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Gast

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  • #31
Was passiert erbrechtlich, wenn ein Ehepartner stirbt und es existiert ein Ehevertrag und kein Testament? Das gesetzliche Erbfolge würde doch immer noch greifen? Ich frage mich, ob die Menschen, die für Gütertrennung plädieren, zwangsläufig auch nicht wollen, dass ihr verwitweter Ehepartner nichts erbt. Dann würde ich mir vorkommen, als ob man mich nur als Begleitung für ein Leben in Zweisamkeit braucht.
Komplexer wird das Ganze, wenn Kinder aus Vorehen da sind. Die Jungen sind meist schon ziemlich raffgierig, aufs Erbe von der Ex aufgehetzt usw. (verkrachte Existenzen). Wenn z.B. der aktuelle Ehepartner noch Unterhalt für die Kinder aus erster Ehe zahlen muss, zahlt der neue Ehepartner im Prinzip auch für diese Kinder mit, denn für die neuen Kinder bleibt weniger Geld übrig, als wenn keine Vor-Kinder existieren.
Geld regiert die Welt. Ich denke, da muss man jede Beziehung/Ehe und das dazugehörige sozial-familiäre und finanzielle Netz individuell betrachten wie bei einer persönlichen Finanzanalyse. Äußerst unromantisch und liebestötend. Ich hatte früher immer gedacht, das ist typisch deutsch und egoistisch, dass zwei Liebende sich ihren Liebesbeweis mit so einem Ehevertrag zunichte machen... Aber wenn Vermögen(sunterschied) vorhanden ist, dann geht das wohl nicht anders.
 
  • #32
@30
Das Erbrecht wird davon nicht tangiert, der Ehevertrag regelt nur vorab wie man es im Falle einer Trennung regelt. Wnn Beispielsweise einer der Partner Unternehmer ist übrigens auch die Haftungsfrage, da kann es für den anderen sehr hilfreich sein einen Vertrag zu haben. Man kann nämlich auch mitSchulden aus einer Ehe rausgehen und ohne Vertrag haftet auch der eigentlich nicht tangierte Partner.

Abgesehen davon ist Immer auch ein Testament anzuraten wenns vererbbare Masse gibt. Ganz wichtig wenn Kinder da sind (ohne Testament gehen 50% an die Kinder, führt öfter mal dazu dass der Überlebende Ehepartner Haus und Hof verliert weil die Kinder ausbezahlt werden müssen- und wenn nur um die fällige Erbschaftssteuer bezahlen zu können).
 
  • #33
komisch, warum wird davon ausgegangen, daß ein Ehevertrag den wirtschftlich stärkeren Partner mehr schützt, als es das aktuelle Eherecht tut?
Ich würde heute jeder Frau, die eine Ehe mit Kinderwunsch eingeht raten, sich selbst mittels eines Ehevertrags abzusichern, denn die vom Gesetzgeber angenommene Theorie, daß jeder der Ehepartner 50% der Kinderbetreuung übernimmt, ist eben leider nur dunkelgraue Theorie, und so bleibt beim Großteil der Familien der Hauptanteil der Kinderbetreuung bei der Mutter. Dadurch entstehen ihr erhebliche wirtschaftliche Nachteile, die sie sich - vertraglich abgesichert! - ausgleichen lassen sollte.

Sollte ich je nochmals heiraten, dann nur mit einem Vertrag, der beinhalten würde, daß meinem Ehepartner ein Fremdgehen SEHR teuer kommen würde ;-)
 
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  • #34
Gütertrennung schützt eigentlich weniger den Reichen als den Gut-Verdienenden.

Der gesetzliche Regelfall der Zugewinngemeinschaft hingegen schützt denjenigen, der schon viel in die Ehre mitbringt (oder später erbt), zwingt aber denjenigen zum Teilen, der sich während der Ehe für beide (und eventuelle Kinder) krummmacht und sogar noch spart, während der andere Teil aus nachvollziehbaren oder vorgeschobenen Gründen den Luxux genießt, keiner oder nur einer kleinen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Ist für mich in keiner Weise nachvollziehbar, wieso man das überhaupt vereinbaren sollte.

Thema Unterhalt ist ein anderes - da kann man natürlich über alles reden, oder gleich vereinbaren, was das Gesetz sagt.

m, 35
 
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  • #35
@20
>"Wer Haushalt und Kinder versorgt, der arbeitet sehr wohl! "
Stimmt!
Deshalb investiert der extern arbeitende Ehegatte auch, wie #19 sagt, schon in der Ehezeit einen erheblichen Teil des Verdienstes in den Unterhalt des zuhause arbeitenden Ehegatten. Dieser Teil muss also nicht nochmals ausgeglichen werden.

Beispiel:
A bringt 50000 in die Ehe
B bringt 75000 in die Ehe
Beite arbeiteten zuvor extern zu demselben Gehalt.
A arbeitet extern und erwirtschaftet 250000 während der Ehe
B arbeitet im Haus und erwirtschaftet nebenher noch 30000 während der Ehe
Bei der Scheidung sind noch 200000 Vermögenswert übrig, der Rest wurde während der Ehe verbraucht (Lebenshaltungskosten, Kinder, Urlaub, Luxus, etc.)
-> A erhält 50000 zurück
-> B erhält 75000 zurück
-> A und B erhalten darüber hinaus je (200000-50000-75000)/2 = 37500 Zugewinnanteil
Fair, oder?

Warum in aller Welt sollte B noch zusätzlich 220000 Ausgleich für entgangenes fiktives Gehalt von A verlangen können? Hätte B es tatsächlich erwirtschaftet, wäre es ja auch in obige Rechnung mit eingeflossen und aufgeteilt worden. Entsprechend ist nun auch das Nichtvorhandensein dieses Vermögens gleich aufgeteilt.
 
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