• #1

Warum sollte ich mehr Geld beisteuern?

Guten Morgen,

gestern hatten mein Freund und ich eine Diskussion, die mich verunsichert hat und deswegen wollte ich mal fragen, wie ihr das so seht und handhabt. Er verdient zwischen 2.500 - 2.700 netto im Monat. Ich verdiene besser und habe etwa das Doppelte im Monat, manchmal noch mehr. Wir haben ein Kind.

Da ich freiberuflich arbeite, kann ich mir meine Zeit einteilen. Haushalt und Kind sind zu 80% mein Job. Mein guter Verdienst kann jederzeit abbrechen. Ich muss für mein Alter vorsorgen, er hat eine Pension. Jeder zahlt einen bestimmten Betrag X aufs Familienkonto (50:50) und kann mit dem Rest tun und lassen was er will. Er sagte gestern (wir leben seit vielen Jahren zusammen), dass er es fairer fände, wenn ich mehr aufs gemeinsame Konto einzahlen würde. Ich denke jetzt nach. Ich spare mein Geld und lege es fürs Alter an. Es ist ja auch nicht so, dass ihm sein Geld nicht reicht. Er kauft Immobilien, zahlt Kredite ab.

Wäre es trotzdem fairer, wenn ich mehr für den Familienunterhalt beisteuern würde? Und wenn ja, wie viel mehr? Alles in einen Topf schmeißen will ich auf keinen Fall, weil man nie weiß, wo die Reise hingeht und ich mir meinen Teil Unabhängigkeit unbedingt bewahren möchte. Ich rechne auch nicht alles auf Heller und Cent aus, will ich auch gar nicht.

Ach vielleicht noch als Info: Ich hatte, bevor ich ihn kennengelernt habe, sehr wenig Geld (Studium, Fuß fassen im Job) und habe z.T. von der Hand in den Mund gelebt und hatte keinen Euro über. Als ich ihn getroffen habe, ging es auch zeitgleich (aber nicht wegen ihm) jobmäßig steil bergauf. Erst da konnte ich, mit Ende 30 / Anfang 40, erste Rücklagen für mein Alter bilden. Mein Rentenanspruch lag und liegt bei 150€. Er hatte damals schon einen sicheren Pensionsanspruch und zusätzlich eine eigene Wohnung und wir leben heute in unserem abbezahlten Haus (50:50). Ich hatte - nichts, nur meinen (erstmalig) guten Verdienst. Daher war mein Vorschlag die 50:50-Regelung, damit ICH für MEIN Alter vorsorgen kann. Nachher geht die Beziehung kaputt (soll ja vorkommen) und ich stehe blöd da. Das wollte ich auf keinen Fall. Er war ja abgesichert. Mittlerweile habe ich das getan und fürs Alter genug, wobei ich auch nichts dagegen habe, noch mehr an- und zurückzulegen. Vielleicht ist es jetzt trotzdem an der Zeit einen Teil meines Plus in die Familienkasse zu geben, solange mein Job gut läuft? Wenn ja, warum? Und wie viel?
 
  • #2
Hallo FS,
ich finde eure bisherige Regelung fair und meine, dass ihr diese auch nicht ändern solltet. Vielleicht kannst du ihm deine Vorstellungen, insbesondere deine Pensionslage und die Unsicherheit deiner Selbstständigkeit nochmal in Ruhe erläutern. Gerade Menschen in sehr sicheren Arbeitsverhältnissen (öffentlicher Dienst, Großkonzern) können sich nicht vorstellen wie man/frau in nicht sicheren Verhältnissen lebt.
Dann würde mich noch interessieren wie er seinen Sinneswandel begründet und welche Aufteilung er wünscht? Du musst nicht mit Vorschlägen einer Neuaufteilung kommen, das ist schon sein Job.
Vorschlag um ihn etwas zu beruhigen: Zahle du ganz allein den nächsten etwas teureren Urlaub. Natürlich suchst du dann auch ganz allein das Ziel aus.
 
  • #3
Anscheinend wollt ihr ja nicht heiraten, so das ihr eine Zugewinngemeinschaft habt und du später Witwenrente, oder wenn er Beamter ist, nur dann hat man ja in D eine Pension, Bezüge bekommst. Du rechnest für mich schon alles genau aus und wenn du nur 30 % mehr machst im Haushalt, etc. Solltest du auch nur 30 % und nicht 50 % mehr verlangen wenn er schon nur die Hälfte verdient. Und sich an allem 50 % beteiligt. Das dir das Geld jederzeit wegbrechen kann, ist nicht alleine sein oder dein Problem, da ihr ja ein Familie gegründet habt, außer das er dann sicher einspringen sollte in dem Fall. Wenn ihr euch trennt -und das sehe ich bei dir als sicher und eingeplant an, wenn das Kind aus dem Haus ist, oder auch vorher muss er Alimente zahlen. Dann gäbe es deutlich weniger Mittel, besonders proportional für ihn aber du kämst immer noch alleine aus. Ich persönlich denke beim ersten Lesen, das ihr kein liebevoll verbundenes Paar seid, das sich Sicherheit bietet und gegenseitig unterstützt. (Zitat: Alles in einen Topf schmeißen will ich auf keinen Fall, weil man nie weiß, wo die Reise hingeht und ich mir meinen Teil Unabhängigkeit unbedingt bewahren möchte. oder: Nachher geht die Beziehung kaputt -soll ja vorkommen- und ich stehe blöd da ...) 50 % in dem Fall zu viel in dem Fall für eine Zweckgemeinschaft weil ein Kind da ist, das du ja auch nicht alleine unterhältst und erziehst. Du teilst dir ja anscheinend auch 50 % Miete, etc. obwohl du das doppelte hast. Deine Fixierung auf seine Altersabsicherung und dein Trauma, das du wie die meisten Studenten wenig Geld hattest finde ich unpassend. Für das was du gelernt hast etc. bist du selber zuständig. So wie er auch. Sicher ist es richtig das du dir Altersvorsorge aufgebaut hast, das sollte man in der heutigen Zeit aber auch in der Ehe und sowieso tun. In deinem Fall würde ich doch wirklich mal jeden Cent aufrechnen. Wirklich alles. Um auszuschließen das du dich an ihm in irgendeiner Form bereicherst oder von mir aus auch umgekehrt. w50
 
