• #1

Was ist los mit mir? Vermisse ich ihn und oder mein altes Leben?

Achtung lang.
Ich habe mich vor 2 Jahren von meinem Mann getrennt, nachdem wir 15 Jahre zusammen waren, 5 davon verheiratet.
Wir haben uns getrennt, weil ich ihn betrogen habe. Hintergrund des Betruges hört sich jetzt vielleicht für viele komisch an, aber ich wollte einfach jemanden haben der mich berührt, der mich einfach mal in den Arm nimmt und mir schöne Dinge sagt. Ich hatte das Gefühl, dass ich in meiner Beziehung verwelke und kaputt gehe.
Ich war Anfang 20 als wir uns kennen lernten, er 11 Jahre älter. Er war schon immer relativ schlecht darin Gefühle zu zeigen und ich nie der Gefühlsmensch. Als wir ein Paar wurden, merkte ich schnell, dass mir seine Gefühlskälte doch auch weh tat und ich oft weinend eingeschlafen bin.
Er war kein schlechter Mensch und auch nicht gewalttätig. Aber eben auch nicht zärtlich, er kannte es auch nicht vom Elternhaus. Am Anfang war es noch mehr, aber dann weniger, ich wollte es irgendwann auch nicht mehr probieren, wenn man sich immer zurückgestoßen fühlt.
Sex war schon immer schwer und wenig, da ich oft Schmerze habe und er steht nicht so auf Vorspiel und nicht auf Küssen, was für meine Schmerzen beim Sex nicht förderlich war, am Anfang hatten wir noch ab und zu Sex, aber am Ende die letzten 8 Jahre nicht mehr, wir lagen nur nebeneinander. Ich habe ihm gesagt, dass er sich den Sex gerne woanders holen kann, da es mir weh tut, aber das wollte er nicht. Sex hat mir daher nicht gefehlt, aber Kuscheln, Zärtlichkeit etc. Gekuschelt hat er am Anfang, dann nicht mehr, da hat ihn dann alles gestört wenn mein Körper irgendwo drauf lag. Meistens saßen wir daher nur getrennt u. haben TV geschaut und gesurft, denn Kino oder weggehen mochte er auch nicht wirklich. Kleine Aufmerksamkeiten gab es schon länger nicht mehr, Wegräumen des Geschirrs oder der Wäsche war auch eher spärlich und der Heiratsantrag ging auch von mir aus. Ich glaube wir haben uns dann einfach in Arbeit und Shopping gestürzt.
Ich habe mich förmlich in Komplimente von Fremden gesuhlt, wenn die gesagt haben, wie gut das Kleid mir steht oder wie schön die Frisur ist und es genossen, wenn ich zur Begrüßung umarmt worden bin.
Mir laufen auch jetzt noch Tränen übers Gesicht, wenn ich das Schreibe und das obwohl ich mittlerweile in einer tollen neuen Beziehung, die mich sehr liebt u. es mir zeigt, mich überrascht, selbständig Dinge erledigt, ohne dass man ihn bitten muss. Er wacht morgens auf u. kuschelt sich an mich, er kommt in die Küche umarmt mich einfach von hinten oder ruft von unterwegs an, ob er ein Eis mitbringen soll ... Es sind einfach so viele Kleinigkeiten, die dafür sorgen, dass ich ihn Liebe und ihn vermisse. Im Vergleich zu meinem Exmann hat mein jetziger Freund zwar weniger finanzielle Mittel und auch nicht den Abschluss, aber es fühlt sich an wie Tag und Nacht, aber ich weiß nicht warum ich so oft an meinen Ex denke. Er hat auch mittlerweile eine neue Frau, mit der er viel macht, was er mit mir oder für mich nie gemacht hätte.
 
