• #1

Warum haben so viele Frauen Angst davor, einen Mann »durchfüttern« zu müssen?

Immer wieder lese ich in Kontaktanzeigen von Frauen: »Suche Mann, der mit beiden Beinen im Leben steht.« Auf meine Nachfrage, was damit gemeint sei, höre ich häufig: »Ich will doch keinen Mann, den ich durchfüttern muss.«
Warum haben Frauen so wahnsinnig Angst davor, an einen Mann zu geraten, den »sie durchfüttern« müssen? Rein statistisch müsste es doch genau umgekehrt sein: Viele Männer arbeiten in Jobs, in denen sie mehr verdienen als Frauen (was ihnen ja oft genug zum Vorwurf gemacht wird), Frauen geraten häufiger in Armut als Männer. Aber warum höre ich nie von Männern, dass sie Angst haben, auf eine mittellose Frau zu treffen und sie »durchfüttern« zu müssen? – Meine letzte Freundin lebte von Hartz IV, da sie ein paar Jahre gesundheitliche Probleme hatte. Wo ist da das riesengroße Problem? Man kann doch auch ohne viel Geld eine glückliche Partnerschaft pflegen. Solange man nicht jeden vierten Tag in die Oper, ins Restaurant oder ins Kino geht, bricht Frau/Mann bei einem durchschnittlichen Verdienst kein Zacken aus der Krone, eben den anderen Partner mit einzuladen. Man muss ja dann nicht gleich dem Partner oder der Partnerin unterstellen, er oder sie wolle sich »durchfüttern« lassen. Was ist das für ein trauriges Menschenbild?
 
  • #2
Ich glaube, dass das irgendwie immer noch ganz tief gesellschaftlich verwurzelt ist. Von Männern wird doch häufig erwartet, dass sie zumindest eine Teilversorgerrolle übernehmen.

Bei mir ist es zum Beispiel umgekehrt. Mein Mann ist beruflich gesehen ein Bruchpilot und durch Zahlung von Alimenten ist er quasi mittellos. Deshalb ist er nicht ungebildet oder ein schlechter Mensch. Ich liebe ihn sehr und wir führen eine tolle, liebevolle Ehe.
Ich verdiene sehr gut und wir haben dadurch einen sehr gehobenen Lebenstandard. Das geht nur durch mein Geld. Dafür ernte ich aber meistens Unverständnis. Und das nicht zu knapp.

Was ich aber zugeben muss, ist, dass es für mich nur im Überfluss funktioniert. Wenn ich nicht so viel Geld habe, dass es mir wurscht ist noch jemanden mitzufinanzieren und ich deshalb auf irgendetwas verzichten müsste, würde ich das auch nicht machen.
 
  • #3
Dahinter steckt letztendlich eine Projektion. Die idealtypische Frau ist hypergam, d.h. sie bevorzugt Partner aus einer höheren sozialen Schicht als der eigenen, d.h. sie will durch Partnerwahl ihren Lebensstandard steigern. Auf keinen Fall will sie ihn dadurch senken. Sie mutet ihm zu, was sie für sich ablehnt. Das umtreibt sie derart, dass sie es schon anlasslos mittels der zitierten Formelsprache in die Profiltexte schreiben.
 
  • #4
Das hängt damit zusammen, das erfolgreiche Männer allgemein als attraktiver gelten; ein gutes Einkommen und geregeltes Leben erhöhen den Status eines Mannes. Man könnte hier jetzt wieder Ewigkeiten über Geschlechterverhältnisse und Stereotypen reden -- Frauen schauen auf Geld/Erfolg und Männer auf Jugend/Schönheit, ein altes Thema ...
 
  • #5
Na, die Frage scheint dich ja ganz schön umzutreiben, die hast du doch vor wenigen Wochen schon mal in leicht abgewandelter Form gestellt.

Es gibt Schmarotzer bei beiden Geschlechtern, die sich ins gemachte Nest setzen und so lange von ihrem Wirt / ihrer Wirtin profitieren, bis dem oder der ein Licht aufgegangen ist, dass er oder sie augenutzt wird vom Feinsten.

Da bis vor wenigen Jahrzehnten der Mann für die Frau "sorgen" musste, hat das bei Frauen nur eine längere Tradition. (Dabei hat die Frau genauso viel gearbeitet wie ihr Mann, nur eben unentgeltlich.)

Jedes Paar muss doch für sich selbst entscheiden, welcher Lebensstandard es sein soll. Das sehe ich übrigens wie du, man muss nicht ständig ausgehen. Aber wenn deine Freundin selbstverständlich erwartet hätte, dass du alles finanzierst, wärest du vielleicht auch ins Grübeln gekommen.

w 55
 
  • #6
Vermutlich haben die Frauen vielerlei Gründe für so einen Wunsch. Erstens, aus dem eigenen Mangel an Geld wünschen sie sich dadurch indirekt einen spendablen Mann, der sie auch mitversorgen könnte. Zweitens, Männer mit wenig Geld haben ja oft ganz andere Probleme noch, Selbstwert ect...sowas möchte sich eine bewusste Frau auch nicht antun.

Mir selber ist es absolut egal, was ein Mann verdient, da ich mehr als genug habe. Grosszügig in jeder Hinsicht sollte ein Mann dennoch sein, von Herzen. Sonst würde es trotzdem nicht passen, weder mit viel Geld noch mit wenig. Und er sollte Fülle spüren und Dankbarkeit für das, was er hat, auch wenn es Hartz 4 ist. Dann ist es egal für mich, was er hat oder nicht hat. Nur wer kann das in einer Welt, die ohne Status nicht kann?
 