  • #4
Mir hat deine Frage schon beim Lesen weh getan.

Ihr habt etwa 8000€ netto im Monat zusammen und macht euch einen Kopf, wie ihr die Kosten finanziell aufteilt? Ihr habt ein abbezahltes Haus und er weitere Immobilien und nur ein Kind?

Wir hatten als Familie mit drei Kindern nicht mal die Hälfte, und wir haben gut gelebt, zweimal im Jahr im Urlaub...

Du weißt schon, dass ihr ein absolutes Luxusproblem habt?
Warum schmeißt ihr euer Geld nicht einfach in einen Topf? Kein Vertrauen? Ihr seid eine Familie, auch wenn ihr nicht verheiratet seid.

Solltet ihr euch irgendwann trennen, so werden die Konten dann wieder geteilt.

Egal wie, aber einigt euch!

Denn wie gesagt, so gut wie euch mit so hohem Verdienst geht es nur sehr wenigen Familien in Deutschland!
 
  • #5
Manche kriegen halt den Hals nicht voll. Trotzdem dass Du dich 80% um Haushalt und Kind kümmerst, zahlst Du 50% zum Familienhaushalt, er auch aber mit ca. 20% Anteil am Haushalt und der "Arbeit" mit dem Kind.

Wenn dass so für Euch beide o.k. ist, dann ist das so. woher er aber die Berechtigung nimmt, Dich zu bitten, mehr als 50% zu zahlen, leuchtet mir nicht ein. Will er dann seinen Anteil reduzieren?
Ihr wohnt in einem abbezahlten Haus = Miete 0

Ihr habt Kosten für Essen, Nebenkosten, KITA/Kindergarten, Ausgehen, Urlaube, Versicherungen fürs Haus etc.
Schätzung: maximal 2000 Euro im Monat, alles in Allem.

Davon bestreitet er 50%, also nehmen wir an, 1000 Euro. Dann bleiben ihm monatlich 1500,00-1700,00 Euro "für sich". Je nachdem, ob Euro Autos im Familienhaushalt mit drin sind oder separat. Autos können natürlich zu Buche schlagen. Und seine Immobilien natürlich auch, obwohl die in der Regel vermietet sind und FAST kostenneutral bis auf nicht übertragbare Kosten an die Mieter.

Seine Immobilien sind seine Altersversorgung und Dein Geld (investierst Du es auch?) ist Deine Altersversorgung. Punkt.

ich würde an dem bestehenden System nur in sofern etwas ändern als dass er sich entweder mehr an der Hausarbeit beteiligt oder Ihr zu Deinen Gunsten eine neue Aufteilung macht (60/40?)
Alles Gute
W51
 
  • #6
Erstmal Glückwunsch zu € 8.000,00 netto. Das steht ja ganz entspannt da. Ich würde bei in etwas gleichem Gehalt nichts an der 50 : 50 Regelung ändern, sofern es für beide reicht. Bei 1.000,00 zu 1.500,00 netto würde ich schon Unterschiede machen, weil ich es fair finde. In einer früheren Beziehung hatte ich mal ca. 1.000,00 bis 1.500 mehr als meine schlecht bezahlt Freundin. Da haben wir geschätzt 30 : 70 gehabt. Mit meiner Frau war es so, dass sie zu beginn weniger hatte und nach 8 Jahren mehr hatte. Der Unterscheid war auf rel. hohem Gesamtniveau nicht gravierend, da waren es 50 / 50. Ich würde an Deiner Stelle mir Gedanken machen, wieviel du bereit bist zu geben.
Haushaltskasse im Monat zusammen ca. 1.500. Da würde ich an Deiner Stelle 1000,00 zahlen - er 500,00. Das Ganze aber immer abhängig davon, wie es bei Dir weitergeht. Die Mehrbelastung würdest du ja kaum spüren.

M 47
 
  • #7
Vielen Dank für Eure Antworten!

Mein Einkommen ist nicht dauerhaft so hoch und rechne auch jedes Jahr damit, dass es mit dem guten Verdienst zu Ende ist. Existenzängste kennt er nicht, ich aber sehr wohl. Wir hatten auch keinen Streit, fahren das 50:50-System seit Jahren wie ich finde erfolgreich und vor allem völlig stressfrei. Jedem von uns bleibt genug eigenes Geld zum Leben. Wir kamen auf das Thema, weil für mich völlig klar ist, dass, wenn zwei zusammenleben und eine Familie gründen und einer von beiden (meist ja die Frau) sehr wenig Einkommen hat, die Familienkasse sozusagen anteilig geführt werden sollte, wenn das Einkommen es überhaupt zulässt. Dem gering Verdienenden sollte m.E. unbedingt noch ausreichend eigenes Geld zum Leben übrig bleiben. Das bestätigte er und nahm das zum Anlass, unser System zu "hinterfragen". Ich kam dann ins Grübeln, inwiefern er da Recht hat oder nicht. Keiner von uns verdient gering.

