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  • #1

Was tun wenn die Kinder die Großeltern bestehlen ?

Ich brauche dringend einen Rat. Gestern rief mich nach unserem Sontäglichen Kaffeetrinken meine Mutter an und berichtete mir das 20€ aus ihrem Portmonaise fehlen. vorher nachgezählt Mein Entsetzen war natürlich groß wie man sich vorstellen kann. Nun ich stellte meine Kinder 16 und 7 zur Rede. Verdächtigte aber zunächst meinen großen der leider schon einmal so etwas getan hatte. Dieser gab mir aber glaubhaft zu verstehen es diesmal nicht gewesen zu sein. Gelegenheit hatten beide. Der kleine sagt ebenfalls er war es nicht und würde sich so etwas nicht trauen. Fakt ist, einer von beiden lügt. Heute habe ich Ihnen gesagt sie haben bis morgen Zeit die Tat zu zugeben dann wird es keine Strafe geben. Ansonsten werden beide eine Konsequenz tragen müssen. Der große bekommt Internetverbot und der kleine sieht sein DS bis auf weiteres nicht mehr wieder. Ich möchte sie nicht damit durchkommen lassen, denn einer zieht eine erschreckende Show ab. Wie würdet Ihr Euch verhalten?
 
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  • #2
Ich als Mann würde es nochmal damit bewenden lassen - härtestenfalls die 20 Euro gleichverteilt vom Taschengeld abziehen. Der Lügner wurde von seinem Bruder schon enttarnt. Ich denke über den eigenen Schatten zu springen sollte man von Kindern noch nicht erpressen - schließlich geht hierbei viel Stolz verloren (ist halt ein dummer Jungenstreich).
Ich hoffe es macht noch einen Unterschied bei guten Bekannten (der Oma) zu klauen und komplett in fremder Umgebung.
Bedenken sie auch das Restrisiko von alten Leuten, die unbewußt sich einmal eher täuschen können.
Im Wiederholungsfall natürlich aktiv werden - sonst klauen sie auch bei fremden Menschen (und dann ist es sicher weniger "lustig". Mann 38
 
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  • #3
Oh je, das ist ja mal eine blöde Situation!!!! Aber eine vorsichtige Frage als Außenstehender: Wieso zählt Deine Mutter ihr Geld bevor ihr vorbeikommt? Es ist gar kein seltenes Phänomen, dass ältere Leute sich von allen möglichen Leuten "beklaut" vorkommen, auch wenn sie sonst noch ganz normal sind. Musste ich neulich feststellen, als meine Mutter ihren Lippenstift nicht fand und SICHER war, dass er bei mir sein müsse, weil sie GENAU wusste, dass er noch auf der Ablage war als ich zuletzt ins Bad ging.... Einfachste Erklärung: Deine Mutter hat sich verzählt. Ich finde, Du solltest versuchen Deinen Kindern zu vertrauen, auch wenn das aufgrund des letzten Vorfalls nicht einfach ist. Aber es ist furchtbar, wenn die Eltern einem nicht glauben. Mein Rat: Sag ihnen, dass Du nochmal nachgedacht hast, sie für anständig hälst und daher nicht glaubst, dass sie so etwas machen. Beide bestrafen geht gar nicht. Im Strafrecht gilt: Lieber einen Schuldigen laufen lassen, als einen Unschuldigen bestrafen. In jedem Fall hast Du echt mein Mitgefühl. Diese Situation ist für Dich sehr mies, egal was Du machst. Ich drück die Daumen!
 
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  • #4
#1 Diebstahl ist und bleibt Diebstahl (und kein dummer Jungenstreich) und zwar egal wen man beklaut. Wieso macht es für dich einen Unterschied, bei guten Bekannten zu klauen. Ich finde das ganz besonders scheußlich, wenn man sich innerhalb der Familie nicht mehr gegenseitig trauen kann.
Außerdem, eins der beiden Kinder ist schon 16 und damit strafmündig. Würde er bei einem Ladendiebstahl erwischt, käme er auch nicht so ohne weiteres davon.

#Fragestellerin: Ich weiß ja nicht wieviel Taschengeld deine Kinder zur Verfügung haben. Aber bei meiner 9jährigen Tochter würde mir schon auffallen, wenn sie auf einmal 20 € mehr hätte oder sich auf einmal etwas kauft, das sie sich eigentlich nicht leisten kann. Sollte also der 7jährige das Geld haben, dürfte es dir doch bald auffallen. Oder geht er schon alleine shopping.
 
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  • #5
Meine Oma hatte (sie war damals 85 Jahre und hatte kurz zuvor einen leichten Schlaganfall erlitten) mich beschuldigt, Ihre teuere Seife (irgendein Markenexemplar) aus ihrem Kleiderschrank "entwedent" zu haben. Von dieser Meinung ließ sie sich durch nichts und niemanden abringen. Ich zog mich beleidigt schmollend zurück und überließ Oma ihrem "Verfolgungswahn". Das Ende vom Lied: das edle Teil hatte es sich hinter ein paar wärmenden Pullovern gemütlich gemacht. Eine Entschuldigung? Habe ich nie zu hören bekommen. Konnte es ihr nicht verübeln, ich liebte sie und hatte ihr verziehen - längst bevor Seife wieder sichtbar wurde.
Liebe Fragestellerin:
ich würde Deine Söhne nicht standhaft verdächtigen. Vielleicht hat sich Deine Mutter verzählt? Als Kind hat es mich damals schwer verletzt, so ohne Zwangsverteidiger auf die Anklagebank - gesetzt zu werden. Sollten die Jungs wirklich unschuldig sein, was meinst Du wie sie sich fühlen mögen?