  • #2
Ich denke, dass Dein Ex auch liebenswerte Eigenschaften hatte, die Du selbst nicht mehr gesehen hast, weil im Vordergrund stand, was Du alles vermisst.
Mit den Jahren verändert man sich ebenfalls! Gewöhnt sich an viele Dinge und nimmt gleiche Verhaltensweisen an.
Ich kann es zumindest für mich so sagen.
Blümchen hier und Komplimente da... Dafür fehlen dann die anderen (guten) Eigenschaften des Ex. Hatte ja auch eher den Kaltblüter, weit entfernt vom Händchenhalten. Dafür aber mit Hartnäckigkeit, Verlässlichkeit und einer gewissen Stärke ausgestattet, Improvisationstalent, weiß sich immer zu helfen, wenn auch erstmal nur zur Schadensbegrenzung. Meine Schutzmauer.
Das habe ich bei Beziehungen danach vermisst. Dauernde Komplimente nutzen sich mit der Zeit ab, die helfen in großer Not auch nicht.
Für mich muss ich sagen, dass der Hauptgrund (zumindest von meiner Zerrissenheit) darin liegt, dass man sich in der langen Beziehung selbst verändert.
Nur noch sucht, was fehlt und nicht mehr sieht, was schon längst da ist.
So sehe ich das auch bei Dir. Du suchst nun auch das Gewohnte, das fehlt.
Schau auf das, was Du jetzt hast, sonst wirst Du immer dem alten nachtrauern (leicht gesagt...)

W, 46
 
  • #3
Dein Problem was du mit dir hast erkenne ich so, dass du auf deine wahren Bedürfnisse nicht geachtet hast, dass du deine Interessen nicht umgesetzt hast, sondern du hast dich in etwas reinziehen lassen, was dir nicht gut hat, bist lange darin geblieben, auch die jetzige Beziehung tut dir nicht gut, da du von der alten Beziehung noch belastet und blockiert bist, eigentlich müsstest du eine längere Zeit alleine sein, reflektieren und versuchen deine Blockaden zu lösen, notfalls mit fremder Hilfe!
Lerne einmal, dass du für dich der wichtigste Mensch bist, dann bist du nicht mehr auf äußere Beachtung abhängig und angewiesen, bist glücklich in dieser Freiheit zu leben, das ist die Grundlage, für eine gute und gkückliche Beziehung!
 
  • #4
Wenn du nie ein Gefühlsmensch wärst, dann hast du das in deiner Familie nicht gelernt. Jeder hat Gefühle, nur wurden sie manchen ausgetrieben. Du denkst an deinen Ex, weil du im Grunde gelernt hast, dass Liebe Zurückweisung bedeutet und du darum kämpfen muss. Du suchst immer noch den Vater in ihm und willst beweisen, dass du liebenswert bist. Liebe in Leichtigkeit ist dir fremd, also nicht "echt". Jetzt hast du den Spieß umgedreht - dein neuer Freund bemüht sich und du reagierst abweisend, so wie dein Ex.
Also du kommst nicht umhin, eine Therapie zu machen, um den Teufelskreis durchzubrechen, sonst wirst du unbewusst immer unerreichbar Männer suchen oder selber Distanz herstellen.
 
  • #5
Wenn du nie ein Gefühlsmensch wärst, dann hast du das in deiner Familie nicht gelernt. Jeder hat Gefühle, nur wurden sie manchen ausgetrieben. Du denkst an deinen Ex, weil du im Grunde gelernt hast, dass Liebe Zurückweisung bedeutet und du darum kämpfen muss. Du suchst immer noch den Vater in ihm und willst beweisen, dass du liebenswert bist. Liebe in Leichtigkeit ist dir fremd, also nicht "echt". Jetzt hast du den Spieß umgedreht - dein neuer Freund bemüht sich und du reagierst abweisend, so wie dein Ex.
Also du kommst nicht umhin, eine Therapie zu machen, um den Teufelskreis durchzubrechen, sonst wirst du unbewusst immer unerreichbar Männer suchen oder selber Distanz herstellen.
Wie kommst du darauf, dass ich abweisend auf meinen neuen Freund reagiere? Ich denke das ich das eigentlich nicht tue oder ist für dich abweisend reagieren, dass ich an meinen Ex denke?
 
