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  • #1

War ich zu lange allein?

Ich (w/40) habe die letzten 3 Jahre alleine gelebt und das war genau so gewollt, um mal "klar Schiff" zu machen und zu schauen, wo die Reise hingehen soll.

Inzwischen bin ich mit mir im Reinen und habe wieder Lust auf ein geteiltes Leben mit allen Höhen und Tiefen ... bin wieder aktiv geworden und habe schnell jemanden kennengelernt, mit dem ich gut harmoniert habe.

Vor kurzem hat er bei mir übernachtet, es war alles prima - bis zum nächsten Morgen, denn plötzlich kam mir die Frage, fast schon panikartik, hoch: Was mache ich denn jetzt den ganzen Tag mit ihm? Wie geht das?

Wer kennt das? Ist das normal? Oder stellt man sich solche Fragen nur, wenn es doch nicht richtig passt? Also mir hat das echt Angst gemacht und hat mich etwas zurück geworfen.
 
  • #2
Hm, das ist eigentlich traurig und ganz und gar nicht normal. Ich glaube, Du bist einfach zu früh mit ihm ins Bett gegangen.

Wenn man nur "ganz gut harmoniert", dann mag man sich wirklich die Frage stellen, was man nun den ganzen Tag miteinander machen soll. Wenn man dagegen ineinander verliebt ist und auf einer Wellenlänge schwingt, dann möchte man unbedingt den ganzen Tag zusammen sein und sich ganz viel erzählen, viel zusammen unternehmen, kochen, essen und wieder ins Bett.

Wer nicht verliebt ineinander ist, sollte einfach keinen Sex miteinander haben, zumindest dann nicht, wenn er eigentlich wünscht, dass daraus eine Beziehung wird. Fragen wie Deine stellen sich nämlich nur, wenn man diesen Fehler gemacht hat, nicht wenn man sich mit Haut und Haaren begehrt und einfach nur noch will.

Ich finde, gemeinsame Freizeitgestaltung sollte grundsätzlich eine Basiskomponente einer jeden Partnerschaft sein. Wenn dies zutrifft, dann stellt sich Deine Frage ebenfalls nicht, denn dann gibt es ja genug Dinge, die man ohnehin gemeinsam hat und gerne zusammen macht.

Abschließend aber dennoch eine ganz kleine Beruhigung: Dass man nach der ersten, womöglich ungeplanten, Nacht ein klein wenig ins Grübeln kommt, wie man nun den anbrechenden Tag gestaltet, ist nicht völlig unüblich. Nur sollte es ohne Panik sein, eher mit begeisterter Unsicherheit bezüglich der neuen Situation.
 
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  • #3
<MOD: Schreiben Sie einfach nur Ihre eigene Meinung zur Titelfrage.>

Ja liebe FS das ist normal, das kenne ich auch, man ist die letzten Jahre immer alleine aufgewacht, hat seinen Tag alleine verplant und plötzlich ist da ein Mensch den man mag und mit dem man Zeit verbringen möchte. Das Problem ist wirklich man ist aus der Übung. Es kann tatsächlich sein dass man da etwas hilflos ist bis sie der partnerschaftliche Umgang wieder einstellt.

Das gibt sich, es kann aber auch sein, dass du noch etwas unsicher bist ob deiner Wahl. Dann nimm dir Zeit und spür da genau hin.

w45
 
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  • #4
Liebe FS, finde diese Gedanken auch völlig normal.
Gerade als Single gestaltet man seinen Tag für sich auf eigene Art, hat viele Gewohnheiten
oder sogar Marotten und ist nicht gewohnt einen ganzen Tag mit einem Menschen zusammen zu sein.

Auch benötigt mensch ja Zeiten für sich um seine Gedanken zu ordnen uns Sachen zu erledigen.

Darüber kann man sich ja austauschen.

Der andere Stress den ich mir in einer ähnlichen Situation gemacht habe,
fühl ich mich zusammen auch selbst bei mir, "frei", ohne jetzt Metagedanken zu wälzen
bin ich auch den ganzen Tag für den Anderen präsent, geistreich, unterhaltend, "Mach ichs ihr recht".

Da hilft vielleicht auch die Kommunikation darüber und gemeinsam zu erforschen wie und wieoft man zusammen die Zeit gestaltet und sich nicht überfordert.
 
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  • #5
Weiss jetzt auch nicht, was daran denn traurig sein soll.
Ist ganz normal- mach Dir da keinen Kopf, höre in Dich hinein und vergiss die
ganzen amtlichen Meinungen dazu.
Wenn Du 10 Leute fragst, bekommst Du 20 Meinungen.
 
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  • #6
Finde es auch völlig normal, dass man sich an die neue Situation erst wieder gewöhnen muss. Je länger man aus der Übung ist, desto weniger selbstverständlich sind Dinge, die früher ganz normal waren. Das kommt wieder.

