• #1

Was kann ich für eine gemeinsame Zukunft tun?

Liebe Forumsgemeinde!
Ich bin neu hier und möchte euch mein aktuelles Problem, das mich sehr belastet, schildern.
Vor fast 6 Monaten - zu diesem Zeitpunkt stand ein mir sehr nahe stehender Mensch im Sterben - hat mir mein Mann (22 Jahre verheiratet, 47 Jahre alt) von nun auf gleich gesagt, dass er noch am selben Tag ausziehen wird. Wir hatten gerade eine neue Wohnung bezogen und wollten an diesem Tag den Kamin bestellen. Ich war geschockt und nach einigen Hin und Her wollte er am selben Tag einen sanften Neustart. Ich habe mich in der folgenden Zeit sehr um ihn bemüht, wir waren auf den Malediven....
Nun war es wieder so weit. Er wollte wieder ausziehen und hat es letzten Freitag auch durchgezogen (er ist in unser gemeinsames Gartenhaus gezogen), um in Ruhe nachzudenken.
Er braucht Abstand, um sich über die vielen Ungereimtheiten und Unwahrheiten auf beiden Seiten klar zu werden.
Es geht im Konkreten um Folgendes:
1; ich war vor ca. 10 Jahren liebevoll und zärtlich zu ihm, dann ist er auf Dienstreise gefahren und nach 3 Tagen war ich wie ausgewechselt
2; ich habe vor ca. 25 Jahren, als wir gemeinsam mit Freunden weg waren, in einem Lokal einen Mann angesprochen, der wie Gerard Depardieu ausgesehen hat - das hat ihn gestört
3; ich habe vor 7 Jahren eine SMS eines Arztes bekommen, in der dieser schreibt, dass er mit mir ein Leben beginnen möchte - diese SMS gab es auch wirklich, nur hatte ich mit diesem Arzt ein rein arbeitsmäßiges "Verhältnis" und nie irgendeine Annäherung (dies habe ich auch immer wieder beteuert)
4; Ich habe vor unserer Beziehung eine Abtreibung vornehmen lassen, und ihm das erst vor kurzem gesagt. Warum erst vor kurzem? Ich habe es damals vor allen (also auch vor dem Kindsvater) geheim gehalten und mir geschworen, bevor es irgendjemand erfährt, muss ich es dem Kindsvater erzählen. Vor 7 Jahren, als mein Mann mich betrogen hat, und wir neu durchgestartet sind, habe ich den Vater des Kindes angeschrieben und ihn um ein Treffen gebeten und ihm davon erzählt - Ich wollte es ganz einfach von der Seele haben. Dann hab ich mich wieder nicht getraut, es meinem Mann zu erzählen und habe es eben erst kürzlich getan, als ich mit ihm "reinen Tisch" machen wollte (also ein Neustart ohne "Lügen") - daraus schließt mein Mann, dass ich den Vater des Kinder immer mehr geliebt habe als ihn.

Man muss aber auch sagen, dass mein Mann mich vor 7 Jahren betrogen hat (wenn auch ohne Sex, aber dennoch), mir als mein Onkel gestorben ist, nicht den Rücken gestärkt hat, sondern ausziehen wollte, und ich aktuell einen sehr auffälligen Blutbefund bekommen habe (7%ige Möglichkeit Leukämie zu bekommen), den er kennt und der ihm scheinbar wurscht ist.
Ich habe ihm seine Verletzungen verziehen, er kann dies scheinbar nicht.
Wie gerne hätte ich eine gemeinsame Zukunft, denn er ist nach wie vor mein Lebensmensch
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #2
Ganz ehrlich liebe Chiara: erst einmal kannst Du gar nichts tun. Und das solltest Du auch nicht. Denn an einer gemeinsamen Zukunft müssten beide arbeiten. Er ist aber ausgezogen.

Hol tief Luft und halte den Ball flach. Ziehe Dich von ihm zurück und mache Dein Ding. Jetzt ist er dran. Und bitte versuche nicht wieder, ihn zu überreden oder zu überzeugen. Das hilft nichts. Jetzt ist er dran. Wenn er es noch wollte, dann müsste er sich darum bemühen.

Lese bitte Deine Zeilen noch einmal durch. Seine Argumente sind typisches Exen-Gelaber. An den Haaren herbeigezogen. Man merkt förmlich, dass er sich die Gründe aus den Fingern gesogen hat. Wenn die Gründe so schwerwiegend waren, warum hat er dann noch so lange gewartet?

Er will nicht mehr. Das kannst Du leider nur akzeptieren. Leider musste ich aus eigenen leidvollen Erfahrungen lernen, dass es keinen Sinn macht, einen Reisenden aufhalten zu wollen. Das verlängert das Leiden und wird auch Deinen Stolz und seinen Respekt vor Dir verletzen. Alles Gute und viel Kraft.
 
  • #3
Du zählst hier viele Fakten und Vorfälle auf, die ihr euch gegenseitig nicht verzeihen könnt und die ihr als kränkend erlebt habt. Dabei geht es gehörig in die Vergangenheit, da werden Sachen hervorgeholt, die Ewigkeiten her sind. Und das dein Mann von nun auf gleich ausziehen wollte, diese Aussage ist ja wohl in ihrem Kern geschönt: ihr hattet da ja schon jede Menge Probleme und unaufgearbeitete Konflikte. Habt ihr euch eigentlich jemals damit befasst, was das tatsächliche Thema ist, was hinter diesem ganzen Durcheinander steckt. Worum geht es tatsächlich? Anstatt mit diesem kleinlichen Aufgerechne Zeit zu verschwenden würde ich versuchen das herauszufinden, damit ihr entweder vernünftig mit der Beziehung abschließen könnt oder tatsächlich mal einen echten Neuanfang startet. Das werdet ihr aber vermutlich nicht alleine hinbekommen - macht eine Paartherapie, oder wenn er das nicht möchte, mach eine für dich alleine... dann fällt dir vielleicht auf, wo für dich der Knackpunkt liegt und du hörst auf, die Verantwortung von dir zu schieben.
 
  • #4
Ihr solltet euch trennen. Offensichtlich hat er sich im Laufe der Jahre von dir entfernt und sucht jetzt einen schnellen Ausstieg. Und er traut dir schon lange nicht mehr, hält dich für eine verstockte Lügnerin, die ihre Affären kunstvoll verschleiert und spiegelt damit seine Persönlichkeit auf dich. Du solltest dich daher auf eine Scheidung vorbereiten. Sein Abgehen von einer sofortigen Trennung von Tisch und Bett kam nur durch dein inniges Flehen zustande, und so richtig wohl war ihm dabei nicht.