  • #7
Gilt für Männer und Fraun gleichermaßen. Bei Frauen kommt noch ihr Rollenbild hin zu, welches schwache Männer ablehnt .

Wenn starke finanzielle Einschränklunegn bestehen, kann man auch viele schöne Dinge nicht machen.

Dahinter steckt kein besonders schlimmes Menschenbild, sondern einfach die Befürchtung, in der Lebensführung stärker eingeschränkt zu sein.

Der Parter kann so lieb sein, wie er will, manche Beschränkungen welche sich durch finanzielle Engässe ergeben kann er nicht kompensieren oder aufheben.
 
  • #8
Das Thema kommt mir bekannt vor von einem Thread, der vor kurzem hier gestartet wurde.

Warum haben Frauen so wahnsinnig Angst davor, an einen Mann zu geraten, den »sie durchfüttern« müssen?
Ich denke mal, die hatten schon mal so einen Mann, und das war keine angenehme Erfahrung.
Viele Männer arbeiten in Jobs, in denen sie mehr verdienen als Frauen (was ihnen ja oft genug zum Vorwurf gemacht wird), Frauen geraten häufiger in Armut als Männer. Aber warum höre ich nie von Männern, dass sie Angst haben, auf eine mittellose Frau zu treffen und sie »durchfüttern« zu müssen?
Du schreibst es doch selbst: Die Männer verdienen mehr, und nee, das wird nicht IHNEN zum Vorwurf gemacht, sondern der Gesellschaft. Also diese Männer haben genug übrig, noch wem was abzugeben.
Frauen, die noch Kinder wollen, und Frauen, die schon Kinder haben, die schnell mal krank werden können und durch Betreuung einen Arbeitsausfall der Frau "bewirken", können sich einen Mann nicht leisten, den sie "durchfüttern" müssten. Und einer, der gerade mittellos ist, bleibt das vielleicht, weil er sich eingerichtet hat im Leben und keine Lust mehr hat, das zu ändern. Davor haben die Frauen Angst. Das sieht alles nicht nach Entwicklung in gemeinsame Zukunft aus.

Man kann doch auch ohne viel Geld eine glückliche Partnerschaft pflegen.
Stimmt. Aber 1. ist "ohne viel Geld" was anderes, wenn BEIDE wenig mitbringen und es sich nett machen, als wenn einer nichts mitbringt und der andere sein Bisschen dauerhaft reduzieren soll, und 2. wenn jemand meint, die Wahl zu haben zwischen "Mann mit mehr Geld" und "Mann, der vielleicht durchzufüttern ist", wählt er bzw. sie ja vielleicht doch den mit dem Geld zum Kennenlernen aus, weil man mit ihm besser eine gemeinsame Zukunft planen kann. WENN man sich verliebt.

bricht Frau/Mann bei einem durchschnittlichen Verdienst kein Zacken aus der Krone, eben den anderen Partner mit einzuladen.
Ja, aber bei jemandem, der das schon als Dauervoraussetzung mitbringt und vielleicht sogar als Einstellung "du kannst mir doch was abgeben?!" hat, und wo noch gar nicht raus ist, ob man sich auch in ihn verlieben kann - man lernt ihn ja erst kennen -, sagen manche Frauen eben gleich "nein".

Einige Frauen werden auch die Erfahrung gemacht haben, dass Männer, die weniger Geld als sie haben, eklig zu Frauen werden können, weil die Männer so abhängig sind und sich wie Loser fühlen. Deswegen riskieren sie nicht noch mal so eine Partnerschaft.
 
  • #9
Ja aber vergessen Sie bitte nicht das es selbst mit Kino Oper usw. nicht getan ist, ich habe es oft unterschätzt, dass es ein permanenets Problem ist, wenn der andere NICHTS hat und nichts mitmachen kann. Es nagt an einem. Es geht nicht nur um Einkaufen des täglichen Bedarfs, es geht um Urlaube, Veranstaltungen, Miete und Anschaffungen jeglicher Art einschliesslich Auto und das Gefälle ergibt nach einigen Jahren einen sechstelligen Betrag, den man niemals wieder sieht. Und die Problematik reissen Sie ja schon an, wenn der Mann mehr verdient kommt er klar, bis auf die zeitliche Schiene, die ich beschreibe. Wenn die Frau mittel verdient und alleinstehend Kinder hat, kann sie sich dieses risiko nicht leisten und es ist absolut legitim einen "Mann mit beiden Beinen.." haben zu wollen und nicht einen arbeitlosen Lebemann.
 
  • #10
Für mich bedeutet auf Augenhöhe auch eine ähnliche finanzielle Situation. Wenn ich so viel Geld hätte, dass ich auf nichts verzichten müsste wenn ich einen Mann durchfüttern muss, wäre es mir auch egal. So viel Geld habe ich aber nicht obwohl ich gut verdiene. Wenn ich schon lange in einer Partnerschaft bin und der Partner kommt- aus welchen Gründen auch immer- in eine Notsituation, unterstütze ich ihn natürlich. Leider können die meisten Männer zwar damit leben, dass die Frauen mehr arbeiten, aber nicht damit, dass sie mehr verdienen. Die Emanzipation hört bei den Männern auf wenn die Frau mehr verdient. Habe ich in einer früheren Partnerschaft erlebt, und da ich in einem typischen Männerberuf arbeite erlebe ich es auch im Berufsleben. w58
 
  • #11
Ich weiß nicht, ob man diesen Hinweis gleich als "wahnsinnige Angst" überinterpretieren oder ein "riesengroßes Problem" daraus machen sollte. Auch bedeutet es ja nicht im Umkehrschluss, dass sich die fragliche Frau von dem Mann aushalten lassen möchte.