Sarina
 
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  • #6
Meine Mutter hat mir erzählt, dass jeder von uns mal unerlaubt zugegriffen hat. Ich für meinen Teil kann das bestätigen. Dennoch ist keiner von uns in schlechte Kreise gekommen oder hat das Verhalten ausgebaut. Solange du nicht das Gefühl hast, dass sich diese Vorfälle häufen würde ich es dabei belassen. Wer von den Beiden es auch immer war (was ja nicht mal wirklich stimmen muss- wenn ich nur daran denke wie oft ich der Meinung bin mehr in der Tasche gehabt zu haben und dann manchmal später darauf komme, dass ich ja noch in dem oder dem Laden war). Wenn du nun Beide bestrafst erreichst du nur böses Blut zwischen deinen Kindern weil (unter Umständen) nun beide glauben sie müssten was ausbaden was der anderte verbockt hat.
 
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  • #7
@1: als dummen Jungenstreich würd ich das nicht einfach abtun. Hier wird auch nichts erpresst sondern Konsequenzen aufgezeigt bzw. durchgezogen.

Bei einem 7jährigen ist das Empfinden, was recht und unrecht ist, noch nicht ausgebildet. Bis ca. 10 Jahre ist es dann aber wohl vollständig da. Bei dem Kleinen kann es sein, daß der Wunsch des Besitzes so übermächtig ist, daß nicht darüber nachgedacht wird, ob das ok ist. In dem Moment, wo es auffliegt, ist allerdings schon das Unrecht wahrnehmbar, aber dann die Angst vor Strafe, Ungemach oder anderen Folgen schlimmer und man kann es dann nicht einfach zurückgeben.

Den Gedanken, den Kindern die Chance zu geben, mit Zeitlimit eine Lösung für das Problem zu finden, find ich gut. Ich würde nicht lieber den Schuldigen laufen lassen, als einen Unschuldigen zu bestrafen, denn das merkt sich der Schuldige gut und dann kommen die Folgetaten. D.h. nicht, daß weiter geklaut wird, sondern es kann dann auch was anderes sein.

@2: die Mutter wird wahrscheinlich das Geld nachgezählt haben, weil der Große doch, wie oben beschrieben, bereits geklaut hat! Dann ist es doch gut, wenn man kleine Kontrollen macht, bevor irgendwann das böse Erwachen kommt.

Auch ich habe diese Situation bei unterschiedlichen Kindern mehrfach erlebt. Bei meinem einen Sohn kam der Ladeninhaber einer Handelskette vor 2 oder 3 Jahren und brachte mir meinen Sohn wieder, war ich froh, daß er nicht die Polizei gerufen hatte. Mein Sohn ist heute elf. Er war Mehrfachtäter und hat es auch danach wieder gemacht. Mittlerweile ist er davon ab. Geduld, auch Strafen und viel Reden und Konsequenzen aufzeigen haben ihn auf die richtige Spur gebracht. Bei dem anderen Sohn (14) finde ich in allen Ecken Müll von Süßigkeiten seiner Geschwister oder von mir, er entwendet sie, "schaufelt" sie in sich rein und versteckt den Müll in oder hinter irgendwelchen Schränken. Das macht er seit Jahren, es wird jetzt weniger, aber immer alles wegzuschließen ist das einzige, was was nutzt.

Wenn hier was verschwindet und keiner die Wahrheit sagt, dann haben alle Kinder die Konsequenzen zu tragen, bis ich Licht in die Sache gebracht habe. Die einigen sich auch unter sich und alles klärt sich auf irgendwann. Die wichtigste Hausregel heißt hier: Es wird nicht gelogen, alles andere kann man bereinigen.

Bei Euch ist es etwas schwierig mit den Konsequenzen, weil der Altersunterschied recht groß ist. Ich würde mal überlegen, ob die Kinder nicht von ihrem Taschengeld (anteilig im Verhältnis zu dem, was sie monatlich bekommen) zusammenlegen, damit Oma ihr Geld wiederbekommt. Das tut weh! Der Entzug der Spielgeräte hat nichts wirklich mit der Sache zu tun und Strafen sollten vielleicht doch lieber in Zusammenhang mit dem Vergehen sein. Vielleicht könnten sie es auch "abarbeiten" bei Oma? Ähnlich wie beim Rückzahlen verteilen.

Egal, wie Du es löst, ich würde auf jeden Fall die Augen offen halten, denn dann kann man den evtl. weiteren Kreis irgendwelcher Dummheiten klein halten. Und ich würde offen mit den Kindern über meine Gefühle, Enttäuschung und auch Hilflosigkeit für die Entscheidungen des weiteren Handelns reden.

Wünsch Dir ganz viel Kraft und ein gutes Händchen für die Lösung, vor allem jetzt auch vor Weihnachten.
 