Reisende sollte man nicht aufhalten. Bei mir wäre schon nach dem erstmaligen Fremdgehen des Partners Schluss, da muss man sich nicht noch sieben(!) Jahre in der Partnerschaft quälen. Du erweist dich damit als sehr leidensfähig, machst aber keinen Schritt vorwärts in ein neues Leben!
 
  • #5
Liebe Chiara007,
Wie darf ich mir das vorstellen?
Man muss aber auch sagen, dass mein Mann mich vor 7 Jahren betrogen hat (wenn auch ohne Sex, aber dennoch)
Er hat dich betrogen ohne Sex zu haben? Heißt er hat nur rum geknutscht, er hat sich oxxx bedienen lassen, oder ist ein Betrug für dich schon eine andere Frau treffen? Das wäre wichtig zu wissen, um darauf näher eingehen zu können. Das wiederum wäre wichtig, da es ein großer Baustein in eurem Problem darstellt.
Er braucht Abstand, um sich über die vielen Ungereimtheiten und Unwahrheiten auf beiden Seiten klar zu werden.
Du schreibst hier er geht um Unwahrheiten von beiden Seiten. Könnte es sein, dass es da in eurer Beziehung noch einige mehr gibt, die du nicht aufgezählt hast?
So wie du schreibst, wühlt dein Mann gerade in Dingen die schon sehr viele Jahre zurück liegen, teilweise 25 Jahre! Sucht er einen Grund um aus der Beziehung aussteigen zu können? Oder gibt es noch mehr was er verdauen oder aufarbeiten muss?
Das soll keine Unterstellung sein oder ein Angriff auf dich, ich kann mir nur einfach nicht vorstellen, warum die von dir genannten Gründe (ich denke diese hat er dir genannt) eine Beziehung so ins Wanken bringen können und das obwohl sie so lange zurück liegen? Vielleicht rückt dein Mann auch nicht mit der ganzen Wahrheit raus, oder du bist eigentlich nicht der alleinige Grund warum er nachdenken muss, aber er macht es sich leicht und versucht dir die Schuld zu zu schieben um eine Trennung zu rechtfertigen.

Ich möchte es kaum aussprechen, aber wenn es deiner Meinung nach keine anderen Vorkommnisse gab von deiner Seite aus und er wirklich nur die von dir aufgezählten Gründe angab die ihn ab der Beziehung zweifeln lassen, dann würde ich vermuten es gibt noch eine andere Frau die ihn gerade ins Grübeln bringt und er einen Grund vorschiebt um sich in Ruhe Gedanken machen zu können.

Immerhin gab es schon einmal einen Betrug und betrügen tut nur der, der unzufrieden mit seiner Beziehung ist. Wenn sich eure Beziehung seitdem nicht stark verbessert hat, war dein Mann immer offen und empfänglich für Angebote und hat nun vielleicht wieder eine Affäre aufgetan.
Könnte es sein, wenn du drüber nachdenkst, dass er eine Affäre hat?

Alleine dass dein Mann dich in schweren Phasen des Lebens alleine lässt, zeigt wie sich eure Beziehung entwickelt hat in den letzten Jahren.
Es tut mir sehr leid für dich, denn du scheinst deinen Mann sehr zu lieben, aber wenn sich ein Mann so verhält, dann ist die Basis für eine Ehe und Beziehung (Liebe) nicht mehr vorhanden.
 
  • #6
Liebe FS,

du schreibst sehr viel von "Neustart" und "neu durchstarten". Leider ist das ein in letzter Zeit immer häufiger benutzter Term, der äquivalent zu "etwas ändern" benutzt wird. Daneben impliziert er aber etwas unmögliches, nämlich dass die Fehler der Vergangenheit ab diesem Zeitpunkt keine Relevanz mehr hätten.
Dass dem nicht so ist, haben du und er bereits festgestellt. Dass er sich so zurück- und ins Gartenhaus umzieht, heißt für mich, dass er entweder nicht in der Lage ist mit dir über alles zu reden, oder es bereits versucht hat und dabei nichts herausgekommen ist.
In jedem Fall würde ich empfehlen, dass ihr euch einmal in Ruhe zusammensetzt und möglichst sachlich über die Situation sprecht. Wenn das privat nicht mehr möglich ist, nehmt euch einen Paartherapeuten. Offenbar sind bei ihm Ereignisse der Vergangenheit so tief eingebrannt, dass sie ihn immer noch belasten. Wenn er es bis jetzt nicht geschafft hat, diese zu verarbeiten, wird er es allein auch in Zukunft nicht schaffen, daher müsstet ihr das zusammen angehen.
In jedem Fall solltet ihr das als kontinuierliche Arbeit an eurer Beziehung ansehen und nicht als "Neustart", denn so etwas gibt es nicht.
 
  • #7
Ich glaube auch, dass der Zug abgefahren ist.
Was auch immer du getan hast, was willst du mit einem Partner, der dir nicht vertraut und du ihm vielleicht auch nicht. Der dich immer wieder im Stich lässt? Der überall Rivalen sieht, aber es selber nicht so genau nimmt.
 
  • #8
ich habe vor 7 Jahren eine SMS eines Arztes bekommen, in der dieser schreibt, dass er mit mir ein Leben beginnen möchte - diese SMS gab es auch wirklich, nur hatte ich mit diesem Arzt ein rein arbeitsmäßiges "Verhältnis" und nie irgendeine Annäherung (dies habe ich auch immer wieder beteuert)
Man muss aber auch sagen, dass mein Mann mich vor 7 Jahren betrogen hat (wenn auch ohne Sex, aber dennoch)
Ich weiß ja nicht was vor 7 Jahren los war. Dein Arzt flirtet mit dir, angeblich ohne, dass du ihn dazu ermuntert hättest. Dein Mann trifft eine andere Frau, angeblich ohne ihr körperlich näherzukommen. Das kann stimmen, kann aber auch nicht stimmen.

Und dann werden noch uralte Geschichten aufgezählt, bei denen es sich entweder um Lappalien handelt, oder du verschweigst uns wichtige Details:
ich war vor ca. 10 Jahren liebevoll und zärtlich zu ihm, dann ist er auf Dienstreise gefahren und nach 3 Tagen war ich wie ausgewechselt
Was war denn da los? Warst du einfach in diesem Moment nicht in Stimmung? Oder hat sich in diesen drei Tagen irgendwas wichtiges in deinem Leben ereignet, was du deinem Mann verheimlichst?
ich habe vor ca. 25 Jahren, als wir gemeinsam mit Freunden weg waren, in einem Lokal einen Mann angesprochen, der wie Gerard Depardieu ausgesehen hat - das hat ihn gestört
Du hast vor 25 Jahren, also 3 Jahre vor eurer Hochzeit einen Prominenten angesprochen, der sich dann nur als Doppelgänger herausgestellt hat? Was hast du gesagt? "Könnte ich ein Autogramm haben?" oder "Ich bin Ihr größter Fan, bitte haben Sie einen ONS mit mir"?

