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Gast

  • #1

Was denkt Ihr über"Ich bin schon Fremdgegangen"-Aussage?

Hallo, mir sind schon Männer begegnet, die mir anvertraut haben, dass sie schon mal ihre Partnerin bertogen haben und ich war Sprachlos. Ich verstehe diese Aussage in der Kennenlernphase nicht. Ich sehe es nicht als eine ehrliche Art, sondern denke mir eher "Ups, das könnte dir auch passieren". Irgendwie ein No-Go. Was meint Ihr dazu? Bin ich kleinkariert oder habe ich Recht?
 
  • #2
Ich finde es hoch anständig, dass diese Menschen gleich sagen, was Sache ist. Soviel Anstand hätte ich Fremdgehern kaum zugetraut.

Wer einmal fremdgeht, wird höchstwahrscheinlich auch wieder fremdgehen, weil es fast ausschließlich mit Charakter zu tun hat. Du weißt dann also, woran Du bist und das ist doch gut so!

Ich würde das sanft und freundlichen quittieren, den Abend genießen und wissen, dass ich diesen Mann ganz gewiss nicht noch einmal daten muss. Ist doch ideal.
 
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Gast

  • #3
Manche sind vielleicht so blöde und meinen sie können sich damit brüsten. Oder sie holen sich von Anfang an gleich den Freifahrtschein für den Ausrutscher der ihnen in der Beziehung mit dir doch glatt wieder passieren könnte. Na ja ist wirklich die schnellste Art rauszubekommen wie der andere tickt. Lächeln und weiter geht`s.

w
 
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Löwin

  • #4
Um genau zu sein - ich habe bislang keinen Mann getroffen (also im Freundeskreis), der eine seiner Partnerinnen noch nicht betrogen hat. Meistens war das in frühen Jahren, aber trotzdem .....
Ich finde das entsetzlich.

Sollte mir das mal bei einem Date passieren, würden bei mir auch die Alarmglocken angehen.
 
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Gast

  • #5
Die Chance, dass er wieder fremd geht ist äußerst groß. An Deiner Stelle würde ich damit rechnen.

Insbesondere, weil er es so freimütig äußert, so als wenn man vom Wetter berichtet. Es deutet jedenfalls nichts daraufhin, dass er geläutert ist und dies zu tiefst bereut, es ein Ausrutscher war, und somit nicht mehr vorkommen soll. Das wäre dann etwas anderes.

Aber fremdgehende Menschen sind für mich indiskutabel. Einfach nicht geradlinig und authentisch.

Ich glaube, der Mann wäre nichts für mich.
 
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Gast

  • #6
Ich finde du hast völlig Recht, liebe FSin! Solch ein Bekenntnis gleich zu Beginn einer Bekanntschaft hat nichts mit Anstand zu tun, sondern einfach mit Dummheit.
Vielleicht hat er gar mit seiner Tat kokettiert um dir zu verstehen zu geben, was für ein toller Hecht er doch ist! Und du könntest das nächste Betrugsopfer sein! Ich würde dem Herrn, bzw. den Herren gleich bei der Verabschiedung mitteilen, dass du an weiteren Treffen kein Interesse hast.
 
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Gast

  • #7
Er bereitet dich darauf vor, dass er kein Mann für EINE Frau ist. Ihm ist positiv anzurechnen, dass er mit offenen Karten spielt. Allerdings scheint er stolz darauf zu sein, und dies finde ich eher armselig.

w/46
 
G

Gast

  • #8
Danke Euch. Hier ist die FS. Mich hat es beim Ersten Mann gewundert. Inzwischen frage ich mich, ob es an meiner Natur liegen könnte, dass solche Männer gefallen an mir und umgekehrt haben. Den Ersten Mann habe ich nach dem Geständniss nie wieder gesehen und auch ohne Probleme. Den anderen hätte ich sehr gerne wieder getroffen, weil er schon sehr nett war, aber vielleicht ist das ja auch seine Masche gewesen. Man hätte ihm das auch nie angesehen. So unschuldig sah er aus, aber stille Wasser sind ja bekanntlich tief :-(
Wie dem auch sei, dank Eurer Meinung, weiß ich, dass ich Recht hatte.
 
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Gast

  • #9
Also ich muss jetzt gegen alle alle Threads hier sprechen: Mein Freund hat mir das auch in der Kennenlernphase gestanden, ich habe es umgekehrt auch zugegeben...wir haben uns gegenseitig nicht betrogen, aber haben es beide schon in anderen Beziehungen getan. Es war für uns wichtig, darüber zu reden, weil wir abchecken wollten, wie der andere zu sowas steht. Und wir waren uns einig, dass es dem, der betrügt, genauso weh tut. Zumindest bei uns, weil es bei uns beiden passierte, als wir mit der bestehenden Partnerschaft tief unglücklich waren. Ich finde also nicht, dass da groß was dabei ist, das einfach mal ehrlich auszusprechen.
Außerdem ist Fremdgehen kein Charaktermerkmal. So was Kleinkariertes auch! Es ist ja wohl was anderes als wenn dir jemand gesteht, er habe schon mehrmals wegen Gewaltverbrechen gesessen...das könnte sich dann wohl wiederholen.
Aber Fremdgehen ist eine Reaktion auf eine unbefriedigende Situation. Ob falsch, richtig, vertretbar, akzeptabel oder sonst was liegt im individuellen Ermessen. Aber eben eine menschliche Reaktion, die sich durchaus nicht wiederholen muss. Im Gegenteil, nochmal: Wir sprachen darüber, weil wir beide Angst davor hatten, selber wieder in die Situation zu kommen, jemanden zu bescheißen, das wollten wir beide nicht mehr.
 
