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  • #31
Die Überzeugung, dass regelmäßiger Sex lebensnotwendig ist, wird heutzutage überall dargestellt und von allen Seiten genährt und als Realität übernommen. Ich kann sie auch vielen Beiträgen hier entnehmen (zb Zitaten wie: "sexlose Beziehung? Warum dann überhaupt Beziehung?").

Die Frage, warum eine "Beziehung", wenn kein Sex, ist durchaus berechtigt, und hat nichts damit zu tun, ob Sex überlebensnotwendig ist oder nicht.

Warum denn eine Beziehung, wenn einem der Sex nicht gefällt? Dann könnte man doch genauso gut den Sex ganz weglassen, und eine Freundschaft führen? Die Frauen erkaufen sich aber etwas mit dem Sex in solchen Fällen. Das ist alles. Und da sie nicht zugeben, was sie sich erkaufen, ist es so paradox, dass sie einerseits sagen, Sex sei nicht so wichtig, andererseits aber ab und zu Sex mit ihrem Partner haben, denn sonst hätten sie einfach eine Freundschaft, eine WG, und würden es nicht zwanghaft zur "Beziehung" machen wollen. Oder sagen solche ehrlich zu dem Partner, ich hätte gerne eine Beziehung, aber ohne Sex? Nein, ab und zu geben sie Sex, um etwas dafür zurückzubekommen. Und das ist der Kuhhandel, den manche zu Recht kritisieren. Und wenn der Mann eine Frau findet, mit der er mehr als das für den Handel nötige erleben kann, geht er natürlich. Das ist einfach nur die logische Folge.
 
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  • #32
" Warum gehen Viele Kompromissbeziehungen ein ? "

Weil Viele nicht allein sein können. Sie glauben,
das Leben ist alleine weniger wert. Grund dafür ist,
daß sie mit sich selber kaum etwas anfangen können,
weil sie zu lethargisch sind.

M,30
 
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  • #33
Warum gehen viele Kompromissbeziehungen ein?

Weil es unterm Strich gesehen die einzige Form ist die zwischenmenschliche Beziehungen, Verträge, Absprache, geben und nehmen , Freundschaft , Arbeitsverhältnissen und Ausgleich der Verschiedenheit von Männer und Frauen auf längere Sicht verschafft.

m47
 
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  • #34
Gast 31, auch ich bin bereits einmal eine Kompromiss-Vernunftbeziehung eingegangen und hätte er aus privaten Gründen (Pflege seiner Mutter) seinen Lebensmittelpunkt nicht auf einen anderen Kontinent verlagern müssen, so würden ich (und er) dies immer noch von Herzen gerne tun. Es gab für uns beide niemals eine bessere Zeit, alles (alltägliches Zusammenleben, Sex etc.) war durchschnittlich in Ordnung und für uns genau richtig so. Ich weiß wie sich eine Beziehung mit deutlich mehr Leidenschaft und Gefühlen anfühlt, strebe diese allerdings nicht zwingend nochmals an.
Ich liebe es für mich alleine zu sein, benötige nicht zwangsläufig einen Partner an meiner Seite, bin sehr aktiv, wissbegierig und lebensfroh, kein bißchen Lethargie auch auf Seiten meines damaligen Partners. Ich halte es schlichtweg für eine Typsache, so wie ein jeder Mensch seine Präferenzen hat. Gerade weil wir beide zahlreiche Interessen im Leben pflegten war es uns sehr willkommen privat alles deutlich gemäßigter, vernünftiger gestalten zu können. Was ist daran verwerflich? Ich würde Kompromissbeziehungen nicht grundsätzlich so negativ betrachten. Auch längst nicht ein Jeder lebt seine ultimative Berufung in seinem Job aus. Daran stört sich hingegen kaum einer. Warum dann in der Liebe? Es gibt auch kleinere Zuneigungsformen, welche das Leben dennoch ungemein bereichern können. Ich verstehe nicht warum sich Außenstehende daran stoßen sofern dies aktuell - natürlich in beidseitigem Einverständnis- Jemand so leben möchte.
w, 30
 
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  • #35
Warum gehen viele Kompromissbeziehungen ein?

