warum soll der trockene Alkoholiker beichten, der mit den Herzproblemen aber nicht?
 
  • #2
Im Laufe der Kennenlernphase sollte man natürlich alle relevanten Informationen geben. Dazu gehören auch medizinische Details, wenn sie die gemeinsame Lebensqualität oder Lebenserwartung beeinflussen und nicht zum normalen Allerweltslebensrisiko dazugehören.

Ausgeheilte Vorerkrankungen ohne Auswirkung auf das zukünftige Leben müssen nicht gebeichtet werden, können aber bei passender Gelegenheit dennoch erzählt werden.

Alkoholismus, der auch zukünftig Abstinenz erfordert, ist eben nicht ausgeheilt, sonst könnte man ja wieder normal Alkohol konsumieren. Das Beispiel erklärt sich von selbst, denn es beeinflusst ja ganz erheblich das zukünftige Leben. Hinzu kommt, dass die zugrundeliegende psychische Erkrankung und Charakterschwäche ja im allgemeinen fortdauert und nur irgendwie im Griff ist. Der fortgesetzte Alkoholverzicht ist ja quasi wie eine dauerhafte Therapie zu werten.

Auch chronische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Epilepsie oder Diabetes muss man offenbaren, denn sie wirken sich ja unmittelbar und dauerhaft auf die Beziehung und die Zukunft des Paares aus, d.h. die Lebensqualität wird dauerhaft leiden, der Partner muss dauerhaft Rücksicht nehmen, später ggf. gar mit Behinderungen und Einschränkungen leben.

Ich glaube, wer einfach mit Fairness und Anstand an die Sache herangeht, der spürt ganz genau, was er offenbaren muss und was nicht. Diese Werte sind für eine Partnerschaft ohnehin sehr wünschenswert!
 
G

Gast

Gast
  • #3
Gar nichts "muss" man beichten. Beim Kennenlernen zuerst einmal nur reden, ob es überhaupt passt. Dann, wenn man sich besser kennt und sich vertraut, erzählt man sich sowieso alles. Ich gehe davon aus, wenn jemand etwas thematisiert, ist es immer noch ein Thema für den Menschen. Eine Depression ist heilbar, wenn diese lange zurück liegt, interessiert es mich nicht. Diverse ansteckende Virus- und Erberkrankungen möchte ich vor dem ersten Sex wissen. Auf einen trockenen Alkoholiker kann ich Rücksicht nehmen, muss ich aber nicht. Ich habe Lebensmittelallergien, mit denen ich klar kommen muss und Bescheid weiß, damit falle ich niemanden anderen zur Last. Es gibt immer etwas, was ich mir herauspicken kann. Wenn man sich gut versteht und sich verliebt, dann kann man mit sehr viel leben, das habe ich selbst erfahren. w.32
 
G

Gast

Gast
  • #4
Im Laufe der Kennenlernphase sollte man natürlich alle relevanten Informationen geben. Dazu gehören auch medizinische Details, wenn sie die gemeinsame Lebensqualität oder Lebenserwartung beeinflussen und nicht zum normalen Allerweltslebensrisiko dazugehören.

Sehe ich auch so. Mir hat mal ein Mann beim 1. richtigen Date von seiner Herzerkrankung erzählt. Ich fand das viel zu früh und hatte mich schon gewundert, innerlich! Seine für mich zu frühe Information hat mich von ihm weg gerückt, weil zu dem Zeitpunkt noch gar nicht klar sein kann, ob aus dem Kennenlernen was ernstes wird.
 
  • #5
Die Beiträge #2 und #3 haben einen weiteren Aspekt angesprochen, nämlich wann man Vorerkrankungen erzählen sollte.

Beim ersten Date sollte man nur über jene Dinge sprechen, die offensichtlich sind. Wer also humpelt oder andere erkennbare Einschränkungen hat, der sollte sich erklären, schon um das aus Sicht des Datingpartners wirklich schwierige und peinliche Ansprechen dieser Dinge vermeiden zu helfen.

