• #91
Ich kann mir vorstellen, dass @glitzerstern erst jetzt so richtig ihre finanzielle Abhängigkeit von ihrem Freund begreift. Sie fühlt sich verunsichert. Irgendwie hatte sie immer auf Hochzeit in Weiß, Flitterwochen und denselben Namen an der Tür gehofft. Aber er will sie nicht zur Ehefrau, was auch bedeutet, er will sich nicht fest und dauerhaft an sie binden. Er lässt sich ein Hintertürchen offen. Wenn er sich von heute auf morgen von ihr trennt und sie im Alter gegen eine Jüngere auswechselt, dann steht sie dumm da! Ohne Partner und ohne Haus! Sie hat realisiert, dass ihr vom schönen großen Hof so rein gar nichts gehört und dass sie auch beim Erbe leer ausgehen wird. Die Familie des Bruders wird sie entsprechend zweitrangig behandeln. Also keine Wohnung, keine Witwenrente, kein Vermögen, keine Möbel, nichts, nada. Sie hat Pflichten, aber keine Rechte. Sie müsste dann, auch im Falle von Krankheit oder Alter, einfach so ausziehen. Ein Umzug kostet Geld und eine neue Wohnung auch. Von ihrer gesetzlichen Rente kann sie sich vermutlich keine Mietwohnung mit NK leisten. Gespart oder angelegt hat sie nichts für's Alter. Also, es wird Zeit das Thema Rente und Vermögensbildung ernsthaft anzugehen. Ihre Sorge ist berechtigt.
 
  • #92
Glück als Abwesenheit von Unglück?

Das ist mir zu wenig.
Wobei es mir um Zufriedenheit mit Glücksmomenten geht.

Sicher geht es bei einer Partnerschaft nicht um die Erfüllung einer Erwartungsliste ...

Du hast keine Erwartungsliste? Oh doch. Du erwartest sehr viel. Glück und das

Wenn ich an meine Partnerin denke, dann möchte ich, dass ich in mir ein gutes Gefühl empfinde. Warm, ein Lächeln, Glück, Dankbarkeit,

Nun du bist wahrhaft ein glücklicher Mensch wenn du und deine Partnerin ausschließlich und ununterbrechungsfrei positiv übereinander denkt. Das gelingt in der Regel nur fehler- und makellosen Menschen.


Ich bin realistisch.

Und in existenziellen Notlagen kann man sowohl Familie, Freunde als auch die Freundin, mit der man LAT lebt unterstützen. Oder frag @neverever - der unterstützt mit seiner Kohle sogar wildfremde Menschen.

Ich meinte Partnerschaft (läuft auf Augenhöhe) und nicht Patronat oder gelebte Caritas (läuft nicht auf Augenhöhe).

Aber im Zusammenhang mit meiner Frage es geht ja darum, ob du der Bekannten gefällst, nicht ?

Ich hatte es so verstanden, dass du einfach anders aussiehst, dich meinetwegen auch anders kleidest, bewegst, gibst... als ihre Exen, meinetwegen einen anderen Beruf, anderen lifestyle, anderes Lebenskonzept hast und dass du somit nicht in ihr Beuteschema paßt.

Es geht im wesentlichen um Charakterzüge. Ich habe mir ihren Vater angeschaut und zwei ihrer Exen oberflächlich kennengelernt. Latent aggressiv zu Konkurrenten. Macker wie ... ;)

Diese Leute laden dich nicht nur zum Essen ein sondern bestellen gleich das Essen "was ihrer Meinung gut für dich ist" für dich.
 
  • #93
Diese Leute laden dich nicht nur zum Essen ein sondern bestellen gleich das Essen "was ihrer Meinung gut für dich ist" für dich.
Ahhhh, ausgezeichnet ! Mit solchen Leuten habe ich viel Spaß.
Dein Beispiel mit den Protagonisten 'der Vater deiner Bekannten' und die 'Frau frei':
Wir sitzen also am Tisch im Restaurant, und er sagt, das Gericht X sei hier wirklich ganz ausgezeichnet und dazu passe sehr gut der Wein W.
Ich mag X grundsätzlich gerne und überlege tatsächlich, das zu bestellen und dazu sage ich ihm, dass ich keinen Wein mag und dass ich lieber Wasser bestellen werde.
Dann kommt der Kellner und dein Bekannten-Vater sagt 'bitte zweimal X und dazu den W. Ich bin verblüfft und weil ich schlagfertig bin, sage ich laut genug und freundlich lächelnd zum Kellner bevor er abzieht 'und für mich bitte das Y und ich nehme ein stilles Wasser dazu.'
Und dann lächele ich den alten Mann freundlich an.

Erinnert sich jemand an die Geschichte vom Claimabchecken mit meiner damals neuen Freund-Mutter ?
Zehn Leute am Tisch, ich beobachte mehrfach und zunehmend not-amused, wie meine Schwiegermutter anderen Leuten sehr unangenehm ins Wort fällt. Mitten in deren Satz um einige Phon lauter eine eigene Geschichte beginnt.
Ich war also gewappnet, als ich etwas erzählte. Ehrlich gesagt wartete ich auf die Gelegenheit, Spaß zu haben und sie tat mir den Gefallen.
Ich erzählte, sie fing etwas lauter eine eigene Geschichte an und ich erzählte meine Geschichte einfach weiter, ohne den Satz zu verändern oder zu stocken. Und damit man weiter meine Geschichte hören konnte, tat ich das richtig laut.
Nachdem sie so etwa fünf Wörter gesagt und übertönt wurde, stockte sie verblüfft, schwieg, woraufhin ich wieder zur Ausgangslautstärke zurückkehrte, ohne den Satz zu verändern und ohne zu stocken. Ich verzog dabei keine Mine und tat, als sei nichts gewesen.
Alle am Tisch waren peinlich berührt außer meinem Schwager, der grinste. Meine Schwiegermutter beteiligte sich ca. eine viertel Stunde nicht am Gespräch und dann hatte sie sich wieder eingekriegt.
Das hat unsere sehr junge Beziehung nicht belastet, ganz im Gegenteil.
Ich bin die einzige, die ihr sagt, was alle hinter ihrem Rücken sagen.
Ich habe keine Angst, etwas zu verlieren. Wenn sie nie mehr mit mir reden wollte, würde ich das leicht ertragen.
Das Gegenteil ist aber der Fall, sie läßt mich sehr oft wissen, wie sehr sie mich mag und dass ich ihren Sohn bloß nie verlassen soll. Und das, obwohl ich wirklich derbe Sachen zu ihr sage.

