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Gast

  • #1

Warum sind so viele Lehrerinnen und KiGa-Erzieherinnen kinderlos?

Beruflich habe ich viel mit Grundschulen und Kindergärten zu tun. Mir fällt mehr und mehr auf, dass ein großer Teil der Frauen, die dort arbeiten, kinderlos sind und auch keinen Partner haben.
Das gleiche Problem ist mir auch schon bei Hebammen und bei Kinderkrankenschwestern aufgefallen.

Bei Lehrerinnen an weiterführenden Schulen gibt es dieses Problem auch (jedoch weniger stark ausgeprägt). Männliche Lehrer - egal an welcher Schulart - haben das Problem nicht, diese Männer haben weit überdurchschnittlich viele Kinder.

Die Frauen schwärmen geradezu von Familie und von eigenen Kindern. Irgendwie können sie aber ihren Wunsch nicht umsetzen. Das gilt selbst für die jungen und ausgesprochen hübschen und sozial kompetenten Frauen, die bei der Männerwelt doch gute Chancen haben müssten.

Woran liegt es, dass gerade diese, ausgesprochen kinderlieben Frauen kinderlos bleiben?
 
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Gast

  • #2
Für manche Frauen ist der tägliche Umgang mit den Kids vielleicht ausreichend, dann möchte man sich das nicht auch noch zuhause antun. Zudem, wenn du die Nogo-Listen hier im Forum durchgearbeitet hast, weißt du, dass Lehrerinnen einen extrem schlechten Stellenwert haben. Bei Kita-Mitarbeiterinnen kann ich dies nicht bestätigen, da gab es bei uns einige, die bereits Kinder hatten oder irgendwann schwanger waren, jedoch auf jeden Fall einen Partner hatten.
 
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Gast

  • #3
Deine Beobachtungen kann ich nicht bestätigen: Ich habe fast ausschließlich Kollegen/Kolleginnen mit Kinder(n) und die Erzieherinnen und Lehrerinnen meiner Kinder sind mir noch nie als kinderlos aufgefallen. Sie berichten ja auch von den Erfahrungen mit ihren eigenen Kindern.
Scheint regional verscheiden zu sein.
 
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Gast

  • #4
Ja stimmt, bei Kinderkrankenschwestern ist es mir auch aufgefallen.
Ich arbeite selbst auch mit Kindern und hatte lange nicht den Wunsch nach eigenen - einfach weil ich ja den ganzen Tag genug Kinder um mich herum hatte.
 
  • #5
Ich glaube nicht, dass der Anteil Unverheirateter oder Kinderlose in den genannten Gruppen bedeutend höher ist.

Unabhängig davon gilt aber: Lehrerinnen sind nicht gerade eine begehrte Zielgruppe als Partnerinnen. Sie gelten als schwierig und zweite Wahl, viele Eigenheiten stoßen Männer eher ab. Außerdem treffen sie in ihrem Beruf eben auch nur wenig potentielle Partner und gerade das berufliche Umfeld ist für viele andere einer der wichtigsten Kennenlernbereiche.
 
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Gast

  • #6
@Frederika: Klischeehafter hätten deine Ausführungen nicht sein können. Ich selbst bin Grundschullehrerin und kann bisher deinen Text überhaupt nicht bestätigen. Im Gegenteil! Die meisten Grundschullehrerinnen sind verheiratet und haben Kinder!
@Gast: Ich mag zwar Kinder, bin aber froh, wenn ich ab frühen Abend zu Hause meine Ruhe habe. Außerdem weiß ich, wie viel Arbeit es ist, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Muss aber dazu sagen, dass ich die absolute Ausnahme bin. Ich war bisher in 4 Schulen und bin die Einzige gewesen, die kinderlos war.
 
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Gast

  • #7
Bin Grundschullehrer und kann die Einschätzung der FS nicht teilen. Gerade auch die jungen Lehrerinnen haben (mehrfachen) Nachwuchs. Vielleicht den Beruf verwechselt???

Zudem kann ich die Ansicht, Lehrerinnen seien schwierig und häufig "zweite Wahl" (???) nicht nachvollziehen. Bitte erklären, Frederika. Welche Eigenheiten meinst Du?
 
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Gast

  • #8
Was Frederika als erstes in ihrer Antwort schreibt, kann ich so nicht unbedingt bestätigen (dass wir Lehrerinnen Männer abstoßen), aber das Zweite kommt der Wahrheit schon sehr nah: Die Männer, denen wir beruflich begegnen, sind meistens Kollegen (und - richtig beobachtet, liebe FS - häufig schon weg und bekindert) oder Väter. Die kommen nun mal echt nicht in Frage und selbst wenn - nehmen sie uns dann doch in erster Linie in unserer Funktion und nicht unbedingt als Frauen wahr.
 