Ansonsten geht es beim ersten Date nur darum, ob es ein zweites geben wird. Intime Details sollte man da nicht mitteilen, denn in erster Linie geht es erst einmal um Wellenlänge, Chemie und Sympathie und erfahrungsgemäß mag man sich ohnehin nur mit einer geringen Wahrscheinlichkeit auf Gegenseitigkeit. Einem Fremden erzählt man keine intimen Details und ein nagelneuer, wildfremder Datingpartner ist in erster Linie eben ein Fremder.

Wenn dann aber gegenseitiges Interesse vorhanden ist und das zweite oder dritte Date von bloßem Kennenlernen zum Flirten übergeht, ist der Zeitpunkt gekommen, relevante Informationen auch preiszugeben, schließlich trifft man sich ja aus einem ganz klar definierten Grunde: Partnerschaftsanbahnung.

Passend sind solche Momente z.B. wenn man bei ganz bestimmten, gerade aktuelle angesprochenen Tätigkeiten / Veranstaltungen / Events die Gelegenheit nutzt und die Erkrankung zunächst nebenläufig erwähnt:

"Ach, in Discos kann ich nicht gehen, weil ich an Epilepsie leide und die Blitzlichter Anfälle auslösen können."

"Auf dem Jahrmarkt essen ich am liebsten ... , weil ich Süßigkeiten aufgrund meiner Diabetes ohnehin möglichst meide."

"Hochgebirgstouren im rauhen Gelände darf ich wohl nicht machen, weil ich aufgrund meiner Multiplen Sklerose immer mal einen Schritt verpassen und stoplern kann. Das wäre da ja bestimmt viel schlimmer als im Alltag."

So bringt man Krankheiten und Behinderungen situativ sinnvoll rüber und geht eben dabei auch auf die Interessen des Gegenübers ein. So kann sich der Betroffene dann eben entscheiden, ob ein Partner in Frage kommt, der niemals Bergsteigen und Klettern werden wird.
 
G

Gast

Gast
  • #6
Meiner Ansicht nach ist bei der Frage oft weniger das Ob relevant sondern mehr das Wann. Viele schwerweigende Sachen wie Epilepsie, MS oder Diabetes oder lassen sich in einer Partnerschaft ja eh nicht auf Dauer verheimlichen. Die Frage ist also, wann erzählt man es? Gleich am Anfang finde ich zu früh, das würde allein schon wegen dem Thema die ersten Treffen unnötig belasten, im Grund wohl zum Scheitern verurteilen. Also irgendwann nach dem ersten Kennenlernen aber bevor man sich fest als Paar zusammen findet. Das ist aber immer noch recht diffus. Sollte es z.B. vor oder nach dem ersten Sex sein?

(Bei anderen Sachen mag der Betroffene inständig hoffen, dass das Problem für immer vorbei ist und daher zum Verschweigen tendieren, vor allem wenn es sich zunächst mal gut verschweigen läßt, wie z.B. ein früherer Herzinfarkt oder Depressionen. Bei einer ernsthaften Beziehung fände ich das aber unanständig.)

m/41
 
  • #7
Ich glaube, wer einfach mit Fairness und Anstand an die Sache herangeht, der spürt ganz genau, was er offenbaren muss und was nicht.

Ich würde obiges unterstreichen und noch um den Aspekt des richtigen Zeitpunkts erweitern wollen.
Auch dieser ergibt sich, wenn man fair und anständig miteinander umgeht und ein Mindestmaß an Gespür für das Gegenüber hat, im Grunde von selbst.
 
  • #8
Also ich bin der Meinung man sollte nichts in die Richtung grobfahrlässig verschweigen. Ich persönlich habe es beobachtet oder festgestellt, es kommt drauf an, wie man selber mit seinen Krankheiten umgeht und wie man damit klar kommt.