Mir kommt diese Liste so vor, als ob er dich schon lange nicht mehr liebt, aber glaubt, er bräuchte rationale Argumente für eine Trennung.
 
  • #9
Liebe FS,
22 Jahre verheiratet, über 25 Jahre verzettelt ihr euch in Dauerkonflikten mit Aufrechnereien von Uraltthemen. Vor 6 Monaten wollte er ausziehen, jetzt ist er ausgezogen.
Ja, unbedingt Neustart, mit Nachbrenner und und zwar getrennt. Die Probleme, die ihr in den letzten 22 Jahren nicht gelöst habt, bekommt ihr jetzt auch nicht hin.

Ist Dir ohne Drama langweilig oder warum willst Du daran festhalten? Warum musst Du mit ihm eine Abtreibung vor Jahrzehnten aufrollen, die weit vor seiner Zeit war. Welche Relevanz hat das, außer Anlass zu Inszenierungen? Ihr seid doch zu alt für weitere Kinder.
Sieh' es ein, ihr könnt nicht zusammen in Frieden leben. Man sagt: love it or leave it. Er hat sich für leave entschieden, sei froh drum und stell' Dich neu auf in einem Leben ohne ihn.
 
  • #10
Dein Mann hat eine Geliebte. Nachdem die keine Bock mehr hat, kommt er reumütig wieder zurück. Aber wenn Du glücklich werden willst, lass ihn nicht mehr rein.
LG Blueeyes
 
  • #11
Ich finde deinen Partner untragbar verklemmt! Ich rolle doch als Frau auch nicht die fast 50 jährige Geschichte eines Mannes auf und suche nach jedem Dreck, allen Affären, allen Bordellbesuchen allen Fremdgehaktionen und allen Gehässigkeiten und Ungerechtigkeiten, die er Frauen angetan hat.. Denn da gibt es bei Männern sehr viel mehr als bei Frauen!

Zudem hat er dich ja auch betrogen und sicher nicht nur einmal. Du weißt doch gar nicht, was dein Mann in einer langen Ehe alles gemacht hat, wenn du nicht immer da warst!

Plötzliche Trennungen vom Mann sind sehr unüblich. Noch schlimmer, wenn man gerade eine Wohnung und teure Anschaffungen plant. Wie kannst du so einem Mann vertrauen? Du siehst doch, er hat es mit der Loyalität dir gegenüber nicht so wirklich. Damals mit dem Fremdgehen nicht und heute mit dem Kamin nicht. Und bei Schicksalen ist er dir auch nicht treu ergeben. Sicher hat er eine neue Frau kennengelernt. Damit rücken Männer aber nicht raus.

Auch dich im Stich zu lassen, wenn dich SChicksalsschläge treffen - ich rate dir, dich von solchen Männer abzunabeln! Du wirst bei solchen Männern immer alleine dasitzen.
Und warum sollst du dich um ihn bemühen? Du tust doch schon alles für seine Launen (Malediven) und sein Heim.
Leider schätzen Männer das nicht, wenn man was für sie tut. Sie wollen eine Frau, die sich um gar nichts kümmert.
 
  • #12
Ich glaube er hat eine andere Frau und mag nicht dazu stehen. Warum sonst spricht er Sachen an, die 10 bis 25 Jahre zurück liegen. Er wird dann irgendwann behaupten, dass du wegen all der Sachen an der Trennung Schuld bist. So reden sich Männer ihr Fremdgehen schön, suchen sich Rechtfertigungen.
 
  • #13
Warum sonst spricht er Sachen an, die 10 bis 25 Jahre zurück liegen. Er wird dann irgendwann behaupten, dass du wegen all der Sachen an der Trennung Schuld bist. So reden sich Männer ihr Fremdgehen schön, suchen sich Rechtfertigungen.
Genau das war mein erster Gedanke, noch bevor ich die Frage bis zum Ende gelesen hatte. Und das finde ich wirklich mies. Wenn er nicht mehr will - nun ja, das kommt leider vor. Aber dann sollte er entweder ehrlich sein oder einfach nur sagen: Wir haben uns auseinandergelebt, trotzdem hatten wir schöne Zeiten (na ja, so ähnlich jedenfalls). Aber Uralt-Kamellen, die sich für Außenstehende eher wie lustige Anekdoten anhören (Depardieu-Doppelgänger vor zig Jahren "angesprochen" - mich würde schon interessieren, wie die vermutlich eher harmlose Begegnung aussah) - das finde ich deshalb mies, weil der FS so die ganze Schuld für seinen Auszug in die Schuhe geschoben wird.
 
  • #14
Mir persönlich kommt es reichlich absurd vor, dass er 10 und 25 Jahre alte Situationen als Begründung für die Trennung hervorzaubert.

Meine Erfahrung aus vergleichbaren Situationen sagt mir: Es gibt jemand anderen - und dein Ex hat (noch) nicht den Mut, es dir klipp und klar zu sagen.
 
  • #15
Was tut dieser Mann?
Er hält dir vermeintliche Verfehlungen von anno Knax vor, die du im Heute nicht mehr ändern kannst. Das ist das Erste.
Zweitens unterstreicht er auf diese Weise deinen "völlig unmöglichen" Charakter - bist also keine Frau, die er würde haben wollen.
Drittens signalisiert er, dass du ihn immer wieder und über die Jahre hinweg tief verletzt hast, seine Geduld mit dir "miesem Menschen" nun endgültig erschöpft ist.
Das ist Manipulation vom Feinsten, und wirklich unterirdisch. Zieh dir bitte nichts davon an.
Natürlich sind das vorgeschobene Gründe. Den wahren Grund will er dir nicht nennen.

Möglich, dass es eine andere Frau in seinem Leben gibt. Zumindest habe ich ähnliche Argumente von meinem Ex-Mann bei unserem "Trennungsgespräch" gehört (von der Neuen erfuhr ich dann einige Tage später von Freunden).
Auf jeden Fall will er dir die alleinige Schuld für das Versagen eurer Beziehung in die Schuhe schieben.
Einen Neustart oder sogar einer Diskussion schiebt er damit einen deutlichen Riegel vor.

Das solltest du nun ersteinmal akzeptieren, und dir Zeit für deine Gedanken nehmen.
Im Moment erscheint dir eine Trennung nach 22 Jahren natürlich wie eine unvorstellbare Katastrophe. Du kennst ja gar kein anderes Leben als das mit ihm.
Andererseits ist das ein Mensch, auf den du noch nie bauen konntest. Der dich in den wichtigen Belangen deines Lebens immer wieder enttäuscht hat. Der gerade wieder dabei ist, dich zu enttäuschen.