Weil es unterm Strich gesehen die einzige Form ist die zwischenmenschliche Beziehungen, Verträge, Absprache, geben und nehmen , Freundschaft , Arbeitsverhältnissen und Ausgleich der Verschiedenheit von Männer und Frauen auf längere Sicht verschafft.

m47

Das halte ich für ein Gerücht. Das ist ein eigener ernüchterter Blick auf andere übertragen.

Warum sollte man keine Absprachen einhalten können, wenn man auf jemanden wirklich steht? Warum sollte man keine Freundschaft ohne Sex führen können? Warum sollte man mit Verschiedenartigkeiten unter Menschen nicht sowohl in Freundschaften als auch in leidenschaftlichen Beziehungen umgehen können?

Es ist absoluter Unsinn, die reine Zweckbeziehung nun auch noch als das Nonplusultra des Zusammenlebens zwischen Mann und Frau zu betrachten.

Das, was in eine Zweckbeziehung führt, ist ein festgefahrener Blick, der sagt: Nur so kann ich mit einer Frau/ mit einem Mann zusammenleben. Mit den wirklichen Empfindungen und Gefühlen hat das aber gar nichts zu tun. Natürlich kann man auch nach gutem Sex zuverlässig miteinander umgehen. Natürlich hat man auch einfach mal Sehnsucht nach einem guten Freund/einer guten Freundin. Aber manche haben so ein festgefahrenes Bild im Kopf, wie sie mit dem anderen zusammenleben müssten, dass sie ihre Bedürfnisse gar nicht sehen.

Im übrigen ist das abtörnend, und wenn man mit der Haltung an die "Suche" herangeht, dass man eine Beziehung brauche, weil sich das so gehört, weil das DIE Methode des Zusammenlebens (und arbeitens!?) ist, dann bekommt man in keinem Fall mehr als eine Zweckbeziehung. Solche Leute sind von Anfang an verschlossen gegenüber jeglicher Leidenschaft. Oder zu phlegmatisch, dafür etwas zu tun.
 
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  • #36
FS

In einem Buch las ich mal Menschen gehen aus unterschiedlichen Gründen
eine Beziehung ein, die große Liebe ist einer der wenigsten Gründe.
Das mag so stimmen und wie erwähnt im Umfeld höre ich oft "ernüchternde" Geschichten von Paaren.

Selbst meine Großmutter sagte mir als Teenager einmal, es gibt keine große Liebe, nur die Sehnsucht danach.

Plausibel, dennoch kommt für mich eine Partnerschaft nur aus Liebe infrage, aus diesem Grunde bin ich wohl auch schon so lange Single,
denn wegen Vernunft, Zweck, oder Hauptsache-man-hat-jemanden, könnte ich mich nicht verbiegen. Dazu bin ich zu ehrlich zu mir selbst, evtl. habe ich es auch nicht so notwendig, dass ich mich auf dieses "Niveau" ziehen lasse.

Hier wird soviel von Liebe, dem Richtigen und es muss Klick machen geschrieben und am Ende kommt die Zweckgemeinschaft heraus, ach, nee wie toll (Ironie an).
 
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  • #37
Selbst meine Großmutter sagte mir als Teenager einmal, es gibt keine große Liebe, nur die Sehnsucht danach.

Hier wird soviel von Liebe, dem Richtigen und es muss Klick machen geschrieben und am Ende kommt die Zweckgemeinschaft heraus, ach, nee wie toll (Ironie an).

Und da hat Ihre Großmutter Recht gehabt!

Das meiste Unglück entsteht doch heute gerade daraus, dass alle die "große Liebe" suchen die es jedoch gar nicht gibt - anstatt wie bei allem im Leben einfach Kompromisse einzugehen und sich zu arrangieren.

Früher in der ganzen Menschheitsgeschichte stellte sich dese Frage überhaupt nicht,d a es ums nackte Überleben ging - Liebe ist ein reines Luxusprodukt die unrealistisch ist und deshalb letztlich nur zu Unglück führt.