  • #9
@Frederika: Klischeehafter hätten deine Ausführungen nicht sein können. Ich selbst bin Grundschullehrerin und kann bisher deinen Text überhaupt nicht bestätigen. Im Gegenteil! Die meisten Grundschullehrerinnen sind verheiratet und haben Kinder!
Wenn Du genau nachliest, habe ich gar keine Aussagen zum Ehestand oder Nachwuchs von Lehrerinnen gemacht, sondern nur gründe dargelegt, warum viele Lehrerinnen sich schwer tun, einen Partner zu finden. Der Anteil an Lehrerinnen beii ElitePartner ist z.B. sehr hoch, wie jeder selbst leicht überprüfen kann. Auf Singlepartys sind Lehrerinnen ebenfalls sehr stark vertreten.

Zudem kann ich die Ansicht, Lehrerinnen seien schwierig und häufig "zweite Wahl" (???) nicht nachvollziehen. Bitte erklären, Frederika. Welche Eigenheiten meinst Du?
"vormittags haben sie recht, nachmittags frei"

+ ziehen sich oft ungepflegt an, machen nichts aus sich, sehen wie typische Lehrer aus (viele Halstücher, Gesundheitstreter, schmucklose Sweatshirts und dergleichen), plumpe Körperhaltung und Fortbewegung.

+ jammern ständig über ihre viele Arbeit, mehr als jede andere Berufsgruppe, die ich kenne

+ sind menschlich schwierig, aufmüpfig, vorlaut

+ haben keinerlei Ahnung, wie es im richtigen Wirtschaftsleben vor sich geht bzgl. Konkurrenz, Leistung, Stress, Ansprüchen, Qualifikation (Schule - Studium - Schule) -- die wenigen Lehrer, die mal richtig gearbeitet haben und ein richtiges Studium jenseits von Pädagogik und Nebenfächern absolviert haben, sind Klassen besser als die typischen Pädagogen

aber das Zweite kommt der Wahrheit schon sehr nah: Die Männer, denen wir beruflich begegnen, sind meistens Kollegen [...] oder Väter. Die kommen nun mal echt nicht in Frage
Danke für die Bestätigung.
 
  • #10
Hmm, Frederika, das könnte aber auch daran liegen, dass es viele Lehrer gibt?
 
  • #11
bezogen auf beziehungen, machte ich eher die erfahrung, dass lehrerinnen und lehrer, fast immer gebunden sind.
ich kenne jede menge lehrer/innen und alle leben in beziehungen und haben auch größtenteils kinder.

betreffend des kleidungsstils, den frederika#8 beschrieb... da ist oft was dran!
gerade diese gesundheitstreter, auch die tivas, findet man bei lehrern oft...
oft sind treten sie als Ökos auf, "alt-links-revoluzer", oder betont bieder.
die schickeren ausgaben des lehrers sind wirklich dünner gesäät.

als schwierig empfand ich lehrer eigentlich nicht.
 
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Gast

  • #12
Diese Frage stellt eine, völlig an den Haaren herbei gezogene, Behauptung auf.
Meine Vermutung und Beobachtung ist, dass eher das Gegenteil der Fall ist!

Ich verstehe überhaupt nicht, warum Lehrerinnen immer noch in die die Ecke der unattraktiven Öko- Schlampe gesteckt werden, die keinen Mann abbekommen. Man muss doch wirklich nicht mit Gewalt alte Klischees pflegen!

Alles Unsinn! Die meisten Lehrerinnen sind attraktive, gepflegte Frauen mit Familie. Allerdings ist die Altersstruktur in der Lehrerschaft relativ hoch, so dass eben die älteren Damen in der Überzahl sind,die teilweise ein ältliches Image verbreiten.
Das ist aber in allen anderen Branchen ebenso!
 
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Gast

  • #13
Ich, Lehrerin, 30, kann dem gar nicht zustimmen. Meine Kolleginnen und ich sind attraktiv, gepflegt, herzlich und ich würde sagen zu 75% mit Partner und/oder Kind(ern).
Ich würde eher behaupten, dass überdurchschnittlich viele Lehrerinnen schon während des Studiums oder Refs ein Kind / Kinder bekommen im Vergleich zu anderen Fachrichtungen.

