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Gast

  • #1

Warum muss Frau ihren Körper spüren, bis zur Erschöpfung?

Ich 49 habe mal eine Frage, vielleicht bekomme ich eine Antwort. Meine Freundin, 51,ist immer so kaputt aus gutem Grund. Sie meint, dass sie immer ihren Körper spüren muss...dreimal die Woche Fitnessstudio, zweimal Zumba, dreimal Joggen, Walken und und und...immer Power. Für mich ist das in Ordnung. Jedoch habe ich Angst, dass es bei ihr an die Substanz geht, körperlich (48 kg) und geistig (ständig erschöpft). Ich kenne sie nur so. Sie ist immer "rastlos" bis sie völlig erschöpft ist. Ist das ein typisches "Frauproblem" und wie soll ich damit umgehen. Habe Sorge, dass sie mal zusammenbricht, das weiß sie auch. Sie sagt immer "ich bin so". Hat jemand gleiche Erfahrungen oder vielleicht einen Tipp, wie ich ihr helfen kann
 
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Gast

  • #2
Nein, kein Frauenproblem, ein menschliches Problem. Manche Menschen sind einfach rastlos, egal in welchen Aspekten. Meist laufen sie einfach vor sich davon, mehr oder weniger wörtlich, um die innere Leere zu überdecken. Sie suchen den Rausch der Glücks- und Streßhormone, um ihre Leere aufzufüllen. Was Du für sie tun kannst? Eigentlich gar nichts, im Falle des Zusammenbruches (vorher wird sie sich nicht ändern) schauen, dass sie rasch Hilfe bekommt (Notarzt, Klinik etc.). m44.
 
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  • #3
Ich hatte auch mal das Bedürfnis nach dem vollständigen Auspowern. Ich würde jedoch nie auf die Idee kommen, das in meinem Alltag zu tun. Ich nehme mir dann 3-5 Tage Fitness-Wellness-Urlaub.

Bei deiner Freundin würde ich auf Sportsucht tippen. Ich finde jedenfalls nicht, dass das normales Frauen- oder menschliches Verhalten ist.
w25
 
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Gast

  • #4
Lieber FS, da irrst Du dich, nicht alle Frauen sind so, meistens sind wir gemütlich und kuschelig.
Für mich ist so eine ständige körperliche Erschöpfung wegen zu viel Sport bei dem Partner natürlichen Trennungsgrund. Ich denke, dass es bei so großer Erschöpfung auch die schönste Seite der Partnerschaft leidet. Vielleicht ist das für Deine Freundin nur der Grund, um nicht so oft "in Deiner Nähe" zu sein? Wie "Migräne" bei anderen? Helfen kannst Du gar nicht, das ist wahrscheinlich schon das Thema für eine Therapie. Ich würde an Deiner Stelle eine Freundin in anderer Gewichtsgruppe suchen.
 
  • #5
Hallo FS,

nein, typisch Frau oder ein typisches Frauenproblem ist das nicht. Ich sehe das wie Nr. 1. Du kannst eigentlich nichts tun.
Es klingt nicht so, als würde sie Spaß an der Bewegung haben. Und normalerweise macht Sport richtig fit und nicht erschöpft! Ihr Körpergewicht - ich weiß nicht, wie groß sie ist, spricht auch stark dafür, dass sie an Untergewicht leidet. Ihre Ernährung scheint demnach aber auch nicht entsprechend reichhaltig und ausgewogen zu sein? Hat sie vielleicht eine Selbstwahrnehmungsstörung, d. h. meint sie auch, dass sie andernfalls zu dick werden würde? Vielleicht steckt hinter diesem "zwanghaften Verhalten" aber auch ein ganz anderes psychisches Problem... Dem wirst du kaum beikommen können.
Ist eure Beziehung denn ausgeglichen und seid ihr beide glücklich und zufrieden miteinander? Oder kompensiert sie auch hinsichtlich irgendwelcher Beziehungsprobleme so viel im Sport?
Könntest du mit ihr ruhig darüber reden und würde sie sich auch deine Sorgen und Gedanken anhören und darüber nachdenken? Wenn du da gar nicht an sie herankommst, dann muss es wohl leider erst soweit kommen, dass sie tatsächlich zusammen bricht. Du wirst sie nicht zwingen können ärztliche oder sonstige Hilfe in Anspruch zu nehmen, denn sie meint, dass es gut für sie wäre und es ihr gut ginge - weil sie sonst sowieso "rastlos" wäre...
Die Frage ist, wie lange du damit noch klar kommst und an ihrer Seite bleiben kannst/möchtest...
 
