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Gast

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  • #1

Was macht Ihr, wenn Ihr ausgepowert seid?

Seit einem Jahr habe ich mächtig viel Streß im Job. Ich arbeite ziemlich viel und hart. Wenn ich (alleinerziehende Mutter) dann abends nach Hause komme, muss ich mich ums Kind, die Tiere, das Haus, den Garten, meine Scheidung etc. kümmern. Anfangs habe ich diesen Drahtseilakt noch ganz gut bewältigen können. Mittlerweile ist mein Akku aber leer und ich bin völlig neben der Spur. Im Beruf funktioniere ich noch 100%, aber zuhause herrscht das reinste Chaos. Ein Kur-Fan bin ich nicht. Manchmal fürchte ich, dass ich ein Leben lang Single bleiben muss, weil mir einfach schlicht weg die Zeit für einen Partner fehlt. Gesundheitlich geht´s mir auch immer schlechter dabei. Wie krieg ich mein Leben bloß wieder in den Griff. Hat jemand von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht?
 
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Annette

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  • #2
Ja, natürlich ich kenne das seit vielen Jahren.
Folgende Dinge empfehle ich Dir:

Gegen Stress im Beruf: Sport als Ausgleich. Auch meditieren, damit Du deine innere Ruhe wieder findest.
Zu Hause: Haushaltshilfe, Gartenhilfe die Dich unterstützt. Dein Privatleben gut organisieren. Vielleicht kann Oma das Kind auch mal betreuen.. lieber gezielt und entspannt Zeit mit dem Kind verbringen.
Ich hatte regelmäßig jedes 2. WE mit meinem Kind etwas unternommen, richtig gute, stressfreie Auszeiten für Gemeinsamkeit. Ich hatte jemand für Garten und ab und an für Haushalt geholt, das hat mich entlastet.
Das Thema Partnerschaft im Moment noch dazu- dies wäre vielleicht zu viel. Zu erwarten, eine Partnerschaft richtet Dein Privatleben, wäre fatal, denn gebrochene Herzen belasten solche Situationen dann noch mehr.
Also ordne mal Dein Leben, bau Dich auf und danach ist auch wieder Platz für Partnerschaft.
 
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  • #3
Ich würde Dir Sport empfehlen, das hilft einem sehr viel und danach ist man fitter als vorher!

Laufen, Radfahren, schwimmen usw. sind sehr gut geeignet die eigenen Batterien aufzufüllen!
Auch wenn es am Anfang schwer fällt, den eigenen inneren "Schweinehund" zu besiegen, überwiegen nach der ersten Phase eindeutig die positive Gefühle!
Probiere es einfach aus und du wirst es selbst erfahren!
 
  • #4
Du hast Recht, unter diesen Umständen macht es keinen Sinn, auf Partnersuche zu gehen. Du solltest dein Leben nach überflüssigen Dingen durchforsten und versuchen, die Zeit zu reduzieren, die diese Dinge in Anspruch nehmen.

Du hast einen Garten, kannst dich aber eigentlich gar nicht um ihn kümmern. Normalerweise freut man sich über einen schönen Garten nur, wenn man ihn selbst so hergerichtet hat. Insofern hilft hier auch ein Gärtner nicht unbedingt weiter. Wenn du ihn nicht verkaufen kannst, wie wäre es damit, viel pflegeleichten Rasen anzulegen oder anlegen zu lassen?

Du sprichst von "die Tiere" - wie viele habt ihr denn? Wenn da auch kleinere Tiere mit dabei sind (Hamster, Mäuse etc.), dann würde ich mir nach deren Ende keine neuen mehr anschaffen. Bei Hund und Katze sieht's anders aus, um die wirst du dich auch weiterhin kümmern müssen.

Sprich mal mit deinem Arbeitgeber, ob der nicht auch eine 30-h-Woche akzeptiert. Und wieso nimmt dich die Scheidung denn so organisatorisch in Anspruch? Kann das nicht der Anwalt größtenteils erledigen?
 