Ich fürchte, du wirst einen schmutzigen Scheidungskampf vor dir haben. Mehr Abstand von dir wird seinen Charakter wahrscheinlich nicht verbessern. Bereite dich darauf vor. Alles Gute.
 
  • #16
Als ich deine Eingangsfrage gelesen habe, so wehte für mich das Aura eines schweren Geheimnisses.

Bevor du mit ihm zusammen gekommen bist hattest du eine Beziehung mit einem anderen Mann wurdest von ihm schwanger und hattest das Kind abgetrieben. Mich beschleicht einfach nur der Verdacht, dass du das vielleicht gar nicht verarbeitet hattest für dich selbst und dass du vielleicht unbewusst Schuldgefühle hast und dich dafür schämst.

Und je nachdem wie feinfühlig dein Mann ist so glaube ich könnte er unterschwellig gespürt haben, dass du von ihm etwas verheimlicht nur wusste er nicht, was das ist.

Als du diese SMS von dem Arzt bekommen hast, der sich offensichtlich in dich verliebt sein und mit dir ein Leben leben wollte du aber von ihm nichts wolltest so könnte mir vorstellen dass dein Mann all die Zeit die nie vertraut hatte und immer befürchtete du würdest oder du hättest den schon betrogen und hättest alles gut verheimlichen können.

Ich kann verstehen, dass kein Mensch möchte dass alle seine Geheimnisse bekannt würden und, dass manche Menschen bestimmte Geheimnisse am liebsten ins Grab nehmen würden doch die schweben wie ein Damoklesschwert über einen und überschatten, wie eine dunkle Wolke die Beziehung.

Ich vermute du wolltest deinem Mann rechtzeitig davon nichts erzählen, weil du vielleicht Angst hattest, dass er dich plötzlich mit anderen Augen sieht und sich von dir abwendet.

Dein Mann hat dieses unausgesprochene aber spürbare Geheimnis für sich selbst als heimliches Fremdgehen mit dem Arzt interpretiert. Ich kann mir vorstellen und ich sehe es wie @mann-o-meter, dass er dir ohne es jemals auszusprechen fremdgehen und gestellt, wenn er dabei daran denkt, dass du diesen Doppelgänger von Gerard Depardieu angesprochen hattest. Das könnte auch der Grund sein weshalb er vor 7 Jahren als gerade im 7 Jahr du die SMS von diesem Arzt erhslten hattest, er sich einer anderen Frau zugewandt hatte.

Schreibe ihm:

"ich habe dieses Geheimnis die Abtreibung meines Kindes so viele Jahre für mich behalten aus xyz (Gründe nennen: Schäm, Schuld, Angst verlassen und verachtet zu werden). Kann es sein, dass du gespürt hattest, dass ich etwas verheimliche und es dir nicht erzählen wollte? Könnte es sein, dass du dachtest ich verheimliche dir eine Affäre als ich die SMS von diesem Arzt erhalten hatte? Ja, ich hatte ein Geheimnis so viele Jahre aber es war keine Affären und ich liebte keinen anderen Mann, es war die Abtreibung für die ich mich heute xyz fühle. Ich hatte Angst du würdest mich dafür verachten und verlassen, wenn du es erfährst. Mir war gar nicht bewusst wie sehr dieses unausgesprochene Geheimnis unserer Ehe belastete. Sehr wahrscheinlich konntest du nie Vertrauen fassen all die Zeit, wie wir zusammen waren. Stimmt meine Vermutung in Bezug auf deinen Auszug?"

Ob das zutrifft, wie ich vermute, dass er ein Geheimnis spürte all die Zeit und dieses Geheimnis als eine heimliche Affäre von dir interpretierte, weiss ich nicht.
 
  • #17
nach einigen Hin und Her wollte er am selben Tag einen sanften Neustart. Ich habe mich in der folgenden Zeit sehr um ihn bemüht, wir waren auf den Malediven....

Liest sich für mich so: Dein Mann eröffnet Dir (zugegeben, nicht zu einem günstigen Zeitpunkt), dass er die Ehe beenden möchte. Du bequatschst ihn so lange, vermutlich unter Einsatz aller "Mitleidserreger, die schwerkranke Verwandte oder eigene Krankheitsdiagnosen so her geben), bis er nicht mehr länger diskutieren will. Wir hatten das neulich hier schonmal. Also stellt er fadenscheinig einen sanften Neustart in Aussicht mit dem Hintergedanken, dass er sich ja schonmal umschauen kann, ob sich was anderes findet.

Was die Malediven in dem Zusammenhang bedeuten sollen, erschließt sich mir nicht. Der 20-Jahre-in-den-Bayerischen-Wald-Fahrer scheint den Malediven magische Wirkung auf Beziehungen zuzuschreiben. So wie manche glauben, eine Hochzeit verbessere eine gescheiterte Beziehung. Deine Bemühungen in allen Ehren, aber von seinen lese ich nichts.

Wenn ich als Mann sage: die Beziehung ist für mich beendet, dann ist sie beendet. Punkt. Fühle ich mich der mit schweren Krankheiten argumentierenden Frau unterlegen, dann lasse ich mich manchmal zu "Ausweichehandlungen" hinreissen. Ändern an meiner grundsätzlichen Einstellung wird sich nichts. Ich beende Beziehungen nämlich nicht als "Erziehungsmaßnahme", sondern nur, wenn ich keinen Sinn mehr in ihnen sehe.

Also, liebe FS: nimm Deinen Mann ernst, nimm Dein Leben in die Hand, schaue optimistisch in die Zukunft mit 93%iger Gesundheitswahrscheinlichkeit und lasse die Abtreibungen und Flirts der letzten 30 Jahre hinter Dir. Ändern wirst Du daran sowieso nichts mehr.
 