Ich habe eine wirklich sehr abgedrehte und eigenwillige Vergangenheit auf diesem Gebiet. Ich finde es immer viel schlimmer sie einem neuem Arzt klar zumachen, als einem Mann der für mich als Partner infrage kommt.

Weil bei einem Mann sage ich nicht alles auf ein Mal, ich sage es dann, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt und wenn es gerade passt. Gut die eine Geschichte ist etwas sehr makaber und vor allem wie ich damit umgehe. Die ist dann aber schonwieder so skurril, dass es die Leute beeindruckt.

Die zweite Geschichte liefert zumteil den Grund warum ich mit der ersten so umgehe, wie ich umgehe. Ich habe mit meiner Ärztin zusammen über die Störung auch Vorträge gehalten und mein Gegenüber erlebt mich ja wie ich bin. Ich spiele in dem Moment ja nichts oder versuche es zu verbergen, darum wird es auch nicht als so schlimm wahr genommen.

Es kommt immer drauf an, wie man mit etwas umgeht, wenn man etwas hat.
 
G

Gast

Gast
  • #9
Man soll das Beichten was relevant ist. Ich litt zb in meiner Jugend unter Epilepsie, hâtte es wahrscheinlich auch gesagt, aber ich bekam es sowieso zum ersten Mal im Beisein meines zukünftigen Ehepartners.
Allerdings sollte sich der potentielle Partner auch objektiv erkundigen: bei Epilepsie ist es nicht unbedingt so, dass es unheilbar ist-also: Offenheit ja, aber bitte keine Vorverurteilung
Ich bin seit ca 10 Jahren geheilt, nehme keinerlei Medikamente...
 
G

Gast

Gast
  • #10
# 4

Wenn mir mein potentieller Partner seine Erkrankungen auf diese Weise sagen würde, würde ich eher an einen Joke denken.

Solche ernsthaften Erkrankungen wie MS oder Epilepsie erwähnt man nicht in einem Nebensatz, sondern in einem vertrauten Augenblick.

In die ersten dates gehören solche coming outs nun wirklich nicht hinein.
 
  • #11
Wenn mir mein potentieller Partner seine Erkrankungen auf diese Weise sagen würde, würde ich eher an einen Joke denken. Solche ernsthaften Erkrankungen wie MS oder Epilepsie erwähnt man nicht in einem Nebensatz, sondern in einem vertrauten Augenblick.
Interessante Meinung, aber für mich sehr unrealistisch. Wer mit seiner Krankheit gelernt hat umzugehen, der kann auch darüber frei sprechen.

Diabetes weiß ich von etlichen Kollegen, keiner braucht dafür "vertrauensvolle Momente".

Im letzten Urlaub habe ich mit einem Pärchen zu Abend gegessen, bei dem die Frau MS mit nur ganz leichter, für mich nicht merklichen Symptomen, hatte. Sie hat zum Beispiel genau das Beispiel gegeben, das ich oben gebracht habe. Und ich nur eine wildfremde Frau, die das dritte Mal mit ihnen zusammen aß und sich toll unterhielt. Es war weder zu intim noch ist dafür ein Vertrauensverhältnis ganz besonderer Art nötig. Ich wusste dann einfach, warum die beiden eher sanftere Touren machen.

Nein, ich glaube, Du siehst das ganze verkrampfter als die Betroffenen. Man muss damit locker, aber mit der gebotenen Ernsthaftigkeit umgehen und natürlich kann man Diabetes oder MS nebenbei erwähnen.
 