Er möchte mehr Geld für sich haben. Nach Abzug von Familiengeld und Immobilienkredit bleibt zwar was übrig, aber es könnte gerne mehr sein, wofür auch immer. Für seine nächste Immobilie. Bei mir ist es so, dass ich mein Erspartes auch anlege, aber bis ich es anlege und mein Konto plündere, befindet sich sehr viel darauf.

Ich muss wirklich auch noch mal betonen, dass wir gut leben und es uns an nichts mangelt. Geld ist kein Thema bei uns - nur gestern kam das Gespräch darauf und ich kam ins Grübeln. Nein, 500 € mehr im Monat täten mir derzeit überhaupt nicht weh.

Möglicherweise ist es auch tatsächlich so, wie einige geantwortet haben, dass, wenn alles beziehungstechnisch supertoll wäre, ich mir über sowas gar keinen Kopf machen würde. Nun gibt es aber auch Beziehungsbaustellen, sodass ich von seiner Anspruchsformulierung gestern völlig verwirrt bin und es einfach nicht schaffe, die Argumente von Engelchen und Teufelchen in meinem Kopf sachlich zu trennen und zu erkennen, was normal und richtig und fair wäre.
 
  • #8
Ich finde eine Regelung, bei der beide anteilig zum Gehalt (natürlich nach Altersvorsorge)) bezahlen fair. Selbstverständlich sollte auch die Hausarbeit bei zwei Vollzeitstellen entsprechend verteilt werden. Sonst zahlt eben derjenige, der weniger tut, die Putzfrau. In eurem Fall also irgendwas Richtung 60:40. Natürlich wird angepasst, falls Dein Verdienst sinken sollte. Eine gemeinsame Immobilie würde ich 50:50 einzahlen oder auch hier den Eigentumsanteil entsprechend anpassen.
 
  • #9
Deinen monatlichen "Geldeingang" als Freiberuflerin kannst Du in der Höhe in keiner Weise direkt mit seinen monatlichen netto Beamtenbezügen vergleichen. Das wäre der typische Fehler, den Selbständige oft machen. Hoffentlich hast Du von Deinen Geldeingängen wenigstens die beruflichen Kosten schon abgezogen.

Wir können nicht nachvollziehen, was Du bei Deinen Geldeingängen schon abgezogen (Versicherungen für Krankenversicherung, Entgeltzahlung im Krankheitsfall, Berufsunfähigkeit, Steuern, Beiträge, Altersvorsorge) oder hinzugerechnet hast.

Gehen wir mal davon aus, dass nach Abzug aller Beiträge,Steuern und Kosten tatsächlich 5000 EUR monatlich beleiben, dann musst Du für das Jahresgehalt von 60.000 EUR 12 Monate arbeiten. Der Angestellte/Beamte arbeitet bei 60.000 EUR Jahresgehalt weniger als 11 Monate, weil er bezahlten Urlaub, bezahlte Feiertage usw. hat. Du hast keinen bezahlten Urlaub. Rechne Dein Einkommen ruhig mal runter.

Du kannst berechnen lassen, wie viel Du monatlich für die Altersvorsorge privat investieren musst, um annähernd eine ähnliche Rente wie Dein Freund als Pension bezahlt zu bekommen.

Ich würde das mal durchrechnen, damit diese scheinbaren finanziellen Unterschiede aufgeklärt sind.


Die Situation wäre anders, wenn ihr beide verheiratet seid. Als Eheleute kann man zusammen wirtschaften und ich glaube als Beamtenehefrau würdest Du im Alter auch eine Witwenpension bekommen. Ihr seid aber nicht verheiratet, also stecke das Geld in Deine eigene Absicherung für Berufsunfähigkeit und Altersvorsorge.
 
  • #10
Ich hatte mich bei der Eingangsfrage schon gewundert, wofür du mehr Geld geben sollst.
Ob der Familientopf aufgestockt werden sollte oder ob er weniger dorthinein einzahlen möchte.

Vor dem Hintergrund finde ich seinen Wunsch legitim, da du das Doppelte verdienst.

Beim Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf, aber ich empfinde Geld nicht als adäquaten Grund, sich zu verstreiten, wenn es nicht sein muss.

Ich würde folgendes vorschlagen:
Ihr berechnet, was jedem von euch übrig bleibt, nachdem alle Fixkosten gedeckt sind (inclusive deiner Altersvorsorge und Rücklage für schlechte Auftragszeiten). Dazu wird dir ein Obolus für Hausarbeit anerkannt, der von euch frei zu definieren wäre.

Nach dieser Berechnung schaut ihr, ob ihr halbwegs (nicht auf Heller und Pfennig gerechnet) auf gleichem Level seid und verändert die bisherige 50:50-Regelung entsprechend, so dass beide in etwa dasselbe für sich haben.
 
  • #11
Nein, ihr habt euch bewusst entschieden, nicht zu heiraten.
Daher ist die Regelung so, wie sie ist absolut in Ordnung.
Irgendwann seid ihr beide im Ruhestand, den will er ja auch nicht alleine von seiner Pension bestreiten.
Ihr habt damals ausgemacht, so leben zu wollen und die Finanzen so aufzuteilen - dann ist das eine klare Abmachung und Absprache.
Wenn er mehr Geld haben will, dann soll er halt beruflich Gas geben. Es steht ja nichts dagegen, dass er sich mal eine Beförderung verdient. Wer mehr Geld haben will, darf gerne was dafür tun.
 
