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  • #61
...wenn eine Frau - trotz Kinder - Karriere machen will, und sich nicht nur als Mutter definieren möchte, ist sie eine egoistische Rabenmutter.

Festzuhalten ist: den Vorwurf bekommt sie in der Regel von anderen Frauen, die natürlich problemlos beides hinbekommen.

...wenn ein Mann dasselbe tut, klopft man ihm noch auf die Schulter.

In der Regel macht das nicht seine Frau, denn die findet selbstverständlich, dass er in vielen Fällen hier sicher einen anspruchsvollen Job mit über 35 Stunden pro Woche hat.

...wenn Männer ausgeglichenere Frauen haben wollen, die „mehr sind als nur Mutter“, dann müssen sie ihre Frauen dabei unterstützen, aus dieser Rolle auch ausbrechen zu können.

Vollkommen richtig. Gesellschaftlich könnte man das Problem lösen, indem man die Aufgabenteilung unterstützt. Also zum Beispiel nur noch gleich lange Elternzeiten für Mann und Frau und keine Alibi-Familienurlaube der Männer mehr. Verkürzung der Elternzeit für Frauen. Frauen müssen nach der gesetzlichen Karenzzeit erstmal wieder im gleichen Umfang wie vorher arbeiten gehen, die Männer können dafür zu Hause bleiben.
Ich warte jetzt auf die Proteste hier mit der Argumentation, dass ja Frauen viel näher am Kind dran sind und Männer sie gerade am Anfang überhaupt nicht hinreichend ersetzen können. Wegen der Schwangerschaft, der Hormone, blablabla.

Sorry: in unserer Gesellschaft sind es nicht nur die Männer, die Gleichberechtigung verhindern, obwohl die natürlich auch ihren Anteil haben. Es gibt auch reichlich Frauen, die sich für ein paar Jahre in ihrer Mutterrolle ganz wohl fühlen und diese Gleichberechtigung gar nicht wollen. Die Entscheidung darüber, wie das geregelt wird, trifft bei uns in der Regel die Frau, nicht der Mann. Und gerade die Frauen, die nicht durch eine besonders weitreichende Ausbildung glänzen und sich einen im Status und im Einkommen besser dastehenden Mann geangelt haben. sind dann mit Kind und Haushalt schon völlig überfordert und würden das, was sie an Gleichberechtigung fordern, gar nicht erfüllen können. Da geht es nur darum, dass der Mann ihnen einen Teil ihrer Aufgaben abnimmt, nicht darum, dass sie arbeiten und gleiches Geld verdienen.

In Skandinavien funktioniert es. Im früheren Ostblock auch. Da war auch selbstverständlicher, dass Frauen nicht zur Glucke werden können, sobald sie Mutter sind.

In meinem Umfeld beobachte ich: je besser gebildet die Frauen sind, desto eher nimmt der Mann ausführlich Elternzeit. Und je besser gebildet beide sind, desto eher leben sie Gleichberechtigung.
 
  • #62
Die Werte in einer Beziehung verschieben sich nicht um 180°, nur weil Kinder da sind. Auch da sind Frauen manchmal überraschend sorglos und einfältig.
Nee ... ich denke doch, dass es eher die Männer sind, die hier mehr überrascht werden und, statt sich einzubringen, sich eher rausnehmen. Die Werte der Beziehung verschieben sich nicht, das stimmt, aber es kommt ein neuer Wert sozusagen dazu mit einem Kind, und DAS wird dann lange Zeit der Mittelpunkt der Beziehung sein, dem sich alles unterordnet von den Prioritäten her, die veränderbar sind (natürlich muss einer noch das Geld mitbringen und die Eltern müsen irgendwann mal schlafen). Das ist doch auch ganz einfach einzusehen?

Klar darf man die Beziehung dabei nicht völlig aus den Augen lassen und den Mann gar nicht mehr beachten. Aber dass sich erstmal alles aufs Kind und dessen Wohl konzentriert, ist doch normal.