  • #8
Na, das ist mal ein interessantes Erziehungsproblem. Eine 100% sichere Methode, das Geld wiederzubekommen, sehe ich nicht, vor allem wenn der Große das Geld gezockt hat. Wenn es der Kleine war, dann sehe ich Chancen.

1. Wenn absolut sicher ist, dass einer von beiden das Geld genommen hat, dann würde ich in einer ruhigen Minute ein paar neuralgische Punkte in deren Zimmern absuchen. Die Oma muss natürlich sagen, welche Geldscheine exakt weggekommen sind (1 x 20 oder 2 x 10 oder ...). Finde ich das Geld, wird das entsprechende Kind natürlich zur Rede gestellt. Geldklauen wäre bei mir kein Kavaliersdelikt mehr!

2. Falls ich nichts gefunden hätte, hätte ich mit den beiden Einzelgespräche geführt und zwar zuerst mit dem Kleinen. Ich hätte ihm erklärt, was passiert ist, mich sehr distanziert gezeigt (um ihn spüren zu lassen, dass das hier keine Peanuts sind) und ihn direkt und mit scharfem Blick in die Augen gefragt, ob er das Geld geklaut hat. Vielleicht merke ich dann schon an seiner Reaktion, dass er es war. Er muss mit dem Gefühl das Gespräch verlassen, dass hier echt der Hammer kreist, wenn ich das Geld bei ihm finden sollte. Mit etwas Glück zieht er sich in sein Zimmer zurück, holt das Geld aus dem Versteck, um es vor Angst an einen sichereren Ort zu verfrachten. Und dabei erwisch ich ihn dann in flagranti.

3. Der Große wird sich durch solche Drohgebärden nicht beeindrucken lassen. Der hätte das Geld auch ins Portmonee gesteckt und da kann man es nicht mehr von seinem eigenen Geld unterscheiden. Ich würde ihm dennoch ins Gewissen reden, dass Geldklauen ein absolutes No-Go ist, um zumindest zukünftige Fälle auszuschließen.

4. Der Oma würde ich die 20 EUR aus eigener Tasche wiedergeben. Plus Blumenstrauß oder Pralinen oder dergleichen.

5. Von Kollektivstrafen halte ich nichts. Hat mich bei der Bundeswehr schon angekotzt, wenn einer ein Waffenteil fallen lies und alle mussten dafür Liegestütze machen.

Jetzt bin ich auf die Lösungsvorschläge der Alleinerziehenden gespannt. Nach deren Ansicht haben ja Kinderlose wie ich keine Ahnung von Kindeserziehung. ;)
 
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  • #9
Gib der Oma die 20 Euro wieder, egal was vorgefallen ist.
Ob sie sich nun verzählt hat oder eines der Kinder gestohlen und gelogen hat, ist nun echt zu schwierig.

Halte in Zukunft die Augen offen und nehme die Jungs ein paar mal nicht zur Oma am Sonntag mit. Die Situation ist für alle Beteiligten blöd.

Am besten wäre es, dass der Oma noch einfällt, dass sie für Weihnachten noch zwei 10-Euro-Scheine in Kuverts gesteckt hat, die sowieso an Deine Jungs gehen sollten.
Dann wäre aber grosses Kaffetrinken mit Entschuldigung angesagt.
Alles Gute und schönes Weihnachtsfest
 
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  • #10
Den Vorschlag von @6 finde ich klasse: sie beide ins gleiche Boot setzen und eine Rückzahlung der Summe anteilig vom Taschengeld.
In dem Alter sind das Mutproben, die vor vielen Jahren auch an mir nicht vorbeigegangen sind (allerdings war es nicht die Oma, sondern eine Kleinigkeit im Laden). Ich habe es seitdem nie wieder gemacht und wurde auch nie erwischt.
Ich denke mal, es war der 14-jährige.
 
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  • #11
@7 hier #6: Wie kannst Du diese Geschichte mit Deiner Bundeswehrzeit vergleichen?

Wenn dort einem ein Waffenteil herunterfällt, dann haben es alles mitbekommen und es läßt sich leicht herausfinden, wer es war. Hier liegt doch ein ganz anderes Vergehen vor! Und eine Strafe sollte was mit damit zu tun haben und hat den weiteren Sinn, ähnliche Folgevergehen zu verhindern.

Im Übrigen greife ich gern mal auf einen Rat von einem Kinderlosen zurück, denn es gibt immer mal wieder neue Denkansätze, wenn sich 2 austauschen, auch ohne eigene Erfahrung.
 
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  • #12
Unabhängig von den sehr guten Vorschlägen der Vorredner möchte ich zu bedenken geben (leider versagt auch gerade im Strafrecht unser Rechtsstaat - das meine ich sehr ernst) die goldene Regel unserer Demokratie:

IN DUBIO PRO REO - IM ZWEIFEL FÜR DEN ANGEKLAGTEN !