Leute wie sie oder auch der Ejscheff-Bekannten-Vater machen nur das mit anderen Leuten, was diese mit sich machen lassen.


w 52
 
M

moobesa

Gast
  • #94
Aber er will sie nicht zur Ehefrau, was auch bedeutet, er will sich nicht fest und dauerhaft an sie binden. Er lässt sich ein Hintertürchen offen.
Nein, das bedeutet es nicht zugleich. Wie altmodisch denkt die selbsternannte Elite eigentlich? Warum sollte er sie heiraten, wenn Familiengründung kein Thema mehr ist? Oder wäre sie dann wenigstens bereit, die altmodische Ehefrau zu geben, mit 100 % Hausarbeit?
 
  • #95
Selbst wenn sie nun nur 800 Euro Rente bekommt ist sie weit weg von Armut.
Armut definiere ich als weniger / gleich staatliche Grundsichering (zur Zeit ca. 400 Euro plus Miete und Heizkosten)
Ja, und 400 (genau 424 ist der Satz derzeit) plus Miete und Heizkosten sind ca. 800 Euro, je nach Wohnort.

Also, unter 1000 Euro im Monat für einen Single ist schon recht knapp zum Leben.

w54
 
  • #96
Nun du bist wahrhaft ein glücklicher Mensch wenn du und deine Partnerin ausschließlich und ununterbrechungsfrei positiv übereinander denkt. Das gelingt in der Regel nur fehler- und makellosen Menschen.

Das ist Deine Interpretation. Schwarz Weiß.
Man kann positiv denken, negativ und man kann liebevoll tolerieren.
Sie hat ihre Eigenheiten, ich meine. Manche Eigenheiten werden toleriert, weil sie zum Gesamtpaket gehören, weil wir alle unperfekt sind.
Wir sprechen aber auch aus, wenn eine Verhaltensweise immer wieder stört, man kann manches auch lassen.

Es ist meine Grundhaltung, ob es mich stört, es aufbausche, zum Ärgernis mache oder ob ich es akzeptiere. Einfach so oder mit einem Lächeln.
Im Grund denke ich positiv über meine Partnerin, liebe sie, genau so wie sie ist.
Das macht für mich Partnerschaft aus , sonst lasse ich es.

Wir ärgern uns auch mal, sind uneinig. Normal. Dann reden wir.
Es geht um das positive, warme Grundgefühl.

Ich bin ein zufriedener Mensch.

Einen guten Wochenstart.

M, 54
 
  • #97
Aber er will sie nicht zur Ehefrau, was auch bedeutet, er will sich nicht fest und dauerhaft an sie binden. Er lässt sich ein Hintertürchen offen. Wenn er sich von heute auf morgen von ihr trennt und sie im Alter gegen eine Jüngere auswechselt, dann steht sie dumm da!
Das betrifft ihn doch ganz genauso. So "dumm" ist das Ganze gar nicht.
Sie kann auch ganz "dumm" dastehen, wenn sie ihn geheiratet hat und plötzlich erauskommt, dass auf dem Haus noich schulden lasten. Vielleicht weiß sie davon gar nichts.
Was ist wenn ER eine Pflegfall wird ?
Dann ist sie als Ehefrau auch dran.


Außderdem kann man heute genauso schnell eine Ehe beenden, wie man sich auch sonst trennt.
Da sehe ich keinen Unterschied.
 
  • #98
Leute wie sie oder auch der Ejscheff-Bekannten-Vater machen nur das mit anderen Leuten, was diese mit sich machen lassen.
Aber nicht jeder kommt mit Gegenwehr so leicht ans Ziel, wie du. Das ist leider auch sehr typabhängig. Du bist vermutlich eine Art Alphafrau, soviel ich mich erinnere, bist du auch dominant gegenüber deinem Partner, also er wünscht sich Züchtigung von dir.
Es gibt in Gruppen ja immer Anführertypen und nicht jeder kann ein Anführertyp sein, sonst gäbe es nur Mord und Totschlag auf der Welt.
Wenn man nun aber von seinem Naturell her eher nicht der dominante Typ ist, wie ich z.B., kann man zehn mal lauter gegen die Schwiegermutter ansprechen - die lässt sich davon nicht beeindrucken, sondern setzt noch einen drauf oder bestraft dich später auf andere Weise.
Ich hatte das Thema auch gerade in der Verwandtschaft, bei mir ist meine Mutter solch eine nervige Person, die alle mit ihrer Übellaunigkeit und barschen, verletzenden Bemerkungen drangsaliert. Unser ganzes Leben lang haben wir versucht, sie in ihre/ unsere Grenzen zu weisen - gebracht hat es nichts. Sie macht es das nächste Mal genau so und auch nachdem man "sich gewehrt hat", hat sie kein Einsehen und man selbst fühlt sich kein bisschen besser dadurch, sondern die Stimmung hat dann erst richtig Schlagseite.
Nun kann man Verwandten aus dem Weg gehen, sobald man volljährig ist. Aber dasselbe Problem hat man ja auch mit Arbeitskollegen und dort kann man nicht mal aus dem Weg gehen ...


w54
 
  • #99
Sie muss eben nicht im Falle von Krankheit und Alter ausziehen liebe @Elfe11.
Sie muss auch keine Mietwohnung mit NK von ihrer Rente zahlen.