  • #6
Ich denke, dass Dein Ex auch liebenswerte Eigenschaften hatte, die Du selbst nicht mehr gesehen hast, weil im Vordergrund stand, was Du alles vermisst.
Mit den Jahren verändert man sich ebenfalls! Gewöhnt sich an viele Dinge und nimmt gleiche Verhaltensweisen an.
Ich kann es zumindest für mich so sagen.
Blümchen hier und Komplimente da... Dafür fehlen dann die anderen (guten) Eigenschaften des Ex. Hatte ja auch eher den Kaltblüter, weit entfernt vom Händchenhalten. Dafür aber mit Hartnäckigkeit, Verlässlichkeit und einer gewissen Stärke ausgestattet, Improvisationstalent, weiß sich immer zu helfen, wenn auch erstmal nur zur Schadensbegrenzung. Meine Schutzmauer.
Das habe ich bei Beziehungen danach vermisst. Dauernde Komplimente nutzen sich mit der Zeit ab, die helfen in großer Not auch nicht.
Für mich muss ich sagen, dass der Hauptgrund (zumindest von meiner Zerrissenheit) darin liegt, dass man sich in der langen Beziehung selbst verändert.
Nur noch sucht, was fehlt und nicht mehr sieht, was schon längst da ist.
So sehe ich das auch bei Dir. Du suchst nun auch das Gewohnte, das fehlt.
Schau auf das, was Du jetzt hast, sonst wirst Du immer dem alten nachtrauern (leicht gesagt...)

W, 46

Hallo,

da hast du sicherlich recht. Mein Ex-Mann war ähnlich wie Deiner ein Tüftler, Pragmatiker, verlässlich dann eher doch nur in technischen Problemen ;) aber da bei allem Auto, PC, Kamera etc.
Daher hab ich mich auch schon oft gefragt, ob ich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen habe.
Gleichzeitig kommen dann wieder andere Gedanken in den Sinn, wie uns fehlte es an nichts, aber für mich hat es sich oftmals wie der oft beschriebene goldene Käfig angefühlt. Wir haben schöne und auch teilweise teure Urlaube gemacht an die schönsten Orte der Welt, aber dort ist genau nichts passiert. Es war mehr wie Kumpels. Ich war immer neidisch wenn ich die anderen Pärchen gesehen habe, die teilweise an der Karibik Händchenhaltend, turtelnd rumgelaufen sind oder erzählt haben, dass sie kuschelnd auf der Terrasse eingeschlafen sind oder auch wenn sich Pärchen um uns rum an Silvester innig geküsst haben. Ich hab nie von ihm ein Kompliment gehört, dass sieht schön aus was du trägst oder das steht dir, nicht einmal am Tag unserer kirchlichen Hochzeit. Mein Kumpel hat so von seiner Frau an der Hochzeit geschwärmt, mir tat das so weh, weil ich es mir gewünscht hätte. Er hat noch Tage danach geschwärmt und erzählt immer so toll und liebevoll von ihr.
Vielleicht war da auch meine Erwartungshaltung falsch.
Auf jeden Fall haben wir wahrscheinlich auch zu wenig geredet, ich habe zwar oft gesagt, dass ich kuscheln vermisse oder gerne einen Hund hätte, der bei mir ist zum kuscheln etc. Aber das war ihm egal oder nicht wichtig.
 
  • #7
Liiebe FFS,

kannst Du bitte mal erklären, was Du vermisst? Lieblosigkeit, fehlende Unternehmungen, Desinteresse, schlechter Sex? Das kann Dir doch nicht wirklich fehlen. Was fehlt Dir aus Deinen alten Leben in der neuen guten Beziehung?

Ist es nicht eher so, dass Du nun eifersüchtig bist, dass er mit einer anderen Frau das gleiche gute Leben führt, was Du nun mit einem anderen Mann hast?
 
  • #8
Wie kommst du darauf, dass ich abweisend auf meinen neuen Freund reagiere? Ich denke das ich das eigentlich nicht tue oder ist für dich abweisend reagieren, dass ich an meinen Ex denke?
Wenn es mit dem neuen Freund alles passt und du trotzdem an deinen Ex denkst, dann genießt du die Zeit mit deinem Freund nicht ganz. Ein Teil von dir ist ABWESEND. Du nimmst nicht an, was dein Freund dir gibt, es reicht dir nicht. Du gehst innerlich auf Distanz.
 
  • #9
Liiebe FFS,

kannst Du bitte mal erklären, was Du vermisst? Lieblosigkeit, fehlende Unternehmungen, Desinteresse, schlechter Sex? Das kann Dir doch nicht wirklich fehlen. Was fehlt Dir aus Deinen alten Leben in der neuen guten Beziehung?