Natürlich war der Butler der Mörder bzw. der 14 jährige der Lausbube (wenn die Oma auch mal nicht "senil" sein darf). Vielleicht hat der Lausbube gespürt als Dieb beäugt zu werden und deshalb bei Oma zugelangt ?
Eine Bestrafung im Familienkreis sollen Leute mit Erfahrung festlegen, ich als Single-Mann und kinderlos habe hier kein richtiges Gefühl (vermutlich sind Frauen bei Erziehungsfragen hier sensibler). Zur Not sagen "weil Weihnachten ist sehe ich heute nochmal drüber hinweg, aber das nächste mal schlage ich euch die Hände ab" (der Spruch hält wohl für 3 bzw.10 Jahre)
Alles Gute
 
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  • #13
Volljurist 41, m

Liebe Fragestellerin,

Deine Enttäuschung und auch Hilflosigkeit verstehe ich und sicher fühlst Du Dich Deiner Mutter gegenüber auch verpflichtet, den Vorfall nicht einfach hinzunehmen, aber...

...würdest Du Deine Kinder für etwas bestrafen, was sie - wie Du weißt - beide sicher nicht getan haben, sondern irgend ein anderes Nachbarskind? Oder würdest Du sie für etwas bestrafen, was sie nur vielleicht, aber vielleicht auch jemand ganz anderes getan hat? Nein, das würdest Du nicht, denn das wäre ungerecht. Genau das tust Du aber, wenn Du beide für etwas bestrafst, was nur einer getan hat. Du bestrafst eines Deiner Kinder, obwohl es "unschuldig" ist. Das ist ungerecht und dieses Kind wird es spüren.

Wenn Du Deine Kinder zu ehrlichen und "rechtschaffenden" Bürgern erziehen willst, mußt Du auch ihnen gegenüber gerecht sein. Ein Kind für nicht begangenes Unrecht mit einer unverdienten und ungerechten Strafe zu belegen, nur weil damit gleichzeitig der Schuldige mitbestraft wird - und auch das nur, wenn Deine Mutter sich nicht irrt -, wird aus Deinen Kindern keine besseren Menschen machen. Die Reaktion ist im Zweifel Trotz beim Unschuldigen. "Wenn ich für Klauen auch bestraft werde, wenn ich gar nicht geklaut habe, dann klaue ich das nächste mal auch. Dann lohnt sich die Strafe wenigstens." Und so unlogisch wäre diese Reaktion im übrigen auch nicht.

Natürlich besteht die Gefahr, daß sanktionsloses Fehlverhalten sich verstärkt, wenn es eine Belohnung (Vorteil aus der Tat = 20,- €), aber keine Strafe erfährt. Aber zum einen kann man auf Kinder auch anders als durch Strafen einwirken, zum anderen kann man ihnen auch verdeutlichen, daß nicht erwischt worden zu sein, nicht heißt, daß in Zukunft keine Strafen drohen. Letzteres solltest Du sehr deutlich machen und wenn Du einen wirklich beim Klauen o.ä. erwischt, muß es dann auch "rumpeln", das heißt spürbare Folgen haben.

Im übrigen gebe ich #7 Recht.

(kinderlos, Jugendrichter)
 
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  • #14
#12 Sorry, für mich als Naturwissernschaftler erschließt sich Antwort und Argumentation nicht.
Der Vergleich mit einem Nachbarkind als Täter ist hier abwegig und geht an der Sache grundlegend vorbei. Unstrittg ist (wenn Beweis Oma vorausgesetzt wird, da glaubhafte Zeugin) dass nur zwei Täter in Frage kommen (die Mutter als Täterin würde kein reelles Gericht annehmen). Offen vom theoretischen Ansatz ist auch ein gemeinschaftliches Handeln der Söhne (wird denke ich oft Bankräubern, Krawallmachern unterstellt). Dies könnte anhand von Indizien in einer Beweisaufnahme auch vordergündig verifiziert werden (z.B. Verlust von zwei 10 Euro Scheinen anstelle eines 20 Euro Scheines). Die Notwendigkeit Fingerabdrücke von Omas Handtasche zu nehmen würde hier kein Richter oder Ermittlungsbeamte erkennen (wäre vermutlich zu naheliegend).
Die angeführte Argumentation dass bei Fehlbestrafung eines Kindes es dann zum Trotz neigt und das Stehlen anfängt (wurde ja schon bestraft) halte ich für absurd (welcher unschuldige Täter, sei es Bankräuber, Mörder vollbringt dann später diese Tat, er würde ja nochmalige Sanktionen riskieren) . Vielmehr gilt hier auch der psychiologische Ansatz, dass er sich bewußt wird welche Sanktionen dann erneut kommen.
Eine Strafe nur zu verhängen wenn der Täter "in flagranti" erwischt wird entbehrt sicherlich dem Berufsalltag. Im Strafrecht gibt es diesen Ansatz nicht. Naheliegend ist hier immer die Aussage des glaubwürdigen Zeugen - der 16 Jährige würde aufgrund seiner Uneinsichtigkeit sein Strafmaß nur erhöhen.
Einem Täter vorzuhalten er gehe noch straffrei aus, da er das 11. Gebot ("du sollst dich nicht erwischen lassen") eingehalten hat und nicht bei der Tat erwischt wurde (also in flagranti) halte ich ebenfalls für welfremd. Welcher Richter würde sich hiermit eine Daseinsberechtigung erarbeiten ?
 