  • #12
Mich würde interessieren, wieviel er übrig hat für seinen Spaß und wieviel Du so im Schnitt übrig hast für Deinen Spaß, dh. nach Abzug Deiner Altersvorsorge.

Wenn Dir jetzt zum Verjuxen 3000 Euro bleiben und ihm 500, seh ich schon ein Ungleichgewicht.
Wie man es nun sehen soll, dass er Kredite für weitere Immobilien abzahlt - könnte ja auch seine zusätzliche Altersvorsorge sein...

Schwierig. Was machst Du denn beruflich, also ist mit einem Wegbrechen Deines Gehalts von jetzt auf gleich wirklich zu rechnen? Wenn Du Ärztin bist oder Steuerberaterin, hast Du ja einen gewissen Kundenstamm, wenn Du Illustratorin bist, sieht das ganze schon anders aus von der Sicherheit her.
 
  • #13
Wenn dein Einkommen nicht dauerhaft so hoch ist, warum machst du es dann in den besseren Zeiten nicht so dass du etwas mehr bezahlst? Z.B. den Urlaub übernimmst oder eine grössere Rechnung oder so etwas.
Dann bist du nicht immer verpflichtet und ersparst dir Diskussionen in schlechteren Zeiten und er kann dann in diesen Monaten mehr auf die Seite legen.
So würde ich es machen, Kosten bleiben 50:50 aber wer mehr hat, bezahlt mal alleine eine grössere Rechnung.
 
  • #14
Mal abgesehen davon, dass ich auch denke, dass man es gut bei 50:50 belassen kann, habe ich irgendwie auch einen Denkfehler drin ...oder Du hast vergessen irgendeinen entschiedenden Teil der Geschichte zu erzählen...

Wo soll denn das her kommen, wenn Du MEHR in die Familienkasse einzahlst? Im Moment ist es doch so, dass ihr 50:50 z.B. 1500+1500 einzahlt und damit 3000,- jeden Monat in der Familienkasse hat. Wenn Du jetzt

Nein, 500 € mehr im Monat täten mir derzeit überhaupt nicht weh.
mehr einzahlst, habt ihr 3500,- Euro in der Familienkasse. Damit könntet ihr dann mehr gemeinsames, oder etwas für euer Kind machen. Klar, oder?

Wie kommt da jetzt mehr Geld für Ihn bei raus?

Oder hast Du vergessen zu erwähnen, dass er zeitgleich WENIGER in die Familienkasse einzahlen möchte? (das steht nirgends und ergibt sich nur durch die Blume, wenn man in Deinem zweiten Posting dieses einen Satz, um die Ecke, bewertet)

Mit diesem Aussagenwirrwar überarbeite ich meine Meinung also nochmal: Wenn ihr 500,- Euro mehr in eurer Familienkasse braucht, um z.B. daraus eurem Kind ein Auslandschuljahr zu finanzieren, dann könnte man darüber nachdenken, ob Du das überwiegend aus Deinem Mehrverdienst stemmst. Dafür, dass er WENIGER einzahlt, würde ich es aber nicht machen.

Bedenke, bei solchen Ideen, dass Du (fast) alleine eurem Kind solche Sachen on top finanzieren würdest, auch immer, dass er auf der anderen Seite, durch das sichere Einkommen (und Pension) seines Beamtenjobs, eine Art "Bank" für euer Kind ist. Wenn ihr euch trennt und das Kind studieren möchte, kann DU Dich immer zu null rechnen (z.B. gegenüber BAFöG Amt). Er kann das nicht! Seine Bezüge, oder seine Pension werden notfalls gepfändet und sein Arbeitgeber (selbst Behörde) wird einen Teufel tun, sein Einkommen zu verstecken, verschleiern, oder (über andere Personen, Eltern Geschwister, etc.) "umzuleiten". (was Selbstständige supergerne machen)

V.m47
 
  • #15
Wenn das kein Fake ist, so doch mindestens ein Luxusproblem.

Zum "einfachen/ normalen Haushalt" sollte er die Hälfte dazusteuern. Alles andere, was darüber hinaus geht (z. B. fünflagiges Klopapier;-) solltest du von deinem Einkommen in den Hut werfen. Die finanziell engen Zeiten sind vorbei. Macht was Schönes als Familie, macht was Schönes als Paar, haut mal richtig was auf den Kopf, ihr lebt nur einmal. Ich würde auch als Familie monatlich einen ordentlichen Betrag spenden an eine gute Hilfsorganisation oder für mehrere Projekte. Dann wird dir hoffentlich bewusst, wie gut es euch geht und ihr müsst nicht über den Überschuss streiten.

Das ist etwas anderes, da würde ich gemeinsam mit ihm eine Lösung für die Betreuung eures Kindes suchen. Das solltest du auf jeden Fall von der Gelddiskussion abkoppeln. Außerdem müssen manche Leute wesentlich härter, ehrlicher und besser für 2500 Euro arbeiten, als andere für 5000 Euro. Bezüglich des Haushalts ist es doch gar kein Problem: Reinigungskraft, Haushälterin...

Alles in einen Topf schmeißen will ich auf keinen Fall, weil man nie weiß, wo die Reise hingeht
Schon mal was von selbsterfüllender Prophezeihung gehört? Also weg mit den negativen Gedanken und der übertriebenen Sparsamkeit.
 