Ähnlich naiv wäre es den "absoluten Traumjob" zu suchen ohne jeden Kompromiss und lieber in Armut zu leben als nur einen mm davon abzuweichen.
 
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  • #38
Und da hat Ihre Großmutter Recht gehabt!

Das meiste Unglück entsteht doch heute gerade daraus, dass alle die "große Liebe" suchen die es jedoch gar nicht gibt - anstatt wie bei allem im Leben einfach Kompromisse einzugehen und sich zu arrangieren.

Früher in der ganzen Menschheitsgeschichte stellte sich dese Frage überhaupt nicht,d a es ums nackte Überleben ging - Liebe ist ein reines Luxusprodukt die unrealistisch ist und deshalb letztlich nur zu Unglück führt.

Ähnlich naiv wäre es den "absoluten Traumjob" zu suchen ohne jeden Kompromiss und lieber in Armut zu leben als nur einen mm davon abzuweichen.

FS
Also wenn es die große Liebe nicht gibt, sondern nur Arrangements für den Alltag bleibe ich bewusst und gerne Single.
Ich möchte nicht jede morgen neben einem Menschen aufwachen und denken, eigentlich wollte ich was anderes.

Gerade daran zerbrechen soviele Beziehungen, nicht aus Liebe, sondern weil es nur ein Arrangement war, denn Liebe hält stand, ein Arrangement findet sich immer, Liebe nicht.
 
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  • #39
Gast 31, auch ich bin bereits einmal eine Kompromiss-Vernunftbeziehung eingegangen und hätte er aus privaten Gründen (Pflege seiner Mutter) seinen Lebensmittelpunkt nicht auf einen anderen Kontinent verlagern müssen, so würden ich (und er) dies immer noch von Herzen gerne tun. Es gab für uns beide niemals eine bessere Zeit, alles (alltägliches Zusammenleben, Sex etc.) war durchschnittlich in Ordnung und für uns genau richtig so. Ich weiß wie sich eine Beziehung mit deutlich mehr Leidenschaft und Gefühlen anfühlt, strebe diese allerdings nicht zwingend nochmals an.
Ich liebe es für mich alleine zu sein, benötige nicht zwangsläufig einen Partner an meiner Seite, bin sehr aktiv, wissbegierig und lebensfroh, kein bißchen Lethargie auch auf Seiten meines damaligen Partners. Ich halte es schlichtweg für eine Typsache, so wie ein jeder Mensch seine Präferenzen hat. Gerade weil wir beide zahlreiche Interessen im Leben pflegten war es uns sehr willkommen privat alles deutlich gemäßigter, vernünftiger gestalten zu können. Was ist daran verwerflich? Ich würde Kompromissbeziehungen nicht grundsätzlich so negativ betrachten. Auch längst nicht ein Jeder lebt seine ultimative Berufung in seinem Job aus. Daran stört sich hingegen kaum einer. Warum dann in der Liebe? Es gibt auch kleinere Zuneigungsformen, welche das Leben dennoch ungemein bereichern können. Ich verstehe nicht warum sich Außenstehende daran stoßen sofern dies aktuell - natürlich in beidseitigem Einverständnis- Jemand so leben möchte.
w, 30

Hier Gast 31,

tja, ich lebe aber nunmal die ultimative Berufung aus und wenn ich mich für jemanden interessiere, bin ich auch offen und will mich ganz und gar mitteilen. Ich bin ja auch kein halber Mensch !? Ich pflege sehr gern tiefgehende Freundschaften mit allem drum und dran, da gibt es keine Geheimnisse, aber man ist trotzdem frei und fühlt sich nicht angebunden, sondern frei und unabhängig . Diese Ebene mag ich sehr.
 