Es gibt ganz sicher in allen Berufsgruppen einen ähnlich hohen Anteil an kinderlosen Frauen, Ökotanten, Muttis, unattraktiven Frauen usw.
 
  • #14
Es gibt ganz sicher in allen Berufsgruppen einen ähnlich hohen Anteil an kinderlosen Frauen, Ökotanten, Muttis, unattraktiven Frauen usw.
Na, hoffen wir, dass nicht alle Lehrerinnen so dermaßen unlogisch denken und argumentieren.

Natürlich gibt es nicht in allen Berufsgruppen einen gleich hohen Anteil an allen möglichen Eigenschaften. Ganz im Gegenteil sind bestimmte Eigenschaften in bestimmten Berufen eben häufiger, in anderen seltener. Darüber muss man doch gar nicht diskutieren, das kann man täglich selbst erleben. Wohlgemerkt, es geht um relative Anteile, nicht um alle oder keinen.

+ Wieviele Ökoschlampen gibt es unter Bankkauffrauen oder Juristinnen? Ganz gewiss viel weniger als unter Theologinnen oder Sozialpädagoginnen.

+ Auch die Kinderzahl ist statistisch klar belegbar abhängig vom Ausbildungsniveau. Bis auf die Top-5%, die wiederum viele Kinder haben, steigt die Kinderzahl mit sinkender Qualifikation an. Alles allgemein bekannt.

Warum sollten "alle gleich sein"? Nichts ist unwahrscheinlicher als das! Sowohl Berufswahl als auch viele andere Ansichten und Wertvorstellungen hängen von Charakter, Neigungen und Persönlichkeit ab. Wäre ja ein Wunder, wenn es da keine Häufungen gäbe!

Was Lehrerinnen angeht, so kann man klar sagen, dass man viele einfach an Aufmachung und Kleidung erkennt. Und am Jammern übern ihren ach-so-müseligen Beruf. Ich kann all das nicht mehr hören.
 
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Gast

  • #15
Hallo,

ich bin selten Lehrern begegnet, die mich persoenlich beeindruckt haben - es ist eher umgekehrt der Fall. Andererseits ist meine Mutter eine Lehrerin - engagiert, ueberlastet, und in einem schwierigen Umfeld. Der Beruf bringt auch seine Schattenseiten mit sich, welche sich durch starke psychische Belastung und die gesundheitlichen Konsequenzen auspraegen. [ ] Und mal ehrlich: Vor wie vielen Menschen hat man wirklich Achtung? Sieht es in der Real-Wirtschaft mit all den Verlogenheiten, Seilschaften und Schlampereein wirklich anders aus? Ich kann da auch Geschichten erzaehlen, aber dies wuerde an der Fragestellung vorbeigehen.
 
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Gast

  • #16
Und am Jammern übern ihren ach-so-müseligen Beruf. Ich kann all das nicht mehr hören.
Dann mache du doch mal diesen Beruf. Am besten irgendwo in einer Großstadt. <MOD: Beleidigung entfernt> Und dieses Gerede von ,die wenigen Lehrer die schon mal RICHTIG gearbeitet und was RiCHTIGES studiert haben' - geht es noch abwertender? <MOD>

w, die sowohl als Lehrer als auch außerhalb der Schule/Wirtschaft gearbeitet hat und somit beides kennt
 
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Gast

  • #17
Ich bin doch sehr erstaunt, liebe Frederika, wie sehr du dich bei diesem Thema ereiferst ;-). Ich finde Pauschalisierungen immer langweilig - wieso also angeblich viele Lehrerinnen und Erzieherinnen keine Kinder haben? Genauso gut könnte man fragen, warum die Banane krumm ist... Weil es eben so ist! Kinder können halt nervig sein, dann reicht es, die Blagen anderer vormittags zu bespaßen. Das ist genug!
 
  • #18
Die hier aufgestellte Vermutung, diese Berufsgruppen hätten seltener Kinder als der Durchschnitt, dass halte ich für falsch und entspricht auch nicht meinen Beobachtungen. Die Lehrer meines Sohnes, da ist das Verhältnis ausgeglichen.
Ach und natürlich ist klar, dass Leher sich selber nicht seltsam und nicht belastbar und schwierig finden. Alles andere würde mich wundern, da ja Leher auch nicht gerade kritikfähig sind, rechthaberisch und wenig belastbar.
Ich komme ja selber aus einer klassichen Leherfamilie, ich selber bin keine, und kann aus Beobachtungen sagen, ich kenne nur sehr wenige Lehrer auf die diese "Vorurteile" NICHT zutreffen, also muss wohl was dran sein
 
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Gast

  • #19
Also Frederika hat hier absolut Recht, bin nicht immer ihrer Meinung, in diesem Fall auf jeden Fall. In meinem Umfeld ist das so. Also ich habe einige Kontakte zu Leherinnen, jedoch als Partnerin möchte ich keine Leherin, sind sehr schwierig und auch ziemlich starr auf das Schulsystem programmiert, vielleicht merken sie es gar nicht mehr, es hat sich quasi eingeschlichen.
 
