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Gast

  • #1

Was tun gegen Vorurteile bezüglich Arroganz?

Ich wohne in einem eher ländlichen Raum, arbeite im mittleren Management in einer Stadt die ca. 60 km weit weg ist. Der Unterschied zwischen den "Welten" ist enorm. Da ich das ländliche mag wohne ich gern hier. Leider werde ich oft wegen meinem "schicken"Aussehen, also in Anzug usw. und auch wegen meiner Distanz zu bestimmten Menschen, in deren Umgang ich mich eben einfach nicht wohl fühle von vorn herein verurteilt und werde mit einem Image behaftet. Ich bin keineswegs überheblich, komme eher aus einer nicht sehr gebildeten und armen Familie, habe mir aber ein "besseres"Leben geschaffen und auch viele gute Freunde, allerdings eher welche aus meinem Berufsumfeld. Ich bin immer nett zu allen und wenn man mich länger kennt, gesteht man mir mich zu Anfang falsch eingeschätzt zu haben. Aber man möchte ja nun nichtmal mit ALLEN befreundet sein und denen viel erzählen und jeden näher kennenlernen.Ich muss immer mehr tun um als nett zu gelten, nur weil ich mich nicht jedem öffnen will, kennt das jemand? Leider ist das in Bezug auf Männer genauso.Ich gelte als attraktiv, hübsch, intelligent, bilde mir da aber nichts drauf ein.
 
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Gast

  • #2
es muss nicht daran liegen, dass sie dich für arrogant halten. Eingefleischte Dorf-Einheimische werden Dich nie akzeptieren - da würde schon genügen dass Du aus dem Nachbarort kommst. Ironisch: Die sind alle miteinander verwandt und das soll auch in den kommenden Jahrhunderten so bleiben. Übrigens gibt es in Großstadtkiezen ein ähnliches Phänomen, wegen der Vielzahl der Menschen ist es aber oft vernachlässigbar. Engagier Dich in den Dorfaktivitäten: Kirche, Chor, Segel- oder Wanderverein, je nachdem wo Du lebst. Die Auswahl an Partnern ist da nur vermeintlich geringer. Während Partnerschaften z.B. in Berlin vergleichsweise kurze Halbwertszeiten haben, weil es ja immer jemanden besseres oder aufregenderes gibt, Mann/ Frau bloß nichts verpassen möchte (seh das gerade bei meiner Partnerin, die hier im Nachtleben 33 nichts, aber auch gar nichts auslassen und verpassen möchte) sind Verbindungen auf dem Lande eher von Dauer und weniger oberflächlich. m 42 (aus ner Kleinstadt im Süden kommend)
 
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Gast

  • #3
Stell dir doch mal selbst die Frage ob du wirklich einen Partner willst der solche Vorurteile hat? Das sind doch definitiv die Art von Männern die ohnehin nicht für dich in Frage kommen, insofern brauchst du diesbezüglich auch nicht großartig was tun.
 
  • #4
Was ist denn die konkrete Frage ? Die vermisse ich.


[Mod.= Ausschweifende, blogartige Vermutungen und Statements gelöscht!]
 
  • #5
hallo fs, ich gehe mal davon aus, dass du eine frau bist.
ich kann deinen standpunkt gut nachvollziehen.
so eine dorfklientel kann schon sehr speziell sein;-)

ich kenn die situation aus eigener erfahrung, aus männlicher und aus der weiblichen sicht.
ich wohnte mal mit einer freundin in einem dorf -900 einwohner.
es gab kein neubaugebiet und man war in der feuerwehr organisiert...
alles wirkte sehr eingeboren.

sie unterschied sich schon optisch und von der aufmachung von den weiblichen dorfbewohnern.
DAS allein genügt unter frauen schon, abwertend betrachtet zu werden!
stell dir nur die situation vor, bevor du zur arbeit fährst, holst du dir vielleicht noch ein paar brötchen im dorfladen. du stehst dort in deiner geschäftsuniform, neben dir die holde dorfweiblichkeit in bequemer joggingkluft...
noch fragen..?;-)

...und wenn dich dann noch die männer interessant finden, dann ist es ganz aus:)

das deine wirkung auf männer ähnlich ist, glaube ich nicht. vielleicht ist die reaktion ähnlich, aber bei den männern wird es eher das gefühl der ablehnung sein, die ihnen widerfahren könnte bei kontaktaufnahme.
dieses thema wurde hier im forum schon ausgiebig erörtert. stichworte: gleiche augenhöhe, angst vor abweisung/korb etc.

mit dem "vorwurf" der arroganz wirst du leben müssen - denn so wird der "unterschied der welten", wie du es formuliertest, von den dörflern interpretiert werden;-)
verhalte dich einfach natürlich, aufgeschlossen und freundlich, aber nicht anbiedernd.
wer dich dann für arrogant hält, darf es auch weiter tun, denen ist dann eben nicht zu helfen.
 