Für mich klingt dies schlicht wie eine Beschreibung der persönlichen Präferenzen.

Der Grund liegt dann vermutlich in vergangenen Erfahrungen, die einer lernfähigen Frau gezeigt haben, dass gewisse Voraussetzungen einfach nicht zielführend sind:
- Arbeitslosigkeit oder hoffnungslose Verschuldung gehen oft mit deutlichen psychischen Problemen einher und verlangen auch der Belastbarkeit der Frau in vielerlei Hinsicht einiges ab. Diese muss dann oft die Mutterrolle einnehmen, was nicht jeder Frau unbedingt gefällt.
- Wenn einer sein Leben nicht auf die Reihe bekommt, wie will er dann eine Partnerschaft auf die Reihe bekommen? Vielfach wird ja verlangt, dass die Frau bitteschön alle Probleme lösen soll, die sich der Mann im Lauf seines Lebens selbst eingebrockt hat.
- Es macht ganz einfach keinen Spaß, ständig für jemand anders mitbezahlen zu müssen. Außerdem kann so auch keine Beziehung auf Augenhöhe entstehen.
- Männer, die niemals Geld bei sich haben, sind schlicht nicht sexy.

Sicherlich kann man von wenig Geld leben. Aber auch das sollte nicht nur von der Frau kommen. Eine Frau ist ja nun keine Milchkuh.
 
  • #12
Warum haben Frauen so wahnsinnig Angst davor, an einen Mann zu geraten, den »sie durchfüttern« müssen?
Stimne deinem gesamten Beitrag zu! Es steckt immer noch zu 99% in den Knochen, wie es umgekehrt immer war, der Mann soll das Finanzielle heranschaffen und dafür sorgen, das höre ich im Zeitalter des 21. Jhd. immer noch sehr oft von jungen Frauen!
Rein statistisch müsste es doch genau umgekehrt sein: Viele Männer arbeiten in Jobs, in denen sie mehr verdienen als Frauen (was ihnen ja oft genug zum Vorwurf gemacht wird), Frauen geraten häufiger in Armut als Männer. Aber warum höre ich nie von Männern, dass sie Angst haben, auf eine mittellose Frau zu treffen und sie »durchfüttern« zu müssen?
Weil Männer anders konditioniert sind ganz einfach, Frauen achten darauf, was der Mann hat, was der Mann studiert hat, was der Mann beruflich macht, welche Fehler er in der Rechtschreibung macht, was er insgesamt bringt, umgekehrt ist das kaum der Fall!
Frauen suchen den Mann schon sehr bewusst rational aus, umgekehrt hingegen läuft das beim Mann eher unbewusst emotional! Das wird auch meist missbraucht und erzeugt später große Beziehungs-Probleme!
Meine letzte Freundin lebte von Hartz IV, da sie ein paar Jahre gesundheitliche Probleme hatte. Wo ist da das riesengroße Problem? Man kann doch auch ohne viel Geld eine glückliche Partnerschaft pflegen.
Das Problem liegt an zwei verschiedenen Denkweisen, du wirst auch hier lesen können, dass Frauen dir das sogar bestätigen, heißt aber noch lange nicht, dass diese eine solche Rolle einnehmen würden!
Solange man nicht jeden vierten Tag in die Oper, ins Restaurant oder ins Kino geht, bricht Frau/Mann bei einem durchschnittlichen Verdienst kein Zacken aus der Krone, eben den anderen Partner mit einzuladen. Man muss ja dann nicht gleich dem Partner oder der Partnerin unterstellen, er oder sie wolle sich »durchfüttern« lassen. Was ist das für ein trauriges Menschenbild?
Es ist genauso wie du es beschreibst und es ist, wie es ist, leider haben wir ein trauriges Menschenbild insgesamt, die Menschlichkeit ist auf der Strecke geblieben, durch das materialistische fremd konditionierte EGO Denken, EGO - Karrieredenken usw.! Es sind mehr Narzissten und Energie Vampire unterwegs als man denkt!
 
  • #13
Ein Grund fuer "Ich fuettere keinen Mann durch" koennte auch sein, dass wir Frauen es uns muehsam erkaempft haben, arbeiten und Karriere machen zu duerfen. Ich gehoere einer Generation an, wo die Frauen zwar keine Arbeitserlaubnis ihrer Ehemaenner mehr brauchten, um berufstaetig sein zu duerfen, aber die noch gefragt wurden, ob sie es "denn noetig haetten" zu arbeiten (Ende der 60er Jahre).
Ich hatte es nicht noetig, wollte aber nach der Geburt der Kinder nach einigen Jahren wieder berufstaetig sein. Zum Glueck fand ich eine tolle Halbtagsstelle bei der Stadt, spaeter ganztags. Das rettete mich bei der nicht vorgesehenen Scheidung. Haette ich dann einen Mann kennengelernt, den ich haette "durchfuettern muessen" haette ich ihn nicht genommen, denn ich hatte mir nicht meine Karriere aufgebaut, um dann jemanden durchziehen zu muessen. Als ich meinen 2. Mann kennenlernte, achtete ich sehr wohl darauf, dass auch er die noetige "Aussteuer" mitbrachte. Bei der Rente waren wir dann beide froh, nicht knapsen zu muessen.
 
