• #1

Was soll man tun, wenn die Familie auf kirchliche Hochzeit besteht?

Vielleicht hat jemand in der großen Gemeinde hier einen guten Tipp für uns. Bei uns hängt der Haussegen schief, ich schilder Euch das mal aus meiner Perspektive.
Ich bin ev und mein Freund rk, beide schon gläubig aber keine Kirchenrenner. Wir wollen einen altmodischen Polterabend haben, dann standesamtlich heiraten, danach noch schön essen gehen und schließlich ab auf unsere Hochzeitsreise. So haben wir das abgesprochen als er mir den Antrag gemacht hat, leider ist die Familie überhaupt nicht begeistert davon. Weder seine noch meine, sie haben sich sogar schon zu verschiedenen konspirativen Treffen eingefunden um zu planen wie sie uns von einer rauschenden kirchlichen Hochzeit überzeugen können.
Nach zig Gesprächen und Wayn-Trains bin ich bereit eine abgespeckte Version als Theater mitzumachen, ich hab gesagt beim Ave Maria in der Kirche hau ich sofort ab. So, mein Freund will das aber trotzdem nicht. Er argumentiert, die meisten Gäste wären eh aus der Kirche ausgetreten um Steuern zu sparen, da will er die Heuchelei nicht mitmachen, wenn ich unbedingt will könnte ich mir ja ein weißes Brautkleid zum Standesamt kaufen und einen Caddy könnten wir uns auch mieten. Und er ist glaub ich ziemlich sauer, dass ich mich hab breitschlagen lassen.
Hat das jemand von Euch schon erlebt, dass die Familie den Kontakt abbricht weil das Brautpaar andere Vorstellungen hat? Leise haben sie ja schon anklingen lassen, dass auch eine Taufe mit schon festgelegten Paten stattzufinden hat.
Zur Information wir sind keine Südeuropäer, keine Ur-Bayern oder andere tief religiös verwurzelte Menschen, wir sind wie viele andere auch europäischer Mischmasch. Falls das noch wichtig ist mein Freund ist 33 und ich bin 30, ein Paar seit zwei Jahren, zusammen wohnen und Heiratsantrag vor 1 1/2 Jahren.
 
  • #2
Dein zukünftiger Ehemann hat genau die richtige Einstellung zu der Sache.
Bleibt eisern.
 
  • #4
Mir ist ganz klar, dass man es sich nicht mit der Familie verderben will,
aber in diesem Fall würde ich doch die eigenen Wünsche an erster Stelle setzen und mich nicht fremdbestimmen lassen. Ihr seid erwachsene Menschen und sollt den Hochzeitstag so erleben, wie ihr es wollt. Du überlegst, ob ihr es euch mit der Familie verscherzt, wenn ihr nicht deren Wünschen nachkommt. Überlegt die Familie auch, ob sie es sich mit euch verscherzt, wenn sie auf ihren egoistisch motivierten Wünschen besteht?

Nur am Rande: wer soll den Event zahlen, wenn es ein rauschendes Fest mit kirchlicher Trauung wird? Und eine kirchliche Trauung bedeutet ja nicht nur ein Showeffekt, sondern sollte eigentlich aus einer religiösen Überzeugung vollzogen werden, alles andere käme mir sehr verlogen vor. Insofern kann ich die Haltung von deinem Partner sehr verstehen. Wenn du selbst auf dem religiösen Zeremoniell bestehen würdest, wäre die Sachlage wieder anders, aber unter diesen Gegegenheiten, setzt lieber euren ersten Plan in die Tat um, das ist aufrichtig.
Seid selbstbewusst, macht es so wie ihr es geplant habt. Die Leute behandeln einen nur so, wie man es selbst zulässt.
 
  • #5
Hallo liebe FS!

Das klingt nicht schön. Das sich eure Familie so einmischen muss. Unmöglich.
Es ist euer Tag und das zählt. Wenn die Familie damit nicht leben kann, dann ist es deren Problem.
Ihr sollt euch wohl und glücklich fühlen.

Ich habe ein ähnliches Problem...
Ich kann mir sehr gut vorstellen, meinen Freund allein zu heiraten. Irgendwo ein schönes Wochenende verbringen, nur wir zwei. Meine Oma sagte schon, wenn sie mich nicht im Brautkleid sehen kann, brauch ich nie wieder vorbeikommen. Sorry aber das ist dann ihr Problem. Unser Tag, unsere Kosten und das entscheiden nur mein Partner und ich.