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  • #15
Danke für die zahlreichen Antworten. Ich bin dankbar für jeden Rat und es tröstet mich das es anderen ebenfalls so ergeht.
Ich habe übrigens gestern von den Jüngsten schon das Zimmer abgesucht und nichts gefunden.
Falls er es genommen hat wird es auffallen denn allein shoppen geht er noch nicht.
Heute sagte er: wenn ich zugebe das Geld genommen zu haben, bekommt sein Bruder keine Strafe ? Auf die Frage ob er es denn wirklich war verneinte er dann wieder. Nun ich weiß nicht was ich denken soll. Vielleicht hat er wirklich noch kein Unrechtsbewußtsein. Aber den Vorschlag von @6 werde ich beherzigen. Wir legen zusammen jeder seinen Anteil so das die Oma ihr Geld wieder bekommt.
Ein Irrtum ist übrigens ausgeschlossen meine Mutter ist erst 63 und hat Berufswegen mit Geld zu tun und zählt ihr Geld, um zu wissen wieviel Wechselgeld sie benötigt.
Also gestohlen hat einer von beiden !
Wir werden unsere Augen zukünftig weit offen halten. Schade das nun dieses Mißtrauen gesäht wurde und ich kann damit nur schwer umgehen.
Ich könnte besser damit leben wenn es einer zugeben würde. Der große hat nach eingehender Befragung sein stehlen zu gegeben. Ausserdem würde ich ihm ansehen wenn er lügt. Beim Kleinen ist keine Reaktion da . Im Gegenteil er ist noch guter Dinge. Was mir noch mehr Sorgen macht falls er es wirklich war.
 
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  • #16
siri
auch wenn man sich nicht gerne daran erinnert - geklaut hat so gut wie jedes kind, aus den unterschiedlichsten gründen.

geht es dir in erster linie darum, den schuldigen herauszufinden, oder möchtest du deine kinder zu verantwortungsvollen menschen erziehen?

verantwortung lernt man dann, wenn man sich der konsequenz seines tuns bewußt ist. hast du deinen kindern erklärt, was diese sache für euch alle bedeutet? das dabei jede menge vertrauen verloren geht?

fehlt deinen kindern etwas, das sie meinen sich mit geld kaufen zu können?
bekommen sie angemessenes taschengeld?

ich würde auf keinen fall beide bestrafen, denn dann bestrafst du auf alle fälle einen unschuldigen und das ist ebenso falsch, wie es falsch ist, jemand anderen zu bestehlen.

sprich mit ihnen, erkläre ihnen, wie es dir damit geht und bitte deine mutter darum, in nächster zeit ihren geldbeutel besser zu beaufsichtigen.
 
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  • #17
Ich bin 56 Jahre alt, meine Tochter 22. Ab ihrem 6. Lebensmonat war ich bis zu ihrer Volljährigkeit alleinerziehend. (Das schreibe ich nur, weil jemand hier im Thraed an der Meinung Alleinerziehender interessiert war.) Jetzt bin ich's nicht mehr, bin eher alleinberatend. Mein Tochter ist eine lebendige, junge Frau, steht sehr gut im Leben, studiert im 3. Semester, war selbstorganisiert acht Monate lang in einem afrikanischen Dorf im Busch, um dort Alltag mitzuleben und zu helfen, wo Hilfe benötigt war usw. usw. - kurzum, eine junge Frau, die "wohlgeraten", selbstverantwortlich und verlässlich ist. Soweit die Gegenwart.

Voraus ging, dass sie mir als Kind einmal 100 DM aus dem Geldbeutel stahl.
Erste Reaktion: ich war entsetzt.
Zweite Reaktion: ich wurde nachdenklich, wieso sie das wohl tat (zu wenig Taschengeld?)
Dritte Reaktion: ich sprach mit ihr. Teilte meine Entdeckung mit und fragte nach dem Verbleib.
Vierte Reaktion: meine Tochter stritt ab, irgendetwas mit dem Fehlen des Geldes zu tun zu haben.
Fünfte Reaktion: ich war erneut schockiert (jetzt lügt sie auch noch)
Sechste Reaktion: ich dachte erneut nach: weshalb sie das wohl auch noch tat
Siebte Reaktion: ich ließ es vorläufig auf sich beruhen (meine Tochter wusste, dass ich wusste. Mehr brauchte es von meiner Seite erst mal nicht, fand ich.) - Pause -
Achte Reaktion: sie bat, dass ich sie anhören solle, ohne sie zu schelten.
Neunte Reaktion: ich versprach das.
Zehnte Reaktion: sie gestand mir, das Geld genommen zu haben und gab mir den Hundertmarkschein zurück.
Elfte Reaktion: ich war erleichtert und sagte ihr das. Sie hörte von mir, dass ich Geld wegnehmen nicht gut finde, dass ich es schätze, dass sie geredet hat.
Zwölfte Reaktion: ich fragte, was sie davon hielte, wenn ich ihr Taschengeld etwas erhöhte und sie in Zukunft nicht mehr klaut, sondern sagt, wenn sie mehr braucht, dann könnten wir uns evtl. Zusatzjobs o.ä. überlegen.
Dreizehnte Reaktion: meine Tochter fand die Idee sehr gut. (Sie hat tatsächlich danach nichts mehr gestohlen)

Das Ganze dauerte ein paar Stunden und war dann vom Tisch.

Als meine Tochter in der Schule schlechte Noten heim brachte, spendierte ich ihr einige zusätzliche (von ihr so sehr geliebten) Reitstunden und erlebte, dass ihr das wieder Auftrieb gab, das ungeliebte Lernen neu anzupacken. Wie gesagt, heute studiert sie...

