• #1

Was haltet Ihr für die richtige Art zu kommunizieren ?

Ich frage mich seit längeren, ob zwischen Mann und Frau eine andere Art der Wahrnehmung besteht und ob Männer/Frauen von Ihrem Geschlecht ausgehen in der Kommunikation.
Meine Freundin teilt Ihre Sorgen/Bedenken/Leben immer mehr mit Ihrer besten Freundin mit als mit mir.
Sie sagt, dass Sie weiß, dass ich sie liebe und nur das beste will. Sie aber keine Kommunikation möchte von der Sorte: Sie erzählt mir etwas und ich gebe ihr ein Lösungsvorschlag und danach ist die Thematik für mich beendet. Ich empfinde meine Freundin als sehr emotional und sehr verbal.
Wenn sie mich was fragt ala "Wie war dein Tag?" oder "Wie stellst du dir die Urlaubsplanung für nächstest Jahr vor?" etc., ist sie verletzt, wenn ich diese Rückfrage nicht stelle. Allgemein will sie, dass ich frage, frage und frage. Ich für mein Teil denke, dass wenn sie was erzählen will, dann soll sie es doch in den Raum werfen. Meine Kumpels hauen auch einfach das raus, was sie loswerden wollen.
Auch wünscht sie sich eine (Fernbeziehung) Kommunikation wo immer wieder Zärtlichkeiten auftauchen, geschrieben wie verbal geäußerte Liebesbekundungen ala "Ich vermisse dich/ich liebe dich" in verschiedenen Variationen.
Das alles macht sie natürlich und genieße das auch, dass sie mich immer wieder überrascht mit kleinen Liebesbekundungen oder das sie mir das Gefühl gibt, ich sei ihr Hauptgewinn. Natürlich sage ich es ihr auch ab und an oder erwidere es, wenn sie es sagt "ich liebe dich" aber sie scheint jeden Tag irgendwas in dieser Hinsicht zu brauchen. Ist das normal oder zeigt das für euch, für ein gestörtes Selbstbewusstsein ?
 
  • #2
Das ist sicherlich unterschiedlich.

Ich mag es, meinem Freund immer wieder Komplimente zu machen oder ihm mitzuteilen, dass er für mich der Hauptgewinn ist, aber ich erwarte das nicht im Gegenzug. Es ist einfach mein Naturell. Wenn er es nicht dauernd erwidern würde, hätte ich kein Problem damit.

Er tut es aber, und das macht mich sehr glücklich. Wir sind aber auch erst sehr kurz zusammen. In meinen vergangenen Beziehungen war ich aber genauso, und die Männer hatten nie ein Problem das zu erwidern. Wenn man Jahre zusammen war, dann kamen diese Bekundungen nicht mehr jeden Tag, aber schon in recht kurzen, regelmäßigen Abständen. Ich glaube, wenn ich wochenlang gar nichts mehr in diese Richtung von mir geben würde, müsste sich mein Freund schon arge Gedanken machen. Andererseits würde ich auch sagen, wenn mir was nicht passt.

Thema Kommunikation:
Ich erwarte in einer Beziehung schon, dass alles das Paar betreffende vernünftig und abschließend kommuniziert wird. Damit verbindliche Absprachen im Raum stehen. Und natürlich will ich, dass er mich an seinem Leben und an seinen Gedanken teilhaben lässt. Wenn er das aber grade nicht möchte, muss ich das akzeptieren und löchere ihn auch nicht.

Ich hatte noch nie einen Partner, der mich nicht fragte, wie heute mein Tag war, oder wie es mir geht oder so. Für mich ist das Normalität.
 
  • #3
Genau das ist es: Frauen sind anders. Und Männer auch. Wenn Frau sich über ein Problem ausweint, dann will sie keine Lösung. Sie will einfach über das Problem sprechen. Ihre Freundin versteht das. Und Du kommst mit einer Lösung. Ich wette, dass Du das jetzt nicht verstehst, aber genau das ist ein großer Unterschied zwischen der männlichen und weiblichen Kommunikation.
 
  • #4
Ich würde sagen, ihr habt verschiedene Vorstellungen von Nähe/ Distanz/ Beziehung.
-Du genießt es, das sie dich gerne verwöhnt, umschwärmt und sich um die kümmert, sich um deine Gedanken sorgt.
-Dir hingegen ist es nicht so wichtig.
Siehst du nicht, das du der absolute Nehmer bist?
Sie kümmert sich um deine Befindlichkeit und im Gegenzug soll sie sich auch um ihre selbst kümmern?

Nein, ich denke das wird auf Dauer nicht funktionieren, weil ihr einfach zu unterschiedlich seid.
 
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  • #5
Sie aber keine Kommunikation möchte von der Sorte: Sie erzählt mir etwas und ich gebe ihr ein Lösungsvorschlag und danach ist die Thematik für mich beendet.
Das kann ich sehr gut nachvollziehen.
Wenn ich über Sorgen & Bedenken spreche, dann um mich emotional davon zu befreien, das geistig/verbal "abzuarbeiten", es raus zu lassen, es aus meinem Kopf zu kriegen, andere Meinungen dazu zu hören & vorallem das Gefühl zu bekommen, dass ich damit nicht alleine bin, sondern, dass man mir zuhört(!) & mich emotional(!) unterstützt.
Ich will dann KEINE praktischen Lösungsvorschläge (in den meisten Fällen sind die ganz klar, es sei denn es geht um wirklich ernstzunehmende Probleme & dann fragt man sowieso nach Lösungsvorschlägen) sondern einfach, dass sich jemand mit mir darüber aufregt, ich mich bei jemanden ausheulen kann & dass sich jemand mit mir Gedanken darüber macht!

