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Gast

  • #1

Warum leidet ein verheirateter Mann wenn sich die Geliebte trennt

Eure Meinungen bitte:
verheirateter Mann (40+) verliebt sich in eine andere Frau. Hat nach eigener Aussage noch nie eine Frau sooooo geliebt (einschl. der eigenen). Hat mit dieser anderen Frau kein Verhältnis, weil diese seine Gefühle nicht erwidert. Jetzt leidet er schon seit Monaten unter der Absage dieser Frau, er wäre ansonsten bereit gewesen, sich von seiner Frau zu trennen. Aber nur dann, denn: Er liebt auch seine Frau, nur nicht so!
Fragen:
Leidet er nur, weil er seine Traumvorstellung nicht verwirklichen kann? Sprich: Sind es die Hormone in der Verliebtheitsphase?
Oder ist er wohl wirklich seiner Traumfrau begegnet? Müsste! wenn es solche Schicksale gibt, es nicht auf Gegenseitigkeit beruhen?
Bringt er lediglich die Aufregung des Neuen mit der langjährigen Liebe zu seiner Frau (die ja auch noch irgendwie besteht (die Liebe)) durcheinander im Hormonrausch und kann sich nicht erinnern, dass er vor langen Jahren die gleichen Gefühle für seine Frau hatte?
Wird er sich von seiner Frau trennen, weil er feststellt, diese Gefühle sind keine Liebe (mehr), wenn ich sie mit den Gefühlen für die andere vergleiche?
Und zum Schluss: Passiert das den Männer öfters?

Bin gespannt auf Eure Antworten.
 
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Gast

  • #2
Das mit der Traumfrau (und in gleichem Masse mit dem Traummann) ist totaler Quatsch, wenn man gar nicht zusammen ist. Zum Traumpartner entwickelt man sich, wenn man zusammen ist und eine wirklich gute Beziehung führt. Wenn mir jemand nach ein paar Jahren versichert, dass er/sie mit dem Traumpartner zusammen ist, dann ist das glaubwürdig. Sich aber in eine angebliche Traumfrau zu verlieben, klingt eher nach Projektion seiner Wünsche ausgelöst aus den Defiziten in der bestehenden Beziehung auf eine Person, die einen fasziniert (Art, Aussehen etc.) Und nein, natürlich muss das nicht auf Gegenseitigkeit beruhen, wieso denn? Die Frau ist wahrscheinlich realistischer als er und kann es allenfalls auch gar nicht nötig, sich mit einem gebundenen Mann einzulassen. Das wiederum verstärkt natürlich die Idee des Mannes, seiner Traumfrau begegnet zu sein erst recht, weil sie nun auch noch unerreichbar ist. Das sind dann die Männer, die gegebenenfalls tatsächlich ihre Frauen verlassen, weil die Hormone verrückt spielen, aber dann nach einigen Monaten reuevoll zurückkehren wollen, wenn sie der Alltag auch in der neuen Beziehung eingeholt hat und sie merken, dass die neue Partnerin halt auch ihre Ecken und Kanten hat.
 
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Gast

  • #3
Ich nehme an, Du bist die "auch, nur nicht so" geliebte Ehefrau.

Generell kann man einen Menschen erst lieben, wenn die Gefühle auch erwidert werden. Vorher ist es nichts als Schwärmerei. Kann schon mal passieren, sollte man(n) aber nicht für Liebe halten.

Ich als Mann finde, man sollte erst dann den Ehebund eingehen, wenn man sich sicher ist, daß es auf der ganzen Welt keine auch nur annähernd so passende Lebensgefährtin für einen gibt.
 
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Gast

  • #4
... sich aber in eine angebliche Traumfrau zu verlieben, klingt eher nach Projektion seiner Wünsche ausgelöst aus den Defiziten in der bestehenden Beziehung auf eine Person, die einen fasziniert.
Das würde ich exakt so unterstreichen. Es ist allerdings kein spezifisch männliches Problem, es kann Frauen (ich kenne mehrere Beispiele dazu) ebenso treffen wie Männer. So etwas passiert genau an einem Lebenspunkt, an dem - aus welchen Gründen auch immer (das können durchaus auch berufliche Veränderungen sein) - die Notwendigkeit einer sehr persönlichen Bilanz entsteht. Wenn dann jemand den Eindruck gewinnt, wesentliche Erwartungen, die er an das Leben hatte, werden nicht erfüllt und können zumindest in der bestehenden Partnerschaft auch nicht mehr erfüllt werden ... dann kann daraus eine Trennung folgen oder ein Verhältnis oder auch eine eher absurd erscheinende Situation wie die beschriebene. Das hängt sicher von der individuellen Persönlichkeit (auch dem persönlichen Mut) ebenso ab, wie von banalen Zufällen.
 