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  • #5
Das mit dem Sport ist an sich eine gute Idee würde ich dir aber nur empfehlen, wenn du energie hast oder du sowas wie yoga wählst, sonst besteht die gefahr dass du kollabierst.
Und dann würde ich mir wie oben beschrieben Hilfe organisieren für Haushalt, tiere und Garten.
Denn auch wenn Tiere und Garten schön sind, wäre das hinten auf meiner Liste. Oben an steht dein Kind, das würde ich auf keinen Fall delegieren.
Und die Scheidung - Sache des Anwalts und wenn der Ex nervt, auch Sache des Anwalts. Abschotten heisst die Devise.
 
  • #6
Ich bin auch sehr ausgelaugt und benötige unbedingt mehr Zeit für Sport. Deshalb arbeite ich mit Hochdruck allen Papierkram ab und miste meine Wohnung aus. Alles, was Ballast ist, kommt weg. Und wenn ich dann auch einem guten Stand bin, werde ich mir eine Putzhilfe organisieren.
Ich weiß nun nicht, wie alt Dein Kind ist, aber auch das würde ich mit gewissen täglichen Verantwortungen einbinden - eben altersgerecht. Bei Kindern ist außerdem wichtig, daß sie auch ausreichend Sport treiben. Bei mir hat man da nicht so darauf geachtet, das würde ich definitiv bei meinem Nachwuchs anders handhaben. Der würde täglich zur Bewegung animiert werden.
Ich bin zwar kein Freund davon, aber vielleicht hast Du außerdem die Möglichkeit, auf Verwandtschaft und/oder Freunde zurückzugreifen. Wenn man das als harmonisches Geben und Nehmen hinbekommt, schafft es einem auch Freiraum. Und wenn es nur für die momentan akute Bewältung des sich angestauten Chaos ist! Es tut manchmal gut, wenn man dem nicht alleine gegenüber steht.
Das muß man Dir wahrscheinlich nicht extra sagen, aber dann würde ich mich in Sachen Einkäufe, Kochen, Wächewaschen, etc. also wiederkehrende regelmäßige Aufgaben rationell organisieren. Also z.B. einmal viel kochen und entweder portionsweise eingefrieren oder am nächsten Tag aufwärmen, nur einmal die Woche einkaufen gehen. Und nicht an einem Tag die komplette Wohnung putzen, sondern jeden Tag etwas in einem anderen Zimmer putzen - und wenn es nur eine Viertelstunde lang ist, dann gib in der Vollgas. Den Garten würde ich wie bereits vorgeschlagen so gestalten, daß nicht viel Unkraut gejätet werden muß. Es gibt schöne Bodendecker und den Rasen könntest Du von einem Nachbarsjungen erledigen lassen. Allerdings könntest Du die Gartenarbeit weniger als Belastung sondern vielmehr als Möglichzeit zum Abschalten und auch der körperlichen Betätigung betrachten ...
Mir hilft es, wenn ich mich regelmäßigen Abläufen/Zeitpunkten unterwerfe - wie im Sinne eines Stundenplans. Dann weiß ich, was ich in welcher Zeit unbedingt erledigt bekommen möchte und was gut wäre, wenn ich es zusätzlich noch erledigt bekomme. Aber: nicht zuviel vornehmen! Du solltest Deine Pläne umsetzen können, sonst wächst der Frust!
Und weil es mich häufig ausbremst: denke nicht zuviel über Negatives nach. Das raubt nur Kraft, die Du für andere Dinge brauchst. Mal ein Durchhänger ist genehmigt, aber nicht täglich, ok? Du erinnerst Dich bestimmt noch an Zeiten, in denen Du auch viel Belastung hattest, und aber alles locker meistern konntest! Ich wette, der einzige wirkliche Unterschied war nicht der Streß, mit dem Du Dich konfrontiert sahst, sondern Deine innere Einstellung! Klar macht man erdrückende Erfahrungen - nur willst Du Dich wirklich von ihnen niedermachen lassen? Bringe Deinen Blick auf die schönen Dinge im Leben und stoppe ab sofort alle bedenkenvollen Hirnregungen und zwinge Dich, auf Erfreuliches zu schauen und an Erbauliches zu denken! Man meint, es klappt nicht, aber das wird schon! Auch in einer Reha kann man Dich nur anleiten - helfen MUßT Du Dir selbst!