Denn sie hat ja wie man lesen kann 'lebenslanges Wohnrecht '.
Plus ihre eigene Rente zur freien Verfügung. Ohne jemals Kinder versorgen zu müssen.

WOW - so gut haben es die wenigsten Frauen finanziell!!!!
Da kann sie wirklich dankbar sein!
 
  • #100
Es ist meine Grundhaltung, ob es mich stört, es aufbausche, zum Ärgernis mache oder ob ich es akzeptiere. Einfach so oder mit einem Lächeln.
Im Grund denke ich positiv über meine Partnerin, liebe sie, genau so wie sie ist.
Das macht für mich Partnerschaft aus , sonst lasse ich es.
Danke für diese klaren Worte.
Dazu kommt doch noch - stört mich etwas, was sie nicht ändern möchte oder kann, dann lebe ich persönlich glücklicher und zufriedener, wenn ich mit einem Lächeln über solche Kleinigkeiten hinweg sehe. Und sie ist auch happy und somit noch attraktiver. Beide haben gewonnen ......
Aber dies einzusehen und umzusetzen ist nicht Jedem gegeben.
 
  • #101
Man kann positiv denken, negativ und man kann liebevoll tolerieren.

Genau. Dann ist man zufrieden und nicht unglücklich.

Glücklich war ich bei der Geburt meiner Kinder, nach dem ich meinen Krebs überstanden hatte und während anderer Höhepunkte meines Lebens.

Glück ist ein Gipfel auf dem ich nicht permanent verweile aber Zufriedenheit ist bereits ein hervorragender Level.


Nur zwischen den Superlativen Glück und Unglück zu unterscheiden ist weiß und schwarz. Ich denke in Abstufungen, in Grauzonen. Glück und Zufriedenheit sind zwei Abstufungen persönlichen Wohlgefühls.

Aber letztlich ist alles nur eine Frage von Definition und Abgrenzung aber auch von Kultur und Sprache.

Es gibt Kulturen in denen man verbal und schriftlich aber nicht praktisch mit tausend Küssen grüßt bzw. sich mit tausend Tränen verabschiedet. Das ist aber nur ein Beispiel warum man eben nicht weiß-schwarzes Denken unterstellen sollte nur weil andere anders differenziert denkt.

Ein wesentlicher Punkt ist, dass ich Verhalten nicht nur aus der Sicht beurteile was individuell (un)zufrieden macht sondern wie es sich gesellschaftlich auswirkt. Meine Meinung dazu, dass eine Gesellschaft nur noch individuallistischer Typen keine Gesellschaft mehr wäre ärgert zwar die Individuallisten unter uns, sie ist aber deswegen weder falsch noch weiß-schwarz.
 
  • #102
Sie muss eben nicht im Falle von Krankheit und Alter ausziehen liebe @Elfe11.
Sie muss auch keine Mietwohnung mit NK von ihrer Rente zahlen.

Denn sie hat ja wie man lesen kann 'lebenslanges Wohnrecht '.
Plus ihre eigene Rente zur freien Verfügung. Ohne jemals Kinder versorgen zu müssen.

WOW - so gut haben es die wenigsten Frauen finanziell!!!!
Da kann sie wirklich dankbar sein!

Sorry, da muss ich jetzt einhaken, denn sonst platze ich dann doch noch. Warum denn haben das viele Frauen nicht zur Verfügung? Ich liefere hier auch gerne die Antwort: weil sie selber schuld sind, aus keinem anderen Grund. Das hat nicht der Himmel so gewollt, das ist kein ehernes Naturgesetz, das ist selbst verursacht. Und hinterher jammern. Man kann es sich einfach machen, kein Ding, dann sollte man aber auch dazu stehen, dass es zu mehr nicht gereicht hat und nicht verbreiten, man habe sein Leben lang gearbeitet und jetzt.... Ja, ich weiß, die lieben Kinderlein wollen versorgt werden, das ist auch unabdingbar, aber warum muß das die Frau tun? Ich bin jetzt schon bald 60 Jahre alt, aber sowohl meine ältere Schwester noch ich wären auf die Idee gekommen, sich als Hausfrau an einen Mann zu binden. Never ever. Ich weiß´, das ist hier nicht das Thema, liebe Forenaufsicht, aber vielleicht könnt ihr das trotzdem durchlassen. Durch die Nacherzählung falsche Tatsachen gibt es nämlich auch einen Wiederholungseffekt, der irgendwann als Wahrheit angekommen wird, obwohl er das nicht ist. Danke.
 
  • #103
Sie muss eben nicht im Falle von Krankheit und Alter ausziehen liebe @Elfe11.
Sie muss auch keine Mietwohnung mit NK von ihrer Rente zahlen.

Denn sie hat ja wie man lesen kann 'lebenslanges Wohnrecht '.

@Süsse65
Das stimmt so nicht! Von "hätte" und "würde" ist da die Rede. Sie hat aktuell noch gar keine Rechte. Sie hat das Thema angeregt und es wird zurzeit heftig diskutiert. Zu einer konkreten Lösung kam es aber bislang noch nicht. Im Fall einer Trennung kann ihr Freund solche Zugeständnisse übrigens schnell wieder zurück nehmen. Ich sehe auch, dass sie ihren Wunsch nach Hochzeit mit ihm begraben muss. Und jetzt kommt langsam Panik auf! Was bin ich froh und meiner Mutter dankbar. Sie meinte immer zu mir, mach' dich finanziell nicht von einem Mann abhängig. Recht hat sie. Ich stand immer auf eigenen Beinen und zahle freiwillig und privat in die Dt. Rentenversicherung ein. Ausserdem habe ich mir mit 34 meine eigene Immobilie als Rentenabsicherung gekauft. Heute ist sie abbezahlt und über das Doppelte wert. Ich habe jahrelang jeden Monat 900 Euro Rate plus jährliche Sonderzahlungen von 10k überwiesen. Für Luxus Urlaube blieb natürlich nichts übrig, aber das werde ich jetzt im Alter nachholen.
 