LG und eine schöne Hochzeit :)
 
  • #6
Hallo Jelica,
ohje, es ist doch eure Hochzeit! Es kann doch nicht sein, dass ihr euch als Erwachsene ü30 Jährige so vereinahmen lasst von eurer Familie. Ihr beide seid die Hauptakteure.
Was haltet ihr denn davon, wenn ihr jeweils in euren alten Heimatstätten euch (in Abwesenheit) segnen lasst. Ich weiß, dass man quasi sich auch von der jeweiligen Kirche segnen lassen kann, ohne Hochzeit. Dann lasst eure Familien doch Sonntags bei sich in die Kirche gehen und der jeweilige Pfarrar erwähnt, dass er euch beiden alles Gute und Gottes Segen zu eurer Vermählung wünscht. Vielleicht wäre das ein Kompromiss? Und an eurem besonderen Tag lasst ihr die Kirchen einfach aussen vor, so wie geplant.

Ich würde mir niemals unnötigen Stress mit meinem Geliebten einhandeln wollen, vor allem wenn wir eigentlich das Selbe uns wünschen, nur um es dem Rest der Familie recht zu machen. Nicht an einem Tag, wo es um euch gehen sollte.

Alles Liebe,
Dink (w)
 
  • #7
Nein, in dieser Form habe ich das noch nie erlebt, obwohl bekannt ist, dass viele Brauteltern, insbesondere die Mütter gerne mal die Hochzeit der Kinder inszenieren. Da hatte ich schon den Verdacht, sie planen fast schon ihr eigenes Fest.

Im Prinzip eine Frechheit, sich so massiv und tief einzumischen. Und das auch noch gegen den erklärten Willen der Hauptdarsteller.

Mit dieser Family, da werdet Ihr geheiratet!!

Eurer Leben. Eure Hochzeit. Euer Fest, Eure Entscheidung, Eure Planung. Punkt. Wer da dabeisein möchte ist willkommen. Und die anderen kriegen sich wahrscheinlich auch irgendwann wieder ein.

Wenn Ihr Euch jetzt überbügeln lasst, dann wird das bei der Taufe noch schlimmer.

Was ich auf keinen Fall machen würde: lass nicht zu, dass diese Sache eine Kontroverse zwischen Dir und Deinem Verlobten erzeugt. Das ist es nicht wert. Da würde ich mich gaaaanz klar positionieren: Die Wünsche meines Mannes würde ich niemals zugunsten der der Familie mißachten. Niemals. Denn er geht fortan mit Dir durchs Leben. Und er scheint Rückgrat zu haben. Das spricht für ihn. Klare und ehrliche Worte. Und nein, Leute, die sogar schon aus der Kirche ausgetreten sind, die haben da ganz schön die Klappe zu halten.

Eine schöne Hochzeit wünsche ich Euch. Alles Gute.

Ach nochwas: mein Bruder hat in einem kleinen Schlösschen geheiratet, das war fast noch edler wie eine Kirche. Das kam die Standesbeamtin, es war ein wahnsinnig tolles Ambiente und es war nicht kirchlich. Vielleicht ist das ein Kompromiss??
 
  • #8
Klartext: Es ist EURE Hochzeit. die Familien haben rein gar nichts zu melden.

Alternative: ihr heiratet auf den Seychellen ohne Familie.

Falls das noch wichtig ist mein Freund ist 33 und ich bin 30, ein Paar seit zwei Jahren, zusammen wohnen und Heiratsantrag vor 1 1/2 Jahren.
Das geht aber schnell...seid ihr euch ganz sicher? Bist Du Dir sicher? Oder werdet ihr unter Druck gesetzt?

m, 39
 
  • #9
Es ist Euer Tag, gestaltet ihn wie IHR es wollt.

Die Familie wird kurz oder länger grummeln, und irgendwann stellt der Nächste in der Sippschaft etwas an.

Ihr werdet aber immer die Erinnerung an ein Fest haben, das nicht Eures war. Inkl. der Streitigkeiten.

Tut es Euch nicht an.