  • #16
und es einfach nicht schaffe, die Argumente von Engelchen und Teufelchen in meinem Kopf sachlich zu trennen und zu erkennen, was normal und richtig und fair wäre.
Es gibt kein "normal", "richtig" und "fair". Es gibt nur Argumente, um verschiedene Standpunkte zu begründen.

Die Argumente von Deinem Freund hast Du nicht wirklich überzeugend dargelegt. Dein eigener Standpunkt ist in jedem Fall vertretbar.

Wahrscheinlich tragt ihr gerade einen Beziehungskonflikt über das Geld aus. Besser wäre es, zu schauen, was sonst im Argen liegt, statt argumentativ aufzurüsten.
 
  • #17
Hm... schon etwas Komisch für mich," Ihr beiden".
8 Mille Netto im Monat und dann sowas. Es gibt echt viele Familien, denke die meisten hier in D haben haben im Durchnitt nur die Hälfte von Euch. Wenn zwei Menschen in der Lage so anfangen zu rechnen obwohl sie nicht rechnen müssten, dann ist das fast dekadent! Macht es doch nach meinem Model. Alles in einem Topf auch wenn das Gleichgewicht völlig aus den Fugen gerät. Ausgenommen sind Immobilien, Autos ( Luxusklasse) und andere Luxusgüter welche nicht gemeinsam angeschafft werden. Dann könnt ihr Eure gemeinsame Zeit mit dem Rest verbringen. Einen Betrag festlegen welcher für deine Rente dient. Rest für Euch. Wenns in die Hose geht zahlt keiner mehr was gemeinsam ein und die Sache ist geklärt. Du hast deine Rente er seine Immos. Wenn ihr was zusammen gekauft habt, Haus /Häuser. Teilen und dann ist es erledigt. Solange ich mein Leben mit jemandem Teile dann Teile ich alles. Ihr lebt aber beide getrennte Leben was das betrifft.
m46
 
  • #18
Hallo liebe FS

Ich finde schon, dass es bei euch ungerecht verteilt ist. Du rechnest meines Erachtens schon sehr genau auf! Warum sollte dein Partner der deutlich weniger Einkommen hat als du, sich genauso beteiligen. 50:50 obwohl die Gehälter sehr unterschiedlich hoch ausfallen ist nicht fair. Nach Abzug eurer abgemachten Summe die ihr auf ein gemeinsames Konto zahlt, bleiben ihm zum "ausgeben" deutlich weniger als dir! Du sagst, du hast genug fürs Alter weg gelegt, warum möchtest du dann die Karten nicht neu mischen? Ein klein wenig würde ich ihm entgegen kommen, denn in einer Partnerschaft lebt man ein miteinander und das Ziel ist, das keiner sich benachteiligt fühlt, auch wenn dies bedeutet dass eben nicht alles 50:50 geteilt wird. Genau aufzurechnen, geht einfach gar nicht bei so großen Unterschieden beim Einkommen.

Mein Vorschlag wäre, ihm zu sagen, gut wir mischen die Karten neu, finanziell, aber auch beim Thema Kind und Haushalt! So dass auch für dich in dieser Beziehung ein Gleichgewicht hergestellt werden kann (natürlich im Einbezug der Tatsache dass er außer Haus arbeitet und weniger Zeit Zuhause ist). Ich denke wenn du in der Beziehung mehr Einsatz sehen würdest, wäre es auch okay für dich finanziell den einen oder anderen Euro mehr in die gemeinsame Kasse zu zahlen, oder?

Mensch, euch geht es so gut. Finanziell steht ihr super da! Habt nur ein Kind, Haus abbezahlt. Wenn du deinen Mann liebst dann lasse nicht zu, dass diese Diskussion eure Beziehung belastet, denn geht der Streit ums Geld los und fühlt sich einer in er Beziehung benachteiligt, ist es mit der Liebe auch schnell vorbei. Ist es das Wert? Natürlich kann man jetzt sagen warum soll man deshalb einen Schritt auf den anderen zu machen und wenn es daran scheitert, dann war es keine Liebe! Sehe ich anders. Um wie viel mehr Geld geht es hier? Er will ja nicht ausgehalten werden. Mir wäre das mein Partner und meine Beziehung wert, wenn er mich im Haushalt und mit dem Kind unterstützt! Unterm Strich bleibt dir (mindestens)) immer so viel zum ausgeben, wie dein Partner insgesamt im Monat verdient!
 
  • #19
Ich finde die bisherige Aufteilung gut und würde daran nichts ändern.
Du schätzt deine eigene Situation gut und richtig ein. Zwar verdienst du z.Z. sehr gut, aber es gibt keine Garantie das es in zwei oder drei Jahren auch noch so sein wird. Daher solltest du entsprechend vorsorgen, das machst du, das finde ich super und dein Partner sollte dafür Verständnis haben. Zumal er ja auch nicht gerade am Hungertuch nagt, wenn er sich Immobilien kaufen und selbige abbezahlen kann. Dazu kommt, sein Job, sein Gehalt und seine Pension ist gesichert, bei dir trifft keiner der drei Punkte zu.
 
  • #20
Hi,
Also ich bin der Meinung Du bekommst das Geld auch nicht geschenkt und wenn es fürs Kind oder für die Familie allgemein wäre, da kann man Ausnahmsweise bischen mehr beisteuern. Aber doch nicht für sein privat Vergnügen oder Immobilien.
Er kann doch nen zweiten Job annehmen oder sich auch selbständig machen. Du kannst es ja zinslos leihen und später wenn ihr in Rente seit bekommst Du es wieder. Das bringt ihm aber nix.
Aber schenken, wieso solltest Du ihm Geld schenken damit er sich ne Immobilie kaufen kann, also wenn kauft man die gemeinsam.
Du solltest eine kaufen zur Altersvorsorge.
 