  • #104
Es tut mir aber trotzdem ziemlich weh, dass ich so abgetan werde. Zu unserer Beziehung ist zu sagen, dass mein Freund sich schon gut um mich kuemmert. Wie seht ihr die Sache?
Liebe FS,

ich glaube nach dem Lesen der Posts hier sagen zu können, daß ich, wie auch die Mehrheit der Foristen der Meinung sind, daß Du diesen undankbaren Mann verlassen solltest.
Entzieh ihm Deine großzügige finanzielle Unterstützung, mit der allein er sich das Halten dieses Hauses nur leisten kann.
Verwende deine eigene wirtschaftliche Potenz lieber für dich selber.
Deine finanzielle und anderweitige Aufopferung für diesen undankbaren Mann ist es einfach nicht wert.

Ziehe dein Geld aus seiner Wirtschaft und baue dir etwas Eigenes auf.
Damit übernimmst du Verantwortung für dein Leben und mußt diese nicht anderen Menschen überlassen.

mMensch50
 
  • #105
Aber nicht jeder kommt mit Gegenwehr so leicht ans Ziel, wie du.
Ja sicher, da hast du natürlich recht, das ist nicht jedermanns Fall.
Mir kommt zugute, dass ich gut reden kann.
In Italien bin ich ein komplett anderer Mensch, weil ich es dort eben nicht kann.
Ich kann mich dort nicht mal gescheit gegen Drängler an der Kasse wehren, und das ist hier eine meiner leichtesten Übungen.
Aber ich finde, dann muss man eben eine andere Lösung finden, mit ätzenden Mitmenschen fertig zu werden.
Es kann doch keine Lösung sein, sich nicht zu wehren, alles zu schlucken und sich immer mies und als Unterlegener zu fühlen.

bei mir ist meine Mutter solch eine nervige Person, die alle mit ihrer Übellaunigkeit und barschen, verletzenden Bemerkungen drangsaliert
Ja ok, das ist ein Sonderfall, denn in diese Rollenverteilung seid ihr ja seit deiner Geburt reingewachsen.
Da und noch lange Zeit warst du ja wirklich unterlegen und in jeder Hinsicht abhängig.
Sehr schwer, das nun hinter dir zu lassen.
Dazu braucht man ja auch einen konkreten Anlaß.
Wenn deine Mutter sich altbekannter und -bewährter Manier verhält, läuft eben alles so wie seit 54 Jahren.
Keine Ahnung, ob du da jemals rauskommst.
Vielleicht wenn die Rollen kippen und das kann bald sein.
Ich meine, dass deine Mutter unterlegen und in vieler Hinsicht von dir abhängig wird.
Aber selbst dann braucht es eine gehörige Menge Härte und auch Stehvermögens und Unterdrückung schlechten Gewissens und ähnlichem, um die alte Mutter dann so zu behandeln, wie sie dich einst behandelt hat.
Man TUT DAS NICHT, weil sie dann ja alt ist, die Arme, nicht ?
Obwohl sie es TAT, als man selbst klein war, nicht ?

Ich bin hart, ich würde es tun und ich tat es.
Z.B. meinem alten, gebrechlichen und dementen Vater das in-den-Arm-Nehmen zu verweigern, weil er mir das verweigert hat, als ich klein und schwach und abhängig von seiner Liebe war.
Mein Freund hingegen ist weich, ihm gelingt es nicht, sich gegen die unglaublichen Gemeinheiten seiner Mutter zu wehren.
Hier geht es z.B. auch um Dienstleistungen, wie sie-zum-Einkaufen-Fahren, die ganz unfaßbar ablaufen, er nur beschimpft und angepöbelt wird und es sich dennoch schön redet und, man kann es nicht glauben, doch tatsächlich 'quality time' nennt.

Aber du hast recht, ich habe leicht reden.
Keine Ahnung, wie du deinen Frieden mit der Mutter machen kannst. Im Zweifelsfall den Kontakt abbrechen, falls du es nicht mehr ertragen kannst.
Boah, ich würde sie gerne mal erleben. Und stellvertretend für dich ein bisschen Spaß mit ihr haben.
Ich käme, da bin ich sicher, mit ihr zurecht.
Ich gebe es zu, mir macht sowas Spaß und da fängt es schon an, denn das macht es wohl den wenigsten Leuten.


w 52
 
  • #106


Sie hat als Erwachsene und mündige Frau alle Rechte, die Frauen in ihrer Situation haben. Sie hat auch das Recht, ihr Leben so zu gestalten wie sie möchte. Sie kann sich trennen oder aber auf getrennten Wohnungen bestehen. Das Recht auf sein Eigentum hat sie nicht. Umgekehrt auch nicht, auch nicht nach einer Heirat.

[QUOTE="Elfe11, post: 1135073, member: 27886"][USER=12418]Im Fall einer Trennung kann ihr Freund solche Zugeständnisse übrigens schnell wieder zurück nehmen. Ich sehe auch, dass sie ihren Wunsch nach Hochzeit mit ihm begraben muss.
[/QUOTE]

Im Falle einer Scheidung auch. Umgekehrt auch. Warum auch nicht? Es gibt ja z. B. keine gemeinsamen Kinder, deren Versorgung eine Absicherung und einen Ausgleich rechtfertigen würde. Dass er nicht gerade heiraten möchte, wenn bei ihr das Thema Geld mitschwingt, kann ich irgendwie auch verstehen.