Nein, das Ganze bringt praktisch nichts in Richtung Problemlösung, sondern emotionale Erleichterung. Wenn ich viel Stress & Sorgen im Kopf habe, die man aber nicht sofort beheben kann, bin ich unruhig, angespannt & MUSS darüber reden sonst explodiert mein Kopf ^^
Kann mir vorstellen, dass es deiner Freundin ähnlich geht.

Ansonsten sehe ich das wie NormaJean
Ich hatte noch nie einen Partner, der mich nicht fragte, wie heute mein Tag war, oder wie es mir geht oder so. Für mich ist das Normalität.
Man interessiert sich doch für das Leben seines Partners?? Dafür ob es ihm/ihr gut geht? Was er/sie heute erlebt hat?
Ich frage meinen Partner täglich wie es auf der Arbeit war & umgekehrt.
Es gibt durchaus Leute die es nicht einfach alles in die Welt posaunen & es dementsprechend als Desinteresse deuten, wenn jemand einfach nicht von sich aus auf die Idee kommt danach zu fragen & wissen will wie es einem geht, wie der Tag war etc..
Sie ist eben nicht einer deiner Kumpels, die einfach alles raus hauen
 
  • #6
richtige Kommunikation ist tatsächlich eine Kunst. Das ist aber auch etwas das man lernen kann (z.B in Form von Techniken wie NLP), so man es möchte. Die meisten Beziehungen in meinem Dunstkreis scheitern weil die Paare nicht achtsam und auf Augenhöhe miteinander kommunizieren. Ich sehe das Probleme vor allem an der Vermischung der unterschiedlichen Ebenen. Oft kommunizieren Frauen emotionaler, und verwenden mehr Wörter. Männer sind eher auf der rationalen Ebene unterwegs und sagen mit deutlich weniger Wörtern worum es ihnen geht. Das Thema Liebesbekundungen steht für mich aber noch mal auf einem anderen Blatt. Das hat etwas mit unterschiedlichen Bedürfnissen zu tun. Sie braucht es wohlmöglich um das Gefühl der Nähe und Zusammengehörigkeit herzustellen oder aufrecht zu erhalten. Für mich nicht zwangsläufig ein Indikator für ein gestörtes Selbstwert. Du schaffst das vielleicht ohne viel Worte. Darum würde ich dir nicht gleich eine emotionale Störung attestieren ;-) Redet über eure unterschiedlichen Bedürfnisse! Sonst werden solche Kleinigkeiten irgendwann zum Maßstab, an dem das gekränkte Ego die Tiefe von Gefühlen fest macht. Ich war lange mit einem absolut rationalen Zahlenmenschen zusammen. Ich selber bin das genau Gegenteil. Wir hatten permanent das Gefühl auf völlig unterschiedlichen Wellenlängen zu funken. Rückblickend wünschte ich mir, dass wir das nicht so bagatellisiert hätten.
 
  • #7
ja, ich sehe es wie Moona.

Manche wollen einfach laaaange über ihr Problem sprechen. Sie wollen garnicht, dass Du im Gegenzug eine Problemlösung anbietest.

Probiere es doch mal mit dieser Haltung.

Ansonsten muss schon auch Kommunikation zwischen Euch beiden stattfinden. Ich finde es aber nicht schlimm, wenn nicht alles innerhalb der Partnerschaft diskutiert werden muss. Mal ehrlich, die langweiligen Gespräche z.B. über die Arbeit will man doch auch nicht. ;-)

Vielleicht machst Du mit ihr aus, welche Themen Du exklusiv innerhalb der Beziehung besprochen haben willst.
 
  • #8
Allgemein will sie, dass ich frage, frage und frage. Ich für mein Teil denke, dass wenn sie was erzählen will, dann soll sie es doch in den Raum werfen.
Das sind zwei Extreme, also dauernd fragen und gar nichts fragen. Keine Ahnung, wer da bei euch zu viel oder zu wenig macht. Es ist eine Zeichen von Interesse, eine Frage zu stellen. Wenn ich mir vorstelle, dass jeder ungefragt irgendwas erzählt, erzählt er es ja eigentlich für sich und wenn keiner mal weiter nachfragt, wird es peinlich. Du hast es ja geschrieben: Deine Kumpels wollen es loswerden, vielleicht hört niemand zu, weil ja nicht klar ist, ob es wen interessiert.
Auch wenn man sich mit anderen unterhält, ist es ja schlimm, wenn man den anderen ausreden lässt und dann von sich anfängt, ohne auf irgendwas mal mit ner Frage einzugehen.

Allerdings würde es mich auch nerven, wenn ich dauernd den Partner zum Zentrum meines Interesses machen soll. Ich könnte mir vorstellen, dass Deine Freundin so ist, und das stresst. Ich hatte so einen Partner. Er wünschte sich, dass alles, was mir am allerwichtigsten ist, die Beziehung ist. Wenn ich mal die Gedanken wandern lassen wollte, kam eine Nachfrage, warum ich schweige und mich nicht mit ihm unterhalte. Das war wirklich anstrengend. Ich denke, auch Deine Freundin ist extrem anstrengend für Dich in ihrern Forderungen. Es passt da vielleicht nicht mit euch und weil sie sich immer unsicher ist, was Dich angeht, fordert sie immer mehr.