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  • #40
Nach 8 Jahren des Singledarseins (unterbrochen von gelegentlichen Beziehungsversuchen) habe ich mich (zum Glück) daran gewöhnt, alleine zu leben, dank sehr schöner Freundschaften, einer lebendigen und entspannenden Freizeitgestaltung und ja-ab und zu einem Liebhaber.Denn guten Sex genieße ich sehr, selbst wenn er mit Liebe viel schöner wäre.
Da ich mich nicht mehr intensiv verlieben kann, überlege ich schon gelegentlich, ob ich mich nicht mit einer gemütlichen Kompromißbeziehung arrangieren sollte, um nicht als seltsame Schrulle zu enden..nun ja..abgesehen davon, dass man auch und gerade in Partnerschaften seltsam werden kann, da unglücklich, bleibt da ein grosses Problem: der Sex.
Entweder ich müsste mich dann überwinden (immer wieder, unvorstellbar!), oder Fremdgehen (fände ich wenig nett und Lügen sind anstrengend),oder den armen Mann hinhalten.
Fazit: das wird nichts. irgendwie schade-aber ich bin nicht der Typ dafür.
(W/45)
 
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  • #41
FS
Gerade daran zerbrechen soviele Beziehungen, nicht aus Liebe, sondern weil es nur ein Arrangement war, denn Liebe hält stand, ein Arrangement findet sich immer, Liebe nicht.

Also ich möchte auch keine Zweckbeziehung führen und würde, ebenso wie Du, lieber den Rest meines Lebens als Single verbringen. Aber an dem oben zitierten habe ich trotzdem starke Zweifel. Geliebt habe ich schon einmal ... und es war trotzdem die Hölle (bin jetzt wegen guter Führung vorzeitig draußen). Ich vermute, Arrangements halten tatsächlich länger stand als Beziehungen die auf schwammigen Dingen wie bspw. Liebe, Träume, Hoffnung oder Pudding gebaut sind.

Vermutlich ist das Singledasein ohnehin die sinnvollste Form der Partnerschaft. Man hat genug Zeit für Freunde und Hobbies und wenn man doch mal Lust auf Zweisamkeit bekommt, ist YouPorn nur einen Klick entfernt. Eigentlich perfekt.
 
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  • #42
Ich vermute, Arrangements halten tatsächlich länger stand als Beziehungen die auf schwammigen Dingen wie bspw. Liebe, Träume, Hoffnung oder Pudding gebaut sind.

Darüber würde ein gelegentlicher Panoramablick hinweghelfen: Wenn man mit der großen Liebe Krach, Unstimmigkeiten hat, sich auch mal bewusst machen, was man an der großen Liebe eigentlich hat, und nicht übergroße Erwartungen stellen, die man dann, beim Kompromissding gar nicht erst hat. Das ist paradox, lieber das Schlechtere zu nehmen, weil man dann nicht erst Erwartungen stellt, anstatt die große Liebe auch mal zu reflektieren. Das ist möglich. Man isst ja auch nicht jeden Tag nur noch Wasser und Brot, weil beim Gourmetessen nachher etwas nicht stimmt, was einen enttäuschen könnte. Wäre das gleiche paradoxe Prinzip.
 
  • #43
FS
Also wenn es die große Liebe nicht gibt, sondern nur Arrangements für den Alltag bleibe ich bewusst und gerne Single.
Ich möchte nicht jede morgen neben einem Menschen aufwachen und denken, eigentlich wollte ich was anderes.

Gerade daran zerbrechen soviele Beziehungen, nicht aus Liebe, sondern weil es nur ein Arrangement war, denn Liebe hält stand, ein Arrangement findet sich immer, Liebe nicht.

Wenn dauerhafte Liebe so einfach zu finden wäre, dann wären wir alle glücklich. Denn jeder sucht danach. FS, du bist nicht die erste und letzte.. aber sicherlich noch jung ;-)