  • #18
Im morphogenetischen Feld jeder Familie (Sippengewissen jeder Sippe) ist alles gespeichert. Daher gilt ein abgetriebenes Kind ebenso als Familienmitglied und muss bei einer Familienaufstellung mit aufgestellt. Solange ein Sippenmitglied verschwiegen oder 'vergessen' wird, hat das Sippengewissen nicht die innere Kraft. Irgendein Familienmitglied wird nach 1-2 Generationen den Schatten ans Licht bringen, durch ein Verhalten das allen anderen suspekt ist ... findest du das gut? Du hattest bisher keine echte Ehe gehabt. Eure Bindung zwischen EheMann und EheFrau war nie wirklich klar und echt, weil die Frau ist mit einem schweren Geheimnis in die Ehe gegangen: Uneheliche, voreheliche oder weg gegebene oder abgetriebene Kinder zu verheimlichen, wiegt im Sippengewissen ähnlich schwer. Und du tust so als ob es 'deinen Mann' nie betroffen hätte? Weil der kleine Schönheitsfehler vor ihm war und von einem anderen Mann war und man es ungesehen machen konnte ...Aber Hallo! Diese Ehe ist im Sinne im Sinne der Kirche bereits annullierbar! Im Sinne des Familienstellens ist eure Verbindung ebenfalls schwer belastet und nachvollziehbar, dass es den Mann von dir 'weg treibt' ... der kann nur gehen. An der Oberfläche wird er Gründe suchen für das weggehen. Aber man erkennt es an euren Reibereien und alten Vorwürfen, dass es schon lang bzw. immer im Argen lag mit eurer Verbindung. Auch wenn ihr an der Oberfläche mit wohlsituierter Familie oder Urlaub/Haus/Anschaffungen die alten Wunden zugepflastert habt ... möchtest du einen Mann, der irgendwann nach vielen Jahren ein solches Geheimnis aus der Kiste holt? Und auch noch über Umwege erfahren? Wie gesagt, er könnte sich nicht nur scheiden lassen, sondern auch noch die Ehe annullieren lassen. Also nimm es endlich ernst, was früher gewesen ist!
Mit einem Partner wo ein Kind entstanden ist, ist immer auch die Verbindung entstanden. Der Schatten der Vergangenheit stand immer neben dir. Du bist erst frei für einen neuen Mann wenn du es geklärt hast. Den ersten Mann verabschiedet, das abgetriebene Kind ordentlich an seinen Platz gestellt und gewürdigt und verabschiedet hast. Dann nach einer Weile dich dem nächsten Mann zugewendet und die Vergangenheit ihm gezeigt hast. Und er dann unmanipuliert entscheiden kann, ob er diese Frau nehmen will. Erst wenn beide unmanipuliert einander heiraten wollen, ist die Ehe gültig.
Denn ein Kind aus dieser Ehe, wäre nicht das Erstgeborene. Die ganzen Plätze der Kinder ändern sich ja durch das abgetriebene Kind. Deswegen halten die meisten modernen Kuddelmuddel-Ehen ja oft nicht sehr lange, weil diffuse Strukturen bringen keine Klarheit.
Du hast gefragt was du tun kannst: Geh zur Familienaufstellung - schau mal im Internet wo es in deiner Nähe was gibt, du wirst als Vorbereitung auch einige mal dort als Helfer mitwirken, um die Arbeit zu verstehen.
 
  • #19
Meine Antwort von 12:53 Uhr hat einen wichtigen Schreibfehler.
Hier ist die korrekte Version! (Vorhin wurde die korrekte Version gelöscht und die fehlerhafte Version beibehalten).
Hier noch einmal die korrekte Version!
Bitte diese verwenden:


Desweiteren hast du eine schwere Verfehlung gegen den Vater des abgetriebenen Kindes begangen, in dem du ihm sowohl die Schwangerschaft, als auch die Abtreibung verheimlicht hast. Er war offensichtlich NICHT gewalttätig und hat auch dir oder dem Kind gegenüber keine schwere Verfehlung begangen, welches es gestattet hätten, ihn aus dem Energie-System zu verweisen. EUER Kind betraf auch SEIN Energiefeld: Auch bei SEINER zukünftigen Ehe mit einer anderen Frau und seiner Familie, wäre das Erstgeborene seiner Ehefrau nicht zugleich sein erstes Kind gewesen, sondern ein Folgekind, weil er ja bereits ohne es zu wissen ein Kind mit dir gehabt hatte.
Mit deiner Heimlichtuerei hast du somit 2 Ehen/Familien in diffuse Strukturen gebracht. Vielleicht re-agiert dein Unterbewußtsein bzgl. dem Thema 'Blutschande' mit der Angst vor deiner Krankheit? Das kann so tief in der Seele sein, dass es mit einer üblichen Gesprächstherapie nicht gelöst werden kann. Derartige tiefe Vorgänge und Entscheidungen über Leben und Tod, können mit der Arbeit im Morphogenetischen Feld überschaubarer geklärt werden, als aus der Einzelperspektive derjenigen Person, welche im Thema verstrickt ist.
Grundsätzlich: Eine Zeugung ist kein Zufall und auch kein Unfall. Das Ei wandert etliche Tage befruchtbar durch den Eileiter und wartet in der Gebärmutter, und die Natur weiß sicherlich, welches Erbgut zu diesem Ei gut passen würde. Auch sortiert die Natur in den Wochen nach einer Zeugung viele befruchtete Eier wieder aus, ohne dass die Frau wußte dass sie schwanger ist. In deinem Fall aber hast du sehr eigen-willig und eigen-mächtig gehandelt und eine im Grunde viel zu schwere Entscheidung alleine getragen.
Das war nie gut - weder für dich, noch für deine Beziehungen.
Grundsätzlich hätten also BEIDE Männer die Wahrheit zeitnah von dir erfahren müssen: Der Kindsvater - er hatte weder eine Chance sein Kind zu retten, noch zu betrauern. Und der zukünftige Ehemann - er ist unwissentlich eine Ehe eingegangen mit einer Frau, die eventuell aufgrund des Eingriffs auch keine weiteren Kinder bekommen könnte, zumindest aber heimlich bereits ein Kind gehabt hat.
Und DAS sind für dich Bagatellen gewesen? Das sind für dich echte Beziehungen gewesen? Echte Ehe gewesen?

Ich schreibe dies auch all jenen unsensiblen Frauen ins Stammbuch, die in manchen Ländern der Erde Abtreibung quasi als Empfängnisverhütung praktizieren. Es mag echte Gründe geben, ein Kind nicht austragen zu können ... aber Oberflächlichkeit sollte nicht der Anlass sein.
 
  • #20
Möglicherweise könnte sich das Problem tatsächlich mit einer Familienaufstellung am effektivsten lösen, obwohl ich das selbst noch nie gemacht habe aber von dieser Therapieform bereits Gutes erfahren/gehört habe.

Familiengeheimnisse betrifft meistens so genannte Tabuthemen über die niemand sprechen will aus vermeintlichen Schutz anderer Familienangehörigen: Schwangerschaftsabbruch, Adoption, Retortenbaby, Leihmutterschaft, Suizid, Homosexualität eines Familienmitgliedes, psychische Krankheiten, Aufenthalt in psychiatrischen Kliniken und die Lügen darüber die betreffenden wären in den Ferien, Seitensprung und Zeugung eines unehelichen Kindes uva.