Die meisten Frauen reden vielleicht mehr über das, was sie beschäftigt, als Männer, aber es ist mE kein geschlechterspezifisches Problem. Ich seh das auch unterschiedlich, also das Mitteilungsbedürfnis von Sorgen und das Fordern der Aufmerksamkeit vom Partner. Zumindest das letztere ist auch bei Männern weit verbreitet nach meiner Erfahrung. Dieser Typus würde sich gar keine Freundin suchen, die ihn nicht zum Mittelpunkt ihres Lebens macht und alles, was die Beziehung angeht, in die Hand nimmt. Denn von ihm käm nichts.
Sie erzählt mir etwas und ich gebe ihr ein Lösungsvorschlag und danach ist die Thematik für mich beendet
Es geht nicht um einen Lösungsvorschlag, auch wenn ich das früher auch immer dachte (als Frau). Es geht darum, zuzuhören und Empathie zu zeigen.
Du klingst ziemlich hölzern, was Gefühle angeht. Hast Du sie nicht oder kannst Du sie nicht ausdrücken? Frag Dich mal, warum Du mit so einer emotionalen Frau zusammengekommen bist. Ich denke, wenn Du eine Frau hättest, die so tickt wie Du, würdest Du auch unsicher werden, was sie für Dich empfindet, und es käme gar kein emotionaler Austausch zustande.
 
  • #9
Ich frage mich seit längeren, ob zwischen Mann und Frau eine andere Art der Wahrnehmung besteht und ob Männer/Frauen von Ihrem Geschlecht ausgehen in der Kommunikation.
Ist das normal oder zeigt das für euch, für ein gestörtes Selbstbewusstsein ?
Oh Mann, wenn du dich schon seid längerer Zeit diese Fragen stellst, warum gehst du dann nicht einfach mal in ein gutes Buchgeschäft und liest dich mal durch die Beziehungsratgeber durch?

Da wirst du alle deine Fragen beantwortet bekommen.

Ja! Frauen und Männer kommunizieren anders.
Ja, deine Freundin ist völlig normal, du zeigst eher ein gestörtes Selbstbewusstsein.

Wie kommst du auf die naive Idee, dass deine Freundin genauso kommunzieren sollte, wie deine Kumpels, die dazu männlich sind?

Ich empfehle dir dringend das Buch: "Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus...." zu kaufen.

Du willst doch ein kluger und reifer Mann sein, oder? Dann zeige es durch Handlungen und lerne endlich dazu. Deine Freundin bzw. die Next werden es dir danken.

W Ü50
 
  • #10
Diese unterschiedlichen Verhaltensmuster zwischen Mann und Frau gibt es häufig, man kommuniziert aneinander vorbei und unterstellt dem gegenüber, völlig andere Motive als der oder die hat. Ich lese dazu gerade das Buch "Emotionale Intelligenz", es ist der Wahnsinn, wie sich die Mißverständnisse in einer Beziehung hochschaukeln können. Die Akteure sollten sich kundig machen und dann ganz offen und unvoreingenommen miteinander drüber reden.
 
  • #11
Wenn sie mich was fragt ala "Wie war dein Tag?" oder "Wie stellst du dir die Urlaubsplanung für nächstest Jahr vor?" etc., ist sie verletzt, wenn ich diese Rückfrage nicht stelle. Allgemein will sie, dass ich frage, frage und frage. Ich für mein Teil denke, dass wenn sie was erzählen will, dann soll sie es doch in den Raum werfen. Meine Kumpels
Naja, Ihre Freundin möchte es (auch) auf verbale Weise erfahren, dass Sie sich für sie, ihre Person, ihr Leben interessieren. Dass Sie körperlich anwesend sind und ihr ggf zuhören, falls sie was in den Raum wirft :) das reicht ihr nicht - empfinde ich (w) als normal.
 
  • #12
Du willst doch ein kluger und reifer Mann sein, oder? Dann zeige es durch Handlungen und lerne endlich dazu. Deine Freundin bzw. die Next werden es dir danken.
Wenn überhaupt jemand lernen sollte, dann sowohl Frau als auch Mann. Ja, wir kommunizieren unterschiedlich, aber keiner muß sich dem anderen anpassen. Man kann es auch einfach akzeptieren, dass es so ist.Macht die ganze Sache entspannter.
Ich finde Ratschläge, bei denen nur der Mann (oder auch die Frau) aufgefordert wird, "endlich" dazuzulernen, sehr schwierig. Wer muß sich wem anpassen? Weiß man nicht, man kann in letzter Konsequenz sagen...paßt halt nicht.
Aber insgesamt haben beide Wünsche ihre Berechtigung. Richtig oder falsch gibt es da eigentlich nicht. Mit Kompromissbereitschaft und Akzeptanz des "Anderssein" kommt man normalerweise schon aus, wenn das Grundgefühl stimmt.
Sie sucht sich ja Freundinnen für Ihre Bedürfnisse, ist doch okay.
Würde ich auch machen, wenn mir der Rest vom Mann sehr gut gefällt.
W
 
  • #13
Ich glaube, deine Freundin weiß um die unterschiedliche Art der Kommunikation zwischen den Geschlechtern, wie es @Moona und andere schon erläutert haben.

Dafür solltest du ihr vielleicht sogar dankbar sein, dass sie dich damit nicht belästigen will, sondern das mit ihrer Freundin abarbeitet.

Sie kennt die Lösung Ihres Problems vielleicht schon aber sie ist noch nicht soweit die Lösung durchzuziehen. Und möchte einfach drüber nur reden, es von verschiedenen Seiten beleuchten oder einfach nur Trost und Verständnis haben.

Dann nimm mal an, sie redet mit dir über ihr Problem, du findest eine Lösung und am nächsten Tag redet sie wieder von vorn los, statt deine Lösung durchzuziehen.

Was würdest du dann denken; dich vielleicht inkompetent und nicht ernst genommen fühlen?