[QUOTE="Elfe11, post: 1135073, member: 27886"][USER=12418]Ich stand immer auf eigenen Beinen und zahle freiwillig und privat in die Dt. Rentenversicherung ein.
[/QUOTE]

Das hat die FS offenbar versäumt. Wie würdest Du handeln, wenn Du jetzt einen passenden Partner in ihrer Situation finden würdest? Deine Altersvorsorge teilen? Heiraten und einen Teil des Eigentums bedingungslos überschreiben, damit das nicht rückgängig gemacht werden kann?

Man liest ja, die Sichtweisen hier sind so gespalten wie die der FS und ihres Freundes. Im Grunde kann sie seine Sichtweise akzeptieren oder sich trennen. So wie er sich trennen könnte, weil sie nicht angemessen abgesichert ist. Die Entscheidung liegt bei ihr. Es ist letztlich eine Abwägung, wie ihr Leben aus ihrer Sicht besser verläuft. So wie sie hier schreibt, fühlt seismisch ohne Absicherung nicht wohl. Bleibt die Trennung(?) Wenn ihr der Mann so egoistisch erscheint wie einigen Foristinnen hier.
[/user][/user]
 
  • #107
Man muss nicht immer Gleiches mit Gleichem vergelten liebe @frei.
Das ist ja wie im Alten Testament: Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Wie wäre es mit Vergebung und Nächstenliebe? Natürlich triumphiert man wenn man es jemandem zurückzahlen kann.
Doch der Triumph hält nicht lange an, wer noch ein Gewissen hat handelt anders.

Im übrigen ist sich die Mehrheit der Foristen nicht einig dass die FS den Mann verlassen soll lieber @awaken.
Die Mehrheit der Foristen sagt nämlich dass sie dankbar sein soll über das lebenslange Wohnrecht und die Lebensversicherung.
 
  • #108
Man muss nicht immer Gleiches mit Gleichem vergelten liebe @frei.
Das ist ja wie im Alten Testament: Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Wie wäre es mit Vergebung und Nächstenliebe? Natürlich triumphiert man wenn man es jemandem zurückzahlen kann.
Doch der Triumph hält nicht lange an, wer noch ein Gewissen hat handelt anders.

@Süsse65
Danke dir, das hast du schön gesagt. So sehe ich das auch und so ist das längst erwiesen. Sozial inkompetente Mitmenschen lernen enorm dazu, wenn sie in einen normalen empathischen Umfeld eingebettet sind. Normale liebevolle, herzliche Menschen färben ab! So sagt man in der Psychologie auch, dass es gute Chancen gibt, dass emotional instabile oder dissoziale Persönlichkeiten wie Borderline oder Psychopathen sich in ein sozial stabiles Netzwerk auf Dauer einfügen können. Sie passen sich einfach an - mehr oder weniger. Da wird das vorgelebte positive Verhalten der Anderen nachgeahmt und gespiegelt. Bis zu einem gewissen Grad funktionieren solche gestörten Persönlichkeiten dann normal im Alltag, also können einen Beruf ausüben und ihren Tag managen.
 
  • #109
Man muss nicht immer Gleiches mit Gleichem vergelten liebe @frei.
Das ist ja wie im Alten Testament: Auge um Auge, Zahn um Zahn.
Wie wäre es mit Vergebung und Nächstenliebe?.
Ich weiß jetzt leider nicht, welches meiner Beispiele du meinst, wahrscheinlich alle, weil du das Wort 'immer' verwendest.
Nun, ich stimme dir zu, immer muss man das nicht und immer mache ich das nicht, aber wenn mir danach ist, mache ich es.

Du hast es richtig erkannt, das 'Auge um Auge' des Alten Testaments liegt mir sehr viel näher als das 'andere Wange Hinhalten' des Neuen. Um genau zu sein, ist mir das Zweite komplett zuwider.
Ich lasse meine Mitmenschen stets die Folgen ihres Handelns erleben, sofern es mir im Einzelfall wichtig ist und sofern es mir gelingt.
Meinen Nächsten liebe ich, wenn ich denke, er verdient es, nicht, weil er schlicht da ist, ganz egal, wie er sich verhält.
Und vergeben ? Nun, auch dies schaffe ich in gewissen begründeten Einzelfällen, bei entsprechender Erläuterung sowie Reue, nicht aber per se.
Übrigens bin ich nicht religiös, aber wenn ich es wäre, wäre ich ganz sicher nicht ausgerechnet ein Christ.
Und bitte glaube mir, das sage ich nicht, weil ich mich damit nicht auseinander gesetzt habe, sondern weil ich dies sehr intensiv getan habe.

w 52
 
  • #110
Man muss nicht immer Gleiches mit Gleichem vergelten liebe @frei.
Nein, muss man nicht.

Aber es ist für ein entspanntes, ausgeglichenes Umfeld äußerst nützlich, wenn die Menschen spüren, dass man mit einer Person nicht Schlittschuh fahren kann. Zumeist muss mann/frau dann gar nicht wirklich energisch werden und verbale oder sonstige Maßnahmen ergreifen - oftmals genügt eine Körperhaltung, ein Blick vollkommen und die Leute halten sich schwerst zurück.

Ich kann außerordentlich widerlich werden, wenn andere Menschen oder ich selbst fies angegangen werden. Das scheint sozusagen durchzuscheinen, ich muss sehr selten das Florett zücken. Wenn es notwendig ist, tue ich es aber und zwar mit einer Schnelligkeit, Härte und Kompromisslosigkeit, dass der Effekt immer nachhaltig ist.

Nein, das ist nicht vereinbar mit den christlichen Weichzeichner-Werten. Sorry, aber diese passen nicht zu mir und dazu stehe ich.
 
  • #111
Denn sie hat ja wie man lesen kann 'lebenslanges Wohnrecht '.
Nein, das konnte "man" nicht lesen. Der Freund der FS hat die "Erben- oder Wohnrecht-Sache" mit ihr gerade erst besprochen. Was er tatsächlich in sein Testament geschrieben hat, wissen wir nicht, ob er es morgen ändert, auch nicht. Viel wichtiger wäre daher ein ins Grundbuch eingetragenes, lebenslanges Wohnrecht. Sofern die FS darauf wert legt.