Ich finde, es macht viel Sinn, sich (nicht nur als Kind, aber besonders dann) geliebt und unterstützt zu wissen, wenn man Fehler macht. Liebe ist dabei eben nicht, alles wohlzuheißen, ganz und gar nicht. Liebe ist, dem (kleinen) Menschen zuverlässig und loyal zur Seite zu stehen, wenn es darum geht, Fehler (WAS fehlte??) aufzuspüren, wieder gut zu machen und (beide Seiten!!) daraus zu lernen.

Ich bin der Meinung, klare Vereinbarungen und ausgesprochene Verantwortlichkeiten auf beiden Seiten (Erwachsene und Kinder) helfen sehr, dass Kinder und Jugendliche erfahren, dass jede Handlung eine Wirkung nach sich zieht. Strafen, inneres Alleinelassen, emotionalen Kontaktabbruch u.ä. machen nur das Gefühl des Ausgeliefertseins und der Abhängigkeit stärker, aber nicht das Kind.

Marlene
 
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  • #18
Die Geschichte von #16 hört sich gut an - ist sicherlich auch einfach zu entscheiden, wenn es nur ein Kind ist, was was genommen haben kann. Dann weiß Mutter auch trotz des Lügen des Kindes, wer der Täter war.

Was leider nicht immer möglich ist: die Taschengeldaufbesserung. Bei mehreren Kinder einer Alleinerziehenden ist es nicht immer realisierbar, den Kindern das Geld zu zahlen, was sie brauchen bzw. was vielleicht angemessen ist. Im übrigen: wer legt diese Werte fest?

Meine Kinder verdienen sich mit 14 und 16 jetzt eigenes Geld dabei durch Autragen von Zeitungen. Das steht ihnen auch voll und ganz zur Verfügung. Aber viel zahlen kann ich selber nicht an Taschengeld, aber sonst geht es ihnen ganz gut. Sie sehen natürlich auch, was die Mitschüler an Geld erhalten von ihren Eltern und Omas, aber das kann ich ihnen leider nicht bieten. An Reitstunden gar nicht zu denken. Aber ich gönn es auch jedem, der es kann.
 
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  • #19
Volljurist

#13: Schade, daß sich Dir meine Antwort und Argumentation nicht erschließt. Mir haben sie gefallen ;-).

Das einzige was ich sagen wollte ist, man kann niemanden – auch nicht Kinder und Jugendliche – sehenden Auges für etwas bestrafen, was er/sie nicht getan hat. Deshalb wende ich mich gegen die „Lösung“, beide zu bestrafen, nur um auch den richtigen zu erwischen. Das wäre nichts als Sippenhaft. Natürlich hast Du Recht, daß nur zwei als Täter in Betracht kommen (eher theoretisch denkbares gemeinschaftliches Verhalten hinweggedacht). Das ändert aber doch nichts am Dilemma, daß einer der beiden unschuldig ist und doch bestraft würde.

Mit keinem Wort habe ich gefordert, nur zu bestrafen, wenn „in flagranti“ erwischt werde, noch habe ich behauptet, dieser Ansatz gelte im Strafrecht. Es gibt natürlich noch andere Arten jemanden zu überführen als das Erwischen in flagranti. Auch habe ich nicht behauptet, daß die Bestrafung des Unschuldigen, diesen zwangsläufig auch zum Dieb werden ließe. Ich wollte lediglich verdeutlichen, daß ungerechtes Strafen die Gefahr birgt, das Gegenteil zu erreichen. Wenn wir Kinder und Jugendliche zu ehrlichen Menschen erziehen wollen, müssen wir uns ihnen gegenüber auch fair, respektvoll und ehrlich verhalten. Sippenhaft würde ich indes nicht zu derartigen Verhaltensweisen zählen. Meine Erfahrung aus dem Gericht ist, daß Jugendliche (Kinder bis 14 Jahren landen nicht vor dem Jugendrichter) ein feines, wenn auch nicht immer differenziertes Gefühl für Gerechtigkeit haben. Ungerechtes Verhalten wird von Jugendlichen – zu Recht – als fehlender Respekt ihnen gegenüber wahrgenommen. Und Respekt ist Jugendlichen – wiederum zu Recht und entgegen aller medialer Wahrnehmung – ausgesprochen wichtig.

Deinen letzten Absatz verstehe ich nicht. Niemand will jemandem vorhalten, daß er sich nicht erwischen läßt. Lediglich sage ich, daß in dem Fall in dem niemand (!) als Schuldiger ausgemacht werden kann, Kindern und Jugendlichen gleichwohl klargemacht werden muß, daß solches Verhalten erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.

#Fragestellerin: Es wird Dir nur ein geringer Trost sein, aber daß sich solches Verhalten zeigt ist in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen entwicklungstypisch und normal. Natürlich muß gleichwohl darauf reagiert werden. Im allgemeinen bildet sich dieses Verhalten auch wieder zurück (sog. Spontanremission). Es dürfte wohl niemanden geben, der als Jugendlicher keine Straftaten begangen hat. Trotzdem ist aus den meisten von uns kein Berufsverbrecher geworden.
 