  • #14
Dahinter steckt letztendlich eine Projektion. Die idealtypische Frau ist hypergam, d.h. sie bevorzugt Partner aus einer höheren sozialen Schicht als der eigenen, d.h. sie will durch Partnerwahl ihren Lebensstandard steigern. Auf keinen Fall will sie ihn dadurch senken. Sie mutet ihm zu, was sie für sich ablehnt. Das umtreibt sie derart, dass sie es schon anlasslos mittels der zitierten Formelsprache in die Profiltexte schreiben.
Es klingt zwar unschön, aber ich denke, dass das im Grunde zutrifft.
Abgesehen von der aktuellen wirtschaftlichen Situation in Deutschland, die m.E. Frauen - im Vergleich zu anderen Ländern - schon recht gute Chancen einräumt, sich ein unabhängiges Leben aufzubauen, steckt denke ich immer noch die Evolution tief drin, ob man will oder nicht. Frauen können jederzeit schwanger werden, da machen die 50 Jahre Pille keinen Unterschied, was tief in den Hirnstrukturen und in der Kultur drinsteckt. Und wer schwanger werden kann, ist jederzeit potentiell hilfsbedürftig, d.h. man braucht für Krisenzeiten einen Beschützer und nicht noch jemanden, den man beschützen muss.
Und auch wenn man sich rational davon freimachen kann (Pille, guter Verdienst etc.), gilt das eben nur für einige Frauen, die in Millionen Jahren gewachsenen Strukturen kann man nicht einfach wegwischen.
Ich persönlich würde mir niemanden suchen, der schon in normalen Zeiten
  • depressiv
  • wirtschaftlich von Eltern abhängig
  • unselbstständig in Lebensentscheidungen.
ist. Wenn dies im Laufe der Beziehung durch eine Krisensituation geschieht, hält man zusammen, aber wer schon in normalen Zeiten nix aufbauen kann, was soll ich mit so jemandem? Ich könnte ehrenamtlich Menschen helfen, aber mit denen würde ich keine Beziehung eingehen.
Mein Freund hat kein Auto und verdient nicht deutlich mehr als ich, ich brauche kein Alphatier oder einen Abteilungsleiter. Aber obwohl sein depressiver, arbeitsloser Bruder optisch attraktiver ist, würde ich (hätte ich ihn unabhängig kennengelernt) vor einer Beziehung Reißaus nehmen.
W35
 
  • #15
Tja, wir Frauen suchen uns in jungen Jahren einen Mann der uns in der Zeit, wo die Kinder noch klein sind, sicher durchbringen kann. Da hätte ich auch keinen brauchen können der faul und orientierungslos sein Leben lebt. Eine Mehrfachbelastung durch einen Mann der nix mit Heim bringt tut sich freiwillig keine Frau an. Warum sollte ich als Frau auch so dumm sein. Ich weiß ja nicht welche Altersgruppe du ansprichst, das würde mich mal interessieren. Ansonsten ist das auch so eine Frage wie - Warum suchen sich Männer immer nur die hübschen Frauen aus - sag jetzt bitte nicht, nein, das machen Männer nicht.
 
  • #16
ich denke, es liegt eher daran, dass die Frau insgeheim eben das schwächere Geschlecht ist, da sie nun mal schwanger werden kann. Dies allein schwebt ihr im Hinterkopf und wenn dann der potentielle Partner den Eindruck macht, er könne sie in dieser Zeit nicht unterstützen, ist der Mann raus.
Für mich kommen keine Männer in Frage, die einen niedrigeren Lebensstandard haben als ich und wo absehbar ist, dass ich eher in der Rolle der Unterstützerin bin. Arbeitssuchend ohne Auto und in 1 Zimmer Wohnung lebend er Mann wäre zum Beispiel eine Kombi, die mich eher abschreckt, wenn es um Familiengründung geht. Ich bin selber leider gesundheitlich angeschlagen und ein Partner, der noch dünnhäutiger ist als ich, wäre eher problematisch.

Frauen verdienen in der Regel weniger, sind nach SS in Mutterschutz und ob sie je wieder Vollzeit zu den vorigen finanziellen Konditionen arbeiten kann, weiß sie nicht. Die Konkurrenz schläft nicht, denn während sie ihr Kind bekommt, stehen unzählige junge Frauen in den Startlöchern und wollen ihren Job. Ich finde, sie geht damit ein hohes Risiko ein und sie kann auch noch AEZ werden, somit ist gar keine Vollzeitarbeit mehr möglich in den ersten Jahren.

Bindungsfähige und beruflich sicher dastehende Männer sind in der Regel früh in festen Beziehungen und rasch verheiratet, tauchen auf dem Datingmarkt nie wieder auf.

Von daher kann ich verstehen, dass Frauen sehr gut prüfen, mit wem sie sich näher einlassen. Es kommt, denke ich, auch auf die Zukunftspläne an.
Eine lockere Beziehung zu haben, wird wohl möglich sein, aber Familiengründung und Eigentum anschaffen würde ich nur mit jemandem wollen, der seriös ist und Sicherheiten aufweist.
 