W,49
 
  • #10
Ok, eure Eltern planen also eure Hochzeit und als wäre das nicht genug, schreiben sie euch auch vor, dass ihr eure Kinder zu taufen habt.
Ganz ehrlich, so lange ich nicht klammheimlich in Las Vegas oder zu zweit auf einer Südseeinsel heirate, hat meine Familie da gar nichts zu bestimmen. Sie können Vorschläge machen, mehr aber auch nicht.

Liebe FS,

es ist EUER Tag, nicht der Tag deiner oder seiner Eltern. Euch muss die Hochzeit gefallen und nicht den anderen. Wie gläubig sind denn die Eltern?
Aber selbst wenn, wenn ich partout nicht kirchlich heiraten möchte (ginge bei mir sowieso nicht), dann mache ich das auch nicht nur wegen der Eltern.

W32
 
  • #11
Also in der Kirche rauscht für gewöhnlich nicht viel. Wer keine Verbindungen zur Kirche hat und den Pfarrer persönlich kennt und mit dem Kirchenchor befreundet ist, bekommt oft nur einen langweiligen Standard-Gottesdienst.
Andererseits kann man die Live-Band und die persönliche Ansprache auch auf dem Standesamt haben.
So oder so müsst ihr den feierlichen Rahmen selbst organisieren.

Redet doch mal mit eurer Verwandtschaft, wie die Erwartungen an eine "rauschende Hochzeit" sind und was ihr euch davon für eure Hochzeit vorstellen könnt. Außer Gottes Segen könnt ihr alles auch außerhalb der Kirche haben.
Ihr könntet ein Schloss mieten und dort heiraten und feiern. Oder ihr könntet einen Freien Redner engagieren, mit einer Pferdekutsche fahren, ein Brautkleid mit einer 5 Meter langen Schleppe tragen, Tauben oder Luftballons fliegen lassen ... Möglichkeiten gibt es viele.

Vielleicht bezahlt auch die Verwandtschaft die riesige Feier, weil sie das unbedingt alles wollen.
 
  • #12
Familie birgt oft Dramen und es würde mich wundern, wenn es bei Euch anders wäre.

Also bin ich da mal ganz simpel, es ist Euer Tag. Dein Freund ist mit Recht sauer, dass Du über seinen Kopf hinweg Zugeständnisse gemacht hast. Ich geh mal davon aus, Du willst ihn weiterhin heiraten, dann bleibt Dir nichts anderes übrig als jeweils den Eltern mitzuteilen, dass Ihr doch bei der ursprünglichen Planung bleibt.

Grenzt Euch als Paar früh genug ab, keiner hat Euch vorzuschreiben wie Ihr leben sollt, sie werden vielleicht etwas toben sich aber auch wieder beruhigen.
 
  • #13
Ich würde so heiraten, wie ich das möchte. Das soll ja ein schöner Tag für das Paar sein im erster Linie. Was hat da die Familie reinzureden? Ich würde freundlich aber bestimmt bei einem Treffen mit der Familie meine Argumente vorbringen und sagen, dass es eben um mein/unser Glück geht und nicht um das der Familie. Meine Freunde machen das alle so, selbst wenn die Eltern die Nase rümpfen. Die eine Mutter ist sogar in einer sektenartigen Freikirche und hat das akzeptiert, das gar nicht kirchlich geheiratet wird.
Ich selbst würde als Atheist niemals kirchlich heiraten, das wär ja der Gipfel der Heuchelei. Wie meine zukünftige Schwiegermutter reagiert, wenn ich nicht zum Islam übertrete, wird auch noch ein Kampf, aber mein Freund steht da hinter mir. Notfalls kommt sie eben nicht.
Ihr seid ja immerhin gläubig. Aber es ist dennoch euer Tag! Verbringt den so, wie ihr das möchtet und versucht das den Familien diplomatisch zu erklären.

W, 34
 
  • #14
Es ist eure Hochzeit und ihr plant sie so, wie ihr das gerne durchführen möchtet. Die Familie sind Gäste auf eurer Hochzeit und es steht ihnen nicht zu, zu entscheiden, was und wie ihr die Feier gestalten möchtet. Macht eurer Familie das klar. Die können sich konspirativ treffen wie sie wollen, ihr bestellt und zahlt alles. Wenn ihr also die Kirche auslassen wollt, dann wird es so sein.