  • #20
@#10: Du machst hier gleich zwei schwere Fehler.

1. Meistens hat der Gruppen- oder Zugführer nicht mitbekommen, wer das Waffenteil hat fallenlassen. Der betreffende Rekrut hätte also schon verpfiffen werden müssen von einem anderen. Da das natürlich keiner macht, haben dann alle die Strafe abbekommen. Obwohl es sachlich ungerechtfertigt ist, blieb bei den anderen Rekruten ein Hass gegenüber dem betroffenen übrig. Und das haben sie ihn dann später auch spüren lassen. Dieser Effekt ist unerwünscht und sollte vermieden werden - gerade im vorliegenden Fall, weil sich die Kinder dann NOCH mehr streiten als vorher.

2. Wenn Kind 1 der Täter war und Kind 2 sowohl unbeteiligt war als auch nichts von dem Vergehen wusste, dann wird Kind 2 bei einer Kollektivstrafe zu Unrecht bestraft. Und hier halte ich es mit #2: Lieber einen Schuldigen laufen lassen, als einen Unschuldigen zu bestrafen, denn aus einem unschuldig Bestraften kann schnell ein neuer Täter werden.
 
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  • #21
Ich habe als Kind mal meine Eltern beklaut. Das schlechte Gewissen verfolgte mich über Jahre. Strafen hätten bei mir nichts genützt.

Warum überlegst Du nicht mal, warum Dein Kind klaut? Prinzipiell ist Dein Kínd unschuldig und als Mutter würde ich mich vor mein Kind stellen und zu seiner Verteidigung alles tun...alles! Was ich mit ihm dann unter vier Augen besprechen würde, wäre eine andere Geschichte. Nur würde ich keines meiner Kinder bloßstellen, never ever.

Ich verstehe Dich nicht. Für mich wäre die Sache überhaupt kein Problem.

Marie
 
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  • #22
Ich schließe mich den Ausführungen in # 18 zu 100% an. Ich glaube, es ist für Deine Kinder ein wichtiges Signal, dass Du mit Ihnen darüber redest und dass Du Dir die Entscheidung wie damit umzugehen ist, eben nicht leicht machst. "Draufschlagen" und beide bestrafen wäre nämlich die wesentlich einfachere Variante, als die Gedanken, die Du Dir machst.

Vielleicht regt es den "Täter" zum Nachdenken an, wenn er merkt wie viel Kummer er Dir mit seinem Verhalten bereitet. Vielleicht kannst Du auch erklären, dass Du zwar nicht beide bestrafst, weil das ungerecht wäre, aber dass Du nunmehr beiden misstraust, weil man Vetrauen und Gefühle nicht durch den Verstand kontrollieren kann. Das heißt, einem von beiden vertraust Du zu Unrecht.

Falls einer der beiden dann doch zugibt, dass er es war, dann finde ich wichtig, dass es a) keine Strafe gibt und b) zwar klar gemacht wird, dass das Verhalten falsch war, aber dass das "Zugeben" ein mutiger Schritt ist, den Du zu schätzen weisst.

Geschwister haben übrigens manchmal auch das Bedürfnis sich gegenseitig zu schützen. Da nimmt man schon mal was "auf sich", damit derjenige, der ohnehin in Schwierigkeiten ist, nicht noch mehr Schwierigkeiten bekommt. Große Geschwister schützen die Kleinen ohnehin gerne. Jedenfalls war es bei uns so. Ich würde mir ein etwaiges "Geständnis" sehr genau anhören ;-))

Auch wenn Deine Mutter noch topfit ist: Gegen ein Missverständnis, einen Irrtum oder unglaubliche Zufälle ist keiner von uns gefeit. Das sollte man auch im Hinterkopf behalten, am Ende war es keiner von beiden...

Ich glaube, es ist vor allem wichtig, dass Deine Jungs merken, dass Sie Dir vertrauen können, auch wenn sie mal wirklich was schlimmes gemacht haben. Das ist eine gute Gelegenheit ihnen das klar zu machen.

Während meines Referendariats hat mir ein Jugendrichter mal gesagt, dass man meistens an der Reaktion der ELTERN merkt, wer "wieder kommt", d.h. erneut straffällig wird und wer nicht. Die beste Prognose hatte er, nach meiner Erinnerung, immer bei denjenigen Eltern, die offenkundig mit Ihren Kindern im Vorfeld gesprochen hatten, die sich der Ernsthaftigkeit der Situation bewusst waren und die dem Jugendlichen auch klar gemacht haben, dass er daneben gegriffen hat. Vor dem Richter selbst haben sich diese Eltern dann aber als "Unterstützer" und "Beschützer" ihres Kindes verstanden, wenn auch ohne irgendetwas "schön zu reden". Mit anderen Worten, die Eltern, die gesagt haben: "Was Du gemacht hast war falsch und Du musst jetzt die Konsequenzen tragen. Aber wir sind für Dich da.", deren Kinder kamen nicht wieder.