Du siehst das ganze ein bisschen zu einfach. Es gibt nicht nur reine Liebes- oder reine Kompromissbeziehungen...viele Beziehungen fangen mit großen Gefühlen an und enden irgenwann in einer mehr oder weniger lieblosen Beziehung die nur noch ein Kompromiss ist. Dann gibt es auch Menschen, die sich mit großen Gefühlen die Finger verbrannt haben und jetzt froh sind, eine Person zu haben, mit der sie eine stabile, angenehm Beziehnung haben, ohne große Leidenschaft aber auch ohne Gefahr großer Verletzungen.. Was ist daran verwerffich? Alles kann man nicht haben, weder im Job noch in der Liebe oder sonst wo.
Die Liebe ,wie sie viele suchen, gibt es oft, hält in den meisten Fällen aber nur ein paar Monate oder Jahre, aber nicht auf Dauer, das ist eine Utopie. vor allem heute, wo gemeinsame Werte nicht mehr so bedeutsam sind und keiner mehr auf den anderen angewiesen ist. Das ist die Kehrseite des Wohlstands..man kann gehen, wann man will.
Es gibt wenige Beziehungen, die auf dauerhafter Liebe beruhen...das sind dann meistens die Menschen die begreifen, dass Liebe nicht vollkommen ist, sondern das Ergebnis harter, täglicher Arbeit. Das bedeutet, seinen Partner zu wollen, mit Fehlern und negativen Umständen... auch wenn er krank ist, auch wenn das Aussehen nachlässt, der Sex schlecht und auch der Alltag grau und langweilig wird, oder der knackige Nachbar einem schöne Augen macht..und die harte Arbeit ist daran, an der Beziehung zu halten, trotz Eintönigkeit, trotz wiederkehrender Probleme oder großen Versuchungen, die auf der Arbeit, im Freundekreis oder sonst wo lauern..die Beziehung wieder mit Leben zu füllen und zusammenzuwachsen , das gute an seinem Partner zu sehen.. also sein bestmöglichstes zu tun..und nicht nur ein Tag, eine Woche oder ein Monat, sondern Jahre, Jahrzehnte..immer wieder aufstehen...
Wer von heute hat den bitte schön diese Demut, diesen Willen und dieses Durchhaltevermögen?!
 
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  • #44
Wer von heute hat den bitte schön diese Demut, diesen Willen und dieses Durchhaltevermögen?!

Ach, genug. Meist welche, für die die Beziehung nicht von Anfang an nur ein Kompromiss war. Einen Menschen mit seinen Fehlern zu lieben und etwas durchzustehen, finde ich nicht besonders schwer, wenn es einmal passte. Beobachte ich auch bei einigen Paaren. Meist temperamentvollere Leute, die auch offen aussprechen, wenn ihnen etwas nicht passt, anstatt ständig sich und andere zu belügen.

Aber auf Leute, die von vornherein mit dem Motto "besser als nichts" oder "Das Perfekte gibt es nicht" an die Partnerschaft herangehen, habe ich persönlich schlicht auch keine Lust (bin nicht die FS). Das stimmt ja auch überhaupt nicht, wenn man sich auf seine Gefühle einlässt, und der Partner passt, fühlt es sich perfekt an. Später kann es in liebevolle, familiäre Liebe übergehen, die man auch nicht einfach aufgibt. Es ist etwas komplett anderes, Entwicklungen in der Beziehung mitzumachen, und nicht bei jedem Piep aufzugeben, als von vornherein nüchtern, desillisioniert und leidenschaftslos zu sein.
 
  • #45
... Das ist paradox, lieber das Schlechtere zu nehmen, weil man dann nicht erst Erwartungen stellt, anstatt die große Liebe auch mal zu reflektieren. Das ist möglich. Man isst ja auch nicht jeden Tag nur noch Wasser und Brot, weil beim Gourmetessen nachher etwas nicht stimmt, was einen enttäuschen könnte. Wäre das gleiche paradoxe Prinzip.
Das finde ich sehr schön ausgedrückt. Und ich freue mich dass es neben der FS auch noch andere gibt, die das Thema genauso sehen. Denjenigen die sich vermeintlich realistisch orientieren, möchte ich gerne mitgeben: Die Realität ist das was wir uns schaffen. Etwas nicht zu beginnen weil man befürchtet es sowieso nicht zu erreichen und daher dessen Nicht-Existenz zu erklaren ist schon ein bisschen schade.