Was zukünftige Kinder betrifft, ist es jetzt sowieso zu früh, das zu planen, solange ihr noch keines bekommt. Es geht erstmal um die Hochzeit und das ist eure ureigenste private Angelegenheit. Ihr müsst es allerdings unmissverständlich kommunizieren. Dein Freund ist zurecht etwas sauer, dass Du dich hast breitschlagen lassen. Setz dich mit deinem Freund zusammen und plant eure Hochzeit so, wie sie euch am besten gefällt. Es ist euer Tag!
 
  • #15
Ihr seid Ü30 und wollt euch von den Familien vorschreiben lassen, wie eure Hochzeit auszusehen hat? Sogar die Taufe der noch nicht mal gezeugten Kinder ist schon geplant? Ich kann das fast nicht glauben.

Ihr müsst deutlich und konsequent Grenzen setzen. Es ist EURE Hochzeit, EUER grosser Tag. Er muss EUCH gefallen. Wenn ihr euch da so krass dreinreden lässt, dann wird die Familie auch auf andere Lebensbereiche Einfluss nehmen wollen. Haben sie schon bestimmt, wann du die Pille abzusetzen hast?

Und eure Eltern würden wirklich den Kontakt zu euch abbrechen, wenn die Hochzeit nicht so gefeiert wird, wie sie es wollen? Das darf doch nicht wahr sein! Ich persönlich würde es darauf ankommen lassen. Klar ist Kontaktabbruch zur Familie heftig. Aber entweder lebt ihr euer Leben, so wie es für euch stimmt. Oder ihr lasst euch fremdbestimmen. Und zwar nicht nur was die Hochzeit betrifft. Ich wette, die beleidigten Familien würden einen Kontaktabbruch nicht ewig durchziehen. Aber offenbar sind die sich gewöhnt, dass du nachgibst, und versuchen deshalb, euch zu erpressen. Wenn sie einmal gemerkt haben, dass das nicht mehr funktioniert, werden sie sich damit abfinden.
 
  • #16
Eure Hochzeit ist eure Angelegenheit, da sollte sich keiner einmischen.
Bei meiner Hochzeit mit meinem Ex-Mann versuchten sich meine Schwiegereltern einzumischen. Sie planten und suchten ungefragt eine spiessige Gaststätte aus, in der mit vielen Gästen gefeiert werden sollte. So wollte ich nie feiern. Mit Menschen, die ich kaum kenne. Statist auf meiner eigenen Hochzeit, furchtbar. Mein Mann und ich sind beide introvertiert und das hätte einfach nicht gepasst.
Wir waren da knallhart und luden seine Eltern aus, um so feiern zu können wie wir wollten.
Wir hatten einen schönen Tag. Auf dem Standesamt waren unsere Freunde und den Tag verbrachten wir alleine, wie wir uns das vorstellten.
Natürlich sind das nicht der Norm entsprechende Vorstellungen von einer Hochzeit, die wir hatten. Aber es geht ja um das Brautpaar und nicht um andere Personen.
 
  • #17
Ich bin nicht kirchlich, kenne das mit den "Vorstellungen der Familie" aber von anderen Themen: Wie der erste Geburtstag des Kindes zu feiern ist, Erziehungsfragen, Weihnachts/Familienfeiern im Allgemeinen...

Da rate ich dir dringend: Mach keine faulen Kompromisse. Es soll für euch ein schöner Tag sein, an dem ihr euch wohlfühlt. Wenn ihr euch beide einig seid, dass ihr den kirchlichen Segen nicht wollt, dann lass dich nicht manipulieren, für die Verwandschaft ein Schauspiel zu veranstalten, in dem du dich nicht wohlfühlst und noch deinen Freund mit reinziehst, der das ebenfalls nicht will. Wenn du dich erstmal auf sowas einlässt, kommt bei dem nächsten Familiending die nächste Vorgabe. Natürlich nur zu "deinem Besten". Setz lieber rechtzeitig ein Zeichen.

Und noch was: Es ist wichtig für dich, deine Ehe und eigene Familie, sich vor allem von manipulativen Erwartungen zu lösen, vor allem denen der Eltern. Es mag den Verwandten nicht bewusst sein, aber es ist ein dich unter Druck setzen, dir ein schlechtes Gefühl geben. Wer von den lieben Verwandten ist da die treibende Kraft? Sage denjenigen einmal sachlich und respektvoll, warum du das nicht möchtest und dass du dich erpresst fühlst. Wenn sie dann nicht aufhören, halte Abstand und lebe dein Leben bzw. feiere dein Fest.