  • #17
Das kann ganz vielfältige Gründe haben. Meistens sind es Frauen und Männer, die von irgendjemanden vielleicht schon mal ausgenutzt wurden, finanzielle Einbußen hatten und jetzt, im fortgeschrittenen Alter, kein Interesse mehr haben, sich um ihren Lebensstandard Sorgen machen zu müssen.
Mir zB hat niemand etwas geschenkt, meine Familie hat mich ausgenutzt und mein Ex-Mann war bei unserer Scheidung alles andere als fair, ich habe mich nicht streiten wollen und habe dann auf alle Ansprüche verzichtet. Ich habe sehr hart gearbeitet und immer nur geschaut, dass es anderen gut geht. Natürlich, selbst schuld. Aber gerade deswegen möchte ich jetzt mein Leben genießen und nicht immer wieder jemanden sponsern müssen, der sich dann auf meine Kosten ein schönes Leben macht. Das gilt natürlich nicht wenn jemand unverschuldet in blöde Lage geraten ist. Aber ich will weder irgendwelche Ex-Frauen quasi quersubventionieren noch möchte ich jemanden, der sein ganzes Geld gerne für die Ex-Familie ausgibt und für uns keinen müden Cent berappen will.
Insbesondere wenn man selbst in normalen Verhältnissen lebt, vielleicht noch finanzielle Verbindlichkeiten hat, ist das Geld sehr schnell weg wenn der andere nichts beiträgt.
Mir war es in meinen schlimmsten Schulden-Zeiten immer wichtig, dass mein Partner sich nie ausgenutzt fühlt und dass ich selbst mich nicht wie eine Schmarotzerin fühle.
Lieber FS, ich verstehe deinen Gedankengang und sehe es grundsätzlich so wie du. Aber im fortgeschrittenen Alter haben manche Menschen sehr unschöne Erfahrungen machen müssen, die sie buchstäblich teuer bezahlt haben und nun ihren nahenden Lebensabend sorgenfrei verbringen möchten. Hinter solchen Aussagen steht immer eine Geschichte. Bei Frauen UND Männern.
 
  • #18
Anders rum gefragt. Warum antwortet der Mann auf so eine Anzeige. Das würde ich gar nicht erst machen. Natürlich sollte man niemanden ausnutzen. Vor allem nicht in der Beziehung. Da spielt es auch keine Rolle ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt. Aber gleich im Vorhinein so eine Anzeige zu schreiben ist ein Nogo.
 
  • #19
Erfahrung .. dass Männer, die weniger Geld als sie haben, eklig zu Frauen werden können...und sich wie Loser fühlen.
Ja, ich. Immer wieder. Sie haben gerne versucht, mich kleinzumachen, um sich selbst besser zu fühlen.
Mein jetziger Freund ist der erste, der ehrlich stolz auf mich ist und es neidlos anerkennt, dass ich erfolgreicher bin.

Und er ist der erste, der mich null ausnutzt.
Der darauf besteht, abwechselnd zu bezahlen, wenn wir Essengehen und auch seine Hälfte unseres Urlaubs zu bezahlen etc.
Alle davor haben sich nicht lange geziert, wenn ich gesagt habe, 'laß mal, kein Problem' und dann mein Portemonnaie zückte.
Auch nicht die, mit denen ich zusammen wohnte und die sich daran nicht oder kaum beteiligten.

Meine Mutter lebt noch extremer mit ihrem dritten Ehemann nun schon seit 30 Jahren zusammen.
Alles, komplett alles gehört ihr ( außer seinen Klamotten, seiner Zahnbürste und seinem dicken Auto ).
Sie bezahlt komplett alles, außer dem Blumenstrauß, den er ihr zum Geburtstag schenkt und seinen Zigaretten. Und dem Bier, das er jeden Abend in der Kneipe trinkt.
Sie macht komplett die ganze Arbeit, außer dass er sich selbst die Zähne putzt ( ach nee, er hat ja keine mehr, aber früher ).
Und trotzdem will er der Chef sein, oder sagen wir, er ist sicher, dass er es ist. Und so behandelt er sie.

Und DAS ist eben der Unterschied.
Wenn der Mann die Frau aushält, ordnet sie sich unter und wahrscheinlich trägt sie ihr Schärflein in Naturalien bei, z.B. Hausarbeit oder Beine-breitmachen. Mit diesem Deal können einige Männer wohl leben.
Umgekehrt können Frauen mit Männern, die sie aushalten müssen, eben nicht so gut leben ( naja, Ausnahmen wie immer ausgenommen, meine Mutter und ich leben ja noch ), außer wenn diese sehr lieb sind und die Beziehung richtig schön und gut ist.
So wie hier einige beschrieben haben.
Ich hätte kein Problem damit, einen Mann komplett zu finanzieren, wenn er das anerkennen würde. Kann ich mir aber beim besten Willen nicht vorstellen.
Selbst mit meinem Freund würde das nicht gehen, weil er den ganzen Tag schrauben würde und ich müßte beim Nachhausekommen erst mal den Haushalt machen.