Aber vielleicht kann der Kollege "vom Fach" aus # 18 dazu mehr sagen? Habe seither nichts mehr mit dem Strafrecht zu tun, aber dieser Jugendrichter ist mir in Erinnerung geblieben. Nach dessen "Prognose" machst Du jedenfalls schon mal sehr viel richtig, weil Du es Dir nicht leicht machst. Sollte ich mal Kinder haben, werde ich versuchen es mir nicht leicht zu machen und "draufschlagen" und strafen, sondern reden reden reden. An alle Eltern hier im Forum: Dass sich das naiv anhört, ist mir mehr als klar ;-)))
 
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  • #23
hallo.
mit Interesse lese ich die Beiträge zu diesem Thema. und bin zum Teil ziemlich erschrocken über die Meinungen. klauen - das macht doch jeder? bis zu "ich verstehe Dich nicht. Für mich wäre die Sache kein Problem" und Meinungen, das eigene Kind immer zu verteidigen, egal was passiert ist...

ganz ehrlich: da wundert mich zunehmende Kriminalität nicht.

Es heißt nicht umsonst: Wehret den Anfängen!
Ich komme aus einem sparsamen Haushalt mit 4 Kindern. NIE hätte ich es gewagt, meinen Eltern von dem Wenigen, was sie hatten, etwas zu stehlen! Dasselbe erwarte ich auch von meinen Kindern.
Nun, erwarten und erfahren sind nicht unbedingt Dasselbe.
Und ja: Auch mein älterer Sohn meinte einmal, sich aus der Geldbörse bedienen zu dürfen.

Für mich ist das kein Kavaliersdelikt, ich finde so einen Vertrauensmissbrauch schrecklich.
Nein, angeprangert habe ich ihn nicht. Auch war es keine Frage, ob er es war oder seine jüngere Schwester. (das war am Anfang ja noch nicht klar)

Ich habe auch nicht gestraft.
Ich habe einfach meinen Kindern gesagt, wie enttäuscht ich bin.
Und ihnen auch erklärt, dass jeder mal Blödsinn macht, das gehört zum Aufwachsen und Lernen dazu. Alles ist für mich verzeihlich - nur nicht, wenn mein Vertrauen missbraucht und ich angelogen werde.
Wenn sie das Geld bis zum nächsten Morgen wieder da ist, weiß ich, dass der Nehmende das eingesehen hat und die Sache ist für mich erledigt.

Es kehrte über Nacht zurück. Und nicht nur das. Mein Sohn kam zu mir und erklärte, wie leid ihm das tue.

Nun ist jedes Kind natürlich anders, mehr oder weniger sensibel, und muss sicherlich auch anders gehandhabt werden. Doch Bloßstellen macht nur kaputt, verletzt die Seele. Meine Meinung.

Die Empfehlung, Geld künftig zu verstecken, finde ich den falschen Weg. Es gehört zum Kinderaufziehen auch Vertrauen. Wenn Kinder merken, dass man ihnen kein Vertrauen entgegenbringt, werden sie auch keins haben. Und das wäre traurig.

Mutter, über Jahre alleinerziehend.
Heute mit zwei erwachsenen Kindern, die das Herz erfreuen :)
 
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  • #24
PS: ganz von der Frage abgekommen:
Im Fall der Großeltern würde ich der Oma das Geld geben und dann allein mit den Kindern die Sache klären. Ohne die Oma mit hineinzuziehen. Derjenige wird sich irgendwann - spätestens wenn er erwachsen ist - bei ihr entschuldigen. Ich hoffe, beide haben die Chance dazu.
 
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  • #25
hallo. Was ist denn aus diesem "Fall" geworden?
hat sich das Geld wieder angefunden?
Wie geht es dir, wie deinen Kindern?
Was hat die Großmutter gesagt?
 
G

Gast

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  • #26
Ok ich bin Mutter von drei Kindern 28-16 und 11J. Alle Teens klauen mal, Teens haben immer das gefühlt nicht genug zu bekommen oder mehr verdient zu haben.

Meine lösung : zu Hause, bei der Oma oder anderen Verwanten das Geld offensichtlich weg zu räumen, ohne vorwürfe oder anspielungen, da man ja den "Täter" nicht zu 100% kennt.

Vieleicht gespräche über Strafmündichkeit führen und das auch in der Familie ein Diebstal zur Anzeige gebracht werden könnt.

Viel Glück und nicht verzweifeln.......;-)
 
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Gast

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  • #27
Fragstellerin:

zu#24 Danke für dein Interresse...Ich habe den Vorschlag angenommen und mit den Jungs zusammengelegt um der Oma das Geld wieder zu geben.
Leider hat sich das Geld nicht wieder angefunden und es hat auch leider leider kein Geständnis von den beiden gegegeben. Die Gespräche über Vertrauensverlust und Enttäuschung habe ich denke ich ausgiebig geführt. Ich hoffe sehr irgendetwas davon ist hängen geblieben.
Schließlich habe ich die Angelgenheit dann erst einmal auf sich beruhen lassen um uns das Weihnachtsfest nicht ganz zu verderben. Sollte ich aber irgendwann das Geld finden- wissen beide das es dann auch eine entsprechende Strafe gibt.
Keine Ahnung ob ich nun richtig oder falsch gehandelt habe..- weiß man wohl nie genau.
Erst wenn sie beide hoffentlich vernünftige Erwachsenen geworden sind. Aber bis dahin ist noch ein weiter Weg zumindestens bei dem kleinen.
Aber nach einigen Beiträgen von Euch die schon erwachsene Kinder haben kann man ja noch hoffen ;)
 
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