  • #21
Liebe FS,

du gehst das Thema sehr rational an, was ich gut finde. Folgender Gedankengang:
- Er möchte offenbar, dass ihr ähnlich viel Geld zur freien Verfügung habt, nachdem alles notwendige bezahlt ist. Da du wesentlich mehr verdienst, sollst du auch mehr beisteuern.
- Du findest das unfair, weil bei seinem Verdienst die Altersvorsorge schon herausgerechnet ist, bei dir aber nicht.

Wie wäre es, wenn du dir ebenfalls deinen "Netto"-Verdienst, also dein Einkommen nach Abzug der Altersvorsorge ausrechnest? Sein Netto und dein Netto sind dann auf der Einkommensseite, alle notwendigen Ausgaben, also Versicherungen, Autos, Müll etc. auf der Ausgabenseite. Da ihr gemeinsam wirtschaften wollt, trägt dann jeder anteilig von seinem Einkommen seinen Anteil an.den Ausgaben bei. So sollte allen geholfen sein: Keiner fühlt sich übervorteilt, die Last ist gerecht verteilt und ihr beide habt eure Altersvorsorge gesichert.
Sollte sich bei einem von euch beiden die Einkommenslage ändern, sollte man das natürlich neu berechnen. Aber so lange du gut verdienst ist es doch gut, dass er von seinem kleineren Einkommen nicht überproportional viel für euch beide ausgeben muss, oder?
 
  • #22
Ihr habt ein Kind, seid aber nicht verheiratet.
Klar - muss man heutzutage ja nicht mehr, aber dann passiert genau das: der weniger verdienende Partner fühlt sich übervorteilt.
Warum seid ihr nicht verheiratet? Willsz du nicht, weild u schon an der Beziehung zweifelst? Will er nicht, weil er keine Verpflichtung mag? Wollt ihr beide nicht, weil ihr eben keine Wirtschaftsgemeinschaft sein wollt?
Dein Freund hätte gern den Vorteil einer Ehe (=gemeinsames Wirtschaften) ohne die Risiken.
Wenn du heute arbeitsunfähig wirst, ist er dir nichts schuldig.
Bei dem Level, auf dem ihr wirtschaftet, würde ich ihm was husten.
Wenn es jetzt darum ginge, dass ihr sparen müsst und euch das Notwendigsten nicht leisten könntet - dann sähe die Sache anders aus. Aber so?
Ihr habt mit eurem Kind ein Leben ohne finanzielle Sorgen - warum solltest du so etwas ändern?
Mein Mann und ich werfen alles zusammen und es gibt kein Dein oder Mein - aber wir sind eben auch verheiratet.
 
  • #23
Ich denke immer noch, dass es für dich das beste ist wirklich harte Fakten über Zahlen zu schaffen. Dafür muss aber wirklich alles auf den Tisch. Wer hat wieviel zum Haus zugegeben, was ist es jetzt wert. In Zeiten wo es dir nicht so gut ging, wieviel hat er beigesteuert, willst du den Wert deiner Hausarbeit gegenrechnen, etc. Wer hat die Klammer fürs Kind bezahlt o. ä., etc. Wieviel hast du nach Abzug aller Kosten wirklich die letzten Jahre gehabt, Arztrechnungen etc. werden vorbezahlt und nicht ganz erstattet, usw. Eigentlich eine Aufgabe die mindestens ein Steuerberater lösen sollte. Alles andere wird wahrscheinlich nur "gefühlt" gerecht sein oder eben je nach Meinung nicht gerecht sein. Gefühle, oder halt jetzt was zu meinen weil "ein Furz quer sitzt" sind schlechte Ratgeber, die viel zerstören. Deinen Seelenfrieden wirst du wahrscheinlich nur durch objektive Zahlen finden. Ihr habt nun mal zusammen ein Haus und ein Kind. Da ist es besser ihr klärt das wirklich sauber. Sonst bleibt eben wirklich immer so ein "Gefühl".
 
  • #24
Wenn er mehr Geld haben will, dann soll er halt beruflich Gas geben. Es steht ja nichts dagegen, dass er sich mal eine Beförderung verdient. Wer mehr Geld haben will, darf gerne was dafür tun.
Kann ich nur dick unterschreiben.

Er hat es sich wahrscheinlich in seinem Beamtenleben nett eingerichtet, sieht aber bei dir die Trauben, die er nicht haben kann. Jedenfalls nicht ohne mehr Leistung. Der Mann hätte bei mir jeglichen Respekt verloren.
Beamte und Selbstständige ist wirklich schwierig zusammen, das sind einfach unvereinbare Welten und Ansichten, er sieht nur deine hohen Brutto (!!!!)-Einnahmen. Er sieht nicht deine Risiken, deine Abzüge, deine unsichere Rentenlage, deine unbezahlten Krankheitstage, deinen unbezahlten Urlaub und dass es von heute auf morgen vorbei sein kann mit der guten Auftragslage, dass du ganz andere Rücklagen brauchst! Das ist für ihn in bezahlter Form alles selbstverständlich. Ehrlich mir dreht sich hier der Magen um. Warum leistet er nicht jetzt schon mehr zur Familienarbeit? Ich versteh es nicht, warum du alles machst. Er hockt auf seinen bezahlten Immobilien, hat seinen bequemen Job, Haushalt und Kind managt die Frau und er bekommt den Hals nicht voll??? Ist mir sehr schleierhaft, warum du das überhaupt mit dir machen lässt. Stehst hier ganz schön deinen Mann.
 