Wenn deine Freundin denkt, dass du ihr praktisch helfen kannst, wird sie sich sicher an dich wenden, bis dahin möchte sie einfach sich nur mit ihrer Freundin austauschen.

Vertraue ihr doch einfach, dass sie in der Lage ist, ihre Probleme selbst zu lösen oder im rechten Moment um Hilfe zu bitten.

Sei froh mehr Freizeit für dich :)

Ansonsten würde ich dir auch die Ratgeberliteratur empfehlen.
 
  • #14
Meine Freundin teilt Ihre Sorgen/Bedenken/Leben immer mehr mit Ihrer besten Freundin mit als mit mir....... Sie aber keine Kommunikation möchte von der Sorte:... ich gebe ihr ein Lösungsvorschlag und danach ist die Thematik für mich beendet.
Soso, und da wunderst Du Dich wirklich, dass sie zunehmend lieber mit ihrer Freundin redet als mit Dir?
Ich mag solche Gespräche, wie Du sie führst auch nicht, weil: Deine Lösungen passen für Dich, nicht unbedingt für sie. Warum also sollte sie mit Dir reden.
Wenn ich mit meinem Partner rede, dann hört er zu, drückt mir nicht seine Lösungen auf, sondern weist mich auf meine Sollbruchstellen, auf Muster etc hin und hilft mir, meine Lösungen zu finden, fragt auch nach, wie es gelaufen ist etc - das nennt man echtes Interesse an einer Person.

Wenn sie mich was fragt ala "Wie war dein Tag?" oder "Wie stellst du dir die Urlaubsplanung für nächstest Jahr vor?" etc., ist sie verletzt, wenn ich diese Rückfrage nicht stelle..... Ich für mein Teil denke, dass wenn sie was erzählen will, dann soll sie es doch in den Raum werfen.
Sie will aber nichts in den Raum werfen - sie möchte (zu Recht in einer ausgewogenen Beziehung), dass Du Dich gleichermaßen für sie interessierst wie sie sich für Dich und dass Du das genauso proaktiv tust wie sie.
Du bist total desinteressiert an ihr und das verletzt sie zu Recht.

Meine Kumpels hauen auch einfach das raus, was sie loswerden wollen.
Werd' Dir klar, was Du willst: eine weitere Kumpeline oder eine Freundin. Das ist ein ganz erheblicher Unterschied in der Beziehung und auch in der Kommunikation.

Sie gibt Dir in der Fernbeziehung ihre Zuneigung in der Kommunikation und Du genießt das, fühlst Dich überfordert oder auch davon in Deiner Komfortzone gestört, dass sie sich das gleiche Ausmaß an Zuneigung in der gleichen Form wünscht.
Das sollte aber in einer ausgewogenen Beziehung gegeben sein.

Sie hat kein gestörtes Selbstbewusstsein sondern Deine Kommunikationsfähigkeiten sind gering (verarmtes Ausdrucksvermogen, keine Differenzierung nach Zielgruppe) und Du bist emotional blockiert.
Kann auch sein, dass Du sie nicht liebst und nur mit ihr zusammen bist, weil Du meinst, Mann muss eine Freundin haben und eine andere hat sich grad nicht gefunden.
 
  • #15
Au weia, ja, solche Diskrepanzen können einem durchaus das Leben vergällen.
Ich kenne das auch - Menschen, die sich gerne ewig in ihren Problemen wälzen. Das sind nicht unbedingt immer und ausschliesslich Frauen. Für mich ist das auch nichts - ein lautstarker Fluch und ran an die Lösung. Stundenlange Diskussionen passen zu mir auch nicht.
Dieses verlogene "ich liebe dich" kommt mir auch nicht über die Lippen. Zum Glück reagiert die Meine auf kleine Berührungen. Man muss eben lernen, wie der andere tickt. In gewissen Grenzen auch akzeptieren. Passt es gar nicht - ist man eben wieder auf der Suche.
 
  • #16
Ich habe ganz bestimmte Vorstellungen von " guter, funktionierender Kommunikation" und die versuche ich so gut, wie möglich mit ihr abzustimmen.

Untertags schicken wir uns ein paar Wischi-Waschi-Nachrichten wie "Love you", "Herzerl", "Smiley" usw. Formlos, schnell und mit Rücksicht darauf, dass wir vorrangig arbeiten müssen und eher im Stress sind.

Am Abend, beim Heimkommen, zärtlicher Empfang, Lächeln, streicheln, Küssen und "Freiraum geben". Sie will in Ruhe ihre Soaps anschauen, mit ihrer Familie telefonieren, Zeitung blättern, entspannen. Ich möchte den Arbeitstag ausklingen lassen, meine Software weiter entwickeln, News lesen, wissenschaftliche Themen und im EP-Forum lesen. Ev. auch schreiben.

Gemeinsames Abendessen, mit voller Konzentration aufeinander, aber OHNE Problem-Themen. Ok ist ... Wie war dein Tag, deine Arbeit, deine Kollegen, dein Erfolg usw.

Wenn Problem-Themen, wie "Kind bei Prüfung durchgefallen", "Mutter hat hohen Blutdruck", "Schwester bekriegt sich mit Partner" usw, dann ab in die Badewanne und gemeinsames Bad. Mit viel Körperkontakt, Genuss und voller Konzentration, offenem Ohr und Geduld füreinander. Dann ab ins Bett, kuscheln, gegenseitig aufwärmen, Rücken-Massage, zärtliches streicheln usw.

Beim Einkaufen gehen, volle Konzentration auf das, was wir beide wollen plus ein wenig Probleme im Vorbeigehen beigemengt. Ohne Hoch-Konzentration. Einfach nur dahinreden, zuhören, so tun, als ob interessiert reagieren. Sehr oberflächlich halt.