  • #12
Ich denke auch, dass man in der Kennenlernphase ja versucht alles über den zukünftigen Partner raus zu finden und selber auch viel über sich erzählt, daher gibt es da immer passenden Zeiten dies zu erzählen, wenn man die allerdings verpasst hat, dann kommt der passende Zeitpunkt oft nicht mehr, weil es nicht mehr erfragt wird und dann bekommt so was viel mehr Gewicht als nötig. Offenheit gehört für mich auf alle Fälle dazu
 
  • #13
wenn man die allerdings verpasst hat, dann kommt der passende Zeitpunkt oft nicht mehr, weil es nicht mehr erfragt wird und dann bekommt so was viel mehr Gewicht als nötig.
Sehr guter Punkt. Gerade die Problemgespräche im Vertrauen "Ich muss Dir noch was sagen" sind super schlecht. Viel besser ist es, in passender Situation einfach nebenbei die Wahrheit zu sagen.

Diese Offenheit gehört einfach dazu.

Wie gesagt, Anstand und Fairness sollten eigentlich genügen, um das zu schaffen.
 
G

Gast

Gast
  • #14
Wie blöd muss ich denn sein, wenn ich alles ausposaune, was ich mal hatte.
Von mir erfährt mein Gegenüber meinen Musikgeschmack, dass ich einen Hund habe, viel draussen bin, Menschenmassen und Enge hasse und ein Partymuffel bin....
Der Rest geht keinen was an, zumindest nicht am Anfang.
 
  • #15
Der Rest geht keinen was an, zumindest nicht am Anfang.
Richtig -- nur wann endet der Anfang und ab wann geht es ihn etwas an? Das ist das Thema dieses Threads, das Du leider vermieden hast.

Wenn der andere sich erst verliebt oder für Dich entschieden hat, dann ist es wohl zu spät, weil extrem unfair und unanständig. Man muss für Entscheidungen auch das Wissen haben, aufgrund deren man sie treffen würde. Genau das ist der springende Punkt.
 
  • #16
Wer mit seiner Krankheit gelernt hat umzugehen, der kann auch darüber frei sprechen.

Das ist wirklich so. Wer mit sich und seinem Schicksal im reinem ist, der macht um sowas keinen großes Drama. Ich z.B. gehe damit oft um oder sehe es nicht schlimmer an als eine Erkältung. Weil man das sonnst auf dauern nicht anders verkraften kann. Also so sehe ich das.

Klar kassiert man da leicht oder schnell einen schockierten Blick und der andere weiß nicht recht, was ihm da gesagt wurde. Aber dadurch das man selber mit der Situation oder der Tatsache so leicht umgeht und kein Staatsakt draus macht, ist es für die andere Seite auch normaler und nicht so befremdlich.

Also es reagiert keiner gut drauf, wenn man sagt; am ja ufff ich habe da noch was, ich glaube ich sollte dir das mal sagen aber keine Angst, es ist alles okay und es ist auch nicht so schlimm wie es sich anhört, also ich will damit sagen, ich komme damit klar u.s.w. bla bla bla und dann irgendwann die Krankheit sagen. Da hat man als Betroffener so viel Angst und Panik auf der anderen Seite aufgebaut, die nicht sein musste.

Ich sehe oder empfinde das auch nicht als beichte oder ich versuche auch keine Situation da krampfhaft hervorzurufen, damit ich es endlich loswerden kann. Es ergibt sich einfach.

Ich kann das nicht besser erklären. Es ist fast so, als ob man was von seinen Eltern oder Geschwistern erzählt oder was man gerne isst. Es gehört halt zum eigenem Leben und man steht dazu. Und wenn man diesen Eindruck der anderen Seite vermittelt, dann denkt sie darüber auch nicht weiter nach, dann nimmt sie sie so hin.
 
G

Gast

Gast
  • #17
Krankheiten, die in irgendeiner Form die Partnerschaft beeinträchtigen könnten, müssen offenbart werden, wenn man sich ein ZWEITES Mal trifft und die Möglichkeit besteht, dass man ein Paar wird. Alles andere ist eine Unverschämtheit dem Partner gegenüber.