Das sind Themen, die immer mit Schuldgefühlen, Scham und auch mit Ausgrenzung oder Stigmatisierung in der Gesellschaft verbunden sein können. Kaum eine Frau redet mit jemandem über ihre Abtreibung. Doch dieses schwere Geheimnis ist spürbar und die Umgebung ist völlig irritiert und das ist auch der Grund weshalb dein Mann dir klipp und klar sagte:
Er braucht Abstand, um sich über die vielen Ungereimtheiten und Unwahrheiten auf beiden Seiten klar zu werden.
Genau das spüren Familienangehörige, wenn in einer Familien ein Geheimnis gehütet wird: Ungereimtheiten und Unwahrheiten sind verwirrt und wissen, dass etwas nicht stimmt!

"BRIGITTE: Können wir nicht einfach das, was passiert ist, aus dem Gedächtnis streichen und vergessen?
Rosemarie Welter-Enderlin: Nein. Das Ereignis taucht erst einmal ab wie unter eine Eisdecke, aber es verschwindet nicht. Und sobald dieses Eis brüchig wird, kommt alles wieder hoch. Ich habe häufig Frauen erlebt, die eine Depression bekommen, wenn die Kinder aus dem Haus gehen, und denen genau zu diesem Zeitpunkt die Erinnerung an eine alte Abtreibung wieder hochkommt, die sie nicht bewältigt haben. Kritische Ereignisse sind ja nicht an und für sich kritisch - es ist unsere Bewertung, ob etwas tragisch ist oder nicht. Und wenn man in einer Umgebung lebt, in der eine Abtreibung als große Sünde bezeichnet wird, dann kann man darüber nicht so leicht hinweggehen."


Quelle: Brigitte

Ich glaube für euch beide ist es zu spät und ich vermute dein Mann wird sich endgültig von dir scheiden lassen. Würde mich wundern wenn es anders wäre. Ob er dein Geheimnis leichtfüssig akzeptieren kann? Das bezweifle ich und ich empfehle dir auch die selbe Therapie wie @Samtina
.
 
  • #21
Sorry. Was sind das für ururalt Geschichtchen, die dieser Typ als Gründe für eine Trennung aufbläst?
Du hast mal vor 20 Jahren einen Mann angesprochen?
Hey. Tue ich auch öfters...

Und dafür er?
Er belässt es aber nicht beim Ansprechen.

Die Abtreibung ist etwas anderes, aber auch das ist nach so langer Zeit kein Grund. Nur für ihn eine Möglichkeit, Dich so richtig runter zu machen.

Du bist schuld, und er das Opfer, wahrscheinlich bist auch Du schuld, dass er fremdging?

Der Mann hat eine andere. Das ist der Trennungsgrund.

Geh zum Anwalt, lass Dich beraten
Und, mindestens genauso wichtig, suche Dir psychologische Unterstützung - ich denke, da gäbe es einiges, wo Du für Dich mal hin schauen solltest.
 
  • #22
Und bitte zieh Dir das nicht rein,

Dass Du mit der verschwiegenen Abtreibung schuld daran bist, dass er fremdgegangen ist und jetzt die Ehe beendete.

Was für eine unsägliche Kausalkette die hier aufgestellt wird!

Geheimnis - Mann spürt es, Misstrauen, geht fremd - der Arme.

Da werde ich richtig sauer.
Ja, sicher trägt sich an einer Abtreibung schwer, sicher ist die FS belastet, sicher wird sie sich diese "Schuld" vergeben müssen.

Aber dies ist nicht verantwortlich für das Scheitern der Ehe.
Da ist en Mann, der gerne nach anderen Frauen schaut, der es mit Treue nicht so genau nimmt - und dies, wie üblich, der Partnerin ganz eifersüchtig auch unterstellt. Sein eigenes Denken und Handeln auf sie projiziert.
Jetzt ist anscheinend aus einer Affäre etwas Festeres geworden, und jetzt macht er, auch ein Klassiker, die Partnerin für sein Verhalten verantwortlich.

Und einige Foristen stoßen nun in dieses Horn.

Liebe Chiara, du solltest sicher auch Deine Anteile am Ende der Ehe anschauen - aber diese sind es nicht.
Alles Gute.
 
  • #23
Lionne, man merkt, dass du KEINE Ahnung von Sytemischen Aufstellungen und der Arbeit im Morphogenetischen Feld hast, und dass du deswegen ganz einfach nicht nachvollziehen kann, was es mit BINDUNGEN im System auf sich hat.
Mit Bindungen ist eine Art Beziehungskitt gemeint bzw. unausgesprochene bzw. unartikulierbare Verbindungen zwischen den Mitgliedern eines Systems. Da laufen sogar sehr oft einverständliche Verhaltensmuster ab, obwohl an der Oberfläche gestritten oder über Trennung gejammert wird.
Er ist ja nicht sofort zu einer anderen gezogen - sondern ins Gartenhaus ... er hat ja auch mal ein Recht auf seine eigene Aura.
Viele von uns können einen solchen Mann sehr gut verstehen, der ins Gartenhaus auswandert, um mal seine Gefühle zu sortieren.
Es mag nicht jeder Mann eine Frau heiraten, die davor schon eine Abtreibung hatte. Vielleicht hätte er damals lieber eine andere Frau genommen, wenn er es gewußt hätte ... ? Gab es Kinderwunsch? Gibt es vorhandene Kinder? Jedenfalls geht ihm auch viel durch den Kopf und das steht ihm zu, sich zu distanzieren, wenn der Ofen aus ist. Soviele Jahre immer wieder Querelen bei beiden! Das ist doch beim Lesen sonnenklar, dass die vordergründig herbeigezeterten Vorwürfe eigentlich nur die Spitze des Eisberges waren und nicht die eigentlichen - eventuell nur schwer zu benennenden - Diskrepanzen zwischen den beiden!
Und übrigens ... für alle Frauen die so gern den Traum in Weiß erleben und großartig kirchlich trauen wollen ... Also wer aus romantischen Gründen einen Schwur oder Eid ablegen möchte, sollte bedenken, dass auch dadurch ein Beitritt in das morphogenetische Feld der Glaubensgemeinschaft und die Zustimmung zu deren Regeln stattfindet. FALLS die Fragestellerin damals kirchlich geheiratet hat (?): Die Regeln wurden im Fall der Fragestellerin nicht erfüllt. Sie hätte VOR der Eheschließung für Klarheit sorgen müssen, und die Abtreibung auch bereuen und heilen müssen und eine Art Wiedergutmachung absolvieren sollen. Das wäre der Weg der Glaubensgemeinschaft gewesen. Es geht darum, dass der Hochzeitstag kein romantischer Kitschtag ist, sondern ein Beitritt in das morphogenetische Feld einer strengen patriarchalen Religion.
Alle Eide und Gelöbnise haben starke Wirkung im Unterbwußtsein.
(Im echten Matriarchat, hätte sie vermutlich auch nicht abgetrieben - aus Selbstliebe und Liebe zu den Wundern der Göttin Erde und weil es keine Schande war ein Kind zu tragen).
Sie hat sich schwer belastet mit ihrer Geheimnistuerei. Deswegen hat sie es ja auch jahrzehnte später nicht mehr ausgehalten ... und beiden Männern auf's Brot geschmiert, was sie bereits vor 20 Jahren hätte sagen sollen.
 