Du hast doch Gäste, auf die du dich besonders freust. Hole dir da Beistand, wende dich denen zu, mit denen du Spaß hast und die deine Wünsche respektieren und unterstützen.

Naja... und nicht ganz zu vergessen, du hast deinen Mann. Hab an diesem Tag für ihn dein schönstes Lächeln, die innigsten Gedanken und Blicke, den meisten Spaß. Dann kann nichts schief gehen.
 
  • #18
Schön, dass Du ein Mann gefunden hast, der auch in die Pötte kommt. Schön, dass ihr eure Liebe mit einer Heirat festigen wollt. Was geht es eure Familie an, wie ihr heiratet? Was bilden sich diese Menschen ein, euch ihren Traum aufzudrücken?
Ich würde meine Hochzeit angepasst an meinen zukünftigen Mann so feiern, wie wir es möchten.
Kein anderer hat da ein Wort mitzureden.
Genau das würde ich deutlich sagen.
Du hast doch auch nicht Mitspracherecht bei deren Urlaub, Wohnung oder DVD Abend.
Es ist euer Tag. Es ist euer Entscheidung zu heiraten.
 
  • #19
Wer bezahlt die Hochzeit?
Falls eure Eltern sich an den Kosten beteiligen, werdet ihr ggf. in den sauren Apfel beißen müssen und auch deren Vorstellungen (mit-)berücksichtigen.

Finanziert ihr alles eigenständig, würde ich mir nicht reinreden lassen und so heiraten, wie ihr als Paar euch das vorstellt. Es soll ja euer schönster Tag werden, nicht wahr?

Wer kommen mag, feiert mit, wer fernbleibt - nun da weiß man, wem man wirklich wichtig ist und wem das eigene Glück am Herzen liegt.
(Vermutlich lassen die "Fernbleiber" spätestens wieder von sich hören, wenn bei euch Nachwuchs unterwegs ist...).
 
  • #20
Er argumentiert, die meisten Gäste wären eh aus der Kirche ausgetreten um Steuern zu sparen, da will er die Heuchelei nicht mitmachen, wenn ich unbedingt will könnte ich mir ja ein weißes Brautkleid zum Standesamt kaufen und einen Caddy könnten wir uns auch mieten. Und er ist glaub ich ziemlich sauer, dass ich mich hab breitschlagen lassen.
Ich an seiner Stelle hätte sogar die Hochzeit abgesagt. Zum einen, weil du illoyal bist und ihm in den Rücken fällst, zum anderen weil du zu feige bist, deine eigene Meinung zu haben und sie zu vertreten und zum dritten weil du dich nicht abgenabelt und gezeigt hast, dass im Zweifelsfall du zu deiner Familie, statt zu deinem Ehemann hältst.
Was die Kirche angeht- ich finde es auch Heuchelei, entweder ist es mir wichtig genug,dann mache ich es. Wenn nicht, tue ich nicht so als ob. Die liebe Verwandtschaft möchte eigenen Traum euch aufzwingen und nimmt euch nicht ernst. Bei 20- jährigen kann ich noch verstehen, aber bei Menschen in den 30- gen? Zuerst die Hochzeit, dann mischen sie sich in Kindererziehung, davor nerven sie" wann is es so weeeit", kaum schaut ihr euch um, lebt ihr das Leben eurer Eltern. Dein Verlobter ist zu recht sauer, du legst jetzt die Weichen für zukünftiges Familienleben und es sieht nicht so aus, als ob es eures sein wird.
 
  • #21
Guten Morgen,

verflixte Geschichte......