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  • #6
[mod]Der Fs hätte sich die Frage ersparen können, wenn er sich nur mal im Stadtbild umschauen würde. Die meisten Frauen in dem Alter sind leider unsportlich und übergewichtig.

Die Freundin macht m.E. zu viel Sport und wiegt zu wenig. Ich bin selber so eine zarte Person, aber mir geht es mit 3-4 Kilo einfach psychisch besser. Dazu ernähre ich mich seid Jahren sehr gesund, nehme Schüssler Salze, hoch dosiertes Vitamin C und Spurenelemente.

Wenn es der Freundin so schlecht geht, dann sollte sie sich auf jeden Fall vom Arzt untersuchen lassen. Hier scheint ein psychisches Problem vorzuliegen, weil sich dieses bis zur Erschöpfung auspowern müssen, ist absolut nicht gesund bzw. man muss schauen, wie es ihr geht, wenn sie mal eine Weile das Sportprogramm auf viele Spaziergänge reduziert.

Klar ist, hier stimmt was nicht, weil die gesunde Balance nicht da ist. Sprich mit ihr, motiviere sie zum Arzt zu gehen, bzw. sich selber zu hinterfragen, ob sie selber meint, dass diese Rastlosigkeit schon immer so war, oder vielleicht was mit den Wechseljahren zu tun haben könnte. Auch hier gibt es gute pflanzliche Mitte, um innerlich ruhiger zu werden und trotzdem auf gesunden Sport nicht verzichten zu müssen.

w 49
 
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  • #7
So viel Sport klingt behandlungsbedürftig. Beim Yoga spürt man sich auch, ohne Erschöpfung.
Ihr Pensum ist gewaltig. Und nein Frauen im allgemeinen sind nicht so.
w43
 
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  • #8
Und was ist mit Deiner Freundin jetzt nicht in Ordnung?
Sie ist schlank, vermutlich sehr fit und füllt ihr Leben sinnvoll auf. Ist doch wesentlich besser als ein Couch-potato. Das man durch viel Sport angenehm müde (aber auch leistungsfähiger) wird ist normal.
 
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  • #9
Und was ist mit Deiner Freundin jetzt nicht in Ordnung?
Sie ist schlank, vermutlich sehr fit und füllt ihr Leben sinnvoll auf. Ist doch wesentlich besser als ein Couch-potato. Das man durch viel Sport angenehm müde (aber auch leistungsfähiger) wird ist normal.
Lies noch mal richtig. Sie Freundin ist geistig erschöpft, also damit wenig leistungsfähig. Nach einem gesunden Müdesein lesen sich die Zeilen des FS nicht.

Es gibt beim Sport nicht nur auspowern und Couch-Potato, sondern auch einen gesunden Mittelweg.

Ich schliesse mich den anderen Gästen an. Das was die Freundin machen soll, liest sich auf jeden Fall nicht gesund.

w
 
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  • #10
hier der FS:
Zunächst einmal Danke für die Gedanken, die ihr Euch gemacht habt. Ja, es ist nicht gesund, das merke ich ja auch. Das sind ja auch meine Sorgen. Unsere Beziehung ist phantastisch, jeder der hungrig ist, wird auch satt. Ja klar, vielleicht gibt es hier und da auch mal ein zeitliches Problem. Vielleicht noch mal zum Hintergrund, sie war und ist wegen eines Burnouts bereits durch mehrere Behandlungen gegangen, mehr oder weniger mit mäßigem Erfolg. In den Reha's sieht es ähnlich aus...Sport, Bewegung und und und. Wahrscheinlich ein Teufelskreis..... sehr sehr schade.
 