Ich finde, du musst dir einfach Zeit lassen. Auch der oben so schön romantisch beschriebene angebliche Normalzustand, dass man am liebsten 24h am Stück miteinander verbringen will etc., gehört hier nicht unbedingt her, da man erst wieder über die Kopfphase raus muss.

Setz dich nicht unter Druck, es gibt keinen Normalstatus für das Kennenlernen. Dein Bauch wird dir schon sagen, was geht und was nicht.
 
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  • #7
Ich finde das auch normal wenn auch traurig. Mir geht es nämlich genauso. Man ist nach längerer Zeit Alleinsein einfach nicht mehr gewohnt plötzlich noch jemanden da zu haben. Ausserdem wächst nach gescheiterten Beziehungen und Enttäuschungen und dem daraus gewollten oder ungewollten Alleinsein auch das Misstrauen und auch das ruft bei mir z.B ein ungutes Gefühl hervor sobald ich jemanden neuen kennenlerne.
 
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  • #8
Wie man diese Frage mit einer "das liegt nur daran, weil du zu frueh mit ihm geschlafen hast" Keule beantworten kann, ist mir ein Raetsel! Das ist eine vollkommen normale Situation, das hatte ich auch schonmal, trotz Verliebtheit. Also lass Dir keinen Bloedsinn, von wegen zu frueher Sex oder wie traurig das sei, einreden - alles im gruenen Bereich!
 
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  • #9
Hm, das ist eigentlich traurig und ganz und gar nicht normal. Ich glaube, Du bist einfach zu früh mit ihm ins Bett gegangen.


Hier die FS:
Ich denke, nach mehreren Wochen und vorhandenen Gefühlen kann keine Rede von "zu früh mit ihm ins Bett gegangen" sein.
Ich schätze deine Antworten durchaus - aber manchmal scheinst du wirklich zu schnell mit deinem Urteil.
 
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  • #10
Ja, ich glaube, Du kannst ganz beruhigt sein. Ein Freund von mir war ebenfalls drei Jahre allein und hat jetzt meiner Meinung nach eine Frau gefunden, die unfassbar gut zu ihm passt. Trotzdem hat anfangs BEIDE diese Panik erfasst, von der Du hier berichtest: Was machen wir nur den ganzen Tag miteinander, wir sind das doch gar nicht mehr gewohnt.

Aber wenn ich die beiden miteinander sehe, kann ich nur sagen: Alles im grünen Bereich, die packen das.
 
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  • #12
Ich kann deine Sorge sehr gut nachvollziehen. Ich frage mich sogar hin und wieder, ob ich überhaupt noch in der Lage bin, die Anwesenheit eines einzigen Menschen in dieser massiven Intensität über Tage hinweg, z.B. für ein ganzes Wochenende, auszuhalten. Ich denke nicht, dass dies was mit "zu früh ins Bett gehen" zu tun hat, sondern tatsächlich an der Dauer des Alleinseins liegt. Wer sich allein eingerichtet hat, braucht einfach länger, um den Schalter umzulegen. Bei meinem letzten Beziehungsversuch ging es mir anfangs ähnlich wie dir, andererseits war ich erstaunt darüber, dass es dann doch funktioniert, wenn man sich dann auf den anderen einlässt (und wenn der Schalter erst mal umgelegt ist). Gescheitert ist der Versuch dann aus anderen Gründen.

Viel Glück, und bitte nicht aufgeben ;-)
w, 40
 
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  • #13
Ich werde dieses Jahr 40 und war noch nie verliebt geschweige eine Beziehung, ob ich mich überhaupt jemals verliebe oder mich so sehr blockiert habe, da ich mein Leben lang gerne alleine war und bin und eine Art "Hobbysucht" habe. Ob es dann, falls ich mich doch irgendwann mal verlieben sollte auch mit einer Beziehung klappt, weiß ich nicht. Aber ich könnte mir vorstellen, dass je länger man das alleine sein gewohnt ist, umso mehr Schwierigkeiten hat man. Bei 3 Jahren schätze ich weniger Probleme als mit 10 Jahren Singlesein oder länger..
 
  • #14
Solche Probleme kann ich mir absolut nicht vorstellen. Egal ob die Nacht mit oder ohne Sex war.
Ich (m,50) wäre happy, mit einer neuen Partnerin Vieles zu machen und erleben. Und hätte sofort diverse Vorschläge parat, was man alles gemeinsam unternehmen könnte.
Gemeinsam frühstücken, Stadtbummel, ggf. gemeinsam die jeweiligen Einkäufe für die Haushalte, vielleicht Zutaten fürs gemeinsame kochen ?, nachmittags zuhause gemütlich, abends gemeinsam ausgehen, usw.

Via Tageszeitung, kostenlose Info-Blätter, Internet, etc. bin ich stets gut informiert über versch. Veranstaltungen, wie auch ständige Freizeit- und Tourismus-Angebote
Außerdem viele interessante Ausflugsziele, je nach Jahreszeit und Witterung.
Man sollte schon was vorschlagen/anbieten können, um nicht als "Langweiler" eingestuft zu werden ?
 
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