Was schieflaufen kann ist, dass der Mann sich unterbewusst selbst als den Mittelpunkt des Lebens der Frau gesehen hat, also sie quasi seine Mutter ersetzen sollte. Dann wird er verdrängt vom Kind und hadert damit. Das kann natürlich auch von der anderen Seite, also der der Frau, falsch gemacht werden, also dass sie den Mann quasi nur zur Zeugung brauchte und ihn aufmerksamkeitsmäßig, wenn das Kind da ist, komplett fallenlässt. Wird auch sicher von beiden Seiten oft falsch gemacht und gerade wenn beide sich nicht verstanden und unterstützt fühlen vom anderen bei ihren Bedürfnissen, entsteht ne Wand zwischen ihnen.
Mamas Bester und Mutti haben in einer Beziehung unerwachsene Werte, würde ich sagen. Und wenn das Kind da ist, werden die auf die Probe gestellt und fallen durch.
 
  • #63
Ich warte jetzt auf die Proteste hier mit der Argumentation, dass ja Frauen viel näher am Kind dran sind und Männer sie gerade am Anfang überhaupt nicht hinreichend ersetzen können.
Politisch ist das ja auch so gewollt. und daran habe ich auch immer geglaubt.

Nur die Realität sieht dann anders aus :

Als ich die Möglichkeit in den Raum stellte, hat sie das sofort abgeblockt, denn schließlich wolle sie gerne mit den Kindern zusammensein, solange dise noch Säuglinge wären. Sie könne die Kinder doch jetzt nicht alleine lassen,
Außerdem würde es nicht infrage kommen, dass sie jetzt für die Familie sorgt. Das sei nunmal meine Aufgabe.

Und im Bekanntenkreis: Dasselbe.

DAS sind die Realitäten ! Geschaffen von Frauen.

Ich war mehr als überrascht (wirklich, ich war ja auch anders erzogen), denn gesellschaftlich heißt es doch immer, dass die Männer die großen Bremser seinen .... und dann sowas!

Nun bitte alle wieder zurück zur Frage. Die Mod.
 
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  • #64
Es ist auch Käse, jetzt der FS vorzuwerfen, dass sie sich eben den falschen Mann gewählt hat. Also weil dieser beruflich stets unterwegs war, hätte die FS auch erkennen und vorhersehen können, dass er ihr Jahre später fremd gehen wird? Wenn man alles so vorhersagen kann, woher kommen dann all die Geschiedenen? Im Übrigen gibts auch Männer, die als Spitzenverdiener ständig auf Dienstreise sind und oh Wunder, trotzdem ihre Familien nicht mit Frauen hintergehen. Kenne ein konkretes Beispiel. Auch lässt sich für eine Frau nicht vorhersagen, wie ein Mann das Familienleben finden wird. Wird er nach der Geburt unglücklich, erschöpft, egoistisch, resigniert, depressiv? Weiß man bei einer Frau übrigens auch vorher nicht... Und wenn der Mann das vorher von sich wusste, dann hätte er das vor Zeugung des Kindes sagen müssen. Halt halt, ich mag gar kein Vater werden! Kriegen andere doch auch hin. Insofern drängt sich mir der Eindruck auf, als würde man der FS hier nur nochmal Schuld aufbürden wollen, wo es keine gibt.
W32
 
  • #65
Der "Wert" einer Frau hat sich geändert, weil sich ihre Rolle geändert hat. Als Mann finde ich das in Ordnung. Ich hätte mich auch mit dem "alten" Rollenbild" weiter arrangieren können. Klar ist aber, dass damit jetzt andere Erwartungen an Frauen gestellt werden, von Frauen untereinander genauso wie auch von uns Männern. Das ist bei manchen Frauen noch nicht angekommen.
Manche Frauen scheinen der Ansicht zu sein, dass "Mutter" als Rolle reicht und wundern sich dann, wenn der Mann auch Wert auf eine "Partnerin" legt.
Aber Männer scheinen der Ansicht zu sein, dass "Geldnachhausebringer" die Vaterrolle sei. Eine Frau kann ja nur dann Partnerin sein, wenn der Mann auch Partner ist. Dh, wenn ein Kind da ist, er auch die Vaterrolle wirklich von Herzen übernimmt, statt einfach nur weiter das Geld zu verdienen (ich weiß, oft schwer genug, aber darum geht es gerade nicht, zumal hier die FS ja auch verdient), weiter ihre Unterstützung will, was Kochen, Waschen, Putzen angeht, und dann denkt, das Leben geht auch im Bett so weiter.