Ist es nicht eher so, dass Du nun eifersüchtig bist, dass er mit einer anderen Frau das gleiche gute Leben führt, was Du nun mit einem anderen Mann hast?
Hallo Vikky,

ich glaube, wenn ich das wusste, dann wäre ich ein ganz Stück weiter und hätte wahrscheinlich gar nicht gefragt. Ich habe mir das alles so oft durch den Kopf gehen lassen.
Ich denke es ist die Vertrautheit, die nach 15 Jahren da war, das wissen wir hatten uns was aufgebaut für unsere Zukunft, das stundenlang Computerspielen oder das gemeinsame Hobby.
Wie oben geschrieben es ist ja nicht alles schlecht gewesen, man erinnert sich glaube ich nach einer Trennung eher an die schlechten Dinge, ich denke, wenn man einen Partner durch Krankheit oder Tot verliert behält man eventuell auch eher die schönen Dinge im Gedächtnis.
Ich glaube nicht, dass es wirklich Eifersucht ist, naja eventuell schon etwas Eifersucht oder vielleicht eher Trauer, oder etwas Wut, das plötzlich auch Dinge möglich sind, die bei mir nicht gingen trotz Nachfrage und Bitte und nun automatisch gemacht werden oder selbstverständlich sind. Vielleicht ist da auch etwas im Hinterkopf für mich hat er das nicht gewollt, gekonnt, gemacht.. mmh okay, da wäre es vielleicht doch Eifersucht und Traurigkeit, wobei das nichts mit ihr zu hat, sie ist ein sehr netter Mensch. Vielleicht fragt man sich dann aber auch eher warum ging das bei mir nicht?
Ich habe schon oft gelesen, dass es vielen Frauen so ging, das viele Männer bei der "Nachfolgerin" anders waren oder sich anders Verhalten haben. Vielleicht tun sie das einfach, wenn es die richtige ist, ich nehme an, dass ich mich auch jetzt anders verhalte als vielleicht noch in der Beziehung, eben auch weil es neu und noch nicht eingeschliffen ist.
 
  • #10
Für mich klingt das so, als würdest Du das einfach verarbeiten.
Ihr habt nicht zusammengepasst. Das finde ich eindeutig sichtbar. Und jetzt hast Du einen Mann, der passt. Zumindest erstmal darin, Dir in Überfülle das zu geben, woran Du ewig Mangel hattest.

Und Dein Ex hat vielleicht jetzt auch eine Frau, die passt. Und er hat gelernt aus dem, was in seiner Beziehung mit Dir passiert war. Vielleicht konnte er sich jetzt erst öffnen.

Warum Du Dir die Frage in der Überschrift stellst, weiß ich nicht. Willst Du ihn denn zurück? Also so, wie er zu dieser anderen Frau ist? Fragst Du Dich, warum Du das alles nie bekommen hast und denkst Du, es wertet Dich ab?

Ich denke, wie gesagt, ihr habt nicht gepasst. Du hast es auch eingefordert und er war verschlossen. Jetzt hat es vielleicht "klick" gemacht, dass er nicht noch mal betrogen werden will.
 
  • #11
Wenn es mit dem neuen Freund alles passt und du trotzdem an deinen Ex denkst, dann genießt du die Zeit mit deinem Freund nicht ganz. Ein Teil von dir ist ABWESEND. Du nimmst nicht an, was dein Freund dir gibt, es reicht dir nicht. Du gehst innerlich auf Distanz.
Achso, wenn ich mit meinen neuen Freund zusammen bin, bin ich schon ganz bei ihm und genieße es in vollen Zügen, nur wenn ich dann doch mit irgendwas aus der Vergangenheit konfrontiert werden und alleine bin und nachdenken kann, dann kommt das.
Bitte nicht falsch verstehen, das kommt jeztzt auch nicht täglich oder wöchentlich vor sondern immer mal wieder
 
  • #12
Für mich klingt das so, als würdest Du das einfach verarbeiten.
Ihr habt nicht zusammengepasst. Das finde ich eindeutig sichtbar. Und jetzt hast Du einen Mann, der passt. Zumindest erstmal darin, Dir in Überfülle das zu geben, woran Du ewig Mangel hattest.