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Gast

  • #20
Also ich kenne ein paar Lehrerinnen und habe auch einmal eine als Freundin gehabt. Dadurch lernt man dann auch ein paar mehr dieser Spezies kennen. Jeder Beruf hat so seine bestimmten Typen mit sehr großen Abweichungen, d.h. die Ausreisser, die man normalerweise der Berufsgruppe nicht zusprechen würde.

Was ich festgestellt habe, ist Sicherheit für einen großen Teil immens wichtig, deshalb ist auch jeder scharf auf den Beamtenstatus. Es gibt sehr chice Lehrerinnen, aber auch die vielgeschmähte Ökotrulla. Viele von denen, die ich kennen gelernt habe, nehmen sich zu ernst. Und mit dem immer Recht haben ist auch schon was dran. Allerdings sind gar nicht so wenige liiert oder haben Familie. Von daher kann ich deine Beobachtungen nicht teilen. Es stimmt schon, dass Lehrer/-innen insgesamt einen schlechten Ruf haben. Und manche Exemplare bestätigen dies in einer beeindruckenden Weise. Aber das gilt längst nicht für alle. Und ich denke, das hat auch mit der eigenen Schullaufbahn zu tun. Wer ist denn wirklich gerne in Deutsch oder Latein gegangen? Ok- es gibt Ausnahmen, wo wir wieder bei den Ausreißern wären :).
 
  • #21
Liebe Frederika! Warst Du selber mal Lehrerin? Wieviele Lehrerinnen und Lehrer kennst Du persönlich? Ich möchte Dich höflich bitten, Deine Ansichten in diesem Bereich noch einmal zu überdenken.
 
  • #22
Liebe Frederika! Warst Du selber mal Lehrerin? Wieviele Lehrerinnen und Lehrer kennst Du persönlich? Ich möchte Dich höflich bitten, Deine Ansichten in diesem Bereich noch einmal zu überdenken.
Ich bin keine Lehrerin und war auch niemals eine. Ich kenne mehr als genug Lehrer und Lehrerinnen. Ich treffe auch genug auf Singleveranstaltungen und fast ausnahmslos erfüllen sie die Klischees. Es ist zum Haareraufen, aber es ist leider so.

+ Fast alle Jammern über Ihre ach-so-schlimme Arbeit und Stress.
+ Fast alle sind modisch weit unter akzeptablen Niveau.
+ Fast alle sind irgendwie rechthaberisch und streitbar.
 
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Gast

  • #23
Auch hier kann man genau beobachten, dass Lehrer nicht kritikfähig sind, sie wollen immer Recht haben und alles Wissen und alles Können! Ich wollte keine Lehrerin als Partner. NEIN! Die meisten Lehrer in mienem Leben waren die größten menschlichen Pfeifen.
 
  • #24
@21 Frederika:

In dem Fall sind entweder die Verhältnisse in Dtld. anders als bei uns in der Schweiz, oder Du triffst immer nur eine spezifische Gruppe von Lehrern, oder aber Du nimmst das Ganze selektiv wahr.

Ich aus meiner Sicht - Gymnasiallehrer, danebst auch Wissenschafter und Dozent, der auch schon in anderen Berufssparten gearbeitet hat - kann dazu nur Folgendes sagen:

1. Nach sechs Lektionen Unterricht bin ich körperlich (!) etwa gleich geschafft, wie ich es früher jeweils war, als ich während des Studiums während der Semesterferien in einem Warenhaus gearbeitet habe, mit bis zu 10-Stunden-Schichten auf den Beinen, bücken und rumrennen, schwere Sachen tragen, usw.

2. Bei uns in der Schweiz sind Lehrer keine Beamte, können also wie alle anderen Berufstätigen in jeder Branche bei ungenügenden Leistungen entlassen/zurückgestuft werden. Das ist in unserer Schule schon mehrfach vorgekommen. Das oft gehörte Argument von wegen "sich bequem einrichten" oder so zieht also nicht. Jeder Tag ist eine neue Herausforderung, Leistungskontrollen finden statt, Leistung muss erbracht werden.