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Gast

  • #10
Natürlich ist Fremdgehen ein Charaktermerkmal - falls Du, #8, Dich fragst, welches: jemand weicht, statt eine Situation zu klären einfach aus, hintergeht den Partner, anstatt klar Schluß zu machen, wenn es nicht mehr paßt.
Die Reaktion auf ein unbefriedigende Situation ist, eben diese zu klären - und wenn das nicht mit dem Partner möglich ist, einen sauberen Schlußstrich zu ziehen!
So ein Verhalten ist dann auch auf andere Lebenssituationen übertragbar.

Wenn mir jemand in der Kennenlernphase so etwas erzählen würde, wäre ich äußerst vorsichtig und würde mich fragen, ob es mir dann auch so ergeht.
 
G

Gast

  • #11
Mein (w35) erster Impuls wäre auch gewesen, dass ein Fremdgeher nun einmal keine Hemmungen hat, dies wieder zu tun.
Vor ein paar Monaten habe ich einen sehr netten Mann näher kennengelernt. Wir haben lange über unsere Ex-Beziehungen gesprochen. Seine Frau hat ihn nach der Geburt des gemeinsamen Wunschkindes mit seinem besten Freund betrogen. Ich fragte daraufhin, ob er denn immer treu war. Er wurde verlegen und meinte, dass es einen ONS gegeben hatte. Ich fand das nicht so prickelnd, aber habe mich trotzdem weiter mit ihm getroffen. Es passte einfach sonst, auch wenn ich vorsichtig war und bin.
Mittlerweile weiß ich, dass sein ONS gegen Ende der Ehe stattfand, als sie schon längst getrennte Zimmer hatten. In seinen Augen trotzdem Untreue, deshalb hatte er damals meine Frage mit Ja beantwortet. Seiner vorherigen Partnerin war er immer treu.
Ganz so einfach ist die Beantwortung der Frage der FS eben nicht immer. Ich bin froh, dass ich meinem ersten Impuls, ihn nicht wiederzusehen, nicht nachgegeben habe.
 
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Gast

  • #12
An sich bin ich völlig eurer Meinung. Weder will ich es erzählt bekommen, noch will ich es erleben und ich wäre gerne ein Moralapostel in dieser Hinsicht, ein Vorbild sozusagen.
Bin ich nicht. Ich hatte mal eine Beziehung zu einem netten Mann, der sich allerdings nicht allzu sehr in der Beziehung engagiert hat und dann gab es eine Gelegenheit einen anderen netten Mann zu treffen beim Abendessen mit Freunden, mein Freund war nicht dabei. Un daraus wurde ein ONS. Es war zuuu einfach. Und es hat gar nichts bedeutet.
Ist das verwerflich? Deswegen interessieren mich dann doch die Umstände des Fremdgehens bevor ich urteile.
 
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Gast

  • #13
G

Gast

  • #14
In seinen Augen trotzdem Untreue, deshalb hatte er damals meine Frage mit Ja beantwortet. Seiner vorherigen Partnerin war er immer treu.
Gewissenhaftigkeit und Ehrlichkeit tragen leider nur selten Früchte, wofür dieses Beispiel aber eine löbliche Ausnahme ist. Nach seinem Verständnis war es 1.) ein Treuebruch, und er gibt ihn 2.) auch noch zu. Die Frauen, die jetzt sagen „mit einem untreuen Mann, das geht ja nun gar nicht” mögen bitte bedenken, daß ein anderer dasselbe noch nicht einmal als Treuebruch empfunden hätte, also auch nichts dergleichen zu beichten wüßte. Ist er deswegen nun treuer als der erste?

Ich bin auch einmal grandios gescheitert, weil ich einen solchen grenzwertigen Treuebruch nicht wollte – mit einer Frau, die sich in derselben Situation befand wie der Mann oben, und die sich selbst aber für konsequent treu hielt. So unterschiedlich können die Auffassungen von Treue sein!
 
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Gast

  • #15
Ich verabscheue Fremdgehen und finde es nicht gut, allerdings habe ich es auch schonmal getan. Es kommt auf die Umstände an! Damals war ich Jugendliche (18), hatte einen festen Freund, der Psychopath war (mittlerweile durch Suizid gestorben). Auf einer einwöchigen Schulfahrt hat mich dann bei einem abendlichen, alkoholischen Beisammensein ein Mitschüler geküsst und auch getröstet als ich ihm anvertraut habe wie es bei mir aussieht. Zuhause angekommen ging es mir super schlecht, ich habe es meinem damaligen Freund gebeichtet und wir waren nochmal 1/2 Jahr zusammen. Allerdings hat mir dieses Fremdgehen gezeigt, dass sich auch andere Männer für mich interessieren und so kam ich letztendlich von ihm los, früher hatte ich nicht so ein Selbstwertgefühl und das hatte mir geholfen. Heutzutage würde ich niemals jemanden betrügen, aber manchmal ist es auch aus einer speziellen Situation raus, wobei für manche rumknutschen trauigerweise noch kein fremdgehen darstellt.