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Gast

  • #5
Meistens stellen die Ehefrauen, die so etwas herausbekommen, solche Fragen.
Sollte es so sein: Wahrscheinlich ist die Ehe normalität geworden und er hat eine Amdere gesehen und fand sie toll. Sie hat es wohl nicht erwiedert und er glaubt jetzt, sie wäre die Traumfrau und würde ihn aus dem Alltag lotsen.
Ist er ein Gewohnheitsmensch bleibt er beim Altbewährten. Für die meisten Männer ist es doch nur wichtig. dass sie wissen, sie hätten irgendwo noch Chancen.
 
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Gast

  • #6
Was ging in mir vor? Es lagen keineswegs Defizite in der immer noch bestehenden Beziehung vor. Von einer MidLife-Crisis ebenso keine Spur, ich war in glücklicher Beziehung. Der Partner hat seine geliebte Art, man hat einst wohlüberlegt eine Ehe geschlossen. Allerdings ist vieles Alltag, dazu können Kinder und Job sehr stressen.

Plötzlich tauschte ein anderer Mensch auf. Der ganz andere Charakter und das Outfit faszinierten. Ein lockerer Flirt schadete scheinbar nicht, tat dem Ego ganz gut. Und schon war es passiert, auf beiden Seiten. Man hat es allerdings auch zugelassen.

Jetzt warte ich schon lange ab bis diese miesen Gefühle endlich vorbei sind. Natürlich ist diese andere Frau keine Traumfrau, der Alltag käme auch mit ihr und sehr wahrscheinlich wären wir nicht kompatibel. Rational ist alles klar, nur lassen sich diese krankhaften Gefühle einfach nicht abstellen. So sind es in meiner verbogenen Wahrnehmung zwei klasse Frauen und manchmal wünsche ich mir die Polygamie.
 
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Gast

  • #7
Mal ganz im Ernst? Und du bist dir auch sicher, dass "dieser Mann" (der dein Mann ist, wie ich mal annehme) auch wirklich die Wahrheit sagt von wegen "sie hat sich nicht in ihn verliebt"?
Würde ich persönlich mal ganz krass anzweifeln, wenn mir meiner so etwas erzählt, aber gut... ich finde es fehlt hier einfach zu viel Hintergrundinformation, um genauere "Prognosen" auf deine Frage abzugeben!

w/27
 
  • #8
Pauschal würde ich sagen, der Mann ist in seiner aktuellen Beziehung unzufrieden oder nicht mehr glücklich, denn, dass er immer noch von einer anderen Frau träumt bzw. jetzt so leidet, obwohl diese andere Frau nichts von ihm wissen will, ist blinde Schwärmerei und lenkt davon ab einmal zu schauen, was sein wirkliches Problem ist. Entweder er bringt den Mut und Verstand auf sich der Realität zu stellen und seine aktuelle Beziehung gemeinsam mit seiner Frau zu reflektieren - was ggf. eine Trennung zur Folge haben könnte - oder aber er bemitleidet sich noch (ewig) weiter - bis er die andere wieder vergisst und alles wie vorher ist...

Ich denke schon, dass man, wenn man schon verheiratet ist, seiner Traumfrau oder seinem Traummann begegnen kann, denn ich glaube, es gibt nicht nur einen möglichen "perfekten" Partner für einen selbst auf dieser Welt.
Doch was ist wahrscheinlicher:
Im Leben zufällig zur gleichen Zeit gleich zwei potenziellen perfekten Partnern zu begegnen und dann in dem wirklichen Dilemma zu stecken, für wen man sich entscheidet? Oder aber dem Traumparnter zu begegnen und sich gleichzeitig eingestehen müssen, dass man den aktuellen Partner vielleicht nie wirklich wollte und aus welchen Gründen auch immer "trotzdem" geheiratet hat, obwohl schon immer Zweifel bestanden oder aber es schon seit einiger Zeit nicht mehr passt oder oder oder?

In diesem Fall ist die Sache aber klar, dass die andere nicht "seine Traumfrau" sein kann, denn: sie will ja nichts von ihm!!! Also wenn man schon von Traumbeziehung und solchen Idealen spricht, dann ist das etwas, was auf Gegenseitigkeit beruht.
Von daher sollte der Mann einmal seine Augen öffnen und sich mit seiner aktuellen Beziehung auseinander setzen. Irgendwo klemmt es da, dass er sich scheinbar (so wie ein Teenie) in ein Idol verliebt und verblendet ist und sich selbst bemitleidet...
 
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Gast

  • #9
Sineeine Behauptung, er hätte sich von der Ehefrau getrennt, wenn die Geliebte seine Gefühle erwidert hätte, glaube ich nicht. Fast alle verheirateten Männer behaupten, sie würden ihre Ehefrau verlassen, aber nur wenige tun es dann wirklich.