3. Was Du als "Jammern" wahrnimmst, nehme ich vielmehr so wahr, als dass Lehrer sich über den mangelnden Respekt, der ihrer Tätigkeit entgegengebracht wird, beklagen.

4. Auch in anderen Berufssparten wird geklönt. Zum Beispiel unter den zahlreichen Juristen, die ich kenne, ist das ganz normal. Wenn ich dann etwas genauer nachfrage, muss ich sagen, dass die unter dem Strich auch nicht mehr leisten als ich. (Von der Tatsache, dass ich mich in Juristenrunden regelmässig intellektuell unterfordert fühle, mal ganz abgesehen...)

5. Ich hatte seit über einem Jahr keine volle Ferienwoche mehr. Und sag jetzt bitte nicht, das sei eine Folge meiner Ineffizienz. Ich bereite sehr effizient vor, "recycle" Unterrichtsmaterialien wo ich nur kann, mache Prüfungen, die ich möglichst zügig korrigieren kann, usw. Trotzdem ist die Arbeitsbelastung enorm. - NB: Ich beklage mich nicht deswegen, ich jammere auch nicht, ich habe den Beruf ja gewählt! Ich informiere Dich nur über die Realität!!

6. Etwas überspitzt gesagt könnte man denen, die den Lehrern vorwerfen, die "Realität der Wirtschaftswelt" nicht zu kennen, mit gleichem Recht vorwerfen, die Realität von Lehrern und Schule nicht zu kennen.

Der einzige Punkt, wo ich Dir recht gebe, ist die Sache mit dem modisch unterdurchschnittlichen Äusseren! Das ist leider so. Ich halte dem entgegen, indem ich mich immer elegant kleide für den Unterricht. (Bei uns an der Schule wird jährlich von den Schülern ein "best-dressed teacher award" vergeben - ich rechne damit, ihn bei der nächsten Gelegenheit zu bekommen! :)) Allerdings musst Du zugeben, dass dieser Aspekt mit den anderen von Dir genannten Aspekten nichts zu tun hat.

Und ich bleibe bei meiner Meinung, dass Du eigentlich einmal ein paar Wochen ein Vollpensum an einer Schule unterrichten solltest, bevor Du weiterhin so generalisierend und so hart urteilst.
 
  • #25
Ich kann die Beobachtung bezüglich partnerlos nicht bestätigen. Ausnahmslos alle Kindergärterinnen und Lehrerinnen die ich kenne, sind verheiratet oder leben in Partnerschaften.

Möglicherweise haben sie weniger Kinder als der Durchschnitt, was aber sicher daran liegt, daß sie schon tagsüber genug Kinder bespaßen und sie das nicht nach Feierabend auch noch brauchen. Es gibt aber auch Kindergärten, die stellen nur Erzieherinnen ein, wenn diese selbst schon Mutter geworden sind.
 
  • #26
Dahinter steckt jedoch ein ernsthaftes Grundproblem: Wenn irgendein beliebiger Mensch "rechthaberisch und streitbar" ist, dann denkt man: Ach ja, der/die ist halt einfach so! Wenn jedoch ein Lehrer "rechthaberisch und streitbar" ist, dann denkt man: Wieder mal typisch Lehrer!

Ich gebe zu, ich bin selber manchmal auch etwas rechthaberisch! ;-) Allerdings wäre ich das genauso, wenn ich nicht Lehrer geworden wäre - und ich bin (man mag es mir glauben oder nicht!) im Privaten ganz anders als als Lehrer. Und auf der anderen Seite kenne ich haufenweise rechthaberische Leute, die nicht Lehrer sind. Also!
 
  • #27
An den Kitas/Schulen/Horte, die meine Kinder besucht haben, waren durchweg Erzieher und Lehrer mit Kindern/Familie beschäftigt. Auch in meinem Bekanntenkreis sind Menschen aus diesen Berufsgruppen, die alle Kinder/Familie haben.
 
  • #28
Meine Erfahrung ist auch, daß Erziehungskräfte sich nicht wesentlich vom normalen Durchschnitt unterscheiden, also die meisten haben tatsächlich eigene Kinder und ein normales Familienleben.

Die heutigen Anforderungen an Lehrer sind in Deutschland jedoch inzwischen komplexer geworden, weil sie neben der Vermittlung des Lehrstoffes noch mehr Grundlagen vermitteln müssen, die sonst die Eltern erledigten. Damit sind zumindest häufig unerfahrene Lehrkräfte häufig überfordert.