Beim gemeinsamen Sport, gegenseitiges Unterstützen, anspornen usw. Keine Problem-Diskussionen oder sonstige tiefsinnige Debatten. Beim gemeinsamen Kochen frech, neckisch, lasziv, erotisch, Urlaubsbesprechungen, Freundes-Einladungen besprechen, viel Zärtlichkeit.

Beim Shoppen volle Konzentration auf die Interessen des Anderen, mit kritischen Tipps und Ratschlägen und Hilfestellung. Witzig, flirtend, gut gelaunt, Händchen haltend, umarmend usw. Keine Problem-Debatten oder Streitgespräche erlaubt.

Beim Wandern am Wochenende wieder volle Konzentration auf das, was der Andere sagen möchte, mit höherem Gewicht auf dem weiblichen Mitteilungsbedürfnis. Also für mich aktiv zuhören, aktiv mitreden, aktiv Verständnis haben, trösten usw.

Viel gemeinsam, viel kommunizieren und NIE UNKONTROLLIERT. Es wäre für mich tödlich, wenn ich dauernd unkontrolliert offenen Ohres lauern müsste, abwartend ob von ihr etwas kommt, was meine Konzentration braucht. Sie soll vorher checken, ob sie meine Konzentration hat oder nicht und entsprechend handeln. Klar vice versa.

Unkontrollierte Kommunikation ist Freiheitsberaubung.
 
  • #17
Die Kommunikation ist dann richtig, wenn alles beim anderen so ankommt, wie man es gemeint hat bzw. man alles so auffasst, wie es der andere gemeint hat. Was dazu gehört? Aufmerksamkeit, Empathie, Interesse - aber auch Intelligenz und Verständnis für Humor.

Meine Freundin teilt Ihre Sorgen/Bedenken/Leben immer mehr mit Ihrer besten Freundin mit als mit mir.
Kein Wunder. Wer will schon Ratschläge? Die Freundin will ein offenes Ohr, Interesse und Verständnis. Bzw. denken Frauen zum Teil anders als Männer. Wenn ein Mann ein Problem hat, dann denkt er mal für sich darüber nacht (brüten) und wenn er zu einem Ergebnis kommt, kann er auch kommunizieren. Frauen sind da oft anders. Sie nähern sich einem Problem redend. Also sie wollen die Problematik mit einem Menschen durchbesprechen. D.h. nicht, dass der Gesprächspartner die Lösung finden soll, dass will sie schon selbst - aber indem sie mit jemanden darüber redet.

Ich habe ganz bestimmte Vorstellungen von " guter, funktionierender Kommunikation" und die versuche ich so gut, wie möglich mit ihr abzustimmen.
Sorry. Aber das hört sich ja sehr künstlich und mühsam an.
 
  • #18
Hab früher auch Männer gedatet, die nichts fragen. Das war mehr ein Monolog und somit schieden diese Männer als beziehungspartner aus. Da hilft auch kein dickes Bankkonto oder ein akademischer background. Mein jetziger Partner hat das alles nicht, aber er kann zugewandt kommunizieren. Wenn ich ihm von einem Problem berichte, dann bietet er mir seine Unterstützung an und kommt nicht mit Lösungen. Das würde mich nur bedrängen, diese auch umsetzen zu müssen. Schöner ist es, wenn man selbst seinen Weg findet, sich aber verstanden und aufgefangen fühlt.
 
  • #19
Ok, ein Klassiker, aber vielleicht kennst du ihn noch nicht:
Ein Ehepaar fährt auf der Autobahn, er am Steuer.
Eine Raststätte kommt in Sicht und sie fragt, ob er vielleicht einen Kaffee trinken möchte. Er verneint und fährt weiter, sie ist daraufhin stinksauer und er hat keine Ahnung, warum.
Weißt du, warum sie sauer ist ?
Wahrscheinlich nicht.
Nun, in ihrer Sprache hat sie ihm gesagt, dass SIE einen Kaffee möchte, in ihrer Sprache hat sie sein 'nein' als Zurückweisung verstanden.
Sie versteht ihn nicht, er versteht sie nicht.

Ich habe vor einigen Jahren die Fremdsprache Frau gelernt, denn meine Tochter spricht sie. Keine Ahnung, wo sie die gelernt hat, bei mir jedenfalls nicht, denn ich kommuniziere wie der Mann auf der Autobahn.
Ich habe die Frauensprache unter vielen ( töchterlichen ) Tränen gelernt.
Beispiel: Sie erzählt mir vom Lehrer x, der ein A*** sei, weil er...
Ich versuche, ihr zu erklären, warum der Lehrer x sich wie beschrieben verhalten hat ( Lösungsvorschlag ), woraufhin sie findet, dass ich mich auf seine Seite stelle, also gegen sie.
Denn sie wollte von mir nicht hören, dass ich dessen Verhalten nachvollziehbar finde, somit sie falsch liege, sondern, dass er ein A*** sei. Nichts weiter. Und dann heult sie.
Das habe ich über die Jahre gelernt und war dann bereit, ihr das zu geben, was sie von mir erhoffte, obwohl ich gar nicht fand, dass er ein A*** ist, sondern sein Verhalten richtig und nachvollziehbar.
Ich habe mir verkniffen, sie das wissen zu lassen, weil ich sie glücklich machen wollte und nicht der Anlass ihrer Tränen.