Und Dein Ex hat vielleicht jetzt auch eine Frau, die passt. Und er hat gelernt aus dem, was in seiner Beziehung mit Dir passiert war. Vielleicht konnte er sich jetzt erst öffnen.

Warum Du Dir die Frage in der Überschrift stellst, weiß ich nicht. Willst Du ihn denn zurück? Also so, wie er zu dieser anderen Frau ist? Fragst Du Dich, warum Du das alles nie bekommen hast und denkst Du, es wertet Dich ab?

Ich denke, wie gesagt, ihr habt nicht gepasst. Du hast es auch eingefordert und er war verschlossen. Jetzt hat es vielleicht "klick" gemacht, dass er nicht noch mal betrogen werden will.
Danke Void für Deine Nachricht, das kann schon möglich sein, dass das Verarbeitung ist und es jetzt für beide besser passt.
Ich war das erste Mal mit jemandem so lange zusammen (okay wäre rechnerisch auch gar nicht möglich gewesen :) ) und es war auch meine erste wirklich ernstere Beziehung.

Nein, zurück will ich ihn nicht. Ich glaube auch nicht so wie er jetzt ist. Ich kann mir aktuell nicht mehr vorstellen ihn innig zu küssen oder mehr.
Ob ich mich dadurch abgewertet fühle? Vielleicht etwas gekränkt
 
  • #13
Nun gut, wenn ich richtig ausgerechnet habe, dann bist du heute 37 Jahre alt. Von denen warst du 15 mit einem Mann zusammen, das ist dein halbes Leben, selbstverständlich prägt das einen und es kommen immer wieder Gedanken hoch, unabhängig davon wie gut diese Beziehung war. Dieser Mann Teil deines Lebens und man kann nicht so tun, als ob er nie existierte.
Die Frage ist eben, was dich genau beschäftigt. Dein neuer Freund behandelt dich gut, aber ist er dir genauso vertraut, wie dein Ex oder bist du mit ihm zusammen, weil du eben all das bekommst, was dein Ex dir nicht gegeben hat, du tankst bloß auf.
Oder es kann sein, dass jetzt, wo du entspannte liebevolle Beziehung hast, alle negative Gefühle kommen, die du mit deinem Ex erlebt hast. In diesem Fall muss du zum Psychologen und dich quasi "gesundausreden".
 
  • #14
Ich habe schon oft gelesen, dass es vielen Frauen so ging, das viele Männer bei der "Nachfolgerin" anders waren oder sich anders Verhalten haben.
Mir hat ein Mann erklärt, er möchte nicht noch mal den gleichen Fehler machen - und deswegen verhält er sich bewusst anders.

Aber ehrlich, ich verstehe Dich nicht.
Beziehungsende, sortieren und Haken.
Es war ja nicht umsonst zu Ende.

Du hast einen Partner, Du bist glücklich mit ihm? Warum kannst Du es nicht wertschätzen?
Oder ist da innen drin doch einiges, was schief hängt.
Oder Du hast etwas Destruktives in Dir, dass Du das Gute jetzt als unverdient zerstören willst. Das ist Dir vielleicht gar nicht mal bewusst, kommt aber vor, dass man lieber ein gewohntes, negatives Muster hat, weil vertraut und für einen passend - als das positive Unverdiente. Verbunden mit den Gedanken, dass es eh nur temporär ist. Solche Muster kommen dann meist aus der Kindheit.

Ich würde mich an Deiner Stelle statt in den Gedanken an den Ex zu verlieren auf den jetzigen Partner konzentrieren - das, was Du an ihm schätzt, liebst, was Du positives mit ihm erlebst...

W,50
 
  • #15
Weil sie jetzt das bekommt, was Du nie hattest, Dir aber immer gewünscht hast. Es sieht dann so aus, als sei man schlechter, weil es einem nicht gegeben wurde. Aber das meinte ich auch mit dem Passen und seiner Lehre, die er vielleicht aus allem gezogen hat.