Das Leben ändert sich zu Hause für BEIDE, wenn sie ihre Partnerbeziehung aufrecht erhalten wollen. Auch wenn die Frau jetzt lange zu Hause bleibt wegen des Kindes und nicht für Geld arbeitet. Kinderbetreuung ist nicht ihre Freizeit, die sie hat, um sich zu überlegen, wie sie den Mann heute abend verwöhnen könnte. Und ein Kind haben ist kein Frauenhobby.
 
  • #66
Diese Dienstreisewillis sind keine Familienmenschen, sondern am Leben im außen interessiert, wollen sich zeigen, Anerkennung von andern, viel Abwechslung oft auch bei Frauen.
Das ist schon ein bisschen weltfremd, liebe Vikky. Und - schwupp! - werden hier auch gleich die weiblichen Abwechslungen mit eingebaut.

Zwar hätte sich in @Räubermama's Fall der Ehemann etwas mehr um die Familie kümmern sollen, als nur sich selbst zu sehen. Das bekommen nämlich auch viele »Dienstreisewillis«, wie du sie nennst, hin. Es gibt ja auch noch die Wochenenden und Ferienzeiten. Ab und zu mal einen vorgezogenen Feierabend.

»Weltfremd« finde ich die Bemerkung dennoch, weil wir nicht alle verbeamtet sind und wer aus einem Job mit Ärmelschoner heraus will, muss schon etwas mehr Engagement mitbringen. Am Ende profitiert auch die Familie davon, kann sich schöne Freizeiten mit den vom Reisewilli erwirtschafteten Geld leisten.

Dienstreisen sind selten das Tor zur »Anerkennung von anderen«, sondern oft genug eine Voraussetzung, damit der (Berufs-)Laden läuft. Deshalb ärgern mich solche Bemerkungen, die mit Finger-Schnipp aus ihrer eigenen Bequemlichkeit heraus meinen, die Welt einordnen zu müssen.
 
  • #67
Nee ... ich denke doch, dass es eher die Männer sind, die hier mehr überrascht werden und, statt sich einzubringen, sich eher rausnehmen.

In die veränderte Situation ja. In Bezug auf die Beziehung ist es sicher eher die Frau, die ihre Prioritäten klarer verschiebt. Deswegen gehen ja gerade auch mit kleinen Kindern die Männer fremd und nicht die Frauen. Manche Frauen kümmern sich nur noch um das Kind und der Mann bleibt außen vor.
In Bezug auf die Aufgabenverteilung hast Du Recht, da bringen sich die Männer weniger ein. Die gehen dann nach wie vor arbeiten und meinen, es müsse sich sonst nichts ändern. Für sie ist die Änderung auch nicht so erkennbar gravierend.
Beides ist wichtig. Und auch wieder zusammenhängend. Da, wo ich mich nicht mehr wirklich zugehörig fühle und nur noch der Zuarbeiter für die Gluckenmutter bin, die sowieso alles besser weiß, was das Kind betrifft, bin ich nicht mehr motiviert, mich einzubringen. Das ganze System ändert sich und muss insgesamt neu austariert werden. Kein Sex mehr, weil ja immer das Kind da ist, geht zum Beispiel auch schief. Beide Eltern brauchen Freiräume und beide brauchen gemeinsame Zeiten.

Die Werte der Beziehung verschieben sich nicht, das stimmt, aber es kommt ein neuer Wert sozusagen dazu mit einem Kind, und DAS wird dann lange Zeit der Mittelpunkt der Beziehung sein, dem sich alles unterordnet von den Prioritäten her, ...