Meine Großmutter nahm auch meinen Groißvater als zweite Wahl. Irgendwie haben sie es immer hingekriegt, auch Liebe zu schenken an Kinder und Enkelkinder. Sie sagte einige Zeit nachdem er gestorben war: Diese letzten Jahre in denen ich alleine lebe, sind meine schönsten Jahre. Ich finde, das tut verdammt weh und würde mir verdammt weh tun, so etwas jemals sagen zu müssen. Vielleicht ist das mit ein Grund warum ich genau das was andere hier als erstrebenswert beschreiben, wirklich nicht anstrebe: Kompromiss. Diverse Eigenheiten akzeptieren, wenn man liebt, gerade diese Eigenheiten sogar lieben, ist ein anderes Ding, ebenso wie sich so zu organisieren dass es allen beiden gut geht.

Ein ziemlich guter Paartrainer hat mal zusammengefasst: Kompromisse töten Beziehungen .

Und zwar deshalb, weil bei einem Kompromiss KEINER der Beteiligten das bekommt, was er möchte.

Bei den meisten heisst ein Kompromiss, dass jeder ein bisschen aufgibt. Wenn man dann bei 80 oder 70 oder vielleicht 60% Glücklichsein steht ... zu was führt das denn am Ende? Zu Glück und Kraft daraus wohl eher nicht.

Lieber habe ich wenige Momente an denen ich 100% Glück oder Zufriedenheit spüren darf als viele, die immer unbefriedigend sind. Nebenbei fühlt sich keine Einsamkeit so einsam an wie die, bei der ein vermeintlicher Partner (physisch) anwesend ist. Ich denke, das kennen einige.

Und noch etwas: die Zeit, die man in unechten Beziehungen verbringt, sind die Zeit in der man auch erst vielleicht sich selbst ein wenig, und dann, mit etwas Glück, den "richtigen" Partner hätte finden können anstatt sich mit Frustrationen bis hin zur Aufgabe jeglichen Glaubens an Liebe vollzustopfen.

Vielleicht ist der oder die einem genau da über den Weg gelaufen, als man aus Gründen der unbefriedigenden aber existierenden Beziehung dies nicht wahrnehmen oder zulassen konnte. Ansonsten wären wir wieder beim Warmwechsler-Thema; aber vielleicht gehören diese beiden ja auch zusammen.
 
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  • #46
FS, hast du deine Bekannten denn (besonders dann, wenn sie dir etwas bedeuten) auch einmal gefragt wie es um ihre Lebenszufriedenheit steht? Denn das eigene Glücklichsein ist finde ich der einzig akzeptable Parameter welchen man hierbei ansetzen kann. Laut formulierter Fragestellung ordnest du ihre Beziehungslage als äußerst desaströs ein. Aber haben sie sich dir gegenüber denn tatsächlich jammernd geäußert, evt. um Ratschläge gebeten wie aus ihrer misslichen Privatsituation ein Ausweg zu finden sei oder sehen sie diese Form des Zusammenlebens keinswegs als ausschließlich „dröge“ an wie du es selbst für dich einschätzen würdest? Wie würden sie sich ohne ihre jeweiligen Partner an ihrer Seite fühlen? Nur dann wenn der persönliche Nutzen für beide und die Freude daran insgesamt nicht mehr überwiegen sollten sie meinem Empfinden nach tatsächlich eine Veränderung aktiv anstreben. Geurteilt seitens Außenstehender wird leider oft allzu rasch.
Ich persönlich finde es wunderbar heutzutage die Wahl zu haben zu welcher Lebensform mit welchen möglichen Kompromissen ich selbst bereit bin und diese Entscheidung sorgfältig anhand individueller, höchst unterschiedlicher Bedürfnisse abzuwägen (tut man dies nicht auch nach einer Weile bei großer Verliebtheit? Auch bei einem innig geliebten Partner treten oft Wesenszüge zutage welche man nicht unbedingt zu schätzen vermag, mit welchen man evt. überhaupt nicht rechnete. Es muss sich hierbei nicht immer um ein willentliches Ja oder Nein handeln, oftmals sendet unser Unterbewusstsein ja sogar noch viel ausschlaggebendere Signale für oder gegen einen Menschen).
Ich finde es riskant ein Leben lang auf die alles in den Schatten stellende, unvergleichlich große, leidenschaftliche Liebe, welche nicht von dieser Welt zu sein scheint zu warten, bei der dann gemäß Wunschtraum bei Vielen auch kein einziger kleiner Kompromiss mehr vonnöten ist. Ein dauerhaftes Singlesein ob solcher Warterei erscheint nicht gänzlich unwahrscheinlich. Doch auch dies ist eine Option- möge ein Jeder handeln wie es ihm beliebt.
Vor Kurzem habe ich als Gast 33 schonmal gepostet, denn ich halte eine solche Beziehung wie die deiner Bekannten, wenn es auch nicht die 100%ige sein mag und daher vernunftgesteuerter ist, für durchaus lebenswert (natürlich nicht zu dem Preis dass man sich zu Etwas überwinden muss. Eine physisches Grundgefallen, -akzeptieren und Ehrlichkeit sehe ich z.B. als unabdingbar an).
Es ist doch so wie mit allem im Leben: Was strebe ich genau an und wie hoch darf mein Einsatz hierfür sein? User 42 „Hope“ hat es gut formuliert, indem er wissen will zu wieviel Demut, Durchhaltevermögen und Willensstärke der Einzelne für die dauerhafte Idealbeziehung denn noch bereit ist?
Um dies alles beantworten zu können muss man sich selbst gut kennen, und nicht von Meinungen Anderer leiten lassen. Denn, um den Bogen zu schließen, hat es ein Jeder schlussendlich doch selbst in der Hand was ihm konkret das meistmögliche Glück bringt.