Demzufolge denke ich, er leidet, weil er "beinahe" alles gehabt hätte: Eine Geliebte und eine Ehefrau. Jetzt hat er eben nur eine Ehefrau.

w/50
 
  • #10
Mit großer liebe hat das nicht viel zu tun, eher mit einer schönen Phantasie und die wird so schön lange ausgelebt und gelitten, weil sie eben nicht wahr werden kann und auch nicht wirklich soll. Welche Rolle spielst du denn in dieser Geschichte? Ohne weitere Infos kann man nicht viel dazu sagen.
 
  • #11
Mir ist eine Geschichte bekannt von einem verheirateten Mann und einer verheirateten Frau, die vom ersten Augenblick an zueinander hingezogen waren. Sie lernten sich nach und nach besser kennen; er sprach seinen Freunden gegenüber von der "Frau meines Lebens".

Aufgrund eines Missverständnisses (ja, so kann das Leben spielen) dachte er irgendwann, sie würde ihn ablehnen. Dabei hatte sie ihn akustisch schlichtweg nicht verstanden und er ihre Reaktion falsch interpretiert.

Zu diesem Zeitpunkt war sie kurz davor gewesen, ihren Mann für ihn zu verlassen.

Er verschwand aus ihrem Leben.

Die Geschichte ist jetzt bereits einige Zeit her. Soweit mir bekannt, leiden sie beide nach wie vor.

Nein, ich glaube nicht, dass es die Hormone der Verliebtheitsphase sind, die jemanden leiden lassen, sondern der tatsächliche Verlust eines Menschen, der einem gut getan hat. Zwei Menschen, die sich wirklich sehen und trotzdem lieben, das ist sehr selten. Es schafft eine Vertrautheit, die fast die gleiche Qualität hat wie eine intime Familienverbindung.

Ganz streng kann man es sicherlich auch eine Form von tiefer, narzisstischer Kränkung nennen. Aber ist Liebe nicht ohnehin immer eine Form von Narzissmus? Ich denke, das zu leugnen, tut der Liebe unrecht. Wer um einen tiefen Verlust trauert, hat das Gefühl, gerade amputiert worden zu sein. Eine tiefe Liebe ist immer auch Teil eines Selbst.
 
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Gast

  • #12
Ja, kenne ich. Meiner hat sich gegen die Geliebte und für unsere Familie entschieden und seitdem leidet er nun auch seit Monaten... selbst schuld das ich mir das antu, ich weiß!
Wahrscheinlich wäre es besser für ihn gewesen, die Affäre gelebt zu haben, dann bleibt es nicht auf ewig eine idealisierte, traumhafte Vorstellung zweier perfekt zueinander passender Seelen... *Augen verdreh*

w 38
 
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  • #13
Also, ich 40 (+), bin seit 20 Jahren verheiratet und habe seit ein paar Wochen ein Geliebte.
Sicher ist es auch das Neue was mich anspricht.
Ich habe längere Zeit mit dieser Frau zusammen gearbeitet.
Irgendwie habe ich sie dann auch als Frau wahr genommen und es hat sich langsam etwas zwischen uns entwickelt.
Vielleicht gibt die Frau mir im Moment genau das was ich möchte. Die Wünsche und Vorstellung unseres Lebens ändern sich mit der Zeit nun mal.
So egoistisch sich das auch anhören mag, ich will dieses Neue leben. Unabhängig davon wohin es führen wird. Es ist auch nicht fair meiner Frau gegenüber, ich weiß aber ich werde auch niemals sagen, dass ist nur Sex und hat nichts zu bedeuten.
Es fehlt etwas was ich in dieser Form suche und liebe Frauen macht euch nicht die Gedanken, dass es immer an Euch liegt wenn Männer fremd gehen. Auch wenn es "Eure" Männer sind es ist und bleibt so, jeder ist der Regisseur seines Lebens egal in welcher Konstellation er lebt.
 
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  • #14
Ich bin auch lange verheiratet und hatte vor zwei Jahren eine Frau kennengelernt in die ich mich sehr verliebt hatte. Trennung und Scheidung war nicht drin wegen Kinder und Firma / Finanzen. So zog sie an mir vorbei ...
 
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  • #15
Ehe schützt vor (außerehelicher) Liebe eben nicht, auch wenn Frauen sich das so gern einreden. Wenn eine andere Frau einen wirklich beschäftigt, ist die Liebe zur Ehefrau weg, auch wenn man das nicht so ehrlich sagt. Was einen dann noch hält sind finanzielle Zwänge - es sei denn, die Ehefrau war auch bereit, zu arbeiten, und die Kinder, es sei denn, die Ehefrau sieht davon ab, den Mann mit den Kindern zu erpressen. Die Männer, die die ideale Ehefrau zuhause haben, die nämlich versteht, dass Liebe endlich ist und bereit ist, sich auf eigene Füße zu stellen und ihr Glück zu suchen, trennen sich von der Ehefrau (und bleiben ihr freundschaftlich verbunden), der große Rest bleibt bei der Ehefrau, verliert ihr gegenüber immer mehr an Respekt und Liebe und weiß, was er verloren hat.
 
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