  • #25
Wenn man sich entscheidet, eben keine Ehe mit Zugewinngemeinschaft einzugehen, dann kann es eben sein, dass einer mehr hat als der andere. Als sie weniger verdiente, hat er ja auch nicht freiwillig viel mehr bezahlt.
Ich sehe nicht, warum die FS für sein Vergnügen "bluten" soll. Wenns bei ihr dann schief geht, sagt er ätsch oder was? Normal ist die Konstellation anders rum - aber: wer etwas vereinbart, sollte sich daran halten. Und wer sowieso schon abgesichert ist, braucht doch nicht eine Immobilie an der anderen.
Risiko und Chance, das sind die beiden Seite der gleichen Medaille. Und wenns sowieso kriselt - ne, warum sollte sie dann abgeben. Ich sehe es als fair an, wenn jeder in einem Haushalt die Hälfte bezahlt, die Kosten fürs Kind sind da ja schon dabei.
 
  • #26
Er sagte gestern (...), dass er es fairer fände, wenn ich mehr aufs gemeinsame Konto einzahlen würde.
Was ist denn daran "fairer", wenn derjenige, der mehr verdient, automatisch mehr bezahlt, insbesondere wenn:

Es ist ja auch nicht so, dass ihm sein Geld nicht reicht. Er kauft Immobilien, zahlt Kredite ab.
Also verdient Ihr mit Euren Gehältern doch für alle genug?

Um was geht es denn bei Euch in dieser Diskussion überhaupt? Möchte er gerne davon profitieren, dass Du mehr verdienst? Darin sehe ich alles andere als "Fairness", denn Du willst doch langfristig nicht für seine Ansprüche mit aufkommen? Warum solltest Du das tun? Das ist doch sein Problem, wenn ihm sein Geld nicht reicht.

Vielleicht ist es jetzt trotzdem an der Zeit einen Teil meines Plus in die Familienkasse zu geben, solange mein Job gut läuft?
M.E. ganz klar NEIN, ich lese bisher kein einziges Argument in Deinen posts, das dafür spricht. Ihr habt doch mit der 50:50-Regelung bisher ein sehr "faires Modell", was das Finanzielle angeht.

Etwas anderes wäre es, wenn ein Partner nur sehr wenig zum Leben hat und man zusammenleben möchte. Dann wird es zwangsläufig darauf hinauslaufen müssen, dass einer mehr finanziell beisteuert. Oder der, der mehr hat, schränkt sich ebenfalls ein, was m.E. wenig Sinn macht.

Abgesehen davon seid Ihr trotz Nachwuchs nicht verheiratet, da würde ich besonders darauf achten, mich ausreichend für die Zukunft abzusichern. Ich finde, Du machst es bisher sehr richtig und gerade in einer unsicheren beruflichen Branche solltest Du Dir guten Gewissens finanzielle Sicherheiten schaffen können, für den Fall, dass es mal nicht mehr so gut läuft oder Du aufgrund von Krankheit ausfällst - was ich nicht hoffe.

Viel Erfolg weiterhin!
 
  • #27
Nochmals vielen Dank für Eure Antworten!

Wir haben keinen Streit, er besteht auch nicht darauf, das System zu ändern. Ich habe nur herausgehört, dass er es gerne so hätte und wollte mir mal andere Meinungen einholen. Ich will auch gar nicht auf Heller und Pfennig alles ausrechnen. Ich bin auch nicht geizig, obwohl ich es schon etwas befremdlich finde, wenn jemand, der eigentlich genügend hat, von mir finanzielle Unterstützung erwartet. Ich würde niemandem um Geld bitten, wenn ich keins brauche. Aber gut, sei es drum.

Ich muss jetzt mal nachdenken, was ich tue. Wie gesagt, gefordert hat er nicht, es kann alles so bleiben, wie es ist, aber ich habe gespürt, dass er es nicht wirklich fair findet. Von daher würde ich vielleicht einfach etwas mehr in die Familienkasse einzahlen, ohne dass es mir wehtut. Mal sehen, was passiert. Das Geld ist ja für uns alle drei. Das können wir dann im Urlaub auf den Kopf kloppen oder uns was neues Schönes für unser Haus leisten. Eben für uns ausgeben und dafür gebe ich es dann auch gerne. Er kann und wird seinen Anteil am Familiengeld beibehalten. Aber Extrazahlungen für Urlaube und unvorhergesehene Kosten fallen dann weg. Die finanziere ich dann durch meinen höheren Anteil.

Wie es wäre, wenn ich plötzlich sehr viel weniger Einkommen hätte, weiß ich nicht. Wie er sich verhalten würde - keine Ahnung. Diese Situation gab es noch nicht.

Unsere Beziehung war und ist stellenweise recht holperig, so dass mir meine finanzielle Unabhängigkeit schon sehr wichtig ist. Wir haben mehr als 1x über Trennung gesprochen. Aber überhaupt niemals wegen Geld! Das hatte immer andere Gründe.