Ich habe keine eigenen Kinder. Ich würde aber trennen zwischen Beziehung und den gemeinsamen Familienaufgaben. Mag sein, dass Frauen das anders empfinden, aber für mich ist ein Kind nicht Mittelpunkt der (Paar-)beziehung. Es ist wesentlicher Teil der Familienbeziehung. Eine tragfähige Paarbeziehung ist Grundlage dafür.
Wenn der Mann nur noch am Rand dieser Beziehung steht, dann ist die Gefahr groß, dass er gleich wegbleibt.
Die Beziehung zu meiner Partnerin (AE) haben wir mit Kind aufgebaut. Da gab es auch genügend Phasen, die wir für uns hatten. Für den Aufbau einer Beziehung ist da genauso wichtig wie für die Pflege.

Was schieflaufen kann ist, dass der Mann sich unterbewusst selbst als den Mittelpunkt des Lebens der Frau gesehen hat, also sie quasi seine Mutter ersetzen sollte.

Im Extremfall ja. Ohne Kinder stehen Partner aber auch wechselseitig im Mittelpunkt des Lebens.
 
  • #68
Wenn wir über 50-Jährigen noch verurteilen, welchen Typ Mann die FS gewählt hat, finde ich das nahezu lächerlich.

Es geht nicht ums verurteilen, sondern sie davon abzuhalten sich an den falschen Dingen abzuarbeiten und sich die Nerven daran zu verschleißen.
Ganz genau - wir ü50 haben gelernt, dass wir uns in jungen Jahren für die falschen Männer entschieden haben. Manche haben es direkt nach der ersten Trennung begriffen, andere brauchten mehrere Fehlversuche, bis es klingelte.

So geht es nicht nur um die Wahl des Mannes sondern auch um die Einschätzung seiner Fähigkeiten: ist er wirklich selbstbewusst oder hat er bloß eine große Klappe, hinter der er Unsicherheit verbirgt.
Das ist für junge Menschen ohne ausreichende Lebenserfahrung schwer zu unterscheiden und daher nur gut, sie mal darauf hinzuweisen.

Wenn man versteht: der andere ist kein Familienmensch, war es nie und wird es nie sein, sondern geht ganz egoistisch ohne Rücksichtnahme auf seine Familie seinen Bedürfnissen nach, dann bekommt man einen anderen Blick auf den Menschen, der die Trennung einfacher macht.

Und man guckt auf andere Dinge: seine Unreife/Infantilität, sich in keiner Weise zurücknehmen zu können, selbst wennn die Bedingungen es verlangen: er braucht permanente Bestätigung, Sex und selbst Essen im Übermaß, ohne einen Blick dafür, dass Sex mit seinem Übergewicht für die Frau auch nicht so toll bis lustkillend ist.
Um seine Disziplin hingegen ist es (infantil) nicht zum Besten gestellt - abnehmen in Eigeninitiative geht nicht, das muss der Chirurg mit dem Messer für ihn erledigen.
Darum will er auch an der Ehe festhalten und Affären haben - das Beste ohne jede Mühe nur für ihn, kein Gedanke daran, wie der andere dazu steht. Typischer Egomane oder ewiges Kleinkind "wie jetzt, Mama hat auch Bedürfnisse, nicht nur ich? Kann nicht sein". Mit so einem unverklärten Blick auf den Mann fällt seine Sexiness ins Bodenlose.

Dann guckt man auf die diversen Höhen und Tiefen in nur 7 Jahren Beziehung und kommt zum Ergebnis: ist ein Zeichen dafür, dass es nie passte.

Es wird noch einfacher mit der Trennung, wenn man sich eingesteht: nicht der andere ist ein Schwein, sondern ich bin selber Schuld am Geschehen, weil ich das alles mangels Lebenserfahrungen nicht erkannt hat.
Das kann man sich selber gut verzeihen, weil so geht Leben - permanenter Lernprozess. Vor so einem Hintergrund wird die emotionale Trennung viel leichter. Er war für sie und ihre Lebensvorstellungen der Falsche.