Und das dürfte das Kernproblem sein.
Hier schreiben viele, dass es kein Richtig und Falsch gibt und dass ihr in euren Bedürfnissen einfach nicht zusammen passt und ich sehe es ebenso.
Bei mir stellte sich die Frage nach der Suche nach einer anderen Person, mit der es besser passt aber nicht, denn es ging ja um meine Tochter.
Ich versuchte, ihr das zu geben, was sie wollte, weil ich sie tief liebe.
Kannst du das von dir auch sagen ?
Alles andere an ihr scheint dir ja zu gefallen.
Aber willst du sie auch glücklich machen oder bist du zufrieden, wenn es dir gut geht und sie sich nicht beklagt ?
Klar, man kann den Spieß auch umdrehen und sich fragen, warum du auf sie zugehen sollst, denn wenn sie dich liebt, könnte sie ja auch darauf verzichten, dich mit HerzchenWA zu belästigen etc.
Aber hier fragst du und ich biete nun DIR einen Lösungsvorschlag an, was du ja sicher zu schätzen weißt.
Wie wäre es, wenn du dich einfach auf sie einlässt, einfach so kommunizierst, wie sie es glücklich macht, auch wenn du das komplett beknackt findest, was du ja andeutest ?

Versuche es doch mal, auch wenn du dich aktiv dazu zwingen musst.
Mache dir z.B. eine Erinnerung ins Handy 'anrufen und fragen, wie ihr Tag war'.
Ja, das ist gaga, aber was tut man nicht alles, wenn man jemanden liebt ?

w 50
 
  • #20
Du klingst wie mein Freund. Toller Typ ohne Frage aber es ist ihm nicht möglich so auf mich einzugehen, wie ich es in den Punkt bräuchte. Ich erzähle etwas und manchmal bekommt er nicht einmal mit, wie sehr mich das gerade aufwühlt. Ich muss eigentlich so eine Kommunikation mit ihm führen :'Schatz, mir geht es gerade sehr schlecht und ich bin arg aufgewühlt, weil xy passiert ist. Es ist nicht möglich, mir dabei zu helfen, aber mir würde es sehr gut tun, wenn du jetzt einfach Zuhören würdest. Vielleicht kann ich später deinen Rat gebrauchen, aber mir wäre es in erster Linie wichtig, dass du einfach jetzt verstehst, weshalb es mir so gerade geht."....
UUUND DAAANN kann ich eventuell anfangen ihm einfach das zu erzählen und er hört zu und gibt an, es zu verstehen. Das Problem ist, es ist wie ein selbstmanipulierter Kalorientracker. Du nimmst halt trotzdem zu, auch wenn du den Schokoriegel weglässt. Und irgendwann trägst du 10kg mehr ballast auf deinen Schultern.
Ich für mein Teil liebe meinen Freund so sehr, dass ich versuche darüber hinwegzusehen. Zeigt sich, ob es der Schokoriegel am Ende ist der die Bez. Platzen lässt oder ob ich meinen Ausgleich finde und diese Kommunikation wo anders finde ohne die liebe und Sexualität nicht auch wo anders zu suchen.
 
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  • #21
Ich finde es gar nicht so sehr eine Frage, ob Mann-Sprech, Frau-Sprech, sondern ob man empathisch ist oder nicht.
Dieses reine Lösunganbieten, was ich früher auch immer gemacht habe, ist einfach unempathisch. Es übergeht ja völlig, dass der Mensch gerade unglücklich ist und es sich nicht um was wie ne festsitzende Schraube handelt oder einen Rotweinfleck im Tischtuch.

Ich fand es teilweise auch sehr anstrengend, wenn Menschen in ihr Problem verliebt waren oder vielmehr, es benutzten, um Zuwendung zu bekommen. Da hab ich mich durchaus schon manipuliert und als "Mülleimer" oder "Auftankstation" gefühlt. Wenn es auch immer wieder dasselbe ist, nervt es auch irgendwann. Es geht ja auch nicht um das Lösungfinden. Bei emotionalen Problemen KANN derjenige vielleicht auch gar nicht die Lösung annehmen.

Ich finde auch Menschen anstrengend, die zur Entscheidungsfindung immer einen brauchen, der dagegenredet, z.B. sollte ich meine Meinung zu irgendwas Beruflichem sagen, habe meine Gegenargumente angebracht, warum ich es anders machen würde. Und dann sollte das ganze nochmal diskutiert werden, indem der Mensch mir sagte, er wird es trotzdem so machen, wie er es richtig findet, und wie ich das finde. Ich hab nur gesagt, dass ich schon gesagt habe, wie ich es finde, warum ich es anders machen würde und ansonsten "dann mach es halt so, wie du denkst". Es gab Stress, weil ich keine Lust hatte, das alles noch mal durchzukauen. Mein Verhalten wurde als "im Stich lassen" empfunden, dass ich nicht darum kämpfte, den Mann NOCHMAL davon zu überzeugen, dass er es falsch machte und warum. Es war SEIN Projekt, und ich hätte mich nicht drum gekümmert, ob er vielleicht damit baden geht.

Aber bei der Freundin hier geht es ja darum, dass keine emotionale Reaktion vom FS kommt. Aber gerade diese zeigte doch, dass er sie versteht und mit ihr fühlt.

Es wird meines Empfindens nach immer noch als Überlegenheit empfunden, wenn einer unemotional ist, weil er dann meint, er sei automatisch besonders rational, was Blödsinn ist, weil auch Leute, die hochempfindlich und emotional sind, wenn es um ihre Belange geht, bei anderen völlig unempathisch sein können und Zuwendung und Huldigung verlangen. Ich denke zwar, dass man auch, wenn man große Emotionen hat, seinen Kopf nicht ausschalten sollte, aber was nützt der Kopf, wenn man seine Emotionen ausgeschaltet hat oder schlimmer noch, sie ausgeschaltet sind, obwohl man das nicht bewusst tat. Dann ist es ja ein Mangel und nicht eine getroffene Entscheidung.
BEIDES ist wichtig für eine Beziehung, die nicht auf beruflicher Basis stattfindet. Ansonsten ist doch alles nur seelisch nebeneinanderher und unverbunden, bei nichts ein emotionaler Fluss zwischen beiden.
 