Ich bin ja immer dafür, sich in der Mitte zu treffen, mit Rücksicht und Respekt anderer Überzeugungen, hier die Eltern, Verwandtschaft, in denen tiefverwurzelt Überzeugungen stecken. Sie möchten euch, gut abgesegnet, unter Dach und Fach wissen
Dein Freund will absolut nicht.... Hochzeit verschieben, oder andere Optionen herausarbeiten, z.B., nur mit den Eltern, dem Geistlichen und natürlich ihr Zweibeiden, weil einer allein, nicht getraut wird ;-), die segensreichen Ergüsse über sich ergießen zu lassen? Dann anschließend so, wie ihr euch es wünscht?
Ich würde wahrscheinlich jetzt sofort und rechtzeitig, ein kleines Event starten, mit Wein, einen richtig guten, der unförderliche Geister für eine Weile lahmlegt, Gesang und kulinarischen Genüssen, aufwarten. Darauf warten, bis alle sich so vergnügt haben, dass sie sanften Gemütes vielleicht noch einmal eure Vorstellung anhören. Die Bereitschaft zeigen, ihr seid uns wichtig, was habt ihr für Alternativvorschläge. Mal sehen, was da alles zum Tragen kommt.
Meint ihr, das ließe sich hinbekommen? Wenn nicht, ehrlich gesagt dann wabert über eurer Hochzeit ein Unfrieden, es gibt Verlierer und Gewinner. So wäre niemand Verlierer und Gewinner, weil man **gemeinschaftlich** eine Lösung suchte. Was hättet ihr sonst davon, nix, da bin ich sicher. Und ich wüsste, dass das eine oder andere Tränchen, welches dann kullert, nicht aus Rührung, sondern Traurigkeit fließt. Das wird euch immer daran als Schatten erinnern und ich finde, eine Ehe so zu starten...nicht schön. Familie ist so wichtig in unserer Zeit und überhaupt, wo alles auseinanderbricht.
Schau, in dir hängt schon die Angst, dass sie sich abwenden könnten, wie wollt ihr da eure Hochzeit genießen können.

Versuche es nochmal, anders als bisher und beziehe sie mit ein. Viel Glück und Mut und einen guten Rutsch ins Eheleben.
 
  • #22
Grenzen ziehen! Wieso läßt ihr euch da überhaupt dreinreden? Du weißt ja, wo die Grenze ist. Jedes Mal, wenn jemand von der Familie diese Grenze übertritt, muss man denjenigen zurückpfeifen. Irgendwann - sogar sehr bald, wenn man konsequent ist - kapieren sie das.

Es ist eure Hochzeit. Ihr bestimmt, wie die auszusehen hat. Die anderen sind Gäste. Diese Gäste stehen euch sehr nah, deshalb vermittelt man denen liebevoll (aber bestimmt), wie man die eigene Hochzeit haben will.

Oder übernimmt irgendwer von der Verwandtschaft einen Großteil der Kosten und erwartet deshalb ein Mitspracherecht?
 
  • #23
Ganz einfach - wer zahlt, darf ansagen.
Ich würde den Familien folgenden Vorschlag machen:
Ihr bekommt eure kirchliche Trauung und euer Megafest mit 250 Personen im alten Schloss.
Aber ihr bezahlt das alles, 2 Livebands, 2 DJ's , Futter vom Feinsten etc. Dazu gibts ein nettes Einfamilienhaus als Hochzeitsgeschenk. Wer die Million auf den Tisch legt dürfen sie unter sich ausmachen.
Ähnlich bei den Paten - eine Viertelmillion für das jeweilige Kind als Ausbildungsversicherung, angelegt in der Schweiz. Plus Kostenübernahme der Feier.
Wetten, dass die Familien ganz schnell keine Lust mehr haben? Und falls doch - seht es als guten Stundenlohn.
Viel Spass, egal wie es ausgeht.
 
  • #24
Ich würde da eisern blieben. Es ist EURE Hochzeit & die Familien sollten eure Entscheidungen diesbezüglich respektieren & akzeptieren.
Jemand der mir an so einem wichtigen Tag, etwas aufzwingen möchte, braucht eigentlich garnicht kommen.
Sehr schade, wenn das die eigene Familie ist..

& ich wäre auch sehr enttäuscht, wenn sich mein Partner (in dem Fall du) von den Familien so bequatschen lässt & dann zu etwas zustimmt, was wir beide gar nicht wollten!
Was soll man davon halten? Kannst du nicht für deine/eure Wünsche einstehen? Wo hört das auf?
Beim Kind gefällt den Schweigereltern der ausgesuchte Name nicht & dann wird der ihretwegen geändert? Dann haben die auch schon Vorstellungen von der Taufe.. ja hallo, wollen die euch irgendwann erzählen, wo ihr wohnen sollt, wie das Kind erziehen etc?