Sie war doch eh vorher weitgehend AE und ist es nun endgültig, d.h. braucht sich auch daran nicht mehr abzuarbeiten, wenn er sich nun auch nicht mehr um die Kinder kümmert und hat die Energie für die Gestaltung ihres neuen Lebens.
 
  • #69
Kinderbetreuung ist nicht ihre Freizeit, die sie hat, um sich zu überlegen, wie sie den Mann heute abend verwöhnen könnte. Und ein Kind haben ist kein Frauenhobby.

Ja, der Meinung bin ich auch. Ich habe hier das Gefühl, viele Männer vermengen mehrere Sachen: eine negative Haltung zur Emanzipation; das Gefühl, dass nur die Frauen wirklich Kinder wollen, die Männer machen nur so mit und seien deshalb dann verständlicherweise auch schneller genervt, wenn sie nicht bespaßt werden wie vorher.
Ich kenne nur Männer, die genauso ein Kind wollten wie die Frauen. Ich kenn auch Männer, die sich von Freundinnen getrennt habe, weil diese kein Kind wollten, der Mann aber schon. So viel zu Punkt ein. Wenn ein Mann Kinder "inkauf" nimmt, weil er sonst keine Beziehung hätte, dann ist das leider für mich eine absolute Fehlentscheidung. Kinder verändern alles und man sollte ganz sicher nicht als Mann so "mitmachen" heutzutage, obwohl man nicht so richtig Lust darauf hat. Weiß man nicht, ob der bei der FS der Fall war. Find ich aber einen großen Fehler vom Mann, wenn das so ist. Hier haben wohl viele die Haltung, weil der Mann sich herablässt, ein Kind zu haben, und es die Emanzipation gibt, soll die Frau doch dann gefälligst arbeiten gehen und den Haushalt noch machen, weil sie ja das Kind wollte und irgendwie Schuld an den veränderten Rollenbedingungen dieser Zeit ist; und sie soll eben zusätzlich sorgen,, dass sich an der Beziehung nichts ändert. Wie man sich Elternzeit einteilt, hängt doch an jedem Paar selbst, das kann man alles für sich entscheiden?
Emanzipation heißt für mich erstmal, dass man das Modell, nach dem man lebt, auswählen kann. Ein Mann kann sich noch immer eine Hausfrau wählen, die daheim bleiben will. Oder eben eine Frau, die auch schnell wieder arbeiten will. Das ist ja auch seine Frauenwahl.
Und ein kleines Kind ändert aber eben alles. Es ist hilflos, es braucht ständig Betreuung und wer bitte geht da mit der Erwartungshaltung rein, dass die Paarbeziehung so wie vorher nebenher weiterlaufen kann? Nach ein paar Wochen wieder Sex haben, das kommt doch ganz darauf an, was man für ein Kind hat, ob man Geburtsverletzungen hatte o.ä. Das wird hier so selbstverständlich gesagt. Als hätte die Frau da eine Pflicht, sofort wieder zu wollen, um eine gute Frau zu sein und damit der Mann sich nicht vernachlässigt fühlt.
Es müssen beide bittere Einschnitte hinnehmen, das weiß doch aber jeder, der sich mal mit Eltern unterhält? Wer sich entschließt, zum Kind ja zu sagen, sollte sich darüber klar sein. Wirkliche Gluckenmütter, die nur noch ihr Kind sehen WOLLEN, nicht eben zu nix anderem mehr kommen, sind jedenfalls in meiner Welt fast nicht existent. Es ist eher so, dass es sich manchmal schnell dahin entwickelt, weil eben so wenig Zeit übrig bleibt, gerade, wenn der Mann nicht wirklich 50% der Elternrolle übernimmt.
 