Man tut diesem Berufsstand, der es wirklich nicht leicht hat, Unrecht.

Meine Vermutung ist, daß die Junglehrerinnen (um die es hier geht) heutzutage einfach zuviel um die Ohren haben, um sich noch um Familiengründung mit Kindern zu kümmern.

Auch die Krankenschwestern haben es nicht einfach, da in ihrem Beruf heutzutage schon rein körperlich fast Unmenschliches abverlangt wird. Gleiches gilt für Polizistinnen.
 
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Vicky

  • #29
+ unterdurchschnittliche Aufmachung: Auf meinem Gymnasium waren gerade mal eine Handvoll Lehrerinnen, denen man ansah, dass sie sich Mühe bei ihrer Garderobe, ihrer Frisur, ihrem Make up machten (bzw. die überhaupt geschminkt waren). Die meisten hingegen liefen in irgendwelchen ausgeleierten 0815-Jeans und fiesen Stoffhosen, T-Shirts, Pullis, unmöglichen Strickjacken, flachen Tretern oder - schlimmer noch - Birkenstocks rum.

+ rechthaberisch: ja, auch das gibt es wohl sehr oft. Andererseits kann man es ihnen insoweit nicht wirklich verdenken als dass ihre Tätigkeit darin besteht, anderen etwas beizubringen, sie zu belehren und man das im Privaten nicht einfach ablegen kann. Aber das, was Peter123 mit der selektiven Wahrnehmung sagt, stimmt natürlich auch.

+ jammern: ja, auch das kommt oft vor und es stört mich. Ich kenne nur wenige Lehrer, die enthusiastisch von ihrer Arbeit erzählen. Andererseits erlauben sich einfach sehr viele Leute, den Lehrern in ihre Arbeit reinzuquatschen. Das findet sonst bei keinem anderen Berufsstand so krass statt. Zwar war jeder mal Schüler und kennt deshalb die Arbeit der Lehrer aus der Nähe. Aber es ist ein gravierender Unterschied, den Job nur aus Schüler- oder Elternsicht oder aus der Innenansicht zu kennen. Und der Job ist auch schwieriger geworden, da die Eltern immer anstrengender werden und ihre ganze Aufmerksamkeit auf ihre 1,3 Kinder richten.

+ dieser Job schlaucht körperlich und nervlich unheimlich. An vielen Schulen gibt es Klassen, die bis zu 30 Schüler haben. So viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die ständig zur Ruhe ermahnt und zum Mitdenken motiviert werden müssen, das ist wahnsinnig anstrengend. Allein der Lärmpegel, dem Lehrer ständig ausgesetzt sind, ist höher als es in den meisten Berufssparten überhaupt erlaubt ist.

+ vormittags Recht und nachmittags frei haben: Das ist meines Erachtens vor 10 bis 20 Jahren noch der Fall gewesen, heute aber ist das kaum noch so. An weiterführenden Schulen gibt es viele Lehrer, die erst um 3 oder 4 und teils auch noch später zu Hause sind. Zwar haben sie zwischendurch auch mal Freistunden aber die können sie doch kaum nutzen zum Erholen oder Arbeiten. Gerade an guten Schulen wird von Lehrern dann noch erwartet, dass sie spätnachmittags oder abends "freiwillig" AGs usw. anbieten, für die sie oftmals gerade mal eine Aufwandsentschädigung bekommen.

+ Leute, die einen normalen Bürojob haben, können zwischendurch mal aufs Klo, zur Kaffeeküche, zum Rauchen nach draußen: ein Lehrer kann das während seiner Schulstunde nicht. Und die kurzen Pausen gehen auch drauf, weil Schüler noch eine Frage zum Unterricht haben u.ä.
 
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Gast

  • #30
Diese Beobachtung kann ich nicht teilen. Jeder Leher/innen sowie KiGa Frau hatte mind. 1 Kind. Ich kenne praktisch kein Ausnahmen. Vielleicht ist der Fragensteller halt nur der entgegengesetzte andere, welcher einer Statistik zu dem verhilft, was sie ist.

Insgesamt ist doch die Kinderquote in Deutschland mit 1,3 Kindern je Frau extrem niedrig. Warum das so ist, weiß jeder doch ganz gut selbst und spätestens wenn man bei der Planung / Durchführung des Familienaufbaus ist, stellt man Systemlücken fest.
 
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