Es gibt so Dynamiken zwischen Menschen. Z.B. wenn einer was einfordert, wo der andere gehemmt ist, dann zieht sich dieser immer weiter zurück, weil er "nachgeben" müsste. Oder vielleicht auch, weil er Angst hat, überwältigt zu werden.
Ein Beispiel wäre dann, wenn die Frau anfängt mit "ich will mal Kinder, sonst hat die Beziehung für mich keinen Sinn" und der Mann sich nicht sicher ist. Je mehr Druck sie aufbaut, umso weniger weiß er, was er wirklich will, weil er die Frau ja auch nicht verlieren will. Er müsste erstmal riskieren, dass sie auch weggehen kann und er das verkraften könnte, dann erst weiß er, OB er wirklich Kinder will.

Möglicherweise hattet ihr was Ähnliches. Du wolltest Nähe und Zärtlichkeit und Dein Exmann konnte nicht aus seinem Schneckenhaus. Je mehr Du es wolltest, umso größer war seine Angst, sich zu öffnen. Vielleicht warst Du auch viel ... ich nenne es mal emotionaler als er, so dass er nicht aus sich raus kam, und die Frau, die er jetzt hat, ist genauso/mehr verletzt oder eingeigelt wie/als er. Da ist er dann der emotionalere Part.
Möglicherweise ist er auch einsam und weiß, was er tun muss, damit er eine Frau anziehen kann. Die Frage ist, ob das bleibt, wenn sie länger zusammen sind.
 
  • #16
Ärgerst Du Dich manchmal über Dich selbst? Weil Du die Beziehung beendet hast und heute denkst, Du hättest selbst mehr dafür tun können? Und seine Neue ist der Beweis dafür, dass es auch mit Euch hätte anders kommen können?
Das denke ich für mich auch. Allerdings mit dem Unterschied, dass ich verlassen wurde.
Ich überlege noch, was Du damals vermisst haben könntest. Aber Dein Ex hat sicher nicht weniger vermisst.
Du sagtest ihm während der Beziehung, Sex ist schmerzhaft, kann er sich gerne anderswo holen. Betrügst ihn am Ende der Beziehung. Für mich nicht nachvollziehbar, da ich Liebe und Sex nicht dauerhaft trennen könnte.
Und das hier:
ich habe zwar oft gesagt, dass ich kuscheln vermisse oder gerne einen Hund hätte,
Habe kurz lachen müssen.
Und Du hast keinen Hund angeschafft, nehme ich an. Aber alleine die Annahme, dass es im Grunde egal ist mit wem Du kuschelst (Mann oder Hund) hat mich verwirrt.

Für mich steht fest, Ihr wart beide unglücklich und es ist dann schmerzhaft zu sehen, dass es dem anderen nun gut (oder besser?) geht, obwohl man sich das für sich selbst erhofft hätte.
Gönn dem Ex sein neues Leben.
Investiere die Energie in Deine neue Beziehung. Alles ist wieder auf Null und Du hast jetzt auch die Gelegenheit alles anders zu machen.
 
  • #17
nicht zärtlich...
Sex war schon immer schwer und wenig, da ich oft Schmerze habe und er steht nicht so auf Vorspiel und nicht auf Küssen, was für meine Schmerzen beim Sex nicht förderlich war...Gekuschelt hat er am Anfang, dann nicht mehr, da hat ihn dann alles gestört wenn mein Körper irgendwo drauf lag.
Warte, habe ich das richtig verstanden ?
Kein Kuscheln, kein Körperkontakt, niemals ? Außer beim Sex.
Da drang er in dich ein, ohne irgendwas vorher ? Er sagt, 'ok, es ist Samstag, 18 Uhr, dann wollen wir mal'.
Du legst dich hin, machst die Beine breit, er legt sich auf dich, dringt in dich ein, obwohl du null erregt und feucht bist.
Dann masturbiert er in dir.
Danach stehst du auf, denn du weißt, dich noch anzukuscheln bringt dir nur eine Abfuhr ein. Du duschst, dann duscht er, währenddessen machst du das Abendbrot und dann seht ihr gemeinsam fern.
Und du wunderst dich, dass du beim Sex Schmerzen hattest ?
Du weißt aber schon, dass die Vagina, wenn's ganz gut läuft, so was Schleimiges absondert, damit der Penis eindringen kann ?