Die Mehrheit der Foristen sagt nämlich dass sie dankbar sein soll über das lebenslange Wohnrecht und die Lebensversicherung.
Auch das lese ich nicht. Die meisten -auch ich- sagen hier ganz klar, dass ein Erbanspruch aus verschiedenen Gründen unangemessen ist. Dankbar zu sein, in einer schwer vermietbaren Wohnung eines alten Bauernhaus mit Sanierungsrückstau zu leben? Da kann ich mir wirklich was Schöneres vorstellen.

Selbst wenn der Freund demnächst ein lebenslanges Wohnrecht ins Grundbuch eintragen lässt, heißt das noch lange nicht, dass sie dort kostenfrei wohnt. Sie muss selbstverständlich ihre eigenen Nebenkosten tragen, sich an elementaren Sanierungen beteiligen und möglicherweise mit der Familie des Freundes über Modernisierungsmaßnahmen etc. rumstreiten.
 
  • #112
Ich lasse meine Mitmenschen stets die Folgen ihres Handelns erleben...
.

Meinen Nächsten liebe ich, wenn ich denke, er verdient es, nicht, weil er schlicht da ist, ganz egal, wie er sich verhält..


Ich will hier mal unabhängig von der Person darauf eingehen. Eine solche Einstellung klingt nicht unbedingt nach guten Voraussetzungen für Kindererziehung oder Partnerschaft. In einer Partnerschaft muss man auch mal über etwas hinwegsehen können. Nachgeben können. Sein Kind liebt man, schlicht weil es da ist, auch wenn es sich mal nicht so toll verhält.

Ich denke es muss da eine ausgewogene Balance geben.
 
  • #113
Ich hatte das Thema auch gerade in der Verwandtschaft, bei mir ist meine Mutter solch eine nervige Person, die alle mit ihrer Übellaunigkeit und barschen, verletzenden Bemerkungen drangsaliert. Unser ganzes Leben lang haben wir versucht, sie in ihre/ unsere Grenzen zu weisen - gebracht hat es nichts.
Habt ihr mal versucht, nicht zu reagieren, sondern aus dem Konflikt zu treten und ihn "von oben" zu bewerten und auch so zu reden? Ich war ganz verblüfft, dass eine Änderung passierte, nachdem ich zu jemandem sagte "wieso kannst du nicht nett zu mir sein". Darauf war ich vorher noch gar nicht gekommen, weil ich immer nur reagiert habe auf das Theater und die Aggressionen. Es hatte mich berührt, aufgebracht und gekränkt und das alles, aber in dem Moment, als ich fragte, wieso die Person nicht nett sein kann, habe ich zum ersten Mal anders als sonst gefühlt und die Situation anders als sonst betrachtet. Mehr von außen. Das war auch gar nicht dazu gedacht, das Verhalten des Menschen zu ändern. Der merkte seine bisherige Garstigkeit aber wohl gar nicht und wenn ich auch aggressiv reagiert hätte, wäre ich in dieser Dynamik wieder dringeblieben.
 
  • #114
Sein Kind liebt man, schlicht weil es da ist, auch wenn es sich mal nicht so toll verhält.
Ich stimme dir zu.
Meine Tochter ist die einzige Ausnahme.
Sie würde ich lieben, ganz egal, was sie tut.
Auch wenn sie mich beklaut, betrügt, ausnutzt, schlägt.
Ich würde sie die Folgen ihres Tuns dennoch spüren lassen, z.B. sie nicht mehr bei mir wohnen lassen, aber lieben würde ich sie trotzdem.
Selbst wenn sie jemanden ermordet hätte, oder als Sohn eine Frau vergewaltigt, würde ich sie / ihn im Gefängnis besuchen.
In einer Partnerschaft muss man auch mal über etwas hinwegsehen können.
Oh Mann, du glaubst gar nicht, worüber ich immer wieder hinwegsehen kann. Vor allem bei den Kalauern meines Freunds ist das wirklich eine schwere Prüfung :)

Auch das kann ich gut.
Vor allem, wenn es vollkommen wurscht ist, ob wir links rum oder rechts rum fahren, in welches Restaurant wir gehen oder was ich vom 'Bedingungslosen Grundeinkommen' halte ( politisch liegen wir sehr weit auseinander ).
Alles, was mich nichts angeht, wie die Klamotten, die mein Freund anziehen will, thematisiere ich überhaupt nicht, obwohl er tatsächlich schon mal mindestens Grenzwertiges trägt, wie Hemden, die zu eng sind oder T-Shirts mit Flecken.

Nachgeben...hm, das Wort mag ich nicht, hat sowas Devotes.
Ok, meine Definition, das ist hier nicht das Thema.
Also, ich kann mich
a) raushalten, wenn mich die Sache nichts angeht
b) nachgeben, wenn die Sache eine Diskussion nicht wert ist
c) beharrlich bleiben, wenn es mir wichtig ist.
Wenn c) eintritt, und wir uns wirklich und in relevanten Punkten nicht einigen könnten, müsste man als letzte Lösung an Trennung denken.
Wir sind nun aber immerhin schon fünf Jahre zusammen.