Bitte stehe da zu deinem zukünftigen Mann & zu dem, was ihr euch beide wünscht & nimm keine falsche Rücksicht auf die Familien, die an besagten Tag ja garnicht heiraten!
 
  • #25
Es ist Eure Hochzeit und diese sollte so gefeiert werden, dass ihr euch wohl fühlt. Den Druck der Familien nach Erfüllung der eigenen Wünsche ist aus meiner Sicht, übergriffig,egoistisch und unangemessen. Grenzt euch frühzeitig ab ! Euch alles Gute :)
 
  • #26
Es gibt wenig mehr dazu zu sagen. Manchmal muß man einfach erwachsen werden und dann sind halt ein paar Menschen leicht pikiert, das macht aber nichts, das gibt sich. Dein zukünfiger Mann scheint Cochones zu haben, er lässt sich nicht verbiegen, das ist prima, guter Fang. Ich z.B. habe mir verbeten, dass meine Schwiegermutter zur Hochzeit kommt, andernfalls keine Hochzeit. Klar, war beleidigt, aber ich hoffe sie nie wieder zu sehen, also egal.
 
  • #27
Ihr seid ja einhellig einer Meinung, auch Danke für alternative Anregungen. Da nehme ich mir gleich mal allen Mut zusammen und besuche nach Feierabend seine Eltern und meine Eltern und sage es ihnen.

Zu schnell finde ich uns nicht, wir sind doch schon 30. Wir hätten auch schon eher geheiratet nur hat er noch seine feste Zahnspange und das passt mit unserer Hochzeitsreise nicht.

Drückt mir die Daumen, dass ich den Kopf nicht abgerissen kriege.
 
  • #28
Zu sagen: unsere Hochzeit = unsere Entscheidung...
Ist zwar richtig, hilft Euch wahrscheinlich emotional nicht.

Ich war nie in der Situation, würde hier aber ganz ehrlich, auf die emotionale Tränendrüse drücken.

Vielleicht kitschig aber mein Versuch wäre ein Brief!

Wir lieben Euch etc...nur selbst wenn wir das für Euch täten, wäre es nicht unser glücklichster Tag.

Gefühle, Verzweiflung offen legen.
 
  • #29
Ich an seiner Stelle hätte sogar die Hochzeit abgesagt. Zum einen, weil du illoyal bist und ihm in den Rücken fällst, zum anderen weil du zu feige bist, deine eigene Meinung zu haben und sie zu vertreten und zum dritten weil du dich nicht abgenabelt und gezeigt hast, dass im Zweifelsfall du zu deiner Familie, statt zu deinem Ehemann hältst.
Das ist ja nun völlig übertrieben. So eine Feier ist doch kein Thema weswegen man eine Beziehung verlässt.

Ich übrigen finde ich kirchliche Hochzeiten wegen Zeremonie sehr gut. Zum Teil sind kirchliche Hochzeiten sogar kostenlos. Aber natürlich soll es jeder der heiratet so machen wie er will und nicht wie es die Angehörigen wollen. Ich würde mich aber auch nicht überwerfen wollen.
 
  • #30
ihr bezahlt das alles, 2 Livebands, 2 DJ's , Futter vom Feinsten etc. Dazu gibts ein nettes Einfamilienhaus als Hochzeitsgeschenk. Wer die Million auf den Tisch legt dürfen sie unter sich ausmachen.
Genau, nimms mit Humor. Hab gerade Kopfkino: Sie folgen deinen sachlichen Argumenten nicht- mal ganz abgesehen davon, dass ich die Einmischung allein schon anmaßend- egozentrisch finde... Du kratzt dich am Kopf, machst eine Spannungspause und sagst nachdenklich: Es gäbe da doch noch eine Möglichkeit. Und haust dann ganz trocken Toms Offerte raus.

Take it easy, lasst euch den Tag nicht verderben. Meine beste Freundin hat ihre Schwiegermutter - mit Zustimmung ihres Mannes - ebenfalls nicht eingeladen bzw. die Einladung ausgesetzt. Weil diese darauf bestand, ihre zwei Hunde zum Besuch zu Hause, zur Trauung und zur Feier mitzunehmen. Sie habens alle überlebt, meine Freundin ist seit 25 Jahren mit ihrem Mann zusammen und hat noch ganz andere Hürden mit ihm genommen. Viel Mut, viel Glück:)