  • #22
Vielleicht ist das so ein Frauending bzw. braucht Deine Freundin mehr verbale Zuwendung, weil es ihr Sicherheit gibt. Wer mag das nicht. Du geniest es auch. Dennoch finde ich das Handeln eines Menschen wichtiger, als Worte. Wenn Du Ihr genügend zeigst, was Du für sie empfindest, ist das schon sehr gut. Ist eben nicht jeder der Rosenkavalier. Gemeinsame Gespräche verbinden, man weiß was den anderen bewegt, kann ihn auffangen, wenn irgendwas drückt. Man vermeidet auch Missverständnisse und blöde Gedanken. Das ist meine Erfahrung.
 
  • #23
ob zwischen Mann und Frau eine andere Art der Wahrnehmung besteht und ob Männer/Frauen von Ihrem Geschlecht ausgehen in der Kommunikation.
Natürlich. Männer waren Jäger. Ihre Kommunikation mußte kurz, präzise und auf Anhieb verständlich sein. Frauen waren Sammlerinnen. Für sie kam es vor allem darauf an, in Hörweite der Gruppe zu bleiben, Inhalte waren da zweitrangig.

Deshalb wird ein Mann stets instinktiv annehmen, daß die an ihn gerichteten Worte irgendeiner Koordination dienen. Die Frau hingegen will damit einfach nur Nähe herstellen.

Hierzu ein Beispiel, selbst erlebt. Er fragt sie „ist das Bad frei?” Und sie antwortet „ich muß nochmal rein”. Für ihn also „nein, es ist noch nicht frei.” Für sie hingegen „ja, aber beeil’ dich bitte.” Und schon ist die Koordination wieder einmal am unterschiedlichen Sprachstil von Mann und Frau gescheitert, dann daß sie (später!) nochmal ‘rein muß, ist bloßes blabla, die vom Mann erwartete relevante Information hingegen fehlte.

Offenbar hat sich seit dem Savannenleben nicht viel geändert.
 
  • #24
Versuche es doch mal, auch wenn du dich aktiv dazu zwingen musst.
Mache dir z.B. eine Erinnerung ins Handy 'anrufen und fragen, wie ihr Tag war'.
Ja, das ist gaga, aber was tut man nicht alles, wenn man jemanden liebt ?
Unpassender Vorschlag, mach das bloß nicht. Wie lange willst du das denn schauspielern und dabei nicht authentisch sein?
Entweder kann Mann mit Frauen reden oder er soll es lieber ganz lassen.
Im Übrigen gibt es auch Frauen die nicht auf Reden um des Redens Willen, ohne Lösung des Problems, stehen, die gilt es halt zu finden.
 
  • #25
Männer waren Jäger. Ihre Kommunikation mußte kurz, präzise und auf Anhieb verständlich sein..... Deshalb wird ein Mann stets instinktiv annehmen, daß die an ihn gerichteten Worte irgendeiner Koordination dienen...
Mag sein, dass eine Minderheit der Männer im Bereich der Kommunikation ihre Fähigkeiten nicht über die eines Neandertalers hinaus entwickelt hat.
Macht nichts, denn sie erleiden das Schicksal der Dinosaurier - sie sterben aus, weil sie nicht mehr in die Zeit passen.

Offenbar hat sich seit dem Savannenleben nicht viel geändert.
Irrtum - nicht die Männer haben sich seit dem Savannenleben kommunikativ nicht weiterentwickelt, sondern Du kommunizierst in der Neuzeit noch wie ein Neandertaler und bist trotz angeblichem "Durchschauen der Frauen" unfähig, den Erkenntnisgewinn im Real Life anzuwenden. Daher hast Du regelmäßig Pleiten, Pech und Pannen.

Für kommunikative Neandertaler gibt es heutzutage ohne Ende Angebote, die Kommunikation der Neuzeit zu trainieren - gegen eine geringfügige Anerkennungsgebuehr/Semibargebuehr.
D.h. Jeder entscheidet für sich, ob er das Angebot annimmt und seine Defizite beseitigt oder nicht. Mann kann sich natürlich auch weitere Jahre die Stirn blutig rennen und rumheulen, statt sein Verhalten zu ändern. Mann muss auch weitgehend intelligenzbefreit sein, die Dinge zu erkennen und trotzdem unfähig sich anzupassen.
Ich würde einfach ins Bad gehen, wenn ich das Muster sehe. Ups, heute funktioniert das anders? Na und? Dann lernen eben beide, präzise zu formulieren.

Sorry, aber ich kenne keine einzige Frau und auch keinen Mann, die dauerhaft so aneinander vorbeikommunizieren. Entweder hast Du ein besonderes Händchen bei der Frauenwahl oder Deine Beispiele entspringen nur Deiner Phantasie. Ich glaube Letzteres.
 
  • #26
Sehr interessanter Ansatz derart kontrolliert miteinander zu kommunizieren. Da sollten mein Partner und ich uns gelegentlich ein Beispiel nehmen. Bei uns verläuft die Kommunikation eher emotional und auch unkontrolliert und schon gar nicht an bestimmte Situationen angepasst. Und manchmal führt das zu Missverständnissen, die nicht hätten sein müssen. Kann man das üben, lieber Kepler 0102, und geht da nicht auch Spontaneität verloren? Wie konntest du deine Partnerin überzeugen, über bestimmte Themen nur in angemessener Situation zu kommunizieren?
 