Es hilft schon viel, wenn man sich selbst konkret vorstellt, wohin man kommen möchte. Daraus leiten sich von selbst die Maßnahmen und auch die Motivation ab.
Ach, und vergiß nicht, auch jede Woche mindestens eine schöne Sache, die Dir Freude bereitet, mit einzuplanen. Die Vorfreude und der Effekt danach bringen mich jedenfalls von Woche zu Woche. Und abends würde ich mir für mein Kind Zeit zum entspannten gemeinsamen Abendessen nehmen und eine Oase schaffen. Das tut Euch beiden gut!

Ich weiß, es ist teilweise sehr hart, nur wenn man nicht selbst aktiv wird, wird es immer so bleiben, wie es ist. Wenn man Verpflichtungen hat, dann muß man diesen nachkommen. Das geht jedem so. Um es zum Besseren zu verändern, muß man selbst etwas tun. Das kann niemand sonst für einen erledigen!

Kopf hoch! Auch die anderen kochen nur mit Wasser! Hör Dich um - Du wirst sehen!
Und wenn es ganz schlimm ist, erkundige Dich mal bei ProFamilia, etc. Und wenn Du nur eine andere Frau findest, die in ähnlicher Situation ist, mit der Du Dich austauschen kannst.

Mary - the real, Mitte 30
 
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VirginiaWoolf

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  • #7
Liebe Fragestellerin,
ich kann mich im wesentlichen anschließen, sortiere nach Prioritäten, befreie Dich von dem was Balast ist.
@Thomas, ein Anwalt braucht jede Menge Zuarbeiten, erst recht wenn ein Haus da ist, das muss sehr sorgfältig erledigt werden und kostet viel Zeit, den Rest macht er dann schon, musst abe alle Schriftstücke gründlich lesen.

Ich kann Dir auch autogenes Training empfehlen, erfordert etwas Übung, erhöht die Konzentrationsfähigkeit:
Autogenes Training 1. Einführung in die Grundstufe nach J.H. Schultz.: Einführung in die Grundstufe nach J.H. Schultz. Durch Entspannung zu neuer Kraft und Energie
von Antonia Arboleda-Hahnemann (Autor)
http://www.amazon.de/Autogenes-Training-Einf%C3%BChrung-Grundstufe-Schultz/dp/3939306029/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1246794995&sr=8-1

Auch wenn das hart klingt, ich würde so bald als möglich Haus und Garten verkaufen und eine Wohnung nehmen.
Alles Gute und ziehe die Notbremse, bevor auch auf Arbeit nichts mehr geht, ich kenne das, obwohl mir meine Arbeit riesen Spaß macht.
 
  • #8
Liebe Fragestellerin! Du hast die Lage selbst bereits richtig eingeschätzt, in so einer stressigen Situation ergibt Partnersuche keinen Sinn. Das würde Dich nur noch mehr belasten und der Aufbau einer harmonischen Partnerschaft ist unter diesen Umständen gar nicht möglich.

Ich rate folgendes:
1) Du solltest versuchen, die Scheidung beschleunigt hinter Dich zu bringen. Wenn Ihr Euch einig seid und Du einen guten Anwalt hast, dann sollte das eigentlich kein Problem sein und würde sehr viel emotionale und organisatorische Ruhe bringen. Versuche dies bewusst und mit Nachdruck zu forcieren -- es muss eh sein und ist die Voraussetzung, um die Zukunft unbelastet antreten zu können.

2) Versuche Deinen Haushalt arbeitsfreundlicher zu gestalten. Ein Garten muss nicht beliebig viel Arbeit machen. Vermeide einfach Gemüse, Blumen, einjährige Pflanzen, sondern setze auf viel Rasen und pflegeleichte Sträucher. Überlege Dir, ob nicht ein Nachbarsjunge das Rasenmähen, Laubharken, Bewässern und ähnliches für einen kleinen Betrag übernehmen kann. Solche Ausgaben sind niedrig, aber entlasten enorm! Im Notfall kann man die Gartenarbeit auch einfach so reduzieren -- wenn er etwas schlechter aussieht, ist das immer noch besser als wenn Du Dich ruinierst. Außerdem sollte der Garten Entspannung und Ablenkung sein; wenn es eher Stress und Arbeit ist, dann stimmt was nicht.