Ich zähle dazu beispielsweise alle Erbkrankheiten, die ein gemeinsames Kind bekommen könnte, alle chronischen Krankheiten, die eventuell wieder ausbrechen könnten, alle bösartigen Erkrankungen, alle Krankheiten, die den Menschen in seiner normalen Lebensführung beeinträchtigen, wie zB ein anus praeter.

Krasses Beispiel: Bevor ich meinen Freund kennengelernt habe, hatte er Dates mit einer Frau, die ihm erst nach dem fünften Treffen gebeichtet hat, dass sie in der Vorgeschichte Brustkrebs hatte. Mein Freund ist Witwer, seine Frau ist nach langem Leiden an Krebs verstorben (was die Dame schon beim ersten Date erfahren hat), und es ist daher eine bodenlose Unverschämtheit, dass sie von ihrer Krankheit erst so spät erzählt hat.
 
G

Gast

Gast
  • #19
Ich bin ein offener Mensch geworden wieder, nach einer Krise dieses Jahr---Erschöpfungsdepression- Burn out-
Ich finde das zu verschweigen , brächte wenig.
AE, 14 Jahre altes Kind-immer voll gearbeitet-bis es nicht mehr ging.
Deswegen habe ich Zeit für solche Portale, und Freizeit , um Menschen kennen zu lernen.
Ich hatte sie früher nicht.
Andere können von dem, was ich mir erarbeitete profitieren.
Ich schäme mich nicht dafür---es gibt für mich keinen Grund es zu verschweigen.
Mein Leben ist derzeit im Umbruch-weniger arbeiten---mehr präsent sein für mein Kind, meine alten Eltern, einen möglichen Partner, die Freunde----
und vor allem für mich selbst!
w51
 
G

Gast

Gast
  • #20
In die ersten dates gehören solche coming outs nun wirklich nicht hinein.

Denke ich auch, aber warum macht man es dann? Um den Anderen auf Abstand zu halten, aus Dummheit, oder aus welchen Gründen?

Mir kam damals der Gedanke, dass er mich manipulieren wollte, fragt mich nicht woher das Gefühl kam, damit ich lieb zu ihm bin und mit ihm Sex habe. Den hatten wir natürlich nicht. Habe brav auf Frederika gehört :).
 
G

Gast

Gast
  • #22
Bravo!

Schön, dass meine Tipps auch in der Praxis so richtig helfen. Ich freue mich!

Ob mir dein Tipp geholfen hat? Weis ich nicht letztendlich nicht. Ich habe nur gedacht, dass ich mal ausprobiere, wie Mann reagiert, wenn er nicht das bekommt, was er will.

Mein Bauchgefühl wird schon recht gehabt haben, außerdem wollte der Mann vielleicht selber keinen Sex und hat daher seine Herzerkrankung mir gleich beim 1. Date erzählt? Kann ja auch sein, oder?

Interessant fände ich es, wenn ein Mann mir hier dazu anworten würde, warum ein Mann solche starken Probleme gleich beim ersten Date erzählt.
 
G

Gast

Gast
  • #23
Ich habe hier nicht alles gelesen.spontan kam mir in den Sinn, dass viele absolut beziehungsunfähige Menschen ihre "Behinderung" (teilweis bis Persönlichkeitsstörung) nicht offen legen obwohl sie darüber wissen. Eine solche Einschränkung ist letztlich für eine Beziehung viel hinderlicher als eine z.B. zurückliegende Depression.

Ich finde, dass man jede Einschränkung offen legen sollte, die den Partner massiv einschränken oder die Beziehung stark beeinflussen. Wenn das Gegenüber da nicht willig ist, etwas Rücksicht zu nehmen, führt es ohnhin zu nichts. Deshalb kann man es auch irgendwann thematisieren.

Aber eben - Bindungsunfähigkeit, Beziehungsunfähigkeit...die oft Hinweise auf eine psychische Störung sind, werden zumeist verschwiegen, was ich als sehr unfair empfinde.
 
G

Gast

Gast
  • #24
u.a. sollten Infektionserkrankungen nicht verschwiegen werden.
 