W, 30
 
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  • #47
Auch bei einem innig geliebten Partner treten oft Wesenszüge zutage welche man nicht unbedingt zu schätzen vermag, mit welchen man evt. überhaupt nicht rechnete. Es muss sich hierbei nicht immer um ein willentliches Ja oder Nein handeln, oftmals sendet unser Unterbewusstsein ja sogar noch viel ausschlaggebendere Signale für oder gegen einen Menschen).
Ich finde es riskant ein Leben lang auf die alles in den Schatten stellende, unvergleichlich große, leidenschaftliche Liebe, welche nicht von dieser Welt zu sein scheint zu warten, bei der dann gemäß Wunschtraum bei Vielen auch kein einziger kleiner Kompromiss mehr vonnöten ist.

Ich bin gegen die Kompromissbeziehung, aber zu dem innig geliebten Partner, bei dem Fehler hervrtreten, kann ich zu Kompromissen sagen: Meine Art als "Anti-Kompromissler" ist, nicht das Kompromissgefühl zu wählen, sondern mit den starken Gefühlen, auch den Negativen, die gelegentlich aufkommen können, lernen umzugehen. Zu einem innig geliebten Partner sage ich erst einmal "ja", ganz automatisch, ohne, dass ich mich aus Alleinsein dafür entscheide, er zieht mich an, ich will ihn bei mir. Ja, und wenn dann Fehler zutage treten, versuche ich an meinen Gefühlen zu arbeiten, gelassener zu werden, zu akzeptieren, dass er ein eigener Mensch ist, und das ich auch das genau mag.

Ein Beispiel: Zu Frauen wird oft gesagt, sie würden BadBoys mögen, obwohl die ihnen so schlecht tun würden, was so wiedersprüchlich sei. Ich mag auch Männer mit eigenem Kopf, die vielleicht auch mal keine Rücksicht nehmen, sondern ihren Kopf durchsetzen wollen. Zuerst finde ich das falsch, dann werde ich mir aber bewusst, dass ich genau das will (oder dass ich ihn aus anderen Gründen will, und er diese Seiten nicht ändern wird), und akzeptiere es, und versuche, meine Rolle darin zu finden (denn ich habe auch einen eigenen Kopf). Leider tu ich das nicht immer sofort und leise, und es sind dann auch schon die Männer gewesen, denen es zu viel wurde, und die es lieber bequemer mögen.

Wie dem auch sei, was die Zweckbeziehung von Arbeit in der leidenschaftlichen Beziehung unterscheidet, ist vielleicht auch: Bei der leidenschaftlichen Beziehung versucht man sein stark vorhandenes Gefühl zu zügeln, an sich zu arbeiten. In der Zweckbeziehung hat man sich dagegen entschieden, gar keine starken Gefühle aufkommen zu lassen, und es lieber von Anfang an bequem zu haben.