  • #27
Kann man das üben, lieber Kepler 0102, und geht da nicht auch Spontaneität verloren? Wie konntest du deine Partnerin überzeugen, über bestimmte Themen nur in angemessener Situation zu kommunizieren?
Jein - man kann eine sehr kontrollierte Art der Kommunikation natürlich lernen und üben. Ein Studium ist zum Teil auch das Erlernen der spezifischen Kommunikation. Darum finden sich auch oft Menschen aus ähnlichem beruflichem Umfeld. Sehr spontane Menschen werden aber spontan bleiben, denn sie fühlen sich nicht wohl, wenn sie diesen Teil der Persönlichkeit unterdrücken müssen. Zahlen / Daten / Fakten Menschen sind eher kontrolliert als Geisteswissenschaftler. Ganz einfach - die Phantasie, die Interpretationsmöglichkeiten und der spontane Geistesblitz ist hier weniger wert als die akribische Vorbereitung. Ja, spontan ist da wenig.
Wirklich überzeugen geht wohl nicht. Man muss ähnlich ticken, sonst klappt das nicht. Man müsste den anderen seiner spezifischen Stärken berauben, seinen Charakter ändern und seine Art des Denkens und Handelns.
Stell dir das so vor - manche Menschen haben Zugang zu Gedichten. Sie können darüber stundenlang diskutieren. Andere lesen lieber Romane, die eine Art Video im Kopf produzieren. Es gibt Menschen, die erfreuen sich an der Musik. Die einen spielen selber ein Instrument, sehen bzw hören die Musik aus der Sicht ihres eigenen Könnens. Der andere ist DJ - kann man darauf tanzen ist seine Welt. Der nächste sieht die Partitur einer Oper vor sich, während er zuhört. Andere singen die Arien mit. Und wieder andere lassen einfach die Musik erschallen, nehmen sie als Ganzes wahr.
Alle lieben sie die Musik, aber jeder auf seine Art. Genau das selbe ist bei der Kommunikation der Fall. Richtig oder falsch gibts allgemein verbindlich nicht.
 
  • #28
Ja Tom, dass hast du richtig formuliert und so wird es wohl am Ende hier in der Diskussion jeder am meisten so das hinnehmen. Aber was tut man, wenn man eine andere Sprache spricht. Der eine flippt bei Musik aus und muss zur Tanzfläche und der andere will das Stück umschreiben? Was tut man, wenn man sich liebt und das auch vom gegenüber weiß, aber die Kommunikation einseitig ist. Outsourcen? Beziehung beenden ?
Verständnis zeigen.
Klar, jeder wird da selbst entscheiden müssen ob und wie das geht.
Doch ihr Männer habt doch immer eine Lösung parat ;) wie erreicht man den 'Standart'mann an besten ? Schweigen bis er zuhört ? Vorwarnen :jetzt wäre es mir wichtig du zeigst Verständnis?
 
  • #29
Was tut man, wenn man sich liebt und das auch vom gegenüber weiß, aber die Kommunikation einseitig ist.
Auch hier wieder Radio Eriwan - im Prinzip ... aber
Im Prinzip ist es richtig und wichtig, dass, wer dem anderen etwas mitteilen möchte, dies auch so klar und deutlich macht, damit die Botschaft verstanden wird. Kann ich jetzt duschen? Oder auch - hör mir mal bitte zu, ich finde meine Lösung dadurch, dass du nix sagst.

Outsourcen mag in manchen Dingen eine Lösung sein - für uns Männer, weil wir woanders ab und zu mehr Fachkompetenz finden. Für euch Frauen, weil ihr mit eurer besten Freundin in manchen Dingen näher beinander seid. Oder auch hier aufgrunde der Kompetenz.

Wenn es gar nicht klappt - ja, dann ist Trennung die letzte Option.
 
  • #30
Ich frage mich seit längeren, ob zwischen Mann und Frau eine andere Art der Wahrnehmung besteht und ob Männer/Frauen von Ihrem Geschlecht ausgehen in der Kommunikation.
Ja, natürlich geht jeder bei Kommunikation von seinem Erfahrungshorizont aus und der ist je nach Geschlecht unterschiedlich. Warum sonst werden hier so viele Fragen von Frauen und Männern unterschiedlich interpretiert und anders beantwortet?

Mag sein, dass eine Minderheit der Männer im Bereich der Kommunikation ihre Fähigkeiten nicht über die eines Neandertalers hinaus entwickelt hat.
Ich denke, sie wären dann längst ausgestorben. Ich stelle hier immer wieder fest, dass Frauen wie Männer ihre Erfahrungen in ihre Antworten einfliessen lassen und damit auf völliges Unverständnis oder Missverstehen beim anderen Geschlecht treffen.
Und es sind sicher genau so viele Frauen, die nicht in der Lage sind, Männer zu verstehen wie umgekehrt. Keine Art der Kommunikation ist dabei "richtig" oder "falsch". Sie sind schlicht unterschiedlich. Wenn manche Frauen ihre Art der Kommunikation als "richtig" ansehen, und versuchen, sie Männern beizubringen, dann ist das eine Fehlinterpretation.
Ich erlebe alle meine Partnerinnen zum Beispiel mehr oder weniger deutlich emotionaler als mich. Wenn sie mehr rational und sachlich blieben, wäre die Kommunikation für mich kein Problem. Wenn ich
mehr emotional kommuniziere, wird es für sie einfacher. Wie bei vielen anderen Dingen auch, die goldene Mitte ist das Optimum.