w 52
 
  • #20
Jeder, egal ob Mann oder Frau hat gewisse Mindestvoraussetzungen an eine Partnerschaft.
Dass ich mir nicht von vornherein einen Arbeitslosen aussuche, ist für MICH selbstverständlich. Wenn es jemand WÄHREND der Partnerschaft wird und ich ihn durchaus auch mal unterstütze, kein Thema!
Aber ich möchte vermeiden, mir einen Problemfall zu angeln. Unter Helfersyndrom leiden insgesamt mehr Frauen, dementsprechend haben sich sicher viele schon plötzlich in einer dauerhaften Helferrolle wiedergefunden. Auch ich kenne das und möchte dem natürlich vorbeugen.
Die Freizeitaktivitäten halten sich bei Hartz 4 ja auch in Grenzen. Und welche Frau will dauernd verzichten oder für ihn mitbezahlen?
Mein Statement lautet diesbezüglich: mich muss keiner aushalten, aber genauso wenig möchte ich einen aushalten müssen.
Ein größerer Urlaub im Jahr, mehrmals Kurzurlaub, einmal die Woche essen gehen, das sind für mich Standards, die ich mir leisten kann und dasselbe erwarte ich von meinem Partner.
Das alles wäre mit einem Mindestlöhner nicht gegeben, es käme zu Frust meinerseits, wenn ich immer verzichten soll, obwohl ich es möchte und mir auch leisten kann.
Es soll mir mit Partner besser gehen als ohne. Ansonsten würde sich die Partnerschaft erübrigen.
 
  • #21
Es gibt mehr von solchen Männern, als man glauben mag. Vielleicht kommen sie gerade aus einer Ehe, sind finanziell total ausgelutscht und müssen noch Alimente zahlen.

Ich hatte mal vor vielen, vielen Jahren, einige Treffen mit so einem Herren.
Ich muss dazu sagen, dass ich schon immer sehr, sehr gut verdient habe. Und rein menschlich gesehen war er ein ganz, ganz toller Mensch. Aber es war dann halt z.b. beim Einkaufen immer etwas problematisch. Kannst du mal eben kurz? ich habe mein Portemonnaie vergessen. Kannst du mir noch eine Schachtel Zigaretten mitbringen?

Ein Ereignis, dass für mich das Fass zum Überlaufen brachte, war folgendes.

Es war ein traumhaft schöner Sommertag und ich fragte, ob wir nicht etwas unternehmen wollen. Nein, er hatte kein Geld. Und er wollte mich ja auch mal einladen, et cetera. Ich habe dann vorgeschlagen, dass wir uns am Maschsee treffen können, um dort einfach nur die Füße ins Wasser zu halten. Daraufhin bekam ich zur Antwort, er hätte die 3,20 € für das Straßenbahn Ticket nicht.

Und obwohl wir uns sehr gut verstanden haben und ich ihn auch wirklich mochte war das für mich seinerzeit der Anlass, das Kennenlernen nicht weiter fortzuführen. Zumindest nicht auf Beziehungsebene. Wir sind befreundet geblieben und wir verstehen uns wirklich sehr, sehr gut. Aber in Sachen Kohle hat sich bei ihm seit zehn Jahren nichts geändert.
 
  • #22
Aber warum höre ich nie von Männern, dass sie Angst haben, auf eine mittellose Frau zu treffen und sie »durchfüttern« zu müssen?
Och doch. Als langjährige Leserin dieses Forums habe ich oft genug solche männlichen Ängste wahrgenommen. Der Wortlaut war dann eher in Richtung "auf der Tasche liegen". Und es gab vereinzelt Männer, die es kaum erwarten konnten, dass die Frau nach der Geburt des Kindes so schnell wie möglich wieder an die Arbeit kommt. Geld verdienen.

Nach den Erfahrungen hier im Forum tut es den meisten Männern eher nicht gut, finanziell abhängig von der Frau zu sein. Das käme einem Unterlegensein gleich. Daraus folgen nicht selten Komplexe und die üblichen Machtgeschichten (Selbstwert der Frau schwächen etc.). "Auf Augenhöhe" ist in dieser Konstellation besonders schwierig.
 
  • #23
Die idealtypische Frau ist hypergam, d.h. sie bevorzugt Partner aus einer höheren sozialen Schicht als der eigenen, d.h. sie will durch Partnerwahl ihren Lebensstandard steigern.
Ist das so verwerflich? Frauen sind für den Fortbestand der Art zuständig. Dann ist es doch ganz natürlich, einen Partner zu wollen, der gute Voraussetzungen schafft, die Kinder bestmöglich großziehen zu können.

Die Natur lässt auch immer nur die Stärksten überleben und sich fortpflanzen, schwache und kranke Lebewesen werden ausgesondert oder dienen als Futter.

Früher war's der Mann der am stärksten war und am besten zur Jagd und zum Schutz geeignet, heute sind es eben welche, die gutes Geld verdienen.

Natürlich ist elterliche Liebe und Fürsorge am wichtigsten, aber ohne Geld erreicht man nun mal weniger für die Kinder, die Kinder haben schlechtere Chancen im Leben.

Ein guter Nachhilfelehrer kostet Geld, und es ist sicher für die Kinder auch optimaler, wenn die Mutter nicht voll arbeiten geht, sondern sich besser um sie kümmern und sie fördern kann.

Ich weiß wovon ich rede und was ich meinem Kind nicht bieten konnte, trotz Vollzeitjob. Und ich denke, dass vielleicht so manches in ihrer Ausbildung einfacher gelaufen wäre, wäre mehr Geld und mehr Zeit da gewesen und sie heute ein besseres Leben führen könnte.