  • #70
Festzuhalten ist: den Vorwurf bekommt sie in der Regel von anderen Frauen, die natürlich problemlos beides hinbekommen.
Joa, eher die, die sich 100% fürs Mama sein entschieden haben und nicht nachvollziehen können, dass andere Frauen vielleicht mehr aus ihrem Leben machen wollen.

Sorry: in unserer Gesellschaft sind es nicht nur die Männer, die Gleichberechtigung verhindern, obwohl die natürlich auch ihren Anteil haben. Es gibt auch reichlich Frauen, die sich für ein paar Jahre in ihrer Mutterrolle ganz wohl fühlen und diese Gleichberechtigung gar nicht wollen.
Das stimmt auch. Nicht wenige Frauen möchten das auch genauso leben. Nur tun sie ihren Kindern keinen Gefallen damit.
Denn die brauchen eine präsente Vaterfigur und keine abwesende.
Mamas Bester und Mutti haben in einer Beziehung unerwachsene Werte, würde ich sagen. Und wenn das Kind da ist, werden die auf die Probe gestellt und fallen durch.
Ja, das spielt auch mit rein. Da besitzen Menschen dann fragwürdige Motive für die Eheschließung, die dann natürlich auch enttäuscht werden müssen.

irgendwer hat hier geschrieben, dass man im Vorfeld ja nicht erahnen könnte, wie man sich damit fühlen würde, wenn man eigene Kinder bekommt. Und das stimmt natürlich ...


Daher finde ich es persönlich eben nicht verwerflich, wenn jemand im Nachgang feststellt, dass es ihn/sie nicht glücklich macht - die gemeinsame Elternschaft.

Was wäre denn die Alternative? Bei der Familie bleiben und den eigenen Kindern vorleben, dass man als Erwachsener eben nun mal unglücklich ist und dass das völlig normal wäre ? Fragwürdig....

Ich meine, er hat sich eine jüngere Frau genommen, die keine Kinder hat - das sagt ja schon etwas über das Lebensgefühl aus, das er aktuell sucht. Kann sein, dass es nur eine Phase ist, von der er irgendwann gesättigt ist. Kann aber genauso der Fall eintreten, bei dem er nichts bereuen wird.

sie sollte jetzt auf sich schauen. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie irgendwann zurückschaut und die unerwünschte Veränderung im Nachgang selbst begrüßen wird 👍🏻
 
  • #71
Es ist auch Käse, jetzt der FS vorzuwerfen, dass sie sich eben den falschen Mann gewählt hat.

Das ist auch nicht richtig.

Die Meisten gehen mit dem Optimismus am eine Partnerschaft, dass es trägt.
Ich denke, das hast die FS genauso gemacht, und es lief eine Zeit.

Nur passiert in allen Partnerschaften eines, es kommt der Alltag, es kommen neue Faktoren hinzu - wie Kinder, Umzüge, Hausbau, Krankheiten. Menschen verändern sich.
Und dann kommt es drauf an, ob ein Paar miteinander das alles bewältigt, sich miteinander und zueinander entwickelt - oder wie oft, sich schleichend verliert.

Fremdgehen ist nicht die Lösung, da war der Mann zumindest ehrlich als er sich fremdverliebte.
Er ist allerdings naiv, wenn er glaubte, dass ihm die FS Bedenkzeit in dieser Form einräumt - auf diese Art Bedenkzeit lässt sich kaum jemand ein. Abwarten, ob der Probelauf mit der Nachfolgerin oder Nachfolger klappt?

Klar ist, wenn sich ein*e Partner*in fremdverliebt, ist man in der Partnerschaft weit auseinander geraten, da ist die Schieflage längst da.
Das Fremdverlieben ist nur das Symptom, und nicht die Ursache.

Dafür, dass man sich nicht verliert, sind beide zuständig - einfach ist es nicht.
Deswegen gibt es wohl auch wenige gute, langfristige Partnerschaften, viele sind ein irgendwie Nebenher, die mehr oder weniger gute WG. Man arrangiert sich.

Oder, und heute hat man diese Freiheit, man trennt sich, wenn eine Partnerschaft keine mehr ist, und sie nicht wiederherzustellen ist.