  • #24
Grundsätzlich kann man mit Systemischer Aufstellung nicht nur die 'Altlasten' und diffuse Familienmuster klären und Expartner verabschieden. Vor allen Dingen kann man auch sehr gut erkennen:
- wie das Paar zueinander steht.
- ob andere Partnerverbindungen im Spiel sind (alte oder neue).
- ob in der Ehe noch genug Liebe und Zuwendung möglich ist,
oder ob es besser wäre sich zu trennen.

Desweiteren kann die Trennung mit der systemischen Aufstellung vorab geklärt werden. Und es eskaliert dann in den meisten Fällen bei der Scheidung weniger. Da in der Aufstellung die empfindsamen emotionalen Bereiche in Ordnung gebracht werden: Gegenseitiger Respekt und Würdigung des Paares, und der bisherigen bzw. zukünftigen Partner.

Das Gezänk und die Vorwürfe die ihr euch seit 25 Jahren macht, sind offensichtlich grotesk, meistens steht bei solchen Leuten was Altes oder Größeres im Raum, das sie selber nicht erkennen können bzw. der Klärung bedarf.

Wenn man gar nicht erkennen kann, woran es gelegen haben könnte:
Man kann bei einer systemischen Aufstellung auch mal 'Die Ursache' hinstellen, ohne sie zu benennen. Das ist meistens sehr interessant, wo die dann hinzeigt oder in welche Vor-Generation sie schaut.

Es ist eine interessante Arbeit und ich empfehle dir, dass du den Mut hast dich ihr zuzuwenden. Das ist doch besser, als an am Trennungspartner zu klammern oder in Gezänk oder Trübsal zu versinken.
 
  • #25
Das ist doch besser, als an am Trennungspartner zu klammern oder in Gezänk oder Trübsal zu versinken.
Noch besser für die eigene psychische Konstitution ist es, den Abgang des Ehemannes einfach zu akzeptieren und ihn nicht zurückzulassen - von wegen weicher Neustart.
Statt das Geld irgendwelchem esoterischen Psychogedöns hinterherzuwerfen, nimm' es lieber für die seit mehr als 10 Jahren überfällige Scheidung und den Neuanfang.

Danach such' Dir einen Psychotherapeuten einer anerkannten Methode (zahlt wegen höheren Wirksamkeit die Krankenkasse), mit dem Du mal auseinanderdröselst, was bei dir falsch geschaltet ist, dass Du an so einer destruktiven Beziehung so festhältst und warum Du selber irgendwelche Jahrzehnte zurückliegende Altlasten ausgräbst, um damit eure destruktiven Prozesse zu befeuern. Da wird im Diagnoseprozeß bestimmt "histronisch" abgecheckt.
 
  • #26
Da werde ich richtig sauer.
Ja, sicher trägt sich an einer Abtreibung schwer, sicher ist die FS belastet, sicher wird sie sich diese "Schuld" vergeben müssen.

Aber dies ist nicht verantwortlich für das Scheitern der Ehe.
Sehe ich genauso wie @Lionne69 .

Und noch eines liebe FS:
Ich glaube NICHT, dass du deinen Schwangerschaftsabbruch so einfach weg gesteckt hast und als Bagatelle abgetan hast, wie dir unterstellt wurde. Eher im Gegenteil. Ich denke es hat dich so belastet, dass du es einfach nur vergessen wolltest, was natürlich nicht ging, aber zumindest dich nicht für diese Entscheidung rechtfertigen müssen, das wolltest du, denn dir war klar dass Frau oft kein Verständnis dafür erntet.

Mit der Schuld musst du leben, dein Leben lang, aber mit dem scheitern deiner Ehe hat das nichts zu tun. Es war vor deiner Ehe und es ist alleine deine Entscheidung, wem du davon erzählst. Ich hätte meinem Mann sicher davon erzählt, aber du bist kein schlechter Mensch, nur weil du das nicht getan hast. Keiner kann beurteilen wie die Situation damals für dich war und heute für dich ist und es sollte kein Thema sein bei der Bewertung deiner Ehe und der Trennung heute. Alles was man tut, tut man in dem Moment aus der Überzeugung dass es das richtige ist. Auch wenn man es im Nachhinein anders sieht und es versucht zu ändern, so wie du es mit deinem Geständnis getan hast.

Dein Mann und du ihr hattet anscheinend nie eine gute Bindung zueinander und Kommunikation funktioniert auch nicht wirklich bei euch. Er ist emotional weg von dir, warum auch immer und du solltest das akzeptieren und dich auf dich selbst konzentrieren. Erschaffe dir ein Leben ohne ihn und arbeite deine Vergangenheit (insbesondere den Abbruch) auf mit Hilfe eines Psychologen.

Ich wünsche dir Kraft und Mut...
 
  • #27
Dass Du mit der verschwiegenen Abtreibung schuld daran bist, dass er fremdgegangen ist und jetzt die Ehe beendete.

Was für eine unsägliche Kausalkette die hier aufgestellt wird!

Geheimnis - Mann spürt es, Misstrauen, geht fremd - der Arme.

Da werde ich richtig sauer.
Ja, sicher trägt sich an einer Abtreibung schwer, sicher ist die FS belastet, sicher wird sie sich diese "Schuld" vergeben müssen.

Aber dies ist nicht verantwortlich für das Scheitern der Ehe.
Ihr Mann hat sie gar nicht sexuell betrogen! Das schrieb sie ja selbst! Ausser er hatte sie belogen! Man lese sich ein in die Thematik Familiengeheimnisse ein, dann versteht man es besser. Welche subtile psychische Auswirkungen das auf alle hat! 22(!) Jahre hütete bzw. verdrängte sie dieses Geheimnis, damit es niemand erfuhr - sogar vor dem Erzeuger! Aus welchem Grund, wenn nicht aus Scham und Schuld und fast panischer Angst, der Mann hätte sie ansonsten nie geheiratet und sich sofort getrennt.

Kommunikation zw. Ehepartnern läuft nicht nur verbal, sondern auch nonverbal ab. Intuitiv werden Informationen ausgetauscht und unser Bauchgefühl sagt uns immer: hier ist etwas nicht stimmig! Nur kann niemand erklären, was diese Unstimmigkeit genau ist!

Die intuitive Kommunikation findet auch immer zw. Säugling/Kleinkind und Mutter in der präverbalen Phase, sie läuft empathisch ab aber die gibt es immer auch zw. Erwachsenen.