Ich denke für einen Mann ist es nicht wesentlich, was die Frau für einen Job hat oder ob sie gleich viel verdient ,weil ihre gesellschaftliche Aufgabe als Frau eben eine andere ist als die des Mannes.
 
  • #24
Es gibt Schmarotzer bei beiden Geschlechtern, die sich ins gemachte Nest setzen und so lange von ihrem Wirt / ihrer Wirtin profitieren, bis dem oder der ein Licht aufgegangen ist, dass er oder sie augenutzt wird vom Feinsten.

Da bis vor wenigen Jahrzehnten der Mann für die Frau "sorgen" musste, hat das bei Frauen nur eine längere Tradition. (Dabei hat die Frau genauso viel gearbeitet wie ihr Mann, nur eben unentgeltlich.)
w 55
Möglicherweise ist aber sogar das Durchfüttern im wörtlichen Sinn gemeint. Vielleicht haben diese Frauen einfach keine Lust als unentgeltliches Reinigungspersonal, Köchin und Frau+ gesehen zu werden. Manche haben nunmal das Bild, die Frau fürs Leben sollte gut kochen und ihn in seinem öffentlichen Leben umsorgen können. In diesem wörtlichen Sinne durchfüttern zu sollen, verschreckt frau mit beruflicher Herrausforderung möglicherwiese derart, dass sie noch nicht einmal reißaus nehmen will, sondern erst gar nicht unter solchen Bedingunhen kontaktiert werden möchte.

Frauen haben sich auch in der konservativen Rollenverteilung jedenfalls in den wohl seltensten Fällen "durchfüttern" lassen. Sie haben nur unentgeltlich Kindererziehung und Haushalt sowie das private "Eventmanagement" übernommen, unentgeltlich hatte dann auch automatisch die Konseuquenz der fehlenden Altersvorsorge oder anderer finanzieller Absicherungen, d.h. Abhängigkeit, die er nicht hatte. Etwas zynisch, das "durchfüttern" zu nennen, nicht? Im Gegenzug müsste man wörtlich dann ja auch davon sprechen, dass sie ihn damals wohl durchgefüttert hat, während er sich woanders alle Freiheiten hätte nehmen können aufgrund der finanziellen Unabhängigkeit... Aber sowas unterstellt ja auch keiner automatisch den meisten damaligen Männern, oder? Denn das wäre eine ziemlich verkürzte Sicht auf die Dinge, nicht?
 
  • #25
Naja, ich denke das liegt daran, dass klassisch viele Frauen immaterielle "Güter" mit in die Beziehung bringen. Durchschnittlich leisten sie..egal ob verheiratet oder nicht... im gemeinsamen Haushalt 70% der Arbeit (kochen, putzen, einkaufen, Pflege...).

Dass eine Frau dann nicht auch noch Bock hat, finanziell angesaugt zu werden, finde ich verständlich.
Ich hatte neulich so n Pärchen als Klienten: sie verdient alles Geld, backt, kocht, putzt etc.
Er macht nichts. Bedauert sich nur selbst, weil kein Job.

Tatsächlich wollte ich aber auch als Mann nicht unbedingt die Frau finanzieren. Aber ehrlich gesagt: diejenigen Männer, die dies tun, lassen sich dann in der Regel auch ihre Socken gratis von ihr waschen.

Es sollte halt unterm Strich ausgewogen sein.

Ich hatte einmal! einen Mann als Freund der kaum Geld verdiente. Es hat mich nicht gestört.
Aber ihn. Er musste dann Fremdgehen, um mir, der Ärztin, zeigen zu können, wer oben und wer unten ist. Seitdem bin ich skeptisch solcher Konstellation gegenüber.
 
  • #26
Lieber Sven, hier melde ich mich mal zu Wort, meines Zeichens tragisch kuriert von meiner Nächstenliebe und von meinem Helfersyndrom.

Meine letzte "Partnerschaft", für die habe ich mir den Arsch aufgerissen. Zum Abschied bestätigte er mir auch, ich hätte für ihn mehr getan, als er für mich. Nett formuliert für "so gut wie gar nichts".

Nach den Beziehungsdynamiken muß ich Dir leider sagen, dass immer derjenige der subdominante, also der unterlegene ist, der mehr gibt. Glaubst Du nicht? Ich inzwischen schon.

Niemand mag es, wenn er bei jemanden in der Schuld steht. Das schafft ein Ungleichgewicht und wenn jemand Schluss macht, dann meist derjenige, der weniger gibt. Und so war es dann auch.

Inzwischen werde ich bei solchen Themen hellhörig. Da hörte ich von einer Studie, die Beziehungen auf Augenhöhe mit zwei eigenständigen, unabhängigen Partnern die größte Haltbarkeit attestiert, die viel gerühmte Augenhöhe.

Du siehst lieber Sven, ich bin nicht mehr nett. So wird man, wenn man viel gegeben hat und dann dafür noch einen Tritt bekommen hat. Das verdaut sich nicht so leicht, war aber gutes Lehrgeld für mich. In Zukunft werde ich sehr vorsichtig sein, was nicht heißt, dass ich meinem Partner nicht helfen würde. Er ist aber jemand, der so lebt, dass er das gar nicht braucht, so, wie ich auch.
 
  • #27
Na, es sind doch schon gute Gründe genannt worden.
Junge Frauen mit Kinderwunsch oder AEs können es sich kaum leisten, neben den Kindern auch noch den Mann zu finanzieren. Genauso wird es den meisten Rentnerinnen gehen.