  • #11
@FS Klingt echt nicht gesund, vor allem im Zusammenhang mit dem Burnout. Manche Leute wechseln einfach nur die Droge, um sich nicht konfrontieren zu müssen. Dann ist es halt Sport, statt Arbeit.
Es gibt tatsächlich psychosomatische Stationen, die standardmäßig mit Sport therapieren. Bei jemanden, der in tiefster Erschöpfung ist und so wieso zuviel Sport macht, ist das so was von kontraproduktiv.
Ich bin vor 3 Jahren ausgebremst worden und durfte nichts tun. Ich bin fast explodiert.
Manche Leute müssen aber auch mehrmals und nachhaltig vor die Wand rennen, bis ihnen klar ist, mit wie viel Energie sie sich selbst verletzen.
 
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  • #12
Mir scheint, dass sie erst mit der Arbeit (Burnout), jetzt mit dem Sport vor einem tiefsitzenden, elementaren psychologischen Persönlichkeitsproblem davonrennt. Sie bräuchte dringend eine Therapie. Das ist zu viel Sport, vor allem in dem Alter. Ich bin auch sportlich, aber ihr Pensum ist alles andere als normal.

w, 49
 
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Gast

  • #13
Das klingt ja grauenhaft! Schon die Vorstellung nicht mal auch faul auf der Couch einen Tag abzuhängen, finde ich höchst befremdlich. Ich denke, es ist absolut gut durch Sport seinen Körper fit zu halten, aber die Dosis machts. Wie in allen Dingen. Zu viel von einem ist nie gut, denn dann stimmt die Balance nicht mehr.

Was mir auch noch in den Sinn kam. Manche wollen/müssen immer wieder bis zur Erschöpfung an ihre Grenzen gehen, um überhaupt irgendetwas zu spüren. Sie fühlen sich innerlich leer und fast tot.
Ich würde das schon ernst nehmen, denn die Möglichkeit, dass sie tatsächlich mal umkippt sind recht hoch.
 
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Gast

  • #14
Eigentlich ist das Sportpensum für einen körperlich gesunden Menschen nicht zu viel. Schließlich ist der Mensch ansich der geborene Läufer, hat in der Steinzeit seine Beute zu Tode gehetzt. Und sooo lange ist das evolutionsbiologisch gesehen gar nicht her.
ABER: Deine Frau scheint eben nicht (mehr) körperlich gesund zu sein. Ist denn im Zuge der Burnout-Erkrankung mal gründlich das Blut hinsichtlich aller möglicher Vitamine und Mineralien untersucht worden? Aminogramm?
Wie ernährt sich deine Frau? Viel Eiweiß, genügend Fett und wenig leere Kohlenhydrate?
Oder eher "deutscher Durchschnitt"?
Wer viel schwitzt, braucht z.B. ganz besonders viel Magnesium (das "Salz der inneren Ruhe") und zwar nicht erst, wenn die Waden krampfen. Aber auch alle möglichen anderen essentiellen Stoffe können bei Mangel die verschiedensten Störungen hervorrufen.

Naja,und Körper und Geist gehören nunmal auch zusammen, das hatten andere ja schon angesprochen. Und es gibt tatsächlich auch Sportsucht, keine Frage.

Doch ganz egal, was es ist: So lange deine Frau nicht selbst ein Problem sieht, wird es schwer sein, da was zu ändern.
 
  • #15
Warum willst du dich da einmischen? Sie beklagt sich doch nicht, oder doch? Ich kann das übrigens gut nachvollziehen, weil man sich nach dem Sport einfach nur angenehm ausgepowert fühlt.
 
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  • #16
Lieber FS,
was Du beschreibst, könnte ich sein (w, 55). Ich mache nicht nur so viel Sport, sondern arbeite ebenfalls so viel. Warum?
1. aus Angst, dick und unattraktiv zu werden. Wie oben schon gesagt, die meisten Frauen sind nicht so, sondern eher das Gegenteil. Das wäre mir ein Graus, dann würde mich ja keiner mehr mögen. Ich weiß ja, dass ads nicht stimmt, weil eine Menge Pummels gute Freunde haben, aber die Erkenntnis kann leider mein Verhalten nicht steuern.
2. Du bist jünger als sie,das könnte ein Unsicherheitsfaktor für sie und ein Antreiber sein, was für ihre Attraktivität zu tun.
3. Sie kann sich wirklich nicht spüren, d.h. nur beim völligen Verausgaben spürt sie, dass sie lebt. Das ist bei mir auch so. Das hat Gründe und solange sie vor den Gründen davon läuft und sich ihnen nicht stellt, wird sie sich immer mehr erschöpfen. Deswegen war sie in Rehas und diese haben nicht gewirkt, weil sie auf einem Universalmodell aufsetzen (Aktivität), welches bei ihr kontraproduktiv sind (sie nur schneller beim weglaufen machen).