Wenn du 20 Jahre älter wärst, würde ich sagen, du bist eine Frau, mit der ich mal befreundet war.
Ich habe hier eins zu eins wiedergegeben, wie deren Sexleben jahrelang aussah.
Hoffentlich liest sie hier nicht mit, am Termin für den wöchentlichen Sex könnte sie sich erkennen.

Rate mal, ob die beiden noch zusammen sind.

Boah, sei froh, dass du die Kurve gekriegt hast, bevor du komplett verkümmert bist.
Du hast doch nur das eine Leben, wie lange hättest du denn noch die Abfuhren ertragen wollen ?
Nun hast du einen Mann, der äußerlich nicht so viel hermacht wie dein Exehemann. Mein Gott ! Was sind schon die paar Kröten und das Häuschen im Grünen gegen das warme Gefühl, geliebt zu werden ?
Was am Ende bleibt, ist Liebe.
( Abwandlung eines Zitats meines Großvaters. Original: Was am Ende bleibt, ist Bildung. Joa, das auch, aber Liebe auch :))

w 52
 
  • #18
Mir hat das sehr eingeleuchtet, was realwoman und der-runde-Ball geschrieben haben. Für mich klingt es auch so, als ob Du (vielleicht auch schon früher) daran gewöhnt warst, Dich mit der Gefühlskälte zu arrangieren. Und jetzt, wo Wärme da ist, Schwierigkeiten hast, diese anzunehmen, obwohl Du Dich so lange danach gesehnt hast. In wieweit das ein Muster bei Dir sein könnte, kannst Du am besten beurteilen.
Ich kann Dir aber auch noch was Praktisches erzählen. Als ich meinen (seit kurzem Ex-) Freund vor zwei Jahren kennenlernte, hat er sich auch die allergrößte Mühe gegeben, meine Hand zu nehmen etc. Einmal haben wir wegen der Kinder auch einen Abend mit seiner Ex und ihrem neuen Mann verbracht, da hat er das auch gemacht. Dabei hörte ich aus ihren Erzählungen heraus, dass er nicht so der Typ dafür war, als sie die vielen Jahre zusammen waren. Man hätte also denken können, dass er sich geändert und an sich gearbeitet hätte. Aber nach einem Jahr war er wieder im alten Trott drin und ihm wurden solche kleinen zärtlichen Gesten schnell zur Last. Es bleibt also abzuwarten, ob Dein Ex so aufmerksam bleibt. Außerdem hast Du das Ende der Beziehung forciert, vielleicht hat er ja wirklich was daraus gelernt. Soll ja vorkommen, auch wenn ich es wenig erlebe. ;-)
 
  • #19
Lebe doch im Moment. Du hast einen Freund der zärtlich mit dir umgeht. Mach die Augen auf und genieße es!
Nach 15 Jahre Ehe ohne Verführung, Zärtlichkeit etc. verfällst du wieder zurück in die Vergangenheit.
 
  • #20
Es gibt Beziehungen, die vergisst man nicht. Das heißt aber nicht, dass dir nicht irgendwann wieder was ganz Tolles passieren kann. Wenn du lieben kannst, dann hast du alles was du brauchst um irgendwann eine wunderschöne neue Geschichte zu erleben (mit einem anderen Mädchen)
 
  • #21
Hallo zusammen,

vielen Dank für Euer Feedback und bitte entschuldigt meine späte Antwort.

Nein, ich ärger mich nicht, dass ich die Beziehung beendet habe, denn jedes Mal, wenn mein neuer Partner mich in den Arm nimmt und sich an mich kuschelt ist das ein unglaublich schönes Gefühl.
Allerdings hätte ich bestimmt mehr tun können, denn sowohl mein Ex als auch ich sind nicht die Redner, wir hätten bestimmt früher, häufiger und auch deutlicher sagen müssen, was wir wollen uns es nicht nur andeuten, ob es was geändert hätte weiß ich nicht.

Ganz so schlimm, wie "Frei" es beschreibt war es zum Glück nicht.
Aber irgendwas muss es ja sein, dass es mir immer wieder in den Sinn kommt, eventuell sind es aber auch die erwähnte Hälfte meines Lebens, die ich mit meinem Mann zusammen war.

Vielen Dank für Euer Feedback, ich werde versuche, im jetzt zu leben und mir nicht mehr so viele Gedanken, über die Vergangenheit zu machen.