Männer haben im Durchschnitt mehr Geld als Frauen. Du sprichst von Ausnahmen.

Männer haben oft ein Problem mit Partnerinnen, die mehr Geld haben.

Im Klischee hat der Mann den Status und die Frau die Schönheit, Lebensfreude etc.
Was ist der Tausch, wenn die Frau mehr Geld hat. Ist der Mann dann noch in seiner Polarität?
 
  • #28
Ist das so verwerflich? Frauen sind für den Fortbestand der Art zuständig. Dann ist es doch ganz natürlich, einen Partner zu wollen, der gute Voraussetzungen schafft, die Kinder bestmöglich großziehen zu können.
Ich will auf Deine sozialdarwinistische Antwort meinerseits sozialdarwinistisch antworten:

Natur kennt keine Moral - gut. Männer sind für den Fortbestand der Art zuständig. Da ist es doch ganz natürlich, den Samen streuen zu wollen und eine möglichst weite Verbreitung des Erbguts zu erreichen. Der Mann muss seine wirtschaftlichen Ressourcen deshalb zuvörderst dafür einsetzen, stets weitere Frauen dazu zu bringen, mit ihm zu schlafen.
 
  • #29
Ich auch. Nicht nur in Beziehungen, auch in Freundschaften und sogar familiär.

Es ist eben so, dass das Rollenverhältnis und das Machtgefälle in Beziehungen, was in vielen Menschen drin sitzt, auch wenn sie was anderes sagen. Und Frauen kriegen immer noch die Kinder und fallen eine Zeitlang als Verdiener aus.

Ich denke, die Ansicht "XY spielt doch keine Rolle" (wobei XY Geld, Karriere, Schönheit, Intelligenz, Bildungsabschlüsse ... sein kann) kommt durchaus schon mal von Leuten, die "Besitzlose an XY" sind und es aber gern hätten. Natürlich nicht immer, aber gerade beim Geld: Wer fühlt sich nicht geiler, wenn er Freiheit durch Geld hat, Bestätigung von "der Gesellschaft" bekommt durch Anerkennung seiner Arbeit. Außerdem: Der mit dem Geld hat die Macht.
Eklig wird es, wenn man es dem Partner neidvoll missgönnt. Da gibt es doch sicher Schwachpunkte, in die der Missgünstige stechen kann, damit beide wieder auf gleichem Selbstwertniveau sind.

Mein Ex hat damals meine Arbeit so behandelt, als sei das nur Assistenztätigkeit für ihn, und auch anderweitig gezeigt, dass ER derjenige mit dem Geld und der Karriere sein will, es sei denn, ich schaffe erstmal mit in seinen Augen "niedrigen" Tätigkeiten und dem darausfolgenden Verdienst ne Grundlage, von der aus er seine Karriere planen kann. Bei allem Guten, was die Beziehung mir brachte - diese Abwertung war reines Machotum.
Der Mann, mit dem ich Anfang 20 zusammen war, hat sich kaputtgelacht, als ich sagte, dass ich vielleicht Mathe studieren will. Und mir das Schachspiel entgegengeschmissen, weil er immer verloren hat.
Ich hatte auch angenommen, mein Vater würde sich drüber freuen, dass ich ein naturwissenschaftliches Fach studiere. Aber es machte ihm Konkurrenz, weil es SEIN Fachgebiet war, habe ich gemerkt. Aber mein Bruder hätte es gern studieren können.
Ich glaube auch, wenn Du die Privatbemerkung erlaubst, Dein Vater hatte so seine Probleme damit, dass seine Tochter so supererfolgreich wurde.
Diese Männer verweigern Anerkennung, denn sie haben ein Problem mit dem weiblichen Geschlecht. Vielleicht, weil der Mann ein bescheidenes Frauenbild durch die Mutter vermittelt bekam und immer noch an ihren Fäden hampelt. Vielleicht wollen die in jeder Frau den übermächtigen Einfluss ihrer Mutter, den sie innerlich fühlen, bezwingen.

Die Beziehung Deiner Mutter finde ich krass. Ja, die Ansagen sollen immer noch dem Mann vorbehalten sein, obwohl er NICHT der mit dem Geld ist. So ähnlich wie bei mir.
Aber ich grüble gerade, ob das in Ehen, wo der Mann viel Geld verdient und die Frau wenig bis nichts, auch solche Neid-Dynamiken gibt. So in Richtung "bring das Geld nach Hause, aber mach dich doch nicht wichtig mit deinen Berufserfolgen. HIER findet das richtige Leben statt, mach dich einmal nützlich und stell Teller hin".
 
  • #30
Ich will auf Deine sozialdarwinistische Antwort meinerseits sozialdarwinistisch antworten:

Natur kennt keine Moral - gut. Männer sind für den Fortbestand der Art zuständig. Da ist es doch ganz natürlich, den Samen streuen zu wollen und eine möglichst weite Verbreitung des Erbguts zu erreichen. Der Mann muss seine wirtschaftlichen Ressourcen deshalb zuvörderst dafür einsetzen, stets weitere Frauen dazu zu bringen, mit ihm zu schlafen.
Wer kann es einer da noch verdenken, wenn ihr der Appetit auf die holde Männlichkeit ordentlich vergangen ist... Das ist ja die Wahl zwischen Cholera oder Pest. Gut, dass frau sich das heute auch im wahrsten Sinne des Wortes leisten kann.