Danke für Euren Input. Da habe ich jetzt was zum Nachdenken :)
 
  • #28
Beamte und Selbstständige ist wirklich schwierig zusammen, das sind einfach unvereinbare Welten und Ansichten
Also das ist Voreingenommenheit in Reinform.
Mein Freund ist auch Beamter, und ich bin Selbständige.
Ja, es sind zwei völlig gegensätzliche Welten. Zur Kollision kommt es aber nur, wenn man nicht über den Tellerrand hinausblickt. Jedes der beiden Berufsmodelle hat seine Vor- und Nachteile.

Klar, er sitzt fest im Sattel, niemand wird jemals an seiner Rente rütteln, er bekommt frei, wenn er krank ist und sogar bezahlten Urlaub. Er kriegt immer dasselbe Geld, auch wenn er nicht, wenig oder schlecht arbeitet.
Wenn ich Urlaub machen möchte, muss ich eine Vertretung bezahlen oder Verdienstausfall in Kauf nehmen, ebenso kann ich mir Krankheit nicht "leisten". Auch keine Schludrigkeit oder weniger als mein Bestes zu geben, Tag für Tag für Tag.

Aber für alle Pensionsansprüche der Welt möchte ich nicht mit ihm tauschen. Ich bin selbstbestimmt, wähle meine Mitarbeiter selbst aus und sogar meine Klientel. Niemand erzählt mir, was ich zu tun habe oder wie ich Dinge handhaben soll. Er steckt in einer strengen Hierarchie, die kaum Luft zum Atmen lässt. Umgeben von Kollegoiden, die es sich in ihrer Unkündbarkeit schön bequem einrichten und dasselbe Geld kassieren wie er. Sein Arbeitsplatz ist Asterix' Haus, das Verrückte macht, gefangen zwischen Burnout und Boreout, unsinnigsten Reglementierungen und A..kriecherei. Mein Arbeitsplatz ist der Ort, der mich inspiriert, meine Arbeit befriedigt mich zutiefst.

Wir sind offen miteinander und wissen um die Pros und Cons unserer Berufe. Er käme nie auf die Idee, meine Selbständigkeit als etwas ganz Problemloses zu klassifizieren, und ich würde mich niemals über seine Leistung erheben.
Ich habe lange genug selbst im Öffentlichen Dienst gearbeitet (nicht verbeamtet) um zu wissen, auf welchem Wege man sich dort seine Pension verdient, und ich habe Respekt davor, wie er dieses Umfeld wegsteckt. Ich bin froh, das hinter mir gelassen zu haben und in der Selbständigkeit halbwegs meine Ruhe vor diesem Bürokratieapparat zu haben.

Dieses Paar mag seine Probleme haben. Das gegeneinander Ausspielen von Beamten und Selbständigen halte ich hier allerdings für unangemessen.
 
L

LadyBink

  • #29
Als du weniger hattest und er schon in einem sicheren beamtenverhältnis war wollte er dich nicht heiraten. Er verdient weniger, den Löwenanteil an Hausarbeit und Kinderbetreuung musst du machen, seine Immobilien will er nicht mit dir teilen. Gleichzeitig sollst du aber mehr für ihn mitzahlen. Wenn es so ist, dann trenn dich von ihm. Dieser Mann liebt dich nicht, er hat keinen Respekt und beutet dich wie ein Blutsauger einfach nur aus. Nimm ihn nur noch für deinen Vorteil und schau dich schon mal nach einem besseren Kandidaten in der Zwischenheit um. Dein Bauchgefühl ist noch viel zu leise. Jedes ehrliche Gespräch mit ihm kannst du dir übrigens schenken, das ist nicht mehr als vertane Lebenszeit.
 
  • #30
Liebe FS,
Du sollst nicht mehr zusteuern. Er kann sich wünschen, was er will, aber Du musst das nicht tun. Ihr habt ein gemeinsames Kjnd, ihr seid nicht verheiratet (keine Wirtschaftsgemeinschaft), da ist 50:50 absolut ok, wenn beide ein ausreichendes Einkommen habt. Das ist bei Euch gegeben: ihr verdient gut, er ist sozial gut abgesichert und hat weitere Rücklagen, Du hast da sicherlich noch Nachholbedarf
Als berufliche Spätstarterin.

Lass Dich von einem Beamten nicht dummschnacken. Er ist nur gierig. Finanziellen Gleichstand hast Du als Selbstständige erst, wenn Du folgende Rücklagen hast:
- Altersversorgung in Höhe seiner Pension, wenn er mit 67 in Rente geht. Er hat ja Null Risiko, während Dir in jedem Jahr bis 67 die Existenz wegbrechen kann
- Krankenversicherung bis an Dein Lebensende mit Rücklagen, sodass Du nur 20% des Risikos versichern musst. Den Rest leistet seine Beihilfe. Du glaubst nicht, wie unfassbar viel Geld das ist.
- Krankenversicherung für das Kind, bis Abschluss der Ausbildung
- selbst wenn Du keine BU-Rente auf Basis Deines Einkommens abgeschlossen hast (weil unbezahlbar), musst Du die fiktiven Versicherungsbeitraege von Deinem Einkommen abziehen.

Von mir bekäme Dein Partner eine klare Absage, an 50:50 was zu ändern.
Als Ingenieurin kann ich recht gut rechnen und kenne auch die Beamtenversorgung. Du kannst, wenn Du mit Ende 30 erst richtig angefangen hast zu verdienen und nun das Doppelte wie er hast nur Lichtjahre von seinen Besitzstaenden entfernt sein.
Im Gegenteil, ich würde von ihm verlangen, dass er sich stärker im Sinne von 50:50 in die Familie einbringt, d.h. mehr im Haushalt macht oder eine Putzfrau finanziert.