Natürlich soll jeder seinen Weg finden. Es gibt auch Leute, die sich schnell verlieben (ich gehöre nicht dazu), und somit weder eine Zweckbeziehung führen, noch ewig warten, sondern alles mit Gefühl angehen. Finde ich auch ok. Die Kompromissleute hingegen reden sich die Dinge ja teilweise regelrecht schlecht und nüchtern. Es ist gar nicht der Partner/die Partnerin Schuld, dass jemand alles als zweckmäßig sieht, sondern vielleicht der Mensch, der alles als mittelmäßig herunterredet.
 
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  • #48
Zu einem innig geliebten Partner sage ich erst einmal "ja", ganz automatisch, ohne, dass ich mich aus Alleinsein dafür entscheide, er zieht mich an, ich will ihn bei mir. Ja, und wenn dann Fehler zutage treten, versuche ich an meinen Gefühlen zu arbeiten, gelassener zu werden, zu akzeptieren, dass er ein eigener Mensch ist, und das ich auch das genau mag.

Finde ich gut und handhabe ich ebenso. Nur gelingt dies leider nicht immer, ist z.B. bei sehr unterschiedlichem Nähe-/Distanzbedürfnis fast unmöglich. Es wäre so schön wenn es so einfach wäre, aber manchmal denke ich mir wäre eine simple Kompromissgeschichte da fast besser.


In der Zweckbeziehung hat man sich dagegen entschieden, gar keine starken Gefühle aufkommen zu lassen, und es lieber von Anfang an bequem zu haben.

Hm. Ist das ein Zweckbeziehungsgesetz? Gefühl können zum Einen wachsen, zum Anderen gibt es Menschen die von ihrer Art her eher praktisch veranlagt sind, gar nicht die tägliche Dosis Leidenschaft, Lust und Liebe haben wollten. Nicht im Sinne von Bequemheit sondern als entscheidendes Wesensmerkmal.
 
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  • #49
Hm. Ist das ein Zweckbeziehungsgesetz? Gefühl können zum Einen wachsen, zum Anderen gibt es Menschen die von ihrer Art her eher praktisch veranlagt sind, gar nicht die tägliche Dosis Leidenschaft, Lust und Liebe haben wollten. Nicht im Sinne von Bequemheit sondern als entscheidendes Wesensmerkmal.

Wenn man Gefühle erst wachsen lassen muss, bleibt ja der Gegensatz zu einer Liebe, in der man lernen muss, seine Gefühle zu zügeln.

Das mit dem praktisch veranlagt kann sein. Bei manchen kann ich mich von dem Gedanken der Bequemlichkeit aber nicht lösen, zumindest wenn sie richtige Liebe und Leidenschaft kennen (manche kennen das ja gar nicht). Es ist anstrengend, Konflikte auszutragen, und seine Gefühle zu beherrschen, anstrengender als Gefühle wachsen zu lassen, denke ich, daher der Hinweis auf Bequemlichkeit. Oder es gibt Leute, die Sehnsucht in sich haben, und andere, die lieber Ruhe haben (man hat natürlich beides zu gewissen Anteilen in sich). Letzteres sehe ich als bequem, aber vielleicht eine Frage der Definition.

Bequem ist auch nicht perse schlecht, aber für mich isses nichts, zumindest bisher noch nie. Da habe ich null Bedürfnis nach, ich brauche jemanden, der mich ab und zu etwas aufwühlt. Bequem machen kann man sichs auch selbst mit einem leckeren Essen oder einer netten Runde mit Freunden. Und so richtig klar geworden ist mir trotz der Antworten auch noch nicht, was ein Kompromisspartner einem gibt... Sex kann man auch mit einem anziehenderen haben, wohnen kann man je nach Vorliebe alleine oder in WG, und wie der Wunsch nach Kindern aufkommt, wenn man jemanden nicht so toll findet, kann ich gar nicht verstehen. Naja, immer eine Frage des subjektiven Erlebens.
 
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