Ich weiß das alles und schaffe es doch nicht, in einen andere Spur zu kommen, weil die Ruhe nicht zu ertragen ist. Du kanst versuchen, das anzusprechen, sie hinweisen, dass sie sich mit ihren Antreibern befassen und diese in den Griff bekommen muss, weil sie das gesundheitlich nicht schafft. Das ist ein schwieriges Thema. Als Betroffene werde ich leider superzickig, wenn mir das jemand sagt - ist ein Vertrauensproblem. Ich glaube einfach nicht, dass jemand anderer zu meinen Gunsten handeln/denken könnte. Ja, das ist behandlungsbedürftig.
 
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Gast

  • #17
Sie sollte damit mal zum Arzt und abklären, ob eine Schilddrüsenfunktionsstörung vorliegt. Rastlosigkeit, Erschöpfung, Untergewicht könnte auf eine Überfunktion hindeuten. Die Schilddrüse bestimmt unser Temperament und den Stoffwechsel und mit Funktionsstörungen ist nicht zu spaßen.
 
  • #18
Hallo Fs,

nach ja generell ist es eigentlich nicht zuviel Sport- wenn man den denn vernünfitig machen würde.

Sie meint, dass sie immer ihren Körper spüren muss...dreimal die Woche Fitnessstudio, zweimal Zumba, dreimal Joggen, Walken und und und...immer Power. Für mich ist das in Ordnung. Jedoch habe ich Angst, dass es bei ihr an die Substanz geht, körperlich (48 kg) und geistig (ständig erschöpft).
Also aus der Trainingslehre: ständig erschöpft heisst übertraining. Der Körper bekommt nicht genug Zeit (und lockere Trainingseinheiten) um stärker zu werden, im gegenteil man wird immer schlapper. Was Sie offenbar macht ist nicht zuviel sonder zu intensiv. Immer 120% ist nicht nur ungesund sondern-

SUCHTVERHALTEN-

Als Trainer wird man darauf geschult, die Anmerkung "Sie muss Ihren Körper spüren und das geht nur durch ständiges auspowern" ist ein klares Alarmzeichen. Gerne gepaart mit Magersucht (48 kg sind nur akzeptabel bei schmalen Damen nicht über 1,60). Andere ritzen oder trinken, Sie macht überzogenen Sport.

Lieber FS, nimm das Ernst! Normal ist das ganz und gar nicht. Helf ihr und versuche Sie zu einem Arzt zu bekommen um sicherzugehen dass ich mich irre (ich hoffe es, glauben tu ichs nicht).
 
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  • #19
hier FS und Freundin:
Wir haben zusammen Eure Statements gelesen. Dankeeeee schön!!!! Fast jede Aussage hat was. Uns wird nur nutzen, einen Gang runter zu schalten. Wie das gehen kann, deshalb lesen wir auch hier zusammen...Vertrauen und Reden!

Freundin: Danke Euch, so einige Dinge hatte ich verdrängt, die immer wieder hoch kommen. Mir ist bewußt geworden, dass Flucht kein Ausweg ist! Werde meine Aktivitäten irgendwie umleiten müssen, ich denke da an Stundenplan und auch mal wieder Theater oder Museum.... jedenfalls alles, was in den letzten Jahren auf der Strecke geblieben ist. Und...Problem auf den Tisch ... angucken und wieder in die Schublade...damit es wieder auf den Tisch kann, wenns nötig ist. Schön, J, dass Du DU bist.

FS: Tja, das macht man so, wenn man in einem Boot sitzt ;-)