Danke, dass du dir Sorgen gemacht hast um meine Beziehung zu meinem Freund und zu meiner Tochter, aber das ist nicht nötig. Alles in Ordnung.

w 52
 
  • #115
Habt ihr mal versucht, nicht zu reagieren, sondern aus dem Konflikt zu treten und ihn "von oben" zu bewerten und auch so zu reden?Ich war ganz verblüfft, dass eine Änderung passierte, nachdem ich zu jemandem sagte "wieso kannst du nicht nett zu mir sein".
Genau mit diesen Worten reagierte letzte Woche die Schwester meiner Mutter, nachdem meine Mutter ihr die dritte beläufige, völlig unnötige Gemeinheit an den Kopf geworfen hatte. Meine Tante, die einmal pro Jahr die weite Reise aus dem (Nachbar-)Ausland zurücklegt, um ihre Schwester, uns und die anderen Verwandten zu besuchen, erzählte mir die Situation im Nachhinein.
Und wie hat meine Mutter auf diesen Satz reagiert? Na, wie immer. Sie verteidigte sich, sie hätte "doch nur gesagt xyz ...", also nach dem Motto: Was denn? Nun sei doch nicht so empfindlich! Am Ende hatte meine Tante noch ein schlechtes Gewissen und sich noch wieder fast dafür entschuldigt, dass sie sich verletzt gefühlt hat.
So läuft das mit solchen Menschen immer, jedenfalls ist das meine Erfahrung! Dass solche Menschen nicht merken würden, wie sie die anderen immer wieder verletzen, das glaube ich niemals! Und selbst wenn es so wäre, finde ich, bin ich gegenüber erwachsenen Menschen nicht die Therapeutin oder Sozialpädagogin vom Dienst, die ihnen freundlich und "supervisorisch" ihre massiven sozialen Defizite aufzeigen muss.
Möglicherweise ist es für mich auch ein Unterschied, ob es meine Mutter ist, oder jemand aus meiner Generation, von meiner "Ebene" - bei letzteren, wenn es ein nahestehender Mensch war, den ich eigentlich sehr mag, z.B. mein Exfreund, habe ich diese Reaktion a la "Warum bist du so garstig zu mir?" schon oft angebracht. Aber eher selten hat das eine Veränderung gebracht, i.d.R. verteidigen die Leute sich.
Ich denke, es geht um einen unterschwelligen Machtkampf und, wenn ich supervisorisch reagiere, fühlen sie sich meiner hohen sozialen Kompetenz (die ich tatsächlich habe ;-) unterlegen. Ich zeige ihnen ja in dem Moment, zwar freundlich, aber doch deutlich, dass sie soziale Armleuchter sind ...


w54
 
  • #116
Aber ich finde, dann muss man eben eine andere Lösung finden, mit ätzenden Mitmenschen fertig zu werden.
Meine Lösungsstrategie ist, den Kontakt mit ätzenden Mitmenschen auf das Allernötigste zu reduzieren.
Aber selbst "das Allernötigste" ist manchmal noch unerträglich und dafür habe ich tatsächlich noch keine für mich befriedigende Lösung gefunden ...
Es kann doch keine Lösung sein, sich nicht zu wehren, alles zu schlucken und sich immer mies und als Unterlegener zu fühlen.
Das stimmt. Ich versuche mich darin zu üben, mich nicht darüber zu ärgern, sonder es an mir "abperlen" zu lassen. Aber das gelingt mir natürlich nur schwer ... wahrscheinlich ist es nicht die richtige Lösung, zumindest nicht die einzige, weil sie in vielen Situationen nicht greift, d.h. ich mich doch ärgere.
Keine Ahnung, ob du da jemals rauskommst. Vielleicht wenn die Rollen kippen und das kann bald sein. Ich meine, dass deine Mutter unterlegen und in vieler Hinsicht von dir abhängig wird.
Die Rollen sind schon lange gekippt, insofern, dass ich schon seit meinem 18. Lebensjahr, eigentlich schon seit ich 16 bin, unabhängig von meinen Eltern war, auch finanziell. Aus genannten Gründen war mir Unabhängigkeit schon in diesem Alter das Wichtigste und die habe ich durchgezogen.
Ich schätze, seit ca. 10 bis 20 Jahren wird meiner Mutter zunehmend bewusst, dass ich sie nicht brauche, aber vielleicht sie mich. Entsprechend seltener sind ihre "grässlichen Ausfälle" zwar geworden, aber trotzdem kommen sie regelmäßig vor, was ich schlimm genug finde, bzw. eigentlich um so schlimmer.



w54
 
  • #117
Aber selbst dann braucht es eine gehörige Menge Härte und auch Stehvermögens und Unterdrückung schlechten Gewissens und ähnlichem, um die alte Mutter dann so zu behandeln, wie sie dich einst behandelt hat.
Man TUT DAS NICHT, weil sie dann ja alt ist, die Arme, nicht ?
Obwohl sie es TAT, als man selbst klein war, nicht ?
Ja, genau diese Gedanken beschäftigen mich oft.
Ich versuche, mein Wohlergehen im Auge zu behalten, denn, dass es einem gut geht, dafür muss man selbst sorgen - niemand anderes wird das tun.
Für mich heißt das, ich reguliere die Häufigkeit meines Kontaktes zu ihr.
Noch ist sie nicht so unterstützungsbedürftig, dass es mir massives schlechtes Gewissen machte, ihre Unterstützungswünsche nicht zu erfüllen, denn bisher handelt es sich eher um Kontaktwünsche, die "ganz nett" für sie wären, aber nicht extrem notwendig sind. Zur Not würde sie auch ohne mich auskommen, es gibt ja noch meine Brüder, sowie Freunde, Bekannte und Verwandte.
Trotzdem spürt sie es jetzt bestimmt schmerzlicher, als noch vor 30 Jahren, dass ich wenig Kontakt pflege.
Z.B. meinem alten, gebrechlichen und dementen Vater das in-den-Arm-Nehmen zu verweigern, weil er mir das verweigert hat, als ich klein und schwach und abhängig von seiner Liebe war.
Das kann ich gut verstehen ... ich stelle mir diese Situationen auch oft vor, weiß nicht, wie ich dann reagiere und bin natürlich froh, dass es noch nicht so weit ist. Ich hoffe immer ein bisschen, dass solche Situationen bei uns vielleicht nie kommen.
Mein Freund hingegen ist weich, ihm gelingt es nicht, sich gegen die unglaublichen Gemeinheiten seiner Mutter zu wehren.
Hier geht es z.B. auch um Dienstleistungen, wie sie-zum-Einkaufen-Fahren, die ganz unfaßbar ablaufen, er nur beschimpft und angepöbelt wird und es sich dennoch schön redet
Das kenne ich aus unserer Familie eben auch so sehr und es ist so unglaublich traurig und, wie du sagst: unfassbar! Warum nur sind (manche) Mütter so lieblos und böse zu ihren Kindern?
Boah, ich würde sie gerne mal erleben. Und stellvertretend für dich ein bisschen Spaß mit ihr haben.
Es ist ja so, dass andere, also auch Freunde von mir, sie immer sehr nett finden. Sie fallen aus allen Wolken und können es nicht fassen, wenn ich ihnen meine Erlebnisse mit ihr erzähle.
Wir beide sind wahrscheinlich sehr verschieden, liebe @frei, aber deine Wahrnehmung dieser "kranken" Eltern-Kind-Dynamiken ist mir sehr vertraut. Danke für deinen ausführlichen Beitrag!