Vielleicht wäre es auch der Moment für die FS zu überlegen - würde sie ihn zurück wollen? Wie müsste es dann sein?
Und vielleicht sollten beide mal grundsätzlich miteinander reden, es ist so oder so einiges zu klären.

W, 51
 
  • #72
Wenn ein Mann Kinder "inkauf" nimmt, weil er sonst keine Beziehung hätte, dann ist das leider für mich eine absolute Fehlentscheidung.
Absolut, ja...daher gehören immer zwei zu und als Frau muss man darauf vertrauen können, dass er das macht, weil er es will.

aber ich glaube, dass das gar nicht so selten vorkommt. Wie man an einigen Kommentaren hier ablesen kann....
So geht es nicht nur um die Wahl des Mannes sondern auch um die Einschätzung seiner Fähigkeiten: ist er wirklich selbstbewusst oder hat er bloß eine große Klappe, hinter der er Unsicherheit verbirgt.
Das ist für junge Menschen ohne ausreichende Lebenserfahrung schwer zu unterscheiden und daher nur gut, sie mal darauf hinzuweisen.
kann ich nur unterschreiben, obwohl ich „erst“ 36 bin.
Jemand der nicht in der Lage dazu ist, seiner Ehefrau gegenüber zu kommunizieren, dass er gerade dabei ist, sich aus der Beziehung zu lösen und stattdessen sogar nochmal diese heiratet, der ist alles andere als selbstsicher. Sonst hätte er mal eher etwas gesagt ....
Weltfremd« finde ich die Bemerkung dennoch, weil wir nicht alle verbeamtet sind und wer aus einem Job mit Ärmelschoner heraus will, muss schon etwas mehr Engagement mitbringen. Am Ende profitiert auch die Familie davon, kann sich schöne Freizeiten mit den vom Reisewilli erwirtschafteten Geld leisten.
Na ja, schöne Beziehungen spielen sich auf Augenhöhe ab und daher sollte es keine allzu großen Unterschiede darin geben, wer wie was beisteuert. Das es da mal temporäre Missstände gibt, ist klar...aber langfristig sollte es sich schon die Waage halten.

Dann hast du ihm all die Jahre den Rücken freigehalten, deine eigene berufliche Weiterentwicklung hinten an gestellt, damit er sein Ding machen kann und das alles unter der Hoffnung, dass es sich irgendwann auch für einen selbst „auszahlen“ würde. Deine Loyalität in allen Ehren, aber was machst du, wenn es sich mit seiner Loyalität nicht so verhält, wie mit deiner und er dich irgendwann verlässt?

Dann hat er einen gewissen sozialen Status erreicht, der ihn für viele andere Frauen sehr attraktiv macht und gleichauf eine Frau an seiner Seite, die nur ihn als einzige Lebensabsicherung hat. Und Zack fühlt er sich ihr überlegen...

Aus meiner Sicht sehr naiv gedacht 🤷🏻‍♀️
 
  • #73
Darum will er auch an der Ehe festhalten und Affären haben - das Beste ohne jede Mühe nur für ihn, kein Gedanke daran, wie der andere dazu steht.

Ich denke, es ist ja grundsätzlich auch nicht schlecht, erstmal festzuhalten. Letztlich ist das ja auch auf beiden Seiten so, die Frauen, die sich auf die Kinder konzentrieren und den Mann nur noch als "Versorger" nutzen, gibt es ja genauso. Es gibt einfach Fehlgriffe auf beiden Seiten. Natürlich wird man im Laufe des Lebens klüger, aber auch dann beendet man eine Ehe oder Beziehung eben nicht sofort, wenn irgend etwas nicht passt.
Was ich nämlich auch gemerkt habe: Themen wiederholen sich oder es gibt eben neue Themen, die nicht sofort passen. Eine "Idealbeziehung" dürfte eher selten sein.