  • #26
Mir kam damals der Gedanke, dass er mich manipulieren wollte

Das verstehe ich nicht, warum will dich ein Mensch manipulieren, der dir sagt, ich habe das und das. Der hat doch zu dir nicht gesagt; ich habe Krebs und sterbe morgen, willst du mir noch ein nettes letztes Erlebens gönnen. Steig mit mir ins Bett und lass es mit uns treiben, bis zum geht nicht mehr.

Frederika sagt doch hier, man soll ehrlich sein und den möglichen Partner nicht anlügen, dein gegenüber hat das nicht gemacht und du drehst ihm ein Strick aus der Sache. Und stattdessen bedankst du dich, weil du auf jemanden gehört hast aber die Person vertritt eine andere Meinung.

Wäre nett wenn mich jemand aufklärt, wo ich den Faden bei der Geschichte verloren habe!
 
G

Gast

Gast
  • #27
Passend sind solche Momente z.B. wenn man bei ganz bestimmten, gerade aktuelle angesprochenen Tätigkeiten / Veranstaltungen / Events die Gelegenheit nutzt und die Erkrankung zunächst nebenläufig erwähnt:
"Ach, in Discos kann ich nicht gehen, weil ich an Epilepsie leide und die Blitzlichter Anfälle auslösen können."
"Auf dem Jahrmarkt essen ich am liebsten ... , weil ich Süßigkeiten aufgrund meiner Diabetes ohnehin möglichst meide."
"Hochgebirgstouren im rauhen Gelände darf ich wohl nicht machen, weil ich aufgrund meiner Multiplen Sklerose immer mal einen Schritt verpassen und stoplern kann. Das wäre da ja bestimmt viel schlimmer als im Alltag.".

Wenn das kein so ernstes Thema wäre, könnte man diese Einlassungen als absurden Scherz betrachten. Jemand, der an einer der genannen Krankheiten leidet, wird allerdings wahrscheinlich nicht mal müde lächeln. Sollten solche Ratschläge tatsächlich ernst gemeint sein, dann legen sie Zeugnis einer ausserordentlichen Lebens- und Realitätsferne ab.

Menschen mit chronischen Erkrankungen erfahren im Beruf und im Alltag vielfach massive Abwertungen und Diskriminierungen, werden als nicht voll einsatzfähig abgestempelt usw. – es ist klar, dass auch bei der Partnersuche dadurch oft große Verunsicherung entsteht. Was sagen und wann – das ist ein Thema, das Betroffenen große Probleme bereiten kann. Ängste, Unwissenheit (!) und Vorurteile was mögliche Folgen und was alltägliche krankheitsbedingte Einschränkungen betrifft sind leider sehr weit verbreitet. Der individuelle Fall sieht allerdings jedes Mal anders aus und auch der persönliche Umgang mit Krankeit ist sehr verschieden.

Fraglos müssen massive Beeinträchtigungen (die nicht ohnehin sichtbar sind oder registriert werden) irgendwann auf den Tisch, aber bestimmt nicht am zweiten Abend und schon gar nicht in dieser Form. Und Erkrankungen, die keine aktuelle Bedeutung (mehr) haben, spielen zunächst ohnehin keine Rolle, wozu auch. Wenn man sich näher kommt, wird dies iregendwann automatisch Thema werden, ansonsten geht es absolut niemanden etwas an.