3) Was für Haustiere sind das? Ist das nötig? Unter den derzeitigen Bedingungen würde ich sie, falls möglich, abschaffen, um Freiräume zu schaffen für unkomplizierte Kurzurlaube oder entspannte Abende. Dieser Stress ist komplett unnötig!

4) Wie alt ist Dein Kind? Kann man ihm schon einzelne Aufgaben übertragen oder wirklich nutzbringend was zusammen erledigen? Das wäre sowohl erzieherisch als auch organisatorisch sinnvoll. Versuche Dinge miteinander zu verbinden!
 
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  • #9
So wie du es hier beschreibst, bist du im Moment mit deiner Lebenssituation einfach völlig unzufrieden.
Versuche einfach deine "Denk- und Herangehensweise" ein wenig zu verändern. Dann siehst du auch einige Dinge viel klarer.
Warum gibst du im Job 100% und in deiner Familie schaffst du noch nicht einmal 50%?
Kann es sein, dass du die Prioritäten hier ein wenig falsch gelagert hast?
Auch ich bin alleineziehende, berufstätige Mutter von 3 Kindern und musste all das für mich erst lernen.
Du bist der Motor in eurer Familie und wie wir den Motor beim Auto pflegen, solltest auch du dich pflegen und wichtig nehmen.
Ich denke, du bist noch immer in der Trennungsgeschichte gefangen und noch garnicht bereit für eine neue Partnerschaft.
Lass die Suche hier erst einmal ein wenig ruhen und konzentriere dich zunächst auf dich und deine Bedürfnisse, denn nur dann kann es auch mit einem Partner an deiner Seite funktionieren.
Du bist auch ohne Partner viel wert und musst dich nicht über deinen Job identifizieren.
Vielleicht reduzierst du deine wöchtentliche Arbeitszeit ein wenig und schaffst dir Freiräume nur für dich...so wirst du auch wieder zufriedener.

ich möchte dir hier gar keine konkreten Vorschläge machen, denn DU alleine weißt, was du brauchst bzw. was für dich gut ist.
Höre einfach mal in dich hinein.
Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Kraft und du schaffst es...
(w39)
 
  • #10
@#7: Tja, Virginia, da hast du wohl leider Recht. Man nimmt sich einen Anwalt und macht am Ende doch den Großteil der Arbeit selbst. Eigentlich möchte man seine Unterlagen alle bei ihm "auskippen", ihm weitere notwendigen Informationen mündlich zukommen lassen und den Rest macht er dann. Es kommt vielleicht höchstens mal zu punktuellen Rückfragen.

Die Realität sieht aber wohl anders aus, das kann ich mir gut vorstellen, obwohl ich Gott sei Dank noch nie geschieden wurde. Wichtig ist aber, dass man grundsätzlich eine Strategie verfolgt, zielgerichtet vorgeht und dass man sich nicht in ungerechtfertigte Ansprüche sinnlos hineinsteigert. Dann kann so eine Scheidung nicht nur organisatorisch sondern auch emotional besser verkraftet werden.
 
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  • #11
Kannst und willst Du abgeben ?

Alles was du abgibst bringt das Risiko, daß es nicht so läuft wie es soll. Schade, daß Du nicht reinschreibst, was Du beruflich machst.

Weißt, wichtig ist der Wechsel Belastung / Erholung. Die Erholung dient dazu, mehr Belastungen auszuhalten. Wenn Du Dich nicht erholst, belastest dich nur und ziehst Dich somit mit Deiner Leistungsfähigkeit auf Null runter.

Der Körper wird sich dann durch totalen Crash seine Erholung holen. Besser, Du gibst sie ihm, indem Du einfach mal wegfährst.

So, wie es in Deiner Wohnung aussieht, so sieht es in Dir aus. Die Probleme kriegst nicht von einem Tag auf den andern gebacken, da hilft nur Kraft tanken. Fahr 2 Wochen weit weg, dann siehst die Dinge mal mit andern Augen, also nix mit Europa - weiter.

Mein Profil: 7E2176FE

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