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Gast

  • #6
# Oberpfalzsingle: Die Frage ist wie man verhindern oder ändern kann, das man a) falsch eingeschätzt wird und b) ohne sich derart verstellen zu müssen und über seine Gedanken und Gefühle und Lebensphilisopie mit JEDEM reden zu müssen, obwohl man das nicht will, NUR damit nicht dauernd diese Vorurteile entstehen. Die FS
 
  • #7
Ich glaube, bei eingeschworenen Dorfgemeinschaften gibt es kein Patentrezept gegen Ablehnung. Man wird nie wirklich ganz dazugehören, selbst wenn man sich Mühe gibt. Und mal ehrlich: Wer will sich als voll berufstätiger Mensch in freiwilliger Feuerwehr und Schützenverein ngagieren? Selbst wenn man das tut, man wird nie richtig angenommen.

Ich glaube daher, dass Du Dir einfach keine Gedanken darüber machen solltest. Es ist halt so. Was ist so schlimm daran? Genieße Dein Leben, Du bist nicht von den anderen abhängig! Es kann Dir doch völlig egal sein, was sie von Dir denken und ganz oft wird eher Neid die Quelle sein.
 
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Gast

  • #8
@ FS

der beitrag hätte auch von mir (w 29) sein können, nur lebe ich in einer großstadt. habe genau das gleiche problem: ich achte sehr auf meine äußeres und mache dabei ungewollt, also unbewusst einen arroganten, distanzierten, unterkühlten, desinteressierten eindruck (so die resonanz vieler menschen, die mich bis dato kennen gelernt haben).

mittlerweile habe ich mir eine neue ausstrahlung zugelegt :) klingt komisch. nein, ich versuche nicht allzu ernst zu schauen und achte nun sehr auf meine mimik. d.h. augenbrauen und mundwinkel LEICHT nach oben ziehen (aber vorsicht! sonst gehts eher ins lächerliche) - "öffnet" das gesicht und wirkt absolut! ich scheine nun viel freundlicher rüber zu kommen. woran ich das merke? ich werde von fremden menschen gleich welcher altersklasse, insbesondere aber von männern! angelächelt und ansprochen...

echt seltsam, was eine positive ausstrahlung bewirken kann... :) ich bin begeistert...

w29
 
  • #9
Ich lebe seit etwa zwei Jahren auf dem Land, eher abgelegen.

Meine Nachbarn waren von Beginn an sehr freundlich - der meistgehörte Satz in den ersten Wochen war: "auf dem Land hilft man sich"

Anfangs hatte ich eher Kontakt mit den Männern und ich war seeehr zurückhaltend und vorsichtig, um mich bei der Damenwelt nicht unbeliebt zu machen. Nach einiger Zeit hat sich aber auch das verändert (sie haben registriert, daß ich NICHT auf Männerfang bin) und inzwischen bin ich "integriert" und jederzeit und überall auf einen Kaffee willkommen.
Sicherlich hatte ich es wegen meiner Hunde und Pferde einfacher, denn man hatte Gesprächsthemen. Und, ich habe vielleicht auch einfach riesiges Glück mit meinen Nachbarn, denn sie sind ausgesprochen freundliche und nette Menschen!
 
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Gast

  • #10
Ich frage mich, warum du unbedingt akzeptiert werden willst. Als würdest du deine familiäre Grundkonstellation noch einmal reproduzieren wollen: Hier die einfachen, ungebildeten Leute, da du, mit einem berechtigten Anspruch auf Liebe. Dazu auch noch allein, isoliert und im Exotenstatus.
Das Patentrezept heißt auch hier: Change it, love it or leave it. Änderung dauert lange. Du wirst auch nach 20 Jahren noch die Zugroaste sein. Feuerwehr und Schützenverein halte ich auf dem Land für obligatorisch. Von da geht das Netzwerk der Erwachsenen aus. Wenn du dich langfristig integrieren und dazugehören willst, mußt du mitmachen.
Die Frage ist, ob du das willst. Ist dein Landaufenthalt nur kurz, kann dir das Gerede egal sein. Irgendeine Sau muß man ja durchs Dorf treiben und am liebsten tratscht man über Andersartige, Fremde. Das ist deine Rolle und du kannst sie mit Souveränität annehmen.
Willst du länger bleiben, kommen ohnehin noch mehr Probleme auf. Wie willst du dort einen Partner finden? "Bauer sucht Frau?" nicht wirklich oder? Soll dein Partner dort auch leben? Paarweise ist die Integration einfacher, weil dann die sozialen Kontrollmechanismen nicht mehr so scharf sind. Jetzt bist du der Stachel im Fleisch des Dorfes. Für die Männer ein Faszinosum, für die Frauen eine Gefahr.
Überlege dir, wie weit du dich einlassen willst.
 
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