Mein Bauchgefühl hat mich von einem Mann bewahrt als es mich warnte: "vor diesem Mann muss sich jede Frau in Acht nehmen" - ich hatte ein diffuses ängstliches Gefühl, weil dieser Mann sich für mich interessierte. Jahre später begegnete er mir in der Stadt abgemagert und in schlechtem Zustand, sprach mich an und weinte fast als er mir erklärte, dass er seine Frau im
Alkoholrausch jahrelang misshandelte und sie als letzten Ausweg den Sprung aus dem Fester sah. Sie beging Suizid! Ich hatte latente Angst vor ihm, aber musste nie lange mit ihm zu tun haben, denn er begleitete mich auf der Zugreise als Assistent beim Ein/Austeigen. Er war angestellt bei der Bahn.

Ungereimtheiten und Unklarheiten erwähnt ihr Mann und er weiss nicht, was das genau ist. Denn warum wendete er sich einer Frau zu ausgerechnet in demselben Jahr als ihr der Arzt die Liebes-SMS sandte?
Er glaubte sie verheimlicht eine Affäre vor ihm! Warum gerade im selben Jahr und nicht viel früher oder viel später? Zufall?

Alles wird sich klären auch wenn sie ihm zuerst nur diesen Brief schreibt und fragt, ob er all die Jahre das Gefühl hatte, dass sie ihm etwas verheimlicht!

(Zufälle gibt es nicht, nicht seit ich mehrere Wahrträume und andere unerklärliche Phänomene hatte!)

@Chiara007 ich empfehle dir, die Aufstellung nach dem Psychologieprofessor Franz Ruppert zu machen und nicht nach Bert Hellinger. Bei ihm hatte ich einen zweitägigen Seminar besucht. Das ist viel seriöser!
 
  • #28
Liebe Vikky, systemische Aufstellungen sind seriöse Arbeitsmethoden seit über 30 Jahren erforscht und werden auch in Firmen eingesetzt.
Ich schätze deine Beiträge sehr ... sie sind meistens sehr forsch und konkret und heben die Leser aus der Illusion.
Dennoch ... bitte bedenke, dass nicht alle Frauen so testosterongeschwängert sind wie deinesgleichen und daher nicht die Ellbogenmentalität haben, sich aus ihrem Beziehungsloch zu katapultieren. Auch DU hast viele Jahre gebraucht, bis du überhaupt so dich entwickelt hattest. Das Muster in dem DU lebst, hat bisher für DICH und DEIN Leben funktioniert, und wird es eventuell auch weiterhin ... aber deine Art zu leben ist nicht das Mass aller Dinge, auch wenn du es sehr oft so propagierst.
Die Fragestellerin 'klebt' an diesem Mann und in dieser Situation und das schwächt ... und sie würde wieder so ein Muster suchen, weil sie beschreibt ihn als IHR Mass aller Dinge (Lebensmann) ... Doch wir lesen ja alle wie humorlos, zänkisch und frustrierend deren beider Alltag ist (die können nicht mal mehr schmunzeln, wenn man den Doppelgänger vom Derpardieu getroffen hat ... und sich an Anekdoten freuen ... hey Schatz weißt du noch ... ) die reiben sich auf. Aber die einzige Flucht die ihm bisher gelungen ist, ist ... ins Gartenhaus ...
Eine Aufstellung verhilft ihr bzw. beiden mal zur Vorgelperspektive ihrer Gesamt-Situation und zeigt Lösungswege.
Ceterum censeo ... alle Ehepaare sollten von nun an ein Gartenhaus vorweisen müssen ... als Retreat-Klause ...
(Schmunzel)
Noch besser die Männer dürften öfter mal draußen wild campen, unter Sternenhimmel schlafen und sich an den Herzschlag der Erde erinnern. Raus aus der Ehe-Tristesse.
Ohne dass der Chor der Foristinnen immer gleich Geliebte unterstellt.
(Übrigens Ladies: Ich habe nachgezählt! Die allermeisten meiner Männer waren KEINE Warmwechsler, sondern solo gewesen!)
 
  • #29
Ja, das morphogenetische Feld nach Sheldrake klärt das Problem der FS auf das Schönste. Die Ursache der Energiestörung ist der unerwartete Tod des "sehr nahe stehenden Menschen", der die Turbulenzen im Beziehungsraum erst ausgelöst hat. Alle weiteren Friktionen sind lediglich Echos dieser ursprünglichen Störung, auch auslösendes Aktivitätsmuster genannt. Die Frage ist allerdings nicht so sehr, wie der Konflikt aufgelöst werden soll, sondern welche Lebensziele Chiara007 anstrebt. Während ihr Mann per remote-distancing eine seelische Innenschau betreibt, präferiert sie eher Partnergespräche. Hier müssen beiderseits Energiebänder entladen werden, wobei ich Bachblüten-Therapie gegen "Gedanken-Karussel" empfehlen würden, damit sich dieser sich selbst aufschaukelnde Zyklus von Aktion-Reaktion in Form von Beschuldigungs-Abwendungsketten nicht weiter fortsetzt.

Sehr hoch anrechnen kann sich die FS dagegen das Offenlegen der Abtreibung, damit entlastet sie sich und ihr Gewissen und befreit ihre Beziehung von der dunklen Wolke, die jahrelang die Partnerschaft verfinstert hat. Jetzt kann die helle Sonne der Wahrheit in beider Herzen scheinen und einen neuen Weg des Anfangs weisen.
 
  • #30
Huch, Familienaufstellungen, Methodenstreit, morphogenetische Felder, Energiestörungen... Da staunt der Laie. Es geht um Chiara und ihren Mann, nicht um Sheldrake und Puppert und Hellingen und Psychofritzen. Nix gegen alle diese Typen, wer immer sie sein mögen, aber in meiner Beziehung würde ich sie ganz sicher nicht haben wollen und würde ihnen die Kompetenz absprechen, meine Probleme mit meinem Mann zu klären. Da wäre ich der Überzeugung, ich müsse selber aktiv werden und könne das nicht an einen Guru delegieren.

Ich würde mich an ihrer Stelle ganz altmodisch mit ihm zusammensetzen und ihn fragen, ob es noch Möglichkeiten für uns gibt. Ich würde ihm sagen, was er mir bedeutet, und möchte gerne wissen, was ich ihm bedeute. Ich würde ihm erzählen, was mir wichtig ist und was ich brauchen würde für einen Neuanfang, und würde ihn fragen, was ihm wichtig ist und was er braucht. Wenn für ihn der Zug nicht definitiv abgefahren ist, würde ich mit ihm zusammen aushandeln wollen, wie man mit diesen Uraltgeschichten künftig umgehen will. Und ich würde mit ihm abmachen wollen, dass beide sich bemühen, künftig keine Geheimnisse mehr anzusammeln.

Frau 50
 
Top