Kleine Anmerkung zu den angeführten Beispielen: Epiepsie und MS sind beides neurologische Erkrankungen. Epilepsie hat sehr unterschiedliche Verlaufsformen, in jungen Jahren überwiegen vollständige Remissionen. Auch bei MS gibt es sehr unterschiedlche Verläufe, hängt von der Anzahl und Heftigkeit der Schübe ab, MS ist bisher nicht heilbar. Diabetes kommt in zwei Varianten vor, Typ 1 und Typ 2. Typ 2 (Insulinresistenz-Diabetes), der zumeist im Zusammenhang mit Fehlernährung und Übergewicht manifest wird, sollte nicht nur auf dem Jahrmarkt Süßes meiden. Typ 1 (Insulinmangel-Diabetes) ist eine Autoimmunerkrankung, die mit bedarfsgerechten Insulininjektionen behandelt wird (Patienten sind i.d.R. schlank bis sehr schlank). Dem Zuckerwatteexzess auf dem Jahrmark steht hier höchstens die Tatsache im Wege, dass Zuckerwatte generell besch... schmeckt.
 
G

Gast

Gast
  • #28
@ 24 manche sind charakterlich so heruntergekommen das ihnen dieser Frevel am anderen völlig egal ist. Das darf nicht salonfähig werden.
 
  • #29
Menschen mit chronischen Erkrankungen erfahren im Beruf und im Alltag vielfach massive Abwertungen und Diskriminierungen,[...] es ist klar, dass auch bei der Partnersuche dadurch oft große Verunsicherung entsteht. [...] Ängste, Unwissenheit (!) und Vorurteile was mögliche Folgen und was alltägliche krankheitsbedingte Einschränkungen betrifft sind leider sehr weit verbreitet.

Gerade weil es viele, oftmals auch unbegründete, Ängste, viel Unwissenheit und reichlich Vorurteile gibt ist es in meinen Augen unverzichtbar, derlei Dinge im richtigen Moment in der richtigen Art und Weise offen und ehrlich anzusprechen. Sicher nicht beim ersten oder zweiten Date, aber in der Tendenz lieber bei der ersten halbwegs passenden Gelegenheit als zu spät.
 
G

Gast

Gast
  • #30
Von manchen wird in diesem Strang und bereits an anderer Stelle die Haltung vertreten, dass man/frau schwerwiegende Vorerkrankungen zwar nicht beim ersten, sehr wohl aber beim 2. Date auf den Tisch bringen sollte, bis hin zu der Auffassung, dass es eine Unverschämtheit sei, eine schwerwiegende Erkrankung erst beim 5 Date zu beichten. In dem konkreten Fall finde ich es zwar auch schwierig, die Wahrheit so spät auf den Tisch zu bringen, die Wertung als "Unverschämtheit" lässt aber ausser acht, dass es für den Betroffenen auch nicht leicht ist, insbesondere wenn schon Gefühle im Spiel sind.

Ich denke, wie es hier auch schon geschrieben wurde, entsprechende Erkrankungen gehen mein Gegenüber dann etwas an, wenn klar ist ,dass an sich mit dem anderen eine Partnerschaft vorstellen kann und ein Vertrauensverhältnis besteht. Bei manch einem geht das schnell, beim anderen langsamer. Deswegen halte ich es für problematisch, eine konkrete Empfehlung zu geben, bei welchem Date die Vorerkrankung thematisiert werden sollte. Für den Betroffenen selbst ist das umso schwieriger, je stärker er und damit auch ein potentieller Partner durch die Erkrankung eingeschränkt ist in Lebensqualität, Sexualität, Lebenszeit, Aktivitäten etc.
Natürlich soll der Gesunde eine fundierte Entscheidung treffen können, denn für den erkrankten kommt ja letztlich nur ein Partner in Frage, der bereit ist, die Erkrankung und die daraus resultierenden Konsequenzen mitzutragen.
Ich kann mich jedoch des Eindrucks nicht erwehren, dass hier davon ausgegangen wird, man habe quasi ein Recht auf möglichst umfassende Informationen über "Baustellen", "Leichen im Keller" beim zukünftigen Partner. Da ich selbst auch von einer schwerwiegenden Erkrankung betroffen bin (die ich hier nicht weiter thematisieren möchte), fühle ich mich durch entsprechende Posts von Gesunden manchmal unter einen - aus meiner Sicht unangemessenen - moralischen Druck gesetzt.
 
Top