w54
 
  • #118
So läuft das mit solchen Menschen immer, jedenfalls ist das meine Erfahrung!
Glaube ich Dir. Das ist ja kein Rezept und dann klappt es. Dazu gehört schon auch, dass der andere ein bisschen will, dass andere ihn mögen.
Am Ende hatte meine Tante noch ein schlechtes Gewissen und sich noch wieder fast dafür entschuldigt, dass sie sich verletzt gefühlt hat.
Das war bei mir nicht so in meiner geschilderten Situation. Ich hatte für die Aggression kein Verständnis und war mit meinen Gefühlen sozusagen im Reinen, also hätte sie nicht hinterfragt. Ich hab mich im Recht gefühlt und hätte das auch, wenn noch mehr Aggression gekommen wäre.
Dass solche Menschen nicht merken würden, wie sie die anderen immer wieder verletzen, das glaube ich niemals! Und selbst wenn es so wäre, finde ich, bin ich gegenüber erwachsenen Menschen nicht die Therapeutin oder Sozialpädagogin vom Dienst, die ihnen freundlich und "supervisorisch" ihre massiven sozialen Defizite aufzeigen muss.
Darum ging es mir auch nicht. Ich hab mal einem Sohn einer älteren Frau gesagt, dass seine Mutter die eine Enkelin immer anranzt und zu der anderen Enkelin netter ist. Das arme Mädchen konnte nichts richtig machen, da ging es um den geschlossenen oder offenen Knopf der Jackenärmelmanschette. Die Frau war eine streitsuchende aggressive Person und sah sich aber absolut nicht so. Sie hatte immer ne Begründung, warum sie was sagen musste. Wie sie es sagte, war ihr nicht bewusst, und dass sie ungerecht war, auch nicht.

Wie gesagt, es war nur ein Vorschlag. Wenn ihr das schon durch habt, hilft das natürlich nicht.
Manchmal kann man sowas aushebeln mit "meine Güte, wer hat dich so verletzt, dass du so garstig geworden bist" (ich denke auch tatsächlich, dass sowas dahinter steht). Ist aber auch kein Rezept.

Ich zeige ihnen ja in dem Moment, zwar freundlich, aber doch deutlich, dass sie soziale Armleuchter sind ...
Ich kenne auch solche Diskussionen. Das Wichtigste ist für mich, bei sich zu bleiben, also dahinterstehen, was man sagt, nicht sich hinterher zu entschuldigen wie Deine Tante.
Ich kenne das, dass Familienmitglieder diesen Menschen dann auch noch schützen und das Opfer (meist Kind) stehenlassen mit dem Vorwurf, es hätte was gemacht, dass die Garstigkeit berechtigt sei (Bei uns war der ungekrönte Don der Familie weiblich. Die Frau wurde auch mal auf ihre Giftspritzigkeit zu einem Kind angesprochen von ner anderen Verwandten, fragte dann verunsichert ihre Untergebenen und die sagten natürlich "nein, du bist nicht so". Chance verpasst.).
 
  • #119
Liebe @Frau ,
ich habe zu deinem Post #116 noch was geschrieben, mich meinerseits bedankt, weiteres überlegt und auch einen konkreten beispielhaften Vorschlag gemacht, wie immer die Nettikette und die Hausordnung der Allmächtigen beachtend und dennoch haben sie es gelöscht. Seufz...

w 52
 
  • #120
Manchmal kann man sowas aushebeln mit "meine Güte, wer hat dich so verletzt, dass du so garstig geworden bist" (ich denke auch tatsächlich, dass sowas dahinter steht).

Das sehe ich nicht so.

Meine Großmutter väterlicherseits war solch eine "charmante" Dame und meine Mutter (die ihr den Sohn "gestohlen" hatte) und andere Menschen hatten ernsthaft unter ihr zu leiden.

Sie dagegen profitierte, saß wie eine Spinne im Netz, zog die Fäden, manipulierte, spielte die Menschen gegeneinander aus und hatte enorm viel Einfluß. Das gelang ihr sehr gut, weil sie zwei perfekt funktionierende Gesichter hatte - nett, gut, hilfreich, findig, mit vielen hilfreichen Kontakten und Ideen und - das Janus-Gesicht - richtig fies, mit subtilen Abwertungen, offenen Gemeinheiten etc, was natürlich nie so stimmte und von ihr vehement abgestritten wurde.

Mein Vater - den sie immer liebte und blendend behandelte - hat sie erst durchschaut, als ich als Fünfjährige Wort für Wort die Fiesheiten, die sie zu meinem Bruder sagte, wiederholte und mich weigerte sie weiterhin zu besuchen. Damit hatte sie nicht gerechnet, dass ich mich nicht genüsslich bevorzugen lassen wollte - falsch kalkuliert.
 
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