Ja, der Meinung bin ich auch. Ich habe hier das Gefühl, viele Männer vermengen mehrere Sachen: eine negative Haltung zur Emanzipation; das Gefühl, dass nur die Frauen wirklich Kinder wollen, die Männer machen nur so mit und seien deshalb dann verständlicherweise auch schneller genervt, wenn sie nicht bespaßt werden wie vorher.

Ich denke, viele rutschen einfach so in die Familiensituation hinein, ohne sich Gedanken zu machen, was das bedeutet, und gemeinsam zu überlegen, wie sie das gestalten wollen. Auf beiden Seiten. Wir haben heute eine breite Palette an Möglichkeiten. Das erfordert einen gezielteren Umgang damit als früher, wo die Rollenverteilung von vorneherein klar war.

Ich kenne nur Männer, die genauso ein Kind wollten wie die Frauen. Ich kenn auch Männer, die sich von Freundinnen getrennt habe, weil diese kein Kind wollten, der Mann aber schon.

Hatte ich auch schon. Das sind halt gemeinsame Lebensziele, die man auch nicht unterschiedlich verfolgen kann. Das fängt aber früher an. Manche wollen die Beziehung wegen unterschiedlicher Sicht dazu nicht beenden und setzen dann eben doch ein Kind in die Welt.

Hier haben wohl viele die Haltung, weil der Mann sich herablässt, ein Kind zu haben, und es die Emanzipation gibt, soll die Frau doch dann gefälligst arbeiten gehen und den Haushalt noch machen, weil sie ja das Kind wollte und irgendwie Schuld an den veränderten Rollenbedingungen dieser Zeit ist; ...

Auch da: die Haltung haben die, die sich darüber vorher keine Gedanken machen. Und wo vielleicht auch teilweise die Paarbeziehung nicht stimmt oder nicht mehr stimmt.
 
  • #74
Wow, hier ist ja was los. Ich will hier gar nicht weiter auf irgendwelche Aussagen eingehen. Einige sind für mich gut nachvollziehbar andere nicht.

Die Entscheidung Kinder miteinander zu bekommen, haben wir beide gemeinsam getroffen. Ich habe ihn in nichts hineingedrängt oder ähnliches. Wenn er dann festgestellt hat, das dies nicht das Leben ist, dass er sich vorstellt hätte er durchaus die Möglichkeit gehabt, dies vor dem zweiten Kind kundzutun auch wenn ich keines meiner Kinder missen möchte. Das ist auch der Grund aus dem ich nicht bereue.

Es ist wie immer. Erzählt man, dass der Mann sich nicht wirklich ins Familienleben einbringt, dann hat man ihn natürlich zu Kindern und Familie gedrängt, obwohl er es eigentlich gar nicht wollte. Und klar, kann man vorher mutmaßen wie sich der jeweils andere in der Elternrolle wohl verhält aber die Gewissheit hat man nun mal erst, wenn die Kinder auf der Welt sind. Ich räume an der Stelle ein, dass ich es wohl nach dem ersten Kind hätte besser wissen sollen aber wie gesagt ich bereue keines meiner Kinder nur weil der Vater in seiner Vaterrolle nicht aufgeht.

Ich bin diesen Weg gegangen, mit einem Menschen den ich geliebt habe. Und ja vielleicht macht Liebe blind und blöd. Viele Dinge, die ich über die Jahre akzeptiert hatte könnte ich so jetzt nie wieder akzeptieren. Deshalb bleibe ich bei meiner Entscheidung auch wenn diese erstmal schmerzhaft ist, denn er würde sich niemals ändern. Allein an der Art und weise wie das alles abgelaufen ist, erkenne ich mehr und mehr seine teils narzisstischen Denkweisen.

Ich bin reflektiert genug um auch meinen Anteil an der Geschichte zu erkennen, jedoch hat so einen Abgang wohl keiner verdient.

Für meine Kinder versuche ich jetzt so erwachsen wir nur möglich mit den Umständen umzugehen und vernünftige Lösungen zu finden.

Vielen Dank für alle die hier Ihre Meinung kundgetan haben.
 
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